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1 Andacht am 1.1.2006 Was war – was kommt!? Vor wenigen

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Andacht am 1.1.2006 Was war – was kommt!?
Vor wenigen Stunden haben wir das vergangene Jahr verlassen und die Schwelle eines neuen
Jahres überschritten. Wie üblich bekommen wir in den Medien, Zeitungen, Fernsehen, Radio
und vielen anderen Publikationen, die Jahresrückblicke vorgelegt. Es ist schon interessant,
was so alles passiert ist, aber auch so schnell und leicht wieder aus unserem Gedächtnis
verschwindet.
Nicht nur erfreuliches, wie Ski -WM Ergebnisse und auch ein für mich und manch andere
wertvolle Nachdenk- und Besinnungsmöglichkeit über die vergangenen 50 bzw. 60 Jahre
Nachkriegszeit, Friedens- und Freiheitsjahre.
Was doch viele von uns immer wieder über das vergangene Jahr hinweg aufgerüttelt hat, sind
die fast regelmäßigen Katastrophen, die weit weg von uns oder auch in unserem Land, vor
der eigenen Haustüre, geschehen.
Kurz gefasst und uns vor Augen geführt:
Flutwellen, Grauen, Tod, Zerstörung – der Tsunami vom 26. Dezember 2004 hat auch uns im
friedlich erlebten Weihnachtsgottesdienst überrascht. Hautnah wird es erst, wenn man von
Kollegen und Geschwistern aus anderen Gemeinden selbst erlebte Überlebenskämpfe erzählt
bekommt.
Eine Supermacht kapituliert vor den Fluten. Im September lassen Wassermassen die Dämme
der Jazz - Metropole New Orleans einstürzen. Die Folge: völliges Chaos, und mehr als eine
Million Menschen sind auf der Flucht. Diese für mich faszinierende, mit ihrem pulsierendem
Leben und kulturellen Besonderheiten und mir aus der Raddampferperspektive
und Mark Twain Figuren persönlich in Erinnerung gebliebene Stadt, berührt mich sehr. Hier
ist alles Leben zerstört worden.
Kriegsberichte aus dem Irak und Berichte von Erdbebenkatastrophen aus dem fernen
Pakistan mit unvorstellbar vielen Toten und Obdachlosen gehen auch nicht spurlos an uns
Menschen vorüber.
August: Terroranschläge und in Folge Angst in London nach Bombenanschlägen in drei
Londoner Metros. Wie geht’s unseren österreichischen und von weltweit angereisten
Delegierten zur 100 Jahrfeier des Baptistischen Weltbundes???
Fast zeitgleich verheerende Unwetter in Westösterreich. Strassen wurden zerstört, der
Strom fiel aus. Häuser rutschten binnen Sekunden ab, wurden unterspült und weggerissen.
Die schlimmste Dürre seit 30 Jahren lässt im brasilianischen Amazonien Flüsse und ganze
Seen austrocknen. Wo es noch Wasser gibt, wie im „Lago do Rei“, ist es durch das größte
Fischsterben der südamerikanischen Geschichte vergiftet.
Man möchte schrei´n: Genug, genug, gibt es denn wirklich nichts anderes mehr, als
diese erschreckenden Bilder und Meldungen aus dieser, unseren, Welt?
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Wie hast du diesen letzten Jahreswechsel erlebt?
Hast du dir Zeit genommen, und an die Begegnungen und Ereignisse, die Freuden und
Enttäuschungen der vergangenen zwölf Monate zurück gedacht?
Noch in den letzten Tagen des vergangenen Jahres wurden Ina und ich durch einen
überraschenden Anruf aus Leipzig gefordert, uns besonders im Gebet an unseren Gott zu
wenden. Unser 4 Wochen alter Enkelsohn wurde wegen der Gefahr eines Atemstillstands in
die Intensivstation eingeliefert. Stundenlang haben wir auf einen guten und entspannenden
Rückruf gewartet und in dieser Zeit auch Gott in den Ohren gelegen. Bis wir dann doch
endlich erleichternde Meldungen bekommen haben. Eine Virusinfektion hat seine Atmung
beschwert. Das rechtzeitige Eingreifen eines Notarztes hat manche Gefahr abgewendet.
