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Infoheft 2-2010 - KKT

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Vorwort
Elterninitiativen – was sonst!
Die besondere Qualität: Das BAGE-Siegel
Pädagogische Standards in Elterninitiativen
Die Wurzeln: Woher kommen die Kinderläden?
Gespräche über den Tod
Süßes Leben – überquellende Kinderzimmer
Hortkongress
Mitgliederversammlung KK T
KKT-Fachtag „Wir bestimmen mit!“
Informationen: Zuschusswesen, BayKiBiG, Personal,
Aktuelles und Interessantes
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Redaktionsschluss: 15.9.2010
Kontakt- und Beratungsstelle
für Elterninitiativen
Kontakt- und Beratungsstelle für
Mittagsbetreuungen
Tel. 089/9616060-0
Fax 089/9616060-16
Di – Fr
10-13 Uhr
Di
14-16 Uhr
info@kkt-muenchen.de
Tel. 089/9616060-17
Fax 089/9616060-19
Di, Do
10-13 Uhr
Di
14-16 Uhr
mittagsbetreuung@kktmuenchen.de
Personalverwaltung:
R. Brasche, Tel. 9616060-15
Di, Do, Fr
10-13 Uhr
rosemarie.brasche@kkt-muenchen.de
Personalverwaltung :
Jo Morgan
Tel. 9616060-18
Di, Do
10-13 Uhr
jo.morgan@kkt-muenchen.de
Marion Kössler, Tel. 9616060-24
Mi, Do, Fr
10 – 13 Uhr
Marion.koessler@kkt-muenchen.de
Josefine Martin, Tel. 9616060-14
Di , Mi, Do
10-13 Uhr
josefine.martin@kkt-muenchen.de
KKT Kleinkindertagesstätten e.V.
0
Landwehrstraße 60-62
KKT-Info 2-10
80336 München
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Liebe Eltern, liebe MitarbeiterInnen in den Initiativen,
Elterninitiativen – was sonst! Das ist das Motto dieses KKT-Infos.
Nicht ohne Grund möchten wir wieder einmal die besonderen Qualitäten
von Elterninitiativen herausstellen. Auch wenn dies im „Alltagskampf“
oft aus dem Blick gerät - was hier geleistet wird, die Gestaltung des
pädagogischen Alltags und die Zusammenarbeit, sind ein Gewinn für
alle Beteiligten: Eltern, PädagogInnen und natürlich besonders für die
Kinder!
Der A npassungsdruck ist derzeit groß, zunehmend auch der
Konkurrenzdruck, der sich u.a. auch auf den „BewerberInnenmarkt“
auswirkt. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Elterninitiativen ihre
Standards und ihre Qualitäten offensiv nac h außen vertreten. Denn
vieles ist seit Jahren Praxis, was derzeit von Politik und Fachwelt
gefordert wird – dazu unser Artikel auf Seit e 2.
Für PädagogInnen ist das Arbeitsfeld Elterninitiativen natürlich
Heraus forderung und Bereicherung zugleich. Wo sonst haben
ErzieherInnen die Möglichkeit, so selbst bestimmt und gestaltend zu
arbeiten, sich individuell auf jedes Kind einzulassen und in intensiven
Austausch mit Eltern zu treten!
Gespräche über den Tod sind im Kindergarten für PädagogInnen kein
einfaches Thema, Anlässe dazu gibt es aber durchaus häufig. Dann
sollten ErzieherInnen dieses Thema aufgreifen. Mit dem Beitrag von
Claudia Franz wollen wir dafür Unterstützung geben.
Mit Berichten über diverse Veranstaltungen im KKT und außerhalb
hoffen wir Euer Interesse zu treffen!
Viel Spass und gute Erkenntnisse bei
der Lektüre und einen wunderbaren und
erholsamen Sommer wünscht Euch
das KKT-Team!
KKT-Info 2-10
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Elterninitiativen – was sonst!
Orte für gelingende Erziehungspartnerschaft
In der Debatte über Qualitätsentwicklung in der deutschen
Kinderbet reuungslandschaft wird der Einbeziehung der Eltern in die
Arbeit der Kita sehr großes Gewicht beigemessen. Dies spiegelt sich
u.a. in der Ent wicklung von Qualitätsstandards, von Modellprojekten,
Eröffnung von Familienzentren und Mehrgenerationenhäusern wider. Im
Einzelnen wird die Umsetzung folgender Aspekte gefordert:
• eine insgesamt engere Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern
und Fachkräften
• mehr Transparenz über organisatorische und finanzielle
Strukturen und Rahmenbedingungen der Kita
• Inhaltliche Beteiligung der Eltern an der pädagogischen Arbeit
• Umwandlung der Kitas zu Familienzentren
• Einbeziehung von Großeltern, jüngeren und älteren
Geschwistern ins Kita-Geschehen
• Vernetzung der Familien untereinander
• flexibles Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse der Familien
• Kita auch als Lernfeld für die Eltern
• ganzheitlicher Ansatz in der Erziehung
• Aktivierung von Ehrenamt und bürgerschaftlichem Engagement
• nicht nur Mitsprache- sondern auch Mitentscheidungsrec hte für
Eltern bei Konzeptions- und Budgetierungsfragen
Aber: Da s was hier gefordert wird, ist Alltagspraxis seit Jahren in
Elterninitiativen / Kinderläden.
Aufgrund der Tatsache, dass Eltern gleichzeitig Träger der Einrichtung
sind, ist es selbstverständlich, dass Eltern nicht nur Mitspracherecht
sondern auch Mitentscheidungsrechte haben. Demokratische
Entscheidungsprozesse haben eine enge Erziehungspart nerschaft nicht
nur zwischen den Eltern und den pädagogischen Fachkräften, sondern
auch eine inhaltliche Nähe der Familien untereinander zur Folge. Für
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KKT-Info 2-10
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viele Kinderläden waren diese Aspekte vor langer Zeit einmal der Anlass
für die Gründung einer Kita in eigener Trägerschaft. Bei aller Vielfalt der
heutigen inhaltlichen Konzepte der Elterninitiativen/Kinderläden ist die
Tatsache, dass Eltern Träger der Kita ihrer Kinder sind und dadurch
gemeinsame Entscheidungsrec hte über die Strukturen und Inhalt e der
Einrichtung haben, das verbindende Element.
Elterninitiativen praktizieren die heute als Reformen und Modellprojekte
geforderten Konzepte (s.o.) in vielen Punkten schon seit langem und
können beim Thema Erziehungspartnerschaft und gemeinsame
Selbstorganisation auf jahre-, teilweise jahrzehntelange Erfahrungen
zurückgreifen. So kommt es aber auch, dass in vielen Einrichtungen bei
der alltäglichen Umsetzung der hohen Anforderungen diese lang geübte
und bewährte Struktur der Zusammenarbeit nicht mehr als solche positiv
wahrgenommen wird. Sondern es tret en im Gegenteil nur die
Schwierigkeiten und Belastungen in den Vordergrund, die sich auch aus
der spezifischen Zusammenarbeit in Elterninitiativen ergeben.
Es lohnt aber, sich wieder bewusst zu machen, welche positiven und
hohe inhaltliche Standards in Elterninitiativen entwickelt wurden!
Es gilt, sich auf die „Schatzsuche“ zu begeben: was macht uns aus, was
praktizieren wir seit langem, was ist das Gute und Besondere bei uns in
der Zusammenarbeit von Eltern und Fachkräft en?!
Im Punkt Erziehungspartnerschaft sind die Elterninitiativen/Kinderläden
also den anderen Trägern weit voraus und sollten sich dies mit etwas
Abstand vom alltäglichen Geschehen bewusst machen und auch in der
Öffentlichkeit als Qualitätsmerkmal vertreten!
Diesen Beitrag hab en wir dem Mitteilungsblatt der Kinderladen-Initiative
Hannover e.V. entnommen (in etwas abgewandelter Form).
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Die besondere Qualität:
Das BAGE-Siegel für Elterninitiativen
Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Elterninitiativen hat sich vor einiger
Zeit die Mühe gemacht, die strukturellen und inhaltlichen Besonderheiten von Elterninitiativen zu definieren und zu analysieren.
In acht zentralen QuaIitätsmerkmalen wurden Aussagen u.a. zur
Organisation, zur Zusammenarbeit von Eltern und PädagogInnen und
der Beteiligung von Eltern am pädagogischen Geschehen in den Blick
genommen und formuliert. Zu jedem Qualitätsmerkmal wurden Kriterien
entwickelt. Anhand dies er kann die eigene Trägerarbeit per
Selbstevaluation eingeschätzt und analysiert werden.
Die Erziehungspartnerschaft – sprich die Zusammenarbeit von Eltern
und PädagogInnen in der pädagogischen Arbeit wird im
2. Qualitätsmerkmal „Intensiver Austausch zwischen pädagogischen
Fachkräften und Eltern“ beschrieben und analysiert:
•
Sowohl der familiäre Rahmen als auch die Kindergruppe haben
einen bedeut enden Einfluss auf das Leben des Kindes. Der
Austausch zwischen Eltern und MitarbeiterInnen über alle
Angelegenheiten, die das einzelne Kind betreffen, seine
Entwicklung und seine Bedürfnisse, ist dementsprechend
wichtig und wird sehr intensiv wahrgenommen. Voraussetzung
hierfür ist eine Atmosphäre, die zwischen den Erwachsenen
einen vertrauens vollen Austausch ermöglicht
•
Der regelmäßige Dialog mit den Eltern über die pädagogische
Arbeit fördert die fac hliche Reflexion und Weiterent wicklung
•
Durc h das inhaltliche Interesse der Eltern erfahren die
Mitarbeit erInnen eine konstruktive Anteilnahme an der
pädagogischen A rbeit
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KKT-Info 2-10
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•
•
Die pädagogischen MitarbeiterInnen haben Einblick in
finanzielle und strukturelle Vorgaben der Einrichtung. Dadurch
erhalten sie ein hohes Maß an Transparenz über die
Rahmenbedingungen. Sie haben ein Mitspracherecht bei allen
einrichtungsrelevanten Entscheidungen
Die Kinder profitieren vom engen Austausch zwischen Eltern
und PädagogInnen, da sie als Konsequenz eine besonders gute
Unterstützung und Förderung erfahren. Den Diskurs und die
Auseinandersetzungen der Erwachsenen untereinander können
sie als positives Beispiel konstruktiver Streitkultur erleben.
Auch für dieses Qualitätsmerkmal gibt es eine ergänzende Checkliste,
anhand derer geprüft werden kann, wie und ob dieses Qualitätsmerkmal
in der Praxis verankert ist: Wo stehen wir, was ist uns wichtig, was
funktioniert gut und wo gibt es noch Verbesserungsbedarf.
Interessiert? Die komplette Broschüre mitsamt dem Siegel könnt Ihr bei uns für
4 € anfordern. Gerne beraten wir Euch auch, wie Ihr den Prozess der
Selb stevaluation in der Einrichtung angehen könnt!
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Pädagogische Standards in Elterninitiativen
Elterninitiativen unterscheiden sich ihrer Organisations- und Trägerform
nach grundlegend von anderen Kindertagesstätten. Engagement,
Kommunik ations- und Konflik tfähigk eit, ein enges soziale Netz werk und
flache Hierarchien sind Assoziationen, die Elterninitiativen hervorrufen mit ihren positiven und herausfordernden S eiten.
