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European Fine Art Was das Viereck heute noch ist: Abstraktion der

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European Fine Art
Was das Viereck heute noch ist: Abstraktion der Abstraktion
Bara Tjorg Douglas Beer Anaïs Bigard
André Butzer Sonja vom Brocke Björn Dahlem
Bernard Frize Roland Gätzschmann Peter Halley Andy Hope 1930
Maja Körner Michael Riedel Emanuel Seitz
Hank Schmidt in der Beek Rouven Schmitt Stefan Thater
Thomas Winkler Ulrich Wulff Claudia Zimmermann
Der Kurator ist anwesend!
Hi Leute, schön, dass Ihr alle da seid. Ich führe Euch hier mal kurz durch die Ausstellung.
Falls noch Fragen sind, könnt Ihr später gern auch den Ulli oder mich selber unten im Belle
Alliance anhauen. Oder unseren Galeristen Jon Christoph Berndt, dafür ist er ja da.
Also, ich fange mal ganz von vorne an: Im Raum gegenüber dem Eingang läuft ein kurzer
Loop von Roland Gätzschmann (Ohne Titel, Loop, 1:14 min., 2010). Roland ist der Freund
der Freundin von meiner Freundin und lebt und arbeitet und arbeitet und arbeitet in Köln. Ich
fand diesen Film ganz cool, weil es mal was anderes ist als immer nur Öl- oder Acryl-aufLeinwand oder Tonkrug auf Sockel. Kenne mich aber mit Videokunst nicht so gut aus.
Eingangsbereich
Im Eingangsbereich hängt rechts von der Tür ein Bild von Stefan Thater (Ohne Titel, Acryl
auf extrudiertem Polystyrol, 58 x 53 cm, 2007). Als ich dieses Werk bei meinem ersten
Atelierbesuch bei Stefan gesehen habe, war noch nicht klar, ob es ein Bild oder ob es doch
eher nur eine Skulptur ist.
Kleiner Flur
Wir gehen nun in den kleinen Flur und dann rechts herum durch die ganze Ausstellung, bis
wir wieder im Eingansbereich rauskommen. Rechts im Flur sehen Sie eine Zeichnung von
Peter Halley, der das Leben in Gefängnissen, also in Großstädten, thematisiert. (Extended
Studies (Part 3) Filzstift auf Karopapier, 21,0 x 29,7 cm, 2010) Sein Leben lang. Allerdings
handelt es sich bei dieser Zeichnung um eine Original-Kopie, die mir der Philipp professionell
angefertigt hat. Das Original habe ich versehentlich in der Athener Metro liegen gelassen.
Denke aber, dass auch so klar wird, worum es Halley mit seinen Abstraktionen des
viereckigen Lebens geht.
Rechter Raum
Der rechte Raum beginnt mit einem Bild von Maja Körner. (Lack und Tempera auf Holz,
2004) Dabei handelt es sich um ein Kulissenstück, das möglicherweise die Bedeutung eines
Fensters transportieren kann. Ein gelungenes Beispiel dafür, was das Viereck heute noch ist.
Das große Gemälde links daneben ist von Emanuel Seitz. (Ohne Titel, Dispersion auf
Leinwand, 200 x 160 cm) Ich habe es eigens aus München herbringen lassen mit einem
Transporteur, weil es ein Bindeglied zwischen Emanuels frühen Landschaftsbildern und
seinen totalen Vierecks-Abstraktionen von heute darstellt. Das ist natürlich etwas vereinfacht
ausgedrückt, stimmt aber trotzdem irgendwie.
Weiter geht es mit zwei Postkarten des Konzeptkünstlers Michael Riedel, die er mir
freundlicherweise und gleichzeitig aus Frankfurt a.M. zugeschickt hat. (Postkarten, A6, 2010)
Michael hantiert viel mit so Dopplungen von allen möglichen medialen Ereignissen herum.
So sind diese Postkarten wahrscheinlich auch als eine Dopplung seiner kürzlich in Hamburg
gezeigten Bilder zu verstehen. Oder als Verkleinerung.
Diese beiden hier sind von Rouven Schmitt (nicht zu verwechseln mit Hank Schmidt in der
Beek) und heißen Abstraktion der Abstraktion I und Abstraktion der Abstraktion II. (100 x 70
cm und 34 x 25 cm, beide 2010). Die Werke zeigen seinen abstrakten Kampf vom Viereck
zum Kreis und wieder zurück - sehr gelungen.
Und in der Mitte des Raumes eine Skulptur von Hank Schmidt in der Beek (nicht zu
verwechseln mit Rouven Schmitt). Bier-Stein 1 ist aus einer Serie von Holzskulpturen, die der
Künstler aus dem Bierkrug von Ein Münchner im Himmel abgeleitet hat. Einem größeren
Publikum bekannt wurde Schmidt in der Beek jüngst durch seine zahlreichen Collagen im
Dick und Doof-Style.
Mittlerer Raum
Hier beginnt es rechts mit einem Gemälde vom Ulli (Ohne Titel, Öl auf Leinwand, 60 x 40
cm, 2010). Mir persönlich kommt es mal wieder so vor, als würden sich die Formen auf Ullis
Bild immer weiter einer realen Welt öffnen und zugleich aber den Bildraum abschließen. Was
möglicherweise zur Folge hat, dass sich in den Gemälden eine Leere transzendiert, die als
Bedingung einer im weiteren Verlauf der künstlerischen Auseinandersetzung
hereinbrechenden Substanz gedeutet werden kann. Ich finde, wo solch ein Wagnis
eingegangen wird, da darf eine viereckige Farbfläche ruhig auch mal kräftig nach hinten
losgehen.
