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29. Jahrgang I Nr. 43 I 19. Oktober 2014
I 3 Man darf Kindern ruhig etwas zutrauen
Kinderphilosophiekurs im Kirchenzentrum Ehrendingen
I 5 Licht am Ende des Kirchenjahres
Kirchliches Brauchtum im Aargau: Allerheiligen und Allerseelen
I 7 La página en español
Anderssprachigenseite in Spanisch
Pfarrblatt Aargau I Baden / Wettingen
Horizonte
BLiCK
Meditativ tanzen.
Unterwegs sein.
Der Bewegung
trauen, die mich
in die eigene
und in die
gemeinsame Mitte
führt.
f Blickfang Seite 2
Foto: Cleto Cudini
FANG
I2
fokus
Horizonte | 19. Oktober 2014
Präses gesucht
Wettinger Jubla-Scharen ohne geistlichen Begleiter
Kurt Brand
Co-Geschäftsführer Caritas Aargau
Teilen
Teilen, das war für uns Kinder von klein auf eine Selbstverständlichkeit. Wir hatten den Sinn des Teilens durch
biblische Geschichten gelernt und achteten nun akribisch darauf, dass es dabei gerecht zu- und herging.
Mit etwa sieben Jahren habe ich begriffen, dass sich
ein runder Kuchen mit nur vier Schnitten in acht gleich
grosse Kuchenstücke zerteilen lässt. Alle am Tisch
haben jeweils ein gleich grosses Stück erhalten: der
Knecht, die Eltern, die Kinder und der Onkel. Wer auf
dem Bauernhof wie viel leisten konnte, spielte dabei
keine Rolle. Teilen ist einfach, es braucht dazu Regeln
und das richtige Instrument.
Statistiken zeigen, dass in der Schweiz der Kuchen –
sprich das Vermögen – sehr ungleich verteilt ist. Ein
Prozent der Bevölkerung hat gleich viel Vermögen wie
die restlichen 99 Prozent. Gleichzeitig ist Umverteilung zu einem Schimpfwort geworden. Man will einen
möglichst schlanken Staat und möglichst tiefe Steuern.
Sozialwerke wie die IV, die Ergänzungsleistungen und
die Sozialhilfe stehen unter einem massiven Druck.
Immer mehr werden Menschen persönlich dafür verantwortlich gemacht, wenn sie in soziale Not geraten.
Aber ist es denn umgekehrt so, dass die Reichen sich
ihr Vermögen mühsam erarbeitet haben? Auch hier
zeigt die Statistik: Diese Fälle sind die Ausnahme. Die
meisten Grossvermögen sind vererbt und wachsen vor
allem dank Kapitalanlagen weiter. Ich finde, es ist an
der Zeit, den Kuchen etwas gerechter zu verteilen. Die
Regeln und das Instrument dazu sind einfach. Wer ein
grosses Vermögen besitzt, soll nach seinem Tod, dank
einer Erbschaftssteuer, der Gesellschaft ein Kuchenstück zukommen lassen.
Jungwacht Blauring Schweiz. «Mittlerweile rekNahezu alle katholischen Laienverbände haben
rutieren die Pfarreien Menschen aus anderen
ihren Präses. Der Präses vermittelt innerhalb
Bereichen für das Präses-Amt. Dort fehlt jeder Gemeinschaft, ist das Bindeglied zur Kirche.
doch oft der theologische, religionspädagogiAlles in allem «en superlessige Job», meint Clausche Hintergrund.»
dia Berchtold, seit sechs Jahren Präses bei BlauHinter dem Präses steht somit ein anspruchsring St. Sebastian in Wettingen. In Erinnerung
volles Anforderungsprofil, in das Interessierte
geblieben sind ihr viele kleine Momente, wo sie
mithilfe von Weiterbildungen durchaus hineinin Gesprächen zu den ein oder anderen Dingen
wachsen können, wie Urs
einen Anstoss geben konnte.
Bisang ausführt. Seitens der
Leider gestaltet es sich zuJubla-Bundesleitung werden
nehmend schwieriger, das
jährlich Präses-Kurse angeAmt des Präses zu besetzen.
bei der Rollenfindung.
boten. Deren Inhalt: RollenAuch wenn, wie in Wettingen,
klärung, Umgang mit Krisen sowie Anregungen
die Aufgabe im Rahmen eines 10-Prozent-Penzur Gestaltung von besinnlichen Momenten und
sums entlöhnt wird. «In Wettingen sind aktuell
Gottesdiensten.
immer noch zwei Jubla-Scharen ohne Präses, eine
Nebst dem Fachlichen braucht es zudem ein
bereits seit Jahren», weiss Nadja Hartmeier vom
«offenes, kontaktfreudiges» Naturell, so ClauWettinger Gremium für kirchliche Jugendarbeit.
dia Berchtold. «Und natürlich ist es von Vorteil,
«Leider sind die Leute, die für das Präses-Amt inwenn die Leute das Umfeld aus eigener Erfahrung
frage kommen, also Menschen im Alter von 23 bis
kennen.» In Wettingen will man jetzt neue Wege
50 Jahren, oft beruflich und familiär derart ausgebeschreiten, damit die verwaisten Scharen doch
lastet, dass kaum noch Kapazität bleibt.»
noch zu einem Präses kommen. Geplant ist eine
Das Problem hat man auch auf Bundesebene
überregionale Stellenausschreibung.
erkannt. «Leute, die hauptamtlich in der Seelsorge arbeiten, werden immer weniger und sind
Andreas C. Müller
zudem meist überlastet», erklärt Urs Bisang von
f
www.jungwacht-wettingen.ch
Weiterbildung hilft
KURZMELDUNGEN
BLiCK
Durch den Herbst
hindurch bietet
Priska Leimgruber
im Pfarreizentrum Lengnau wieder
meditative Tanzabende an. Der
aktuelle Zyklus unter dem Motto
«Geh in der Verwandlung aus und
ein» umfasst vier Einheiten, beginnend am 20. Oktober 2014. Es
folgen der 3. und 17. November
sowie abschliessend der 1. Dezember. «Meditieren meint, aufmerksam da zu sein, ohne an etwas
festzuhalten», erklärt die Kursleiterin. «In der Bewegung lassen wir den Atem fliessen und
finden zu uns selber.» Die
Abende beginnen jeweils um
19.30 Uhr. Unter T 056 221 14 80
können sich Interessierte anmelden.
FANG
Am Samstag, 25.