Auch die pädagogische Arbeit in Elterninitiativen steht unter speziellen
Rahmenbedingungen. Im Idealfall bietet sie ein anspruchs volles,
abwechslungsreiches und kreatives Tätigkeitsfeld mit großen
Gestaltungs- und Mitsprachemöglic hkeiten. Prägend ist hier sicherlich
die besondere Konstellation zwischen Personal und Eltern: die Eltern
treten als Arbeitgeber, als Eltern ihrer bet reut en Kinder und als
Mitgestalter von pädagogischen und organisatorischen Themen in
Erscheinung.
Als PädagogIn kommt man den Kindern und ihren Eltern sehr nah,
erlebt sie in den verschiedensten Situationen und Gefühlslagen.
Gemeinsam diskutiert man über die Qualit ät von Vorschule ebenso wie
über das richtige Essen, organisiert die Fahrt zum Bauernhof, berät sich
im Elternges präc h über das Befinden eines Kindes. Nicht selten entsteht
Vertrautheit und auc h Freundschaft.
All dies macht den Charme von Elterninitiativen und eines Arbeitsplatzes
hier aus. Hier haben auch Konflikte und Meinungs verschiedenheiten
ihren Platz, solange sich alle Beteiligten konstruktiv verhalten und an
einer gemeinsamen Lösung interessiert sind.
In jeder Elterninitiative gibt es aber auch Zeiten, in denen das enge
Miteinander schwierig ist. So wünscht sich manch einer bei zu häufigen
Vorstands wechseln, unmotivierten Eltern oder scheinbar unlösbaren
Unstimmigkeiten im Team oder in der Elternschaft stärkere Hierarchien
und Regeln. In solchen Situationen sind eine professionelle Haltung und
das Vertrauen auf die eigenen Kompetenzen gefragt.
Je klarer man als Pädagoge formulieren kann, was die Qualität der
eigenen A rbeit ausmacht, desto stärker steht man hinter dem eigenen
Tun und desto weniger angreifbar ist man.
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Es ist also durchaus sinnvoll, sich mit Standards zu befassen, die eine
hochwertige pädagogische Arbeit in Elterninitiativen ausmachen. Aus
unserer Sicht gehören dazu folgende Aspekte:
a) Die pädagogische Fachlichkeit
PädagogInnen arbeiten in einem gleichermaßen anspruchs- wie
verant wortungs vollen Beruf: Sie sind für das Wohlergehen und die
Entwicklung jedes ihnen anvertrauten Kindes zuständig, begleiten die
Freude über ein gemaltes Bild ebenso wie den Wutanfall aus
Übermüdung. Dazu kommt die Arbeit mit den Eltern und die Kooperation
mit den KollegInnen. Pädagogisches Fachwissen, professionelle Distanz
sowie Kommunikations- und Konfliktfähigkeit sind notwendige
Handwerkszeuge in diesem Arbeitsfeld, z.B.:
•
•
•
Die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Sie ist die Grundlage, um
eigenes Handeln hinterfragen, begründen und gegebenenfalls
auch korrigieren zu können.
Regelmäßige Teamsitzungen. Sie bieten einen festen Termin
für den Austausch über die Kinder, die Vorfälle im Alltag und
geplanten Projekte. Darüber hinaus können Unstimmigkeiten
und Konflikte mit Kindern, Eltern oder untereinander
angesprochen werden.
Externe Supervision. Jedes Team sollte regelmäßig
Supervision haben – nicht nur in Konfliktfällen! Es ist wichtig, die
eigene Arbeit, die Kooperation im Team oder spezielle Fragen
mit einer außenstehenden Pers on zu reflektieren.
(Beim KKT kann eine Liste mit SupervisorInnen angefordert werden).
•
•
Fachberatung in Anspruch nehmen. Kommt man intern mit
einer Situation nicht weiter, ist es professioneller sich an
Fachberatungsstellen zu wenden, in denen Experten sitzen, als
alles alleine lösen zu wollen. (Der KKT b ietet Fachb eratung an).
Fachliteratur. Psychologie und Pädagogik sind keine statischen
Fachgebiete, sondern entwickeln sich durc h neue Erkenntnisse
und Konzepte ständig weiter. Als PädagogIn sollte man auf dem
Laufenden bleiben und sich in Fachzeitschriften und Fachliteratur darüber informieren. (In der (Präsenz-)Bibliothek im KKT
stehen neueste Werke der Fachliteratur und Fachzeitschriften zum
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allen aktuellen pädagogischen Themen b ereit: Di - Fr 10 – 13 Uhr,
Di 14 – 16 Uhr).
•
Fortbildungen. Auch hier kann man sich über aktuelle Ansätze
informieren und bekommt neue Anregungen für die eigene
Arbeit, hier kann zudem ein fruchtbarer Austausch mit anderen
PädagogInnen stattfinden. Fünf Tage im Jahr sollten jeder/m
Mitarbeit erIn dafür zur V erfügung stehen. (Auf der Internetseite
www.kkt-muenchen.de finden sich Informationen zu Fortb ildungen des
KKT und anderer Anb ieter)
•
Vernetzung. Gerade in Elterninitiativen fehlt es oft an Kontakt
mit anderen Einrichtungen und PädagogInnen. Ein Blick über
den Tellerrand ist anregend und motivierend für die eigene
Arbeit und biete die Möglichkeit, sich Rat und Unterstützung zu
holen (Es gib t b ereits einige Netzwerke von Mitarb eiterInnen in
Elterninitiativen: das Bezugspersonentreffen, das Treffen der
Hortmitarb eiterInnen, die Vernetzungstreffen in einzelnen Stadtteilen.
Termine sind auf unserer homepage zu finden.)
b) Pädagogik
Professionalität bedeutet, Schlüsselsituationen zu gestalten und die
eigenen Handlungen begründen zu können. Wichtige Themen sind
hier u.a.:
•
•
•
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Das Pädagogi sche Konzept. Jede qualitäts volle professionelle
Kinderbet reuung beruht auf einer pädagogischen Idee, die in
einem Konzept festgehalten ist. Das Konzept sollte jedoch nicht
starr für immer feststehen, sondern sich weiterentwickeln
können. Elterninitiativen bieten die Chance, Pädagogik
gemeinsam mit Team und Elternschaft zu diskutieren.
Das Raumkonzept. Einhergehen mit der pädagogischen Idee
sollte auch ein Konzept der Raumgestaltung- und Nutzung.
Zahlreiche Untersuchungen zeigen inzwischen, welch großen
Einfluss Raum und Ausstattung auf die Entwicklung und das
Aufwachsen von Kindern haben und wie zahlreich die
pädagogischen Gestaltungsmöglichkeit en hier sind.
Die Eingewöhnung. Das pädagogische Team sollte eine klare
gemeinsame Vorstellung davon haben, wie die Eingewöhnung
der Kinder in der Einrichtung abläuft. Für Krippenkinder, aber
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•
•
•
•
auch im Kindergartenalter ist der Eintritt in die Kita ein große
Heraus forderung. Eine sorgfältige Eingewöhnung mit aus reichend Zeit, Vertrauen zu den Betreuern aufzubauen und sich
an die neue Umgebung zu gewöhnen, sind die Grundlage für
die gesamte weit ere Zeit dort. Wichtig ist hier auch, die Eltern
mitzunehmen, auch sie müssen erst eingewöhnt werden....
Der Übergang zur Schule. Auch dieser Neuanfang ist ein
großer Schritt für die Kinder und sollte pädagogisch
professionell vorbereitet und begleitet werden. Schulbesuche,
Schule spielen, Ängste besprechen, ein Verabschiedungs ritual
veranstalten und hierbei mit den Eltern zusammenarbeiten sind
nur einige Stichpunkte dazu.
Kinder brauchen Bewegung und frische Luft. Nur wenige
Einrichtungen haben das Glück einer eigenen großen
Außenfläche. Kinder brauchen jedoch jede Menge Bewegung
an der frischen Luft. Dies zu garantieren und zu organisieren
und die Kinder dazu zu motivieren, gehört zu einer guten
pädagogischen A rbeit dazu.
Beobachtungsverfahren. Die Beobachtung und
Dokumentation der Kinderentwicklung ist inzwischen gesetzlich
vorgeschrieben. In der Wahl des Verfahrens gibt es zum Glück
Spielräume. Jede Einrichtung sollte sich bewusst für eine
Methode entscheiden, die zu ihrer Pädagogik passt. Dabei ist
das Einbeziehen der Kinder, wie es bei den Bildungs-, und
Lerngeschichten geschieht, aus ent wicklungspsychologischer
Sicht sinnvoll. Da so eine Methode vor allem anfangs
zeitintensiv ist, sind gute Absprachen im Team notwendig.
1-2 Elternge spräche im Jahr pro Kind durch PädagogInnen
initiiert. Auch der Austausch mit den Eltern über die
Entwicklung ihres Kindes ist wichtig. Die PädagogInnen
informieren die Eltern damit nicht nur, wie sich ihr Kind in der
Kita fühlt und ent wickelt und wie es mit anderen Kindern
umgeht. Sie sind hier auch Ratgeber und Wegweiser. Je
intensiver die Erziehungspartnerschaft von Eltern und
PädagogInnen ist, desto größer ist die Kontinuität, die das Kind
zwischen Kita und Zuhause erlebt. Nicht zuletzt machen
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•
PädagogInnen dadurch auch ihre Arbeit den Eltern gegenüber
transparent und zeigen, was sie alles leisten.
Kinderbeteiligung. Elterninitiativen sind Orte der Mitgestaltung.
Dies sollte aber nicht nur für Eltern und PädagogInnen gelten.
Die Beteiligung der Kinder in den Angelegenheiten, die sie
betreffen, ist ein Kinderrecht, das noch immer zu wenig
Beachtung findet. Jedes Team sollte gemeinsam überlegen, wo
Kinder in die Gestaltung ihres Alltags mit einbezogen werden
können. Regelmäßige Kinderteams oder Kinderparlament e
garantieren, dass jedes Kind zu Wort kommt und die Mitsprache
einen geregelten Ablauf erhält. Nat ürlich ist dies nur sinnvoll,
wenn die Erwac hsenen die Äußerungen und Wünsche der
Kinder ernst nehmen und, wenn möglich, umsetzen. Kinder
erleben hier, dass ihre Meinung zählt und dass sie ernst
genommen werden. Zudem erlernen sie Strategien der
Kommunikation und Konfliktlösung, die sie ihr Leben lang
prägen.
(Für alle diese pädagogischen Fragestellungen b ietet der KKT
Fachb eratung für Teams – und im Falle einer Konzeptionsberatung –
auch für Elterngruppen an! Darüber hinaus bieten wir auch inhouseSchulungen an.)
c) Die Rolle der Arbeitgeber
In ihrer Rolle als Arbeitgeber sollten auch die Eltern gewisse Standards
beachten, um eine hochwertige pädagogische Arbeit zu ermöglichen.
•
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Ausreichend Verfügungszeit. Vorbereiten eines
Elterngesprächs oder eines Projekts, Aufbereit en einer
Beobachtung, Nachbereiten einer Teamsitzung, Besuch des
Elternabends: all dies sind Tätigkeiten, ohne die ein stringentes
nachhaltiges Arbeiten schlecht möglich ist. Da die Pädagogen
diese Aufgaben zusätzlich zur Betreuungszeit mit den Kindern
erledigen, ist es wichtig, dass dem in den Arbeits verträgen und
der Arbeitsplatzbeschreibung Rechnung getragen wird.
Vorstände sollten hier mehr als die geförderten 12%
Verfügungszeit (für das Ges amtteam) ermöglichen. Natürlich ist
dies immer auch eine finanzielle Frage, guter Wille und
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effiziente Organisation des Alltags können hier aber vieles
ermöglichen.