So ähnliche Herausforderungen und Anspannungen können auch deinen Rückblick auf dass
vergangene Jahr ergeben. Manches werden wir ganz leicht durchgestanden haben. Anderes
wird uns an die Grenzen des Erträglichen und in Angstzustände gebracht haben.
Am Ende eines jeden Jahres erinnere ich mich gerne an die Jahreslosung des zurückliegenden
Jahres. Wo ist sie mir ein guter Begleiter gewesen – habe ich überhaupt an diese wertvollen
Losungsworte gedacht????
Ehe wir auf die neue Jahreslosung zugehen möchte ich unseren Blick noch einmal auf die
Worte aus Lukas 22,32 hinwenden: “Jesus Christus spricht: Ich habe für dich gebeten,
dass dein Glaube nicht aufhöre.“
Gedanken für das vergangene Jahr von Hermann Traub:
Frage einen alten Menschen
der bis heute noch nicht losgekommen ist
von dem Glauben an Gott
dem Wissen um seine Liebe
und der Erfahrung seiner Treue
warum
warum nur kannst du so lange
an IHM festhalten
und er wird dir antworten
weil er mich festhält
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Frage einen jungen Menschen
der sogar heute noch nicht aufgegeben hat
den Glauben an den lebendigen Jesus
dem Wissen um seine Kraft
der Erfahrung seiner Hilfe
warum
warum kannst du nur so entschlossen
an IHM festhalten
und er wird dir antworten
weil er mich festhält
Frage einen kranken Menschen
der trotz allem nicht verzweifelt ist
am Glauben an die Liebe Gottes
dem Festhalten an der Hoffnung
der Erfahrung tiefen Trostes
warum
warum kannst du so voller Glauben
an IHM festhalten
und er wird dir antworten
weil er mich festhält
Frage an einen erfolgreichen Menschen
der trotz allem nicht überheblich ist
und beim einfachen Vertrauen auf Gott bleibt
der Gewissheit dass ihm alles nur geschenkt ist
der Abhängigkeit mitten im Glück
warum
warum kannst du so bescheiden
an IHM festhalten
und er wird dir antworten
weil er mich festhält
Frage dich selber
warum du trotz aller Lebenserfahrungen
Gott noch nicht losgelassen hast
sein Wort dich noch immer trifft
das Gebet dich aufrichtet
die Liebe zu ihm nicht verloren ging
warum
warum du in seiner Nähe bleibst
an IHM fest hältst
und du wirst dir sagen
weil er mich nicht aufgibt
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Eine Grafik ZUM JAHRESWECHSEL, die als Beilage in unserem Gottesdienstblatt
vorliegt, kann dich anregen, und dich ermuntern neben jedem Stichwort einen Namen,
ein Datum oder eine erinnernde Bemerkung festzuhalten.
Vielleicht ergeben sich daraus auch Perspektiven für die Zukunft – im Blick auf dich selbst
und auf andere Menschen, auf Veränderungen und Wünsche und besonders im Blick auf das,
was in der Mitte deines Lebens- und Jahresablaufes steht.
LOSUNGEN sind für mich immer so Markierungen am Wegesrand meines Lebens.
Wegmarkierungen machen mich aufmerksam, bin ich noch auf dem richtigen Weg, bin ich
abgeirrt, brauche ich neue Orientierung oder muss ich umkehren und mich neu ausrichten.
Die Jahreslosung ist für mich wie ein großer Wegweiser auf dem Lebensweg um die Blickrichtung zu behalten und die Ausrichtung meiner Schritte sicher und bewusster zu machen.
Die Losung für das Jahr 2006 geht so richtig hoffnungsvoll und nahtlos über in das vor uns
liegende noch unbekannte Jahr. Wie auf einer Wegtafel, die mir zeigt, wo ich mich befinde
und was mich auf dem Weg erwartet, ohne schon die Details zu erkennen. Es leuchtet uns ein
erfreulicher und mutmachender Hinweis für die Situation auf diesem Weg entgegen.
Josua 1,5b - Gott spricht: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht!“
In einer Welt, die keine Sicherheiten kennt, gibt es einen festen Halt. Die Jahreslosung 2006
drückt eine Zuverlässigkeit aus, einen festen Boden unter den Füssen zu haben, auch wenn es
um mich herum unsicher scheint. Josua bekommt eine wunderbare Zusage von Gott.
