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1 1.Timotheus 1,12-17 20.6.2010 Rettungspaket für Topsünder Was

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1.Timotheus 1,12-17
20.6.2010
Rettungspaket für Topsünder
Was ist nötig, wenn eine Gemeinde nicht mehr oder kaum noch missionarisch aktiv ist? Wenn z.B.
eine Gemeinde nur noch mit sich selbst beschäftigt ist, oder wenn sie sich selbst genug ist und
keine Erwartungen mehr hat. Oder wenn eine Gemeinde total resigniert ist und enttäuscht feststellt, „Die Menschen wollen nicht glauben!“ Es kann aber auch sein, dass eine Gemeinde ihren
missionarischen Auftrag aus dem Blick verliert, weil sie sich um Nebensächlichkeiten streitet.
Theologische Randfragen – wie etwa die Frage nach der Taufe – rücken in das Zentrum der Gemeinde, oder andere Fragen, bei denen man verschiedener Meinung sein kann. Man streitet und
dreht sich damit nur noch um diese Fragen. Was braucht eine Gemeinde, die ihren missionarischen Auftrag – aus welchen Gründen auch immer – schleifen lässt? Solche Gemeinden müssen
sich fragen, „wofür kämpfen wir eigentlich?“ Wofür setzen wir uns ein? Im Grunde muss sich jede
Gemeinde diese Frage immer wieder einmal stellen, „Wofür arbeiten wir eigentlich? – Wozu sind
wir da?“
Ein Blick in die Bibel sagt uns sehr deutlich, wozu wir da sind, bzw, worum es eigentlich geht: Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten. Das war die vorrangige Aufgabe
von Jesus, nur deshalb ist in die Welt gekommen. Das ist das Wesentliche. Darum geht es. Verlorene Menschen müssen gerettet werden. Diesen Auftrag hat Jesus an seine Gemeinde übertragen. Wir sind dazu da, dass Gottes verlorene Töchter und Söhne wieder zu ihrem Vater kommen.
Dieser Auftrag ist das Zentrum, die Mitte der Gemeinde: Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten. Wir dürfen dieses Wort aber nicht nur als Auftrag verstehen. Es ist
mehr. Hinter diesem Wort steckt eine großartige Verheißung: In der Bibel steht: Auf dieses Wort
ist Verlass; es ist eine Botschaft, die vollstes Vertrauen verdient. Das heißt, Jesus will immer
noch Sünder retten, auch wenn er nicht mehr leiblich auf diese Welt ist. Seine Mission geht weiter durch uns! Verlorene Menschen werden nach wie vor gesucht und gerettet. Wir können uns darauf
verlassen, Jesus wirkt und rettet, auch wenn er nicht mehr leiblich unter uns lebt. Dass das tatsächlich stimmt, soll an einem Beispiel aus der Bibel deutlich werden. Jesus rettet auch besonders
hartnäckige Typen:
Der junge, ehrgeizige und fanatischer Pharisäer, Saulus von Tarsus, wurde Augenzeuge, als zum
ersten Mal ein Christ grausam ermordet wurde. Eigentlich dachten sie, es würde wieder Ruhe einkehren, nachdem Pilatus Jesus kreuzigen ließ. Doch wenige Wochen später traten die Anhänger
von Jesus öffentlich im Tempel und in der Stadt auf. Sie sagten, dieser Jesus, den die führenden
Juden kreuzigen ließen, sei der Messias, der Sohn Gottes. Als Beweis dafür, ist er nach drei Tagen auferstanden und nach 40 Tagen zu seinem Vater im Himmel aufgefahren. Für einen leidenschaftlichen Pharisäer wie Saulus es war, das eine ungeheuere Gotteslästerung. Der verheißene
Messias, soll ein gekreuzigter Verbrecher gewesen sein. Das ist absurd, eine Beleidigung Gottes,
eine Verhöhnung des jüdischen Glaubens. Die Pharisäer setzten alles daran, dass sich diese neue
Sekte nicht weiter ausbreitet. Als wieder einmal einer dieser Jesus Leute – Stephanus – im Tempelbezirk anfing, von Jesus zu predigen, musste ein Exempel statuiert werde. Es war eine ungeheuerliche Zumutung, was sie aus dem Mund dieses einfachen Mannes anhören mussten. Voller
Zorn und Hass brüllten sie ihn nieder. In der Apostelgeschichte des Lukas wird berichtet:
Alle miteinander stürzten sie sich auf ihn (Stephanus) und schleppten ihn vor die Stadt, um ihn zu
steinigen. Die Zeugen, die gegen ihn aufgetreten waren und daher mit der Steinigung zu beginnen
hatten, zogen ihre Oberkleider aus und legten sie zur Aufbewahrung bei einem jungen Mann nieder, der Saulus hieß.
