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"Was hat es mit Ostern auf sich - Baptistengemeinde Mollardgasse

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"Was hat es mit Ostern auf sich?"
Am Karfreitag in der Nacht war ich wieder mit 2 Freundinnen unterwegs zu den Prostituierten
im 15. Bezirk. Wir brachten ihnen kleine Ostergeschenke. In jedem dieser liebevoll
zusammengestellten Säckchen war ein mehrsprachiger Bibelvers, Süßigkeiten und ein kleines
Schaf aus Schokolade. Als ich einer Österreicherin eines mit einem schwarzen Lamm
überreichte, wies sie es zurück. Sie wollte ein weißes – ein schönes, reines haben. Das
schwarze Schaf in der Familie war sie ja selber. Ich fragte sie, ob sie weiß, was es mit dem
Lamm und Ostern auf sich hat. Da stellte sich heraus, daß sie überhaupt keine Ahnung über
die Bedeutung von Ostern hatte und sie fragte mich danach.
Was hättet ihr Isabella geantwortet? Hättet ihr gesagt: „Jesus ist das Lamm Gottes, das die
Sünde der Welt hinwegnimmt“? Hätte Isabella das verstanden? Gab es ein Lamm mit dem
Namen Jesus? Und was hat das denn mit Sünde zu tun? Und die Welt – was hat die damit zu
tun?
Am 3. Tag nach der Ermordung von Jesus stellten sich 2 Freunde von ihm ebenfalls viele
Fragen. Sie konnten die grauenhaften Vorgänge der letzten Tage in Jerusalem über die
Verurteilung und Hinrichtung ihres Freundes Jesus nicht einordnen. Sie packten diese Welt
nicht mehr. Als sie auf dem Weg nach Emmaus gingen, schloß sich ihnen ein Unbekannter
an. Dieser machte ihnen klar, warum es nötig war, dass der Christus zuerst leiden mußte. An
Hand der bekannten geistlichen Schriften, beginnend mit Mose bis zu den Propheten, erklärte
er ihnen, daß alles so kommen mußte.
Oft dachte ich mir, ich wäre sehr gerne auf diesem Weg nach Emmaus mitgegangen. Diese 11
km von Jerusalem nach Emmaus. Wann ist dieser Unbekannte wohl zu ihnen dazugestoßen?
Vielleicht waren es 2 Stunden, die er Zeit hatte, um den beiden Männern Zusammenhänge
aufzuzeigen. Die Bibel teilt uns mit, daß dieser Unbekannte der auferstandene Jesus war, der
seinen perplexen Freunden die Augen öffnete über die unfaßbare Strategie Gottes, Menschen
wieder in die Freiheit einer Gottesbeziehung zu führen. Was mag wohl der Inhalt dieser
Erklärung gewesen sein? Im Lukas-Evangelium wird uns darüber nur gesagt: „Jesus öffnete
ihnen die Schriften“. Was genau hat er ihnen da erklärt?
Begann Jesus mit der Schöpfung?
Wie ging die Erschaffung der Welt vor sich? Gott sprach: „Laßt uns Menschen machen in
unserem Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Schöpfung. Gott segnet sie, als
Mann und Frau. Dieser Segen zeigt sich in Fruchtbarkeit und Vermehrung. Gott gibt alles
zur Versorgung. Gott sagte nach seiner grandiosen Schöpfung „es war sehr gut.“
Der Anfang ist hervorragend, sehr gut gemacht. Alles paßt. Es gab die optimalen, perfekten
Voraussetzungen für ein gelingendes Leben. Von allem war genug da. Vielfalt der Schöpfung,
unverletzt, bunt, sprießend, gesund, unverdorben. Und der Mensch darin hat eine besondere
Rolle. Er ist nach Gottes Ebenbild geschaffen – das heißt mit der Kraft zu erschaffen, Neues
zu erfinden, Verantwortung zu tragen, bewußt Entscheidungen zu treffen über andere
Lebewesen. Von allen Wesen traut er nur ihm das zu. Gott stattet den Menschen herrlich aus
– und gibt ihm körperliche und geistige Aufgaben. Der Mensch, Adam, war in jeder Hinsicht
offen gegenüber Gott und ebenfalls offen, gegenüber anderen Menschen. Es gab nichts zu
verstecken, nichts wofür er sich schämen mußte. Es war alles schön, frei, herrlich. Gott und
der Mensch hatten eine Beziehung, der Mensch konnte Gott sehen und hören und umgekehrt.
