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2015 - Vereins-info

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Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern
Bahnhofsmission Bayern aktuell
Informationsdienst
der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Bahnhofsmissionen
für Träger, Leitungen, Mitarbeitende sowie alle Interessierten
Ausgabe I/2014 (Juli)
Top-Themen
Neues Kunstprojekt der bayerischen Bahnhofsmissionen
Mit der Wanderbank durch Bayern
Kunst bringt Menschen zusammen. Und die Wanderbank der bayerischen Bahnhofsmissionen nochmal in besonderer Weise.
Bänke sind wie kleine Inseln im hektischen Alltag. Kaum nimmt man auf der Bank Platz, scheint das Leben einem besonderen Rhythmus zu folgen. Es ist Zeit zum Verweilen, Ausruhen, den Gedanken nachhängen oder
mit eben noch fremden Menschen zu plaudern.
Ob die Parkbank im Grünen, eine Bank an der Bushaltestelle, auf dem Dorfplatz oder vor dem Haus für die „Alten“: Bänke sind Orte, wo Menschen zusammenkommen. Über Gott und die Welt reden oder auch schweigen.
Sich aus ihrem Leben erzählen. Lesen oder einfach nur Löcher in die Luft schauen.
Auf der Wanderbank der bayerischen Bahnhofsmissionen lassen sich auch „Geschichtensammler“ nieder - Autoren, Künstler, Mitarbeitende der Bahnhofsmissionen -, um den Menschen, Gästen der Bahnhofsmission und
Passanten, zuzuhören, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und das ein oder andere aufzuschreiben.
"Wer sich setzen will, setzt sich. Wer erzählen will, erzählt", so beschreibt es die Künstlerin Christiane Huber,
die auch als „Geschichtensammlerin“ immer wieder auf der Bank Platz nimmt. Gemeinsam mit der Dokumentarfilmerin hat sie das vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration geförderte Projekt entwickelt.
Auf den folgenden Seiten haben wir Ihnen einige Eindrücke von den ersten drei Stationen zusammengestellt.
Weitere Themen
+++ Immer mehr Gäste mit psychischen Erkrankungen +++ Im Gespräch: Was tun für
Menschen aus Osteuropa? +++ Die Bahnhofsmissionen auf dem Katholikentag +++
+++ Kurz gemeldet: Endlich online, neue Füllanzeigen und viele Jubiläen +++ Termine
Seite 1
Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern
Eine Einladung zum Sitzen, Verweilen und Erzählen
Auf der „Hausbenk“ in Passau
Mit der Wanderbank in Passau, München und
Ingolstadt
!
Unglaublich: „... dass es jemanden gibt,
der sich einen Fernseher um 11.999 Euro
kauft – aba i habs gseng,“ so ein Gast der
Bahnhofsmission Passau, auf der Wanderbank (Foto: Sanne Kurz)
!
Wenn Träume wahr werden: Eine Gruppe
junger Punks erzählte von ihrem Leben, ihren Träumen und Sehnsüchten und spielten auf ihrer Gitarre. Der regionale TVSender lud sie daraufhin zu Aufnahmen
ein. (Foto: Sanne Kurz)
Passau. München. Ingolstadt. Nach dem erfolgreichen Kreativprojekt
der bayerischen Bahnhofsmissionen 2008/2009 wünschten sich die
Mitarbeitenden ein neues Kunst-Projekt – und votierten einstimmig für
die Wanderbank. Seit Mai tourt die Bank und mit ihr Christiane Huber
und Sanne Kurz durch die bayerischen Bahnhofsmissionen. Inzwischen
hat die Wanderbank Station in den Bahnhofsmissionen Passau, München und Ingolstadt gemacht. Im Herbst folgen Schweinfurt, Aschaffenburg und Würzburg.
Ob Gäste der Bahnhofsmission aus nah und fern, Reisende, Mitarbeitende, der Caritasdirektor oder Stadträte: auf der Bank haben inzwischen schon viele Menschen Platz genommen und sind miteinander ins
Gespräch gekommen – und dies auch über meist unsichtbare, aber
doch unüberwindbare Hürden hinweg. Sie haben aus ihrem Leben erzählt, von möglichen Brüchen und Schicksalsschlägen, aber auch was
ihr Leben reicher macht. Da kam Herr K., der jahrelang im Steinbruch
gearbeitet hat und jetzt mit Mitte vierzig aus gesundheitlichen Gründen
arbeitsunfähig ist. „Ich komm jeden Tag in die Stadt zum Flaschensammeln. Das bringt mir ein bisschen Geld und vor allem hab ich dann was
zu tun.“ Oder die Punks, die stolz auf ihrer Gitarre ein Lied vorspielen.
