close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Informationen zum Vokabellernen Was sind Vokabeln?

EinbettenHerunterladen
Informationen zum Vokabellernen
Was sind Vokabeln?
Vokabeln sind Wörter einer Fach- oder Fremdsprache. Sie sind Zusätze zum Lexikon1 der
Muttersprache.
Der Erwerb des Lexikons
Während des Muttersprachenerwerbs (Alter 1-6 Jahre) findet auch der schnelle
Aufbau des Wortschatzes statt. Der Prozess ist mit 6 Jahren natürlich noch nicht
abgeschlossen, aber die Geschwindigkeit des Lernens verringert sich deutlich. Die
schnellsten Wortlerner sind Kinder im Alter von ca. 4 Jahren, die pro Tag bis zu 12
Wörter erwerben.
In dem Erwerbsprozess wird einem Konzept2 mit grammatischen Eigenschaften
(Beispiel Stuhl: Nomen, unregelmäßiger Plural Stühle), mit einem Aussprachemuster
(IPA3:[ʃtuːl]) und später mit einer orthografischen Tabelle (S-t-u-h-l) verknüpft. Dabei
entwickeln sich die Verknüpfungen und die Eigenschaften (orthografisch,
grammatisch, Aussprachemuster) auch zeitlich voneinander getrennt.
Vokabeln
Vokabellernen funktioniert leider nur sehr selten wie der Erwerb von Wörtern.
Grundsätzlich unterscheidet sich Vokabellernen vom Wortschatzerwerb dadurch, dass
kein neues Konzept mit Grammatik, Aussprache und Orthografie verknüpft wird,
sondern dass bestehende Konzepte mit weiteren Eigenschaften der Grammatik,
Aussprache und Orthografie verknüpft werden. Dieses führt zu einer Reihe von
Problemen:
-
Da sich das Sprachzentrum im Gehirn beim Kommunizieren zunächst für immer
für die muttersprachlichen Optionen der Grammatik, Aussprache und Orthografie
entscheidet, muss bei jedem Wort, dass in einer Fremdsprache benutzt wird,
zunächst geprüft werden, ob die „richtige Option“ gewählt wurde. Das
verlangsamt den Prozess und kostet Konzentration.
-
Gerade die „zusätzlichen“ Verknüpfungen sind nicht stabil: Die „Wörter“ werden
viel schneller wieder „vergessen“ (d.h., dass sich Verknüpfungen aufgelöst werden
bzw. dadurch, dass sie nicht benutzt werden, „einrosten“). Daher ist es notwendig,
die gelernten Wörter immer wieder zu benutzen.
-
Dadurch, dass die Verknüpfungen weniger genutzt werden, sind sie langsamer.
Das erkennt man daran, dass einem häufiger Wörter in der Fremdsprache nicht
mehr einfallen. Hier wird auch ganz deutlich unterschieden zwischen dem
„aktiven“ und „passiven“ Wortschatz. Die Wörter des aktiven Wortschatzes sind
schnell verfügbar, gerade wenn man selber spricht, während die Wörter des
passiven Wortschatzes zwar verstanden werden, aber beim Sprechen in der Regel
nur sehr langsam (nach längerer Überlegung) oder gar nicht verfügbar sind.
-
Neue Vokabeln werden grundsätzlich zunächst im passiven Wortschatz
aufgenommen. Erst die regelmäßige, häufige Verwendung führt zur Ausbildung
„besserer“ Verknüpfungen, sodass die Vokabel in den aktiven Wortschatz
übergehen kann.
Ein gelerntes Wort kann also im aktiven Wortschatz schnell und richtig verfügbar
sein. Im Idealfall wird die Bedeutung auch so fein definiert (Eigenschaften des
Konzepts), dass sich ein eigenes (neues) Konzept ausbildet, bei dem nur noch
Verknüpfungen mit den „fremden“ Eigenschaften (Aussprach etc.) existieren. Dieses
ist möglich, da kein Konzept zu 100% in unterschiedlichen Sprachen übereinstimmen
(z.B. hat ein chair in der Regel Armlehnen und ist gepolstert. Ansonsten könnte es
auch ein stool sein).
Auswirkungen im Fremdsprachenlernen.
Die Zeit, die ein Lerner damit verbringt, aktiv zu sprechen, ist in der Regel eher
gering. So haben z.B. Studien gezeigt, dass ein Schüler in einer Englischstunde (45
min, 25 Kinder) durchschnittlich weniger als 20 Sekunden spricht, wenn keine
Partner- oder Gruppenarbeiten stattfinden. Das bedeutet bei vier Wochenstunden, dass
die Schüler im schlechtesten Fall weniger als eine Minute Englisch pro Woche
sprechen. Gerade das Sprechen ist aber notwendig, um die neu gelernten Wörter vom
passiven in den aktiven Wortschatz übernehmen zu können. Die Möglichkeiten, im
Fremdsprachenunterricht auf dieses Problem einzugehen (Redeanteil erhöhen), sind
allerdings stark eingeschränkt. Den Schüler fehlen oft die notwendigen sprachlichen
Mittel, um effektiv in der Fremdsprache kommunizieren zu können. Daher ist das
bewusste Lernen der Vokabeln notwendiger und integraler Teil des
Fremdsprachenunterrichts.