Das war so normal, so schön, so selbstverständlich und unkompliziert.
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Doch dann passierte der Supergau. Der Mensch, der ausschließlich gute Erfahrungen mit
Gott hatte, war bereit, auf eine Stimme zu hören, die ihm einraunte: „glaub Gott nicht, er
enthält Dir das Beste vor. Er ist nicht vertrauenswürdig. Hör auf mich.“ So etwa lautete die
Einflüsterung der Schlange. Wie kam diese dazu, so zu agieren? Gottes Gegenspieler, ein
einst herrliches Geschöpf, wollte genau so sein wie Gott, sein Schöpfer. In seiner
Überheblichkeit wollte er selbst Gott verdrängen und als Folge dessen wurde er von Gott aus
dem Himmel verwiesen. Er wurde auf die Erde gestürzt. Er zeigte sich bald als erbitterter
Gotteshasser. Er wurde zum erklärten Feind Gottes. Gott hatte ihn durchschaut. Daher galt es
nun dessen Schöpfung zu zerstören. Wenn er schon nicht mehr im Himmel sein konnte, so
sollten auch Gottes andere Geschöpfe, die so sehr Gottes Ebenbild widerspiegelten, zerstört
werden. An Gott selber konnte Satan nichts ausrichten – aber Rache wollte er an ihm nehmen.
Wie? Diese Rache sollte durch die Vernichtung der Menschen, den Lieblingsgeschöpfen
Gottes, erfolgen. Und es gelang ihm, das zu säen, was letztlich die völlige Zerstörung der
Beziehung von Mensch und Gott brachte – er säte Zweifel an dem Schöpfer in die Gedanken
des Menschen. Er bezichtigte Gott als Lügner. Er malte von Gott ein Bild als Lügner – so als
wäre Gott das, was er, Satan, selber war. Und der Mensch erlaubte ihm, daß dieser
zerstörerische Same sich in ihm breit machte, gab ihm Zeit zu wachsen. Er glaubte Satan und
stempelte damit Gott zum Lügner.
Das bewirkte etwas im Menschen. Es ging ein Riß, wir nennen es die Sünde, durch die
Beziehung mit Gott. Aber da Gott heilig ist, nämlich frei von allem Bösen, stand ab diesem
Zeitpunkt des Mißtrauens Gott gegenüber, etwas zwischen Mensch und Gott. Der Mensch
hatte beschlossen, sich auf die Seite dessen zu schlagen, der Gott mißtraut. Der Mensch litt
zwar unter dem Bösen, er wurde dennoch zunehmend unfähig, anders als böse zu denken und
zu handeln. Er hatte sich entschieden, Satan zu glauben, und der ließ ihn fortan auch nicht
mehr los. Satans Geflüster klang zu reizvoll und war doch so zerstörerisch. Der Versucher
hatte den Menschen gesucht und versucht. Schließlich war es für den Menschen eine Sucht zu
tun, was der Böse ihm sagte. Er hatte gelernt, Lügen zu glauben. Diese Lügen zerstörten
zunehmend sein eigenes Leben, das Zusammenleben mit anderen Menschen und die
Schöpfung, die ihm anvertraut war. Er hatte die Fähigkeit verloren, die Wahrheit zu erkennen.
Ohne den hilfreichen Geist des Schöpfungsgottes stürzte er dessen herrliche Schöpfung in ein
grauenhaftes Chaos. Diese unbeschwerte Beziehung zu seinem Schöpfer war verschwunden.
Gott aber wollte, daß ein sündenvergiftetes Leben beim Menschen nicht ewig dauern sollte.
