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Was Finanzberater ihren Kunden oft zu erzählen vergessen
14.02 .2011, 16 :04 | Kanzleinews & Personalia
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Nein Herr Kunde: Ihr Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer
Eine Rürup- Rente kann nicht vererbt, verschenkt, verkauft oder beliehen werden. Wer hingegen Schulden hat, riskiert , dass Gläubiger das
angesparte Rürup- Vermögen vor Rentenbeginn pfänden und verwerten. Und wenn der Staat etwa Hartz IV oder Gerichtskostenhilfe zahlen
müsste, kann er dies wegen des Rürup-Vermögens verweigern und den Vorsorgesparer auf die außerordentliche Kündigung seines RürupVertrages verweisen, noch bevor die Rente beginnt , jedenfalls bis hinunter zu einer Rente auf Sozialhilfeniveau . Besser geht es denjenigen, die
über Versorgungswerke oder etwa freiwillige Zahlungen in die Deutsche Rentenversicherung fürs Alter vorsorgen.
Der Versicherungskunde selbst kann seinen Vertrag in anderen Fällen allenfalls beitragsfrei stellen lassen: Wurde in die Basisrente eine
Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) eingeschlossen, droht dann der Verlust des Risikoschutzes bei Berufsunfähigkeit und damit ein
existentielles Risiko. Fast immer ein Klassiker in der Vermittlerhaftung, denn wenn man inzwischen zu krank geworden ist, findet man kaum
noch einen Versicherer, der eine Deckung bietet. Verspricht der Versicherer einen „ BUZ- Retter“ als Option zu Weiterführung der BU-Versorgung
in der sogenannten Schicht- 3, kann das böse Erwachen kommen, weil dies einen Neuabschluss ohne Gesundheitsprüfung darstellt, aber durch
neue Rechnungsgrundlagen gut und gerne der doppelte Beitrag dafür fällig werden kann , und auch die steuerliche Absetzbarkeit wegfällt. Hinzu
kommt, dass der Kunde die dann geltenden ( neuen) Versicherungsbedingungen heute noch gar nicht kennen kann, gleichviel wie schlecht sie
inzwischen geworden sein mögen.
Kapitalgedeckte Altersversorgung für eine Million Versicherte oft unrentabel ?
Selbst ein Sparbuch sei , so die Kritiker , rentabler als eine Basisrente . Und zudem gibt es auch Fälle zu erwartender negative Renditen , wenn
Abschluss- und Verwaltungskosten höher sind als die Garantieverzinsung. Auch wegen der Kostenbelastung durch die Versicherer , steht wohl nur
in den Sternen, ob die Inflation durch ungewisse Überschüsse jemals ausgeglichen werden kann . Musterberechnungen basieren nicht selten auf
zu hohen Zinserwartungen und weisen daher eine Rendite aus , die man heute noch gar nicht als gesichert erwarten kann.
Bei Rentenversicherungen wird - schon aus Vorsichtsgründen und wegen eingerechneter Sicherheiten zur Vorwegnahme von Schwankungen und
noch stärkerer Verbesserung der Lebenserwartung als realistisch prognostiziert - mit extrem langer Lebenserwartung kalkuliert . Dies reduziert
die Rendite des Rürup- Rentners, und steigert den Sterblichkeitsgewinn der Finanzhäuser . Auch die gesetzliche Pflicht zur Transparenz durch
Kostenausweis bei der Produktvermittlung hat nichts daran geändert , dass Produktvergleiche nach wie vor fast nur durch sachverständige
Experten möglich sind . Viele fangen auch mit dem in der Verbraucherinformation versteckten Kostenausweis nicht so recht etwas an, weil sie gar
nicht realisieren , dass sie diese Kosten aus ihren Beiträgen selbst zahlen sollen , bevor überhaupt Geld für sie angelegt wird.
Welche Unglücklichen finden beim Finanzbeamten keine Anerkennung ihrer Rürup- Einzahlungen?
