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Chiemgau-Impakt: Was kam da wie herunter? Sind noch

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Krümel im Planetensystem: Planetoiden und Kometen
Planetoid (auch Asteroid):
Ein interplanetarer Himmelskörper, der sich auf einer kreis- oder ellipsenförmigen Bahn um die Sonne bewegt. Die Größen reichen von mehreren Metern bis (derzeit) ca. 1800 km (Planetoid Orcus, 2004 DW).
hEHUZLHJHQG FD GHU $VWHURLGHQ EH¿QGHQ VLFK LQ HLQHP 3ODQHWRLGHQJUWHO ]ZLVFKHQ 0DUV XQG -Xpiter. Daneben gibt es Planetoiden innerhalb der Marsbahn (Erdbahnkreuzer oder NEO‘s, d.h. Near Earth
2EMHFWV ]ZLVFKHQ 6DWXUQ XQG 8UDQXV =HQWDXUHQ MHQVHLWV GHU 1HSWXQ XQG 3OXWREDKQ LP .XLSHU*Utel). Einige Planetoiden werden selbst wiederum von kleineren Körpern umrundet - Planetoidenmonde.
Komet:
Ein interplanetarer Himmelskörper, bestehend aus einem festen Kern (Nukleus) und einem Gas- und Staubschweif, der auf einer sehr exzentrischen, elliptischen Bahn (mit meist hoher Neigung zur Ekliptik) der Sonne
so nahe kommt, dass er durch Aufheizung die oberen Schichten des Nukleus (gefrorenes Kohlenmono- und
GLR[LG0HWKDQ:DVVHUHLVJDVI|UPLJIUHLVHW]WXQGPLWIHLQHQ6WDXESDUWLNHOQYHUPLVFKWDOV+OOH.RPDXQG
Schweif ausbildet. Der Kern eines Kometen kann zwischen 1-100 km groß sein. Es gibt aber sicher auch
NOHLQHUH %UXFKVWFNH NRPHWDULVFKHQ 0DWHULDOV 'LH .RPD EHVWHKW YRUZLHJHQG DXV 0ROHNOHQ YRQ .RKOHQstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Stickstoff. Sie besitzt einen Durchmesser von durchschnittlich 50000 bis
NPLQ(LQ]HOIlOOHQDXFKELVEHU0LOOLRQNP'HU6RQQHQZLQGHQWUHL‰W*DVXQG6WDXESDUWLNHOGHU
Koma und erzeugt so einen Kometenschweif, der aus einem Gas- und einem Staubteil besteht. Der GasVFKZHLI HUUHLFKW HLQH /lQJH ]ZLVFKHQ XQG EHU 0LOOLRQHQ NP PDQFKPDO ELV ]X 0LOOLRQHQ NP
In ihm können die Partikel Geschwindigkeiten bis zu 500 km/s erreichen. Kometen sind Überreste der Entstehung unseres Planetensystems. Hunderte von Milliarden Kometenkerne sind "schlafend", d.h. tiefgefroren
und ohne Schweif, in der Oortschen Wolke verteilt, die in 40000-150000facher Entfernung von der Erde das
Planetensystem umgibt. Durch gravitative Störungen der Oortschen Wolke (z.B. Vorbeibewegung des Sonnensystems an anderen Sternen) können gelegentlich einzelne dieser Kometenkerne oder ganze Schwärme
auf Bahnen gelenkt werden, die sie in das innere Planetensystem und Sonnennähe bringen. Aus der OortVFKHQ:RONHVFKHLQHQVLFKYRUDOOHPGLHODQJSHULRGLVFKHQ.RPHWHQPLW%DKQHQEHU-DKUHQ8PODXIV]HLW
]XVSHLVHQ,QDNWLYH.RPHWHQNHUQHN|QQHQDXFKLQHLQHU$UW]ZHLWHP3ODQHWRLGHQJUWHOGHP.XLSHU*UWHO
LQ IDFKHU (QWIHUQXQJ YRQ GHU (UGH KLQWHU GHU %DKQ GHV 3ODQHWHQ 3OXWR YHUERUJHQ VHLQ 6LH GUIWHQXQWHUDQGHUHPHLQH4XHOOHIUGLHNXU]SHULRGLVFKHQ.RPHWHQPLW8PODXI]HLWHQXQWHU-DKUHQELOGHQ
Bereiche von Klein- und Kleinstkörpern (Zwergplaneten, Planetoiden, Kometen) im Sonnensystem
0RQWDJHE\(PLO\/DNGDZDOOD$OOLPDJHV1$6$-3/7HG6WU\NH[FHSW0DWKLOGH1$6$-+8$3/7HG6WU\N6WHLQV(6$26,5,6WHDP(URV
1$6$-+8$3/,WRNDZD,6$6-$;$(PLO\/DNGDZDOOD+DOOH\5XVVLDQ$FDGHP\RI6FLHQFHV7HG6WU\N7HPSHO1$6$-3/80':LOG
1$6$-3/
Das hat uns der Himmel geschickt - aber was, wie und woher?