Daher hatte er Adam darüber informiert, daß er an dem Tag, da er von der einzigen, ihm
verbotenen Frucht essen sollte, sterben würde. Wenngleich sein Körper danach noch einige
Zeit lebte, so war doch in ihm das Lebenselixier erstorben - das Vertrauen zu Gott seinem
Schöpfer. Gott setzte dem körperlichen Leben des Menschen mit dem Tod ein Ende. Der Tod
– ein Schrecken für die Menschen und doch ein Akt der Gnade Gottes. Gott wußte, daß Leben
ohne dem Lebensgeber und –erhalter ins Verderben zieht.
Der Mensch merkte ab diesem Sündenfall, daß er ohne Gott ständig mehr ins Chaos
abrutschte. Er suchte ab und zu Gott – sein von Satan beeinflußter, verwirrter Geist konnte ihn
aber nicht mehr hören, nicht mehr so wahrnehmen wie vorher. Wie mit einer falschen Brille
nahm er verzerrte Bilder auf und dachte, diese seien die Wahrheit. Jener Teil im Menschen,
der nur durch Gott ausgefüllt werden konnte, blieb leer. Also begann der Mensch sich selber
Götter zu machen, die seinen Vorstellungen entsprachen und erlaubte diesen Göttern Macht
über ihn auszuüben. Und mit diesen Göttern kam die Angst. Gesteuert von Satan, der seinen
Plan, Gott zu spotten umsetzte, betete er Gottes Schöpfung an. Der Mensch schnitzte sich
Statuen, er wollte Naturphänomene durch Opferungen besänftigen, der verwirrte menschliche
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Geist suchte auf viele absurde Arten die Einsamkeit ohne Gott zu betäuben. Ohne es zu
merken, beteten die Menschen schließlich sich selber an. Denn sie wollten ja sein wie Gott;
doch ohne Gott, der ihnen die Freiheit zu entscheiden schenkte, waren sie Satan und seinen
zerstörerischen Lügen hilflos ausgesetzt. Der Mensch wollte die Freiheit, was er jedoch
bekam, als er Satan mehr vertraute als Gott, war der Zwang Dinge zu tun, die ihn und andere
zerstörten.
Gott suchte Wege, um die Menschen zu erreichen. Er sprach einzelne Menschen an, die offen
für ihn waren. Abraham zeigte er seine Größe, indem er ihn auf die scheinbare Unendlichkeit
des Sternenhimmels hinwies und sagte, er habe diesen geschaffen. Er wollte Abraham das
Wichtigste beibringen – nämlich: es ist das Mißtrauen Gott gegenüber, das den Menschen
vom wahren Leben fernhält. Es ist das Vertrauen zu Gott, wo der Mensch erfülltes Leben
erfährt.
Abraham war wie alle Menschen vom Sündenvirus infiziert. In vielen Handlungen zeigte sich
das. Aber er wollte Gott vertrauen und war bereit Gott das auch zu beweisen. Auf Gottes
Befehl hin war er bereit, seinen geliebten Sohn Isaak zu opfern. Doch der heilige Gott will
keine Menschenopfer, er will Gottvertrauen. Abraham vertraute Gott. Und dies war der
Anfang einer neuen Geschichte mit Menschen. Abrahams Sohn Isaak und dessen Sohn Jakob
hatten Gottesbegegnungen und sollten Gott besser kennenlernen. Aus ihnen wollte Gott ein
Volk erstehen lassen, durch das andere Völker lernen könnten, wie es sich lebt, wenn sie dem
Schöpfer-Gott vertrauen und nicht wie alle anderen ihren eigenen zerstörerischen
Vorstellungen nachgehen.
Doch bis es dazu kam, vergingen viele hundert Jahre. Die Nachkommen Jakobs, der später
Israel genannt wurde, landeten in Ägypten. Ein Sohn Israels, mit Namen Josef, hatte eine
enge Gottesbeziehung. Daher konnte der Rettergott, durch ihn Menschen von einer
Hungersnot retten. Gott wollte sich mitteilen, wollte, daß Menschen seine Güte und Macht
erkennen und ihm vertrauen. Aber nur wenige ließen sich auf eine Beziehung zu ihm ein.
