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"Jugend heute - eine Annäherung" ab 22.4.2015 (PDF, 153 kB )

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Wissensarbeit im Unternehmen der Zukunft nachhaltig gestalten
PD Dr. Andreas Boes, Dr. Tobias Kämpf
Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert
Von einer neuen Qualität der Informatisierung zu einer neuen Phase
der Industrialisierung
Tagung „Schöne neue Arbeitswelt – Industrie 4.0 und die Folgen“
der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften
Hannover, 6. November 2014
Das ISF München ...
… ist eine der führenden arbeits- und industriesoziologischen Forschungseinrichtungen Deutschlands.
… behauptet sich als eingetragener Verein mit
anerkannter Gemeinnützigkeit seit 1965 auf dem
Forschungsmarkt.
… betreibt mit ca. 50 Mitarbeitern empirische
Forschung und Gestaltung rund um die Entwicklung
einer modernen Arbeitswelt.
… Die Projekte werden gefördert durch Ministerien
(BMBF, BMAS), Stiftungen (HBS, VW), die DFG und
die EU sowie private Auftraggeber (Unternehmen).
23.6.2014/2
Gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit
A. Boes, T. Kämpf: „Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert“
Agenda
Forschungshintergrund
Produktivkraftsprung Informationsraum
Strukturwandel in der Wirtschaft – Zentrale Ebenen der Veränderung
Historischer Bruch in der Entwicklung des Kapitalismus
23.6.2014/3
Gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit
A. Boes, T. Kämpf: „Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert“
Forschungshintergrund
● Informatisierung und neue Formen der Industrialisierung




„Digit-DL: Digitale Dienstleistung in modernen Wertschöpfungssystemen“ (BMBF, 2013 – 2016)
„WING – Wissensarbeit im Unternehmen der Zukunft nachhaltig gestalten“ (BMAS, 2014 – 2017)
„Lean im Büro – Neue Industrialisierungskonzepte und die Folgen für Arbeit und Beschäftigte“
(HBS, 2013-2015), Forschungsfelder: IT, R&D, Admin
Insgesamt mehr als 130 Expertengespräche und Intensivinterviews
● Neue Phase der Globalisierung



u.a. „GlobePro“ (BMBF, 2008-2013), „Offshoring“ (HBS, 2007-2010), „Export IT“ (BMBF, 2005-2008)
ITK-Branche, Automobilindustrie, Elektroindustrie
Mehr als 380 Interviews an den Knoten internationaler Wertschöpfungsketten
(Deutschland, Indien, USA, Osteuropa)
● Neue Belastungen in der modernen Arbeitswelt („Burn-Out“)



„pinowa – „Arbeitslebensphasensensibles Personalmanagement als Innovationstreiber im demografischen
Wandel“ (BMBF, 2012-2015)
„Diwa-IT – Demographischer Wandel und Prävention in der IT-Branche“ (BMBF, 2007-2010)
Mehr als 210 Expertengespräche und Intensivinterviews in der ITK-Industrie
● Karrierechancen in modernen Unternehmen



