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BURNOUT: WAS MAN DARÜBER WISSEN SOLLTE - SKope

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BURNOUT: WAS MAN DARÜBER WISSEN SOLLTE
Burnout ist in aller Munde. Ob Geschäftsmann, Altenpfleger oder Hausfrau, es häufen sich die Fälle, in denen Menschen aufgrund einer akuten und tiefgreifenden körperlichen und geistigen Erschöpfung (vorübergehend) arbeitsunfähig sind. Gleichzeitig ist aber Burnout ein Mysterium. Die Abgrenzung zu weiteren persönlichen Störungen oder zu
Stress ist schwierig. Im Kreise der Kollegen und des engsten privaten Umfelds lösen die Schwierigkeiten des normalerweise als überaus leistungsstark Bekannten nicht selten Unsicherheit und Befremden aus.
Was ist Burnout?
Burnout wird in der im deutschen Gesundheitswesen obligatorischen Klassifikation ICD 10 als „Ausgebranntsein“ und
„Zustand der totalen Erschöpfung“ erfasst und ist das Endstadium eines langen Prozesses. Der Betroffene ist nicht
dazu in der Lage, sich nach Phasen der Belastung zu entspannen und neue Energie für künftige Anforderungen zu
schöpfen.
Insofern beschreibt Burnout keinen kurzfristigen Zustand, sondern ein schleichend verlaufendes und langwieriges
Geschehen. Es gibt unterschiedliche Erscheinungsformen von Burnout, die sich in Auftreten und Ausmaß voneinander
unterscheiden. Im fortgeschrittenen Stadium erlebt der Betroffene seine Umwelt im allgemeinen als nicht mehr kontrollierbar und neigt dazu, sich in sich zurückzuziehen. Ein „Ausbrennen“ im beruflichen Umfeld von Wirtschaftsunternehmen ist in vielen Fällen auf eine ausgeprägte Statusorientierung und dem geradezu brennenden Ehrgeiz nach Karriere
der Betroffenen zurückzuführen.
Phasen und Erscheinungsformen
Die Zeit bis hin zum Burnout ist geprägt durch innere und äußere Konflikte, fehlende Anerkennung und einer fehlenden
bzw. vernachlässigten Möglichkeit neue Energie sammeln zu können. Die Aufgabe wird zum Lebensmittelpunkt und
häufig zu einer Art Besessenheit. Alle Faktoren die die Erfüllung der Aufgabe behindern, werden häufig als störend
empfunden. Dieser Zustand bildet den Ausgangspunkt des Burnout.
Burnout ist immer als Prozess zu verstehen, den man als Phasen unterteilen kann. Es wurden zahlreiche Phasentheorien entwickelt. Allgemein werden folgende Verläufe beschrieben.
Phase des Enthusiasmus
In dieser Phase arbeiten Betroffene häufig mit einem sehr großen Ehrgeiz an der Erreichung beruflicher Ziele. Der
persönliche Einsatz geht dabei über das Normalmaß hinaus und ist mit dem eigenen Wunsch verbunden, sich unentbehrlich zu machen. Die Folge ist häufig auf der einen Seite beruflicher Erfolg, auf der Gegenseite kommt es aber
auch zum einem Vernachlässigen persönlicher Bedürfnisse außerhalb der beruflichen Identität (z.B. Familie; soziale
Bindungen; ausgewogene Ernährung; Erholung; Urlaub etc.).
Phase der Stagnation und Frustration
Irgendwann gerät das Verhältnis zwischen der eingesetzten Energie und dem persönlichen Nutzen in eine Schieflage.
Der mittlerweile fast krankhafte Ehrgeiz führt in der Regel zu Konflikten sowohl mit Arbeitskollegen als auch im privaten, familiären Umfeld. Der hohe Einsatz fordert seinen Tribut, die betroffene Person fühlt sich erschöpft und chronisch
müde. Allgemein ist die mentale und körperliche Belastungsfähigkeit herabgesetzt. Häufig zu beobachten in dieser
Phase sind beispielsweise Schlafstörungen und Konzentrationsschwächen. In dieser Phase versucht die betroffene
Person häufig, die auftretenden Schwächen, durch noch mehr Einsatz und Erfolgswillen zu kompensieren. Viele Personen suchen in dieser Phase eine Lösung in einem stärkeren Konsum von Drogen und Alkohol. Ein fataler Kreislauf
entwickelt sich, der mit fortschreitender Zeit beinahe zwangsläufig in die soziale Isolierung der Betroffenen führt. Zu
diesem Zeitpunkt hat das Umfeld des Betroffenen zumeist völlig das Verständnis des Betroffenen verloren. Gesteigert
wird die explosive Situation durch das Bewusstsein, nichts an der Situation ändern zu können, da die/der Betroffene
sich durch persönliche, finanzielle bzw. existenzielle Gründe gefangen fühlt.