Gott segnete die Nachkommen Israels, sie wurden zu einem großen Volk. Israel lebte in
Ägypten. Die Ägypter aber bekamen Angst vor dieser wachsenden Zahl an gesunder
Bevölkerung, und zwang Israel immer brutaler in eine drückende Sklaverei. Körperlich, in
ihrer Haltung und geistlich war dieses Volk Israel versklavt. Ausgeliefert, geschunden, unfrei.
Einem Mann aus dem Volk der Israeliten, Mose, zeigte sich Gott als Feuer, das brennt, als
mächtige Kraft, dessen Energie sich nicht aus Irdischem speist. Als ein Unfassbarer,
Unangreifbarer, Wissender. Er hatte Sehnsucht danach, den Menschen wieder zu sich selber
zurückzuführen. Er stellte sich als der „ich bin der ich bin“ vor. Unvergleichbar, einzigartig,
nicht einordenbar. Gott konnte und wollte nicht mit den von Menschen ausgedachten und
selbstgegossenen Götzen verglichen werden. Gott versuchte Israel und auch Ägypten durch
viele unfassbare Wunder klar zu machen, wie unvergleichbar mächtig er ist. Er, der
Schöpfergott, hat Macht über die Schöpfung. Als nach 9 Plagen der Pharao, der Israel
versklavte, immer noch nicht bereit war, Israel zu erlauben ihrem Gott zu dienen, griff Gott zu
einer schrecklichen Überzeugungsmaßnahme. In jedem Haus der Ägypter sollte der
erstgeborene Sohn in der Nacht sterben. Die Ägypter sollten nun nicht mehr mit Worten
hören, sondern fühlen, wie es ist, wenn das eigene Kind dem Leben entrissen wird. Gottes
Kind (der Mensch) wurde durch Satan dem Leben entrissen. Gott der Lebensgeber hat so
lange mit angesehen, wie das physische und geistige Leben aus seinen Kindern getötet wurde.
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Doch trotz all der sicht- und fühlbaren Wunder war der Pharao erst dann bereit, die Sklaven
Israel ziehen zu lassen, als der Tod sich seiner eigenen Kinder bemächtigte.
Das Volk Israel, das in Ägypten wohnte, hatte die Chance, dem Tod ihrer Erstgeborenen zu
entgehen. Auch sie waren wie die Ägypter Sünder, auch sie hatten nur eine blasse Ahnung,
wer Gott sei. Auch sie sollten wissen, wie grauenhaft es ist, von dem Liebsten durch den Tod
getrennt zu werden. Israel sollte eine ganz wichtige, weitreichende Lektion lernen. Der Tod
ging an den Häusern der Israeliten vorbei, weil er davor bereits an einem perfekten Lamm
erfolgt war. Nicht Gott schlachtete das Lamm. Dies mussten die Israeliten selber tun. Als
sichtbares Zeichen nahmen sie das Blut des geschlachteten Tieres und bestrichen damit die
Türstöcke ihrer Häuser. Das bedeutete: Hier war der Tod schon. Er brauchte nicht noch
einmal wüten. Statt eines Menschen wurde ein Lamm dahingerafft. Ein perfektes, ohne
Makel. Kein Knochen an ihm sollte gebrochen werden. Dieses Lamm schenkte also Leben in
mehrerer Hinsicht. Einerseits wurden die Erstgeborenen in den Familien vom Tod verschont,
und andererseits durch den Verzehr des Fleisches für den Auszug aus der Sklaverei gestärkt.
Dieses Mahl nannten sie Pesach. Warum? Passah kann man übersetzen mit „Übergehen“
Gottes (ein Verschonen). Es war ein Gemeinschaftsmahl, an dem kein Fremder teilnehmen
konnte, keiner der nicht beschnitten war. Dieses Mahl sollte auch in Zukunft gefeiert werden,
da es die Erlösung Israels vergegenwärtigte. Es wurde später immer am 14.Nisan um etwa
3Uhr Nachmittag im Tempel geschlachtet.