Selbst mindestens ein sehr renommierter Versicherer schult seine Vermittler falsch, was zur Steuerschädlichkeit der Hinterbliebenenversorgung
führt, wenn die eigene Altersrentenversorgung weniger als 50 % der Prämie ausmacht. Dies gilt dann, wenn andere Zusatzeinschlüsse wie die
Todesfallabsicherung für die Hinterbliebenen oder auch für die BUZ - nicht jedoch für die BUZ- Beitragsbefreiung – einen zu hohen Prämienanteil
haben. Derartige Gestaltungsfehler der Versicherungsvermittler bemerkt der Kunde regelmäßig erst Jahre später, wenn der steuerliche Abzug
teilweise oder ganz vom Finanzamt versagt wird .
Auch wenn eigentlich hier zunächst alles „richtig“ gemacht wurde, aber für die zusätzliche Todesfallabsicherung bzw. BUZ die Beiträge leider
nicht extra ausgewiesen und damit separiert werden können , wird vom Finanzamt womöglich gleich der gesamte Beitrag nicht anerkannt.
Soll eine Vererblichkeit der einbezahlten Beiträge gewährleistet sein ( Beitragsrückgewähr) , muss dieser „ Baustein“ separat kalkuliert werden,
und kann nicht wie eine Basisrente abgesetzt werden . Meist kommt dann gar kein steuerlicher Abzug in Frage, weil durch PKV und andere
Versicherungsprämien die Vorsorgeaufwendung ausgeschöpft sind .
Das Finanzamt versagt auch dann die Anerkennung als Basisrente , wenn nach Rentenbeginn eine Beitragsrückgewähr im Todesfall vorgesehen
ist, oder etwa Rentengarantiezeiten mit ähnlichem Effekt. Dies lässt sich nur vermeiden , wenn von vornherein die ausschließliche Verwendung
nach Umrechnung in eine lebenslange Leibrente für die hinterbliebene Ehefrau oder eine Waisenrente vereinbart ist. Oder es wird eine
Hinterbliebenenrente im Todesfall vereinbart, aber vergessen, den Bezug der Rente auf die Hinterbliebenen zu beschränken.
Einige Versicherer verkaufen auch eine BU-Rente, die nicht bis zum Altersrentenbeginn leistet – das Finanzamt sieht darin dann eine nicht
anzuerkennende Zeitrente, was zur Verweigerung des Sonderausgabenabzugs führt .
Findige Finanzbeamte finden auch noch was in den Krümeln : so ergeht es Kunden, deren Rente zum Beispiel bis zum Sterbemonat gezahlt wird,
aber nachträglich zum Monatsletzten; ein kleiner Fehler, denn dies wird als im Widerspruch zur Nicht- Vererbbarkeit gesehen , und jeglicher
steuerlicher Abzug für alles verweigert .
Ggf. wird es auch knapp, um die mindestens 50 % der Beiträge für die Altersvorsorge sicherzustellen, weil die BU-Versicherung zu sehr
optimiert wurde. Beispiel: für die BU werden 5200 EUR abzüglich 250 EUR aus verrechneten Überschüssen gezahlt , für die AV 5.000 EUR, damit
mehr als 50 %. Dann sinken die verrechneten Überschüsse der BUZ auf 100 EUR - und damit fallen 5100 EUR für die BU an - der komplette
Abzug wird verweigert .
Da auch Einmalbeiträge möglich sind , könnte jemand auf die Idee kommen, zunächst einmal laufend die BU-Beiträge zu zahlen, und zu einem
späteren passenden Zeitpunkt im Jahr auf einmal oder mehrmals noch etwas mehr für die Altersrente. Dann verpasst er dies ( z. B. aus
Geldmangel) - und gar nichts mehr ist abzugsfähig.
Volle Abgabenpflicht im Alter – einschließlich Sozialversicherung ?
Im Alter darf der Rentner eine Versteuerung von 70 – 100% der Rente erwarten , je nach Rentenbeginn . Dass Renten jetzt schon zum größten
Teil und bald zu 100 % zu versteuern sind, haben viele ( jetzige und angehende) Rentner noch gar nicht realisiert . Unabhängig davon , könnte
der Gesetzgeber auch eine Beitragspflicht in der GKV für alle Einnahmen, beispielsweise auch Rürup-Renten, jederzeit einführen.
