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INHALT
TAGESSPIEGEL KÖPFE | NR. 81
DIE
PFtsE
KÖ
es Mona
Peter & Sonja
Frühsammer
Echtes Teamwork: Er wurde gerade
von Berlin Partner zum BERLINER
GASTGEBER 2014 gekürt, sie
kocht auf höchstem Niveau in ihrem
gemeinsamen Restaurant. Die
Frühsammers sprechen im Interview
über das Geheimnis ihres Erfolgs
Seite 18
8 | THOMAS STORAI HAT DAS START-UP
»ROOM CAPACITY« GEGRÜNDET, EINEN
CONCEPT STORE FÜR DESIGNERSTÜCKE
36 | SARAH WIENER IST EINE KÖCHIN
MIT AUSGEPRÄGTEM GESCHÄFTSSINN
UND HAT SICH ZUR MARKE GEMACHT
GRÜNDER
EXPERTEN
6 | CLEVER, SCHÖN UND GESUND
Zehn spannende Start-ups,
ausgewählt von der Köpfe-Redaktion
18 | »BEI UNS NIMMT MAN SICH ZEIT«
Interview mit Sonja und Peter Frühsammer
KÖNNER
12 | BÄDER-OSCAR
Das Liquidrom hat den begehrten
»European Health & Spa Award« erhalten
14 | ONLINES LIEBLING
Die Internetplattform Edarling feiert
fünfjähriges Jubiläum
16 | AUSZEICHNUNG
Die Franz-von-Mendelssohn-Medaille geht
dieses Jahr an die Megaphon GmbH
24 | EIN DAUERBRENNER
Karl Wannemacher führt
seit über 30 Jahren das
Restaurant Alt Luxemburg
26 | ALLES AUF ANFANG
Über die Höhen und Tiefen
des Sternekochs Stefan
Hartmann. Ein Porträt
30 | SCHWER VERDAULICH
Ein Berufsstand in der Krise: Warum immer
mehr Azubis die Kochlehre abbrechen
32 | VERTRAUENSFRAGE
Michael Kunzmann ist einer
der gefragten Lieferanten der
Berliner Spitzengastronomie
36 | DAS GENUSSIMPERIUM
Die Marke Sarah Wiener steht für
Nachhaltigkeit und gesundes Essen
4 | TAGESSPIEGEL KÖPFE
FOTOS Mike Wolff (2), Thilo Rückeis, Kai-Uwe Heinrich, Doris Spiekermann-Klaas, holmsohn/promo, Nadine Rupp/promo, promo (5)
d
ÜBERLASSEN
SIE DAS UNS!
40 | DIE RICHTIGE RECHNUNG, BITTE
Immer wieder werden in Restaurants
falsche Quittungen ausgestellt
• Altpapierentsorgung
optimale Lösungen und beste
Preise für Industrie, Gewerbe,
Wohnungswirtschaft und
Privathaushalte
42 | WARTEN AUF DEN DRITTEN STERN
In Berlin entwickelt sich die Haute Cuisine
langsam, aber stetig
• Gewerbeabfälle
44 | KASSE MACHEN
Jakob Schreyer von Orderbird
bietet ein spezielles Bezahlsystem für die Gastronomie
(Gewerbemüll)
• Gewerbefolien
76 | SOMMERFEST DER »PRIVATEN«
KANZLERIN ANGELA MERKEL FEIERTE
MIT VPRT-VORSTAND TOBIAS SCHMID
NETZWERKER
75 | EINE SICHERE BANK
Die IBB feierte zehn Jahre Unabhängigkeit
SONDERTHEMA
48 | WEIHNACHTSFEIERN Interview
mit Stefanie Jarantowski von Eventsofa;
Zwölf Empfehlungen für Firmenevents
76 | IN FEIERLAUNE Promitreff in der
Bertelsmann Repräsentanz; VPRT -Sommerfest; Jubiläumsparty von Berlin Partner
60 | IM KLEINFORMAT
Hans-Günther Scholtz führt
das alte Handwerk der Zinnfigurenherstellung weiter
64 | COOLE TECHNIK
Das Unternehmen Invensor entwickelt
und fertigt Kältemaschinen
e
(240 Lit
78 | BERLIN MAXIMAL CLUB
Clubmitglied Marc Drescher
stellt sich vor; Causales
vernetzt Kultur und Kapital
MACHER
54 | DIE BÜCHERMACHER
Binooki, Galiani oder Matthes
und Seitz: Berlins Verlagslandschaft wird immer vielfältiger
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GÜNST EERBEHÄLTE
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FÜR r - 5,5 cbm)
RUBRIKEN
12
13
15
16
44
71
80
82
KOMMENTAR
EIGENER HÄNDE ARBEIT
JAHRHUNDERTFIRMA
IMPRESSUM
URTEIL DES MONATS
PATENT
MEIN ARBEITSPLATZ
INDEX
66 | NUR VOM BROT ALLEIN
Die Bäckerei Siebert existiert seit 1906 –
mittlerweile in der vierten Generation
Entsorgungslösungen
auch für:
Glas • Holz • E-Schrott • Schrott
sowie alle anderen Abfälle
zur Verwertung
- seit 1921Entsorgungsfachbetrieb
72 | NACHRUF
Harun Farocki
74 | KLARTEXT
Kolumne von Joachim Hunold
TAGESSPIEGEL KÖPFE | 5
Montanstrasse 17 – 21
13407 Berlin
Telefon 030.40 88 93-0
Telefax 030.40 88 93-33
bartscherer@bartscherer-recycling.de
www.bartscherer-recycling.de
GRÜNDER
CLEVER, SCHÖN
& GESUND
Roboter zum Selberbauen, Obsthäppchen ins Büro, Putzhilfe
per Internet und knallbunte Krawatten: Zehn spannende neue
START-UPS, ausgewählt von der Köpfe-Redaktion
präsentiert:
FOTOS Mike Wolff (2)
TEXTE Sabine Hölper, Michael Pöppl
6 | TAGESSPIEGEL KÖPFE
NIKE WESSEL, Nudo Berlin
1
Nike Wessel besitzt die Werbeagentur dasprogramm, Ramin Goo ist Geschäftsführer
vom Kochhaus, einem Lebensmittelgeschäft, das
nicht nach Warengruppen, sondern nach Rezepten sortiert ist. Die beiden pflegen seit langem
eine Freundschaft – und die schöne Tradition
des Stammtisches, was bei ihnen bedeutet, dass
sie sich einmal in der Woche zum Essen treffen.