„Frauen in Karriere – Chancen und Risiken für Frauen in modernen Unternehmen“ (BMBF, 2008-2013)
ITK-Branche, Elektroindustrie, Finanzdienstleistungen
Insgesamt 335 Expertengespräche und Intensivinterviews
23.6.2014/4
Gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit
A. Boes, T. Kämpf: „Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert“
Produktivkraftsprung Informationsraum
● Digitalisierung ermöglicht neue
Qualität der Informatisierung:
Informationsraum durchdringt
und vernetzt die ganze
Gesellschaft
● Informationsraum als neuer
sozialer Handlungsraum
23.6.2014/5
Gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit
A. Boes, T. Kämpf: „Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert“
Produktivkraftsprung Informationsraum
● Arbeitswelt: Informationsraum als
neuer Raum der Produktion
 Arbeitsmittel und -gegenstand im Netz
 IT-Prozesse und Informationssysteme
strukturieren Arbeit in neuer Qualität
 Kommunikation im Informationsraum
● Strukturwandel in der Wirtschaft
 Dominanz der Informationsebene:
Produktions- und Geschäftsmodelle
werden von der Information (neu)
gedacht
 „Flow-of-information“ wird zur Basis
von Arbeits- und Innovationsprozessen
 Neues Potenzial der Nutzung geistiger
Produktivkraft
23.6.2014/6
Gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit
A. Boes, T. Kämpf: „Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert“
Strukturwandel in der Wirtschaft – Zentrale Ebenen
der Veränderung
Neue Geschäftsmodelle und
die Restrukturierung von
Wertschöpfungsketten
Neue Produktionsmodelle
Unternehmen der Zukunft
Arbeit und die Perspektive
der Beschäftigten
23.6.2014/7
Gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit
A. Boes, T. Kämpf: „Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert“
Neue Geschäftsmodelle und die Restrukturierung
der Wertschöpfungsketten
● Zugang und Kontrolle von „Information“ wird zum Ausgangspunkt
neuer Geschäftsmodelle …
 Beispiel Automobilindustrie: Vernetzung des „Autos“ mit dem Internet
öffnet neue Geschäfts- und Innovationspotenziale – Von der einfachen
app bis zu neuen gesellschaftlichen Mobilitätskonzepten
 Verknüpfung von Produkten und Services („Hybride Wertschöpfung):
Von der Maschinenwartung bis zu Cloud-Lösungen in der IT
 Neue Kundenorientierung: Was macht der Kunde? Was will der Kunde?
Wie binde ich den Kunden in die Wertschöpfung ein?
Neue Geschäftsmodelle
und die Restrukturierung
von Wertschöpfungsketten
Neue Produktionsmodelle
Unternehmen der Zukunft
Arbeit und die Perspektive der
Beschäftigten
● … und bestimmt Macht und Hierarchie in den Wertschöpfungsketten
 Rasanter Aufstieg von google, facebook, apple etc. zu führenden Weltkonzernen
 Automobilindustrie: OEMs in Zukunft nur noch Zulieferer für google?
● Wertschöpfungsketten werden weiter vernetzt und globalisiert –
Informationsraum als Rückgrat einer neuen Phase der Globalisierung
 Wertschöpfungsketten werden in neuer Qualität flexibel und fluide – Anschlussfähigkeit
der Wertschöpfung über Unternehmensgrenzen hinweg
 Selbst Wissensarbeit wird zum Gegenstand von Globalisierung und Verlagerung:
Offshoring, shared services, …
23.6.2014/8
Gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit
A. Boes, T. Kämpf: „Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert“
Neue Produktionsmodelle
● Informationsraum als Ausgang einer neuen Industrialisierungswelle –
„neuer Typ der Industrialisierung“ setzt an der Informationsebene an
● Neuindustrialisierung der klassischen traditionellen Fertigungsprozesse
 Neue Qualität der „Digitalisierung der Fabrik“ und der Vernetzung in der
industriellen Wertschöpfungskette
 Beispiel: „Industrie 4.0“
Neue Geschäftsmodelle
und die Restrukturierung
von Wertschöpfungsketten
Neue Produktionsmodelle
Unternehmen der Zukunft
Arbeit und die Perspektive der
Beschäftigten
● Wissensarbeit wird Gegenstand von Industrialisierungsprozessen
 Prozessorientierung und Standardisierung – Wissensarbeit als „objektiver Prozess“
 Kollektivierung von Wissen – Ende des Expertenmodus
 Große Bandbreite in der Praxis: Von „Factory-Ansätzen“ bis zu „Lean Development“
● „Cloud Working“ – fortgeschrittene Variante eines neuen Produktionsmodells
 Konsequente Nutzung des Informationsraums als „Raum der Produktion“
 Transparenz, Zerlegung, Wissen teilen, Feed-Back – von der Open Source Community zur
industrialisierten Software-Entwicklung
 Innen vs. außen – Radikalisierung des Wettbewerbs im Unternehmen auf Basis der
„Austauschbarkeit“ und Verfügbarkeit potentieller Arbeitskräfte im Informationsraum
23.6.2014/9
Gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit
A. Boes, T. Kämpf: „Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert“
Unternehmen der Zukunft
● Unternehmen erfinden sich neu: Vom bürokratisch-fordistischen Unternehmen zum neuen Leitbild des „systemisch integrierten Unternehmens“
Neue Geschäftsmodelle
und die Restrukturierung
von Wertschöpfungsketten
Neue Produktionsmodelle
● Moderne Unternehmen sind „agil“, „flexibel“, „offen“ … und funktionieren
dennoch „aus einem Guss“