Meteoroid (auch Meteoride):
Ein interplanetarer Körper, der aus gefrorenen Gasen (z.B. Methan) und Wassereis, Gestein sowie MetallverELQGXQJHQEHVWHKW(UNDQQQXUZHQLJJU|‰HUVHLQDOVHLQ]HOQH0ROHNOHRGHUHLQ6WDXEWHLOFKHQPP'DQQ
handelt es sich um einen Mikrometeoroiden. Aber auch mehrere Meter große Brocken gehören zu diesen ObMHNWHQ6LHVLQGLQGHU5HJHO%UXFKVWFNHYRQ3ODQHWRLGHQGHV$VWHURLGHQJUWHOV]ZLVFKHQ0DUVXQG-XSLWHU
kurzperiodischen Kometen, die sich im inneren Bereich des Planetensystems bewegen, oder langperiodischen
Kometen, die von der Oortschen Kometenwolke im äußersten Bereich des Sonnensystem kommen und bei
ihrem Lauf um die Sonne auch in Erdnähe kommen. In einigen Fällen stammen sie auch vom Mond oder Mars.
Meteor:
Die Leuchterscheinung und der Schweif,
gelegentlich durch Geräuschphänomene
begleitet, die infolge der Ionisation der umgebenden Luft auftritt, wenn ein größerer
Meteoroid (ab 1 g) in die Atmosphäre eines
Planeten (oder Mondes) eindringt. Ist das
Aufblitzen heller als -4m (etwa scheinbare Helligkeit des Planeten Venus), nennt man ein solches Meteor auch
%ROLGH )HXHUNXJHO 'LH +|KH GHV HUVWPDOLJHQ$XÀHXFKWHQV OLHJW PHLVW ]ZLVFKHQ NP ELV NP GHU
3XQNWGHV9HUO|VFKHQVEHLFDELVNPEHUGHP(UGERGHQDEKlQJLJYRQGHU$QIDQJVJU|‰HGHV0HWHRURLGV'LH0HWHRURLGHN|QQHQPLWJHR]HQWULVFKHQ*HVFKZLQGLJNHLWHQ]ZLVFKHQFDNPKXQGNPVLQGLH
Erdatmosphäre eintreten.
Meteorit:
(UUHLFKW HLQ 5HVWVWFN GHV 0HWHRURLG QDFK 3DVVDJH GHU $WPRVSKlre den Boden, wird es Meteorit genannt. Es zeigt meist deutliche Spuren einer Materialverformung durch Druck und Wärme. Täglich fallen ca. 40 t meteoritischen Materials auf die Erde. Meistens handelt
es sich um 0,1 mm große Mikrometeoroiden, die ohne LeuchterVFKHLQXQJ GLH /XIWKOOH GXUFKODXIHQ (WZD 0HWHRURLGH PLW HLQHU 0DVVH JU|‰HU DOV NJ HUUHLFKHQ SUR -DKU GHQ (UGERGHQ GLH
meisten von ihnen sind jedoch kaum größer als kleine Kieselsteine.
3ODQHWRLGHQXQG.RPHWHQNHUQHLP*U|‰HQYHUJOHLFK1HXHUH)RUVFKXQJHQEHOHJHQLQ(LQ]HOIlOOHQhEHUJlQJH
XQG9HUZDQGVFKDIWHQXQWHUEHLGHQ7\SHQYRQ+LPPHOVN|USHUQ$XVGHP.XLSHU*UWHOXQGGHU2RUW:RONH
ZLUGGDVLQQHUH3ODQHWHQV\VWHPLPPHUZLHGHUPLW.RPHWHQÄYHUVRUJW³
*UD¿VFKH'DUVWHOOXQJGHUYHUVFKLHGHQHQ7\SHQYRQ0HWHRURLGHQ0HWHRUHQXQGHU]HXJWHU.UDWHUIHOGHU
Chiemgau-Impakt: Was kam da wie herunter?