Oktober 2014, organisieren von 9 bis
16 Uhr Jugendliche
aus dem Oberstufenprojekt der Pfarrei Baden die
erste Kinderkleiderbörse. Diese
findet im Saal des Restaurants
«Roter Turm» in Baden statt. Es
werden gut erhaltene Kinderkleider, Kinderartikel und Spielsachen zu günstigen Preisen verkauft.
Die angebotenen Sachen kommen
von der grossen Kinderkleiderbörse
«Zwergelädeli» in Rothenthurm
(Kanton Schwyz) und werden von
der Inhaberfamilie, Claudia und
Roland Rüttimann, gespendet. Personen mit Kulturlegi-, Tischleindeckdich- oder Caritas-Marktkarte
profitieren von einem zusätzlichen
Einkaufsrabatt von 50 Prozent. Der
Erlös aus dem Verkauf geht an den
Caritas-Markt in Baden.
Weltverbindend. Den Weltmissionssonntag feiern die katholischen Gläubigen auf der ganzen
Welt am vorletzten Sonntag im
Oktober, 2014 also am 19. Oktober. In diesem Jahr legt das katholische Missionswerk Missio
den Fokus auf die «Freude am
Leben und die Freude im Glauben
in Verbindung mit unseren
Schwestern und Brüdern auf den
Philippinen». Darüber hinaus soll
der Weltmissionssonntag die Mitglieder der Weltkirche einander
näher bringen und dazu einladen,
voneinander zu lernen und miteinander den Reichtum des Glaubens zu teilen, so die Schweizer
Bischofskonferenz in einer Botschaft.
www.missio.ch
aargau
Horizonte | 19. Oktober 2014
3I
Man darf Kindern ruhig etwas zutrauen
Foto: Karin Pfister
Kinderphilosophiekurs im Kirchenzentrum Ehrendingen
Aus Amerika
Eva Zoller Morf studierte Philosophie
und schrieb 1987 ihre Abschlussarbeit zum Thema Kinderphilosophie. In
Deutschland und Amerika gibt es die Kinderphilosophie schon länger. Ein amerikanischer Professor stellte in den 1970erJahren bei seinen Studenten Defizite im
logischen Denkvermögen fest und überlegte sich, dass es sinnvoll wäre, schon
Schulkindern beizubringen, wie man
richtig überlegt und schlüssige Folgerungen zieht.
f
www.kinderphilosophie.ch
zeug gegen die Hilflosigkeit, die ich manchmal
spüre im Umgang mit Kinderfragen.»
Ideales Alter. Die Kinder im Ehrendinger Kurs sind Erst- und Zweitklässler. «Mit
«Wie wäre es denn, wenn es kein Geld gäbe?» Zu solchen und anderen selbst aufgeworfenen Fragen philosophierten Kinder mit viel Phantasie und Bewegung in Ehrendingen.
Vier- bis Achtjährigen kann man schon sehr
gut philosophieren», weiss Eva Morf Zoller.
Was sind Menschen eigentlich? Gibt es Engel
Schweigen. Eva Zoller Morf lässt die Kin«Je jünger die Kinder, desto mehr arbeite ich
wirklich? Wo wohnt die Seele? Diese und viele
der reden. Es gibt «kein Richtig oder Falsch».
mit der Fantasie und Geschichten. Bei älteren
andere Fragen haben Simon, Ruben, Mike, SolJedes Kind darf sagen, was
Kindern wird es dann ratioveig, Malin und Florian mit nach Ehrendingen
es denkt. Manche geben sich
naler.» Eine der beliebtesten
gebracht. Wie Mütter und Väter am besten darschnell zufrieden mit einer
Fragen bei Kindern im Vorby heart.
auf antworten, zeigte die Kinderphilosophin Eva
Antwort und forschen nicht
schulalter sei: «Wo war ich,
Zoller Morf am zweiweinhalbstündigen Kinderweiter. Andere merken, dass
bevor ich auf der Welt oder
philosophiekurs, zu dem der ortsansässige Frausich aus einer Antwort auf eine Frage viele
in Mamis Bauch war?» Auch das Thema Tod
enverein ins Kirchenzentrum geladen hatte.
weitere Fragen ergeben. Und manchmal erninteressiert.
Staunen. In der Philosophie gehe es darum,
tet eine Frage zuerst nur Schweigen. Zum BeiPrioritäten. Im Primarschulalter tauchen
über die Welt und unser Leben nachzudenspiel: «Was bringt uns Geld?» Erst als Eva Zolimmer wieder moralische Fragen auf. Was darf
ken, so die Referentin Eva Zoller Morf. «Man
ler Morf umformuliert und fragt: «Wie wäre
man? Was nicht? «Die Erwachsenen trauen den
schaut die Welt an und staunt. Wer glaubt,
es denn, wenn es kein Geld gäbe?», kommen
Kindern manchmal zu wenig zu», resümiert Eva
dass man dazu nur den Kopf braucht, irrt.»
die Antworten.
Morf Zoller. «Man muss den Kindern nicht imWas neu erlernt werde, schlössen wir fest in
Hebamme. «Es gibt kleine und grosse Kinmer gleich eine Antwort geben. Vieles finden sie
unser Herz. «Learning by heart» hiesse das im
derfragen», meint die Referentin am Rande
mit unserem Zurückfragen auch selber heraus.»
Englischen. «Die deutsche Sprache kennt leider Veranstaltung. «Die kleinen Fragen sind
Dass im Kurs in Ehrendingen so viele Kinder wader diesen Ausdruck nicht.»
Informations- oder Wissensfragen, die sich
ren, findet die Referentin toll. Leider füllen sich
Keinen Spiegel. Eva Zoller Morf freut sich, dass
beantworten lassen. Bei den grossen Fragen
die Kurse kaum. Offensichtlich ist die Kinderder Kurs in Ehrendingen so viel Anklang findet.
macht man am besten zuerst eine Denkpause
philosophie noch zu wenig bekannt oder Eltern
Ruben, Mike, Simon, Florian und Solveig und
und gibt dem Kind Hilfestellung, zum Beispiel
setzen andere Prioritäten und bringen ihre KinMalin sitzen trotz schönstem Herbstwetter an
mit Gegenfragen oder Beispielen, damit das
der lieber zum Reiten oder ins Tennis.
einem Mittwochnachmittag im KirchgemeindeKind selbst eine Antwort auf die Frage suchen
Karin Pfister
haus und denken eifrig mit. «Warum weiss der
kann.» Dieses Werkzeug nennt man sokratiElefant nicht, dass er ein Elefant ist?», fragt Solveig.
sche Hebammenkunst. Begründet hat diese
«Bist du sicher, dass er es nicht weiss?», fragt Eva
Technik der antike Philosoph Sokrates, der seiZoller Morf zurück. «Er kann es doch gar nicht
ne Weise zu philosophieren, so genannt haben
wissen, er hat keinen Spiegel», bringt sich Florian
soll. Die Mütter hören aufmerksam zu. Eine
ein. «Vielleicht hat er bei den Menschen gehört,
von ihnen, Barbara Finkenbrink, sagt: «Ich
dass er ein Elefant ist», so ein anderes Kind.
erhoffe mir von diesem Kurs ein Handwerks-
Learning
I4
impuls
Horizonte | 19. Oktober 2014
Leidenschaftlich ersehnen und geniessen
Wer liebt wen im Hohelied?