(In unserer Loseb lattsammlung gib t es dazu das Infoblatt
„Verfügungszeit/ mittelb are pädagogische Arbeit“)
•
•
Vertrauensperson/en. Jede Elterninitiative sollte eine Instanz
haben, die für Anliegen und Probleme mit der Elternschaft als
Ansprechpartner für das Team da ist. Je nach Größe der
Initiative kann dieses Amt von einer oder mehreren Personen
besetzt werden. Wichtig ist, dass das Team seine
Vertrauenspersonen selber vorschlagen kann. Gerade
angesichts der oben beschriebenen komplexen Konstellation in
Elterninitiativen können dadurch viele Konflikte schnell gelöst
oder gar vermieden werden.
Mitarbeitergespräche Feedback zur eigenen Arbeit
bekommen, Lob und konstruktive Kritik erhalten - dies sind
wesentliche Faktoren, wenn es um die Motivation und die
Weiterent wicklung im Beruf geht. Jedem Arbeitgeber sollte dies
klar sein und er sollte seinen Mitarbeitern regelmäßig
Mitarbeit ergespräche anbieten. Ob sie durch den
Personalvorstand oder lieber von der oben erwähnten
Vertrauensperson geführt werden, hängt von der Struktur einer
Initiative ab.
(Für Vorstände und Personalb eauftragte veranstaltet der KKT
Fortb ildungen und Infoabende, auch persönliche Beratungen sind
möglich)
•
Transparenz und Konfliktfähigkeit. Elterninitiativen leben vom
gemeinsamen Engagement. Je transparenter Vorstände ihr Amt
führen, je mehr Mitsprachemöglichkeit die anderen Eltern und
das Team haben, desto mehr Verantwortung wird auc h jeder
einzelne übernehmen. Voraussetzung dafür ist, dass alle
Beteiligten an einem fruchtbaren Austausch und der
konstruktiven Lösung von Konflikten interessiert sind.
(Manchmal ist es hilfreich, sich rechtzeitig Unterstützung von außen zu
holen: der KKT b ietet Konfliktb eratung und auch Moderation auf
Elternabenden an.)
Stephanie Haan
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Unsere Wurzeln...
Woher kommen die Kinderläden? Warum gibt es El terninitia tiven?
Was wie Aufklärungsfragen von Kindern klingt, sind die Fragen nach
dem Ursprung der von Eltern betriebenen Kinderbetreuungseinrichtungen. Der liegt, wie wir noch alle wissen, in den Jahren
1967/68, den Jahren der meist von Studenten initiierten sozialen und
politischen Aufbrüchen in Europa und der westlichen Welt.
Dieses Thema greift der Artikel „Nenn mich nicht mehr Mama! - Die
Kinderläden zeigt en neue Wege der Erziehung“ in der Frank furter
Rundschau vom 20. März 2010 auf. Die Autorin, Meike Sophie Baader,
gibt hier u.a. einen übersichtlichen und leicht lesbaren Einblick in die
damalige gesellschaftliche Situation. So bildete eine auf „Wohlanständigkeit“ getrimmte Erziehung der 50er und 60er Jahre den
Hintergrund der Anfänge der Kinderläden. Erziehungs praktiken, in
denen Kinder beispielsweise festgebunden wurden, gehörten zum
pädagogischen Alltag regulärer Kindergärten der 60er Jahre. Bis 1973
besaßen Erzieher, Lehrer und Heimleit er in der Bundesrepublik das
Recht auf körperliche Züchtigung.“ Dem gegenüber setzten die
Kinderladenkonzepte die Bedürfnisse der Kinder sowie die Erfordernisse
der Bildung und Erziehung, wie wir heute sagen würden, in den
Mittelpunkt. Baader zeigt ein klares Bild der Absichten und Beweggründe, wie Gerechtigkeit, Selbstbestimmung, freie Entfaltung. Nicht
unerwähnt bleibt auc h der Bezug zu psychoanalytischen Ansätzen nach
Freud und Reich.
Sie greift aber auch
Extreme,
Überforderungen
von Kindern und
Erwachs enen, und
Klischees auf, mit
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denen Kinderläden/Elterninitiativen bis heute noch oft und unverstanden
konfrontiert werden.
Wer noch mehr erfahren möchte, kann dann zum Buch greifen: „Seid
realistisch, verlangt das Unmögliche – Wie 1968 die Pädagogik
bewegte“ . Was im FR-Artikel nur angerissen werden konnt e, wird hier
von mehreren namhaften Autoren beschrieben. Spannend zu lesen sind
hier die praxisreflektierenden Aus führungen, wie die Bildung und
Erziehung der Kinder gemeinsam mit Erzieherinnen angedacht,
diskutiert, geplant und umgesetzt worden sind. Es sind die Wurzeln der
heute als Erziehungspartnerschaft in allen Kitas benannten
Zusammenarbeit zwischen Eltern und ErzieherInnen. Auch die heute
insbesondere beim Krippenausbau, aber auch in der allgemeinen KitaVersorgung, thematisierte Vereinbarkeit von Familie und Beruf reicht bis
in diese Aufbruchzeit zurück. Wir finden sie unter den Begriffen
Frauenbe-wegung und § 218 wieder. Faszinierend sind auch die
Versuche in den 70er Jahren, Kinderladenpädagogik in kommunalen
Kitas umzusetzen (Frankfurt/Main). Die Autoren schlagen - wie es sich
gehört und das Thema auch fordert - einen Bogen zur Schule
(spannend wie eh und je) und Hochschule und stellen auch die Frage:
politische Generation 1968 – unpolitische Generation 1988 – und
Generation 2008?
Die Bewegung hat viele Impulse, die bis heute wirken. Anders gesagt,
zeigt es sich, dass unsere Themen aus der Geschichte über die 68er bis
heute im Kontext stehen. Sie heißen u.a. Gleic hberechtigung,
Chancengleichheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Elternz eit,
Elterngeld, Teilhabe, Integration Unter-3-jähriger, Bildung, Erziehung
und Betreuung, Bürgerschaftliches Engagement.
Sie alle beginnen bei den Bedürfnissen und Möglichkeiten der einzelnen
Menschen und sind seit über 40 Jahren ein brandaktuelles Thema. Ein
Buch für alle, die Lust und Interesse an et was Geschichte, Reflexion
und Theorie haben.
Dietmar Fehlhab er, Kinderladen-Initiative Hannover e.V.
Seid realistisch, verlangt das Unmögliche – Wie 1968 die Pädagogik bewegte.
M. S. Baader (Hrsg.), Beltz-Verlag 2008
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Gespräche über den Tod
Obwohl K rank heit, Tod und Trauer existentiell zum Leben gehören, sind
sie in unserer Gesellschaft oft nochTabuthemen. So bek ommen auch
Kinder k aum die Gelegenheit, sich mit der Endlichk eit des Lebens zu
befassen. Nicht selten wird Kindern aus falscher Sorge, es k önne sie
überfordern, das Sterben der Großeltern oder die K rank heit eines
Verwandten möglichst verschwiegen. Vielleicht in der Hoffnung, ihnen
diese schwierige Seite des Lebens ersparen zu k önnen, nimmt man
ihnen die Chance, sich ihr anzunähern und sich damit auseinander zu
setzen, anstatt sie behutsam in die schwer fassbare Thematik
einzuführen.
Meist erleben die Kinder Sprachlosigk eit, Erwachsene reagieren
verlegen oder lenk en ab, wenn Kinder Fragen stellen, die sich ihnen
angesichts des Todes zahlreich aufdrängen. Dabei ist es wichtig, dem
Thema Tod und Sterben einen Platz im Leben einzuräumen und es
anhand von Situationen zu erörtern, die einen nicht zu unmittelbar
betreffen. Die Begegnung mit dem Tod in Form eines gestorbenen
Tieres k ann zum Beispiel ein geeigneter Anlass sein, die Sprachlosigk eit
zu überwinden.
So eine Gelegenheit bek amen die Kinder des „Kindergarten im Hof“.
Claudia Franz berichtet hier, wie sie nach dem Tod ihrer Hündin Sunny,
die auch den Kindern viel bedeutete, nicht einfach zur Tagesordnung
überging, sondern die Trauer und Verwirrung der Kinder aufgriff und
darauf einging. So wurde das Ereignis der Anlass für eine intensive
Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Trauer.
Auslöser war der Verlust unserer Kindergartenhündin Sunny, die uns
wegen einer Krankheit ziemlich plötzlich verlassen hat. Sunny war davor
ein fester Bestandteil unserer Kindergartengruppe. Sie war täglich bei
uns und wurde sogar im Stuhlkreis mitgezählt als eine von uns. Sie
verbrachte den ganzen Tag mit uns und nahm an vielen Aktivitäten, so
z.B. unseren Naturtagen, teil. Sie war immer da zum Schmusen und für
gemeinsame Spiele im Garten.
An dem Tag, an dem ich den Kindern im Stuhlkreis von Sunnys Tod
erzählte, entstand auf einmal eine Stille im Raum. Alle waren sehr
betroffen und viele Tränen waren zu sehen. Für den größten Teil der
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Gruppe war es der erste unmittelbare Kont akt mit dem Tod. Einige
Kinder wollten ein Foto von der toten Sunny sehen, vielleicht, um das
Unfassbare begreifen zu können. Viele fragten, wo Sunny nun sei. Sie
kamen auf den tröstenden Gedanken, dass Sunny nun bei meiner
Mutter (die letztes Jahr gestorben ist) sei und dort ganz viele Würstel
von ihr bekäme. Ziemlich schnell wurde klar, dass die Kinder noch viele
offene Fragen zu dem Thema hatten.
Ich schlug den Kinder vor, sich mit jemanden zu unterhalten, der sich
mit dem Tod auskennt. Bis auf ein Kind, das etwas Angst hatte und sich
die Teilnahme offen halten wollte, waren alle Kinder einverstanden. Ich
nahm Kontakt auf mit einer Trauerbegleiterin und schon ein paar Tage
später kam Frau Nic ole Rinder zu uns in den Stuhlkreis, um mit den
Kindern über Tod und Sterben zu sprechen. Alle waren sehr aufgeregt
und gespannt, ein paar Kinder wollt en auf dem Schoss ihrer Betreuerin
sitzen, aber alle wollten schließlich doch dabei sein.
Nicole Rinder stellte sich den Kindern erst einmal vor und erklärte ihren
Beruf und ihre Aufgaben. Die Kinder erzählten gleich, dass sie noch nie
auf einer Beerdigung waren und nicht wüssten was dort so passiert.
Viele Fragen prasselten nun auf Frau Rinder ein. Singen und tanzen
denn die Menschen auf einer Beerdigung? Warum kommen die
Menschen in einen Sarg und wie sieht so etwas eigentlich aus? Was ist
eine Urne und wie werden die Menschen verbrannt? Dürfen auch Autos
auf einen Friedhof fahren und darf man auf einem Friedhof die Blumen
pflücken?
Nicole Rinder nahm sich für alle Ant worten sehr viel Zeit und ging
geduldig auf alles ein, was die Kinder beschäftigte. Lange Zeit berieten
die Kinder, ob man noch etwas spürt, wenn man tot ist. Auch wollten sie
wissen, warum und durch was man stirbt. Einige Kinder glaubten, dass
man sterben müsste, wenn man krank wird und viele Kinder wussten
von Menschen, die an Krebs gestorben waren. Frau Rinder ging auc h
hier einfühlsam auf die Kinder ein, sprach über die schlimme Krankheit
Krebs, aber auch darüber, dass nicht jeder der im Krankenhaus liegt,
sterben muss.