Immer im gleichen Restaurant, im Goldenen
Hahn, vis-à-vis der Markthalle Neun in Kreuzberg. An einem dieser Abende erzählte ihnen
der Koch ihres Stammitalieners, dass er Lust
auf etwas Neues habe. So entstand die Idee, ein
gemeinsames Restaurant zu eröffnen.
Seit knapp drei Monaten werden im Nudo,
50 Sitzplätze innen und weitere 30 draußen am
Lausitzer Platz, täglich ein Vier-Gänge-Menü
für 25 Euro sowie eine vegetarische Alternative
serviert. »Gegessen wird, was auf den Tisch
kommt«, sagt Wessel. Das habe für den Gast den
Vorteil, dass er sich keine Gedanken über die
Wahl der Speisen machen müsse. »Es ist doch
schön, sich überraschen zu lassen.« Außerdem:
So ganz ins Ungewisse muss man sich nicht stürzen. Küchenchef Pasquale Balloni postet täglich
auf der Facebook-Seite, was es zu essen gibt. Und
auf der Tafel vorm Restaurant steht das Menü
auch angeschrieben. Es besteht immer aus zwei
Vorspeisen, einem Pastagang und einem Hauptgericht. Wer danach noch Platz im Magen hat,
kann sich die Dessertplatte bestellen, bestehend
aus »italienischen Klassikern, aber abgewandelt«, wie Wessel sagt: Panna Cotta mit Ingwer
oder Minze zum Beispiel.
Noch sind nicht jeden Abend alle Tische besetzt. Die ersten Erfahrungen der Gründer sind
dennoch positiv. »Wir haben schon ein paar
Stammgäste«, freut sich Nike Wessel. »Wer einmal da war, kommt wieder.«
nudoberlin.de
DAAN LÖNING & STEFAN GÄRTNER
Putzfee
2
Wer es sich leisten kann, beschäftigt eine
Putzfrau. Schließlich gehört Aufräumen,
Putzen oder Bügeln nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der meisten Menschen. Davon
will Putzfee.de mit Rat und Tat profitieren. Im
Juli haben Stefan Gärtner und Daan Löning den
Online-Service gegründet, nachdem sie 2010 bereits das Portal Kinderfee.de ins Leben gerufen
hatten. Putzfee vermittelt ausschließlich Reinigungskräfte, die auf Steuerkarte arbeiten. Außerdem haben die Damen bei einem Probeputzen
ihre Kenntnisse unter Beweis gestellt. Wer
eine Reinemachfrau über die Internetplattform
bucht, zahlt 11,90 Euro pro Stunde. Zehn Euro
davon gehen an die Sauberfrau.
putzfee.de
TAGESSPIEGEL KÖPFE | 7
KÖNNER
KOMMENTAR
JETZT ABER
MIT TEMPO
H
Liquidrom:
Europas Therme
Nummer eins
Bäder-Oscar
fürs Liquidrom
AUSZEICHNUNG Der »European
Health & Spa Award« ist heiß begehrt. Dieses Jahr hat das Liquidrom
den Preis nach Berlin geholt. Betriebsleiterin Nicola Nagel freut sich: »Der
Preis gehört aber auch unseren Mitarbeitern, die täglich dafür sorgen, dass
die Gäste sich bei uns jeden Tag wohl
fühlen und rundum relaxen können.«
Sie hat es sich nicht nehmen lassen, die
Auszeichnung persönlich in Wien entgegenzunehmen. Seit 2007 bietet die
urbane Therme ganzheitliche Entspan-
nung für gestresste Großstädter und
Touristen. Der vom Büro Gerkan, Marg
& Partner errichtete Spa-Bereich mit
drei Saunen und großem Dampfbad sowie die abgedunkelte Kuppelhalle mit
Soleschwebebecken samt meditativen
Klängen bieten eine besondere Atmosphäre, die offenbar auch die Jury überzeugt hat.
HG
www.liquidrom.de
Elektrolimousine fahren
Geschichten zum Mauerfall
Das Neueste zum Thema E-Mobilität,
Elektronik und Licht gibt es auf der
Fachmesse Belektro 2014 zu sehen, zu
hören und buchstäblich auch zu erfahren. Neugierige Besucher können vom
15. bis 17. Oktober mit der Elektroluxuslimousine Model S des Herstellers Tesla
Motors eine kleine Testfahrt rund um
das Messegelände unternehmen.
