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HOAI 2013- Was ist neu? 1. Entstehung Die jetzt vorliegende HOAI

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 Architektenkammer
HOAI 2013- Was ist neu?
1. Entstehung
Die jetzt vorliegende HOAI 2013 ist das Ergebnis ca. vierjähriger, aufwendiger, aber
auch kooperativer Verfahren zwischen zwei Bundesministerien und zahlreichen Berufsverbänden und Auftraggeberorganisationen.
Das Ergebnis ist eine nahezu völlige Neufassung der HOAI 2009.
Die neuen Leistungsbilder entsprechen den komplexen Anforderungen
an die heutigen Planungsvorgänge. Mit den neuen Leistungsbildern und sonstigen neuen Regelungen sind aber auch die Haftungsrisiken der Auftragnehmer
gestiegen.
Und die Honorare.
Nachfolgend im Einzelnen:
2. Mehr Leistungen im Leistungsbild Gebäudeplanung/Innenräume
Die neuen Leistungsbilder sind „modernisiert" und an heutige Erfordernisse angepasst
worden:
•
•
•
An die von Auftraggeberseite gewünschte Darstellungs- und Dokumentationsinhalte;
an rechtliche und fachliche Entwicklungen;
an eine erhöhte Verantwortung der Auftragnehmer für Termin- und Kostensicherheit, Koordination und Information, wie z.B.:
LP 1:
Ortsbesichtigung; Dokumentieren der Ergebnisse
LP 2:
Vergleich Kostenschätzung mit den finanziellen Rahmenbedingungen (des Auftraggebers); Koordination der Leistungen anderer, an der Planung fachlich Beteiligter; Erstellen eines Terminplans mit wesentlichen Vorgängen des Planungs- und Bauablaufs; Dokumentation der Ergebnisse
LP 3:
Koordination der Leistungen anderer, an der Planung fachlich Beteiligter; Fortschreiben des Terminplanes; Dokumentation der Ergebnisse
LP 4:
Koordination der Leistungen anderer, an der Planung fachlich Beteiligter; Fortschreiben des Terminplans; Dokumentation der Ergebnisse.
LP 5:
Koordination anderer, an der Planung fachlich Beteiligter; Fortschreiben des Terminplans; Überprüfen erforderlicher Montagepläne der
vom Objektplaner geplanten Baukonstruktionen und baukonstruktiven Einbauten auf Übereinstimmung mit der Ausführungsplanung.
LP 6:
Aufstellen eines Vergabeterminplans; Abstimmen und Koordinieren
der Schnittstellen zu den Leistungsbeschreibungen der anderen, an
Berlin
Architektenkammer
der Planung fachlich Beteiligten; Kostenkontrolle durch Vergleich der
vom Planer bepreisten Leistungsverzeichnisse mit der Kostenberechnung; Zusammenstellen der Vergabeunterlagen für alle
Leistungsbereiche.
LP 7:
Koordinieren der Vergaben der Fachplaner; Führen von Bietergesprächen; Erstellen von Vergabevorschlägen; Dokumentation des
Vergabeverfahrens.
LP 8:
Fortschreiben des Terminplans; Dokumentation des Bauablaufs
(z.B. Bautagebuch); Organisation der Abnahme der Bauleistungen unter Mitwirkung anderer, an der Planung und Objektüberwachung fachlich Beteiligter; Abnahmeempfehlung für den Auftraggeber; Systematische Zusammenstellung der Dokumentation.
LP 9:
Fachliche Bewertung der innerhalb der Verjährungsfrist festgestellten Mängel.
Feststellung
Vorstehende Auflistung hinzugekommener Grundleistungen in d en einzelnen Leistungsphasen verdeutlicht den erhöhten Leistungsanteil, aber
auch eine Haftungserweiterung!
Und die (wesentlich) genauere Kostenermittlung und Kostenkontrolle.
3. Neue Prozentsätze in den Leistungsphasen
(Gebäude /Innenräume I Freianlagen)
Leistungsphase
a
LP 1
LP 2
LP 3
LP 4
LP 5
LP 6
LP 7
LP 8
LP 9
Summe
Gebäude (%)
alt
neu
b
c
3
2(-1)
7
7
11
15 ( +4)
6
3 (-3)
25
25
10
10
4
4
31
32 (+1)
3
2 (-1)
100
100
Innenräume (%) Freianlagen (%)
alt
neu
alt
neu
d
e
f
g
3
I
2 (-1)
3
3
7
7
10
10
14
15 (+1)
15
16 ( +1)
2
2
6
4 (-2)
30
30
24
25 (+1)
7
7
7
7
3
3
3
3
31
32 (+1)
29
30 (+1)
3
2 (-1)
3
2 (-1)
100
100
100
100
Feststellung
Mit der erheblichen Anhebung der LP 3 (+ 4 %) soll auch der erhöhten Genauigkeit der in dieser Leistungsphase zu erbringenden Kostenberechnung als Grundlage für die Honorarberechnung Rechnung getragen werden.
