close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Johannes 8, 30-36 Ihr seid wirklich frei! 5. n. E. Was macht wirklich

EinbettenHerunterladen
Johannes 8, 30-36 Ihr seid wirklich frei! 5. n. E.
Ja , das wäre wirklich gut!
Und wie wäre es, wenn Einer kommen würde, und die Gefan-
Was macht wirklich frei?
genen, die Gebundenen, die Erniedrigten frei machen würde?
Diese Frage stellen sich in diesen Tagen wahrscheinlich viele Men-
Wenn er sagen würde: „Ihr seid wirklich frei!“
schen.
Davon spricht der Predigttext aus dem Joh 8,31ff, den wir vorhin in
Angesicht der Lage in Ägypten und in vielen Ländern im Mittelmeer-
der Lesung hörten.
raum ist nicht nur Begeisterung, was dort durch die aktuellen Unruhen hervorgerufen wird. Dort, aber vor allem im Westen.
Liebe Geschwister, aus der ganzen Auseinandersetzung zwischen
Aus verschiedenen Gründen ist die Mehrheit der befragten Deut-
Jesus und den Juden, die besonders im 8. Kapitel des Johannes-
schen nicht unbedingt begeistert von den Entwicklungen.
evangeliums einer ihrer Höhepunkte erreicht, wird deutlich, dass
Auf die Proteste in Nordafrika angesprochen, reagieren die Bundes-
Jesus und seine Gesprächspartner ganz unterschiedliche Dinge im
bürger in hohem Maße realistisch, utopiefrei und realpolitisch. Die
Blick hatten, wenn sie über Freiheit sprachen.
Sorge überwiegt.
Natürlich war beiden Seiten die Unterdrückungsgeschichte des Vol-
Fragen und Zweifel kommen hoch: Ist das wirklich ein Weg zur Frei-
kes Israel bewusst.
heit und Demokratisierung?
Doch in der Spannung zwischen Kollaboration einerseits und ge-
Oder sind auch hier, wie in Persien von 30 Jahren und in Irak vor 8
waltsamen Widerstand andererseits hatte das jüdische Volk im alten
Jahren islamistische „Trittbrettfahrer“ am Werk?
Gesetz eine Stütze gefunden: „Wir sind Abrahams Kinder!“
Beispiele aus der letzten jüngsten Vergangenheit – ich meine die
Somit konnten sie in der Situation der politischen Abhängigkeit von
letzten 10 Jahre – zeigen, dass Massenbewegungen nicht nur Gutes
Rom eine gewisse innere Unabhängigkeit behalten.
hervorrufen, vor allem bei und in Völkern, die nie Demokratie und die
Nun macht Jesus aber deutlich, dass es ihm um die Befreiung des
„Freiheit“, so wie wir sie kennen, gekannt haben.
Lebens von der Sklaverei der Sünde ging.
Was macht wirklich frei?
Auch die Abstammung der Juden von Abraham bewahrte nicht da-
Manchmal wenn man von Freiheit spricht hat man ganz unterschied-
vor, ein gottfernes Leben zu führen.
liche Dinge im Hinterkopf! Und doch:
Im Gegenteil, meinte Jesus, die Gewissheit der Zugehörigkeit zu den
Wie wäre es, wenn aus der Protestbewegung im Nahen Osten wirk-
Nachkommen Abrahams (oder, für uns heute: zur christlichen Ge-
lich Freiheit und Demokratie, vielleicht sogar ohne übermäßiges
meinde) könnte zu einer falschen Sicherheit führen und damit
Blutvergießen, entstehen würde?
sogar zur Abwendung von Gott.
Und genau darin liegt die Sünde nicht nur der Gesprächspartner
I. Auf dem Markt in Korinth
Jesu, sondern des Menschen überhaupt.
Händler haben ihre Buden aufgestellt. Rechts gibt es Datteln und
Denn der Widerstand gegen die Sünden unseres Lebens nimmt
Feigen. Ein bisschen weiter kann man Schafe und Tauben kaufen.
seine Kraft erst aus der Befreiung von der größten Sünde der
Jetzt bleiben wir bei den Menschenhändlern stehen.
Gottesferne.
Sie bieten Sklaven zum Kauf an.
Und hierzu ist Jesus kategorisch.
Frauen und Männer und auch Kinder stehen da mit Ketten an den
Er betont, dass weder die Geburt, noch die menschliche Leis-
Füßen und eisernen Halsbändern.
tung frei machen können.
Vorne werden ein paar kräftige Männer präsentiert. Etwas abseits
Allein die „Wahrheit“ des lebendigen Gottes macht frei!
davon junge Frauen. Im Hintergrund hocken die Ladenhüter, die
Allein, dass wir daran glauben!
eigentlich keiner mehr will. An einigen sind noch die Striemen der
Und was ist diese „Wahrheit“?
