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Ausschreibung - Stadt Büdingen

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Zylindertalers
hochalpine Zyklen
Hohe Gipfel, steile Wände, energiegeladene Kerle:
In den Zillertaler Alpen gibt es mehr hochalpine
Erstbegehungen als anderswo, wie die folgende
Chronik des neuen Millenniums beweist
>> Darshano L. Rieser
Um einen möglichst objektiven Report über die
zahlreichen Erstbegehungen der letzten Dekade
zu ermöglichen, berichte ich im Folgenden nicht
aus der Ich-Sicht, sondern, sagen wir, aus der Sicht
des rasenden Ortschronisten, aus der Wahrnehmung eines unbeachteten Hausmeisters, oder aus
der Vogelperspektive des Google-Map-Alpinwarts; außerdem schließe ich die legendäre Lärmstange und das gewaltige Dreigestirn Schrammacher – Sagzahn – Sagwand nachfolgend mit ein,
obwohl sie geologisch gesehen eigentlich zu den
Tuxer Alpen zählen, weil deren Bedeutung für diese Chronik des neuen Millenniums einfach unverzichtbar ist und ihre fast 1000 Meter hohen
Nordabstürze von den hochalpinen Protagonisten ohnehin als den Zillertalern zugehörig empfunden werden.
Ranghohen Politikern wie Präsidenten, Bundeskanzlern und Ministern wird üblicherweise
eine hunderttägige Schonfrist zugebilligt, um sich
im Amt zu etablieren. So sei dies auch ranghohen
Gebirgszügen gegönnt. Und da die Zillertaler Alpen zu den ranghöchsten der edlen Gebirge des
Alpenhauptkammes zählen, und weil sich mit dem
Ende der 1990er-Jahre nicht nur ein Jahrhundertwechsel, sondern sogar ein Jahrtausendwechsel
vollzogen hat, wurde den Zillertaler Alpen anstatt
der üblichen 100 Tage eine hochalpine Schonfrist
von 100 Wochen, also von rund zwei Jahren zugestanden. Nun sagt uns schon das kleine Einmaleins, dass der Jahrtausendwechsel am 1. 1. 2001
stattfand, nicht wie fast ausnahmslos angenommen und bombastisch gefeiert am 1. 1. 2000 (sonst
ginge ja die erste Dekade von null bis neun und
nicht von eins bis zehn – und die Zahl Zehn wäre
schon die erste Zahl der Zwanzigerreihe), sodass
diese Schonfrist Ende 2002 zu Ende war.
2003
Und wie das Leben so will, führte die Vorsehung
just in jenem Jahr just jene drei langgedienten Alpin-Haudegen an just jenen majestätischen Berg,
der für das hochalpine Klettern im Zillertaler Urgestein geradezu prädestiniert ist: an den Grundschartner. Seine rund 600 Meter lange Nordkante, die bereits 1928 von Aschenbrenner/Mayr erstbegangen wurde und unter dem Namen „Mittergrat“ beliebt und berühmt geworden ist, war,
gemeinsam mit der Fußstein-Nordkante und der
38 | BergWelten
Olperer-Nordwand, jahrzehntelang die hochalpine Paradekletterei der Zillertaler Alpen. Die noch
undurchstiegene, links des Mittergrats befindliche
Nordwand des Grundschartner-Ostgipfels, die mit
700 Klettermetern zu den höchsten Wänden der
Zillertaler Alpen zählt, trat im Juni des super­
trockenen Sommers 2003 aus dem Schatten von
„Mittergrat“ und „Plattenstreich“ und machte mit
ihrer „Silberspur“ (VII+) den Auftakt zu einer neuen hochalpinen Erschließungswelle, wie sie die
Zillertaler Alpen klettermäßig noch nie in ihrer Geschichte erlebt hatten. Sie erlaubte der Seilschaft
Darshano–Schrattenthaler–Aschenwald als Ouvertüre zu diesem Neutouren-Reigen einen Veni-vidivici-Erfolg, sprich einen Ground-up-Durchstieg,
also eine Durchkletterung der Wand und somit
Eröffnung der Route ohne vorheriges Erkunden,
auf Anhieb, in einem Tag, ohne Biwak. Damit startete eine unvergleichliche hochalpine Erstbegehungsparade, die bis auf den heutigen Tag, also
bereits mehr als zehn Jahre lang, ununterbrochen
anhält!
Schon zwei Wochen darauf folgte die gleich
rechts des Mittergrats befindliche trapezförmige
Mugler-Nordwand mit ihren grandiosen 550
Klettermetern: „Kristall“ (VI–). Gleicher Stil, gleiche
Seilschaft, gleiche Genugtuung (für die bis dahin
ebenso vom „Mittergrat“ überstrahlte MuglerNordwand und „Happy Granit“). Dass dem „Mittergrat“ so respektlos um die Ohren geklettert wurde, beutelte ihn sehr. So sehr, dass kurz darauf
unter lautem Gepolter der ganze Gletscher aus
seinem nordwestlichen Wandfußbecken brach
und ins darunterliegende Kar kollabierte.