Es wurde in Eile gegessen. Es galt keine Zeit zu verlieren. Die Zeit der Sklaverei war für
Israel zu Ende. Nun hieß es aufbrechen, raus aus der Gefangenschaft. Die Tür zur Freiheit
stand offen, nun hieß es gehen.
Es war ein Klage- und Trauertag für Ägypten, aber ein Jubel- und Freudentag für Israel.
Dieser Tag bedeutete Tod für die Einen und befreites Leben für die Anderen.
Gott zog sichtbar vor seinem Volk her in Form einer Feuersäule oder einer Wolke. Warum
auf diese Art? Gott konnte sich nicht mehr wie im Paradies von Angesicht zu Angesicht
zeigen. Den Anblick des Heiligen hätte sein von Sünden zerrüttetes Volk nicht ertragen.
Das Denken und Fühlen von Israel, das ganze Verstehen was Leben bedeutet, was
Gemeinschaft und der Umgang miteinander bedeutet, war durchtränkt von Vorstellungen, die
von Sünde infiziert waren. Daher gab ihnen Gott eine Hilfe, eine Orientierung – die 10
Gebote. Er machte nicht viele Worte, aber ausreichend genug, um dem Volk zu helfen, wieder
den Weg zu Gott zu finden. Dieser Weg den die Menschen durch den Mißtrauensakt Gott
gegenüber im Paradies verlassen hatten. Im Laufe der Zeit merkte das Volk, daß wenn es sich
an diese göttlichen Rahmenbedingungen hielt, sie große Klarheit und Frieden hatten. Wo
diese Worte Gottes jedoch ignoriert wurden, wirkte sich das katastrophal auf ihr Leben aus.
Gott gab nicht auf in seiner Bemühung, die Menschen wieder in den ursprünglichen Zustand
einer Vertrauensbeziehung zu ihm zu führen. Er gebrauchte dazu Männer und Frauen, die als
Propheten Israel und anderen Völkern von Gott erzählten. Er versuchte verschiedene
Methoden von Zuspruch und Strafe, von Segen und Fluch. Alles setzte er ein, um den
Menschen aus seinen Verstrickungen mit dem Bösen herauszuholen. Doch die Menschen
konnten oder wollten nicht hören, oder verstehen.
So zog Gott sein letztes As aus dem Ärmel und offenbarte sich selbst in seinem Sohn. Dieser
durchlief als Mensch ein Leben, für alle sichtbar und greifbar. Die Menschen sollten ihn
hören, merken, daß er anders war, spüren, daß Gott in ihm mächtig wirkte. Die Menschen
sollten sehen, wie Vertrauen aussieht, wie es ist, mit Gott eins zu sein. Gott strafte in Jesus
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jene Lügen, die Gott als naiven Dummkopf, unbarmherzigen Schlächter darstellten – oder,
wie die Pharisäer, als administrativen Erbsenzähler sahen. Unkomplizierter, verständnisvoller
und einfühlsamer Zugang zu allen Schichten der Bevölkerung kennzeichneten das Leben
Jesu. Er lebte so frei, so ganz anders als jene, die sich einer Religion verpflichtet sahen. Er
und seine Worte hatten Kraft, bewegten und öffneten bei jeder Begegnung einen Blick für die
Zukunft. Seine Freunde staunten über die Art, wie er mit Gott redete, wie er betete. Voll
Vertrauen, voll Liebe. Dieser Jesus kannte Gott nicht nur von den Schriften her, er schien in
ständigem Kontakt mit ihm zu sein und genoß angstfrei diese Gottes-Beziehung. Ja, er nannte
Gott sogar „Vater“.
Gott schaute durch die Augen Jesu seine Geschöpfe an, und war unsagbar traurig im Hinblick
auf deren Lebensbürde. Gott merkte, ohne sein Eingreifen würden die Menschen da nie
rauskommen. Es bedurfte eines neuen Schöpfungsaktes. Mit den alten Denk- und
Handlungsmustern würden die Menschen Gott nicht einmal hören können, würden sie ihn
immer mißverstehen. Gott mußte etwas Neues im Menschen schaffen. Sie brauchten einen
neuen Sinn, ein neues Herz. Doch dazu mußte etwas Entscheidendes geschehen.