Daneben das Bild Unterhose auf Leinwand, 2010 aus seiner aktuellen Werkphase, die der
Knabe scheinbar aus unternehmerischen Gesichtspunkten ins künstlerische Leben gerufen hat
(3.000 Euro!).
Gegenüber von Ullis Beitrag wird hoffentlich irgendwann das Werk Princess Utopia / Refuse
(2010) von Tjorg Douglas Beer hängen. (Different materials, collage/painting on paper,
acrylic paint, oil paint, lacker, marker, cardboard, frame, scarf, 105 x 100 cm, 2010). Der
Künstler arbeitet noch daran. Wird aber super!
Neben der Tür: ein Gemälde von Claudia Zimmermann, das sich dem Thema der
Ausstellung derart verweigert, dass die Fragestellung auf das Medium selbst zurückgeworfen
und damit einwandfrei beantwortet wird: Ohne Titel, Öl auf Leinwand, 50 x 50 cm, 2010.
Linker Raum
Rechts: Portal 1 und Portal 2 von Andy Hope 1930 (beide Acryl auf Zeitungspapier, 2010.)
Das weiße Gemälde wurde extra für diese Ausstellung gemalt. Es verdeutlicht den
kampagnenartigen Aspekt des Gesamtwerks des Künstlers, in dem Brand Charakter und
Brand Essence auf zwingende Art und Weise miteinander verschmelzen.
Ihm Gegenüber sehen Sie ein konzeptuelles Werk von André Butzer (die Feldmaus, Zwei
Katalogseiten je 29,7 x 21,0 cm, 2009). Leute, wenn das mal nicht zwei astreine Vierecke im
Abstraktion-der-Abstraktion-Verfahren sind, dann weiß ich auch nicht. Als Anfänger auch im
Gebiet der Reduktion musste der André - zumindest für kurze Momente - sowohl ScienceFiction-Expressionismus als auch Neo-Cézannismus beiseite legen und noch mal neu
anfangen. Er fängt aber immer neu an, das ist wahrscheinlich sein Trick.
Links daneben ein Werk von Thomas Winkler, als von mir. Die Fotos habe ich letzte Woche
in Athen auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel gemacht. Die leeren Werbetafeln stehen
dort zu hunderten rechts und links der Straßen. Sie sind nicht im Einsatz, weil der Vater eines
tödlich verunglückten jungen Mannes erfolgreich gegen die ablenkende Wirkung von
Außenwerbung geklagt hat. Mir gefallen die scheinbar leeren Flächen, weil sie mich stark an
meine eigenen Gemälde erinnern. (sold)
Weiter geht es mit einer sehr schönen Hinterglasmalerei des französischen Künstlers Bernard
Frize (Ohne Titel, Acryl hinter Glas, 2007), die er mir aus seiner privaten Sammlung für die
Dauer der Ausstellung überlassen hat. Bernard ist davon überzeugt, "dass die Kunst Träger
geistiger Werte und Paradigmen ist, die in keinem Gegensatz zu den Hervorbringungen des
Alltagslebens stehen." Wenn ich mir das Bild daneben anschaue, bin ich mir da gar nicht
mehr so sicher.
Vor dem Ausgang: das Bild Ohne Titel (Abstraktion x) von Bara (Öl auf Leinwand, 175 x
125 cm, 2007). Ein Brecher. Null Ahnung, warum das noch nicht in einer southerncalifornischen Kunstsammlung verschwunden ist. Vielleicht kauf ich es ja, oder wir tauschen,
1 Bild von mir, 4 von ihm.
In der Mitte des Raumes eine weitere Skulptur von Hank Schmidt in der Beek (nicht zu
verwechseln mit Rouven Schmitt). Auch Bier-Stein 2 ist aus einer Serie von Holzskulpturen,
die der Künstler aus den abstrakten Gemälden eines Mondrians abgeleitet hat. Einem
größeren Publikum bekannt wurde Schmidt in der Beek übrigens durch seine zahlreichen
Collagen im Dick und Doof-Style.
Kleiner Flur
Wenn wir nun durch den kleinen Flur zurück in den Eingangsbereich gehen, kommen wir an
drei Fotografien der französischen Künstlerin Anaïs Bigard vorbei. Darin geht es aber nicht,
wie auf den erste Blick zu vermuten wäre, um Architektur oder Urbanismus, sondern um den
künstlerischen Maßstab einer jungen Künstlerin, der sich hierarchielos entwickelt.
Und ich möchte abschließen mit meinem Werk Ohne Titel (24), Acryl auf Leinwand, 30 x 24
cm, 2007, mit dem unser Rundgang im Eingangsbereich endet. Wahrscheinlich ein weiteres
Schlüsselwerk dieser Ausstellung. Keine Ahnung. Kopfkratz!
Das Gedicht von Sonja vom Brocke finden Sie übrigens im Katalog zur Ausstellung, der
Januar 2011 im Verlag Heckler und Koch, Berlin erscheinen wird.
Vielen Dank!
Euer Thomas
EFA Berlin
Deutsche Bank Kto. 3526289900
alle Preise excl. MwSt 7 oder 19 Prozent
P.S.: Vom Björn kommt noch so eine Art Malewitsch-Waschlappen (Radar (Finsterwalde),
Holz, Aluminium, Stahl, Nylonschnur, Waschlappen, 2004)
- Nächste Ausstellung Thomas Winkler
1
Januar 2011
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Kunst und Fotos
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