Aus der Form und Lage des Streufeldes sowie der Größe und Verteilung der Krater in ihm, lassen
sich grob gewisse Hinweise auf die Größe, Beschaffenheit, Dichte und Geschwindigkeit des in die
Erdatmosphäre eindringenden Himmelskörpers, aber auch auf seine vermutliche Flugbahn lesen.
=XQlFKVWIlOOWHLQHJHZLVVH6RUWLHUXQJGHUELVKHULGHQWL¿]LHUWHQ.UDWHU'XUFKPHVVHUELVFD
P7LHIHPELVFD"PLQHLQHPHOOLSWLVFKHQ)HOGYRQFD[NPFDNPð]ZLVFKHQƒƒ1XQGƒƒ2DXI'LHNOHLQHQEH¿QGHQVLFKEHUZLHJHQGLPQ|UGOLFKHQ
GLHJUR‰HQKlXIHQVLFKLPVGOLFKHQ%HUHLFKGHV6WUHXIHOGV
Eine derartige Verteilung der Kratergrößen folgt aus der unterschiedlichen Bewegungsenergie (kinetische Energie), die
MHZHLOVGLH2EMHNWHHLQHV6FKZDUPVRGHUGLH%UXFKVWFNH
HLQHVHLQ]LJHQ.|USHUVMHQDFKLKUHU0DVVHEHLXUVSUQJOLFK
gleicher Eintrittsgeschwindigkeit besitzen. Aufgrund ihres
größeren Moments legen die massereicheren Fragmente
HLQHQ OlQJHUHQ :HJ LQ GHU$WPRVSKlUH ]XUFN EHYRU VLH
durch die Luftreibung so abgebremst werden, dass sie in ca.
ƒ1HLJXQJ]XU6HQNUHFKWHQIDOOHQ0DVVHlUPHUH%UXFKVWFNHKLQJHJHQHUUHLFKHQGHQ3XQNWJU|‰WHU$EEUHPVXQJ
IUKHUXQGEHVFKUHLEHQGDQQHLQHVWHLOHUH%DKQGLHLQFD
ƒ]XU9HUWLNDOHQYHUOlXIW'LH)UDJPHQWDWLRQGHU%URFNHQ
kann je nach ihrer Beschaffenheit (Dichte, Festigkeit, Form,
0DWHULDOPHKUIDFKH[SORVLRQVDUWLJHUIROJHQ6LHIKUW]XHLQHU.DVNDGHKHUDEIDOOHQGHU%UXFKVWFNH
deren unterschiedliche Fallkurven entlang und seitlich zur Flugbahn die beobachtete Größenverteilung der Krater auf dem Boden ergibt. Auch die Druckwellen, die von den mit großer Geschwindigkeit
LP6FKZDUPÀLHJHQGHQ2EMHNWHQGXUFKGLH.RPSUHVVLRQGHU/XIWDXVJHO|VWZHUGHQWUDJHQ]XVHLWOLchem Abtrieb bei.
So entsteht ein elliptisches Streufeld, dessen Lage
der langen Achse und Verteilung der Krater die
Flugrichtung der Bewegung des Schwarms abbildet. Im Falle des Chiemgau-Impaktes - nach der
bisher bekannten Verteilung der Krater - muss das
LQ GLH /XIWKOOH HLQGULQJHQGH 2EMHNW DXV 5LFKWXQJ
1RUGRVWHQQDFK6GZHVWHQLQHLQHP:LQNHO$]LPXWYRQFDƒ]XU1RUGULFKWXQJJHÀRJHQVHLQ
0LW +LOIH YHUVFKLHGHQHU 5HFKHQPRGHOOH NDQQ GLH
Frage nach Größe, Beschaffenheit und GeschwinGLJNHLWGHVXUVSUQJOLFKHQ+LPPHOVN|USHUV.RPHWHQNHUQ%UXFKVWFNHLQHV3ODQHWRLGHQXQWHU$QQDKPH EHVWLPPWHU 5DKPHQEHGLQJXQJHQ JURE LP
Sinne einer Abschätzung und Eingrenzung beantZRUWHW ZHUGHQ (V PVVWH HLQ FD P JUR‰HV
2EMHNWVHKUJHULQJHU'LFKWHJFPñPLWHLQHU
Geschwindigkeit von ca. 12 km/s unter einem sehr
ÀDFKHQ:LQNHOYRQHWZDƒLQGLH/XIWKOOHGHU(UGH
HLQJHGUXQJHQ VHLQ ,Q HLQ +|KH YRQ HWZD NP
brach es auseinander, und eine fortgesetzte FragPHQWDWLRQEHJDQQ'LHVHV6]HQDULRJLOWIUHLQ0Hteoroid, das noch intakt war, als es die dichteren
Schichten der Atmosphäre erreichte.
