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"Was ihr aus eurem Leben macht, liegt an euch", ruft der Mann mit

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"Was ihr aus eurem Leben macht, liegt an euch", ruft der Mann mit dem braunen Sakko von der
Bühne, die Menschen jubeln, danach singen alle gemeinsam ein Lied, klatschen und wiegen sich im
Takt. Zum ersten Mal hat in Berlin die so genannte Sunday Assembly stattgefunden, ein Treffen
einer gottlosen Gemeinde
Statt den Geschichten von Jesus und seinen Jüngern lauscht man hier lieber den Lehren von Epikur
und Sigmund Freud. Im Gegensatz zur ernsten Miene bei der Sonntagsandacht ist Lachen
ausdrücklich erwünscht: Die britischen Komiker und Nicht-Gläubigen Sanderson Jones und Pippa
Evans haben 2013 in London das Original der Sunday Assembly gegründet.
Das Konzept: "Wir haben uns die besten Elemente einer Kirche genommen - und lassen Gott
einfach weg", sagt Jones. Damit hat er Erfolg, er kümmert sich jetzt in Vollzeit um seine
Ungläubigen. In Berlin gehört die Autorin Sue Schwerin von Krosigk zu den Initiatoren.
Mittlerweile gibt es 28 etablierte Assemblies in Großbritannien, den USA und Australien, die Zahl
wächst stetig. Man erkennt sie am Logo, aus London kommen eine Art Corporate Design für
Buttons und die Präsentation, außerdem eine Anleitung für den Ablauf der Versammlung: Musik,
Vorträge, Schweigeminuten und ein Klingelbeutel gehören zum Programm.
Aber auch die Sunday Assembly ist nicht gefreit vor Glaubenskriegen: In New York ist über die als
zu rigide empfundenen Vorgaben ein Streit entbrannt - im April spaltete sich unter dem Namen "The
Godless Revival" eine weitere atheistische Gemeinschaft
An diesem Sonntag probieren sich 36 neue Städte an der gottlosen Kirche aus, darunter Brüssel,
Paris, Budapest, Hamburg und eben Berlin. Die Organisatoren in der Hauptstadt haben sich über
den Humanistischen Verband und Facebook kennengelernt, waren teilweise selbst Zuschauer bei
einer der Original-Assemblys von Sanderson Jones.
Auf den Sitzkissen und Stühlen liegen Buttons beschriftet mit dem Motto der Zusammenkunft:
"Lebe besser, hilf öfter, staune mehr." Man wolle den Menschen helfen, ihr Potenzial
auszuschöpfen, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Viele der etwa hundert Menschen im Raum
lehnen die Kirche wegen der Verehrung Gottes ab, sie schätzen aber die Gemeinschaft und das
verbindende Gefühl, etwas Gutes tun zu wollen.
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Seele and Geist
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