Und wie schon im Paradies ging es gegen den Strich Satans, daß hier ein Mensch, nämlich
Jesus, Gott vertraut, sich in Gottes Gegenwart wohlfühlt. Er versuchte alles, um auch in diese
Beziehung Mißtrauen zu säen. Aber er schaffte es nicht. Die Beziehung zwischen Jesus und
seinem Vater war so eng und voller Vertrauen, daß er sich mit seinen Lügen nicht dazwischen
drängen konnte. Satan mußte das unterbinden. Dieser Jesus war gefährlich, sein Leben zeigte
nämlich, daß es gut ist, Gott zu vertrauen. Dieser Jesus war in keiner Sekunde den
Lügenworten Satans erlegen. Satan konnte trotz enormer Anstrengungen keinen Einfluß auf
diesen Jesus ausüben. Schließlich hatte seit dem Sündenfall dieser ehemalige Lichtengel die
Herrschaft über die Erde inne. Der Mensch selber hatte sie dem Satan überlassen - ohne es zu
merken. Der Meisterlügner konnte es nicht zulassen, daß vielleicht sogar Menschen wieder zu
Gott zurückfanden und ihren ursprünglichen Auftrag, nämlich in Gottes Sinn über die Erde zu
herrschen, ausführten. Er wollte diesen Jesus unbedingt stoppen, ihn vernichten.
Satan hatte seine Helfer. Menschen, die um ihre Macht fürchteten, Menschen die von ihm
manipuliert werden konnten und dabei sogar dachten, sie täten ein gutes Werk. So gelang es
dem Teufel, die geistliche Elite in Israel gegen Jesus aufzubringen. Das ging so weit, daß
Jesus gefangen und schließlich rasch zum Tod verurteilt wurde. All dies geschah durch ein
Gemisch von Manipulation, Verblendung, Massenhysterie und Angst um Machtverlust. Am
14. Nisan, an jenem Tag, wo ab 3 Uhr Nachmittag im Tempel die Passahlämmer geschlachtet
wurden, starb Jesus dahingeschlachtet am Kreuz. Sein letztes Wort am Kreuz galt seinem
Vater. Die Trennung von ihm erlebte er als den größten Schmerz. Alle Trennungsschmerzen
dieser Welt waren geballt darin gesammelt. Und das erste Mal in seinem Leben erfuhr er das
Grauen, von seinem Vater getrennt zu sein.
Satan dachte, als er Jesus da am Kreuz festgenagelt sah, daß er nun seinen größten Triumph
auslebte. Satan, der Verblender, war jedoch blind dafür, was sich geistlich hinter der äußeren
Hinrichtung abspielte.
Hier wurde der Körper eines Menschen hingerichtet, der Gott nie mißtraute. Jesus war ein
Mensch, dessen Leben daher nicht mit dem Tod zu enden brauchte. Er war stets mit der
ewigen Lebensquelle Gottes verbunden. Daher hatte er mit dem Tod auch nichts zu schaffen.
Ein gerechter Gott konnte diesen Tod daher auch nicht akzeptieren. Der Tod war ja nur für
diejenigen, die sich mit ihrer Sünde die Lebensader zu Gott abgeschnitten hatten. Daher
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konnten Menschen Jesus zwar körperlich töten. Der geistliche Tod jedoch war nie eingetreten.
Satan jubelte zu früh.
