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Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg Reisebericht? Was soll man

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Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg
(© Fotos & Text R. Giesenberg)
Reisebericht? Was soll man schreiben, wenn man nur 2 Wochen zur Verfügung hat und
die Absicht, vor seiner Haustür herumzukreuzen? Getreu dem Motto „ In maximaler Zeit
die minimale Distanz zurücklegen“. Aber zunächst zur Vorgeschichte. Nachdem der
Skipper von Sternchen letztes Jahr nach
zwei kurzfristigen Absagen
( Text
umfließend)von Christiane und Bernd vor
der Aufgabe stand alleine in den Urlaub
zu segeln, sollte das dieses Jahr nicht
noch einmal passieren. Im Laufe des
Frühjahrs ergab sich das ein oder andere
Gespräch, und es stellte sich heraus das
ein Crewmitglied, das beim letztjährigen
Balladcup dabei war, Zeit und Lust hatte,
2 Wochen vor der Haustür herumzuschippern. Selma fragte dann auch gleich
ob sie ihr Patenkind Jana, 11 Jahre alt,
mitnehmen könne. „ Absolut seefest, früher schon bei mir mitgesegelt und kann sich ganz
gut in neue Umgebungen einfinden.“ meinte Selma. Kurz und gut, der Skipper hat nach
kurzem Überlegen, „11 Jahre? Hmmm. Die eigene Tochter schon 20, geht das noch?“
zugestimmt. Es ging dann auch.
Die Vorbereitungszeit lief dann ab wie immer, Zettel in der Küche und Wohnzimmer und
bei jeder Idee oder Einfall Notizen gemacht. Die Liste wurde lang und länger…., aber wem
erzähle ich das? Am Ende wurde unterwegs doch noch das ein oder andere ergänzt.
Großeinkauf am Wochenende vor dem Start
am 26.07. Ergänzungen am Tag vor der
Abreise am 25.07.
„Hol mich am Donnerstag spät Nachmittags
ab“ sagte Selma und meinte eigentlich
abends um halb Acht! Loskommen Acht
Uhr, Einkaufen halb neun, kurz vor
Kassenschluss. Einkaufszettel zu Hause
liegen lassen und die Hälfte natürlich
vergessen. Wozu benötigt man eigentlich
Vorbereitungszeit macht Listen und …
Der Einstieg auf Sternchen mit Feuerwerk war für Jana ganz toll. „Tja, wer bei mir
mitsegelt….“ Meint der Skipper. Aber Spaß beiseite, es war Travemünder Woche, der
Zufall hat mitgeholfen.
Aber eigentlich wollte ich ja vom Segeln erzählen.
Wettervorhersage NO 4-5. Stimmte auch. Nachmittags briste es aber noch gewaltig auf. Es
gab dann noch die Windwarnung NR. „Habe ich vergessen“. Das Ziel Fehmarn musste
aufgegeben werden. Wer die Lübecker Bucht kennt weiß das NO kreuzen bis zum
Abwinken heißt und die paar Grad mehr Nord ab Tonne „Schwarzer Grund“ auch nicht
wirklich helfen.
Zu allem Überfluss fing Selma an krank zu werden und Jana hat sich ihren ersten Tag auf
Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg
(© Fotos & Text R. Giesenberg)
See auch etwas anders vorgestellt. Der Skipper hatte ein einsehen. So wird das nichts mit
Fehmarn und ist „links abgebogen“ und Grömitz angelaufen. Das sollte man während der
TW und in Vereinsnähe vielleicht nicht machen wenn man abends nüchtern ins Bett
kommen will. Aber von Anfang: Die Besatzung hat sich im Laufe des Nachmittags
einigermaßen erholt, teils durch Tiefenerschöpfenden Schlaf, teils durch festen Boden
unter den Füßen und Strandnähe. „Hier möchte ich viel länger bleiben“ war dann auch
Janas Kommentar. Der Hafen hatte es ihr angetan. Das muss wohl daran liegen dass sie das
erste Mal in einem künstlichen Yachthafen mit tatsächlich netter Atmosphäre und
Umgebung war. Beim Skipper ist das anders, der erinnert sich da an seine bootlose Zeit,
mit den damaligen Schwiegereltern häufig unterwegs und „schon wieder Grömitz!!!!“.
Heute mit eigenem Boot ist das Verständnis
etwas geradegebogen worden. Kein Wunder: Lübecker Bucht, 3 Häfen…und das
jahrelang.