Foto: kna-bild
Zu allen Zeiten haben Menschen danach gefragt, was sich
hinter den hoch poetischen, sinnlich-erotischen Stellen im
Hohelied «verbirgt». Die Antworten fielen und fallen
unterschiedlich aus; je nach persönlicher Überzeugung.
«Du, den meine Seele liebt …» - «Schön bist du,
Die Seele. Das Hohelied spricht von zwei Einmeine Freundin, ja, du bist schön.» «Süsser als
zelpersonen. Die Geliebte kann also nicht nur als
Wein ist deine Liebe.» Wer solche Sätze zum
Kollektiv verstanden werden, sondern auch als
ersten Mal hört, wird wohl kaum auf die Idee
einzelner Mensch, der sich nach Gottes Nähe,
kommen, dass das Bibeltexte sind. Und doch:
nach einer Vereinigung mit Gott sehnt. «Er küsse
Das «Buch der Bücher» birgt
mich mit Küssen seines Muneinen Schatz an Liebespoesie:
des», heisst es im Hohelied.
Das «Lied der Lieder», wie es
Bernhard von Clairvaux deumit Küssen seines Mundes.
in der Überschrift heisst, das
tet das im 12. Jahrhundert so:
Hohelied. Doch wer sind diese
«Wer spricht? Die Braut. Wer
Liebenden genau? In der Bibel wird diese Frage
ist diese? Die Seele, die nach Gott dürstet.» Eronicht eindeutig beantwortet. Die Auslegung des
tik und Mystik sind eng verbunden.
Textes über die Jahrhunderte gab verschiedene
Salomo. Da die Überschrift das Hohelied mit
Antworten, durchaus mit Anhaltspunkten im
Salomo verbindet, liegt es nahe, den Geliebten
Bibeltext. Viel hängt aber von der religiösen und
mit ihm zu identifizieren. Das Hohelied also als
moralischen Einstellung der Auslegenden ab.
Hochzeitslied, das zur Hochzeit Salomos mit
Das Volk. Für die ältesten jüdischen Ausleder Tochter des Pharao gesungen wurde? Die
gungen des Hoheliedes (aus dem 1. Jahrhundert
Vorstellung einer prunkvollen Königshochzeit
unserer Zeitrechnung) war klar, dass eine in der
in orientalischem Flair inklusive Harem und
Bibel beschriebene innige Liebe nur Gott gelten
erotischer Würzung begeisterte vor allem das
kann. Die Beziehung zwischen Gott und seinem
späte 18. und 19. Jahrhundert.
Volk wird in Prophetentexten immer wieder im
Sulamith. Wenn man im reichen «König»
Bild der Ehe dargestellt. Während es dort aber
und dem naturverbundenen «Hirten», die im
um die Krise in dieser Ehe geht, zeichnet das
Hohelied genannt werden, nicht Metaphern
Hohelied das Gelingen der Liebesbeziehung auf.
für den Geliebten, sondern zwei verschiedene
Eine Beziehung, in der Gott und Menschen einPersonen sieht, wird das Hohelied zu einer Art
ander auf Augenhöhe als Liebende begegnen. Im
Liebesdrama. Die Weinberghüterin Sulamith
Christentum wurde das auf Christus und sein
liebt den «niederen Hirten», und König Sa«Volk», also die Kirche, übertragen. Diese Deulomo hat das Nachsehen. Die königskritische
tung galt massgeblich bis weit in die Neuzeit.
Spitze hat in der Bibel in der Aussage von 8,7
einen Anhaltspunkt: «Böte einer für die Liebe
Er küsse mich
den ganzen Reichtum seines Hauses, nur verachten würde man ihn.» Vor allem die Romantik im 19. Jahrhundert konnte sich für diese
Deutung begeistern.
Tugend. Das Hohelied als eine Sammlung
von Liebesliedern, die vom einfachen Volk auf
Hochzeiten gesungen wurden – so verstand
es der Dichter Johann Gottfried Herder, selbst
Sammler volkstümlicher Lieder. Die Erotik wird
desakralisiert und demokratisiert. Doch Herder
beschränkte die Erotik auf die Ehe, genauer: auf
die Brautzeit. Die Liebenden sind Verlobte, die
in Kapitel 3 heiraten. Die Anrede «Schwester
Braut» ab Kapitel 4 diente als Beweis, dass sie
zuletzt wie «Bruder und Schwester» zusammenleben. Die (christliche) Ehe als Thema des Hoheliedes blieb bis weit ins 20. Jahrhundert beliebt.
Befreit. Dass die Liebenden im Hohelied heiraten, wird nicht explizit gesagt. So kann das
Hohelied als Lobpreis von erotischer Liebe (mit
oder ohne Trauschein) gelesen werden. Suchen
und Finden, leidenschaftlich ersehnen und geniessen, einander bewundern und verherrlichen,
das können nicht nur Gott und das Gottesvolk,
nicht nur König und Prinzessin, nicht nur Hirt
und Hirtin und nicht nur Brautleute, sondern
jede und jeder. Erotik und Sexualität sind gut
und werden von der Bibel her legitimiert. Diese Deutung des Hoheliedes ermutigt seit dem
20. Jahrhundert viele Menschen, gegen leibfeindliche Strömungen und Traditionen anzukämpfen.
Elisabeth Birnbaum
Mehr davon
Der veröffentlichte Text ist eine gekürzte
Fassung eines in der Zeitschrift «Bibel heute» erschienenen Artikels. Die Ausgabe
Nr. 2/2014 mit dem ungekürzten Artikel
ist erhältlich beim Schweizerischen Katholischen Bibelwerk. Elisabeth Birnbaum ist
Assistentin am Institut für Bibelwissenschaft
an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz.