Nach einer Weile kamen die Kinder darauf zu sprechen, was mit einem
nach dem Tod geschieht, wo man dann hinkommt und ob man sich im
Himmel wieder treffen wird.
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Ob Sunny wohl nun ein Engel mit Flügeln sei und ob sie sich alleine und
traurig fühlt? Auf die Nachfrage von Frau Rinder meinten die Kinder
jedoch, dass Sunny es nun schön habe und da, wo sie nun sei, viel
spielen und Würstel essen könnte.
Frau Rinder besprach darauf hin mit den Kindern, dass es den Toten
vielleicht gut gehe, dass die Hinterbliebenen aber dennoch traurig wären
und dies auch zulassen dürften. Im Gegenteil sei es sehr wichtig, zu
weinen und die Tränen heraus zu lassen, wenn einem danach sei.
Danach fühle man sich wieder besser und der Kloß im Hals sei weg. Sie
erzählte den Kindern, dass man noch lange Zeit danach manchmal
traurig ist, sich aber auch an die schönen Moment e erinnert, die man mit
dem Menschen oder Tier verbracht hat.
Als ein Kind vermutete, dass Sunny nun bestimmt ein Engel sei und auf
die Erzieherin Claudia aufpasse, begann ein Gespräch über
Schutzengel.
Viel Zeit war inz wischen vergangen und so
sagte Nicole Rinder, dass die Kinder sie bei
weiteren Fragen jederzeit anrufen dürften.
Abschließend bekam jedes Kind einen
Luftballon und konnt e seine Wünsche für
Sunny darauf malen und den Ballon zu ihr
fliegen lassen. Voller Eifer mac hten sich die
Kinder nun auf den Weg nac h draußen.
Sehnsüchtig blickten wir alle in den Himmel
den Luftballons nach und überlegten, welcher
Wunsch wohl als erstes bei Sunny ankommen
würde. Die Kinder gingen dann fröhlich wieder
in den Kindergarten und sagten, dass habe
aber Spaß gemacht.
Ich glaube, dass die Kinder nun gut Abschied nehmen konnten von ihrer
alten Freundin. Manchmal fragen sie mich noch nach Sunny und
erzählen mir, was sie alles mit ihr erlebt haben. Ein paar Kinder haben
sogar ein kleines Lied für sie erfunden. Und unsere Jüngste fragte mich
erst neulich „Wann kommt den Sunny eigentlich wieder?“
Claudia Franz, Kindergarten im Hof e.V.
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KKT-Info 2-10
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Literatur:
Margit Franz, Tabuthema Trauerarbeit, Kinder begleiten bei Abschied,
Verlust und Tod, München 2002
Artikel zum Thema
Kita spezial 3/2009 Sonderausgabe: Umgang mit dem Tod
Mechthild Schroeter-Rupieper, „Wo ist Oma denn jetzt?“ Vom Umgang mit
dem Tod in der Kindertagesstätte, in: klein&groß, 1/2006, S. 16ff
Helga Kernstock-Redl: Wenn Kinder einen Verlust erleiden, Schritt für
Schritt durch die Trauer, in: klein&groß, 12/2009, S.53ff
Heike Müller, „Von jetzt auf gleich...“, Ein Kind begleiten beim Tod der
Mutter – Ein Erlebnisbericht aus der evangelischen Kindertagesstätte
Eibelshausen, in: TPS 1/2006, S.38ff
Kinderbücher
Erlbruch, W.: Ente, Tod und Tulpe, Antje Kustermann Verlag,
München 2007
Nilsson, U./ Eriksson, E.: Die besten Beerdigungen der Welt, Moritz Verlag,
Frankfurt/Main 2006
Weitere Tipps :
Tabuthema Tod? Bilderbücher vom Sterben, Abschiednehmen und
Trauern, in : Betrifft Kinder 04/05, 2009, S. 58ff und 03/2009, S. 54
KKT-Info 2-10
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KKT-Gespräche:
Ein Themenabend für El tern
Süßes Leben – Überquellende Kinderzimmer
Konsumbewusste Erziehung
„Mama, ich will jetzt ein Eis! Nicht so ein kleines, eins mit zwei Kugeln!“,
quengelt Karl, obwohl er erst am Vortag eine große Portion
verschlungen hat.
„Mein roter Hut ist doof, ich will einen in rosa mit Lillifee drauf wie Mona.
Susi hat auch so einen“, schimpft Katharina ihre Mama an.
Eigentlich scheint es klar, wie man mit diesen Kinderwünschen umgeht.
Jeden Tag ein Eis muss nicht sein, also kann Karl mindestens bis zum
nächsten Tag warten. Und es ist nicht einzusehen, warum Katharina
nicht auch den roten Hut, der ganz neu ist, anziehen kann.
Die Realität ist komplizierter: Natürlich ist zuviel Süßes ungesund, Karl
war aber den ganzen Tag in der Kita, da wäre es viel schöner, mit ihm
entspannt ein Eis zu essen, als sich auf eine anstrengende
Auseinandersetzung einzulassen. Und könnte es nicht sein, dass
Katharina von ihren Freundinnen benachteiligt wird, wenn sie als einzige
keine Lillifee vorzeigen kann? Sie hatte auch schon beim letzten
Geburtstag das kleinste Geschenk mitgebracht...
Eindeutige Erziehungsgrundsätze stehen hier nicht nur abweichenden
Vorstellungen der Kinder gegenüber, sondern auc h eigenen
Befindlichkeiten: man ist gestresst, hat vielleicht ein schlechtes
Gewissen dem Kind gegenüber und wünscht sich eine harmonische
Stimmung. Dann sind da noch die Maßstäbe der anderen Eltern, die
Werbung und die Ratschläge der Verwandt en. Warum als o nicht
nachgeben...?
Warum nicht? Da der Bedürfnis aufschub und die Vorfreude auf Dinge
grundlegend wichtige Erfahrungen für Kinder sind. Nicht jeden Wunsch
sofort erfüllt zu bekommen, den Frust und das Warten auszuhalten,
stärkt die Persönlichkeit und ein Gefühl für den Wert von Dingen.
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KKT-Info 2-10
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Vorausgesetzt, die Erfüllung der Grundbedürfnisse Schlaf, Essen,
Zuneigung und Geborgenheit, ist gewährleistet.
Dies macht Christine Steinle, die als Referentin das Elterngespräch im
KKT zur konsumbewussten Erziehung bestreitet, an dem Abend sehr
deutlich.
Sie leitet den Abend, zu dem etwa 20 Eltern mit vielen Fragen
gekommen sind, zunächst mit einer Besinnung auf die Wert e ein, die
man seinen Kindern vermitteln möc hte. Dann kommt sie auf
verschiedene Bereiche zu sprechen, in denen ein konsumbewusstes
Verhalten angebracht, wenn auch nicht immer einfach ist.
Langeweile, Süßigkeiten, Umgang mit Spielsachen
In jeder A pothek e bekommen Kinder heut e Traubenzucker, beim
Metzger Wurst, im Geschäft stehen sie
vor Überraschungseiern, Kaugummis
und kleinen Gadgets, die sie von
Freunden oder aus der Werbung
kennen. All dies heizt das Verlagen
von Kindern an.
Finanziell ist es für so manche Eltern
kein Ruin, ein kaputtes Spielzeug
schnell durch ein Neues zu ersetzen, das im übervollen Kinderzimmer
nach zwei Tagen unbeachtet in der Ecke landet. Das Kind bekommt den
Eindruck, dass alles ersetzbar, also keine Sac he besonders viel wert ist.
Und wenn ein Kind nicht weiß, was es spielen soll, lassen kleine Filme
oder ein Hörspiel Langeweile erst gar nicht aufkommen.
Kurzfristig sind die Kinder zufrieden gestellt, die Anspruchshaltung aber
wächst, und - viel entscheidender noch - die Phantasie, Langeweile und
Mangel durch eigene Kreativität zu überwinden, verkümmert. Kindern
wird hier in gewisser Weise verweigert, die eigenen Grenzen, Stärken
und Schwächen zu spüren und auszutesten. Christine Steinle betont,
dass starke, selbstbewusste Kinder wesentlich seltener in Konsumfallen
tappen und auch weniger suchtgefährdet sind.
Doch die Referentin zeigt auch auf, wie man alternativ mit den
Wünschen von Kindern umgehen kann: Feste Regelungen – z.B. einmal
in der Woche im Geschäft eine Süßigkeit aussuchen oder einmal
wöchentlich Süßixtag – helfen Eltern und Kindern Grenzen einzuhalten.
KKT-Info 2-10
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Wünsche können auf einem Wunschzettel gesammelt werden und zu
besonderen Anlässen erfüllt werden, sollten sie dann noc h immer aktuell
sein.
Taschengeld
Die Einführung des Taschengelds, das Frau Steinle ab der ersten
Klasse mit 50 Cent wöchentlich als sinnvoll empfiehlt, bietet eine weitere
Option: Wünsche, die die Eltern nicht erfüllen wollen, können sich
Kinder nun selber erfüllen, indem sie darauf sparen. Wichtig ist, dass
Taschengeld nicht als Erziehungsmittel eingesetzt wird und man das
Kind frei über sein Geld bestimmen lässt, auch wenn man akzeptieren
muss, dass nicht alles Gekaufte den eigenen Vorstellungen entspricht.
Empfehlenswert sind klare Regelungen, was ein Kind von seinem
Taschengeld bestreiten muss. Kinder lernen durch eigenes
Taschengeld mit Geld umzugehen und den Wert von Dingen zu
schätzen.
Kindergeburtstage
Ähnlich überfrachtet werden heute viele Kindergeburtstage begangen:
Geschenke gibt es nicht nur für das Geburtstagskind, sondern auch für
seine Gäste. Und im Wert für die Mitbringsel überbieten sich die Eltern
regelrecht. Damit die Kinder gut unterhalten sind, werden Bes uche auf
Indoor-S pielplätze, zu MCDonalds oder ins Kino organisiert.
Die Folge ist nicht nur ein hoher Druck auf die Eltern, was das
Ausrichten von oder Einladen zu Geburtstagen
anbelangt. Das Geburtstagskind selber wird vor lauter
Trubel kaum beachtet.
Christine Steinle rät den Eltern zu einer
Außenseiterhaltung: Einfach nicht mitmachen, sich
nicht dem Druck der anderen Eltern und der Kinder
beugen und seine Haltung klar und deutlich vermitteln:
Wir feiern anders, geschenkt wird in Maßen, jedes
Geschenk wird gemeinsam aus gepackt und
wert geschätzt. Im Mittelpunkt steht das
Geburtstagskind, es geht vor allem darum,
Aufmerksamkeit und Zeit für sein Kind aufzubringen.
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KKT-Info 2-10
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Kurse und Angebote
Im Kindesalter ist der Mensch am aufnahmefähigsten. Kinder sollen
umfassend in allen Bereichen gefördert werden. Diese Grundsätze
werden heute oft missverstanden. Es herrscht ein unglaubliches
Angebot an Kursen und Stunden, in denen Kindern Tanz, Malerei,
Fremdsprac hen, Rhythmusgefühl und wissenschaftliche
Grundkenntnisse vermittelt werden sollen. Der Markt suggeriert Eltern,
sie vernachlässigen die Entwicklung ihres Kindes, wenn sie nicht
genügend Angebote an es herantragen. Eltern geben dem Druck nach,
meinen, sie tun ihrem Kind etwas Gutes. Einige haben schon jetzt
berufliche Chanc en ihrer Kinder im Auge. Als Ergebnis haben viele
Fünfjährige einen volleren Stundenplan als so mancher Student und
werden von einem Kurs zum nächsten gefahren, bis sie abends müde
ins Bett fallen.