'HU .RPHW /LQHDU & 6 ]HUEULFKW LQ HLQHQ
6FKZDUP YRQ Ä.RPHWHVLPDOHQ³ 6WDXEWHLOFKHQ XQG %URFNHQ
YRQP'XUFKPHVVHXQGPHKU(WZDPKDWWHGDV)UDJPHQWGDVGHQ7WWHQVHH.UDWHUHU]HXJWKDW
,PSDNWLQGHU-XSLWHUDWPRVSKlUH.RPHW36KRHPDNHU/HY\
HDXIJHQRPPHQDP‹+XEEOH6SDFH7HOHVFRSH-XSLWHU,PDJLQJ7HDP1$6$
(LQ%HLVSLHOGDIUJDEGHU.RPHW36KRHPDNHU/HY\')LP-XOL)UDJPHQWHGHVFD
NPJUR‰HQ+LPPHOVN|USHUV¿HOHQQDFKHLQDQGHUELVLQGLH/XIWKOOHGHV3ODQHWHQ-XSLWHUXQG
verursachten dort riesige Turbulenzen, die von der Erde aus auch in kleineren Teleskopen sichtbar waren.
Das Meteoroid, das den Chiemgau-Impakt verursacht hat, könnte im erdnahen Weltraum in mehrere größere Fragmente auseinandergerissen worden sein. Diese erzeugten dann in einem größeren Areal zwiVFKHQ$OW|WWLQJ XQG GHQ$OSHQ VGOLFK GHV &KLHPVHHV YHUVFKLHGHQH ]XVDPPHQJHK|UHQGH 6WUHXIHOGHU
'DIUVSUlFKHGLHXQJHZ|KQOLFKH%UHLWHGHU9HUWHLOXQJVHOOLSVHYRQFDNP'DVUHFKQHULVFKH0RGHOO
IKUWDXIHLQGHXWOLFKVFKPDOHUHV6WUHXIHOGEHLHLQHU/lQJHYRQFDNP:lKUHQGPHKUHUHÄGLFNH%URFNHQ³!PLQHLQHPNXU]HQ]HLWOLFKHQ$EVWDQGKHUDEVWU]WHQGUHKWHVLFKGLH(UGHXQWHULKUHQ)OXJEDKQHQHLQZHQLJZHLWHU'LHVIKUW]XHLQHPYRQ2VWHQQDFK:HVWHQJHULFKWHWHQ9HUVDW]XQGGDPLW]X
einer Aufweitung des Kraterstreufelds. Der Winkel und die Geschwindigkeit der Objekte beim Eintritt mögen im Falle eines multiplen Impaktes etwas höher gelegen haben, da die kleineren Teilstreufelder durch
VFKQHOOHUÀLHJHQGHXQGVWHLOHUHLQVWU]HQGH0HWHRURLGHJHGHXWHWZHUGHQN|QQHQ
Faktoren, die den Impaktvorgang bestimmen
1. Eintrittsgeschwindigkeit
2. Eintrittswinkel
'XUFKPHVVHUGHV0HWHRURLGHQ
4. Dichte des Meteoroiden
5. Material des Meteoroiden
6. Materialfestigkeit
$EWUDJXQJVUDWH$EODWLRQ
8. Explosivstoffe im Meteoroiden (z.B. Kladhrate, Wasserstoffperoxid)
9. Erdrotation u.a.m.
Asteroiden / Kometen mit
hochgradig unregelmäßiger Form.
Problemfälle:$V\PPHWULVFKHNRKlVLYHLQKRPRJHQH*HELOGHEHVWHKHQGDXVÄ.OXPSHQ³JDQ]YHUschiedenartigen Materials und Aushöhlungen, mit Komponenten aus Methanhydrat, Wassereis).
6LQGQRFK0HWHRULWHQVWFNH]X¿QGHQ"
In den bisher bekannten Meteoritenkrater6WUHXIHOGHUQ DXI GHU (UGH N|QQHQ KlX¿J
NOHLQVWHXQGNOHLQHU5HVWHGHV,PSDNWREMHNWV
gefunden werden. Man kann diese in ein
.ODVVL¿NDWLRQVV\VWHP HLQRUGQHQ GDV JURE
nach Steinmeteoriten (89,8%), Eisenmeteoriten (4,8%) Stein-Eisenmeteoriten (1,2%).
mit vielen Untergruppen unterscheidet.