Herr X., dem seine Hündin Leika das Leben gerettet hat, als er mit einem
Schlaganfall in der Wohnung zusammengebrochen war. Ehemalige
Bahnhofsmissionsmitarbeitende, die berichten, wie es in der Bahnhofsmission vor 50 Jahren war. Bahnmitarbeitende, die aus ihrem auch
oft schwierigen Alltag am Bahnhof berichten. Die Stadträtin, die der obdachlosen Frau zuhört.
„Es ist sehr schön, wie hier auf der Bank Menschen zusammenkommen
– und dies über ansonsten oftmals gesellschaftliche Hürden hinweg,“
fasst Hedwig Gappa-Langer ihre Eindrücke zusammen. „Ich erlebe es als
großes Geschenk, wenn Menschen ihr Innerstes mit uns teilen.“
!
Impressionen aus Ingolstadt
!
Im Gespräch: Ein Gast der
Bahnhofsmission erläutert Caritasdirektor
Dr.Bär wie man einen Dachstuhl baut (Foto:
Angi Leitl-Weber)!!
!
Glück und Leid liegen oft nah beieinander:
links: Ein Vater erzählt von dem plötzlichen Tod seines Sohnes.
rechts: Der Hund rettete seinem Herrchen (2.v.re) das Leben.
(Fotos: Sanne Kurz)
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Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern
Die Wanderbank auf Gleis 11 Im Münchner Hauptbahnhof: Rechts: Friedrich Ani mit seiner gelben „Monika“ Mitte: Friedrich Ani, Christiane Huber und
ein Gast der Bahnhofsmission München Links: Friedrich Ani im Gespräch mit einer Frau aus Bulgarien (Fotos: Sanne Kurz)
Prominent besetzt: Der Schriftsteller Friedrich Ani auf der Wanderbank
Da ist es wieder. Dieses Klack, Klackklack, Pling. Ein markantes Geräusch, das selbst mitten am Bahnsteig
zwischen Lautsprecherdurchsagen und quietschenden Bremsen ins Ohr geht. Der bekannte Schriftsteller
Friedrich Ani sitzt hier an Gleis 11 auf einer Hausbank und hämmert los auf seiner knallgelben Reiseschreibmaschine „Monika“. Er sammelt Geschichten, die das Leben schreibt. Und die ihm Reisende, Gescheiterte und
Gebrochene erzählen wollen, wenn sie sich zum ihm auf die schlichte Holzbank setzen. Ani schweigt, hört zu,
fragt nach und macht sich Notizen. Als "Geschichtensammler" unterstützt er in München das Kunstprojekt der
Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern.
Bayerische Bahnhofsmissionen verzeichnen deutlichen Anstieg
Jeder dritte Hilfesuchende ist psychisch
krank
Jeder dritte Gast, der hier Rat und Hilfe sucht, hat psychische
Probleme, so das Ergebnis der Jahresbilanz 2013. Egal ob in der
oberbayerische Metropole oder einer unterfränkische Kleinstadt:
Hier setzt sich ein besorgniserregender Trend unvermindert fort.
Rund 73 000 Kontakte mit psychisch belasteten oder seelisch
kranken Menschen wurden bayernweit gezählt, das ist im Vergleich zum Vorjahr ein rapider Anstieg um 42 Prozent. Über eine
Viertelmillion Kontakte mit Gästen hatten die 13 Bahnhofsmissionen insgesamt, das sind fünf Prozent mehr als 2012.