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Phase der Apathie und des Zusammenbruchs
Verzweiflung und Resignation sind die logische emotionale Folge dieses Verlaufs und zum Ende dieser Entwicklung
werden eigene Bedürfnisse und Notwendigkeiten fast völlig vernachlässigt. Im fortgeschrittenen Stadium wechselt ein
überhöhtes Engagement über in ein Rückzugsverhalten.
Zusammenfassung: Symptome
Die hier aufgeführten Indikatoren sind entweder im Entstehungsprozess oder im Endstadium des Burnout zu beobachten.
Psychische Symptome
• Gefühle des Versagens, Ärgerns und Widerwillens Schuldgefühle
• Frustration
• Gleichgültigkeit
• Konzentrationsstörungen
• völlige innere Leere
• Verspannungen
• Vergesslichkeit
Symptome auf der Verhaltensebene
• (exzessiver) Drogengebrauch
• erhöhte Aggressivität
• häufiges Fehlen am Arbeitsplatz
• längere Pausen
• verminderte Effizienz
Physische Symptome
• andauernde Müdigkeit
• Schlafstörungen
• häufige Erkältungen und Grippen
• Kopfschmerzen
• Magen- Darm- Beschwerden
• erhöhte Pulsfrequenz
• erhöhter Cholesterinspiegel
Spezifisch: Symptome im Sozialverhalten
• Verlust von positiven Gefühlen gegenüber
der eigenen Arbeit
• Widerstand gegen Anrufe und Besuche
• Unfähigkeit, sich auf Gesprächspartnern zu
konzentrieren und zuzuhören
• Isolierung und Rückzug; Ehe- und Familienprobleme; Einsamkeit
Ansatzpunkte im Coaching
Das Coaching von Burnout koppelt aufgrund seiner Vielschichtigkeit sehr schnell an den zentralen Fragen des Kunden
an. Die erste Herausforderung besteht hierbei darin, Burnout richtig zu identifizieren. Angesichts der beschriebenen
Fülle der Indikatoren liegt die Gefahr auf der Hand, lediglich an den Symptomen zu arbeiten, ohne das Krankheitsbild
in seiner Komplexität zu begreifen.
Unter einer kurz- bis mittelfristigen Perspektive wird im Coaching das Ziel verfolgt, die berührten Bereiche einer Person
wieder in eine Balance zu bringen. Ansatzpunkte sind Bewegung, Ernährung, Entspannung, Sinnfragen. Dabei geht es
jeweils darum, vorhandene individuelle Ressourcen zur Stressbewältigung zu mobilisieren und gemeinsam mit dem
Coachee auf diesem Weg Perspektiven für eine veränderte Lebensgestaltung zu erarbeiten (Erarbeitung von Zeit- und
Selbstmanagementstrategien). In den Anfangsphasen des Burnout können teilweise noch ausgedehnte Erholung (z.B.
Kur) oder ein Arbeitsplatzwechsel ausreichend helfen.
Im fortgeschrittenen Stadium vergeht Burnout nicht ohne weiteres. Im Rahmen des Coachings sollen die Betroffenen
dahingehend unterstützt werden, die eigene Leistungsfähigkeit besser einzuschätzen und zukünftige Leistungsanforderungen realistischer zu stellen, um künftige Überforderungen zu verringern. Dieser Prozess wird in den seltensten
Fällen ohne das Gefühl, versagt zu haben, ohne Scham darüber und ohne Ängste stattfinden. Erst nach und nach wird
es dem Coachee gelingen, wieder gefestigt zu sein. Über den vollständigen Veränderungsprozess des Coachees
hinweg tritt der Coach vor allem als Stabilisator auf. Es ist die Aufgabe des Coaches, den Coachee immer wieder
durch neue Impulse in die Position zu versetzen, die eigene Zukunft aktiv in die Hand zu nehmen und zu gestalten.
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