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6.1 Was brauchen wir, was wollen wir? - C.C. Buchner

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Grundlagen des Wirtschaftens
6.1 Was brauchen wir, was wollen wir?
6.1.1 Knappe Güter – grenzenlose Bedürfnisse
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Das Schlaraffenland –
Zeichnung aus einem
Kinderbuch von 1915.
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In unendlicher Ferne liegt ein
Land, in dem paradiesische Zustände herrschen. Wer das
Land
betreten will, muss
sich zunächst
durch einen
hohen Berg
von Reisbrei
essen. Erst
dann
werden die wunderbaren Dinge sichtbar, die
uns vom Schlaraffenland träumen
lassen: Da sind Häuser gedeckt mit Pfannkuchen, die Türen sind aus Marzipan
und die Wände aus Schweinebraten
gefertigt. Um jedes Haus steht ein
aus Bratwürsten geflochtener Zaun.
Aus allen Brunnen fließt süßer Saft.
Wer den gern trinkt, braucht nur den
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Das Märchen vom Schlaraffenland
Mund unter das Brunnenrohr zu halten, und der Saft rinnt ihm nur so
hinein. Hühner, Tauben und Gänse fliegen gebraten in der Luft herum – den Hungrigen direkt in den
Mund hinein. Das Geld kann man
von den Bäumen wie reife Kastanien
schütteln. Jeder greift zu den großen
Geldscheinen, die weniger wertvollen lässt er liegen. Im Jungbad baden
Alte und Kranke, um anschließend
gesund, jung und hübsch auszusehen.
Für Faulpelze, die hierzulande unter
Umständen verarmen und betteln
müssen, ist das Schlaraffenland das
richtige Land. Jede Stunde Schlafen
bringt dort ein Silberstück ein und jedes Mal Gähnen ein Goldstück. Wer
gern arbeitet, wird aus dem Schlaraffenland vertrieben. Wer am meisten
schläft, isst, trinkt und tanzt, wird
zum Grafen ernannt. König im Schlaraffenland wird der Faulste. Wie
schade, dass kein Mensch den Weg
ins Schlaraffenland kennt.
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Die Erde – kein Schlaraffenland
Eigentlich ist das Leben ganz einfach. Wenn man Hunger hat, muss
man was essen, wenn man Durst hat,
etwas trinken. Außerdem braucht
man ein Dach über dem Kopf, das einen gegen die Unbilden des Wetters
schützt. Der Mensch hat also Grundbedürfnisse, die er befriedigen muss,
die grundsätzlichsten sind sicherlich
Nahrung und Schutz. Um diese Be-
dürfnisse zu befriedigen, muss er allerdings aktiv werden. [...] Auch die
Steinzeitmenschen haben schon gewirtschaftet. Wirtschaft ist nämlich
nichts anderes als eine planmäßige
Auseinandersetzung des Menschen
mit der Natur, um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Der Mensch
hat keine Wahl, ob er „an der Wirtschaft teilnehmen“ möchte oder
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nicht. Wenn er seine Grundbedürfnisse nicht befriedigt, kann er nicht
existieren, er verhungert, verdurstet,
erfriert. [...] Sobald die elementaren
Notwendigkeiten befriedigt sind, ent-
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stehen weitere materielle und kulturelle Bedürfnisse.
Eckard Stratenschulte, Wirtschaft in Deutschland,
Bonn 2006, S. 18
Die Rangordnung der menschlichen Bedürfnisse
SELBSTVERWIRKLICHUNG
SICHERHEIT
GEBORGENHEIT
UND LIEBE
GELTUNG
(ANSEHEN)
PHYSIOLOGISCHE
BEDÜRFNISSE
Die Stufenleiter der Bedürfnisse wurde von dem amerikanischen Forscher
Abraham Maslow (1908 – 1970) entwickelt. Die ersten vier Bedürfnisse
nennt Maslow auch „Defizitbedürfnisse“, da sie ein Gefühl des Mangels hervorrufen und negative Folgen wie z.B. Krankheit zu erwarten sind, wenn diese Bedürfnisse nicht ausreichend befriedigt werden. Wenn ein Bedürfnis erfüllt ist, tritt das nächst höhere an seine Stelle. Je höher das Bedürfnis, desto
später in der Entwicklung einer Person entsteht es und desto weniger wichtig
ist es für das reine Überleben, denn es kann leichter aufgeschoben werden.
Aufgaben
1. In M 1 wird das Leben im Schlaraffenland beschrieben. Nennt Unterschiede zu unserem Leben auf der Erde (M 1, M 2).
2. Du strandest auf einer einsamen Insel. Erstelle eine Liste mit zehn Dingen, die du gerne dabei hättest. Ordne sie den unterschiedlichen Bedürfnissen in M 3 zu. Warum unterscheiden sich diese Dinge von denen, die
du dir im Augenblick wünschst?
3. Bedürfnisse sind unter anderem abhängig von der Gegend, in der die
Menschen wohnen. Nennt dazu Beispiele aus dem Erdkundeunterricht.
Essen ist ein Grundbedürfnis.
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Kategorie
Seele and Geist
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