„Viele von ihnen haben keine Krankheitseinsicht. Und immer häufiger handelt es sich bei den Hilfesuchenden um Menschen, die in
anderen Einrichtungen keinen Platz mehr finden,“ erläutert Hedwig Gappa-Langer, Referentin der katholischen
Bahnhofsmissionen beim Landesverband IN VIA. "Diese Entwicklung stellt für unsere Bahnhofsmissionen insbesondere mit Blick auf die eng begrenzten finanziellen Mittel eine große Herausforderung dar, " ergänzt ihr
Kollege Michael Frank vom Diakonischen Werk Bayern. Die Arbeit mit psychisch kranken Menschen braucht
viel Erfahrung und Wissen, aber auch Zeit und Geduld. Die finanzielle und personelle Ausstattung der Bahnhofsmissionen ist dafür kaum ausreichend.
"Die Resistenz gegen Hilfe ist oft Teil der Erkrankung", berichtet Sandra Bauer-Böhm. Leitung der Bahnhofsmission Aschaffenburg. Die Mitarbeitenden müssen dann auch damit klar kommen, dass sie manchmal vergeblich versuchen, den Betroffenen Brücken ins "normale" Leben zu bauen und Wohnungslose beispielsweise
in eine feste Bleibe zu vermitteln. Diese Erfahrung haben auch Andrea Sontheim und Simone Slezak, die Leiterinnen der Münchner Bahnhofsmission, gemacht - gerade bei den Frauen, die hier immer wieder Schutz für eine Nacht suchen, sich aber schwer in das System der Wohnungslosenhilfe eingliedern lassen.
Obdachlosigkeit beziehungsweise ständig wechselnde Übernachtungsmöglichkeiten sind nach Ansicht der
Münchner Leitung mit ein Grund, dass auch immer mehr Arbeitsmigrantinnen und -migranten unter psychischen Problemen leiden: "Diese Menschen, oft Osteuropäer, sind entwurzelt, sie haben keine ZukunftsperSeite 3
Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern
spektive und eine ganz schwierige Lebenssituation mit ungewissen Arbeitsmöglichkeiten,
das macht sie krank."
Mit den "besonderen Schwierigkeiten" ihrer Klienten steigt auch die Belastung für die Mitarbeitenden. Die
Bahnhofsmissionen reagieren, bieten spezielle Schulungen für die Haupt- und Ehrenamtlichen und vernetzen
sich mit anderen Hilfeeinrichtungen. Außerdem versuchen manche, sofern es ihre Ausstattung erlaubt, tagesstrukturierende Angebote zu schaffen. Dazu gehören Kunstangebote genauso wie Gesprächsrunden.
"Nicht selten nehmen die Bahnhofsmissionen auch Menschen in Anspruch, die wenig Aussicht auf anhaltende
Verbesserung ihrer Situation haben", so Michael Lindner-Jung, Einrichtungsleiter in Würzburg. Für viele ist es
entscheidend, dass "sie hier Soforthilfe finden, bevor die persönlichen Probleme zur Krise werden und eskalieren," sagt Lindner-Jung: "Mit unserer Unterstützung bleiben Menschen damit überlebensfähig, trotz ihrer
begrenzten Möglichkeiten. Und sie erhalten sich auf ihre Weise die Möglichkeit zur Teilhabe an der Gesellschaft.“ Bahnhofsmission leiste dabei eine anspruchsvolle Aufgabe, die seitens der Öffentlichkeit mehr Anerkennung und Förderung verdiene, so Lindner-Jung.
Eine bessere finanzielle Ausstattung würden sich auch Hedwig Gappa-Langer und Michael Frank von der Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern wünschen. Öffnungszeiten am Abend oder
rund um die Uhr können wegen fehlender finanzieller Mittel nur wenige Bahnhofsmissionen bieten. Dabei wissen "viele Menschen gerade in der Nacht nicht wohin mit sich und ihren Ängsten", so Gappa-Langer, "psychische Probleme halten sich nicht an Öffnungszeiten.“ (abi/hgl)
Unzureichende Hilfen für MigrantInnen aus Osteuropa
Bahnhofsmissionen vielerorts einzige
Anlaufstelle
Bereits seit ca. fünf Jahren ist zu beobachten, dass immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund in den
bayerischen Bahnhofsmissionen Hilfe suchen, darunter
auch viele Frauen, Männer, Familien und auch Minderjährige aus südosteuropäischen Ländern, wie Bulgarien
und Rumänien.