Einige weitere Wochen später folgte der dritte
Streich dieses Sommers: die „Adler-Verschneidung“ (VI–) in der Reichenspitz-Südwand. Wieder gleicher Stil, gleiche Seilschaft, gleiche Genugtuung (diesmal vonseiten der Kletterer, die eigentlich die erste Wiederholung des vor vierzig
Jahren von Peter Habeler erstbegangenen geschwungenen Risses einheimsen wollten, dann
aber bei Ankunft auf der Plauener Hütte erfahren
mussten, dass diese längst fällige Zweitbegehung
zufällig einige Tage zuvor von den ebenfalls alpingeeichten Pfund-Brüdern erledigt worden war,
sodass die Dreier-Seilschaft als spontanes Ausweichziel die rechts vom Habeler-Riss befindliche
Bilderbuch-Verschneidung erstbeging).
Zylindertaler in Aktion:
Der Zillertaler Darshano
L. Rieser erweist dem
Berg mit seinem
Zylinderhut die Ehre. Am
NNO-Bug der Spiegelwand während der
Erstbegehung der zur
„Eldorado-Trilogie“
gehörigen Route
„Eisvogel“ (VI+)
© Anderl Aschenwald
BergWelten | 39
5
Drei Könige NW-Wand:
1
Spaten-Westwand:
1
1 Das Ei des Kolumbus
2 Zenith
3 Silber-Falke
4 Mitterer
5 Everest der Genüsse
6 Das Schwert
In der Spaten-Westwand
gab es bis zur Jahrtausendwende nur eine
einzige Route – jene der
tragisch verunglückten
Mitterer-Brüder. Erst
2004 gelangen der
Seilschaft Darshano–
Schrattenthaler–Aschenwald fünf weitere
Neutouren, wobei
Everest-Legende Peter
Habeler dazu eingeladen
wurde, bei „Everest der
Genüsse“ mit von der
Partie zu sein.
© Darshano L. Rieser
3
Myrrhe (VIII+/IX–)
4
2
6
4
3
7
Einer der Pfund-Brüder, nämlich Mike, war es
übrigens auch, der kräftig mitmischte bei der Eröffnung einer neuen Route in der Toifler-Wand, in
die der Rofan-Papst Ernst Schmid (man beachte
die höllisch-himmlische Kombination) einst (1947)
mit der holden Chrisolde (Pervoulesko) seinen Zillertal-Beitrag hineingezimmert hatte. Gemeinsam
mit Ender-Manni kletterte Mike den Toifler-NOPfeiler (VI/A0), bei dessen Standplatzsanierung im
selben Jahr auch noch der Mayrhofner Boulderhallen-Monarch Josef „Guy“ Kröll mit anpackte.
Die Plauener Hütte ist aber nicht nur Ausgangspunkt für den Reichenspitz, sondern auch für die
Spaten-Westwand. Wen wundert’s, dass der folgende Sommer die Dreierseilschaft Darshano–
Schrattenthaler–Aschenwald ebendort aktiv werden sah. In dieser wegen ihrer rauen Felsbeschaffenheit und idealen Steilheit extrem kletterfreundlichen Wand oberhalb des tiefblau glänzenden
Zillergründl-Stausees hatten die beiden Mitterer-
3 Trio Royale (VIII+)
4 Klassische NW-Wand
(V+/A0)
5 Klassik-Drift (VI+)
6 Buhls Königsgeschenk
5
(VI)
7 Kein Stein aus der
6
2004
40 | BergWelten
2
1 Das Zepter (VII–)
2 Weihrauch Chlorit &
Brüder, die inzwischen durch äußerst tragische
Kletterunfälle für immer am Berg geblieben sind,
schon vor zwölf Jahren die bis dahin einzige Linie
eröffnet. Der eingespielten Seilschaft Darshano–
Schrattenthaler–Aschenwald gelang es nun in ihrem Erstbegehungstaumel fünf weitere Linien
hinzuzufügen, wobei sie den damals immerhin
schon 62-jährigen Peter Habeler dazu einluden,
bei der Eröffnung der fünften Erstbegehung als
Kletterpartner mit von der Partie zu sein, und diese Route dann zu Ehren seines herausragenden
Everest-Erfolges und aufgrund der Schönheit der
Kletterei „Everest der Genüsse“ tauften. Die anderen Neutouren hören auf die Namen: „Ei des Kolumbus“, „Zenith“, „Silberfalke“ und „Das Schwert“.