Peitschenhiebe zu sehen. Andere sind ausgemergelt. Ihre Augen
Gewiss nicht eine philosophische oder ideologische Welterkenntnis!
sind stumpf. Die Gesichter teilnahmslos.
Sondern die in Jesus Christus geschenkte Zuwendung Gottes
Ein Kind weint still vor sich hin. -
zum Menschen.
Wir hören jetzt eine Reihe von Interviews.
„Die Wahrheit erkennen“ bedeutet, in Jesus den Sohn Gottes zu
(Teilnehmende werden anhand der Folie vorgestellt)
erfahren und das eigene Leben danach auszurichten.
Zielstrebig kommt ein Mann an den Stand:
Nur dadurch erfolgt der Wechsel aus der Unfreiheit der Sünde und
J "Was kosten alle Sklaven zusammen?"
der Macht des Todes in die wahre Freiheit.
Ein Preis wird genannt. Der Mann ist einverstanden und bezahlt oh-
Deshalb kann Jesus sagen zu den Seinen: „Ihr seid wirklich frei!“
ne zu handeln.
Er winkt einige Freunde herbei: -
Wie kann man das besser verstehen?
J "Nehmt ihnen die Fesseln ab und führt sie ein bisschen abseits.
Ich möchte euch heute einmal mit auf einen Besuch eines Wochen-
Verbindet ihre Wunden! Gebt ihnen zu essen! Kleidet sie neu ein!"
marktes nehmen.
Die Freunde des Käufers tun, was er ihnen sagt. Die Sklave, Frauen,
Und zwar es geht nach Korinth - im Jahr 30 oder 40 nach Christus.
Männer und Kinder, sind unsicher und erstaunt.
Wie unternehmen heute eine Phantasiereise – einige Bilder werden
So liebevoll hat man sie noch nie behandelt!
uns dabei helfen.
Der Mann fängt jetzt an zu der Gruppe zu sprechen:
J "Hört mir genau zu! Ihr wart Sklaven. Ich habe den vollen Kauf-
- Ich würde immer wieder alles für sie geben, sogar mein eigenes
preis für euch bezahlt. Rechtlich gesehen, gehört ihr jetzt mir. Aber
Leben, damit sie frei sein können. Menschen sind für die Freiheit
ich bin kein Sklavenhalter. Ich möchte auch keine Sklaven in meiner
geschaffen und nicht um so zu verkommen.“
Nähe haben. Darum gebe ich euch die Freiheit. Ihr seid frei!"
P „Verkommen? Einige sahen doch ganz gesund und stark aus.“
Niemand wagt etwas zu sagen. Nach einer langen Pause traut sich
- J „Ja, sie kennen es auch nicht anders. Sie sind schon als Sklaven
einer der älteren Männer zu fragen: -
geboren worden. Und weil sie kräftig arbeiten können oder gut aus-
S "Ist das wahr? Sind wir wirklich frei?"
sehen, haben sie sich bei ihrem Herrn kleine Vorrechte errungen. Er
J "Ja ihr könnt mir glauben. Es ist die Wahrheit. Ihr seid wirklich frei.
lässt sie glauben, sie hätten genau das Leben, das sie sich wün-
Ihr könnt gehen wohin ihr wollt. Ihr könnt tun, wozu ihr euch ent-
schen.
scheidet.
Doch trotz ihrer guten Leistungen, sind sie doch Sklaven und müs-
- Ich will euch noch eines sagen. Ich biete euch an, bei mir zu blei-
sen tun, was ihr Besitzer von ihnen verlangt. Sie leben nur in der
ben. Ich versorge euch mit allem, was ihr für euer Leben und Ster-
Illusion etwas freier als andere zu sein. Trotzdem sind sie unter einer
ben braucht. Ihr könnt freiwillig für mich arbeiten wie die Freunde,
anderen, oft schlimmeren Herrschaft.“
-
die euch die Wunden verbanden und euch zu essen gaben. Ihr
P „Wie verstehen Sie denn Freiheit?“
-
könnt auch meine Freunde werden."
J „Freiheit hat zwei Seiten. Da ist einerseits die Freiheit von etwas.
Freiheit zum Beispiel von dem Zwang, das Böse tun zu müssen.
II. (Interview mit Jesus „J“)
Freiheit von der Furcht vor anderen Menschen. Freiheit von betrüge-
Lassen wir einige Wochen verstreichen und dann wollen wir mal
rischen Vorstellungen und Lügen, die sie glauben.
sehen, was aus den Freigekauften geworden ist.