Im Jahr 2013 hatten die bayerischen Bahnhofsmissionen Kontakt mit über 100.000 Menschen mit Migrationshintergrund. Ein besonderer Schwerpunkt lag in München mit 81.000 Kontakte, das entspricht über 70 % aller
Kontakte zu Hilfesuchenden. Einen hohen Anteil machten BesucherInnen mit Migrationshintergrund auch in
den Bahnhofsmissionen Augsburg (27 %), Erlangen (zwischen 30 und 40 % je nach Monat), Nürnberg (23%)
und Würzburg (19%) aus.
Auch wenn die Anzahl Hilfesuchender mit Migrationshintergrund in manchen Bahnhofsmissionen auf den ersten Blick gering erscheint, ist oftmals der Betreuungsaufwand sowie die Belastung für die weitgehend ehrenamtlichen Mitarbeitenden besonders hoch. Sprachprobleme, kulturelle Unterschiede und kaum oder keine
weiterführenden Hilfen für Menschen aus Osteuropa vor Ort sind die Ursachen. Besonders problematisch ist
die Situation für BM-Mitarbeitende, wenn alte, kranke oder geschwächte Menschen sich um Hilfe an die Bahnhofsmissionen wenden oder keine oder nur schwer erreichbare weiterführende Hilfen für die Betroffenen zur
Verfügung stehen und die Bahnhofsmissionen daher nicht weitervermitteln können; dies gilt insbesondere für
Notübernachtungen in der kalten Jahreszeit, aber auch wenn Anlaufstellen für eine materielle Notversorgung
schlecht erreichbar sind.
In einem Gespräch mit dem Integrationsbeauftragten der bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer,
machten die beiden Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern, Hedwig
Gappa-Langer und Michael Frank, auf diese schwierige Situation vielerorts aufmerksam. Herr Neumeyer versprach sich vor Ort, für mehr Unterstützung für die Bahnhofsmissionen einzusetzen.
Zudem haben die beiden Referenten einen Beitrag eingereicht für ein Papier des bayerischen Integrationsrates
zu „Mobilität von EU-BürgerInnen – Herausforderungen und Handlungsperspektiven“. Darin machen sie auf
die besondere Seismographenfunktion der Bahnhofsmissionen sowie ihre Drehscheibenfunktion im sozialen
Netz auch im Hinblick auf hilfesuchende MigrantInnen mit besonderen Schwierigkeiten nochmals besonders
aufmerksam. Niederschwellige Einrichtungen wie die Bahnhofsmissionen sollten sowohl bei der Entwicklung
von Angeboten wie auch als Vermittlungsstelle stärker in den Blick genommen werden. (hgl)
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Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern
Die Bahnhofsmissionen auf dem Katholikentag!
Großer Bahnhof für Gott und die Welt
Viele helfende Hände aus nah und fern
Ein echter Hingucker: Im neuen Zelt der bayerischen Bahnhofsmissionen halfen viele Ehrenamtliche aus nah und fern. Von
links: Frau Fromm (Deutsche Bank Regensburg), Ingeborg Götz
(Bahnhofsmission Schweinfurt), Herr Eckert (ehemaliger Mitarbeiter der DB) (Foto: Tatjana Ogar)
Der Andrang war groß: trotz schlechtem Wetter
strömten tausende von BesucherInnen auf den Katholikentag. Und die Bahnhofsmission Regensburg
mit all ihren Mitarbeitenden, aber auch Ehrenamtliche aus nah und fern sowie Freiwillige aus der Stadt
Regensburg unterstützten die Gäste – egal ob sie eine Hand beim Aussteigen aus dem Zug brauchten,
den Weg zu einer Veranstaltung suchten oder eine
Tasse warmen Tee wollten. „Das war einer der
schönsten Tage bisher seit ich in der Bahnhofsmission arbeite,“ so Herr Weber aus der Bahnhofsmission Regensburg. Und ein Kollege aus Aschaffenburg
ergänzte: „Es ist so interessant, mal Kollegen aus
anderen Bahnhofsmissionen kennenzulernen.“ (hgl)
Dresdener Oberhirte Dr. Heiner Koch: Klares "Ja" zur
Bahnhofsmission
Ein klares Bekenntnis zur Bahnhofsmission als Ort gelebter
Kirche leistete Bischof Dr. Heiner Koch beim 99. Katholikentag in Regensburg Beim Podiumsgespräch “Großer
Bahnhof für Gott und die Welt. Chancen und Aufgaben von
Kirche und Bahnhof”: Es sei unabdingbar, dass die Kirche
dort ist, wo Menschen ganz unterschiedlicher Couleur aufeinander treffen. Notleidende und Hilfesuchende genauso
wie Mitarbeitende und Einsame. Gleichzeitig stellte Koch
klar: “Wir machen den Dienst nicht, damit Menschen Christen werden, wir fahren hier keine verkappte
Einkaufsstrategie.” Vielmehr müsse die Kirche ein Ausrufezeichen sein, “wofür ist Kirche sonst da?”.