Genau 25 Tage vor dem Mauerfall-Jubiläum
startet Berlin Partner am 16. Oktober eine
Serie von Erfolgsgeschichten aus der wiedervereinigten Hauptstadt. 25 Unternehmer, Gründer
und Gestalter der Berliner Wirtschaft erzählen
ihre ganz persönliche Geschichte. Eine Jury
wählte aus 180 Teilnehmern für jeden Tag bis
zum 9. November einen aus. Sie sind unter anderem online zu sehen: www.sei.berlin.de/25
12 | TAGESSPIEGEL KÖPFE
Er ist der Neue an der Spitze
der Berliner IG Metall: Klaus
Abel (56). Und weil gemischte
Teams noch toller sind, steht
bei den Metallern mit Regina
Katerndahl (49) erstmals auch
eine Frau in der Führung.
FOTOS Mike Wolff, Kitty Kleist-Heinrich, DAVIDS/Sven Darmer, Liquidrom/promo (2), promo (2)
ier mal eine Geschäftsidee
gefällig? Eine, die sich sogar
tragen könnte? Ja, das wäre
wunderbar – und sie hat mit Straßenbau zu tun. Genau. Baustellen, die
wandern oder sich gar nicht mehr
bewegen: Es gibt so viele davon. Und
Ausnahmegenehmigungen für Sperrungen. So stieg im Bezirk Mitte die
Zahl der »Sondernutzungserlaubnisse« für Straßen und
öffentliche Wege
von rund 1500 im
Jahr 2009 auf 2350
im vergangenen
Jahr – und das ist
STEPHANnur ein Bezirk, auch
ANDREAS
noch nicht einmal
CASDORFF,
der mit den höchsTagesspiegelten Zahlen. So geChefredakteur
nannte kleine Baustellen mit weniger
als 15 Quadratmetern oder solche, die
nur für kurze Zeit eingerichtet sind –
maximal sechs Tage –, werden in der
Statistik gar nicht aufgeführt! Will
sagen: Wenn sich eine Straßenbaufirma ganz dem Tempo verschreibt, ist
Umsatz denkbar. Und Gewinn für alle.
Der Warenverkehr würde nicht zuletzt
profitieren.
EIGENER HÄNDE ARBEIT
Der Koch, der Innovator
und das Szenerestaurant
EDELKÜCHE Den kulinarischen Sprung
von der Themse an die Spree hat Roel
Linterman vom Les Solistes by
Pierre Gagnaire schon mal
bravourös geschafft, davon
ist die Fachjury der Berliner
Meisterköche überzeugt: Der
2013 nach Berlin gekommene
Küchenchef des Edelrestaurants im Waldorf Astoria am Zoo erkochte
sich den begehrten Titel
»Meisterkoch des Jahres 2014« vor starken
Mitkonkurrenten wie
Daniel Achilles, Sonja
Frühsammer, Matthias
Gleiß und Markus
Semmler.
Bei der festlichen
Preisverleihung durch
Berlin Partner wurde
auch der »Aufsteiger
des Jahres 2014« gekürt: Von Marcus
Zimmer vom Restaurant am Steinplatz
wird in den kommenden Jahren sicher noch öfter zu hören und zu
lesen sein. Sein Kollege Carsten
Rettschlag vom Potsdamer Restaurant Juliette wurde als »Brandenburger Meisterkoch« gelobt.
Das The Grand von Steakguru Tilo Roth wurde
mit seinem Mischkonzept aus Restaurant, Bar
und Club das »Berliner
Szenerestaurant 2014«.
Und Dauerpreisträger
und Zwei-Sternekoch
Tim Raue gilt nun als
der »Gastronomische
Innovator 2014«. MPÖ
berlin-partner.de
Welches Material geht durch
Ihre Hände?
PALLADIUM, PLATIN,
SILBER & GOLD
Wie lange arbeiten Sie bereits
in Ihrem Beruf?
SEIT 12 JAHREN
Bester Berliner Koch
2014: Roel Linterman
www.trilaco.de
Der neue Online-Shop für handgefertigte Produkte will
Manufakturen und traditionelle Handwerksbetriebe aus der
Region Berlin-Brandenburg und darüber hinaus unterstützen
Was bedeutet für Sie Handwerk?
DASS AUS GROBEM
MATERIAL ETWAS
GANZ FEINES
ENTSTEHEN KANN
WEM diese Hand gehört,
erfahren Sie auf Seite 16
23.000
GEWERBEANMELDUNGEN
verzeichnet das Amt für
Statistik Berlin-Brandenburg
für das erste Halbjahr 2014
in Berlin. Damit wurde das
Vorjahresergebnis um ein
Prozent übertroffen. Abgemeldet wurden im gleichen
Zeitraum 17.900 Gewerbe,
das entspricht drei Prozent
weniger als vor einem Jahr.
Gesündere Welt
Kommender Chef
Politische Entscheidungsträger aus der ganzen Welt
nehmen dieses Jahr am World
Health Summit 2014 teil, der
vom 19. bis 22. Oktober im
Auswärtigen Amt stattfindet.
Die Teilnehmer beraten über
Strategien, um die Gesundheit
weltweit zu verbessern.
Der Generationswechsel bei
der Berliner Volksbank startet:
Zum 1. Januar 2015 wird
Carsten Jung (47) stellvertretender Vorstandsvorsitzender
der Genossenschaftsbank.
Jung könnte eines Tages
den derzeitigen Vorsitzenden
Holger Hatje (55) ablösen.
Seit Anfang September
ist Snezana Michaelis
Vorstandsvorsitzende der
Gewobag. Die 43-Jährige
folgt auf Hendrik Jellema,
der Ende Oktober in den
Ruhestand geht.