Welche Methoden zum Lernen gibt es?
Vokabelheft
Im Vokabelheft werden in einer Spalte die englischen Wörter aufgeschrieben, in der
anderen Spalte die deutsche Übersetzung. Zur Abfrage wird dann einfach eine Spalte
abgedeckt.
einfach zu organisieren
keine Sortierung (z.B. thematisch)
chronologisch
Nur wenige Wörter lassen sich genau genug
übersetzen
(Alternative:
englische
Umschreibungen).
schnell
Der Hinweis „wo steht das Wort“ hilft teilweise,
auch wenn das Wort nicht gelernt ist
Keine
Rechtschreibkontrolle
Abschreiben der Vokabeln
nach
dem
Mind-Map
Auf einem großen Blatt wird in der Mitte zentral ein thematischer Oberbegriff
aufgeschrieben. Dann werden Unterkategorien damit verbunden und darunter weitere
Begriffe.
Beispiel:
.
thematische Zuordnung
keine Sortierung (z.B. chronologisch)
gut für „geografische Lerner“: Einige
Lernen können sich gut merken, wo ein
Begriff steht und können so z.B. über
Birmingham auf Black Country
kommen.
Es wird keine Bedeutung verschriftlicht
Durch die aufwändige Organisation
muss sich der Lerner viele Gedanken
über die Bedeutung des Wortes machen
(Wo soll das hin?)
Keine Rechtschreibkontrolle nach dem
Einsortieren der Vokabeln
Sehr aufwändig
schwer aufzubewahren
muss mind. A3 sein)
(Blattgröße
Karteikasten
Karteikarten werden auf der einen Seite mit dem englischen Wort beschriftet, auf der
anderen Seite mit (1) der dt. Übersetzung, (2) mit einer englischen Umschreibung oder
(3) mit einer eigenen Zeichnung. Der Karteikasten selber besteht aus 5 Fächern. Im
ersten (vordersten Fach) werden neue Vokabeln abgelegt. Wenn diese Vokabeln
abgefragt und gekonnt werden, wandern sie ein Fach nach hinten usw. Es werden
Vokabeln auch aus den „älteren“ Fächern abgefragt und evtl. wieder nach vorne geholt
(Beispiel Abfragereihenfolge 14 Tage: 1+2, 1+3, 1+2, 1+2,1+3, 1+4,1+3,1+2,
1+2,1+3, 1+4, 1+5, 1+4, 1+3)
recht aufwändig (3)
keine Sortierung (z.B. thematisch)
Klar gegliederte, wiederholende Abfrage
Nur wenige Wörter lassen sich genau genug
übersetzen (2).
schnell
recht aufwändig (3)
(3): Gerade Kinder mit viel Phantasie und
Kreativität können sich teilweise gut „ihre“
Zeichnung merken (z.B. Wie malt man run
gegenüber walk?
erfordert viel Selbstdisziplin (gerade bei der
Selbstabfrage) und Ehrlichkeit
schriftliche Abfragen gut möglich (Karteikarten
werden herausgelegt, sodass die Reihenfolge
nachgeprüft werden kann)
Selbstabfrage gut möglich
Computergestütztes Lernen
Es gibt mittlerweile recht viele Programme, die ein Vokabellernen ähnlich dem
Karteikasten-Prinzip ermöglichen. Dabei gibt es Programme mit fertigen
Vokabellisten oder Programme, bei denen die Vokabeln zunächst eingegeben werden
müssen. Dieses kann sinnvoll sein, denn beim (langsamen) tippen muss das Wort
zunächst genau betrachtet werden. Zwei dieser Programme sind z.B. das FreewareProgramm Noctua oder die Lernsoftware phase6. Andere Programme bieten sogar die
Möglichkeit der Aussprachehilfe (Computer liest vor) und der Aussprachekontrolle
(z.B. Englisch Vokabeltrainer von digital publishing).
s. Karteikasten (1)
Computer lenkt ab
motivierend (viele Kinder arbeiten gerne mit
Computern)
Keine handschriftliche Überprüfung
genaue Resultate
Selbstabfrage,
evtl.
Aussprachekontrolle
sogar
mit
einfach zu organisieren
1
2
Lexikon: Der gesamte Wortschatz aller unterschiedlichen Konzepte (siehe 2)
Konzept: Mentales Bild mit Eigenschaften:
Holz/Plastik/Metall ...
3
; 4 Beine, Rückenlehne; Funktion: Sitzgelegenheit; Material:
IPA: Internationales Phonetisches Alphabet; Hier ist natürlich nur eine Repräsentation des Aussprachemusters
möglich. Tatsächlich wird ein „Programm“ gelernt, dass den am Sprechen beteiligten Muskeln vorschreibt, wann
und wie sie aktiv werden müssen. Man lernt also im Endeffekt eine „Bewegung“ des Sprechapparates.
Gleichzeitig wird aber auch eine Lautkette mitgelernt, die anhand der gehörten Laute das Wort bestimmen kann.
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
1
Dateigröße
70 KB
Tags
1/--Seiten
melden