Christine Steinle ruft an diesem Abend in Erinnerung, wie wic htig freie
Zeit und Freispiel für Kinder ist. Kinder gehen im Spiel ihren Interessen
nach, lernen - ohne Kurs oder Lehrer - dabei das, was gerade ansteht
und schulen ihre Sinne und Fertigk eiten ganzheitlich.
Zum anderen bietet das Spiel den notwendigen Freiraum und die Zeit,
Eindrücke zu verarbeiten und Neuerlerntes einzuüben und zu erproben.
Die Referentin betont, dass hier weniger vollgeplante Zeit viel gesünder
und ertragreicher sei (zwei Kurse pro Woche reichen vollkommen) und
warnt vor Heranwachsenden, die schon im Kindesalter unter Stress
leiden.
Medienkonsum
Christine Steinle empfiehlt den anwesenden Eltern, Kinder unter drei
Jahren möglichst von Medien fernzuhalten, da sie die schnellen
Bildfolgen nicht verarbeiten können und die Inhalte meist nicht
verstehen. Vom dritten bis zum zehnten Lebensjahr ist eine halbe
Stunde am Tag vor dem Fernseher, Computer oder Gameboy die
Obergrenze. Sinnvollerweis e sollten die Eltern überprüfen, dass die
Inhalte altersgerecht sind.
Kinder werden im Fernsehen, aber auch andernorts früh mit Werbung
konfrontiert, können aber die Absicht der Werbung, nämlich Wünsche zu
erzeugen und Kauflust anzuregen, erst mit ca. 11 Jahren durchschauen.
Eltern sollten Kinder möglichst Werbung ersparen bzw. ihnen von
Anfang erklären, worum es dabei geht.
KKT-Info 2-10
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Handy
Auch zu frühem Handybesitz steht Christine Steinle kritisch gegenüber.
Kinder sollten erst einmal lernen, sich ohne Handy zu helfen (nach dem
Weg fragen, sich orientieren, pünktlich sein, ohne die Option, immer mit
den Eltern in Kontakt zu treten) und sich nicht auf das Gerät verlassen
müssen. Auch reiche es, den Freunden Erlebtes beim nächsten Treffen
mitzuteilen.
Ab der 5.Klasse könne man Handy nutzung mit den Kindern einüben und
sinnvoll einsetzten, wobei sich eine Prepaidkarte empfiehlt, da das
Thema Kosten beim Handy sehr heikel ist.
Die Botschaft, die Christine Steinle an dies em Abend auc h durch ihre
Persönlichkeit überz eugend vermittelt, ist wohltuend klar und
einleuchtend: Letztendlich tut man seinem Kind keinen Gefallen, wenn
man immer nachgibt, alle Wünsche umgehend erfüllt und keinen Raum
für Warten und auch mal Langeweile lässt. Sinnvolle und klar erklärte
Grenzen helfen Heranwachsenden, sich zu orientieren, mit Frust
umzugehen und Eigenes zu entwickeln.
Wichtig ist eine reflektierte, bewusste Haltung und das Wissen, dass
man nicht immer mitschwimmen muss im Strom der Ansprüche und
Forderungen, die Werbung, andere Eltern oder die Kinder an einen
herantragen.
Die freie Referentin Christine Steinle bietet im Rahmen eines Projekts der
Caritas den Elternabend „Süßes Leben – überquellende Kinderzimmer – Wege
zur Konsumbewussten Erziehung“ kostenlos für Eltern, PädagogInnen und
MultiplikatorInnen in Kinderkrippen, Kindergärten und Horten an. Nähere
Informationen und Terminvereinbaren können mit ihr getroffen werden:
Dipl. Soz. Päd. Christine Steinle, Erziehungsberatung, Mütterzentrum Sendling
e.V. 089/ 99758186 oder christine.steinle@web.de
Diesen sehr informativen Beitrag gib t es als download auf unserer homepage:
für interessierte Eltern und als Anregung zur Diskussion
am Elternabend!
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KKT-Info 2-10
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Zukunftsperspektiven für Horte in Bayern?
Im April fand in München im MOC ein Kongress des Bayerischen
Sozialministeriums zum Thema „Zuk unftsperspek tiven der Hort pädagogik “ statt. Gäste auf dem Kongress waren u.a. Vertreter der Städte
und Kommunen in Bayern, sowie Verant wortliche und Mitarbeiter der
großen Trägerverbände der Kinder- und Jugendhilfe. Hauptreferenten
waren Ministerialrat Hans-Jürgen Dunk l vom Sozialministerium und Prof.
Dr. Helmut Lechner von der Fachhochschule München. Das Kultusministerium, bei dem die fachliche Verant wort ung für die Ganztagsschulen liegt, k am bei diesem Kongress allerdings nicht zu Wort.
Nur eine k urze Notiz im Infodienst des ifp (Institut für Frühpädagogik )
hatte im Vorfeld darauf aufmerk sam gemacht und es waren tatsächlich
auch nur 250 Einladungen an Trägerverbände und Kommunen in ganz
Bayern zu diesem Kongress verteilt worden. Das Interesse, an diesem
Kongress teilzunehmen, wäre mit Sicherheit größer gewesen...
Nachmittagsbetreuung von Schulkindern – ein brennendes Thema
Während in der Öffentlichkeit und in den Medien momentan eher noch
das Thema Krippenausbau vorz uherrschen scheint, hat sich eigentlich
das Thema „Nachmittagsbetreuung von Schulkindern“ in der Praxis
immer mehr in den Vordergrund geschoben. Folgende Eckpunkte kann
man dafür schon mal vorneweg nennen:
•
Es gibt ein massiv ansteigendes Int eresse der Eltern an
Nachmittags betreuung für ihre Schulkinder, das sich nach Aussage
von Beteiligten nicht nur aus der geänderten Berufssituation der
Eltern oder der familiären Situation (Alleinerziehende) begründet,
sondern auch daher, dass inzwischen innerhalb der Klassen ein
großer Druck besteht, am Nachmittag Teil einer Betreuungsgruppe
zu sein, um nicht „allein auf der Straße zu stehen“ und zum
Außenseiter zu werden.
•
Auch in Bayern wurde nun beim Bildungsgipfel 2009 der Ausbau
der Ganztagsschulen beschlossen. Zit at: „Die Ganztagsschulen in
Bayern sollen massiv ausgebaut werden und zwar mit höchster
Priorität. Staatsregierung und kommunale Spitzenverbände sehen in
der Einrichtung von Ganztagsschulen in allen Schularten einen
wesentlichen Beitrag zur zukunftsorientierten Weiterentwicklung des
KKT-Info 2-10
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bayerischen Bildungswesens, der mehr individuelle Förderung,
mehr Chancengerechtigkeit für die Schülerinnen und Schüler sowie
eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglicht.“
(Pressemitteilung der Staatsregierung 11. 2.09)
•
Damit könnt e sich allerdings eine Tendenz durchs etzen, die
schon in Berlin und Nordrhein-Westfalen in letzter Konsequenz zu
einer Abschaffung der Horte und Übernahme der Nachmittagsbetreuung in die Grundschulen geführt hat. Die Stadt Neu-Ulm ist
hier Vorreiter und hat aktuell die Abschaffung der Horte beschlossen. Denn: Ganztagsschulen werden hauptsächlich vom Staat
bezuschusst, während die Angebote der pädagogischen Jugendhilfe
(z.B. Horte und Kindergartengruppen mit Schulkindern, Häuser für
Kinder, Schulkinder in der Tagespflege) zu je 50% von den
Kommunen mitfinanziert werden müssen. In Zeiten akuten
Geldmangels der Kommunen könnte das ein wichtiges Argument
sein.
•
Da die Angebote der Jugendhilfe (s.0.) zusätzlich noch über
Elternbeiträge mitfinanziert werden müssen, fällt vielen Eltern eine
Entscheidung zugunsten der Ganztagsschule leicht, wenn sie denn
vor Ort möglich ist. Obwohl die Betreuung in der Ganztagsschule in
einigen Punkten nicht den Umfang der Nachmittagsbetreuung
erreichen kann, biet en Ganztagsschulen doch eine sichere und –
außer den Beiträgen fürs Mittagessen – fast kostenfreie Nachmittagsbetreuung. Letztlich können Eltern die Unterschiede der
verschiedenen Angebot e nicht wirklich überblicken – und
entscheiden dann häufig aus wirtschaftlichem Zwang heraus.
Hort en vor Ort wird damit häufig „das Wasser abgegraben“. Denn
sie verlieren mit jedem Kind, das an eine Ganztagsschule
abwandert, massiv an Zuschüssen.
•
Das BayKiBiG fordert von allen Kinderbetreuungseinrichtungen,
die Beschäftigung von Fachpersonal und die Einhaltung eines
bestimmten Pers onalschlüssels. Da in den letzten Jahren aber
auch in Bayern massiv neue Betreuungseinrichtungen (Krippen und
Kindergärten) geschaffen wurden und die Ausbildungskapazitäten
nicht wirklich aufgestockt wurden, gibt es einen riesigen
Fachkräftemangel. Gerade Horte, die überwiegend nur
Teilzeit verträge anbieten können, haben extreme Probleme die
nötigen Fachkräfte zu finden.
24
KKT-Info 2-10
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Haben Horte in Bayern noch eine Zukunft?
Zielsetzung der Veranstaltung war es, die bleibende Bedeutung der
Einrichtungen der „pädagogischen Jungendhilfe“ zu betonen und Horten
trotz BayKiBiG und Ganztagsschulen eine Zukunftsperspektive
aufzuzeigen .Im Wortlaut des Sozialministeriums hieß das „best of both“
zu finden. Das heißt, eine Konstruktion finden, die es möglich macht,
eine Ganztagsschul-Hort-K ombination zu entwickeln, die etwa zur Hälfte
auch aus Hort-B etrieb bestehen könnte.
Ministerialrat Dunkl präsentiert e dafür zuerst einen System- und
Kostenvergleich der Einricht ungen der pädagogischen Jugendhilfe und
der sogenannten offenen und gebunden Ganztagsschule (s.u.). Obwohl
Hort e offensichtlich wesentlich höhere Kosten vor allem für Kommunen
verursac hen, fanden Ministerialrat Dunkl und auch Professor Lechner
von der Fachhochschule München in Ihren Vorträgen nach wie vor
gewic htige pädagogische Argumente für Horte. Die Betreuung von
pädagogischem „schulfremden“ Fachpers onal ist für beide Referenten
eine herausragendes Qualitätsmerkmal.
Mittagsbetreuungen, die im Moment zum Beispiel in München an allen
Grundschulen existieren, wurden von Ministerialrat Dunkl dagegen unter
dem Stichwort „Qualitätsrisiko“ eingeordnet (da nicht der fachlichen
Aufsicht eines Ministeriums unterstellt und nicht per Ges etz zur
Beschäftigung von Fachpersonal verpflichtet). (Der KKT hat hier eine
et was andere Einschätzung...)
Der Hinweis darauf, dass offene Ganztagsangebote fachfremdes
nichtpädagogisches Personal beschäftigen dürfen (S pezialisten aus der
Wirtschaft, Eltern, Übungsleiter von Vereinen etc..) ohne damit ein
Qualitätsrisiko darzustellen, fehlte allerdings...
Planungen des Sozialministeriums
•
Es wird daran gedacht, BayKiBiG Art 2. Abs.2 aufzugeben (20Stunden-Regel), um damit Horten zu ermöglichen, Kinder nach
Ende der Betreuungszeit in der Ganztagsschule (nach 16 Uhr oder
in den Ferien) betreuen zu können und dafür auch BayKiBiGFörderung zu erhalten.