TAGESSPIEGEL KÖPFE | 13
DIE KÖPFE
»BEI UNS NIMMT
MAN SICH ZEIT«
Ein gutes Team: SONJA und PETER FRÜHSAMMER betreiben seit 2007
ihr gleichnamiges Gourmet-Restaurant. Sie kocht auf höchstem Niveau –
und er wurde gerade von Berlin Partner zum »Berliner Gastgeber 2014« gekürt
INTERVIEW Heike Gläser, Michael Pöppl
18 | TAGESSPIEGEL KÖPFE
FOTO Mike Wolff
Herr Frühsammer, Gratulation zur Auszeichnung
»Berliner Gastgeber 2014«. Hat solch eine Auszeichnung auch wirtschaftliche Auswirkungen
oder geht es dabei vor allem um die Ehre?
Peter: Ganz klar, es ist vor allem dieses sich ein
bisschen vor den Spiegel stellen und sich angrinsen. Dass es mehr Gäste bringt, glaube ich eher
nicht. Das wäre sicherlich anders, wenn meine
Frau die Auszeichnung »Berliner Meisterkoch«
bekommen hätte.
Nun sagen Sie, dass Ihre Frau besser kocht als Sie.
Hätte sie dann Ihrer Meinung nach jetzt nicht
auch einen Stern verdient?
Peter: So, wie meine Frau heute kocht, hätte sie
sicher damals auch den Stern gekriegt. Aber
damals hatte Berlin den kulinarischen Standard von Biberach an der Riss. Man nahm ein
paar frische Möhren, frischen Spinat und einen exotischen Pilz, der hieß damals Shiitake,
und ein paar sautierte Entenherzen mit einem
Balsamicoessig, dessen Qualität in Deutschland
noch keiner kannte: Mit so was war man unfassbar weit vorne. So etwas macht heute schon die
Paris Bar.
Frau Frühsammer, ist es schwer, sich als Köchin
in solch einer Männerdomäne wie der Spitzengastronomie zu behaupten?
Sonja: Ich sage jetzt einfach mal »Nein«, aber
ich weiß ja auch nicht, wie es wäre, wenn ich Wie sieht das heute aus?
ein Mann wäre. Ich hoffe, das macht keinen Un- Peter: So mancher Sternekoch meint, er müsse
terschied. Aber vielleicht ist der Ehrgeiz ein an- besser, kreativer, innovativer sein als der Gast.
derer. Frauen haben nicht dieses Höher-Schnel- Meiner Meinung nach kochen heute die männler-Weiter-Ding, die Männer wollen
lichen Spitzenköche sehr auf den
ja immer die Besten sein. Frauen
Tester zu und sind eher auf der
»BERLIN
wägen mehr ab, sind pragmatischer,
Flucht vor dem Endverbraucher.
HATTE
da existiert auch noch die Familie
In der Sternegastronomie ist es
1985 DEN
im Hintergrund. Es gibt also mehr
deshalb oft schwierig, genussvoll
Aspekte, die eine Frau in der Gastzu essen.
STANDARD
ronomie am Aufstieg hindern. Ohne
VON
meinen Mann wäre ich auch nicht
Weil man dabei unter ständiger BeBIBERACH AN obachtung durch die Kellner steht?
da, wo ich jetzt bin.
Ja, das auch. Unser Konzept ist da
DER RISS«
Herr Frühsammer, Sie schütteln den
anders. Wir wollen lieber ein unPETER
Kopf?
aufgeregtes Restaurant führen. Ich
FRÜHSAMMER
Peter: Ja, weil dieser Satz »Frauen
liebe die Küche meiner Frau gerade
Sommelier
haben keinen Ehrgeiz« auf meine
weil sie unaufgeregt ist – und für
Frau überhaupt nicht zutrifft …
mich ist das etwas sehr Positives.
Sonja: Na ja, mein Ehrgeiz besteht darin, den Ein Teller, den meine Frau zusammenstellt, ist
Teller so perfekt wie möglich zu machen, die ein Teller, den sie gerne selber essen würde. EiQualität, die ich haben möchte, auch so hinzu- nen Teller, den ich als Mann zubereite, würde
bekommen. Aber es ist mir nicht so wichtig, die ich vermutlich anders kochen. Vielleicht, weil
Nummer eins zu sein.
ich denke, ich müsse demjenigen, der ihn isst,
irgendwas beweisen.
Frau Frühsammer, bei der Bewertung im Gault
Millau sind Sie gleichauf mit Michael Kempf oder Frau Frühsammer, würden Sie Ihre Küche auch
Christian Lohse, die ja bereits zwei Michelin- so beschreiben?
Sterne haben. Wäre es Ihnen nicht auch wichtig, Sonja: Ich denke schon, dass da was dran ist, wir
sprechen uns bei der Speisekarte ja ab. Peter ist
einen Stern zu bekommen?
Sonja: Es wäre schon schön, klar. Wenn man ja auch als Koch eine Instanz ...
aber wie ich drei Jahre darauf gewartet hat, und Peter: Ich eine Instanz? – Das hört sich an, als ob
es passiert nichts, dann sagt man sich: Okay. Ist ich schon ewig alt wäre ...
gut so. Sicher, wenn wir einen Stern bekommen, Sonja: Naja, eben aus der Zeit, als der Shiitakedann freuen wir uns ein Loch in den Bauch. Aber Pilz noch etwas Besonderes war (beide lachen).
es hilft ja nichts, sich den Stern zu wünschen.