Wenn wir uns das Umfeld unserer Jahreslosung vor Augen führen, werden wir die
Wichtigkeit für Gottes mutmachende Zusagen noch besser verstehen können.
Text lesen: Josua 1/1 – 9
Mose, der große Anführer des Volkes Israel, ist gestorben. Ist das Volk nun orientierungslos,
nachdem Mose, der große Führer, abberufen worden ist? Nein, Gott kümmert sich um seine
Menschen auf dem Weg in der Wüste. Er will in persönlicher Verbindung mit seinem Volk
bleiben. Für Josua stellen sich neue leitende Aufgaben. Er lebt in einer neuen
Herausforderung. Gott sagt zu ihm: “Wie ich mit Mose war, will ich auch mit dir sein. Ich
lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“ Gott überlässt keinen Menschen einfach
seinem Schicksal. Mit Josua beginnt ein neuer Zeitabschnitt. Er soll sein Volk in das
versprochene Land führen, es verteilen und verantwortungsvoll in Besitz nehmen. Keine
einfache Situation, in der sich Josua befindet. Die Zukunft scheint unsicher. Ein unbekanntes
Land liegt vor ihnen und die Herausforderungen, diesen fremden und unbekannten Völkern
im Auftrag Gottes zu begegnen, sind ungewiss.
„Sei stark und mutig, sei entschlossen und zuversichtlich.“ Diese ermutigenden Worte lesen
wir drei mal in diesem Abschnitt. „Lass dich nicht einschüchtern und habe keine Angst.“
„Denn ich der Herr bin bei dir, wohin du auch gehst“. „Ich wende mich nicht ab von dir.“
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Wie geht es uns, als Menschen, die wir nun schon lange Jahre mit Jesus Christus viele
Erfahrungen im Alltag unseres Lebens gemacht haben? Werden wir auch im Jahr 2006
Zuversicht gewinnen und auf Gottes Verlässlichkeit vertrauen, auf seine Hilfe und seinen Halt
bauen? Ist es uns bewusst, in allem langjährigen Vertrauen auf die Güte Gottes kann es auch
durch Schmerz und Katastrophen gehen?
Ein befreiendes Versprechen für das Jahr 2006:
Gott sagt uns zu, zu uns zu stehen, uns nicht fallen zu lassen - in welche Stürme des Lebens
wir auch geraten mögen. Diese Zusage gilt ohne Wenn und Aber. Selbst wenn wir in unserer
Beziehung zu Gott wieder einmal wackeln, steht sein Treueversprechen dennoch: Ich verlasse
dich nicht!
Dieses Versprechen erfüllt sich in unserem Leben nicht automatisch. Es bedarf immer wieder
neu unsere Entschlossenheit, Gott beim Wort zu nehmen.
Petrus hat es uns vorgemacht. Trotz allen langjährigen Erfahrungen und Bedenken hat er Jesu
Auftrag, auf den See bei Mittagshitze hinauszufahren, die Netze auszuwerfen und Fische zu
fangen, ernst genommen. „Weil du es sagst, will ich es wagen.“
Lukas5/6-11 lesen
Vielen von uns wird es vielleicht mit der Zusage der Verlässlichkeit Gottes ähnlich ergehen:
Trägt dieses Versprechen wirklich, wenn es hart auf hart kommt?
Für uns ist dieses soeben begonnene Jahr 2006 eine neue Herausforderung. Keiner weiß was
kommt. So, wie für Josua und dem Volk Israel, ist auch für uns die Zukunft ungewiss.
Wir müssen es ausprobieren, dann werden wir die Zusage der bergenden und schützenden,
helfenden und heilenden, stärkenden und tragenden Nähe Gottes begegnen.
Helfen wir einander die bewahrende und segnende Nähe Gottes nicht zu verlassen, so werden
wir miteinander in den Lobgesang einstimmen:
„Du bist unsre Zuversicht. Du bist unsre Stärke. Herr Jesus Christus, du bist unsre Freude.
Herr Jesus Christus, wir preisen dich!“
So können wir getrost in das kommende Jahr gehen und uns darauf verlassen, dass Gott
uns mit Sicherheit nicht fallen lässt, sondern ER jede Sekunde unseres Lebens bei uns
sein wird.
Amen
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Seele and Geist
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