Alle diese Spatentouren, die fast durchwegs im VI.
bis VII. Schwierigkeitsgrad angesiedelt sind, stellen lohnenswerte Delikatessen dar und freuen
sich stets auf Friends und Keile, mit welchen in
­ihnen geknobelt, kokettiert und natürlich auch
gesichert werden darf (wobei alle nötigen Haken
stecken).
Krone (VII–)
2005/2006
Der Juli 2005 sah Andi Klotz und Daniel Kopp an
den Eurerköpfen, wo ihnen unweit der Kasseler
Hütte in bestem Fels die u. a. mit Bolts abgesicherte Erstbegehung „Schönheitsfleck“ (8–) gelang.
Die Seilschaft Darshano–Schrattenthaler–Aschenwald hingegen entdeckte im Jahr nach dem Spaten-Westwand-Kehraus eine weitere hochalpine
Wand, in der sie ihren unersättlich scheinenden
Erschließerdrang lohnend befriedigen konnte
und die noch dazu mit historischer Bedeutung
aufwartete: die Nordwestwand der Drei Könige.
In ihr hatte kein Geringerer als Hermann Buhl vor
rund sechzig Jahren eine Erstbegehung begonnen (und nach zwei Seillängen wieder abgeseilt),
und in ihr gab es – ebenso wie in der Spatenwand
– erst eine einzige Route, bevor unsere drei Protagonisten Hand anlegten. Diese bis dato einzige
Route stammte von einer Seilschaft, die von Gerhard Hörhager sen., dem Vater des bekannten
gleichnamigen Sportkletterers (siehe Beitrag S.
28), angeführt wurde: Hörhager–Noichl–Kröll.
Auch in dieser hochalpinen Wand, die vom Naturparkhaus Ginzling aus zu sehen ist, wenn sie am
Horizont des Floitenkamms in der Abendsonne
glüht, gelangen dem Trio unter der bewährten
Führung des Zylindertalers Darshano fünf weitere
eigenständige Erstbegehungen vom VI. bis zum
unteren IX. Schwierigkeitsgrad: „Buhls Königs­
geschenk“, „Trio Royale“, „Weihrauch, Chlorit &
Myrrhe“, „Das Zepter“ und „Kein Stein aus der Krone“. Trotz der doch ansehnlichen Schwierigkeiten
benutzten sie auch hier keine Bohrhaken, sondern
ausschließlich Normalhaken, Keile, Cams und
Sanduhrschlingen.
In der Nordwestwand der
Drei Könige gelangen der
Seilschaft Darshano–
Schrattenthaler–Aschenwald sechs bohrhakenfreie Erstbegehungen mit
Freikletterschwierigkeiten bis zum IX. Grad.
© Darshano L. Rieser
2007
Die jungen Kletterstars David Lama und Jorg Verhoeven begannen damit, das Sportklettern, das
im High-End-Bereich schon den 11. Grad erreicht
hatte, mit etwas Sicherheitsabstand in Mehrseillängen-Routen umzusetzen und schufen – anfangs noch in Talnähe und mit Bohrhaken – Neutouren, deren erste Wiederholungen sich zumeist
BergWelten | 41
Mit der Erschließung der
Spiegelwand dürfte der
Zylindertaler das
„Missing Link“ für
alpin-interessierte
Sportkletterer und
Steilwand-Abenteurer
gefunden haben:
14 der 22 Erst­bege­
hungen dort hat er mit
Normalhaken und
Sanduhrschlingen (keine
Bolts!) so abgesichert,
dass sie von Wieder­
holern zügig im
„Quick-Trad-Stil“
geklettert werden
können. Die Spiegelwand
ist dadurch binnen
kürzester Zeit zu einer
der meist bekletterten
Wände der Zillertaler
Alpen avanciert.
© Darshano L. Rieser
Darshano und Franz „Fränky“ Heim sicherten.
Nicht zu den schwersten, aber sicherlich zu den
schönsten zählen „Jamalot“ (8+) und „Broken
Banana“ (8+).
2008
Lama und Verhoeven legten, inspiriert durch den
ethisch sauberen, bohrhakenfreien Erstbe­
gehungs-Stil des Zylindertalers, jetzt auch hoch­
alpin nach: „Desperation Of The Northface“ (IX–)
am Sagwandpfeiler, und, an der Blaser-NWWand, eine alte Aschenwald-Route kreuzend,
„Der Katha Geht Die Flatta“ (VIII+). Interessant dabei ist, dass ausgerechnet in dieser Wandflucht,
die übrigens dem Genießerberg der Mayrhofner
Bergbahnen, also dem Skigebiet „Ahorn“, gegenüberliegt und von dort gut eingesehen werden
kann, bei zwei hochalpinen Erstbegehungen
Frauen im Spiel waren: und zwar 1985 (Darshano
mit der Senior-Kletterin Hermi Lottersberger beim
„Hermi-Pfeiler“) und 2008 (David und Jorg mit
Weltcup-Kletterin Katharina Saurwein, die übrigens auch vorausstieg – und zwar maß-, namensund stoffgebend).