Abends wurde dann aus den Vorräten etwas schönes gekocht und mit allseits sichtlichem
Vergnügen verspeist. Danach durch den Hafen geschlendert. Und dann tauchte am
Flensstand Ralf mit Familie von der Asterix auf. „Hallo, was macht ihr denn hier, wohin?“
usw. Familie Stormer hatte nach einer Woche Liegezeit auf Fehmarn wegen das schönen
Wetters, es war die Zeit des Autobahnrennens sämtlicher Islandtiefs, den Abstecher nach
Grömitz gemacht. Man muss dazu sagen das der Spross 1 ½ Jahre alt ist und erst Seemann
werden will.
Kurze Zeit später tauchte am Stand Markus mit Familie auf, unterwegs nach dem schönen
Dänemark, erst am Nachmittag gestartet
und deshalb von vornherein auf Grömitz
fixiert.
Bei dem einen oder anderen Bier wurde
dann nicht gerade die Welt verbessert aber
doch einiges über das Vereinsleben
diskutiert.
Irgendwann im Laufe des Abends tauchte
dann Titus auf, Stephans Sohn. Stephan
nahm mit seiner „dennoch“ an der
Mittelstrecke für Seeschiffe während der
TW teil. „ Hallo zusammen, habt ihr Lust auf ein Bier? Ich geb einen aus.“. Danke schön,
gern. Irgendwann endete dann auch dieser Abend und jeder ging seiner Wege.
Am nächsten Tag war der erste Hafentag. Es ging
nicht weiter, Selma musste sich erholen. „Abbrechen
brauchen wir auf keinen Fall! Ich brauch noch einen
Tag Ruhe dann bin ich wieder fit“, glaubte Selma.
Es ging dann am nächsten Tag auch wirklich weiter.
Die Pünktlichkeit musste auch noch etwas geübt
werden. „Wenn ich sage 8 Uhr ablegen, meine ich
auch 8 Uhr, nicht halb neun oder später.“ maulte der
Skipper. „ Bis Fehmarn ist es noch relativ weit und
wir müssen kreuzen“ signalisierte der Skipper sein
Unverständnis über die Verzögerungen.
Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg
(© Fotos & Text R. Giesenberg)
„Wenn wir in Dänemark sind, dann sind alle Häfen im Bereich von 1- 2 Stunden, da könnt
ihr morgens schlafen so lange ihr wollt“. Ziel war übrigens die dänische Südsee. Es sollte
über Orth nach Marstal gehen. Was dann auch so kam.
In
Orth
ist
eigentlich
nichts
Erwähnenswertes passiert, außer das der
Skipper sich verwundert die Augen rieb, als
er die Lady Blue in Orth einlaufen sah.
Eigentlich nichts besonderes, ist doch nach
Aussage einer geschätzten Kollegin Orth
der Heimathafen der Lady Blue. Der
Skipper von Sternchen konnte sich aber
noch gut daran erinnern das die Lady Blue
am Samstag ganz früh ablegen wollte um
Richtung Göteborg zu gehen. Leider hat er
Marita und Mann nicht mehr angetroffen,
hat er doch überlegt der Lady Blue
Nachhilfe in Navigation anzubieten.
Orth achteraus, Lt. Strukkamphuk, seltsamer Name, querab, Kurs zunächst vorsichtig an
der Sonneninsel entlang bis wir Marstal
anliegen können. Schöne Überfahrt, sehr
guter Wind, raumschots, und klarer blauer
Himmel. Dabei sind wir doch noch gar
nicht in der Südsee!
Zu allem Überfluss ist dem Skipper kurz
vor Langeland die Gastlandflagge über
Bord gegangen. Ein "Flagge über Bord"
Manöver hat kein Ergebnis gebracht, das
Teil blieb verschwunden. „Dann muss ich
in Dänemark ohne Gastlandflagge anlegen
und dort eine kaufen.“ Die Schande die
ich den Vereinen bereite, möge man mir verzeihen, aber manchmal fragt man sich warum
der Homo sapiens nur ein Paar Hände und Arme hat.
Juhuuuuu. Endlich angekommen!
In Marstal haben wir uns dann gegen 16 Uhr in das letzte Loch gequetscht. Der Hafen
gerammelt voll. Der nette Hafenmeister hat dann auch verraten wo es Gastlandflaggen zu
Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg
(© Fotos & Text R. Giesenberg)
erstehen gibt. Abends war das Schiff wieder vollständig und der Skipper happy, hat er
doch alles, so wie ihm während seiner Schleswiger Lehrzeit beim SSK eingeprügelt wurde,
ordnungsgemäß gesetzt.