Im Chiemgau-Impakt-Kraterfeld wurde aufIlOOLJHVÄH[RWLVFKHV³0DWHULDOHQWGHFNW3RVter Mineralogie, Petrographie, Geochemie
/ Bekanntes, Ungewöhnliches, Exotisches
/ Der Chiemgau-Impakt unter dem ElekWURQHQPLNURVNRS GDV IU VHLQH (QWVWHKXQJ GLH .RPELQDWLRQ VHKU KRKHU7HPSHUDWXUHQ ZLH 'UFNH
und teilweise auch Sauerstoffausschluss benötigt. Fullerene, mono- und polykristalline Nanodiamanten, Titankarbid, besondere Eisensilizide (Xifengit, Gupeiit, Hapkeit) sowie andere Mineralen belegen
extreme Entstehungsprozesse. Dass die untersuchten Proben zudem Mischunglien aus Mineralen
enthalten, die zugleich genau entgegengesetzte Erzeugungsabläufe benötigen, z.B. sehr hohe und
niedrige Temperaturen, die die Bildung wechselseitig stören oder gar verhindern, ist bemerkenswert.
Die bisher vorliegenden mineralogischen Ergebnisse und die fortlaufenden sehr aufwändigen wissenschaftlichen Untersuchungen machen deutlich, dass eine geo- oder anthropogene Erzeugung mit
KRKHU:DKUVFKHLQOLFKNHLWDXVJHVFKORVVHQZHUGHQNDQQ+LQJHJHQZLUGGLH+\SRWKHVHJHVWW]WGDVV
manche der exotischen Stoffe primär vom extraterrestrischen Objekt stammen (Ausgasungsprozesse
XQG5HNRQGHQVDWLRQN|QQWHQRGHUVHNXQGlUEHLGHU3DVVDJHGHV,PSDNWRUVGXUFKGLH$WPRVSKlUH
%RXGRXDUG5HDNWLRQLQGHU6FKRFNIURQWVRZLHLQGHU:HFKVHOZLUNXQJPLWGHQ0LQHUDOHQGHV(UGERdens gebildet worden sind.
Verschiedene Typen von Kohlenstoff (Graphit, Nanodiamanten, Fullerene), Moissanit (kubisches SiC),
Titankarbid (TiC) treten in manchen Meteoriten und kosmischem Staub auf. Das Material kann dabei
noch aus dem präsolaren Gas- und Staubnebel stammen, aus dem sich die Sonne, Planeten, ZwergSODQHWHQ3ODQHWRLGHQ0RQGHXQG.RPHWHQHLQVWYRUFD0LOOLDUGHQ-DKUHQELOGHWHQ'DQQWUHten die Minerale in Form von winzigsten Körnern auf, nur einige Nanometer bis Mikrometern groß,
GLHVLFKGXUFKHLQGHXWOLFKDEZHLFKHQGHV,VRWRSHQYHUKlOWQLVYRQGHUÄQRUPDOHQ³GXUFKVFKQLWWOLFKHQ
0DWHULH LP 6RQQHQV\VWHP ]% 3ODQHWHQ XQWHUVFKHLGHQ 'LH REHQ DXIJHIKUWHQ 0LQHUDOH N|QQHQ
auch indirekt durch spezielle Messungen in der inter- und zirkumstellaren Materie nachgewiesen werGHQ'LHÄ5HVWH³YRQ6WHUQHQLQGHQOHW]WHQ6WDGLHQLKUHU(QWZLFNOXQJ]%3RVW$*%6WHUQH1RYDH
XQG6XSHUQRYDHZHUGHQDOV+OOHQPDWHULDODEJHVWR‰HQXQGELOGHQGDV$XVJDQJVPDWHULDOIUQHXH
6WHUQHXQG3ODQHWHQV\VWHPH,QGHQ6FKDOHQZHUGHQQHEHQDQGHUHQ(OHPHQWHQXQG0ROHNOHQXQWHU
anderem Graphit, Nanodiamanten, Siliziumkarbid, Titankarbid und auch Eisensilizide erzeugt, Material, das auch im Chiemgau-Kraterstreufeld vorhanden ist. Besonders beachtenswert sind in diesem
Zusammenhang die Eisensilzide (FexSiy), die im gesamten Gebiet zwischen Altötting und den Alpen
LQ)RUPGHUlXVVHUVWVHOWHQHQ7\SHQ*XSHLLW)H6LXQG;LIHQJLW)H6LNRQ]HQWULHUWZHQQDXFKLQ
6SXUHQFDNJDXINPðDXIJHIXQGHQZXUGHQ:HQQVLHHLQHQDWUOLFKH(U]HXJXQJGRNXPHQWLHUHQZRIUYLHOHVVSULFKW]%LKU1DFKZHLV]XVDPPHQPLW1DQRGLDPDQWHQLQ6FKPHO]NUXVWHQYRQ
Gesteinen aus einem 11 m-Krater (004) im Altötinger Gebiet, dann legen die bisher weltweit bekannWHQ)XQGHGLHVHUUDUHQ0LQHUDOHQDKHGDVVVLHHLQHQH[WUDWHUUHVWULVFKHQ8UVSUXQJKDEHQN|QQWHQ
YRQ3UREHQRKQH&KLHPJDX,PSDNWVLQGDXIHLQHQH[WUDWHUUHVWULVFKHQ8UVSUXQJ]XUFN]XIKUHQ
Damit ein Himmelskörper, z.B. ein Komet oder eine
LQWHUVWHOODUH 5DXPVRQGH GDV 6RQQHQV\VWHP YHUlässt, muss er eine Fluchtgeschwindigkeit von mehr
als 42 km/s (bezogen auf die Sonne; heliozentrische Geschwindigkeit) erreichen.