Auch der Sportkletter-Weltmeister der Bergführer, Mathias Schiestl, eröffnete mit dem Bergführerkollegen und Salewa-Pro Daniel Kopp eine
Neutour: die NW-Kante (V–) an der Gefrorenen
Wand rechts der Habeler-Route.
2009/2010
Das Phänomen „Spiegelwand“ begann Schwung
aufzunehmen. Darshano, der von Anderl Aschenwald als „Erfinder“ dieser in mehrfacher Hinsicht
einzigartigen Wand und ihrer Möglichkeiten bezeichnet wird, kehrte – nachdem ihm bereits vor
zehn Jahren mit der Allround-Koryphäe Hans­
peter „Jesus“ Schrattenthaler eine Erstbegehung
in dieser Wand gelungen war – endlich zu ihr zurück. Diesmal mit Anderl, Fränky und Peter.
Die neue Maxime lautete: einen Gutteil der
Routen wiederholerfreundlich eingerichtet zu
hinterlassen und somit eine Renaissance des Alpinkletterns einzuleiten, wofür diese Wand durch
den kurzen Zustieg, die kaum vorhandenen objektiven Gefahren und den gemütlichen Abstieg
prädestiniert zu sein schien. Zwar nach wie vor
ohne Bohrhaken, aber mit ausreichend Normalhaken und Sanduhren abgesichert, sodass alpine
42 | BergWelten
Einsteiger nicht zu Tode stürzen müssen, wenn sie
nicht geistesgegenwärtig, geschickt oder cool genug sind, im richtigen Augenblick den richtigen
Keil im richtigen Placement aus der richtigen Kletterstellung unterzubringen. Wo sie es aber üben
können, bis sich Routine einstellt, sodass sie langsam, aber sicher in das eigenverantwortliche Klettern hineinwachsen und dem Abenteuer mehr
Raum geben können, sodass der Fels, der durch
die modernen Bohrhakenlinien oft nahezu nur
mehr Sportgerät ist, wieder zum gebührenden
Naturereignis wird.
Mit Darshano als vorwiegend Seilschaftsführendem wurden zwei Dutzend wunderschöne
Neutouren eröffnet, zwei Drittel davon wurden in
einem Zustand – gesichert mit Normalhaken und
Sanduhren – hinterlassen, der Wiederholungen
im „Quick-Trad-Stil“ zulässt und somit relativ kugelsicher genießbare Kletterabenteuer ermöglicht. Die Gliederung dieser Routen in sieben philosophisch gefasste Trilogien haucht der Wand
zusätzliches Leben ein, verschafft ihr einen unverwechselbaren Charakter und gibt sportlich ambitionierten Alpinkletterern Ansporn für Enchaînements.
Umgeben von Hochfeiler, Schrammacher, Fußstein, Olperer, Gefrorener Wand und Hohem Riffler, von Furtschaglhaus, Olpererhütte, Friesenberghaus, Dominikushütte, Schlegeis-Restaurant
und dem türkisgrünen Schlegeis-Stausee mit seiner atemberaubend überhängend glatten Staumauer, befindet sich die Spiegelwand in einem
Ambiente, wie es majestätischer nicht sein könnte. Nur wenige Routen verlangen die Beherrschung des VIII. bzw. IX. Grades, der Gutteil der
Routen liegt im VI. und VII. Schwierigkeitsgrad.
Kein Wunder, dass einige Routen bereits viele Wiederholungen und beste Kritiken erhalten haben
und dass die Spiegelwand in kürzester Zeit zu einer der meist bekletterten hochalpinen Wände
der Zillertaler Alpen avanciert ist.
Im Dezember 2009 eröffneten die Eiskletterstars Albert Leichtfried und Benni Purner dann in
der NW-Grat-Nordseite der Sagwand die EisMixed-Route „Moonwalk“ (WI6 M7, 1000 m) und
im Dezember 2010 holten sich David Lama, Jorg
Verhoeven und Heiko Wilhelm die erste Winterbegehung der Nordwand-Diagonale bis zum Gipfelgrat des Schrammacher (IV, M3/4, 700 m).