Saulus hatte die Predigt des Stephanus gehört. Er hatte wie alle anderen mit geschrien. Er lief
hinter her, als sie Stephanus aus der Stadt hinaus geprügelt hatten. Und die Wortführer, die die
ersten Steine warfen, legten ihre Kleider bei Saulus ab, weil er einer von ihnen war. Lukas berichtet weiter:
1
Während man ihn steinigte, betete Stephanus. „Jesus, treuer Herr“, sagte er, „nimm meinen Geist
bei dir auf!“ Er sank auf die Knie und rief mit lauter Stimme: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht
an!“ Das waren seine letzten Worte; dann starb er. Saulus aber willigte in seine Tötung mit ein.
Apg 7
Als Saulus voller Genugtuung und mit Hohn dieses Gebet von Stephanus hörte, „Herr, rechne
ihnen diese Sünde nicht an!“, da ahnte nicht im Geringsten, dass sich dieses Gebet einmal an ihm
erfüllen sollte. Jahre später schrieb er als Paulus an seinen jungen Mitarbeiter Timotheus: 1.13 Er
hat sich über mich erbarmt, weil ich in meinem Unglauben nicht wusste, was ich tat. Dieses
letzte Gebet von Stephanus hat seine Wirkung gezeigt. Warum? Weil Jesus gekommen ist, um
Sünder wie Saulus zu retten. In dem Augenblick, als Saulus voller Genugtuung zusieht, wie ein
Christ unter dem Hagel von Steinbrocken stirbt, in diesem Augenblick sieht Jesus barmherzig auf
diesen Saulus, weil er in seinem Hass verblendet ist und nicht weiß, was er tut. Das entschuldigt
diese und die folgenden Taten des Saulus nicht. Aber Jesus hat Erbarmen mit Menschen wie Saulus, die ihn aus tiefsten Herzen ablehnen. Und Jesus erhört die Gebete seiner Jünger, die für ihre
Feinde beten. Weil er auch die härtesten Gegner retten will.
Saulus war mit diesem Mord an einem Christen völlig einverstanden. Woher kam dieser abgrundtiefe Hass auf die Christen? Saulus sagt später zu seinen ehemaligen Glaubensgenossen über
seine Vergangenheit:
Ich bin ein jüdischer Mann, geboren in Tarsus in Zilizien; aber auferzogen in dieser Stadt, zu den
Füßen Gamaliels, unterwiesen nach der Strenge des väterlichen Gesetzes, war ich, wie ihr alle
heute seid, ein Eiferer für Gott.
Apg 22
Saulus war ein Kind streng gläubiger Juden. An die Christen in Philippi schreibt er einmal:
Ich wurde, wie es das Gesetz des Mose vorschreibt, acht Tage nach meiner Geburt beschnitten.
Ich bin meiner Herkunft nach ein Israelit, ein Angehöriger des Stammes Benjamin, ein Hebräer mit
rein hebräischen Vorfahren.
Philipper 3
Die Familie lebte, vermutlich aus geschäftlichen Gründen, im Ausland, umgeben von heidnischer
Vielgötterei und teils abscheulichen religiösen Praktiken. In solch einem heidnischen Umfeld achtet
man besonders auf die eigene religiöse Identität. Der junge Saulus liebt den Glauben seiner Eltern,
er hatte sich ihrem Glauben voll und ganz verschrieben. Und vielleicht wurde in ihm der Wunsch
immer stärker, einmal in das Zentrum des jüdischen Glaubens zu kommen, nach Jerusalem.
Seine Eltern spürten den religiösen Ehrgeiz bei ihrem Sohn und ermöglichten ihm schließlich ein
Studium in einem jüdischen Elite-Internat in Jerusalem. Dort unter der Lehre des großen Gamaliel
wuchs ein religiöser Fanatiker heran. An die Christen in Galatien schreibt er später darüber:
Ihr habt doch gehört, wie radikal ich früher den jüdischen Glauben praktizierte … was ´den
Eifer für` den jüdischen Glauben angeht, übertraf ich viele meiner Altersgenossen in meinem
Volk, denn ich war ein besonders leidenschaftlicher Verfechter der religiösen Überlieferungen
meiner Vorfahren.