Auf dem Podium: Im Bild von links: Karl-Heinz Ferstl, Hedwig
Gappa-Langer, Bischof Dr. Reiner Koch, Dr. Gisela SauterAckermann, Prof. Dr. Bernd Lutz, Michael Lindner Jung (Foto:
Annette Bieber)
Nach den Erfahrungen des Dresdener Bischofs ist das Ehrenamt in der meist ökumenisch getragenen Bahnhofsmissionen sehr gefragt – auch bei denen, die kirchlich nicht gebunden sind. Für den Oberhirten
ist das eine Möglichkeit als Kirche mit den Menschen in Berührung zu kommen, “mit den Helfenden wie mit
den Hilfebedürftigen.”
Unter der Moderation von Gisela Sauter-Ackermann, Bundesgeschäftsführerin der Bahnhofsmissionen bei IN
VIA Deutschland, und Hedwig Gappa-Langer, zuständige Referentin bei IN VIA Bayern, stellten sich auch Prof.
Bernd Lutz, Pastoraltheologe in St. Augustin, Karl-Heinz Ferstl (Leiter Operations im Regionalbereich Süd, DB
AG Station&Service) sowie der Leiter der Würzburger Bahnhofsmission, Michael Lindner-Jung, dem Thema.
Bahnvertreter Ferstl ließ keinen Zweifel daran, dass die kirchlichen Hilfeeinrichtungen an einem sehr weltlichen Ort wie dem Bahnhof einen festen Platz haben: “Geld verdienen müssen wir einerseits, aber die Bahn hat
auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, die sie natürlich wahrnimmt. Es ist einfach wichtig, dass es
die Bahnhofsmissionen gibt, sie ergänzen unsere Serviceeinrichtungen.” (abi)
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Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern
Finanzstaatssekretär besucht Bahnhofsmission:
Einfach mit einander ins Gespräch kommen
Keine Berührungsängste kannte Albert Füracker, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für
Landesentwicklung und Heimat, als er zum ersten Mal die
Räume einer Bahnhofsmission betrat. Kaum hatte er am
29. Mai am Hauptbahnhof Regensburg einen Zug auf den
Namen “Ausflügler” getauft, kamen die Mitarbeitenden der
dortigen Bahnhofsmission zum Zug.
Ihnen stattete er – auf Anregung von Karl-Heinz Ferstl, Leiter Operations im Regionalbereich Süd, DB AG Station &
Hoher Besuch in der Bahnhofsmission Regensburg:
v. links: Ehrenamtliche der Bahnhofsmission RegensService - einen spontanen Besuch ab. Dass ihn bei seiner
burg: Sandel Florea, Gabriele Männer, Helga FloreaPremiere aber ein derart großer Bahnhof erwartete, überEbner, Valentina Wudtke, Susanne Mai (Diakonisches
raschte ihn dann doch: Zum 99. Katholikentag, der zeitWerk Regensburg), Albert Füracker (Finanzstaatssekregleich im bayerischen Regensburg stattfand, waren extra
tär), Tatjana Ogar (IN VIA Leitung der Bahnhofsmission),
Michael Weber (Ehrenamtlicher), Hedwig Gappa-Langer
viele Mitarbeitende im Einsatz, um Ankömmlinge schon am
(Landesreferentin IN VIA Bayern) (Foto: Annette Bieber)
Gleis willkommen zu heißen oder beim Ein- und Aussteigen
zu helfen. Beeindruckt zeigte sich der Politiker nicht nur
vom großen Hilfeangebot der Bahnhofsmissionen, die seit über 100 Jahren und mittlerweile an bundesweit
über 100 Standorten jedem, sofort und ohne Anmeldung helfen. Auch der großen Zahl der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zollte er Respekt: Auf eine festangestellte Kraft kommen neun Freiwillige. Ohne deren Engagement, das betonte Hedwig Gappa-Langer, Referentin für die Bahnhofsmissionen bei IN VIA Bayern e.V. Katholischer Verband für Frauen und Mädchensozialarbeit, wären die Einrichtungen der Evangelischen und der
Katholischen Kirche längst nicht so leistungsfähig. Bahnvertreter Ferstl würdigte die Arbeit der Bahnhofsmissionen einmal mehr als “wichtige Ergänzung unserer Serviceleistungen”. (abi)