7
8
11
12
13a
13 + 14 + 15
16
17a
17b
17 + 18
19 20
21
1 bis 6
17a
7
11
*
**
*= 9
** = 10
14
15
8
12
21
13
14 + 15
20
16
17
19
18
Die sieben Spiegelwand-Trilogien (von Ost nach West)
NORDOSTWAND (verdeckt)
Evviva-Trilogie:
1 Viva Maria, VII–
2 6 giorni di decenne Chiara, VI+
3 7 Tage vor Al DanElli, VI+/VII–
NORDNORDOST-BUG
Ethno-Trilogie:
7 Die Kinder froh-spiel-gesund, VI+
8 Die Kinder vom Spiegelgrund, VII–
9 Die Kinderschar kunterbunt, VI+
Exlibris-Trilogie:
4 Roter Punkt aus Wolfsblut, VI–/VI
Jack-London-Ausstieg, VIII–/VIII
5 Siddartha-Sinter, VI+/VII–
6 Thrill Eulenspiegel, VI+/VII–
Eldorado-Trilogie:
10 Eisvogel, VI+
11 Quarz-Leopard, VI+/VII–
12 Granit-Alligator, VII+
Nordnordwest-Sporn/Eingang zu den sieben Trilogien:
Tor der 7 Spiegel, V+/VI– (ganz rechts, nicht mehr im Bild)
2011
Mit neuen Mehrseillängenrouten an den Taufenkopf- und Kaselerwänden begann der genauso
umtriebige wie coole und leistungsfähige Uwe
Eder gemeinsam mit Darshano und Fränky, aber
auch in Seilschaft mit anderen Freunden eine
neue Erschließungswelle im talnahen und mittleren Bereich einzuleiten. Die vorangegangene tal-
NORDWAND
Ether-Trilogie:
13 Der geschniegelte Pater, VIII–/VIII
13a Paternoster-Ausstieg, VII–
14 Der gestiefelte Kater, VII–
15 Der gespiegelte Vater, VIII/VIII+
Égalité-Trilogie:
16 Weddingbells, VII+/A0 bzw. IX–
17 Old Shatterhand, VII–
17a Winnetou-Ausstieg, VII–
17b Cold-Schottahand-Ausstieg, VIII–/VIII
18 Der Schulterklopfer, VII-/VII
Ethik-Trilogie:
19 Bold 9,58, VII–/VII
20 Friend 2,57, VII–/VII
21 End 2056, VII–
nahe Erschließungswelle, deren Aktivitäten haupt­
sächlich auf Reinhold Scherer – den Mastermind
des Sportkletterns in Österreich und inspirierenden Steilwand-Skiartisten – und mitunter auch
auf Uwe zurückgingen, lag nun schon rund zehn
Jahre zurück, doch im Unterschied zu damals wurde jetzt – speziell im Doppel-Quartett rund um
„Sei Poet“ und „Be cool“ – fast durchwegs auf Bolts
BergWelten | 43
Lärmstangen-Ostwand:
„Irrfahrt der Jugend“ in der
Lärmstangen-Ostwand
wurde 1982 von Darshano
L. Rieser und Paul Koller
mit nur sieben Zwischenhaken erstbegangen.
Seither rankte sich um die
Wand ein regelrechter
Mythos. Die erste
Wiederholung der Route
– 29 Jahre später – durch
Weltcup-Gesamtsieger
Jorg Verhoeven und
Staatsmeister Mark Amann
im Jahre 2012 wurde für
den NKBV Alpin-Award
nominiert. Man darf
gespannt sein, ob bis zur
dritten Begehung der
Lärmstange weitere 29
Jahre vergehen werden
oder ob der Nimbus nun
gebrochen ist.
© Darshano L. Rieser
verzichtet und: Diese Erschließungswelle zog
diesmal immer weitere Kreise. Immer mehr Kletterer begannen – vor allem motiviert durch Uwe –
Mehrseillängen-Routen einzurichten. Inzwischen
sind rund vierzig (!) Erstbegeher im Zillertal aktiv
(siehe Factbox).
Als Übergang zur hochalpinen Saison gelang
Darshano – auf Initiative von Fränky – mit ihm und
Anderl als Seilschaftsdrittem mit der Erstbegehung „Schwindelfrei“ (VII+) noch ein kleines Gustostückl, indem er eine – natürlich auch hier wieder bohrhakenfreie – Routenlinie durch den steilen Wandgürtel der Reatwand rechts der Lachtalscharte fand, die bisher alle geheimen Aspiranten
wegen des stark überhängenden oberen Wandteils und der „Kalkkögel-Felsqualität“ abgeschreckt hatte.
Im Sommer und Herbst fand dann einerseits
die bohrhakenfreie Erschließung der Spiegelwand durch Darshano, Fränky und Anderl mit einigen letzten Neutouren ihren vorläufigen Abschluss, andererseits eröffnete Daniel Kopp mit
44 | BergWelten
seinem Bergführerkollegen Andi Nothdurfter als
Kontrast dazu eine Bohrhakenroute durch die
­Olperer-Nordostwand, die bis dahin frei von
Bolts gewesen war, und schuf damit eine hochalpine „Plaisir“-Route, den „Bergführerweg“ (V+/A0,
Stände und Zwischensicherungen gebohrt). Am
anderen „Ende“ der Schwierigkeitsskala richtete
Kopp mit Mathias Schiestl eine Route am Reichenspitz-SW-Pfeiler ein, die zwar noch nicht
vollständig rotpunkt geklettert ist, aber in etwa im
oberen IX. Schwierigkeitsgrad einchecken dürfte.
