close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

INKLUSION- Was ist das?? - YourPlace

EinbettenHerunterladen
2
INKLUSION- Was ist das??
Seit dem Frühjahr 2009 gilt die UN-Behindertenrechtskonvention, die auch von
mehr als 100 anderen Staaten angenommen wurde, in Deutschland als festes
Recht, zu dessen Verwirklichung die Bundesregierung sich verpflichtet hat.
In dieser Konvention werden alle die Menschenrechte angesprochen, die für
uns sogenannte „normalen Staatsbürger“ auch gelten. Es ist z.B. unser Recht
zu entscheiden, wo wir wohnen wollen, mit wem wir zusammen wohnen
wollen, was wir arbeiten wollen, dass wir nicht diskriminiert werden, dass wir
über uns selbst bestimmen können , dass wir unser Geld selbst verwalten
dürfen und entscheiden, was wir dafür kaufen wollen.
Diese Rechte werden von uns Normalbürgern selbstverständlich in Anspruch
genommen. Für behinderte Menschen sind sie weitgehend eingeschränkt oder
ganz außer Kraft gesetzt. Sie müssen in Wohnheimen wohnen, müssen in
Werkstätten arbeiten haben wenig Einfluss auf ihr Alltagsleben, werden im
Allgemeinen nicht nach ihrer Meinung oder nach ihren Wünschen gefragt.
Diese Einschränkung der Menschenrechte wird meist gutgläubig mit der
vermeintlichen Unfähigkeit der Behinderten, für sich selbst zu sorgen,
begründet. Es heißt diese Bevormundung diene zu ihrem Besten und zu ihrem
Schutz. Mag dies in bestimmten Fällen bei schwerer Behinderung durchaus
gelten, so haben wir uns in unserer Gesellschaft daran zu sehr gewöhnt , diese
Entmündigung als Selbstverständlichkeit hinzunehmen, ohne zu hinterfragen,
ob es vielleicht auch anders geht.
Hier nun fordert die UN-Behindertenrechtskonvention ein völliges Umdenken
von uns. Den Behinderten soll ein weitgehend normales Leben garantiert
werden und wo sie das aus eigener Kraft nicht leisten können, wird die
Gesellschaft verpflichtet, ihnen diese Hilfe zukommen zu lassen. Da
Behinderung nicht selbstverschuldet ist (und im Übrigen auch jeden von uns
jederzeit selbst treffen kann z.B. durch Unfall) sieht die Gesellschaft aus
Gründen der Solidarität sich zur Unterstützung verpflichtet. Der Stärkere hilft
dem Schwächeren. Auch mehr Selbstbestimmung wird den Behinderten
zugestanden. Von den Behinderten selbst stammt der Slogan: „Nichts über uns
ohne uns“ das heißt: Bei allen Entscheidungen über das Behindertenrecht
2
sollen Behinderte selbst als Betroffene auch gehört werden. Nichts über ihre
Köpfe hinweg.
Ein zentraler Begriff der UN-Behindertenrechtskonvention ist der Begriff der
Inklusion, der sich im Deutschen am besten als „mit dabei sein“ oder mit
Teilhabe übersetzen lässt. Behinderte haben das gleiche Recht wie alle anderen
Menschen gleichberechtigt und im vollen Umfang an allen gesellschaftlichen
Bereichen teilzuhaben. Der wesentliche Grundgedanke von Inklusion ist, dass
nicht der Behinderte sich nachträglich um seine Teilhabe( Integration)bemühen
muss, sondern die Gesellschaft von vornherein Bedingungen für optimale
Teilhabe schaffen soll (inklusive Gesellschaft). Als besonders hervorgehobene
Bereiche werden die Bereiche Bildung, Arbeit, Wohnen und Freizeit genannt.
Für Bildung heißt das: Behinderte haben das Recht am allgemeinen
Bildungssystem teilzunehmen und müssen nicht in Sonder- oder Förderschulen
unterrichtet werden. Von Kritikern wird auf die Möglichkeit der besonderen
und auf die Art der Behinderung zugeschnittene Förderung in diesen
Einrichtungen hingewiesen. Befürworter dagegen sehen im gemeinsamen
Unterricht einen höheren sozialen Wert und fordern einen entsprechenden
Umbau des Schulsystems.
Behinderte müssen nicht in extra geschaffenen Wohneinrichtungen mit wenig
Rechten der Selbstbestimmung leben, sondern sie können wie andere allein in
einer Wohnung im Ort wohnen oder in einer betreuten Wohngemeinschaft.
Unterstützung zur Bewältigung ihres Alltags wird gewährleistet.
Behinderte sollen ihre Freizeit in der Mitte der Gesellschaft verbringen können.
Wie alle anderen soll ihnen der Zugang zu kulturellen, sportlichen und
sonstigen gesellschaftlichen Ereignissen und Orten erleichtert werden.
Der Behinderte soll die Möglichkeit haben, einer Arbeit auf dem allgemeinen,
öffentlichen Arbeitsmarkt nachzugehen und dort sein Geld zu verdienen.
Soweit er hierbei Hilfe braucht, soll sie ihm gewährt werden. Hier wie in allen
anderen Bereichen ist der Grundgedanke, dass wir die Behinderten mehr in
unserer Mitte aufnehmen wollen. Das bedeutet Umdenken auch bei uns und
das Lernen neuer Umgangsformen. Es gibt noch viele Vorbehalte im Umgang
mit behinderten Menschen. Wir müssen uns öffnen!
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
2
Dateigröße
42 KB
Tags
1/--Seiten
melden