Kurz gemeldet aus den bayerischen Bahnhofsmissionen
Auf einen Klick: Bayerische
Bahnhofsmissionen jetzt
im Internet
Seit kurzem ist die Arbeitsgemeinschaft der
kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern mit einem eigenen Internetauftritt online. Die homepage "www.bahnhofsmission-bayern.de" präsentiert aktuelle Meldungen, wichtige Telefonnummern und das breite Serviceangebot der 13
größtenteils ökumenisch geführten Hilfeeinrichtungen im Freistaat. Die übersichtlich aufgebaute Startseite lenkt schnell und zielsicher auf das
gesuchte Themengebiet. Mit einem Klick erfah! ren die Besucherinnen und Besucher, wo es zur
nächsten Bahnhofsmission geht, wie sie deren
Arbeit unterstützen können oder von welchem Bahnhof aus das Angebot "Kids on tour" für den allein reisenden Nachwuchs gilt. Zu finden sind hier auch die Bahnhofsmissionen, die mit ihren Mitarbeitenden nach Voranmeldung hilfebedürftige Reisende ein Stück weit im Zug begleiten.
Mit neuen Webseiten im Netz sind jetzt auch die Bahnhofsmissionen Regensburg www.bahnhofsmissionregensburg.de, München www.bahnhofsmission-muenchen.de und Schweinfurt www.bahnhofsmissionschweinfurt.de . Finanziell gefördert wurde das neue Online-Angebot der Bahnhofsmissionen vom Bayerischen
Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. (abi)
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Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern
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Prominent im Bild: Neue Füllanzeigenkampagne gestartet
Mit prominenten Fürsprechern wirbt die Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern um
Aufmerksamkeit: Schriftsteller und Krimipreisträger Friedrich Ani und die bekannte BR-Moderatorin Ursula
Heller sind die Gesichter einer aktuell aufgelegten Anzeigenkampagne, die die Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern für die Presse entwickelt hat. Mit der kostenfreien Veröffentlichung dieser
Anzeigen wiederum machen Zeitungen und Zeitschriften die wichtige Arbeit der 13 bayerischen Bahnhofsmissionen für Menschen in Not bekannter und unterstützen sie. (abi)
Immer am Zug: Nürnberg feiert
120 Jahre Bahnhofsmission
Vor dem historischen Dampfzug: v. links: Dr. Jürgen Körnlein, Stadtdekan, Anita Dorsch, Leitung Bahnhofsmission; Wolfgang Tereick, Vorstand Stadtmission Nürnberg e.V.; Ute Volz, Vorsitzende der KKBM;
Thomas Warnken, Öffentlichkeitsreferat Stadtmission Nürnberg; Marga
Moosmann, Ehrenamtliche Mitarbeiterin BM Nürnberg; Inge Horender,
Diakonisse; Helmut Schmidt, ehrenamtlicher Mitarbeiter der BM Nürnberg; Michael Brückner, Landtagsabgeordneter; Hermann Imhof, Landtagsabgeordneter; Sabine Wehner, Geschäftsführerin IN VIA Nürnberg
e.V. (Foto: Stefan Minx)
1894 nahm die erste Bahnhofsmission in
Deutschland ihren Dienst auf. Unter dem Motto „Stets am Zug – 120 Jahre Bahnhofsmission“ feierte die Bahnhofsmission Nürnberg im
April mit einem großen Programm und vielen
Besuchern diesen Geburtstag mit. Ein besonderes Highlight waren Jubiläumsfahrten des
historischen Dampfzuges des Fränkischen
Museums-Eisenbahnvereins von Nürnberg
nach Fürth und zurück. Mit an Bord waren neben vielen Interessierten auch Gäste der Wärmestube und des Frauenfrühstücks der Bahnhofsmission. Die ökumenisch von IN VIA
Nürnberg und der Stadtmission Nürnberg getragene Bahnhofsmission bietet vielfältige Unterstützung für Menschen auf Reisen, so die
Leiterin Anita Dorsch, "wir sind ein wichtiger
Knotenpunkt im Hilfeangebot".