Meteoroide können "schell" oder "langsam" mit GeVFKZLQGLJNHLWHQ]ZLVFKHQXQGNPVLQGLHLUGLVFKH/XIWKOOHHLQGULQJHQMHQDFKGHPREVLHLQGHU
%DKQGHU(UGHNPVXPGLH6RQQHYRQYRUQHNPVNPV NPVRGHUYRQKLQWHQ
NPVNPV NPVLQGLHLUGLVFKH$WPRVSKlUHVWU]HQ,P)DOOHGHV&KLHPJDX,PSDNWHV
bewegte sich das Objekt vergleichsweise "langsam", mit nur ca. 12 km/s (oder ein wenig höher) in
5LFKWXQJGHU(UGEHZHJXQJSURJUDGXPGLH6RQQHXQGWUDWJHZLVVHUPD‰HQYRQKLQWHQNRPPHQG
LQGLH/XIWKOOHHLQ
Das Objekt könnte allerdings auch bereits im Weltall durch die Gezeitenkräfte der Erde auf einer Höhe
YRQ FD NP 5RFKH¶VFKH *UHQ]H EHL JFPñ 'LFKWH GHV 2EMHNWV LQ HLQHQ 6FKZDUP YRQ
%UXFKVWFNHQ]HUULVVHQZRUGHQVHLQ'LHVHZlUHQGDQQZLHDQHLQHU3HUOVFKQXUDXIJHUHLKWLQGLH
$WPRVSKlUHJHVWU]WXQGGRUWLQ.DVNDGHQZHLWHUIUDJPHQWLHUWHLQÄPXOWLSOHU,PSDNW³%HVRQGHUVÄSRU|VH³2EMHNWHGHUHQ.RPSRQHQWHQQXUOHLFKW]XVDPPHQJHIJWVLQGDGKlVLYH%LQGXQJVLQGDQIlOOLJ
IUHLQHGHUDUWLJH)UDJPHQWDWLRQLQ3ODQHWHQQlKH
Woher kam der Himmelskörper, der das Kraterfeld erzeugt hat?
'LH*HVFKZLQGLJNHLWPLWGHUVLFKGDV2EMHNWYRUGHP(LQWULWWLQGLHLUGLVFKH/XIWKOOHEHZHJWKDWJLEW
HLQHQ)LQJHU]HLJ(LQVRODQJVDPHUSURJUDGXPGLH6RQQHXPODXIHQGHU%URFNHQNPVPVVWH
HKHUDXVGHPLQQHUHQ6RQQHQV\VWHPVWDPPHQGK]%DXVGHP]ZLVFKHQ0DUVXQG-XSLWHUEH¿QGOLFKHQ3ODQHWRLGHQJUWHORGHUHLQHPHUGQDKHQ2UELW(VN|QQWHVLFKGDQQHQWZHGHUXPHLQ%UXFKVWFN
HLQHV3ODQHWRLGHQYRQVHKUJHULQJHU'LFKWHJFPñRGHUXPHLQHQQLFKWPHKUDNWLYHQ.RPHWHQkern (kurzperiodischer Komet) ähnlich geringer Dichte handeln. Der Himmelskörper mag auch aus dem
Kuiper-Belt oder der Oortschen Kometenwolke stammen.