Somit hat Kopp nach 2005 („Schönheitsfleck“)
auch 2011 den Bohrhaken im hochalpinen
Schwierigkeitsklettern etabliert und bestätigt.
Im krassen Gegensatz dazu sorgte ein Abenteuer der ganz anders gewürzten Sorte für einen
Paukenschlag: Dem Weltcup-Gesamtsieger von
2008, Jorg Verhoeven aus Utrecht, gelang in einer
internationalen Seilschaft mit dem Speed-Staatsmeister, -Weltcupsieger und Kletter-Landestrainer
Mark Amann aus Vorarlberg die zweite Begehung
der am Rande des Hintertuxer Gletschers großteils überhängend emporragenden Lärmstange.
Um die bereits 1982, also 29 Jahre zuvor, von Darshano L. Rieser und Paul Koller mit nur sieben (!)
Zwischenhaken erstbegangene LärmstangenOstwand, die geologisch gesehen übrigens der
erlesenen Gesteinsart Marmor zuzuordnen ist,
und schon Größen wie Hermann Buhl zum Rückzug gezwungen hatte, rankte sich seither ein regelrechter Mythos. Alle noch so ambitionierten
und namhaften Wiederholungsanwärter bissen
sich trotz verbessertem Material und zum Teil mitgebrachter Beherrschung des zehnten Schwierigkeitsgrades an dieser ursprünglich mit VII+ bewerteten Route die Zähne aus. Verhoeven und Amann
werteten das Lärmstangen-Testpiece „Irrfahrt der
Jugend“ in den achten Grad auf und bezeichneten
die Route als „das Wildeste, was sie bisher alpin
gemacht haben“.
Ergänzend: Der Lärmstangen-Nordostgrat, der
von Zillertaler Bergführern vor einigen Jahren mit
Bolts saniert wurde (Standhaken und Zwischenhaken), ist seither ziemlich beliebt (IV+, 300 m).
Furchteinflößende Blicke in die Lärmstangen-Ostwand sowie die Nähe des Hintertuxer Gletschers
geben der Tour ein besonderes Flair.
Im November gelang dem Mitglied des DAVFrauen-Expeditionsteams Charlotte Gild gemein-
sam mit Berni Bliemsrieder, Uli Viertler und Seppi
Rottmoser die zweite Winterbegehung der Nordwand-Diagonale am Schrammacher und im Dezember legte David Lama sein erstes Solo an der
Sagwand hin: die Westliche Nordwandrinne mit
der Erstbegehung des „Lama-Ausstiegs“ (5m 90°,
Rest 50–75°). Im April dieses Jahres hatte sich David bereits mit zwei Brettln die Sagwand-Nordseite hinuntergestürzt: Erste Steilwandbefahrung
der Nordflanke (50–55°, 800 m, solo) und erste
Steilwandbefahrung des Nordcouloirs (45–50°,
600 m) mit Reini Scherer. Beide Linien sind klassikerverdächtig!
2012
Inspiriert von den sieben Spiegelwand-Trilogien
bereitete der vielfache Solo-Kletterer aus Mayrhofen, Tschak Gredler, der teilweise auch mit
Johnny Egger aktiv ist, eine Trilogie durch die drei
Wände hinauf zum Skigebiet Penken vor und lud
Darshano zur ersten Rotpunktbegehung und zugleich ersten Enchaînement-Begehung ein. Auch
die Erstbegeher Christian Steger, Lois Stöckl und
Florian Wechselberger folgten diesem Beispiel
und schufen ein bolt-gesichertes Trilogie-Pendant
hinauf zum Actionberg der Mayrhofner Bergbahnen.
Hochalpin gelang Daniel Kopp im Sommer die
erste Solobegehung des Habeler-Risses am Reichenspitz, während sich Anderl Aschenwald wieder vermehrt als Bergführer zur Verfügung stellte
und sich privat – wie an der Spiegelwand mit der
Linie „Weddingbells“ (VII+/A0) – mit Schwiegersohn Peter Summerer heuer an der Wilhelmer
Ostwand verwirklichte, und zwar durch die Erstbegehung des „Schotta-Pfeilers“ (VIII), der zur Bestätigung der Schwierigkeitsbewertung auf Wiederholer wartet.
Auch die Sagwand bekam 2012 einige Kratzer
ab: Im März machte David Lama einen auf Bonatti
und eröffnete solo die extrem anspruchsvolle
Neutour „Badlands“ (VI+/VII–, M5, WI4, A1, 700 m).