Das heißt konkret: Kinder aus der Ganztagsschule müssen um 16 Uhr in
den Hort wechseln, wenn sie längere Betreuung b rauchen.
•
Die Großtages pflege soll finanziell attraktiver ausgestattet
werden.
KKT-Info 2-10
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____________________________________________________
(Wir können uns allerdings nicht vorstellen, das Tagespflege für Schulkinder
ein attraktives und altersgemäßes Angebot ist...)
•
Außerdem präsentierte Hans-Jürgen Dunkl einen konkreten
Vorschlag des Sozialministeriums für eine Ganztagskombination
von Schule und Hort, in der beide Einricht ungen und deren
Mitarbeit erInnen Ihre Eigenständigkeit behalten könnten. Hier
könnte man sich eine vereinfachte Bet riebs erlaubnis, Förderung der
kostenpflichtigen Nachmittagszeit nach BayKiBiG, Verzahnung von
Lehrkräften und ErzieherInnen sowie geteilte Fachaufsicht je nach
Betreuungszeit vorstellen. (s. Präsentation Dunkl).
Finanzprobleme, Fachkräftemangel und pädagogischer Zündstoff
Viele Diskussionsbeiträge beinhalteten große Bedenken über die
Situation der Horte und ihre Zuk unft.
Der massive Fachk räftemangel, die Zwangslage durc h das BayKiBiG
und dann noch die finanzielle Schieflage gegenüber Ganztagsschulen
machen das Überleben der Horte gerade in kleineren Kommunen
äußerst schwierig.
Eine mögliche Verzahnung von Schule und Hort wird als äußerst
kompliziert empfunden. Denn: LehrerInnen und ErzieherInnen
durchlaufen völlig unterschiedlic he Ausbildungswege, es gibt kaum
Fortbildungsangebote, in denen sich die beiden Berufsgruppen
begegnen können. ErzieherInnen fürchten, an Schulen zu
Mitarbeit erInnen zweiter Klasse degradiert zu werden, LehrerInnen
empfinden die Abordnung an einen Hort als „Degradierung“.
In München scheint momentan vor allem der Fac hkräftemangel das
größte Problem der Horte bz w. Tages heime zu sein. Laut Frau Dr. HartlGrötsch vom Münchner Schulreferat fehlen 80 ErzieherInnen an
städtischen Horten bz w. Tages heimen.
Auch deshalb ist das Modell Mittagsbetreuung hier eine wichtige und
machbare Ergänzung. Positiv: Mittagsbet reuungen sind nicht im
Einflussbereich des BayKiBiG und haben dadurch größere Spielräume.
Finanziert werden sie durch das Kultusministerium (zusätzlich auch von
der Stadt München). Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Eltern,
kombiniert mit einer „relativ unbürokratischen“ Finanzierung und
Steuerung hat diesen Einrichtungen zu einem großen Wachstum und
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KKT-Info 2-10
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auch zu positiver Nachfrage der Eltern verholfen. Für die Qualifizierung
der Mitarbeit erInnen finanziert das Kultusministerium Fortbildungen, die
von verschiedensten Trägern (u.a. dem KKT) durchgeführt werden.
Eine Qualitätsdiskussion muss einrichtungsübergreifend geführt werden
(sie gilt auch für die offenen und gebundenen Ganztagsschulen). Nur so
wird man ein überzeugendes Konzept für Ganztagsschulen unter
Einbeziehung aller Beteiligten (auch der Mittagsbet reuungen) ent wickeln
können. Alles andere ist Flickwerk – wie die nachstehende
Kurzdarstellung zur „Ganztagsschule in Bayern“ zeigt.
Eine Zukunft der Horte in Bayern kann es auf jeden Fall nur durc h eine
Änderung der BayKiBiG-Regeln und damit eine Verbesserung der
Finanzierung geben. Ob die Zukunft damit allerdings für alle Zeiten
gesichert ist, bleibt ungewiss. Angesichts der Finanzlage in Staat und
Kommune wird es wohl zum Billigmodell „offene Ganztagsschule“
kommen, das Ende der Hortlandschaft wird sich dann wohl abzeichnen.
Andere Bundesländer (s.o.) haben das ja bereits vorgemacht...
Wir dürfen gespannt sein auf kommende – hoffentlich positive Verordnungen des Bayerischen Sozialministeriums.
Annette Stroux
Präsentation des Sozialministeriums und der Vortrag von Prof. Helmut Lechner
unter folgender Internetadresse
http://www.stmas.bayern.de/kinderbetreuung/veranstalt/hortkongress.htm
KKT-Info 2-10
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Ganztagsschulen in Bayern: derzeitige Situation
•
Gebundene Ganztagsschule
Die gebundene GTS bietet rhythmisierten Unterricht bis 16 Uhr an
mindestens 4 Tagen, das Angebot an den Nac hmittagen ist
überwiegend schulisch geprägt und wird von Lehrern und Zusatzkräften
durchgeführt. Bei der gebundenen Ganztagsschule müssen die Eltern
abgesehen vom Mittagessen keine Gebühren zahlen. Es gibt k eine
Betreuung nach 16 Uhr und k ein Ferienangebot.
Gebundene Ganztagsschulen können grundsätzlich von allen
Schularten (Grundschulen und weiterführende Schulen) eingerichtet
werden, allerdings muss die Wahlfreiheit der Eltern (und Kinder) jeweils
erhalten bleiben, an den Grundschulen (die ja Sprengelzwang haben)
muss jeweils ein Regelzug erhalten bleiben, der den Kindern die
Möglichkeit offen lässt, den Nachmittag außerhalb der Schule zu
verbringen.
•
Offene Ganztagsschulen
Offene Ganztagsschulen bieten an 4 Wochentagen ein Angebot für
Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, schulische Vertiefung und
Freizeit. Abgesehen vom Mittagsessen ist dieses Angebot für die Eltern
kostenfrei und muss von den Schülern nur an mindestens zwei Tagen in
Anspruch genommen werden.
Die offene Ganztagsschule funktioniert über Rahmenverträge mit
einzelnen Sport vereinen oder Verbänden, die ihre Angebote der
Nachmittags gestaltung an den Schulen anbiet en. Rahmenvert räge
können dabei z.B. mit dem Roten Kreuz, dem benachbarten
Abenteuerspielplatz oder dem örtlichen „Kleingart enverein“ geschlossen
werden.
Mittagsbetreuungen spielen hier eine wichtige Rolle: sie
sollten unbedingt mit der Schulleitung in Kontakt treten, wenn
an ihrer Schule der Ausbau zur offenen Ganztagsschule
ansteht. Denn sie haben langjährige Erfahrungen, eine
eingespielte Organisation und Personal, dass in der Regel
gut weitergebildet ist für die Anforderungen einer
Nachmittagsbetreuung! Beratung dazu gibt es beim KKT.
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KKT-Info 2-10
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Alle schulischen Ganztagsangebote finanzieren sich vorwiegend aus
staatlichen Zuschüssen, die Kommune muss nur 5000 Euro pro Gruppe
oder Klasse dazu geben.
Die Situation in München
In München gibt es zur Zeit 9 Grundschulen mit Ganztagsangebot. Im
Schuljahr 2010/2011 werden schon 15 Grundschulen Ganztagszüge
anbieten.
Insgesamt 117 weiterführende Schulen in München sind als offene
Ganztagsschulen ausgewiesen.
Es wird aber auch der Ausbau von Horten und Tagesheimen weiter
vorangetrieben. Derzeit gibt es 14.371 Betreuungs plätze in Horten und
Tagesheimen für Grundschulkinder . Bis 2013 sind weitere 3. 400 Plätze
in Horten und Tagesheimen in München geplant. Jede neue
Grundschule wird in München mit Tagesheim geplant
(Nac hmittagsbet reuung der Gruppen nach Jahrgangsstufen gegliedert
von ErzieherInnen und Lehrkräften gemeinsam im
Schulhaus/Klassenzimmer).
Dennoch ist auch in München der Bedarf an Nachmittags betreuung
noch lange nicht gedeckt – deshalb kommt hier den Mittagsbereuungen
eine wichtige Bedeut ung zu: an allen Münchner Grundschulen, also
auch dort wo ein Tagesheim oder Hort existiert, gibt es Mittagsbetreuungen – insgesamt 463 Gruppen, die noch einmal 7900 Kinder
versorgen!
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Wir gratulieren!
Ergänzungskräfte wurden nachqualifiziert
Auch der 2. Durchgang uns erer Nachqualifizierung war erfolgreich: am
29.4.2010 fand die Abschluss veranstaltung unserer Nachqualifizierung
statt. 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben in einem insges amt
zwölft ägigen Kurs innerhalb eines ¾ Jahres an sieben ein- bis
zweitägigen pädagogischen Fortbildungen zu unterschiedlichsten
Themen teilgenommen. Sie hatten die Möglichkeit ihre bisherigen
Praxiserfahrungen mit den aktuellen theoretischen Grundlagen und
pädagogischen Fragestellungen zu ergänz en.
Zusammenfassend kann auch diese Nachqualifizierung als Erfolg
gewertet werden. Die TeilnehmerInnen bekommen nun ihre
Anerkennung als Ergänz ungskraft für ihr derzeitige Arbeitsstelle. Bei
einem Wechsel in einer andere Eltern-Kind-Initiative wird diese
Anerkennung vom neuen Arbeitgeber neu beantragt und vom
Jugendamt wiederum genehmigt.
Im Herbst wird der dritte Durchgang abgeschlossen, und im Frühjahr
2011 soll ein 4. Durchgang beginnen. Er war nicht geplant, aber es gibt
doch noc h einige MitarbeiterInnen im „Wartestand“. Der Bedarf für diese
Art der Nac hqualifizierung ist groß.
Die glücklichen
Ab solventInnen...
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KKT-Info 2-10
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Mitgliederversammlung KKT
Am 18.Mai 2010 fand die jährliche Mitgliedervers ammlung in den
Räumen des KKT in der Landwehrstraße statt. Außer den Vorständen
Heike Mohn-Wallnöfer und Beate Strobel und den MitarbeiterInnen des
KKT hatten sich etwa zwanzig Eltern bzw. Vorstände aus den Initiativen
eingefunden.
Nach der Begrüssung durch Beate Strobel erläuterte Claudia Thiele die
Highlights und Entwicklungen aus dem Jahresbericht.:
• Über 10. 000 Kinder besuchen eine Elterninitiative oder
Mittagsbetreuung
• Die Mitgliederzahl im KKT steigt weiter: 244 Elterninitiativen, 138
Mittagsbetreuungen
• Sieben neue Elterninitiativen nahmen 2009 ihren Betrieb auf
• Schwerpunkte der KKT-Aktivitäten 2009: „KKT-Gespräche“, „KK T on
Tour“: Vernetzungstreffen in den Stadtteilen, LeiterInnen-Treffen,
Bibliothek, BayKiBiG-Beratung, KKT-Kino, Nachqualifizierung für
Ergänzungskräft e.
Anschließend präsentierte Martina Schulze präsentierte den finanziellen
Rechenschaftsbericht des KKT.
Einzelne Fragen zur Situation der Eltern-Kind-Initiativen und auch der
Mittagsbetreuungen ließen sich dann nach einer kurzen Imbiss-P ause
an verschiedenen Diskussions-Tischen („Themen-Cafe“) klären:
Ein Tisch der Mittagsbet reuungen fand sich mit Renate Brandelik
zusammen und besprach aktuelle Themen und Probleme der
Einrichtungen.