Andererseits bedeutet Freiheit, frei zu sein für etwas. Das Schönste
Als erstes suchen wir den Mann auf, der das Lösegeld bezahlte und
an dieser Seite ist die Freiheit, aus freiem Entschluss für Gott zu
machen ein Interview mit ihm:
leben, ihm zu dienen und zu seiner Ehre Verantwortung für andere
P „Jesus, warum haben Sie die Sklaven gekauft und dann frei gelas-
Menschen zu übernehmen. Ein Sklave kann nichts entscheiden, er
sen?“
kann nicht das Eine lassen und das Andere wählen.
- J „Weil ich sie liebe. Es tut mir im Herzen weh, wenn ich erlebe wie
Wer aber befreit wurde, der kann frei wählen.“
Menschen als Knechte des Bösen verkommen.
- P „Eine letzte Frage. Bleiben alle frei, die Sie freigekauft haben?“
J „Nein. Leider nicht. Nur einige bleiben meine Freunde und arbeiten
mit mir zusammen. Viele meinen nun tun und lassen zu können, was
sie wollen und gehen unter in Anarchie. Sie spielen sich auf und
- S2 „Ich habe mein Leben lang getan, was auch alle anderen Skla-
versuchen andere Menschen zu unterdrücken. Sie meinen frei zu
ven taten. Ich habe gehorcht und getan, was man von mir verlangt.
sein, doch sie sind unfrei und spielen oft mit dem Feuer.
Ein Leben in eigener Verantwortung war mir ungewohnt. Was ist,
Und wieder einige haben ihre Freiheit ruiniert. Sie sind wieder zurück
wenn ich eine falsche Entscheidung treffe, wenn ich einen Fehler
gegangen zu ihrem alten Herrn und sind freiwillig wieder seine Skla-
mache? Wie stehe ich dann da, wenn alle über mich reden oder
ven geworden.“
mich auslachen? Nein, ich will mein Leben nicht mehr ändern und
- P „Jesus, wir danken Ihnen für das Gespräch.“
selbst die Verantwortung dafür tragen müssen.“
Ein schlanker Mann winkt uns zu sich. Wir gehen zu ihm. Bevor wir
III (Bei den Sklaven“)
ihn fragen können spricht er schon:
Lasst uns noch einmal auf den Markt in Korinth gehen und diejeni-
S3 „Ich will euch sagen, warum ich nicht bei diesem Jesus bleiben
gen fragen, die wieder Sklaven sein wollten.
wollte. Ich traue ihm nicht. Die ganze Aktion muss doch einen Haken
Als erstes fragen wir einen kräftigen Mann. Er steht stolz da, trotz
haben. Da kommt doch keinen her und kauft mich, um mich dann
seiner Ketten und dem eisernen Ring um den Hals.
frei zu lassen. Das ist doch nur ein ganz gemeiner Trick.
P „Entschuldigen sie, dürfen wir sie etwas fragen?“
- Ich kenne diese Typen. Erst tun sie so großzügig. Aber dann quä-
Er blickt kurz zu seinem Herrn. Erst als der nickt, antwortet er: Wenn
len sie einen mehr als je zuvor. Verstehen sie, was ich habe, das
es sein muss, o.k.
weiß ich. Was ich aber bei diesem Jesus bekomme, das weiß ich
- P Warum sind sie sich freiwillig wieder Sklave geworden?
nicht. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste."
- S1 „Weil ich mir nichts schenken lasse. Ich bin stark und klug und
werde mir meine Freiheit selbst erringen.“
IV (Bei den Kirchenfremden „KF“)
Etwas leiser sagt er:
Wir verlassen den Sklavenmarkt und suchen die Menschen, die we-
- Und wenn der richtige Zeitpunkt kommt, dann werde ich mir die
der bei Jesus bleiben wollten und auch nicht auf dem Sklavenmarkt
Freiheit auch mit Gewalt nehmen. Aber schenken lasse ich mir
zu finden waren.
nichts.“
Wir finden sie in der ganzen Stadt verstreut.
Wir gehen einen Schritt weiter. Eine alte Frau hockt da. Wir beugen
Ein junger Mann sitzt in sich versunken auf den Stufen zum Tempel
uns zu ihr herunter und fragen:
der Weisheit.
P „Warum sind sie wieder zurück zum Sklavenhalter gegangen?“
P „Entschuldigen Sie, warum sind sie nicht bei Jesus geblieben,
Stockend antwortet sie:
nachdem er Sie freigekauft hat?“
- KF1 „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur einen wirklich guten
suchung hat man festgestellt, dass ich eine schlimme Krankheit ha-
Menschen gibt, nur eine Wahrheit, nur einen Weg zu Gott.
be. C’est la vie – so ist das Leben.“
Das ist mir zu einfach. Ich habe mich entschlossen, die ganze Weisheit der Welt in mich aufzunehmen.