Frau Frühsammer, Sie haben Ihre Ausbildung bei
Herr Frühsammer, Sie haben 1985 – lange ist es Siemens angefangen, ein klassischer Kantinenjob?
her – als jüngster Berliner Koch einen Stern in Sonja: Ja und nein. Das war im KWU in der HutIhr damaliges Restaurant an der Rehwiese geholt. tenstraße, Siemens als Großexporteur hatte
SONJA FRÜHSAMMER
wurde 1969 als Sonja
Kugler in Australien geboren und wuchs ab ihrem dritten Lebensjahr
in Berlin auf. Nach einer
Kochlehre bei Siemens
wechselte sie zu ihrem
Mentor Karl Wannemacher ins Alt Luxemburg.
1996 lernte sie ihren
jetzigen Ehemann Peter
Frühsammer kennen.
PETER FRÜHSAMMER,
1959 in Burgberg bei
Heidenheim/Ostalb geboren, verbrachte seine
Kindheit in der großelterlichen Gaststätte
mit Schlachterei. Seine
Kochlehre absolvierte
er in Stockach am Bodensee. 1983 eröffnete
er in Zehlendorf sein
Restaurant an der Rehwiese, für das er 1985
als jüngster Koch einen
Stern erhielt. Später
war er Inhaber der
Cateringfirma Servino.
2007 eröffnete er mit
Sonja das Restaurant
Frühsammers.
TAGESSPIEGEL KÖPFE | 19
EXPERTEN
Kochen ist Sarah
Wieners Leidenschaft.
2008 stand sie auch
noch in ihren eigenen
Restaurants am Herd,
inzwischen kocht sie
hauptsächlich privat.
DAS GENUSSIMPERIUM
Wo SARAH WIENER draufsteht, ist auch Sarah Wiener drin. Die Marke
der Fernsehköchin steht vor allem für Nachhaltigkeit und gesundes Essen
E
s gibt viele gute Gründe, mal wieder in
den Hamburger Bahnhof zu gehen. Die
Lachsforelle mit Haferwurzel, rotem
Spitzkohl, Ur-Paradeisern und Kürbisrisotto
etwa, oder die Brust und das Bries vom Bio-Kalb
mit Rahmpfifferlingen, bunten Ackerbohnen und
Kräuter-Erdäpfelstampf.
Sicher, auch die Kunst ist es wert, den spätklassizistischen Bau zu besuchen. Das Museum
für Gegenwart holt immer wieder Künstler von
Rang ins Haus, aktuell ist zum Beispiel die Werkreihe »Ernste Spiele« des kürzlich verstorbenen
Filmemachers Harun Farocki zu empfehlen.
Aber der Hamburger Bahnhof ist eben nicht
nur ein Museum, das angeschlossene Café und
Restaurant weit mehr als schnöde Museumsgas-
36 | TAGESSPIEGEL KÖPFE
tronomie. Es kann sich auch unabhängig von der
Nationalgalerie behaupten. Das zeigt sich schon
daran, dass es seit diesem Frühjahr auch jeden
Freitagabend geöffnet hat. Die Ausstellungen
sind dann längst geschlossen. Vor allem aber
wird die Bedeutung des Restaurants in der Berliner Gastronomieszene klar, wenn man weiß, wer
es betreibt: Sarah Wiener. Die Fernsehköchin.
Das Restaurant im Hamburger Bahnhof ist eines von dreien, die ihr gehören. In einem anderen Museum, dem Museum für Kommunikation
in der Leipziger Straße, befindet sich das Kaffeehaus, in der Chausseestraße, im zweiten Innenhof der alten Lokfabrik, »Das Speisezimmer«.
Es ist Wieners erstes Restaurant, 1999 hat sie
es eröffnet. Da war Sarah Wiener, die in Halle/
FOTOS Mike Wolff, promo
TEXT Sabine Hölper
Westfalen geboren und in Wien aufgewachsen
ist, allerdings schon lange im Geschäft. Bereits
1990 kaufte sie sich einen ausrangierten Lastwagen der ehemaligen Nationalen Volksarmee,
gründete »Sarah Wieners Tracking-Catering«
und bekochte Filmteams im In- und Ausland.
Das Catering betreibt Sarah Wiener noch immer, wenn auch der Zusatz »Tracking« weggefallen ist und an seine Stelle Event, Messe- und
Congress sowie Business getreten sind. Das Catering-Team beliefert die Wirtschaft, die Politik,
große und kleine Privatgesellschaften und mit
der hübschen Idee des »Konzert-Picknicks« außerdem Musikfreunde, die eine Veranstaltung in
der Waldbühne gern mit Zanderbulette, Frischkäsekuchen und Weißwein abrunden.