Ingrid Fleck diskutierte mit einigen Vorständen über Konfliktsituationen
in der Elterninitiative und Claudia Thiele und Annette Stroux
versammelten eine Diskussionsrunde zu BayKiBiG-Problemen.
Viele kleine Fragen konnten so spontan geklärt werden und es zeigte
sich auch an diesem Abend wieder, dass gerade bei Elterninitiativen die
Vernetzung und der gegenseitige Austausch fundamental wichtig sind.
Diese Vernetzung kann fortges etzt werden, z.B. auf den vom KKT
initiierten Vernetzungstreffen in den Stadtteilen (Termine sind auf
unserer homepage zu finden!).
KKT-Info 2-10
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Der Jahresbericht 2009 des KKT wird demnächst als download zur
Annette Stroux
Verfügung stehen .
Mittagsb etreuungen
in Diskussion...
Claudia Thiele
informiert...
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KKT-Info 2-10
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KKT-Fachtag „Wir bestimmen mit!“
Am 4. März 2010 veranstaltete der KKT den Fachtag zur
Kinderpartizipation in Elterninitiativen „Wir bestimmen mit“. Rund 130
Mitarbeit erInnen und Eltern der Münchner Elterninitiativen nahmen am
Fachtag teil. In V orträgen, Gesprächen und Workshops wurde die
Beteiligung von Kindern zum Thema gemacht.
In ihrer Begrüßungsrede betonte Dr. Susanne Herrmann,
Abteilungsleiterin Kindertagesbetreuung im Stadtjugendamt, die
besondere Bedeutung der Eltern-Kind-Initiativen als Baustein der
Kindertagesbetreuung und bedankte sich für das Engagement der
Eltern. Sie zeigte auf, dass Partizipation in Elterninitiativen sich nicht nur
auf die Beteiligung von Kindern bezieht, sondern die Beteiligung (der
Eltern aber auch der MitarbeiterInnen) Voraussetzung und Motor für das
Engagement ist, auf das Elterninitiativen angewies en sind.
In weiteren Vorträgen wurde die besondere Rolle von Partizipation als
(manchmal auch anstrengendes) Qualitätsmerkmal von Elterninitiativen
thematisiert und der hohe Stellenwert hervorgehoben, den das
Ernstnehmen und die Beteiligung von Kindern für die Ent wicklung und
für die „Bildungsprozesse“ haben. In ihrem praxisnahen Vortrag mac hte
Prof. Dr. Raingard Knauer von der FH Kiel anschaulich, wie Partizipation
in ganz unterschiedlichen Altersstufen ermöglicht werden kann und
welche Lernprozesse damit verbunden sein können.
Auch in entwicklungspsychologischer Perspektive spielt Partizipation
von Klein auf eine zentrale Rolle und ist eng mit dem Konzept der
Verantwortung verknüpft, wie Prof. em. Dr. Rolf Oert er und Stephanie
Haan vom KKT im Gespräch herausarbeiten konnten.
Gelungene Partizipationspraxis in Münchner Elterninitiativen war nicht
nur bei der Ausstellung der Beit räge des Wettbewerbs „Kinder-MitmachHaus “ zu besichtigen, sondern auch in einigen Workshops, in denen
jeweils Elterninitiativen zeigt en, wie sie Kinderbeteiligung umsetzen, um
anschließend mit den WorkshopteilnehmerInnen über die Möglichkeiten
und Grenzen der Kinderbeteiligung zu diskutieren.
KKT-Info 2-10
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Eine aus führliche Dokumentation des Fachtags ist im Internet auf der
KKT-S eite (www.kkt-muenchen.de) unter „Aktuelles zu finden“
Im Anschluss an den Fachtag stand die Preis verleihung des
Wettbewerbs „Kinder-Mitmach-Haus“ auf dem Programm, zu der rund
200 Kinder und E rwachsene in das Kulturhaus Milbertshofen kamen. Als
besondere Attraktion trat Ingrid Irrlicht mit „Enemenesuprabene“ auf und
anschließend überreichten Ursula Baumgartner vom Stadtjugendamt
und Regina Bruder vom KK T den strahlenden Gewinnern ihre „P reisSchecks“ und belohnten auch alle anderen Wettbewerbsteilnehmer mit
einem kleinen Preisgeld. Der Wettbewerb, die Preis verleihung und alle
Beiträge sind im Int ernet veröffentlicht unt er:
www.kinder-mitmach-haus.de
Stephanie Haan und
Prof. Dr. Oerter im
Gespräch...
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KKT-Info 2-10
_____________________________________Informationen____
Zuschüsse für Eltern-Kind-Initiativen
(gefördert vom Sozialreferat)
Bitte überprüft Euren Haushalt aufgrund des Bescheids 2010: stimmen
die Personalkosten mit der bisherigen Kalkulation überein, Vergleich des
Finanzierungsplans mit den tatsächlichen Ausgaben und Einnahmen, ist
der Elternbeitrag ausreichend oder muss erhöht werden, müssen
Sparmaßnahmen überlegt werden ....
Bitte sendet uns unbedingt die Bescheide 2010 (Kosten-und
Finanzierungsplan). Sie sind Grundlage für Eure Beratung und auch für
die Vertretung Eurer Interessen.
Bei Prob lemen mit den Finanzen: Ihr könnt jederzeit b eim KKT einen
Beratungstermin vereinbaren: Tel. 9616060-0
Neues von der Münchner Förderformel...
... gibt es derzeit nicht. Die Reform der Münchner Kita-Finanzierung
kommt nicht voran. Angesichts der städtischen Haushaltslage ist es
höchst ungewiss, ob die vorgeschlagene Förderformel mit ihren
zusätzlichen Faktoren umgesetzt werden kann. Möglicherweise gibt es
im Laufe des Sommers noch einmal einen Vorstoß dazu im Stadtrat.
Wir kämpfen nach wie vor für die Einführung des EKI-Faktors, um die
Einbußen durch die BayKiBiG-Finanzierung zu kompensieren (s. auch
KKT-Info 2/09 und 3/09).
BayKiBiG-Neuheiten
BayKiBi G Leitfaden
Alle Basisinformationen zum Thema BayKiBiG sind in unserem Leitfaden
zusammengestellt. Die Broschüre findet sich zum Download auf unserer
KKT-Website oder kann in gedruckter Form gegen einen
Unkostenbeitrag von 2 Euro direkt beim KKT bestellt werden!
KKT-Info 2-10
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_____________________________________Informationen____
Unsere BayKiBiG-Sprechstunde mit Annette Stroux:
Dienstag von 14 – 16 Uhr und Mittwoch von 10-13 Uhr
Arbeitgeber- und Arbeitnehmerfragen
Erstattung bei Krankheit und Schwangerschaft:
Umlageverfahren U1 und U2
a) Krankheitsumlage U 1
An dieser Umlageversicherung, die den Arbeitgeber von den Kosten für
die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit
bis zu 6 Wochen) entlastet, müssen alle Betriebe (mit bis zu 30 (Voll)Beschäftigten) teilnehmen. Der Beitragssatz der jeweiligen
Krankenkassen variiert von ca. 1 – 3,5 %; dafür wird im Krankheitsfall ein
bestimmter Prozentsatz (50 – 80%) erstattet.
Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (Durchschlag Arbeitgeber)
müssen an die jeweilige Gehaltsabrechnungsstelle geschickt werden,
diese beantragt dann die U1.
b) Schwangerschaftsumlage U 2
Diese für alle Arbeitgeber verpflichtende Umlageversicherung erstattet
das Mutterschaftsgeld bzw. das bei einem Beschäftigungsverbot zu
zahlende Arbeitgeber-Brutto zu 100 %. Auch hier ist der Beitragssatz je
nach Krankenkasse unterschiedlich und bewegt sich zwischen 0,1 – 0,35
%.
Beide Umlageversicherungen müssen für Männer und Frauen abgeführt
werden. Die jeweiligen Erstattungsanträge findet man im Internet unter
der jeweiligen Krankenkasse.
Achtung: Eltern-Kind-Initiativen – gefördert vom Sozialreferat:
Die Umlagen werden im Rahmen der Personalkosten bezuschusst.
Werden die Erstattungsbeträge nicht für Aushilfen oder Vertretungskräfte
eingesetzt, wird der Zuschussgeber die Umlage-Einnahmen verrechnen.
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KKT-Info 2-10
_____________________________________Informationen____
Gesundheitsförderung für ErzieherInnen
Die Gewerkschaft Ver.di und der Bayerische Gemeindeunfallversicherungsverband haben eine Broschüre zur Gesundheitsförderung
für ErzieherInnen erarbeitet und veröffentlicht.
Ver.di hatte 2004 in einer Studie die Schwerpunkte bei den arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen und den Gesundheitsressourcen
der Beschäftigten im Kindertagesbereich erhoben. Das Fazit: die
berufliche Tätigkeit von Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen ist durch
vielfältige physische und psychische Anforderungen gekennzeichnet, die
einerseits positiv empfunden werden, andererseits aber Risiken für die
Gesundheit beinhalten (wir haben darüber im KKT berichtet).
Die neue Broschüre „Gesundes Arbeiten in Kindertagesstätten“ will
Anregungen für gesundheitsförderliche Maßnahme durch die Arbeitgeber
sowie Hinweise für die Mitarbeiter selbst geben. Neben ganz praktischen
Vorschlägen zur Ausstattung, Möblierung und zum Lärmschutz geht es
vor allen Dingen auch um Stressbewältigung und „Psychohygiene“.
Coaching, Reflexionsgespräche zur Gesundheitsförderung, supervision,
kollegiale Supervision sollten an der Arbeitsstelle integriert sein, um
präventiv soziale Stressoren zu vermeiden.
In einzelnen Kapiteln werden Themen wie Lärm und Lärmschutz, das
richtige Sitzen, Stehen, Heben und Tragen, Ansteckung bei
Kinderkrankheiten, Stress und was man dagegen tun kann, erörtert.
Dazu gibt es Vorschläge für Verbesserungen.
Gesundheitsschutz ist seit 2009 nun auch tariflich im TVoed (§ 54) für
Kindertagesstätten geregelt. Auch wenn Träger wie Elterninitiativen nicht
„tarifgebunden“ sind, ist es empfehlenswert, sich einmal gemeinsam mit
diesem Thema auseinanderzusetzen (in einem „Gesundheitszirkel“) und
die eigene Einrichtung zu analysieren, die wichtigsten Gefährdungen zu
beseitigen und Verbesserungen für den Gesundheitsschutz der
MitarbeiterInnen zu schaffen. Dazu gibt die vorliegende Broschüre eine
Hilfestellung.
Diese Broschüre sowie die Studie zur Gesundheitsgefährdung gibt es bei
https://sozialearbeit.verdi.de/themen/gesundheits-foerderung als
download. Dazu noch andere hilfreiche Veröffentlichungen zur
Gesundheitsförderung im Kitabereich.
KKT-Info 2-10
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_____________________________________Informationen____
Aktuelles und Interessantes für alle Elterninitiativen
Die Gesetzliche Unfallversicherung
für alle Eltern-Kind-Initiativen mit Betriebserlaubnis
Alle Eltern-Kind-Initiativen (gefördert vom Sozialreferat) sind seit Erhalt
der Betriebserlaubnis (als zugelassene Tageseinrichtung nach §45 SGB
VIII) in der gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) für Kinder in
Tageseinrichtungen (Kindergarten, Krippe, Hort). Nach § 3 SGB VII
besteht dieser Anspruch automatisch mit der Erfüllung der gesetzlichen
normierten Voraussetzungen (= der Betriebserlaubnis).