Hier noch ein paar Bilder für alle die nicht wissen wie Marstal aussieht:
Was ist das? Auflösung nächste JHV!
Einfahrt nach Marstal
Fußgängerzone in Marstal
2 Hafentage in Marstal. Crew und Skipper haben beschlossen am Mittwoch nicht
auszulaufen. Der nächste Hafen ist zwar nicht weit, es sollte Ǽrøskøping sein. Das Dorf
schlechthin, muss jetzt noch ein wenig auf uns warten, aber da es die Jahrhunderte
überdauerte…
Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg
(© Fotos & Text R. Giesenberg)
Skipper bei der Reisevorbereitung
Nette Bootsnachbarn meinten wir sollten unbedingt nach Svendborg. Passte nicht ganz in
die Planung, aber Pläne sind dazu da über den Haufen geworfen zu werden. Im Urlaub
machen wir das immer so. Ziel z.B. nur grob Dänemark und dann mal sehen was so
passiert.
Schmackhaft wurde uns ein schwimmendes Haus gemacht. Im Obergeschoß irgendwelche
Servicegeschichten und im EG die Duschen und Tois.
Das berühmte Haus... Unten auch ein
Raum mit freiem Internetzugang!!
Svendborg ist ansonsten das bekannte nette Städtchen, wie es für Dänemark typisch ist.
Gemütlich, gemütlich, gemütlich…
Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg
(© Fotos & Text R. Giesenberg)
Morgen soll es weitergehen nach Faaborg.
Auf der Fahrt nach Faaborg
Den letzten freien Platz erwischt und auch sofort einen Nachbarn bekommen.
Es hat sich gelohnt rechtzeitig am frühen Nachmittag in die Häfen einzulaufen.
Nach dem Einkauf in der sehr schönen Altstadt von Faaborg, Kamen wir zu unserem Boot
zurück und welch Überraschung…..
Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg
(© Fotos & Text R. Giesenberg)
The Old Jazzmen haben direkt an der Pier aufgebaut. So sehen die netten Jungs von vorne
aus…
3 Stunden Jazzmusik vom Feinsten. So kann der Urlaub weitergehen.
Wir fanden Faaborg fast noch gemütlicher als Svendborg. Am Samstag 02.08. waren in der
Fußgängerzone einige Musiker unterwegs. Und nicht nur die Dänen relaxten.
Faaborg:
Das Haus des Glockenturms 1
Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg
(© Fotos & Text R. Giesenberg)
Sternchen in Faaborg
Der Marktpaltz, auch hier
spielten Musiker
Schön anzusehen... 1
Tanz und Lebenslust pur in der
Fußgängerzone von Faaborg
Aber so schön Dänemark auch ist, die Verlockung der Schlei war schuld daran, dass wir
am nächsten Tag aufgebrochen sind. Faaborg – Kappeln bei gutem Wind ist recht zügig zu
schaffen. „ Kannst du dir mal das Fernglas schnappen und voraus nach einer sw- ge Tonne
Ausschau halten?“ rief der Skipper von Sternchen, „ wir müssen diese Nordtonne Bild 27
unbedingt an Backbord lassen, sonst gehen wir auf Dreck!“. Unterwegs hatte der Skipper
eine Untiefentonne verloren und eine unnötige Wende gefahren um von einer
vermeintlichen Untiefe freizukommen. Das Ausschauhalten der gesamten Besatzung
brachte nichts, kein Wunder, wir waren ja längst vorbei. Als der Skipper dann eine
ordentliche Peilung vorgenommen und die Realität mit der Karte verglichen hatte, konnte
dann auch endlich Kurs aufgenommen werden. Direkt auf Schleimünde, hoch am Wind
noch dazu, wunderbar. Es war etwas diesig und mit vorhalten war es ja auch nichts und
deshalb fuhr der Skipper fast an Schleimünde vorbei. Rechtzeitig wurden aber die
Wolkenkratzer von Damp 2000 erkannt und eine Kurskorrektur vorgenommen. Der LT
Schleimünde ist nach wie vor so unscheinbar……
Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg
(© Fotos & Text R. Giesenberg)
Das sieht schon besser aus
Giftbude??..............Giftbude!