V (Bei den Befreiten „B“)
Ich will meinen eigenen Weg gehen.“
Wir wollen jetzt wieder zurück zu Jesus gehen, um mit denen zu
Ein Kind finden wir allein in einer kleinen Wohnung.
sprechen, die bei ihm geblieben sind.
- P „Warum bist du allein? Wo sind deine Eltern?“
Wir finden die Frauen und Männer und Kinder in einem großen Saal.
KF2 „Sie arbeiten beide. Sie müssen viel Geld verdienen, sagen sie,
Sie haben gerade Gottesdienst gefeiert und trinken noch Kaffee mit-
damit es mir einmal besser geht, als ihnen. Darum muss ich auch
einander.
viel lernen und gute Zensuren in der Schule haben. Wissen ist Macht
B "Herzlich willkommen. Was können wir für euch tun?"
und Macht schafft Freiheit, sagen meine sie. Wenn ich erst mein
- P „Können sie uns sagen, warum sie bei Jesus geblieben sind?“
Studium abgeschlossen und einen guten Job habe, dann kann mir
- B „Nichts lieber als das. Bei Jesus ist man wirklich frei. Wir haben
keiner mehr was vorschreiben. Dann habe ich das Sagen und Ande-
erkannt, dass Jesus es wirklich ehrlich meint. Was er sagt, ist die
re müssen tun, was ich will.
Wahrheit. Wir vertrauen ihm. Das hat uns befreit. Wir verlassen uns
- Aber ich bin nicht sicher, ob meine Eltern recht haben.“
auf sein Wort. Das erhält uns die Freiheit.“
Eine Frau finden wir im Krankenhaus.
- P „Und wie fühlen sie sich dabei?“
P „Bitte sagen uns, warum liegen sie hier im Krankenbett. Warum
B „Es kommt nicht immer auf die Gefühle an. Früher, zum Beispiel,
sind sie nicht bei Jesus?“
haben wir unseren Gefühlen geglaubt. Oft haben sie uns aber irre
- KF3 „Da hat es mir nicht gefallen. Ständig wurden da Anweisungen
geführt. Jetzt wissen wir aber: Mehr Freiheit als bei Jesus gibt es
gegeben. Teile deine Liebe mit anderen! Sprich immer die Wahrheit!
nirgends.
Lass die Sachen liegen, die dir nicht gehören! Und so weiter!
- Ich persönlich muss es wissen. Ich war ja einmal Sklave. Ich habe
- Ich bin froh, dass ich keine Sklavin mehr bin, wirklich. Aber jetzt
mich auch mit den anderen in der Stadt herumgetrieben. Aber dann
lasse ich mir von niemandem mehr etwas vorschreiben. Ich will mei-
bin ich doch zu Jesus zurück gekommen. Jesus macht wirklich frei.“
nen Spaß haben und tun, wozu ich Lust habe.“
- P „Was fangen sie mit ihrer Freiheit an?“
P „Und warum müssen sie hier im Krankenhaus sein?“
B „Wir feiern Jesus. Wir freuen uns über ihn. Wir freuen uns anein-
- KF3 „Ich nehme Drogen und die letzte Lieferung war nicht rein. Da
ander. Wir sind wie eine große Familie. Wir helfen einander. Und
bin ich umgekippt und man hat mich hierher gebracht. Bei der Unter-
wenn Jesus uns braucht, um wieder einige Sklaven zu befreien,
dann gehen wir gern mit.“
- P „Noch eine letzte Frage. Was haben sie davon?“
- B „Wenn Jesus sich an uns freut, dann ist das mehr Lohn als alles
Geld dieser Welt. Haben Sie schon mal in die Augen eines Sklaven
gesehen, der eben frei wurde? Den Blick vergessen Sie nie mehr!
Dafür lohnt es sich, das neue, freie Leben voll einzusetzen. Und vergessen sie die Liebe nicht. Jesus liebt uns. Für mich gibt es nichts
Größeres.“
So weit unser Phantasieausflug in die Hafenstadt Korinth.
Was dort vor knapp 2000 Jahren geschah, geschieht immer noch –
überall auf der Welt.
Jesus macht wirklich frei.
Und wenn Du Dein Leben Jesus hingegeben hast, dann weißt aus
eigenem Erleben, wovon Jesus meint!
Ich schließe mit einem Liedzitat:
„Wen der Sohn des Höchsten einmal frei gemacht hat, der ist
wirklich frei.
Jesus ist der Weg zum Licht und wer seine Hand ergreift, bleibt
nicht länger in der Dunkelheit.
Er macht wirklich frei.“ (Arne Kopfermann)
Amen.
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
7
Dateigröße
31 KB
Tags
1/--Seiten
melden