f www.bibelwerk.ch
zoom
Horizonte | 19. Oktober 2014
5I
Licht am Ende des Kirchenjahres
Kirchliches Brauchtum im Aargau: Allerheiligen und Allerseelen
Ein rötlich leuchtendes Meer wölbt sich über
getrennt, jedoch am gleichen Tag, meist am
beitsfrei. Eine Bewohnerin des Bezirks Baden
die Hügel. Dicht an dicht brennen Kerzen, laut1. November. In diesem Fall findet am Morgen
erklärt: «Ich nehme jedes Jahr den Nachmittag
los flackernd gegen Dunkelheit und Vergessen.
eine Eucharistiefeier zu Allerheiligen, am Nachdes 1. Novembers frei, um mit meiner Mutter
In den Nächten um Allerheiligen und Allermittag ein Wortgottesdienst zu Allerseelen mit
die Totengedenkfeier und unser Familiengrab
seelen tauchen Grablichter unsere Friedhöfe
Erinnerung an die Verstorbenen statt, fast imzu besuchen.» Es falle ihr immer wieder auf,
in warmes Licht. «Die Kerze auf dem Grab ist
mer mit anschliessendem Gräberbesuch.
dass die meisten Gräber in dieser Zeit besonZeichen dafür, dass wir unsere Toten nicht verEwiges Licht. Die meisten Pfarreien achten
ders sorgfältig bepflanzt seien. Auch sie selber
gessen», sagt eine Friedhofsbesucherin, rückt
darauf, die Totengedenkfeier mit dem Friedpflegt diesen Brauch und schmückt das Grab
das Grablicht zurecht und fügt hinzu: «Das Tohofsbesuch so zu legen, dass möglichst viele Anihrer Liebsten mit frischen Blumen.
tengedenken an Allerheiligen ist ein wertvolgehörige daran teilnehmen können. Verbreitet
Im Aargau. Das Brauchtum zu Allerheiler Brauch, einer, den auch andere Religionen
ist der Brauch, im Besonderen der Verstorbenen
ligen und Allerseelen ist in allen Aargauer
ohne Erklärung verstehen.»
des vergangenen Jahres zu gedenken. Für sie
Pfarreien anzutreffen. Mancherorts findet am
Zwei Feste. Das Gedenken an die verstorentzünden die Gläubigen in der Allerseelenfeier
1. November eine Eucharistiefeier mit Totengebenen Angehörigen hat seinen Platz eigentlich
eine Kerze. Diese nimmt die Familie nach dem
denken und Gräberbesuch statt, eine Art Gean Allerseelen, dem Festtag
Gottesdienst mit und stellt sie aufs Grab. Zusamtpaket. Andere Pfarreien
am 2. November. Vielen Mensammen mit dem Schmücken der Gräber ist das
wiederum trennen die zwei
schen gilt jedoch das Hochfest
Entzünden des Lichts auf dem Grab jene Geste,
Festtage und feiern das Toist das Entzünden der Kerze.
Allerheiligen am 1. Novemdie untrennbar mit Allerseelen verbunden ist.
tengedenken am Sonntag vor
ber als Tag, an dem man seiDie Kerze auf dem Grab symbolisiert das ewige
oder nach Allerheiligen. Am
ner Verstorbenen gedenkt. In vielen Pfarreien
Licht, das den Verstorbenen leuchten soll.
1. November findet dann ein Gottesdienst zum
vermischen sich aus praktischen Gründen die
Hochfest Allerheiligen statt. Wieder andere feiMarie-Christine Andres
Feiern von Allerheiligen und Allerseelen. Urern das Hochfest und das Totengedenken zwar
sprünglich haben die beiden Festtage aber unterschiedliche Bedeutung.
Allerheiligen. Am Hochfest Allerheiligen
gedenkt die katholische Kirche – wie der Name
sagt – aller Heiligen. Im Lauf der ersten christlichen Jahrhunderte wurde es wegen der steigenden Zahl von Heiligen unmöglich, für jeden
einen Tag im Kalender zu reservieren. Jährliche Gedenktage für Verstorbene – Märtyrer,
Heilige oder einfache Gläubige – gab es bereits
im antiken Christentum, sie standen zeitlich
und inhaltlich in Verbindung mit der österlichen Auferstehung. Im 8. oder 9. Jahrhundert
entstand in Irland ein neuer Festtermin: Der
1. November markierte den Winterbeginn und
war zugleich Jahresanfang. Im 9. Jahrhundert
gelangte das Allerheiligenfest mit Termin am
1. November auf den Kontinent.
Allerseelen. Am Tag nach Allerheiligen
begeht die katholische Kirche den Allerseelentag. Im Unterschied zu Allerheiligen wird
an Allerseelen der verstorbenen Verwandten,
Freunde und Bekannten gedacht. Weil der
2. November nicht als gesetzlicher Feiertag
gilt, findet der traditionell damit verbundene Grabbesuch in vielen Pfarreien bereits am
Nachmittag von Allerheiligen statt. Doch auch
der 1. November gilt nicht flächendeckend als
Feiertag. Im Kanton Aargau ist Allerheiligen
nur in den Bezirken Bremgarten, Laufenburg,
Das Licht auf dem Grab symbolisiert das ewige Licht. In früheren Jahrhunderten sagte man auch, das
Muri, Rheinfelden und Zurzach offiziell ar«Seelenlicht» weise in der Nacht von Allerheiligen auf Allerseelen den armen Seelen den Weg zum Ruheort des
Foto: Roger Wehrli
Wichtigste Geste
Körpers. Zugleich sahen die Gläubigen darin einen Schutz, der die Lebenden von den Toten trennte.
I6
medien
Horizonte | 19. Oktober 2014
Foto: www.outnow.ch
Film-Tipp
Sleepless in New York
Warum macht Liebe süchtig? Christian
Frei geht auf die Suche in New York.
Nach dem Liebesaus sind sie untröstlich: Alley Scott, Michael Harriton, Rosey La Rouge. Sie sind alle drei in diesem
Ausnahmezustand voller Trauer und
Tränen, Wachheit und Kreativität. Die
Anthropologin Helen Fisher untersucht
diesen Zustand des Hirns. Die Trennung
führt zu selbstzerstörerischem Verhalten, bis sich ein neues Selbst herausbildet.