Prognoserechnungen der Vermittler erweisen sich hierbei oft als schlichte Fiktion nach dem „Prinzip Hoffnung“ . Wenn der Staat Geld braucht,
dann hat er auch die Mittel, sich dies zu holen, schon gar bei den Rüruprenten, die von den Versicherern gemeldet werden müssen.
Wer sich gegen Berufsunfähigkeit über eine BUZ versichert hat, darf im Versorgungsfall die BUZ- Rente wie normales anderes Einkommen
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15.08.2011 11:17:06
Was Finanzberater ihren Kunden oft zu erzählen vergessen - Kanzleinews & Personalia - JuraForum.de
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versteuern – demgegenüber wäre oft eine separate Versicherung gegen Berufsunfähigkeit (Schicht -3) steuerlich nur mit dem Ertragsanteil zu
versteuern gewesen. Auch dieser Nachteil wird selten vom Vermittler aufgezeigt – dafür jedoch der zumeist minimale Vorteil, die BUZ- Beiträge
„besser “ absetzen zu können . Das „Steuer- Spar-Gen“ des Kunden verhinderte zumeist eine kritische Vorher -Nachher -AbgabenVergleichsbetrachtung. Selbst Finanzplaner der Kreditinstitute sind selten über die steuerlichen Unterschiede in der Bedarfsermittlung beim
Kunden eingeweiht worden.
Professionelles Risiko-Management: Persönlicher Notfall-Fahrplan !
Allenfalls eine Szenario-Technik unterschiedlicher gesetzlicher Entwicklungen bei den Abgaben, aber auch ein fachmännischer Blick auf die
Kalkulation des Versicherers kann den Kunden vor negativen Renditen bewahren helfen. Auch wer Pflichtbeiträge in eine Versorgungskammer
(VK ) bezahlt , ist nicht vor Überraschungen geschützt: So schrieb eine VK nach der Subprime- Krise „ wir sind nicht betroffen “, um danach
exorbitante Abschreibungen auf inzwischen wertlos gewordene „Schrottpapiere “ im Mitgliederrundschreiben vor Weihnachten zu präsentieren.
Rentenkürzungen auf weniger als die Hälfte bei betagten Rentnern waren bei einem anderen Versorgungswerk die Folge. Eine gute Nachricht ist,
dass der Bundesgerichtshof es bereits in den 50er-Jahren zugelassen hat, bei sich bedenklich verschlechternder wirtschaftlicher Lage des
Versicherers den unkündbaren Vertrag mit Versicherern ausnahmsweise fristlos und vollständig zu beenden . Ohne ein regelmäßiges Controlling
wird man heutzutage wohl nirgends unbesorgt seine Altersversorgung im blinden Vertrauen auf „ gute Namen“ aufbauen können . Allerdings
findet angesichts Zeiträumen von 20 bis 40 Jahren bis Rentenbeginn und 40 bis 80 Jahren bis zum natürlichen Ende der Rentenzahlungen
jegliche Planung bei Bindung an einen Vertrag eine Grenze. Nominal und brutto mag man noch mit zugesagten Garantierenten rechnen können –
was der Staat davon aber netto belässt und was dies nach vielleicht mehr als 80 Jahren Inflation noch wert ist, steht hingegen völlig in den
Sternen.
Autoren:
Dr. Johannes Fiala, Rechtsanwalt ( München) , MBA Finanzdienstleistungen ( Univ.) , MM ( Univ.) , Geprüfter Finanz- und Anlageberater ( A.F.A .),
Lehrbeauftragter für Bürgerliches- und Versicherungsrecht ( Univ.) , Bankkaufmann (www .fiala.de)
und
Dipl.-Math . Peter A. Schramm, Sachverständiger für Versicherungsmathematik (Diethardt) , Aktuar DAV, öffentlich bestellt und vereidigt von der
IHK Frankfurt am Main für Versicherungsmathematik in der privaten Krankenversicherung (www .pkv- gutachter.de).
Quelle: RA Kanzlei Dr. Fiala, München
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