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"Was sehen Sie, Frau Lot?" - "Bilder!" Im dem Moment, in welchem

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"Was sehen Sie, Frau Lot?" - "Bilder!"
Im dem Moment, in welchem eine Person traumatisiert wird, erstarrt sie innerlich zur
Salzsäule, die bewusste Bildwahrnehmung reißt ab. Zurück bleiben starke Gefühle,
Bildfetzen, nicht integrierte Wahrnehmungen, die zu den bekannten Symptomen der
posttraumatischen Belastungsstörung führen. Untersuchungen mit Affen, die, bewusstlos
gemacht, Bildern ausgesetzt wurden, zeigen, dass auch unbewusst gespeicherte Bilder
erinnert werden, dass auch diese Bilder ihre volle Wirkung entfalten.
Frau Lot wird die gesehenen Bilder immer in sich tragen, auch wenn sie diese nicht in ihr
Bewusstsein holen kann. Das Verdrängen eines Traumas gleicht einem Film, der an der
schlimmsten Stelle reißt. Dies ist ein Schutzmechanismus der Psyche, ohne den der
Mensch das Grauen nicht ohne lebensgefährdenden Schaden überstehen könnte.Wenn
wir traumatische Erlebnisse durch Malen bearbeiten wollen, muss an diese gesehenen,
nicht wahrgenommenen Bilder angeschlossen werden. Sie müssen gemalt werden.
Obwohl fast unerträglich, können nur sie die Erlösung bringen. Solche Bilder können nicht
alleine gemalt werden, die Malenden müssen durch eine ausgebildete Malleiterin begleitet
werden, denn die nötigen Bilder lösen bei den Malenden so viel Angst aus, dass sie in der
absolut erforderlichen Genauigkeit nicht alleine durchgestanden werden können. Nur die
aus den Augen der Betroffenen gemalten Bilder wirken so, dass das Hirn das Bewusstsein
wieder einschalten und dadurch auch die Heilung wahrnehmen kann. Jede Art von
Illustration der erinnerten oder als angemessen empfundenen Gefühle oder der Szene
verstärkt und verfestigt das Trauma! Jahrelanges „Arbeiten" am Trauma schadet den
Betroffenen.Zusammen mit Jörg Merz, Psychotherapeut in Zürich, entwickelte Bettina
Egger die Methode des LOM® Lösungsorientiertes Malen, entwickelt. Diese Methode
arbeitet gänzlich vom Bild ausgehend, jedes psychologische Konzept vermeidend, mit
ganz bestimmten Bildaufgaben an psychischen und physischen Anliegen, Wünschen,
Entscheidungsfragen, Träumen und eben Traumas. Im LOM® Lösungsorientierten Malen
bilden die Werte, die sich aus den Ansichten über Metapher und Analagie, Form und
Ästhetik als Essenz des Ausdrucks, die Absenz der Bedeutung der Vergangenheit und das
energetische Resonanzprinzip ergeben, die Grundlagen der Interventionen.
Zusammengefasst münden alle Interventionen in drei Arten von Aufgaben:
Beziehung zum Symptom aufnehmen,
Beziehung zum darunterliegenden Hindernis aufnehmen,
Perspektive schaffen, und einer Form von Malprozess: Liebevolle Aufmerksamkeit.
In diesem Artikel finden Sie einen solchen Verlauf einer Arbeit mit LOM®
Lösungsorientiertem Malen an einem Beispiel. Von diesem einen Beispiel kann aber nicht
auf die gesamte, sehr differenzierte Methode, geschlossen werden.
BEISPIEL
Der erste Schritt der Traumabearbeitung muss ein Bild sein, das aus den Augen der
Betroffenen gemalt wurde. Dabei muss der Blickwinkel, der sich durch die Augenhöhe
(Größe des Kindes z.B.) und durch die Nähe gegeben ist, möglichst genau eingehalten
werden. Ob es das richtige Bild ist zeigt sich daran, dass die Malende davon berührt ist,
evtl. körperliche Symptome zeigt.
Der zweite Schritt beinhaltet eine erste Distanzierung vom Geschehnis. Das Ziel der
Traumabearbeitung ist ja, dieses unschädlich zu machen, seine Wirkung aufzulösen. Je
weiter weg jemand von einem Geschehen ist, desto weniger wird er davon berührt. Es gibt
verschiedene Möglichkeiten, diese Distanzierung zu erreichen: eine davon ist das
Geschehnis effektiv von weiter weg, also kleiner zu malen, eine andere ist, das falsche
Bild in Ordnung zu bringen.Das Hirn kann nicht zwischen wirklicher Realität und guter
Imitation unterscheiden. Wenn ein Bild in seinem ganzen Grauen, so wie es ursprünglich
gesehen wurde und mit den begleitenden Gefühlen gemalt wird, bucht das Hirn dieses
Bild unter "erlebt". Ebenfalls kann sich das Hirn nur der letzten Erinnerung, nicht aber des
Originalereignisses entsinnen. Wenn wir nun eine genügend gute Imitation eines in
Ordnung gebrachten Bildes malen, wird sich dieses immer über die Erinnerung der
Schrecknisse lagern und das Hirn wird wissen, dass "es in Ordnung gebracht worden ist".
Der dritte Schritt dient einer weiteren Distanzierung. Erfahrung hat gezeigt, dass der
Prozess des Begrabens wirksam ist. Im Fall von Inzest, wenn der Übeltäter oder die
Übeltäterin schon gestorben ist, kann diese Person begraben werden. Wenn sie noch lebt
und die geschändete Person das nicht möchte, kann eine Metapher für das ganze
Geschehnis begraben werden. Wichtig ist, dass die verschiedenen Stufen des Begrabens
mit Hingabe und langsam gemalt werden, dass keine Stufe übersprungen wird und dass
am Schluss das Grab beschriftet wird. Der Text auf dem Grabmal soll das Datum der
Beerdigung, den Namen des Übeltäters, der Übeltäterin, oder eine Überschrift für die
Schandtat und einen Satz, der das Geschehnis befriedet, enthalten.
Der vierte Schritt wird oft vernachlässigt oder ganz vergessen, obwohl er unbedingt zum
Verarbeiten eines Traumas gehört, denn wo es war, ist es jetzt nicht mehr, es hat eine
Lücke hinterlassen, die gefüllt werden muss: freigesetzte Energie, die neue Aufgaben
finden will.Es wird geglaubt, dass die Arbeit an einem Trauma Jahre dauern muss, damit
sie wirksam ist. Wenn ein Trauma innerhalb von einem oder zwei Monaten aufgearbeitet
wird, ist das Grund zum Misstrauen. Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass zwar die
"Anlaufzeit", bis sich jemand wirklich ans Trauma wagt sehr lange sein kann, auch die
Arbeit an den daraus folgenden Gewohnheiten zäh und langwierig sein kann, dass aber
die effektive Traumabearbeitung nur kurz sein darf, da sie sonst das Trauma verfestigt. Die
Malenden unterliegen derselben Legende und können kaum glauben, dass es schon
vorbei ist. Es hat sie doch so lange begleitet und gepeinigt!Wenn anstelle des Traumas
nicht etwas Neues tritt, wird das Trauma unweigerlich wieder aufgewärmt und daher muss
das letzte Bild ein optimistischer Blick in die Zukunft sein. Die Methode des
Lösungsorientierten Malens bietet verschiedene Möglichkeiten von Zukunftsmetaphern
dafür an.
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Bildung
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