Frei fängt diese Transformation in sehr
schönen Bildern ein. Er kommt seinen
Charakteren sehr nahe. Im Kinoraum
entwickelt sich ein dichtes Empfinden,
dass die Natur in Sachen Liebe wohl
übertrieben hat, aber wir an dieser condition humaine auch wachsen und reifen
können. chm
Radio
Samstag, 18. Oktober
Zwischenhalt: Mit Themen aus Kirche und
Religion und den Glocken der ev.-ref. Stadtkirche
Neunkirch, SH. Radio SRF 1, 18.30 Uhr
Sonntag, 19. Oktober
Blickpunkt Religion. Aktuelle Informationen
aus den Bereichen Religion, Ethik, Theologie
und Kirchen. Radio SRF 2 Kultur, 8.05 Uhr
Perspektiven. Barockpoet Abraham a Santa
Clara. Er war «der» katholische Prediger Wiens
zur Barockzeit: Abraham a Santa Clara. Derb
unterhaltsam, zugleich hintersinnig und oft
intolerant sind seine Poesie gewordenen Predigten. Muss man ihn wegen seiner anitjüdischen und protestantismusfeindlichen Polemik
«Hassprediger» nennen? Ein Gespräch. Radio
SRF 2 Kultur, 8.30 Uhr
Röm.-kath. Predigt. Li Hangartner, Theologin, Zürich. Radio SRF 2 Kultur, 9.30 Uhr
Ev.-ref. Predigt. Pfarrerin Henriette Meyer-Patzelt, Richterswil. Radio SRF 2 Kultur, 9.45 Uhr
Mittwoch, 22. Oktober
Tandem. Evas Geschichte. Eva Geiringer war mit
ihren Eltern vor den Nazis aus Wien geflüchtet
und wohnte in Amsterdam gegenüber von Anne
Frank. Wie Anne Frank musste sie untertauchen
und wurde verraten. Aber Eva überlebte zusammen mit ihrer Mutter Auschwitz-Birkenau. Nach
dem Krieg heiratete Evas Mutter Anne Franks Vater. Otto Frank half der 17-Jährigen in der Zeit ihrer schlimmsten Depressionen wieder ins Leben
zurück. Mit seiner Leica wurde sie Fotografin in
London. Aber sprechen über ihr Schicksal konnte
sie erst 40 Jahre später. SWR2, 10.05 Uhr
Fernsehen
Samstag, 18. Oktober
Fenster zum Sonntag. 50plus und arbeitslos.
Wer über 50 ist und die Stelle verliert, hat kaum
Chancen auf dem Arbeitsmarkt – trotz langjähriger Berufserfahrung. SRF 2, 17.15 Uhr
Wort zum Sonntag. Katja Wissmiller, reformierte Pfarrerin. SRF 1, 20 Uhr
Sonntag, 19. Oktober
Röm.-kath. Gottesdienst zum Weltmissionssonntag aus Richterswil, ZH, mit Pfarrer Mario
Pinggera. SRF 1, 10 Uhr
Nachgefragt mit Christine Stark. Am 19. Oktober 2014 geht die ausserordentliche Bischofssynode in Rom zu Ende. Mit der Debatte um
Familienfragen sind viele Hoffnungen auf Veränderung verknüpft. Gleichzeitig aber melden
sich im Vorfeld verstärkt konservative Stimmen zu Wort. Am Weltmissionssonntag blickt
Christine Stark mit Pfarrer Mario Pinggera ins
Innenleben der Weltkirche. SRF 1, 10.45 Uhr
Akte Grüninger. Der St. Galler Polizeikommandant Paul Grüninger ermöglicht Hunderten
von jüdischen Flüchtlingen trotz schweizerischer
Grenzsperre kurz vor Ausbruch des Zweiten
Weltkrieges die Einreise. Indem er zahllose Registrierungen vor den 19. August 1938, den Tag
des Grenzschliessungserlasses, datiert, legalisiert
er viele Emigranten als anerkannte Flüchtlinge. Er riskierte seine Stellung und seinen Ruf,
um Menschenleben zu retten. Grüninger wurde
1939 fristlos entlassen und verurteilt. Erst lange
nach seinem Tod wurde er politisch rehabilitiert.
SRF 1, 20.05 Uhr
Dienstag, 21. Oktober
Jenseits des Jordan. Kaum in einem anderen
Land finden wir auf kleinem Raum so viele geschichtsträchtige Orte wie in Jordanien. Hier
liegen die heiligen Stätten des Alten Testaments,
die für die drei wichtigen abrahamitischen Religionen – das Judentum, das Christentum und
den Islam – gleichermassen von grosser Bedeutung sind. Dokumentation. 3sat, 17.45 Uhr
Mittwoch, 22. Oktober
DOK. Im Land des Vergessens. Vom Leben mit
Alzheimer. SRF 1, 22.55 Uhr
CH: Filmszene. Das Boot ist voll. Das ebenso
anrührende wie kritische Werk wurde für den
Oscar nominiert. SRF zeigt den Film in einer restaurierten Fassung. SRF 1, 00.15 Uhr
Freitag, 24. Oktober
Forellen vom Weingut. «Arme Menschen sind
perfekte Ökonomen. Sie wissen genau, wie man
rare Ressourcen optimal einsetzt», sagt Marianne
Sulzer, die junge Ökonomin und Leiterin eines der
innovativsten Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in Südafrika. Am Westkap organisiert
sie im Auftrag einer Schweizer Entwicklungsorganisation die Ausbildung von Weinbergangestellten zu Forellenzüchtern und Kleinunternehmern.
Die Dokumentation berichtet von dem innovativen Projekt der Entwicklungszusammenarbeit in
Südafrika. 3sat, 12 Uhr
Liturgie
Sonntag, 19. Oktober
29. Sonntag im Jahreskreis
(Farbe Grün – Lesejahr A)
Erste Lesung: Jes 45,1.4–6
Zweite Lesung: 1 Thess 1,1–5b
Evangelium: Mt 22,15–21
Horizonte-Abo
Horizonte ist eine Dienstleistung Ihrer Pfarrei. Änderungen zu Ihrem
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Sie finden die entsprechenden Angaben ab Seite 8.
Änderungen bei ausserkantonalen Abos nimmt die Binkert Buag AG,
Postfach, 5080 Laufenburg, entgegen.