Das haben wir uns verdient
Im Stadthafen von Kappeln war unser Liegeplatz zufällig fast direkt gegenüber den
sanitären Anlagen. Sehr modern, sauber, mit Schlüssel und unbegrenztem Duschen. Was
uns auffiel, war das offensichtliche und häufige „nicht Grüßen“ am Steg. Manchmal glaube
ich nicht von dieser Welt zu sein, aber offensichtliches vorbeisehen und den Mund nicht
aufbekommen, oder erst nach energischem eigenem Gruß, das war auf dieser Reise schon
sehr auffallend. Na ja, manchmal auch auf dem eigenen Steg. Aber genug der Schelte, die
betreffenden können sich ja einmal überlegen, warum ein Gruß so unendlich schwer fällt.
Abends haben wir in der Bierakademie Spareribs vertilgt, fantastisch und noch genau so
gut wie vor 12 Jahren, da war der Skipper schon einmal da, damals noch mit Familie und
einer gecharterten Etap 26.
Die Schlei, unendliche Weiten (Wasser!), Sternchen stieß in Regionen vor, die nie ein
Mensch zu vor gesehen hat…………., stimmt nicht ganz, aber die Crew war zum ersten
Mal auf der Schlei. „ Das sieht ja toll aus!“, „Guck mal, wie urig, da möchte ich auch
wohnen.“ waren die häufigsten Aussprüche, die der Skipper zu hören bekam.
Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg
(© Fotos & Text R. Giesenberg)
Nein, nicht das Schwarze Meer mit der Durchfahrt
nach Kirgisien, sondern die (neue) Kappelner Stadtbrücke
Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg
(© Fotos & Text R. Giesenberg)
Mit dem letzten Büchsenlicht nach Maasholm
Maasholm. Aus irgendeinem Grund haben wir uns da nicht wohl gefühlt. Die Betonung
liegt auf gefühlt. Rational nicht zu erklären. Wir haben den Hafen nur als Absprunghafen
benutzt. Am nächsten Tag soll der Schlag nach Fehmarn hinüber erfolgen.
Frühes auslaufen sichert
Skipper……………
rechtzeitiges
ankommen
in
Fehmarn,
dachte
der
Der Wind irgendwann fast von vorn, wir
konnten nur die Nordspitze Fehmarns anliegen
und haben dann diverse Kreuzschläge bis Ende
Fahrwasser Fehmarnsund gemacht und ab da
bis Burgtiefe motort. Auf diesen letzten
Kreuzschlag abends hatten wir dann wirklich
keine Lust mehr.
„ Da ist noch ein Platz frei“ rief Selma und
zeigte voraus, nachdem der Skipper es mal
wieder nicht geschafft hat, den Schlengel bis zu
Ende abzufahren und den freien Liegeplatz
unmittelbar vor dem Hafenmeisterbüro übersehen hat. „ Ein bisschen laufen tut uns ganz
gut“ grinste der Skipper.
Das Logbuch sagt: Festmachen Burgtiefe 20:30, das waren dann auch gut 12 Stunden.
Schönes Segeln bei gutem Wind, nur etwas Nass von oben, da es unterwegs geregnet hat.
Ein Reisebericht von Ralf Giesenberg
(© Fotos & Text R. Giesenberg)
Das waren dann auch die Höhepunkte auf dem Weg von Kappeln.
„ Lass uns mal rechtzeitig los“ meinet der Skipper am nächsten morgen.“ Spät nachmittags
sollen Gewitter heraufziehen. Besser wir sind dann schon in Grömitz.“ Grömitz. Ja schon
wieder, diesmal auf Wunsch einer jungen Dame, die Grömitz seit dem ersten Besuch in
ihre Herz geschlossen hatte.
Jeder angelaufene Hafen wurde damit
verglichen. „ Ich finde Grömitz aber
schöner!“ war dann auch ein oft gehörter
Satz während des Urlaubs. Da Jana sich
aber recht gut gehalten hat auf fremden
Boot mit unbekanntem Skipper, hat diese
dann auch versucht den Wunsch nochmals
Grömitz anzulaufen in die Tat umzusetzen.
Die Sturmböen rissen dann abends auch Heftig an den
Leinen als die Front durchzog. Gut das wir schon
nachmittags in Grömitz waren und das letzte richtig
schöne Wetter des Urlaubs ausnutzen konnten. Der
Rest der Reise ist dann auch keine besonderen
Erwähnung wert. Hoch am Wind, Kreuzen und
motoren
bis
Travemünde,
Aufklaren
und
Saubermachen kennt ja auch jeder, so dass ich mit
dem Satz „
hatten wir ein Glück mit dem Wetter“ schließen kann.
Vielleicht im nächsten Jahr ein weiterer Bericht.
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