Einrichtungen ohne Betriebserlaubnis haben i.d.R. ein Versicherungspaket des KKT (Kinderunfallversicherung + Betriebshaftpflicht) in
Anspruch genommen.
Versicherungsumfang der Gesetzlichen Unfallversicherung
Alle Kinder, die die Einrichtung besuchen, genießen Versicherungsschutz während des Besuchs der Einrichtung. Der Schutz umfasst auch
die Teilnahme an allen Veranstaltungen (auch externe), die zum
organisatorischen Verantwortungsbereich der Einrichtung gehören
(Umzüge, Ausflüge, Bauernhofaufenthalte etc).
Auch Schnupper- und Besuchskinder unterliegen dem gesetzlichen
Unfallversicherungsschutz. Dazu gehören z.B. Kinder, die ihre
ehemalige Einrichtung besuchen wollen, auch jüngere Kinder, die mit
ihren bereits aufgenommenen Geschwistern die Einrichtung besuchen
dürfen oder andere Besuchskinder.
Der Versicherungsschutz erstreckt sich auch auf die Wege nach und von
der Tageseinrichtung. Hierbei sind der Spieltrieb und das Gruppenverhalten der Kinder zu beachten, sodass der Versicherungsschutz auch
während einer geringfügigen Unterbrechung erhalten bleibt. Die Art der
Fortbewegung steht jedem frei (ganz unabhängig davon, ob die Kinder
bereits über ein zur selbständigen und sicheren Teilnahme am Straßenverkehr angemessenes Gefahrenbewußtein verfügen), die Kinder sind
auch unfallversichert, wenn sie den direkten Weg von oder nach Hause
allein mit dem Fahrrad oder Inline-Skates zurücklegen. (KiTa Recht
1/2007)
Leistungen
Die Unfallversicherung trägt die Kosten einer Heilbehandlung der Kinder,
nicht die Kosten für Sachschäden. Ein Schmerzensgeldanspruch besteht
nicht. Unter Umständen kann auch ein lebenslanger Anspruch auf
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KKT-Info 2-10
_____________________________________Informationen____
ärztliche Behandlung und Zahlung einer Geldrente bestehen
(§§26 ff. SGB VII)
Unfallanzeige
Der Träger oder die Leitung muss innerhalb von 3 Tagen nach Kenntnis
des Unfalles eine Unfallanzeige (Formblatt) erstellen und an den
Versicherungsträger schicken.
Beim Arzt b zw. in der Klinik wird der Unfall wie ein "normaler Kindergartenunfall" behandelt, d.h. der Arzt meldet seine Ansprüche an die
GUV, die Krankenkasse der Eltern wird nicht in Anspruch genommen
(wie bisher bei unserer KKT-Versicherung).
Versicherungsträger
Wer der zuständige Versicherungsträger ist, richtet sich nach dem
Träger der Einrichtung. Für die Kinder von Tageseinrichtungen, die von
freien gemeinnützigen Trägern unterhalten werden (also auch ElternKind-Initiativen) ist zuständig:
Bayerische Landesunfallkasse
Gesetzliche Unfallversicherung
Ungererstr. 71, 80805 München Tel. 089 36093 0
www.guvv-bayern.de/Versicherte
Kosten
Die gesetzliche Unfallversicherung ist kostenfrei.
Wie geht die Anmeldung
Der Versicherungsschutz beginnt automatisch mit Erteilung der
Betriebserlaubnis. Das Stadtjugendamt meldet die Einrichtungen an die
Landesunfallkasse. Wer ganz sicher gehen will, kann sich auch direkt
hinwenden.
Mehr Informationen
Die Landesunfallkasse betreibt eine informative Homepage und verfügt
über umfangreiches Informationsmaterial zur Sicherheit und Prävention
in Kindertagesstätten (u.a. zu Außenspielflächen und Spielgeräten).
Es werden hier auch immer die pädagogischen Ziele sowie das
entwicklungsfördernde Umfeld für Kinder in den Vordergrund gestellt.
Die seit 2009 in Kraft getretene „Regel Kindertageseinrichtungen“ mit
den „Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren für Leben und
Gesundheit beim Aufenthalt in Kindertageseinrichtungen“ reglementiert
dann allerdings doch sehr DIN-normgerecht Bau und Ausstattung von
Kitas.
KKT-Info 2-10
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_____________________________________Informationen____
www.guvv-bayern.de
Infomaterial steht unter "Publikationen" als download zur Verfügung,
kann aber auch direkt bestellt werden.
Das Formular für Unfallmeldungen gibt es ebenfalls als download.
Wo sind MitarbeiterInnen, HelferInnen und Eltern unfallversichert?
Hier gilt: Die MitarbeiterInnen (und die helfenden Eltern) bei freien
Trägern (Eltern-Kind-Initiativen) sind bei der für diese Träger zuständigen
Berufsgenossenschaft versichert (die aktuellen Zahlen werden der
Berufsgenossenschaft durch die jeweilige Gehaltsabrechnungsstelle
gemeldet):
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und
Wohlfahrtspflege
Schäferkampsallee 24, 20357 Hamburg
www.bgw-online.de
„Freie Mitarbeit“ in Elterninitiativen – ist da s möglich?
Freie Mitarbeit und damit die Bezahlung per Honorarvertrag – ohne
Sozialversicherungsabgaben – ist nur in sehr eingeschränkten Fällen
möglich. ErzieherInnen/KinderpflegerInnen zählen dazu nicht, auch wenn sie
nur wenige Stunden pro Woche (oder als Vertretung) in einer Einrichtung
arbeiten. In diesem Falle würde es sich um „Scheinselbständigkeit“ handeln.
Im Falle einer Überprüfung durch die Rentenversicherung könnte es zu
hohen Nachzahlungen von Sozialversicherung durch den Arbeitgeber
kommen, der Arbeitgeber macht sich auch strafbar.
Merkmale einer Scheinselbständigkeit:
MitarbeiterIn arbeitet nur für einen Arbeitgeber, es gibt vorgegebene
Dienstzeiten, es besteht eine klare Weisungsgebundenheit mit allen
Pflichten eines normalen Angestelltenverhältnisses.
Ausnahmen: Honorarkräfte, die Ihr für Rhythmik, Sprachunterricht, Turnen
etc. vertraglich verpflichtet, fallen i.d.R. nicht unter die Scheinselbständigkeit,
es sei denn sie arbeiten nur für Eure Einrichtung!
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KKT-Info 2-10
____________________________________Fortbildungen _____
KKT-Arbeitskreis für Leitungen
Dieses Treffen richtet sich an ErzieherInnen / Leitungen größerer
Einrichtungen (und solche die es werden wollen) sowie auch an
Gruppenleitungen kleinerer Elterninitiativen.
Der Arbeitskreis bietet ein unverzichtbares wertvolles Forum
•
Zur kontinuierlichen Reflexion der pädagogischen Arbeit
•
Zum Erfahrungsaustausch
•
Zur kollegialen Beratung zwischen den Einrichtungen
•
Zur gezielten Bearbeitung einzelner fachlicher Themen
•
Für allgemeine Fragen aus der Alltagspraxis
Termine:
Moderation:
Ort:
Anmeldung:
Herbsttermine unter www.kkt-muenchen.de
Ingrid Fleck, KKT
KKT e.V., Landwehrstr. 60-62, München
ingrid.fleck@kkt-muenchen.de oder telefonisch
unter 961 60 60-0
Bezugspersonen-Treffen:
Das nächste Treffen der Erzieherinnen in Elterninitiativen findet statt am:
8.7.2010 um 15.15 Uhr im Kinderladen Perlach,
Quiddestr. 24, Tel. 672235
KKT-Info 2-10
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____________________________________Fortbildungen _____
Räume für Teamsitzungen,
Klausurtage, Vorstandstreffen:
Manchmal ist es sinnvoll, außerhalb
der Kita zu tagen – in angenehmen
Ambiente, mit Stühlen und Tischen
für Erwachsene – und manchmal
kommen dann auch ganz neue
Ideen und die Gesprächsatmosphäre verändert sich ...
Der KKT bietet seinen Besprechungsraum für diese Gelegenheiten an
(max. 15 Personen): abends, tagsüber (vorausgesetzt der Raum ist frei)
und am Wochenende.
Unkostenbeitrag: 15 € (inkl. Moderationsmaterialien ).
Bei Interesse bitte bei uns anrufen, dann erfahrt Ihr weitere Details.
Unsere Bibliothek für PädagogInnen!
Di und Do
von 10 – 13 Uhr
Di nachmittag von 14 – 16 Uhr
Hier gibt es pädagogische Literatur zum Schmökern,
Fachzeitschriften (TPS, Klein und Groß, Betrifft: Kinder, Kita
aktuell) zum Recherchieren und einiges mehr. Gerne könnt Ihr
Fachartikel auch kopieren. DVDs und Videos (Pädagogik,
Psychologie) können ausgeliehen werden. Und zur „mentalen
Stärkung“ steht auch Kaffee für Euch bereit.
In unserer Präsenzbibliothek findet Ihr: die neuesten B ücher zu
den Bereichen: Kind von 0 – 3, Pädagogische Ansätze,
Elternarbeit, Bildung, Bildungspläne, Übergang zur Schule,
Hort pädagogik, Konflikte, Raumgestaltung,
Qualitätsmanagement, Konzeptionsent wicklung.
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KKT-Info 2-10
____________________________________________________
Filmverleih im KKT
Teams und Elterngruppen können für den Elternabend, für die
Teamfortbildung pädagogische Filme (auf DVD) bei uns ausleihen. Eine
aktuelle Liste der Verleihfilme findet Ihr auf unserer Homepage!
Die gewünschten Filme (evtl. vorher bei uns anrufen, ob vorhanden)
können bei uns gegen ein Pfand von 20 € zu den üblichen KKTÖffnungszeiten abgeholt werden.
Verleihdauer 2 Wochen, Verlängerung nach Absprache ist möglich.
Einige „Highlights“:
Kitas kleinkindgerecht ausstatten
Anregungen und Tipps für die Neu- und Umgestaltung von Kitas
(Krippenbereich). Der Superfilm für die Grundsätze der Raumgestaltung –
empfehlenswert für Alle, die sich darüber Gedanken machen wollen. Gut
auch für altersgemischte Gruppen.
Miteinander aufwachsen
Der Alltag von sechs Krippengruppen
(Landesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen in Niedersachsen)
Bäume, Bach und Bildungsplan:
Bildung in Waldkindergärten. Äußerst empfehlenswerter Film, auch für
„Normal“-Einrichtungen! Gute Anregungen und vor allen Dingen
„Bestärkung“ auch für Gruppen mit Waldtagen.
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____________________________________________________
Wir suchen wieder
KünstlerInnen!
Ab sofort kann im KKT wieder
ausgestellt werden – bitte meldet
Euch bei uns, wenn Ihr mit Euren
Kindern Kunstprojekte plant und
ausstellen wollt!
Anzeige
Supervision für Elterninitiativen
Ich unterstütze Sie gerne, die vielschichtigen Aufgaben zu
lösen, vor denen Sie täglich stehen. Profunde
Fachkompetenz + viel Erfahrung mit mehr als 30
Elterninitiativen bringe ich mit. Machen Sie die Probe
und vereinbaren Sie ein kostenfreies Gespräch zum
Kennen lernen!
Jürgen K. Lechtenfeld, Supervisor
Systemische Beratung und Mediation
(Gewaltfreie Kommunikation)
Tel: 089 / 371 59 288 Mail: juergen@lechtenfeld.net
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KKT-Info 2-10
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