T 062 869 74 74, info@binkertbuag.ch
Impressum
« Horizonte » – Pfarrblatt Aargau, Agenda Silvia Berger
Nägelistrasse 14, 5430 Wettingen
www.horizonte-aargau.ch
T 056 426 59 92, F 056 426 59 91
erscheint wöchentlich
silvia.berger@
Herausgeber
horizonte-aargau.ch
Röm.-kath. Pfarrblattgemeinschaft
Kolumnenfoto Fotostudio Felix Wey
des Kantons Aargau
Bruggerstrasse 37, 5400 Baden
Präsident Beat Niederberger
Grabenstrasse 57, 4814 Bottenwil
Layout Tobias Kramer
T 062 721 12 13
Binkert Buag AG, 5080 Laufenburg
beat.niederberger@
horizonte-aargau.ch
Für den Text im Pfarreiteil ist das
entsprechende Pfarramt zuständig.
Redaktion
Leitung Andreas C. Müller
Mitarbeitende dieser Nummer:
Aarestrasse 10, 5000 Aarau
Elisabeth Birnbaum, Schweizerischen
T 079 823 83 96
Katholischen Bibelwerk,
andreas.mueller@
Bederstrasse 76, CH-8002 Zürich
horizonte-aargau.ch
Kurt Brand, Caritas Aargau,
Marie-Christine Andres Schürch
Laurenzenvorstadt 80, Postfach 2432,
Zentralstrasse 139, 5430 Wettingen
5001 Aarau
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marie-christine.andres@
Siegfried Ostermann, Internationales
horizonte-aargau.ch
Katholisches Missionswerk Missio,
Route de la Vignettaz 48,
Anne Jablonowski
Postfach 187, 1709 Fribourg
Am Bogen 4, 5620 Bremgarten
T 079 325 72 37
Karin Pfister, Oberdorf 14,
anne.jablonowski@
5079 Zeihen
horizonte-aargau.ch
contacto
Horizonte | 19. Oktober 2014
7I
La joven generación no es Zombi
Este mundo tiene esperanza porque aún existe la solidaridad humana
Hechos históricos. Estas generaciónes vienen
marcadas por los hechos históricos acaecidos en
los períodos señalados. Por ejemplo, la Generación Silenciosa quedó moldeada por la Segunda
Guerra Mundial, la Generación Baby Boom por
los acontecimientos sociales de los años 60, la
Generación X por la crisis económica de los 80,
la Generación Y fue marcada por el surgimiento
de Internet y la Generación Z se moldea por los
grandes avances tecnológicos.
Los Z. Algunos expertos subdividen la Generación Z con nombres como: Generación Por
qué, Generación del Milenio, Generación de Internet, de Google, Generación iPod o iPhone.
Los Z son muy impacientes, desean resultados
inmediatos. Según ellos Internet siempre estuvo ahí para ellos y eso simplemente lo dan por
hecho. No consideran que sea el mayor instrumento para la humanidad. Se comunican por
medio de redes sociales y se relacionan a través
de comunidades en línea como Facebook, Twitter, Google, etc. Los Z no creen en el cumplimiento de sus amigos y relaciones en desarrollo,
pero son capaces de hacer grandes comuniFoto: Marie-Christine Andres
El martes 30 de septiembre leí en un diario la
triste noticia de que la joven generación es una
«horda de zombis», sólo les interesa su propio
bienestar. La situación social precaria de los
demás a menudo no les interesa. En la portada
se leía: «El yo se antepone al compromiso (social o solidario): los jóvenes son flemáticos, indolentes, ‘yoquepierdistas’.» Todo el día anduve
pensando en el tema. Buscaba explicaciones a ese
fenómeno. Incluso le pregunté a tres jóvenes por
qué se les consideraba apáticos: me contestaron
que tienen que hacer tanto, que apenas les queda
tiempo para dormir y así cada uno tiene que arreglárselas como pueda.
Generaciónes. Los estudiosos del comportamiento humano explican nuestro comportamiento por medio de generaciónes: Generación
Perdida (1883-1899), Generación Interbellum
(1900-1913), Generación Grandiosa (1914-1924),
Generación silenciosa (1925-1939), Generación
del Baby Boom (1940-1953), Generación Jones
(1954-1969), Generación X (1970-1981), Generación Y (1982-1992), y la Generación Z, que se
inicia en 1993 hasta la actualidad.
dades y enormes colaboraciones por medio de
Internet sin conocer a nadie personalmente. No
se desarrollan de manera correcta en materia
de hablar en público ya que sus modos de comunicación son principalmente a distancia y la
privacidad es un tema controvertido para ellos.
Más individualistas. Sin duda, los Z son una
generación post-modernista, en la que han crecido en un mundo con una igualdad sexual relativa, tanto en casa como en el trabajo. Sus vidas
se basan en completas actividades estructuradas,
debido a esto un grupo de investigadores sociales
piensa que los miembros de la Generación Z tendrán una fuerte conciencia sobre la ética laboral
y social. También son más individualistas y asociales que las anteriores generaciones.
Esperanza. Por la tarde, fui a visitar a un enfermo al hospital de Aarau, aparqué el coche,
guardé el ticket del aparcamiento. Una hora más
tarde, al querer pagar en la máquina, me di cuenta que había dejado mi monedero en casa y las
dos máquinas no aceptaban tarjetas. ¿Qué hacer?
Como soy una persona de la Generación Jones
no perdí los nervios ni la fe. Para serles sincera
estaba realmente preocupada, no llevaba ni un
franco encima. Antes de mí había unas cuatro
señoras de una cierta edad, decidí esperar a que
se fueran. De pronto, una pareja de jóvenes cruzó la calle y se acercaron a la máquina a pagar.
Me acerqué a la chica mientras el chico pagaba,
le pregunté: ¿sabe si está máquina acepta dinero
plástico? no había terminado de hacer la pregunta cuando el chico me dijo: ¡no se preocupe!,
¿cuánto es?, yo pago y me dio una moneda de
cinco francos. Tenía que pagar tres francos, le devolví dos. Le di mil gracias por su ayuda. El chico
me contestó, no se preocupe, a mí me ha tocado
vivir la misma experiencia. Es horrible. Les prometí a los dos que en cuanto tuviera la oportunidad de ayudar a otra persona lo haría con mucho
gusto en nombre de ellos. Estoy segura que estos
dos jóvenes son de la Generación Z. Volví a casa
tranquila, con la seguridad de que este mundo
todavía tiene esperanza porque aún existe la solidaridad humana. Aleyda Dohner Avilés
Die Autorin Aleyda Dohner Avilés erzählt von einem
Zeitungsartikel, mit dem sie sich beschäftigt hat, um die
junge Generation besser zu verstehen. Kurz nach der
Lektüre des Artikels machte sie aber eine ganz
besondere Erfahrung, die ihr bestätigte, dass die
Menschen der jungen Generation keine Zombies sind.
punctum 15 I
Horizonte | 19. Oktober 2014
Über alle Kontinente hinweg verbunden
Weltmissionssonntag macht Philippinen zum Thema
Foto: Missio
Ein von Missio unterstütztes Wohnprojekt in Calamba.
