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Janine Himmelsbach Exercices Interférences 21 Was hetzt Firmin

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Janine Himmelsbach
Exercices
Interférences 21
Was hetzt Firmin herum?
Firmin hat das Telefon ziemlich lange läuten lassen, bevor er geantwortet hat.
– Hallo Firmin, sind Sie es? Wir sind im Gasthaus zum goldenen Löwen. Stellen Sie sich vor, wir haben
uns verirrt! Schuld ist natürlich mein Neffe, aber Er wird Ihnen nie eingestehen, daß er für unser
Mißgeschick verantwortlich ist. Nie wieder werde ich ihm die Leitung überlassen! Holen Sie uns doch ab,
wir werden in der Zwischenzeit essen.
Firmin hat seinen Herrn darauf aufmerksam gemacht, daß er selber gerade beim Essen war, und
hat ihn um etwas Geduld gebeten. Arthur läßt ihn zu allen möglichen Zeiten kommen, wissen Sie, also
versäumt Firmin keine Gelegenheit, ihn seine Taktlosigkeit spüren zu lassen. Was folgt? Der Arme wird
mit allen möglichen Schimpfnamen belegt. Sie glauben es mir nicht? Dann fragen Sie ihn! Lassen Sie ihn
doch aus seinem Leben erzählen, Sie werden sehen! Arthur macht ihm das Leben sauer. Er läßt ihn
kochen, putzen. Er läßt ihn nicht seine freien Tage nehmen, wann er möchte. Wenn Firmin hofft, ihn
vornehme Manieren zu lehren, irrt er sich. Er wird ihn nie auf das, was er "die Privilegien der
Aristokratie" nennt, verzichten lassen. Diesen Unsinn habe ich ihn kürzlich sagen gehört; ich konnte es
gar nicht fassen! Eigentlich frage ich mich, warum Firmin bei ihm im Dienst bleibt. Arthur macht ihm
immer weis, daß er nie anderswo etwas besseres finden würde. Firmin läßt ihn reden, aber er nimmt es
ihm nicht ab. Wenn er ihm weiter dient, hat er mir gesagt, ist es aus Treue zur Familie. Es kostet ihn viele
Anstrengungen, aber er ist pflichtbewußt. Er weiß, daß er von Arthur ausgebeutet wird, aber er läßt es
sich gefallen! Was wollen Sie! In seinem Alter wird er sich nicht mehr ändern.
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Seele and Geist
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