Die Welt der Sarah Wiener ist aber noch viel
größer. Die Gastronomin betreibt eine Holzofenbäckerei, veranstaltet Kochkurse, vertreibt Muse,
Pasten, Krachflocken und andere Bio-Produkte, Salat und einen grünen Tee. Sie ist ein bisschen
schreibt Koch- und andere Bücher, unterhält müde, der Tag hat früh begonnen. Am Vormittag
eine Stiftung, deren Ziel es ist, Grundschul- und war sie in einer Hamburger Grundschule und hat
Kindergartenkindern gesundes Kochen beizu- Bio-Brotboxen an 140 Erstklässler verteilt. Sarah
bringen. Sie hat eine Backformen-Kollektion aus Wiener ist Botschafterin der gemeinnützigen
Emaille herausgebracht und eine Messerserie. Initiative, die Schülern ein gesundes Frühstück
Außerdem ist sie mit einer eigenen Sendung ermöglichen will. »Ich habe die Kinder gefragt,
im Fernsehen zu sehen. In »Die kulinarischen wer am Morgen ohne Frühstück aus dem Haus
Abenteuer der Sarah Wiener« reist die Wahlber- ist«, erzählt Sarah Wiener. »Ein Drittel hat sich
linerin durch verschiedene Länder
gemeldet. Das ist schockierend.«
und erforscht die jeweilige lokale
Sarah Wieners Augen blitzen jetzt,
»ICH HALTE sie wirkt hellwach. Es ist ihr LiebKüche.
Es war nie Sarah Wieners Ziel,
lingsthema: gesundes Essen. Sie
DIE FAHNE
ein derart weit verzweigtes Unterwill, dass sich die Menschen GeFÜR DEN
nehmen aufzubauen, ein Genussimdanken über ihre Ernährung maÖKOperium mit heute 200 Angestellchen und aufhören, Fertiggerichte
ten. Es war die Konsequenz aus
LOGISCHEN ins sich hineinzuschaufeln.
Sarah Wieners Attacken gelten
ihrer Kochleidenschaft – und aus
LANDBAU
dem daraus resultierenden Erfolg.
aber weniger den Verbrauchern als
HOCH«
Deshalb macht ihr auch die Kritik
vielmehr der Lebensmittelindusnichts aus, die ein FAZ-Redakteur
trie, die »den Hühnern die SchnäSARAH WIENER
vor ein paar Jahren einmal veröfbel abschmirgelt, damit sie sich
Sarah Wiener GmbH
fentlichte. Er nannte sie eine »Genicht gegenseitig kannibalisieren,
schäftsfrau, die sich mit Essbarem
den Schweinen ohne Betäubung
befasst«. Die so Beschriebene ist ziemlich sicher, die Schwänze abschneidet, das Getreide mit
dass der Beschreibende das abwertend gemeint Planzenvernichtungsmitteln bestäubt und das
hat. »Für mich ist das aber nicht abwertend«, Gift als Pflanzenschutzmittel deklariert«, den
sagt sie. Es stimmt eben. Sarah Wiener ist Unter- Verbrauchern »sterile, abgepackte, normierte
nehmerin. Sie ist eine Marke. Wo Sarah Wiener Vierecke« vorsetzt, angereichert mit viel zu viel
draufsteht, ist auch Sarah Wiener drin. Und ihr Industriezucker, Geschmacksverstärkern oder
Konterfei drauf. Eine lächelnde, gut aussehende, dem als harmlos geltenden Zusatzstoff Zitronensympathische Frau. Das verkauft sich.
säure, einer Chemikalie, die den Zahnschmelz
Sarah Wiener, zierlich, jünger aussehend als angreift und auch »in WC-Reinigern steckt«.
52, die blonden Haare zum Dutt zusammengeSarah Wiener spricht mit der Verve einer
bunden, sitzt im Speisezimmer, bestellt ein klei- Aktivistin über Nachhaltigkeit. Wohlwissend,
nes Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln, dazu dass das nicht immer schlau ist. Dass die
SARAH WIENER ist
1962 in Halle/Westfalen geboren. Sie wuchs
in Wien auf und ging mit
Anfang 20 nach Berlin.
Im Exil, dem Restaurant
ihres Vaters Oswald
Wiener, schälte sie zu
Beginn Kartoffeln.
Ihr erstes Unternehmen
hieß Tracking-Catering.
1990 hat Sarah Wiener
es gründet. Sie legte
damit den Grundstein
für ein Genuss-Unternehmen mit heute rund
200 Mitarbeitern.
TAGESSPIEGEL KÖPFE | 37
MACHER
STADT DER
BÜCHERMACHER
Berlins VERLAGSSZENE wächst und wird immer vielfältiger.
Viele Unternehmen kommen neu nach Berlin, andere kehren in
die Stadt zurück. Und manche packt hier sogar das Gründerfieber
TEXT Rita Nikolow
»WIR HATTEN
LUST,
ETWAS
EIGENES ZU
MACHEN«
WOLFGANG HÖRNER
Galiani Verlag
54 | TAGESSPIEGEL KÖPFE
Stadt gekommen, die Mischung sei sehr bunt,
große und kleine, alte und neue Verlage seien
dabei: »Alles ist in Bewegung, Stillstand gibt es
nicht.« Während der Umzug von Suhrkamp und
Ullstein von außen oft als tektonische Verschiebung betrachtet wird, als schwerer Verlust für
die Verlagsstädte Frankfurt und München, sieht
Bluhm es so: »Die Verlage waren ja schon einmal in Berlin ansässig und kommen jetzt eben
wieder zurück.«
Er hat dazu für eine Broschüre der Senatswirtschaftsverwaltung einige Zahlen zusammengestellt: Mit knapp zehn Prozent aller Neuerscheinungen hat Berlin die Verlagsstädte München,
Frankfurt und Stuttgart hinter sich gelassen.
Auch laut dem vom Börsenverein des Deutschen
Buchhandels herausgegebenen »Buch und Buchhandel in Zahlen« sitzen die meisten Verlage in
Berlin: 180, während in München 138, in Frankfurt 72 und in Stuttgart 88 aufgeführt werden.
Das Adressbuch des Börsenvereins verzeichnet
sogar 350, darunter sind allerdings sehr viele
Kleinstunternehmen.
