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01.20. Was Er euch sagt, das tut - St. Andrä Graz

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20. Jänner 2013 | 2. Sonntag im Jahreskreis
Was er euch sagt, das tut Joh 2, 1-11
Liebe Brüder und Schwestern! Dieses hochzeitliche Evangelium erfüllt mich schon seit Jahren mit
großer Freude. Es ist die Erzählung einer wunderbaren Verwandlung. Es ist weit mehr als nur eine
zufällige Episode aus dem Leben Jesu. Es ist eine Erzählung vom Neuen Leben, das nur Gott schenken
kann.
1. Jesus und seine Jünger waren eingeladen
Es wird erwähnt, dass Jesus eingeladen war. Das macht bereits den wesentlichen Unterschied. Der
eigentliche Gastgeber des Lebens, Gott selbst, lässt sich einladen. Jesus verkörpert Gott in seiner
unmittelbaren menschlichen Nähe. Er nimmt Platz am hochzeitlichen Tisch der Menschen. Er teilt die
Freude der Menschen. Welch ein schönes Bild für Gott! Er ist nicht der Spaßverderber der
Lebensfreude, sondern Gott am Tisch mit uns Menschen. Es ist Gottes vornehme Art, dass er sich
immer einladen lässt und nie selbst ohne unsere Erlaubnis ins Haus stürmt. Von Zeit zu Zeit ist es
deshalb wichtig, ganz ausdrücklich im Gebet zu formulieren: Bitte, mein Herr und Gott, nimm Platz
am Tisch meines Lebens. Komm, erfülle alle Räume im Haus meines Lebens mit Deiner Gegenwart!
2. Was er euch sagt, das tut!
Für eine orientalische Hochzeit war es die ultimative Katastrophe, dass der Wein ausgeht. Was hält
die Stimmung? Was verbindet die feiernde Gesellschaft? Der Wein ist Symbol für das Gelingen des
Lebens, für die Dimension des Festes, ohne die ein Leben seinen Wert verliert. Kein Wein mehr – ist
gleichbedeutend mit: Wir haben keinen Sinn und keinen Geschmack mehr am Leben. Es ist eine
Erfahrung von Versagen, Verlust und Tod. In diesem Moment konzentriert sich alles auf die Person
Jesu. Er allein kann die unheilvolle Situation wenden. Er ist als Einziger fähig, neues Leben zu
schaffen. Die Hochzeit fand – nicht nur nebenbei bemerkt – am dritten Tag statt. Das ist der Tag der
Auferstehung. Jesus fordert die Diener auf, die sechs großen Krüge mit Wasser zu füllen. Das Wasser
steht für das Alltägliche, das jeder bereitstellen kann. Eine kleine Mühe, ein kleiner neuerlicher
Versuch, eine kleine Aufmerksamkeit, ein wenn auch zaghaftes Wort der Entschuldigung, ein kleiner
Schritt des Glaubens, … all dieses Kleine kann der Herr verwandeln. Und plötzlich ist wieder eine Fülle
von Leben dar, mit der niemand mehr gerechnet hat. Das sind die Wunder der Verwandlung, die wir
täglich erleben können, wenn wir uns in den entscheidenden Momenten an den Herrn wenden.
3. Der bessere Wein kommt noch
Ganz plastisch sind die Momente des Erstaunens in diesem Evangelium. Niemand konnte sich
erklären, dass plötzlich wieder Wein da ist und noch dazu so ein guter. Für mich ist das alles sehr
sprechend. Durch so manche Krise, Not und Erschütterung hindurch führt uns der Herr zu einem
neuen Leben, das sich anfühlt wie bester Wein. Alles davor war nicht von dieser Qualität. Gott lässt
Prüfungen zu, damit sich unser Glaube bewährt, damit unser Vertrauen wächst und auch die Demut,
denn ich brauche immer neu seine verwandelnde Kraft. Jede Eucharistiefeier ist dieses Fest der
Verwandlung einer extremen Not in die Fülle des Lebens – durch seine Gegenwart.
Liebe Freunde, dieses Evangelium ist eine starke Einladung an Jesus, den Herrn über Leben und Tod,
mit neuer Klarheit und Herzenskraft zu glauben. Es gibt keine noch so erschütternde Todessituation,
die er nicht wandeln könnte. Entscheidend ist, dass wir tatsächlich Ihn wirken lassen. Wir werden
noch viel mehr Wunder des Glaubens erleben. Der Wein wird nicht mehr ausgehen!
Euer Pfarrer Hermann Glettler
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Seele and Geist
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