Die neuen, bunten Häuschen sind auf höherem Terrain
und fest gebaut. Sie werden den nächsten Überschwemmungen Stand halten und den Menschen
Sicherheit geben.
Bis zu 20 Taifune ziehen jährlich über die PhiGerechtigkeit für alle» führen. Und es spricht
lippinen und hinterlassen eine Spur der Verwüsdie besondere Rolle der Christen auf den Philiptung. Wie gehen die Menschen damit um? Edwin
pinen an: «Ihr Glauben und Wirken soll in ganz
Gariguez, der das nationale Büro für soziales
Asien leuchten.» Denn die Philippinen sind das
Handeln, Gerechtigkeit und Frieden der philippigrösste katholische Land in Asien. Sie sehen es als
nischen Bischofskonferenz leitet, gibt dazu Antihre Mission, ihren Auftrag, das Evangelium den
wort: «Sie erholen sich einfach. Sie sind nicht so
Asiaten zu bringen.
schnell frustriert.»
Hilfe. Ein Beispiel, wie Missio auf den PhiBambus. Die Menschen auf den Philippinen
lippinen geholfen hat, ist ein Wohnbauprojekt
strahlen Freude aus. Trotz grosser Naturkatasin Calamba, im Süden der Hauptstadt Manitrophen, Schicksalsschlägen und einer korrupten
la. Nach zahlreichen Überschwemmungen
Regierung bewahren sie eine positive Lebenshaldurften die Bewohner nicht mehr am Ufer des
tung. Sie sind wie Bambus, der sich im Sturm
Sees Laguna de Bay bauen. Dagegen konnte
zwar biegt, aber nicht zerbricht, und sich nach
erfolgreich interveniert werden. Die neuen,
dem Sturm wieder aufrichtet.
bunten Häuschen sind auf höherem Terrain
Gebet. Jedes Jahr stellt das katholische Hilfsund fest gebaut. Sie werden den nächsten
werk Missio ein anderes Land als Beispiel für die
Überschwemmungen Stand halten und den
Weltkirche ins Zentrum ihrer
Menschen Sicherheit geben.
Kampagne zum WeltmissiAuch dank den Menschen,
onssonntag. Am 19. Oktober
die Missio unterstützen.
Freude im Glauben.
dieses Jahres ist es der InselHeute steht im Zentrum des
staat der Philippinen. Rund
neuen Dorfes eine Kapelle,
80 Prozent der philippinischen Bevölkerung
die auch für andere Treffen dient. Schwester
sind katholisch. Das Gebet für den diesjährigen
Maureen Cajas hat den Bau des Dorfes massWeltmissionsmonat stammt aus den Philippinen.
geblich mitgetragen: «Es ist eine so schöne
Nestor Adalia, der Generalvikar des ApostoliKapelle, und es ist für die Dorfgemeinschaft
schen Vikariats Calapan auf der Insel Mindoro,
so wichtig, dass sie einen Ort hat, an dem sie
hat es für Missio geschrieben. Das Gebet spiegelt
zusammenkommen und beten kann.»
die Erfahrungen der Menschen auf den PhilVerstärkt. Ohne Mikrophon geht auf den Phiippinen: Es spricht von einer «leidenden Welt»,
lippinen fast nichts. Nicht nur, dass die Philipdie Gott «durch uns zu erneuern» hofft. Unser
pinerinnen und Philippiner das Karaoke lieben:
Glauben soll «befreiend» wirken «und zu mehr
Verstärker und Lautsprecher werden aufgebaut,
Freude am Leben,
wo immer eine etwas grössere Veranstaltung
stattfindet, das gilt auch für die Kirche. Der Liturgiebeauftragte Ruel Claveria spricht in seiner
Kapelle vor rund 40 Personen die Gebete ins
Mikrophon. Was der kleinen Kapelle noch fehlt,
ist der Beamer. Diese sind in philippinischen
Kirchen fast allgegenwärtig. Sie werden dazu benutzt, Liedtexte zu projizieren und ersetzen die
Kirchengesangsbücher.
Solidarisch. Das gemeinsame Gebet darf nicht
ohne Folgen bleiben, denn es verbindet uns in
der Gemeinschaft der Kirche. Aus der Gebetsgemeinschaft wächst die Solidargemeinschaft.
Missio wird demnach oft auch als die «Ausgleichskasse» der Weltkirche bezeichnet. Denn
die Kollekte vom Weltmissionssonntag, die
weltweit in allen Pfarreien aufgenommen wird,
durchbricht das Geber/Nehmer-Verhältnis: Alle
beteiligen sich daran, und die, die es am Nötigsten haben, bekommen davon.
Siegfried Ostermann
Papst stand Pate
Jedes Jahr stellt Missio ein anderes Land als
Beispiel für die Weltkirche ins Zentrum ihrer
Kampagne zum Weltmissionssonntag. Am
19. Oktober dieses Jahres ist es der Inselstaat
der Philippinen. Rund 80 Prozent der philippinischen Bevölkerung sind katholisch. Die
Begegnungen während der Reise von Missio
im Herbst 2013 bilden den Hintergrund zum
Slogan für den Weltmissionsmonat: «Freude am Leben, Freude im Glauben». Für den
Slogan hat Papst Franziskus Pate gestanden,
denn er wird nicht müde, in Worten und
Gesten von der «Freude des Evangeliums»
zu erzählen.
f www.missio.ch
I 16 agenda
Horizonte | 19. Oktober 2014
kurz notiert
10 Jahre Vokalensemble SCHAZ
Freitag, 17. Oktober, 19.30 Uhr
Sonntag, 19. Oktober, 17 Uhr
Sonntag, 26. Oktober, 9.30 Uhr
Sonntag, 26. Oktober, 17 Uhr
St. Martin, Oberrohrdorf (Apéro vor dem Konzert)
St. Sebastian, Wettingen
St. Martin, Oberrohrdorf (Gottesdienst)
St. Martin, Lengnau
Propstei Wislikofen
3. bis 6. November
Aus dem Brunnen schöpfen. Mo 3.11., 10.15
Uhr bis Do 6.11. 14 Uhr. Einkehrtage mit Bibliodrama. Leitung: Nico Derksen, Theologe;
Claudia Mennen, Theologin.