Nach dem Motto „I’ll be back!“ schlug er im November mit Florian Klingler links von „Badlands“
noch einmal zu („Lama-Klingler“, M5/6, 80°, 550 m)
und bretterte im Dezember ein weiteres Mal solo
die Nordseite hinunter: erste Skibefahrung der 45°
steilen Nordrinne der Hohen Kirche am rechten
Ausläufer der Sagwand. Wie man sieht, sind hier,
im oberen Stockwerk der „Ewigen Jagdgründe“,
nicht nur die stillen „Einsamen Jagdgründe“ zu
Hause, sondern auch die „Eisigen Jagdgründe“.
2013
Bereits im März ging die nächste Sensationsmeldung von der Sagwand durch die Presse: die erste
Winterbegehung vom legendären „Schiefen Riss“.
Dieses 800 Meter hohe Bravourstück von Hias Rebitsch am Sagwandpfeiler aus dem Jahre 1947
wurde wegen eines angeblichen Felsausbruchs
über lange Zeit für nicht mehr kletterbar gehal-
Darshano unter dem
überhängenden „Ei des
Kolumbus“ während der
gleichnamigen Erstbegehung in der Spaten-Westwand in dem für ihn
typischen Stil: keine
Bohrhaken, reine
Freikletterei, von unten
eröffnet
© Hanspeter „Jesus“
Schrattenthaler
BergWelten | 45
Namensgebende
Felsnase: „Das Schwert“
(VI+), Spaten-Westwand,
2004
Rechts: Die Crux von
„Kein Stein aus der
Krone“ (VII–), Drei Könige
Unten: Peter Habeler (li.)
und Darshano L. Rieser
nach der Olperer-Nordwestwand
© Hanspeter Schrattenthaler
(oben), Anderl Aschenwald
(unten)
ten. Erst 29 Jahre später bewiesen Heinz Mariacher, Peter Brandstätter und Hans Hölzl in bester
Lynn-Hill-Manier („It goes, boys!“) das Gegenteil;
Darshano stürmte 1982 mit Anderl gar in sechseinhalb Stunden durch den „Schiefen Riss“ und
bescherte der Eiger-Nordwand der Ostalpen, wie
die Sagwand auch genannt wird, ihre schnellste
Begehung. Und jetzt, 2013, wurde sie von Hansjörg Auer, David Lama und Peter Ortner also erstmals im Winter erklommen! Erklommen im wahrsten Sinne des Wortes, denn der einhellige Kom-
mentar der drei „Frozen Lopsided Crackies“ nach
zweitägiger Fels- und Mixedkletterei bei extremen Minusgraden war: die härteste Biwaknacht,
die sie je hatten!
Trotzdem kehrte David zwei Monde später zur
Kreissäge zurück und eröffnete bei winterlichen
Verhältnissen free solo den Sagwand-Mittelpfeiler (800 m, M5/6), der zwischen der „Rieser/Lindner“ (Darshano 1979) und dem klassischen Nordpfeiler (Aschenbrenner/Mariner 1939) nach links
ausschweifend zum Gipfel führt. Durch diese So-
Kreativ und stark: die Erstbegeher im Zillertal
Da sind einmal die üblichen Verdächtigen, die mit
dem Chronisten dieses Beitrags unterwegs sind,
sprich Hanspeter „Jesus“ Schrattenthaler und Anderl
„Schotta“ Aschenwald, mitunter Peter Summerer und
zuletzt vermehrt Franz „Fränky“ Heim – aber unabhängig auch Uwe Eder, Daniel Kopp und die PfundBrüder, vor allem der nerven- und bärenstarke Mike.
Zunehmend hinterlassen aber auch junge Kletterstars wie David Lama, Jorg Verhoeven, Katharina
Saur­wein, Hansjörg Auer, Peter Ortner, Albert Leichtfried, Mark Amann, Benni Purner und Konsorten ihre
hochalpinen Spuren in den Zillertaler und Tuxer Alpen. Und wenn man den talnahen und mittelhohen
Bereich noch dazunimmt, sind es gar an die rund
vierzig Erstbegeher, die im Zillertal in den letzten Jahren mehrseillängenmäßig aktiv geworden sind.
