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"Lass mich doch machen, was ich will...!" Erziehung zur

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"Lass mich doch machen, was ich will...!"
Erziehung zur Selbstständigkeit in der Jugendhilfe
Was ist Selbstständigkeit?
Selbst
= alleiniges Handeln, nicht durch Unterstützung oder auf Anregung von
Fachpersonal
Ständig
= ein immer wiederkehrendes Handeln, ausgelöst durch Eigenmotivation und
Fremdmotivation
Definition:
Als Selbstständigkeit bezeichnet man die Möglichkeit, die Fähigkeit, die Bereitschaft und
die Pflicht, für das eigene Handeln, Reden und Unterlassen Verantwortung zu tragen.
Das bedeutet, dass man für sich selbst sorgt, dass man für die eigenen Taten einsteht und die
Konsequenzen dafür trägt, bei allem wofür man sich entscheidet.
Fähigkeit:
beschreibt den Zustand, dass man in der Lage ist, etwas zu tun, sofern es die
geistigen und körperlichen Anlagen zulassen
Bereitschaft: geschieht dann, wenn jemand freiwillig bereit ist, etwas praktisch
umzusetzen
Pflicht:
etwas was man tun muss, weil es die Gesellschaft, die Moral, das Gesetz, der
Beruf, das Fachpersonal verlangt
eig. Handeln: wenn man bewusst oder willentlich Tätigkeiten vollzieht
Reden:
sich gegenüber zweiten und dritten verbal äußern
Unterlassen: etwas absichtlich nicht tun
Verantwortung: die Folgen für eigenes Handeln tragen
Wann beginnt Selbstständigkeit in der Jugendhilfe?
Selbstständigkeit beginnt bereits mit dem Bekanntmachen von Jugendhilfeeinrichtungen
durch Kostenträger, Schulsozialarbeiter, Sorgeberechtigten, Freunden oder ähnliches!
Bsp. Aufnahme in der Wohngruppe; erste Forderungen werden gestellt, diese werden durch
das Kind oder den Jugendlichen umgesetzt; Zimmer einräumen, Teilnahme am ersten
Abendbrot, Einlassen auf Erstgespräch, Schulbesuch etc.
Was sind die Eckpunkte, bezugnehmend auf die Verselbstständigung, in der
Jugendhilfe?
Vorschulalter: Förderung einer kindgerechten Entwicklung durch Mitwirkung des Kindes
bis 6. Lj.
Bsp: Schuhe binden, alleiniges Anziehen, Verkehrserziehung etc.
Schulalter:
bis 14. Lj
Besuch der Schule, Erledigen der Hausaufgaben, Freizeitgestaltung,
Bewusstmachen von Gesundheitsfragen, Bewusstmachen von Verantwortung,
Perspektivplanung, Umgang mit dem Taschengeld etc.
Schule/BVB: Schulabschluss, Berufsfindung, Beginn Selbstverpflegung, Umgang mit
Bis 16/17 Lj. dem Geld wie Verpflegungsgeld, Bekleidungsgeld, Taschengeld; Verfestigung
betreff Gesundheitsfragen und Verantwortung etc.
BVB/Ausbildg. Trainingswohnen/Betreutes Wohnen, Verfestigung im Umgang mit Geld,
bis 21. Lj
Einführung in Ämter und Behörden, Vorbereitung auf das eigene Wohnen
oder andere Wohnform, Teilnahme an Ausbildung/BvB
Wie kann man die Selbstständigkeit rauskitzeln?
-
Setzen von überschaubaren Zielen
Anwendung des pädagogischen Prinzips der kleinen Schritte
Bewusstmachen von Erfolgen, Lob!!!
Reflektieren der Wochenpläne, welche auch visuell den Kindern/Jugendlichen
zugängig gemacht werden müssen; dabei intensives Eingehen auf den Prozess; keine
„zwischen Tür und Angel“ Gespräche
- Schaffen von Entspannungsphasen
- keine Überlastungssituationen erzeugen
- Anpassung an jeweiliges Kind/Jugendlichen
- Kontinuität im Bezugssystem
-…
-…
Stolpersteine in der Förderung des Verselbstständigungsprozesses
-
zeitliche Forderungen seitens Kostenträger, Eltern etc.
auftretende physische oder psychische Einschränkungen
auftretende, kriminelle Energien
Suchtproblematiken
häufiger Wechsel in der Bezugsarbeit
...
...
Nicht brave Kinder züchten,
nicht tüchtige Staatsbürger erziehen,
wohl aber wertvolle Menschen aufwachsen lassen!
Karl Wilker
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Bildung
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