2 Berlin
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4. Honorarerhöhung
Das Honorar erhöht sich im Durchschnitt um 17% gegenüber der HOAI
2009. Dem ist aber die vorstehend beschriebene Leistungs-·und Haftungserhöhung entgegenzusetzen.
Bei den Flächenplanungen erfolgt eine Umstellung von Verrechnungseinheiten auf
Flächen bei der Bauleitplanung und den Landschaftsplänen.
Auch die Anzahl der Honorarzonen ist bei der Flächenplanung vereinheitlicht worden.
5. Planen und Bauen im Bestand {PLBB)
5.1 Mitzuverarbeitende Bausubstanz
Für die mitzuverarbeitende Bausubstanz ist eine dem§ 10.3a HOAI 1996/2002 vergleichbare Lösung in die HOAI 2013 eingefügt worden.
Die Neuregelung ist den§§ 2 Abs. 7, 4 Abs. 3, 6 Abs. 2 i.V.m. §36 zu entnehmen.
Nach § 4 Abs. 3 HOAI ist der Umfang der mitzuverarbeitenden Bausubstanz
(mvB) bei den anrechenbaren Kosten angemessen zu berücksichtigen. Und zwar
zum Zeitpunkt der Kostenberechnung.
Das widerspricht aber § 7 Abs. 1 und 5, der eine Vereinbarung "bei Auftragserteilung" vorsieht. Will man dieser Regelung gerecht werden, muss eine hinreichend
genaue und umfängliche Bestandsaufnahme vorliegen oder erarbeitet werden!
Oder es werden zwei Vereinbarungen zu unterschiedlichen Zeiten getroffen:
•
•
Eine "bei Auftragserteilung" gem. § 7 Abs. 1 und 5,
eine zweite, korrigierende nach vorliegender Kostenschätzung I Kostenberechnung gem. § 4 Abs. 3 HOAI
5.2 Umbauzuschlag bei Gebäuden
Nach§ 36 Abs. 1 HOAI kann bei Umbauten und Modernisierungen bei durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad der Leistung ein Zuschlag nach § 6 Abs. 2 bis zu
33% auf das Honorar schriftlich bei Auftragserteilung (§ 7 Abs. 1) vereinbart werden.
Sofern keine schriftliche Vereinbarung getroffen wurde, "wird unwiderleglich
vermutet", dass e in Zuschlag von 20% ab durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad vereinbart ist! (§ 6 Abs. 2, Satz 3)
Die tatsächliche Höhe kann frei vereinbart werden, insofern auch unter 20 %.
3 Berlin
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5.3 Umbauzuschlag bei Innenräumen
Nach § 36 Abs. 2 HOAI kann für Umbauten und Modernisierungen von Innenräumen
in Gebäuden bei durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad ein Zuschlag gem. § 6 Abs. 2
Satz 3 bis 50 % auf das ermittelte Honorar schriftlich vereinbart werden.
5.4 Umbauzuschlag bei Freianlagen?
Nach § 40 Abs. 6 HOAI mit Bezug auf§ 36 Abs. 1 HOAI ist die hierin enthaltene Zuschlagsregelung auch "für Freianlagen entsprechend anzuwenden".
Änderung von Begriffen und Definitionen
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Der Begriff „Grundleistungen“ ist wieder eingeführt worden!
Im § 2 wird „Raumbildende Ausbauten“ durch „Innenräume“ ersetzt.
Definition Innenraume in § 34 Abs. 2 HOAI.
Definition Freianlagen in § 39 Abs. 1 HOAI
Definition „Mitzuverarbeitende Bausubstanz“ in § 2 Abs. 7 HOAI
Änderungen von Leistungen und Wiederholung von Grundleistungen sind im
§ 10 geregelt.
Für diesen Leistungsbereich und die Höhe der mitzuverarbeitenden Bausubstanz ist das Honorar schriftlich zu vereinbaren I anzupassen.
Diese Regelung birgt Konfliktpotential in sich!
Wenn nichts anderes vereinbart ist, wird das Honorar fällig, wenn die
Leistung abgenommen und eine prüffähige (besser prüfbare) Honorarschlussrechnung überreicht worden ist (§ 15 Abs. 1).
Hier sollte hinsichtlich der Abnahme der Leistung nach§ 15 Abs. 4
HOAI eine andere Vereinbarung zur Zahlungsweise schriftlich getroffen werden!
Die Leistungsbilder „Gebäude und Innenraume“ (Anlage 10) und „Freianlagen“ (Anlage 11) sind wieder in derselben tabellarischen Form (links Grundleistungen, rechts Besondere Leistungen) wie in HOAI1996/2002 gelistet
aufgestellt: Dipl.-Ing. Bernhard Freund
Stand: 1. Juli 2013
4 Berlin
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Bildung
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