46 | BergWelten
Hochalpin: Darshano L. Rieser, Hanspeter „Jesus“
Schrattenthaler, Anderl „Schotta“ Aschenwald, Franz
„Fränky“ Heim, Peter Summerer, Uwe Eder, Mathias
Schiestl, Mike und Tom Pfund, Manni Ender, Daniel
Kopp, Andi Klotz, Andi Nothdurfter, David Lama, Jorg
Verhoeven, Kathi Saurwein, Hansjörg Auer, Peter Ortner, Florian Klingler, Albert Leichtfried, Benni Purner
Talnah: Uwe Eder, Kristina Graf, Darshano L. Rieser,
Franz „Fränky“ Heim, Mike Pfund, Günter Mitterer (†),
Roland Messer, Tschak Gredler, Johnny Egger, Christian Steger, Flori Wechselberger, Stöckl Lois, Hermann
Schiller, Benni Bliem, Michl Schragl, Reinhold „Noscht“
Gruber, Franz Kröll, Mike Kreidl, Wolfgang „Wolle“
Rauch, Guy Kröll, Fritz Amann, David Lama, Jorg Verhoeven (Stand 2013)
Eis: Barni Schiestl, Martin Höllwarth, Daniel Kopp
lo-Erstbegehung erst recht auf den Geschmack
der Zweifuß-Seilschaft gekommen, kraxelte David
im Sommer noch allein durch die alte Nordwand
(IV) und eröffnete im Dezember – wieder partnerbefreit – eine weitere Neutour an der Sagwand:
die nur lumpig absicherbare Hohe-Kirche-Nordverschneidung (90°, WI 4, M4/5, VI+/VII–). Hut ab.
Diese kühnen „David gegen Goliath“-Aktionen
dürften wohl der nächste große Eiskletter-Meilenstein nach der „Krönung“ (Darshano/Schrattenthaler 1989, AVF Zillertaler Alpen, Nr. 1829)
sein. Es ist also nicht verwunderlich, dass David
Lama kurz nach diesen Husarenstücken an der
Sagwand auch das sensationelle Kunststück gelang, dem Cerro Torre die geschichtsträchtige erste freie Begehung der mythischen Kompressorroute abzuluchsen.
Aber jetzt von der Sagwand, vom „Schiefen
Riss“, oder, wie er auch genannt wird, vom „Schrägen Riss“, zur „Schrägen Welt“. Franz „Fränky“ Heim,
der ebenso sympathische wie talentierte Spätberufene, aber hurtig promovierte Neutour-Vorsteiger, war es, der die Wand dazu entdeckte und die
Initiative entwickelte, in sie einzusteigen: die Torwand am Torsee. Idylle par excellence. Fränky und
Darshano eröffneten die Route „Schräge Welt“
(VI+/VII–) und entdeckten dabei in schräger Entfernung die Riffler-Mauer-Westwand, wo ihnen
2014 (nach Redaktionsschluss A) mit „Es werde
Licht“ (VI+/VII–), ein weiteres Alpin-Ambrosia gelang. Apropos Entfernung: „Far Away“ oder „Weit
von Zeug“ heißt jene Neutour in einer anderen
Ecke der Zillertaler Alpen, die der inzwischen dreifache Kletterweltmeister der Bergführer, Mathias
Schiestl, als Seilschaftsführender mit Anderl
Aschenwald und Peter Summerer in der Westwand der Maderegglspitze eröffnet hat (VII–),
kurz nachdem Darshano mit Anderl links davon
die Erstbegehung „Apogäum“ (VII) auf einen noch
unbenannten Gipfel gelungen war, der angesichts
der damals kurz bevorstehenden Geburt von Darshanos zweitem Sohn in der nunmehr siebenköpfigen Familie Joshua-Spitze getauft wurde. Und
obwohl diese hochalpinen, bis zu 300 Meter hohen Westwandfluchten südlich des Grundschartners nur über einen Steig erreichbar sind, der vom
Stilluppgrund aus in drei- bis vierstündigem
Marsch bewältigt werden muss, wird man wohl
noch einiges von diesen „Westalpen Österreichs“
zu hören bekommen.
„Weihrauch, Chlorit &
Myrrhe“ (VIII+/IX–) an
den Drei Königen gehört
nach „Steps across the
border“ (X–) mit zu den
schwierigsten hochalpinen Erstbegehungen
Darshanos (hier bei der
Rotpunkt-Durchsteigung
der Schlüsselseillänge).
© Hanspeter Schrattenthaler
Links:  „Die Krönung“ hat
eine bewegte Geschichte:
gescheiterte Versuche
1986 und ‘87, schließlich
Vollendung durch
Darshano/Schrattenthaler 1989 und gleich
darauf Zweitbegehung
durch Orgler/Wiedmann
im Glauben einer
Neutour (1990), bis sie
am Ausstieg auf
Abseilhaken der
Erstbegeher stießen. Hier
im Bild schwingt „Jesus“
das damals noch
primitiv-stockgerade
Eisgerät.
© Darshano L. Rieser
Literatur und Webtipps
Walter Klier: Alpenvereinsführer Zillertaler Alpen,
12. Auflage, München 2013.
http://darshano.klettergaudi.com/
Uwe Eder: Mehrseillängen-Routen im Zillertal,
Topo-Kletterführer, Vertical-Life (in Vorbereitung)
BergWelten | 47
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Seele and Geist
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