BLUHM WIRBT AUCH bei denen um den Standort Berlin, die es bislang noch nicht in die Hauptstadt »geschafft haben«. Gibt es denn etwas, das
hier noch fehlt, ein strukturelles Defizit, das die
Verlage daran hindert, hierher zu kommen?
Bluhm verneint und verweist darauf, dass eben
nicht jeder seine Heimatstadt verlassen möchte.
Und ein Lektor, der nicht aus, sagen wir, München oder Frankfurt wegziehen will, eben auch
viele Autoren mitnimmt, wenn er den Verlag
verlässt. Und noch ein Punkt sei wichtig: Berlin
ist eine Stadt der Leser, hier gibt es so viele große und vor allem kleine Buchhandlungen
FOTOS Mike Wolff, Thilo Rückeis
E
s ist mehr als zehn Jahre her, seit sich
Andreas Rötzer beim Verlag Matthes
und Seitz in München um die Buchhaltung gekümmert hat. Dem Verlag ging es sehr
schlecht damals, doch Rötzer, der nach einer
Ausbildung zum Krankenpfleger und dem Studium (Kulturwirtschaft und Philosophie) gerade
seine Promotion abschloss, überlegte hin und
her, während er für potenzielle Käufer die Bilanzen und Unterlagen aufbereitete. Und entschloss
sich, Matthes und Seitz dann selbst an einem
anderen Ort wieder aufzubauen.
Drei Städte standen damals auf seinem Zettel. Überzeugt hat ihn schließlich die Berliner
Wirtschaftsförderung, von der er zwar kein Geld
bekam, dafür aber so intensiv »durchgecoacht«
wurde, dass die Verhandlungen mit den Banken
kein Problem mehr waren. Vor einigen Wochen
hat Matthes und Seitz Berlin seinen zehnten Geburtstag in der Hauptstadt gefeiert. Wie es in
diesem Jahr überhaupt so viele Jubiläen gibt von
Verlagen, die entweder schon immer in Berlin
sitzen (Wagenbach, 50 Jahre), in die Stadt gekommen sind oder eben hier gegründet wurden
(Galiani, 5 Jahre).
Gefeiert haben Matthes und Seitz das erste
Berliner Jahrzehnt im Literarischen Colloquium am Wannsee, einem der vielen Orte, an
denen sich die Buchwelt trifft. Die Branche
ist engmaschig organisiert. Detlef Bluhm vom
Börsenverein Berlin-Brandenburg gehört zu
den wichtigsten Netzwerkern und sicher auch
zu den leidenschaftlichsten: »Was hier in den
vergangenen Jahren passiert ist, das ist qualitativ
und quantitativ hochinteressant.« Die Verlagsszene werde immer vielfältiger, Wissenschafts-,
Publikums- und Schulbuchverlage seien in die
Klaus Sander, SUPPOSE
Hörbuchverleger nennen viele den Job, den Klaus
Sander seit mittlerweise 18 Jahren macht. Er selbst
kann mit dem Begriff wenig anfangen, denn ein Hörbuch
bleibt für ihn immer etwas Sekundäres, das aus einem
geschriebenen Text hervorgegangen ist. Sander sieht
seine Produktionen stilistisch eher in der Nähe des Dokumentarfilms. In den Regalen seiner Charlottenburger
Altbauwohnung stapelt sich das Verlagsprogramm. Ein
Zimmer weiter stehen Texte zur Quantenphysik, Virologie
oder Bionik neben Sachbüchern über Buntbarsche oder
Bienen. Was diese Themengebiete verbindet? Dass
Sander für seine Edition Supposé schon CDs über sie
gemacht hat. In seinen Audioproduktionen entstehen
ganz eigenen Universen, spontane Momente, in denen
Wissenschaftler, Zeitzeugen oder Schriftsteller ein besonderes Wissen teilen. Sander ist 2007 aus Köln nach
Berlin gekommen – aus privaten Gründen, nicht aus
strategischen: »Ich muss das, was ich tue, von überall
aus machen können.« Ein Unterschied zwischen Köln
und Berlin ist für ihn allerdings, dass er in der Hauptstadt
»sofort« zu vielen offiziellen Veranstaltungen eingeladen
wurde, zum Beispiel beim Börsenverein.
TAGESSPIEGEL KÖPFE | 55
NETZWERKER
BERLIN
MAXIMAL
CLUB
TAGESSPIEGEL
BUSINESS
NETZWERK
»UNSERE MITGLIEDER
SIND SEHR AKTIV«
Bald ist es
soweit
Bis zu unserem fünften
Geburtstag dauert es nicht
mehr lange. Freuen Sie sich
drauf!
Thomas Stannebein
030 290 21-15502
Heike Harrand
030 290 21-15520
CLUB
30.10.2014
Zur nächsten Clubveranstaltung
lädt unser Mitglied Frank Gilly in
die Deutsche Bank (Unter den
Linden). Das Thema: Die Zukunft
des Journalismus.
78 | TAGESSPIEGEL KÖPFE
Herr Stannebein, Frau Harrand, wie
geht es dem Club?
Thomas Stannebein: Wir haben uns
etabliert und spielen in Berlin eine
entscheidende Rolle. Ich stelle immer wieder fest, dass man an unserem Club den persönlichen Umgang
schätzt, das Feinfühlige.
Heike Harrand: Es macht uns Spaß,
die Menschen zusammenzuführen.
Wir wissen ja, wer zu wem passen
könnte.