Kontakt: T 056 201 40 40, www.propstei.ch
Baden. Spirituelles Innehalten in katechetischen Einheiten der Mittel- und Oberstufe. Leitung: Monika Thut. Anmeldung bis Fr 24.10.:
sekretariat.ph@ref-aargau.ch
Kontakt: T 062 838 09 60,
www.landeskirchen-ag.ch/katechese-bildung
Kirchenmusik
26. Oktober
Bildung Mobil
29. Oktober und 5. November
Wo Zen und christliche Mystik sich begegnen.
Jeweils Mi 5.11. und 19.11., jeweils 20 bis 22 Uhr.
Kath. Pfarreizentrum, Würenlingen. Vortrag mit
Meditation. Einführung in die Gemeinsamkeiten
und Unterschiede der christlichen Mystik und
des Zazen. Leitung: Claudia Nothelfer. Anmeldung bis So 19.10.
7. November
Kaminfeuergespräche: Feuer brennt in mir. Fr
7.11., 19.30 bis 21.30 Uhr. Klosterstrasse 12, Wettingen. Spirituelle Impulse für Männer. Leitung: Kurt
Adler-Sacher. Anmeldung bis Mo 27.10.
Kontakt: T 056 438 09 40, www.bildung-mobil.ch
Katechese-Medien
5. November
gehen – sehen - reflektieren. Mi 5.11., von 9
bis 12 Uhr. Schulungsraum Fachstelle Katechese-Medien, Hohlgasse 30, Aarau. Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen des kollegialen
Feedbacks. Leitung: Claudia Rüegsegger. Anmeldung bis Mi 22.10.: sekretariat.ph@ref-aargau.ch
8. November
«Psss! ... Hörst du Gott?» Sa 8.11., 9 bis 12.30
Uhr. Ref. Kirchgemeindehaus, Ölrainstrasse 21,
Mozart-Messe. So 26.10., 10 Uhr. Pfarrkirche
St. Leodegar, Wohlenschwil. Der Kirchenchor
singt während des Gottesdienstes zum Patrozinium die Missa brevis von W.A. Mozart. Begleitung: Instrumentalisten des Tonhalleorchesters
Zürich. Leitung: Elisabeth Fischer. Zelebranten:
Pfarrer Eugen Vogel, Gemeindeleiter Markus
Vögtlin. Anschliessend Apéro im Pfarreiheim.
2. November
Chorkonzert. So 2.11., 17 Uhr. Kath. Kirche
Villmergen. W.A. Mozart, Requiem und Vesperae Solennes de Confessore. Aufführende: Collegium Vocale Lenzburg mit Solistinnen und
Solisten. Capriccio Barockorchester. Leitung:
Thomas Baldinger. Gleiches Konzert: Sa 1.11.,
20 Uhr, Ref. Stadtkirche Aarau und 8.11. Ref.
Stadtkirche Brugg. Tickets: Raiffeisenbank,
Villmergen, T 056 618 77 11; Helvetisch, Aarau,
T 062 823 27 91; Buchhandlung Thalia, Brugg,
T 056 444 24 06. Plätze zu 30 und 40 Franken.
Jugendliche und Studenten 15 Franken Ermässigung.
Offene Stelle
Chorleiter/in
Der katholische Kirchenchor St. Mauritius Berikon sucht per 1.3.2015 oder nach Vereinbarung
einen Chorleiter (m/w). Aufgaben: Leitung der
Chorproben, Erstellen des Jahresmusikprogrammes etc. Voraussetzungen: Kirchenmusikalische oder gleichwertige Ausbildung. Weitere
Foto: zvg
2004 formierte sich das Vokalensemble SCHAZ, um mit Chorkonzerten Werke von Komponisten
aufzuführen, die im jeweiligen Jahr ein besonderes Jubiläum hatten. Das aktuelle Konzertprogramm für Chor und Orgel gliedert sich in zwei Teile: Es blickt zurück und offeriert Kostproben aus
den letzten 10 Jahren mit Werken für Chor und Orgel von Schroeder, Vecchi, Mieg, Elgar, Distler,
Friedrich und Britten. Im zweiten Teil richtet es den Blick auf drei aktuelle Jubilare; Anton Faist, Peter
Griesbacher und Friedrich Zipp. An der Orgel konzertiert Lysiane Salzmann. Eintritt frei. Kollekte.
Informationen siehe www.horizonte-aargau.ch
Bewerbung bis Fr 24.10.: Irène Koller, Kirchenpflege, Leiterin Personal, Moosstrasse 6, 8965
Berikon, T 056 631 75 76, irene.koller@gmx.ch
In der Region
Berikon 23. Oktober
Wohnraum für alle? Do 23.10., 19 Uhr. Pfarreizentrum Mauritius, Berikon. Referate und
Podiumsdiskussion zum einjährigen Bestehen
des Kirchlichen Regionalen Sozialdienstes.
Mit Viktor Hüsser, Urs Schuhmacher, Albert
Seiler, Regula Kuhn, Markus Schmid. Leitung:
Carmen Frei.
Wettingen 26. Oktober
Aufbrechen als Pilgerweg. So 26.10., 13.30 Uhr
Treffpunkt im Mönchschor Klosterkirche Wettingen. Spirituelle Wanderung vom Kloster Wettingen zum Kloster Fahr. Anmeldung für Nachtessen bis Do 20.10.: heinzbuergler@sunrise.ch,
T 056 426 54 47
Wettingen 31. Oktober
Aufbrechen zu neuer Hoffnung. Fr 31.10.,
19.30 Uhr. Saal Heilpädagogische Schule HPS,
Staffelstrasse 91, Wettingen. Musik – a Chance
for Change. Theresia Bothe, Liedermacherin;
Kinderchor St. Anton. Leitung Käthi Spitteler.
Weitere Angebote
23. Oktober
Vernissage. Do 23.10., 17 bis 20 Uhr. Haus am
Lindentor, Hirschengraben 7, 8001 Zürich. Der
neue Band der «WerkstattBibel 18» erschliesst
Kirchenräume als Glaubensräume. An der Vernissage hält Nicolaas Derksen, Pastoraltheologe und Bibliodrama-Ausbildner, einen Vortrag
zum Thema Raum und Raumwirkung. Weitere
Infos: www.bibelwerk.ch
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