Gott ließ Jesus nicht im Grab. Jesus mußte auferweckt werden. Jesus hatte nun ein Leben,
dem Satan nichts mehr anhaben konnte. Satan hatte keinen Zugriff zu diesem
Auferstehungsleben. Dieser Jesus hatte ein Leben des unverbrüchlichen Gottesvertrauens
geführt und es Gott in seinem Sterben überantwortet. Daher konnte er Menschen, die sich von
Gott abgewandt hatten, anbieten, seinen Tod in Anspruch zu nehmen und einen Neubeginn in
der Beziehung zu Gott zu wagen. Das Grandiose dabei ist, daß mit dem Vertrauen in Jesus die
Vertrauensbeziehung zu Gott wiederhergestellt ist. Dabei hilft die gleiche Kraft, die Jesus aus
den Toten auferweckt hat, allen, die Jesus vertrauen, den Lügen-Einflüsterungen Satans zu
widerstehen. Dieses Angebot von Jesus gilt auch heute jedem einzelnen Menschen – nämlich
durch seinen Tod und seine Auferstehung die Brücke zurück zu Gott zu beschreiten.
Das Passah in Israel, und dann die Auferstehung Jesu – diese Jahreszeit bekam durch das
Opfer Jesu zum zweiten Mal in der Menschheitsgeschichte eine besondere Bedeutung. Dieses
Passah soll wieder erinnern - diesmal nicht an die Befreiung aus der Gefangenschaft der
Ägypter, sondern aus der Gefangenschaft von Schuld und Sünde.
Somit ist die Auferstehung die Wiederherstellung dessen, was im Paradies abgerissen ist.
Adam in seinem umsorgten Überfluß zerriß durch Mißtrauen die Verbindung zu Gott. Jesus
stellte diese Verbindung wieder her, indem er selbst in härtestem Leiden sein Vertrauen zu
Gott nicht löste.
Der Mensch Jesus zeigt, daß Gott in jeder Situation vertraut und geglaubt werden kann. Selbst
unter ärgstem körperlichen und psychischen Druck.
Vielleicht hat sich die Erklärung, die Jesu seinen Freunden aus Emmaus gab, so ähnlich
angehört.
Vielleicht hat er sie darauf hingewiesen, daß Jesus sich freiwillig als Opfer zur Verfügung
stellte. Der Sohn Jesus stellte sich dem Vater vertrauensvoll für das Ziel zur Verfügung,
Menschen aus den Fängen Satans zu befreien.
Vielleicht zeigte Jesus den Emmaus-Männern auch, daß er jenes vollkommene, fehlerlose
Passahlamm ist. Dieses verhindert durch den eigenen erlittenen Tod, den geistlichen Tod
aller, die sich auf seinen Tod berufen.
Vielleicht zitierte er auch Aussagen von Propheten, die klarmachten, daß er als der Messias,
der von Gott Gesalbte, zuerst leiden und erst dann die Herrlichkeit sehen konnte.
Vielleicht zitierte er aus Jesaja wo es heißt: (Jes 63:9) “Und er, Gott wurde ihnen zum Retter
in all ihrer Not. Nicht ein Bote oder ein Engel – er selbst hat sie gerettet. In seiner Liebe und
in seinem Erbarmen hat er sie erlöst.“
Wir wissen nicht, wie das Leben dieser 2 Freunde aus Emmaus weiter verlief. Aber wir lesen
von ihnen, daß ihnen die Augen, ihr Verständnis, ihr Herz aufgetan wurde und sie Gott
erkannten. Jesus hatte ihnen die Schriften erklärt und klar alles gezeigt, was diese von ihm
berichteten.
Heute ist Ostern. Ostern, das man mit „das Morgenrot oder Sonnenaufgang“ übersetzen kann.
Am frühen Oster-Morgen hielt den lebenden Jesus nichts mehr im Grab. Jesus ist vom Tod
hinüber zum Leben gegangen und bahnt denen, die an ihn glauben, den Weg, damit auch sie
vom Tod zum Leben hinübergehen können. Nach einer Zeit der Nacht ist mit Jesus ein neuer
Morgen angebrochen. Ein Morgen an dem der Retter nicht nur den Männern aus Emmaus das
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Herz für Gott brennend machen will – mit seiner Antwort zum Leben. Er will, daß auch
Deines brennt.
(Predigt von Heidi Graf, gehalten am 23.März 2008 in der Baptistengemeinde WienMollardgasse)
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