'HU JU|‰WH 3ODQHW LP 6RQQHQV\VWHP -XSLWHU EHHLQÀXVVW GLH
%DKQHQYRQ.RPHWHQ]%GHV.RPHWHQ/H[HOO'/LP
-DKURGHUYHUlQGHUWVLHVRGDVVGLH6FKZHLIVWHUQHDXILKQ
VWU]HQXQGLQVHLQHU$WPRVSKlUHJHZDOWLJH7XUEXOHQ]HQDXVO|VHQ]%LP-DKU36KRHPDNHU/HY\')RGHU
NU]OLFKHUQHXWGXUFKHLQXQEHNDQQWHV2EMHNWDP(U
ZLUNWVRZLHHLQ6FKXW]VFKLOGIUGLH3ODQHWHQLPLQQHUHQ6RQnensystem, insbesondere die Erde. Aber er kann auch KomeWHQYRQLKUHUXUVSUQJOLFKHQ%DKQDXIHLQHNXU]SHULRGLVFKHRGHU
einen Impakt-Kurs zu einem Planeten, Planetoiden oder Mond
OHQNHQ 6R ZHUGHQ +LPPHOVN|USHU DXV HLQHU ZHLW HQWIHUQWHQ 5HJLRQ GHV
Sonnensystems, die einen primitiveren Aufbau besitzen, in erdnahe BereiFKHÄYHUIUDFKWHW³
*HQDXGLHVJHVFKDKPLWGHP.RPHWHQ3:LOG%LVEHZHJWHVLFK
GLHVHULQHLQHU8PODXIEDKQZHLWKLQWHU-XSLWHUXQGZXUGHYRQGHVVHQ$Q]LHhungskraft auf die Bahn eines kurzperiodischen Kometen im inneren SonQHQV\VWHPXPJHOHQNW'D3:LOGZRKODXVGHP.XLSHU*UWHOVWDPPW
war damit eine ausgezeichnete Gelegenheit gegeben, ein solches Objekt
PLWHLQHU5DXPVRQGH6WDUGXVWDQ]XVWHXHUQ
Neue Ansichten zum Aufbau der Kometen
Temple 1 – Deep Impact / 81P/ Wild 2 - Stardust
1. Kometen sind sehr verschiedenartige Körper, mit jeweils komplizierten
Entwicklungsgeschichten. Der Aufbau der Kometenkerne ist unterschiedlich und sehr komplex. Die äußere Form der Kometenkerne ist ebenfalls
sehr differenziert (z.B. Hantelform von 8P/Tuttle)
2. Große Verschiedenartigkeit von Materialien, die ihre Entstehung tiefen
XQGKRKHQ7HPSHUDWXUHQELV]Xƒ&YHUGDQNHQXQGDXIHLQH9LHO]DKO
unterschiedlicher Entstehungsbedingungen hinweisen
'LH.RPHWHQPDWHULHLVWLPLQQHUHQZLHDXFKLPlX‰HUHQ6RQQHQV\VWHP
entstanden. Es ist ein besonderer noch nicht genau bekannter MischungsSUR]HVVHYHQWXHOO-HW6WU|PHGHU3URWRVRQQHHUIRUGHUOLFK
4. Es gibt nicht nur feinkörnige, sondern auch grobkörnige Stoffe, z.B. recht
JUR‰H.ULVWDOOHDXV2OLYLQ3\UR[HQXQG(LVHQ1LFNHO6XO¿GHQ
5. Nachweis von Calcium, Chrom, Aluminium, Eisen, Kupfer, Mangan, Titan, Vanadium, Zink, Zirkon in verschiedenen Verbindungen (z.B. FeO, TiN,
FeNi, MnO, Cr2O), H2O (Wasser-Eis), CO2 (Kohlendioxid-Eis), HCN (Zyanwasserstoff; Blausäure), C2HN (Methylzyanid), FeS2(LVHQVXO¿G0DUNDsit/Pyrit), Ca(CO) (Kalzit), CaMg(CO)2 (Dolomit), Al2O (Aluminiumoxid),
(Mg, Fe)2SiO4 (Magnesium-Eisen-Silikat; Olivin), (Mg,Fe)2[Si2O6] (Enstatit),
Karbonate, Tone (Smektite), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Methylamin (CH5N ) und Ethylamin (C2HN).