Unternehmen der Zukunft
Informationsraum und einheitliche IT-Prozesse integrieren das moderne
Unternehmen
Informationssysteme schaffen Transparenz: Management nach dem Prinzip „Steuern nach Zahlen“
Paradigmenwechsel im Management: Vom „Fürst-im-Reich“ zur Professionalisierung von Führung
Arbeit und die Perspektive der
Beschäftigten
● Neue Kultur der Kommunikation, Kooperation und der Teilung von Wissen



Ohne Abstimmung und permanenten Austausch funktionieren Prozesse nicht
Informationsraum als offene Plattform für Zusammenarbeit und Know-how-Transfer (social media)
Ziel: das lernende und sich selbst optimierende Unternehmen
● Arbeitsplatz der Zukunft? – Betrieb der Zukunft?


Anytime, anyplace? Mit digitalen Endgeräten ist Arbeit nicht mehr an den physischen Ort gebunden
Nicht mehr die „Mauern“ der Fabrik oder des Büros konstituieren heute Arbeitsplatz und Betrieb,
sondern die Strukturen im Informationsraum
● „Clash of Cultures?“ – Erste Generation der Digital Natives zieht heute in die Unternehmen
ein
23.6.2014/10
Gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit
A. Boes, T. Kämpf: „Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert“
Arbeit und die Perspektive der Beschäftigten
● Strukturwandel der Arbeit
Neue Geschäftsmodelle
und die Restrukturierung
von Wertschöpfungsketten
 Bedeutungsgewinn „digitaler Arbeit“ – aus indirekten werden direkte
Bereiche
 Industrialisierung, Automatisierung und Rationalisierung betrifft nun
auch die Wissensarbeit
 Ende des Expertenmodus: Verlust von Handlungsspielräumen und
individuellen Machtpotenzialen
Neue Produktionsmodelle
Unternehmen der Zukunft
Arbeit und die Perspektive der
Beschäftigten
● Beschäftigte erleben eine grundlegende Veränderung ihrer Arbeitsbedingungen
 Entgrenzung und Ausweitung der Arbeitszeit – Unkultur permanenter Verfügbarkeit
 Neue Transparenz und Kontrollmöglichkeiten durch Informationssysteme: Arbeit als
permanente Bewährungsprobe
 Neue Belastungskonstellation: Stress und „Burn-Out“
● Unsicherheitserfahrungen – Angst der Mittelschichten vor dem Abstieg
 Neue Unsicherheit erfasst auch Facharbeiter und Angestelltengruppen
 Sinnverlust: Tauschwert- statt Gebrauchswertorientierung in der Arbeit
 Gefühl von Entwertung und Verlust von Anerkennung – „Zahlen statt Menschen“
23.6.2014/11
Gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit
A. Boes, T. Kämpf: „Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert“
Historischer Bruch in der Entwicklung des
Kapitalismus  Umbruch nachhaltig gestalten
● Gesellschaftliche Debatte – Wie und für was wollen wir die neuen Potenziale
der Informatisierung in Wirtschaft und Gesellschaft wirklich nutzen?
● Offene Fragen der politischen Regulierung – Datenschutz? Crowd Sourcing?
Sozialversicherung? Arbeitsrecht?
● Arbeitspolitische Initiative zur nachhaltigen Gestaltung auf der betrieblichen
Ebene – Chancen für eine neue Humanisierung der Arbeitswelt ?!
● Beteiligung der Beschäftigten – Ohne die Menschen wird es keine digitale
Arbeitswelt geben
23.6.2014/12
Gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit
A. Boes, T. Kämpf: „Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert“
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Weitere Informationen:
PD Dr. Andreas Boes
ISF München
Jakob-Klar-Str. 9, 80796 München
+49 (0) 89 272921-0
http://wing-projekt.de
http://www.isf-muenchen.de
andreas.boes@isf-muenchen.de
23.6.2014/13
Gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit
A. Boes, T. Kämpf: „Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert“
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