Die Mitglieder sind ja weiterhin eine
bunte Mischung ...
TS: In der Tat, bei uns sind die »alten
Hasen« vertreten, aber eben auch die
ganz neuen Unternehmen.
HH: Viele der etablierten Mitglieder
wünschen sich den Austausch mit
jungen Start-ups. Das haben wir auch
während unserer Clubveranstaltung
zum Thema »Crowdfunding« oft zu
hören bekommen. Mit der Start-upSzene beschäftigt sich ja auch Tagesspiegel Köpfe intensiv.
Wie funktioniert der Austausch mit
den Clubmitgliedern?
TS: Die Mitglieder sind sehr aktiv, sie
warten nicht, bis die nächste Veranstaltung stattfindet, sondern melden
sich auch zwischendurch immer wieder bei uns – mit Anregungen und
Veranstaltungsideen. Sie wollen sich
aktiv mit einbringen.
HH: Was wir selbstverständlich sehr
gut finden.
Was wünschen Sie sich für die
Zukunft?
TS: Ich wünsche mir als Clubchef
mal die ganz verrückten hippen Aufsteiger der Szene. Auch für den Club
haben wir neue Ideen, daran arbeiten
wir jede Woche: Ich könnte mir zum
Beispiel vorstellen, jeden Clubabend
damit zu beginnen, dass sich ein Mitglied fünf Minuten lang vorstellt.
HH: Schön für uns wäre natürlich
auch, wenn der Tagesspiegel am
Ende des Jahres einen Gründerpreis
vergeben würde.
FOTOS Kai-Uwe Heinrich, Mike Wolff, Causales/promo, promo
Eine BILANZ nach knapp fünf Jahren: Clubchef
Thomas Stannebein und Heike Harrand im Interview
KULTUR, KAPITAL,
KONTAKTE
CLUBMITGLIED
Die Agentur CAUSALES erwartet zu ihrem nächsten
Kongress Hunderte von Teilnehmern und 120 Referenten
460
reich ist in diesem Jahr
Ende Oktober werden
Gastland. Der Kongress
sich im Tagesspiegelwird ohnehin immer
Verlagsgebäude wieder
die Kulturarbeiter durch
internationaler. »20 ProTEILNEHMER sind
die Gänge schieben. Die
zent unserer Teilnehmer
2013 gekommen.
Causales Gesellschaft
kommen inzwischen
Jeder fünfte Gast
für Kulturmarketing
aus dem europäischen
stammt mittlerweile
und Kultursponsoring
Ausland«, so Walter.
aus dem europäiDarunter sind zum BeimbH bereitet in diesen
schen Ausland
spiel auch Vertreter aus
Wochen den Kulturinvest-Kongress vor, der am 30. und drei künftigen europäischen Kultur31. Oktober veranstaltet wird. Es ist hauptstädten. 2014 haben insgesamt
der fünfte Kongress, den Causales- 460 Gäste den Kongress besucht, der
Geschäftsführer Hans-Conrad Wal- Kulturmacher und Kulturförderer
ter am Askanischen Platz ausrichtet. zusammenbringen will.
»120 Referenten werden an diesen
»Wer spontan dazukommen
beiden Tagen die neuesten Trends möchte, kann sich auch noch direkt
aufzeigen«, sagt der Agenturchef an den Veranstaltungstagen anmelam Telefon.
den«, sagt Conrad. Am 30. Oktober
In den Vorträgen dreht sich al- wird übrigens auch noch der Kulturles um drei K: Kultur, Kapital und marken-Award verliehen. Die dazuKontakte. Unter anderem stehen gehörige Gala ist für den GeschäftsKulturpolitik, -management, Touris- führer der »emotionale Höhepunkt«.
musmarketing, Finanzierung, Spon- Bis dahin gibt es bei Causales aber
soring und der Einsatz von Social noch einiges vorzubereiten.
Media auf der Themenliste. FrankRITA NIKOLOW
Das Causales-Team
beim Denken:
die Geschäftsführer
Hans-Conrad Walter
und Eva Nieuweboer
MARC DRESCHER
OTIS GMBH & CO. OHG
Direktor Unternehmenskommunikation
SCM, ACE & Quality Systems
ECO Deutschland
HERR DRESCHER, WESHALB SIND
SIE DEM BERLIN MAXIMAL CLUB
BEIGETRETEN?
Ich bin seit 30 Jahren TagesspiegelLeser und dachte mir, dass der
Club gut zu uns passen könnte. Wir
wählen kritisch aus, wo wir uns
engagieren.
WELCHE ERFAHRUNGEN HABEN SIE
IM CLUB GEMACHT?
Leider habe ich es bislang nur zu
zwei Veranstaltungen geschafft. Die
Begegnungen fand ich sehr angenehm; man wird gut aufgenommen
und fühlt sich auch als »Neuer«
nicht fremd.
EIN PAAR WORTE ZUM UNTERNEHMEN...
Otis ist der Weltmarktführer für
Aufzüge und Fahrtreppen, unsere
Aufzüge bewegen rein rechnerisch
alle drei Tage die gesamte Weltbevölkerung. Unsere Geräte sind
besonders energieeffizient. Zu unseren Geschäftsfeldern gehören neben
den neuen Anlagen die Wartung,
Modernisierung und Reparatur.
WIE MOTIVIEREN SIE IHRE MITARBEITER? Indem ich versuche,
im Arbeitsalltag authentisch und
gut gelaunt zu sein.
TAGESSPIEGEL KÖPFE | 79
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Seele and Geist
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