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Hefen und Schimmelpilze im Futter – was tun?

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Aus der LUFA Rostock der LMS
Hefen und Schimmelpilze im Futter – was tun?
In dieser Futtersaison fällt auf, dass häufiger als sonst Analysen auf mikrobielle Beschaffenheit angefordert werden. Die diesjährigen ungünstigen Witterungsbedingungen zur
Ernte haben sicher diese Entwicklung unterstützt. Trotz „guter Futterwerte“ sind gesunkene Futteraufnahme, höhere Zellzahlen und Leistungsminderung zu verzeichnen. Dann
ist die Beurteilung der mikrobiologischen Futterbeschaffenheit ein sehr wichtiges Indiz.
Vorher müssten natürlich produktionstechnische Ursachen oder akutes Krankheitsgeschehen ausgeschlossen werden. Vermehrt sind auch Heu und Einstreu betroffen.
Die Bestimmung der Schimmelpilze würde auch die Frage nach eventuell im Futter vorhandenen Pilzgiften klären helfen. Oftmals sind keine Giftstoffe der Lagerungs- oder
Feldpilze (Fusarien) in den eingelieferten Futterproben nachweisbar. Das muss jedoch
nicht bedeuten, dass keine toxinbildenden Schimmelpilze vorhanden sind. Die Umweltbedingungen (pH-Wert, Temperatur, Anteil organischer Säuren und nutzbare Nährstoffquellen) haben nur noch nicht zur Bildung der giftigen Stoffwechselprodukte geführt.
Dies kann sich aber bei wechselnden Bedingungen jederzeit ändern.
Deshalb ist es umso wichtiger, schon im Vorfeld zu klären, ob eine mikrobielle Belastung
vorliegt. Bei offensichtlichem Schimmelbefall des Futters ist diese Überprüfung unbedingt anzuraten.
So würde eine Beurteilung Ihres Futters aussehen:
Wenn der Keimgehalt einer Keimgruppe
den Orientierungswert
• nicht überschreitet
• überschreitet, in der Regel bis zum 5-fachen
• überschreitet, bis zum 10-fachen
• überschreitet, um mehr als das 10-fache




Keimzahlstufe
KZS I
KZS II
KZS III
KZS IV
Bewertung des Keimgehaltes
normal
leicht erhöht oder erhöht
deutlich erhöht
überhöht oder stark überhöht
Aus den Keimzahlstufen KZS I bis IV ergeben sich dann vier Qualitätsstufen
(QS I bis IV) für die Bewertung der Futterqualität:
KZS I – bei allen 7 Keimgruppen

Qualitäts- Bewertung der Qualität
stufe
QS I
normal
KZS II – bei mindestens einer Keimgruppe

QS II
geringgradig oder mäßig herabgesetzt
KZS III – bei mindestens einer Keimgruppe

QS III
herabgesetzt oder deutlich herabgesetzt
KZS IV – bei mindestens einer Keimgruppe

QS IV
verdorben
Wenn die Keimzahlstufe (KZS)
Nachfolgend finden Sie Beispiele für die Bewertung von praxisüblichen Futtermitteln mit
Besatz von Hefen und Schimmelpilzen.
LMS-KurzInfo Nr. 7/2010 – September
13
Aus der LUFA Rostock der LMS
Untersuchungsmaterial: Schweinemastfutter, mehlig
Hefen
Orientierungswert
Bewertung
25 x 103 KBE/g
KZS I
KZS I
80 x 103 KBE/g
Schimmelpilze (Penicillium, Aspergillus)
Orientierungswert
Bewertung
7 x 103 KBE/g
KZS I
KZS I
50 x 103 KBE/g
Beurteilung:
Der Besatz an Schimmelpilzen und Hefen überschreitet die jeweiligen Orientierungswerte nicht. Mikrobiologisch bedingte Qualitätsminderungen sind nicht erkennbar.
Untersuchungsmaterial: Silage
Hefen
Orientierungswert
Bewertung
2 x 103 KBE/g
KZS I
KZS I
Schimmelpilze (Penicillium, Aspergillus)
Orientierungswert
Bewertung
1.600 x 103 KBE/g
KZS I
5 x 103 KBE/g
KZS IV
>50 x 103 KBE/g
1000 x 103 KBE/g
Beurteilung:
Der Besatz an Hefen überschreitet den jeweiligen Orientierungswert nicht. Der festgestellte Gehalt an verderbanzeigenden Schimmelpilzen ist als stark überhöht zu
bewerten. Einstufung in Qualitätsstufe IV, da mindestens eine Keimgruppe in die
Keimzahlstufe IV einzuordnen ist. Hieraus ist ein fortgeschrittener Verderbnisprozess
erkennbar.
Untersuchung Ihrer Futterproben
Soll Ihre Futterprobe auf mikrobielle Belastung untersucht werden, ist auf dem Untersuchungsauftrag die Anforderung: „Hefen und Schimmelpilze nach Art und Gattung“
zu notieren. Das Ergebnis und die Einstufung erhalten Sie zum Nettopreis von 39,- €.
Der Untersuchungszeitraum beträgt ca. 7 Tage, da die Proben auf Nährböden unter definierten Bedingungen im Brutschrank angezüchtet werden müssen.
Kontakt:
Marion Dunker – LUFA Rostock der LMS
Telefon: 0381 2030727 • E-Mail: mdunker@lms-lufa.de
LMS-KurzInfo Nr. 7/2010 – September
14
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Gesundheitswesen
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