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Accessoires aus Schweizer Rotfuchs.
Seit Anfang März müssen in der Schweiz Pelzprodukte deklariert werden.
Konsumenten sehen jetzt, woher ein Pelzprodukt stammt und wie die
­Tiere gehalten oder auf welcher Jagd erbeutet worden sind.
Pelz ist zurück. Nicht als Luxusgut, sondern als billige Massenware aus Fernost, Modeartikel, die nach ein oder zwei
Saisons im Kleidersack landen.
Die jahrzehntelangen Kampagnen der Tierschutzorganisationen haben gründlich versagt; ihr
Ziel, Pelz ein für allemal zu tabuisieren, war realitätsfern. Bessere Haltungsbedingungen als Ziel
Dank Deklaration:
Foto: naturpix.ch/Gansner-Hemmi
Pelztragen mit
gutem (Ge)Wissen
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Schweizer Jäger 10/2014
Fuchsfelle aus
heimischer Jagd
können bedenkenlos getragen
werden.
hätten den Tieren mehr gebracht,
liessen sich aber nicht so medienwirksam inszenieren.
Glücklicherweise gibt es hierzulande jetzt eine Deklarationspflicht für Pelz. Seit dem 1. März
ist sie in Kraft und gibt zwingend
Auskunft, woher das Pelzprodukt
stammt und wie die Tiere gehalten wurden. Sie gilt nicht nur für
Pelzkleidung, sondern auch für
kleine Pelzverzierungen an Stoffkleidung, geliderte Felle und Fellbasteleien. Konsumenten haben
Foto: Kurt Gansner
Text: Ursula Glauser
so die nötige Information, um
nach bestem Wissen und Gewissen über Kauf oder Nichtkauf zu
entscheiden.
Von der Deklarationspflicht
ausgenommen sind domestizierte
Tiere der Gattungen Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen und Schweine, sowie Alpaka und Lama.
Dagegen unterstehen Felle der
ebenfalls domestizierten Kaninchen der Deklarationspflicht. Das
macht Sinn, denn sehr viele Fellkreationen, die man in Modeboutiquen findet, stammen von Kaninchen aus China.
Einstreulose Drahtkäfige sind
dort die Regel, gefüttert werden
Pellets; von Mindestboxengrössen, Heu und Stroh, Rückzugsmöglichkeiten und Nageobjekten,
wie in der Schweiz vorgeschrieben, können diese Tiere nur träumen.
Felle sind Nebenprodukte,
aber kostbar
Doch es gibt auch Kaninchenfell «made in Switzerland». In
kleinen Hobbybetrieben werden
hierzulande Kaninchen aus Freude gezüchtet, zur Erhaltung der
Rassenvielfalt und zur Selbstversorgung mit Fleisch. Als Nebenprodukte fallen Felle in verschieSchweizer Jäger 10/2014
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Jagdpraxis
Foto: Liliane Rietberger
Foto: Liliane Rietberger
Jagdpraxis
Kaninchenfelle
bieten eine ganze
Palette verschiedener Farben und
Musterungen.
Foto: Liliane Rietberger
Handwerk ist frisch und modisch
kreativ geworden. Kein Wunder
fühlen sich vermehrt auch junge
Frauen dazu hingezogen.
Die Deklarationspflicht wird
von Fellnähen Schweiz ausdrücklich begrüsst, denn jetzt heben
sich ihre Produkte noch besser
von oft tierquälerisch hergestellten Importwaren ab. Es ist zu hoffen, dass die Konsumenten das
Tierwohl höher gewichten als ein
Billigschnäppchen: Deklaration
lesen und zu Gunsten der Tiere
entscheiden!
■
Jagdpraxis
Jagdpraxis
denen Farben, Musterungen und
Texturen an, die viel zu schade
sind zum Wegwerfen. Fleissige
Frauenhände nähen daraus Gilets,
Jacken, Decken und Accessoires
wie Taschen, Schals und Mützen.