Gratulation: Erlanger Bahnhofsmission feiert 60igsten Geburtstag
60 Jahre am Zug am Erlanger Bahnhof: Das konnten die Mitarbeitenden der Erlanger Bahnhofsmission am 8.Mai mit Stolz und viel
prominenter Unterstützung feiern. Die Sozialreferentin Elisabeth
Preuss, der frisch gewählte Landrat Alexander Tritthart und zahlreiche Kooperationspartner gratulierten dem Team um Leitung
Joyce Holzheimer zu ihrer erfolgreichen „sehr wichtigen“ Arbeit.
Innenminister Hermann würdigte diese mit den Worten: „Sie sind
ein wunderbares Aushängeschild einer humanen Gesellschaft,
dafür gebührt ihnen große Anerkennung und Respekt!“ (hgl)
Zahlreiche Glückwünsche kamen auch von den Gästen der Bahnhofsmission Foto: Hedwig Gappa-Langer
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Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern
Ausgezeichnet: Bundesministerin Andrea Nahles
ehrt zwei Mitarbeiter der Bahnhofsmission
Elmar Rachle von der Bahnhofsmission Schweinfurt und Carlo
Arena von der Bahnhofsmission Leipzig, sind zwei der Gewinner des Online-Wettbewerbs "Das ESF-Gesicht 2014".
Beide haben an der Weichensteller-Fortbildung der Bahnhofsmission teilgenommen, einem durch den Europäischen
Sozialfonds (ESF) geförderte Maßnahme, und so ihren (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben geschafft.
Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles,
zog vor den über 200 Gästen in Berlin eine positive Bilanz der
ESF-Projekte aus der vergangenen Förderperiode: „Der Europäische Sozialfonds ist das wichtigste arbeitsmarkt- und sozialpolitische Instrument der Europäischen Union. Mit dem ESF erreichen wir die Menschen in Europa vor Ort und können ganz
konkret Hilfe leisten, wo es am nötigsten ist. Das zeigen nicht
zuletzt die Geschichten unserer Preisträgerinnen und Preisträger heute. Der Europäische Sozialfonds gibt Europa ein Gesicht!“ Im Rahmen des Wettbewerbs wurden 155 persönliche
Geschichten eingereicht und mit mehr als 400 Kommentaren
versehen. Per Online-Voting wurden die zehn Nominierten gekürt, aus denen eine Fachjury die fünf Preisträgerinnen und
Preisträger auswählte. [Bundesministerium für Arbeit und Soziales/AK/hgl]
Bundesministerin Andrea Nahles ehrt Preisträger Elmar Rachle aus Schweinfurt Foto:
Bundesministerin für Arbeit und Soziales
Termine im Überblick (chronologisch)
Bundesjahrestagung 2014 „Innovation als Herausforderung und Chance“
15.9. bis 18.9 2014, Bad Herrenalb
Internationale Konferenz mit Fachtag
16.10.2014, Berlin
Regionaltagung der Leitungen der bayerischen Bahnhofsmissionen
22.10.2014, Nürnberg
Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern
verantwortlich für diese Ausgabe: Hedwig Gappa-Langer und Michael Frank
Kontakt der Arbeitsgemeinschaft:
Hedwig Gappa-Langer
Michael Frank
für die Bahnhofsmissionen in kath. Trägerschaft
IN VIA Landesverband Bayern e.V.
Maistr. 5, 80337 München
für die Bahnhofsmissionen in evang. Trägerschaft
Diakonisches Werk Bayern e.V.
Pirckheimerstraße 6, 90408 Nürnberg
Kontakt:
Tel. 089 - 714 85 01
gappa-langer@bahnhofsmission.de
oder kontakt@gappa-langer.de
Tel. 0911 / 9354-439,
frank@diakonie-bayern.de
Text: hgl Hedwig Gappa-Langer, IN VIA Bayern, abi Annette Bieber, IN VIA Bayern, mf Michael Frank, DW Bayern
und andere
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Seele and Geist
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