.RPHW 3+ROPHV KDWWH XP GHQ VHLQH
+HOOLJNHLWLQNU]HVWHU=HLWXPGDVIDFKHJHVWHLJHUW
(von ca. 16m auf 2,6m). Als Ursache der ungewöhnlichen
Leuchtkraftsteigerung und der rapiden Zunahme der Staubkoma wird ein Zusammenstoß mit einem anderen MeteoroLGHLQ$XIEUHFKHQGHU2EHUÀlFKHRGHUGDV=HUEUHFKHQGHV
.HUQVGLVNXWLHUW1DFKHLQHU+\SRWKHVHYRQ50LOHVVROOGHU
schnelle exotherme Zerfall von H2O2, angereichert in einem aus multiplen Komponenten bestehenden
Kern unter Anwesenheit von Fe-Verbindungen, den Ausbruch verursacht haben.
<DQVKDQ<DQ*HELUJH<DQ6KDQ3UlIHNWXU&KHQJGH3URYLQ]+HEHL&KLQDNRVPLVFKHU6WDXE1:0LG3DFL¿F5LVH
3D]L¿N8QWHUVHHLVFKHU7DIHOEHUJ>*X\RWP@XQEHNDQQWH+HUNXQIW)OXVV,V,VRYVN\'LVWULNW(NDWHULQEXUJVND\D6YHUGORYVND\D2EODVW
0LWWOHUHU8UDO5XVVODQGXQEHNDQQWH+HUNXQIW%HOR+RUL]RQWH%UDVLOLHQXQEHNDQQWH+HUNXQIW1RUWK+DLJ6OHHSHU
&DPS1RUWK+DLJ:HVWHUQ$XVWUDOLD$XVWUDOLDPHWHRULWLVFK'D*'DUDO*DQL/\ELHQPHWHRULWLVFK'D*'DUDO*DQL
/\ELHQPHWHRULWLVFK)52)URQWLHU0WV$QWDUNWLVPHWHRULWLVFKJHSDDUWPLW)521:$1RUGZHVWDIULNDPHWHRULWVFK'K'KRIDU3URYLQ]$O-DQXEL\DK2PDQPHWHRULWLVFKOXQDU0DJQHWLVFKH6SKHUXOHQ8QJDU.RVPLVFKHU6WDXE
/ Impakt, 12. Chiemgau Impakt Kraterstreufeld, Deutschland, Impakt
Im Fund von kosmischem Staub
(kleine Spherulen) aus Yanshan,
Provinz Hebei, China, bilden Gupeiit
und Xifengit neben Titankarbid (TiC)
die wesentlichen Bestandteile. Auffällig ist hier, wie auch bei dem Fundmaterial aus dem Chiemgau Impakt
Kraterstreufeld, der geringe Prozentsatz an Nickel. Die mineralogische
Zusammensetzung dieses Meteoriten ähnelt sehr dem Material, das im
bayerischen Kraterstreufeld aufgeIXQGHQZXUGH0HWDOOLVFKHV(LVHQĮ
Fe) sowie Ferromonosilizide (FeSi)
zusammen mit Titancarbid (TiC) in
VHKU GLFKWHQ 6WDXEKOOHQ HQWVWHKHQ
die Sterne mit einer Masse von mehr
als acht Sonnenmassen – sogenannte AGB-Sterne (Asymp-totic Giant Branch) - in der Endphase
LKUHU(QWZLFNOXQJGXUFKGHQYRQLKQHQDXVJHKHQGHQ0DWHULHVWURPÄ6WHUQZLQG³XPVLFKKHUXPELOGHQ7DWVlFKOLFKKDWPDQDXFKLP*DVXQG6WDXEQHEHO1*&,ULV1HEHONOHLQVWH3DUWLNHOHLQHV
(LVHQVLOL]LGVĮ)H6L2QDFKZHLVHQN|QQHQ,P5HÀHNWLRQVQHEHO1*&Ä,ULV1HEHO³LP6WHUQELOG
.HSKHXVZXUGHHLQ7\SHLQHV)HUURVLOL]LGVĮ)H6L2, nachgewiesen. Der Gas- und Staubnebel
XPJLEWHLQHQ6WHUQGHUVLFKLQGHQ$QIDQJVVWDGLHQVHLQHU(QWZLFNOXQJEH¿QGHW(VVFKHLQWDXFKLP
6SHNWUXPGHU+OOHXPGHQ3RVW$*%6WHUQ$)*/HLQ'RSSHOVWHUQ+LQZHLVHDXI(LVHQVLOL]LGH
(FeSi) zu geben Das heißt, dass Ferrosilizide ein Bestandteil der interstellaren Materie sind.
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