Früher waren es die Züchterfrauen, die sich der Fellverarbeitung annahmen; nichts wurde verschwendet aus Achtung
gegenüber dem anvertrauten Tier
und der Natur, die keine Abfälle
kennt. Heute sind die kreativen
Frauen im Verband «Fellnähen
Schweiz» zusammengeschlossen,
der auch Kurse und Weiterbildungen organisiert. Seit ein paar
Jahren können die Fellnäherinnen ihre Werke sogar von Expertinnen bewerten lassen. Das alte
Pelzdecken aus Schweizer
Kaninchenfellen, genäht von
Mitgliedern von Fellnähen Schweiz.
Deklarationspflicht erhöht den Stellenwert unserer Schweizer Produkte
Wie genau werden Pelzwaren aus
Schweizer Kaninchen und aus einheimischem Rotfuchs deklariert?
Hauskaninchen (Oryctolagus cuniculus forma domestica), Herkunft CH,
Boxenhaltung mit Einstreu.
Rotfuchs (Vulpes vulpes), Herkunft
CH, Jagd ohne Fallen / oder Fallenjagd.
Lilianne Rietberger aus Malans/GR
ist Präsidentin von Fellnähen Schweiz und
Expertin für Fell- und Angorawollverarbeitung.
Frau Rietberger, was bedeutet die
Deklarationspflicht für Fellnähen
Schweiz?
Das heisst, dass wir geliderte Felle
und sämtliche Produkte vom Schlüsselanhänger bis zur Felldecke deklarieren müssen. Für uns ist die Deklarationspflicht sehr positiv, denn
sie grenzt unsere Schweizer Produkte gegenüber Importwaren ab und gibt
ihnen einen höheren Stellenwert. Der
Kunde hat die Möglichkeit, sich bewusst für ein Produkt aus Schweizer
Herkunft zu entscheiden.
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Schweizer Jäger 10/2014
Darf man Schweizer Fuchs und
Schweizer Kaninchen mit gutem Gewissen tragen?
Man darf diese Felle mit sehr gutem Gewissen tragen. Kaninchen werden zum Rassenerhalt und für ihr
Fleisch gezüchtet. Ihre Felle fallen als
Nebenprodukt an. Der Fuchs hat keine
natürlichen Feinde und wird zur Regulierung und Gesunderhaltung des
Bestandes bejagt. Auch Fuchs wurde übrigens früher gegessen, heute
aber kaum noch. Es ist ein Zeichen
der Wertschätzung des Tieres, dass
die Felle weiterverwendet und nicht
einfach verbrannt werden. Die Konsumenten sollten sich auch bewusst
sein, dass Kunstfelle aus teilweise
problematischen Ausgangsstoffen, oft
aus Erdölprodukten, hergestellt werden. Kunstfelle belasten die Umwelt,
im Gegensatz zum Naturprodukt Fell.
Wie umweltfreundlich ist denn das
Gerben?
Wir konnten die Gerberei Neuenschwander besichtigen. Der Umweltstandard ist sehr hoch, die Gerbestoffe
werden wiederverwendet und aus dem
Abwasser entzogen.
Viele Felle aus dubiosen Herkünften werden für kleine Fellverzierungen an Kapuzen verwendet. Könnten
Interessierte eine solche Bordüre aus
einheimischem Fell von Ihren Fellnäherinnen an eine Jacke nähen lassen?
Das ist sicher möglich. Dazu nimmt
man am besten Kontakt auf mit einer
Fellnähgruppe, Adressen findet man
auf der Homepage von Fellnähen
Schweiz. Der Preis ist vielleicht etwas
höher, die Fellqualität aber sicher besser.
Gibt es vielleicht sogar Kurse, wo
man lernen kann, kleine Fellverzierungen selber zu machen (Bordüren,
Bommel für Mützen)?
Für so kleine Sachen braucht es
nicht unbedingt einen Kurs. Man
könnte an einem Nähanlass der lokalen Fellnähgruppe teilnehmen. Auf der
Website findet man weitere Informationen zu den Gruppen und Kursen;
auch Nichtmitglieder sind herzlich
willkommen!
www.fellnaehen.ch
Schweizer Jäger 10/2014
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