Galater 1
So verwundert es nicht, dass er als leidenschaftlicher Verfechter des jüdischen Glaubens, jede
anderer Lehre im Ansatz ersticken musste. Dabei nahm er sogar einen Mord billigend in Kauf.
Jahre später betete er zu Jesus, der er einst verfolgte hatte.
… und als das Blut deines Zeugen Stephanus vergossen wurde, stand auch ich dabei und willigte
mit ein und bewachte die Kleider derer, die ihn umbrachten…
Apostelgeschichte 22
Nach diesem ersten Mord an einem Christen entstand in ihm das Verlangen diese Sekte auszurotten. Er schreibt später darüber in seinen Briefen
2
Meine Treue zum Gesetz zeigte sich darin, dass ich zu den Pharisäern gehörte, und in meinem
Eifer, ´für das Gesetz zu kämpfen,` ging ich so weit, dass ich die Gemeinde verfolgte.
Philipper 3
Ich verfolgte die Gemeinde Gottes mit äußerster Härte und tat alles, um sie auszurotten.
Galater 1
Lukas berichtet, dass diese Steinigung eine Initialzündung für eine grausame Verfolgungswelle
unter der Regie des Saulus war.
Noch am selben Tag brach über die Gemeinde in Jerusalem eine schwere Verfolgung herein. Alle,
´die an Jesus glaubten,` flohen und zerstreuten sich über das ganze Gebiet von Judäa und Samarien; nur die Apostel blieben in Jerusalem zurück. … Saulus jedoch setzte alles daran, die Gemeinde auszurotten. Er durchsuchte Haus für Haus, und ´wo er Christen fand,` ließ er sie abführen
– Männer wie Frauen – und ließ sie ins Gefängnis bringen.
Apostelgeschichte 8
Der junge Pharisäer Saulus bediente sich antiker Stasimethoden, um sein Ziel zu erreichen. Zuverlässige Informanten zeigten ihm an, in welchen Vierteln Christen wohnten. Höchst persönlich
durchsuchte er mit der Tempelpolizei ihre Häuser. Wo er Christen fand, ließ er sie festnehmen und
ins Gefängnis werfen. Saulus war gründlich in der Ausrottung der Christen. Es blieb nicht nur bei
Gefängnisstrafen, auch Todesurteile wurden gefällt. Paulus berichtet später darüber:
… ich war der Meinung, ich müsste den Glauben an diesen Jesus von Nazaret mit allen Mitteln
bekämpfen. Das habe ich dann auch getan: Ausgestattet mit den nötigen Vollmachten vonseiten
der führenden Priester, brachte ich in Jerusalem zahlreiche Christen ins Gefängnis, und wenn sie
zum Tod verurteilt wurden, stimmte ich ihrer Hinrichtung zu.
Apostelgeschichte 26
An den Händen von Saulus klebte Blut. Er hatte Menschenleben auf dem Gewissen. Als Chefankläger hob er die Hand wenn über Todesurteile abgestimmt wurde und war damit für die Hinrichtung von Christen mit verantwortlich. Er war aber auch ein Sadist. Es machte ihm offensichtlich
Freude, Christen unter öffentlich unter Druck zu setzen. Dazu bekannte er sich Jahre später:
In sämtlichen Synagogen ´der Stadt` habe ich viele Male versucht, die Christen durch Strafmaßnahmen dazu zu zwingen, Jesus zu verfluchen.
Apg 26
Saulus, ein sadistischer Epresser. Er selbst, so schreibt er später, hatte Christus verflucht und gelästert. Und es muss ihm eine Genugtuung gewesen sein, wenn Christen unter Androhung von
Strafe Jesus verfluchten. Es ist aber anzunehmen, dass viele Christen seinen Strafandrohungen
nicht nachgaben. Im Gegenteil, sie waren bereit, für ihren Glauben bestraft, ja sogar getötet zu
werden. Das muss Saulus zur Weißglut gebracht haben. Lukas berichtet:
Saulus führte weiterhin einen wütenden Kampf gegen die Jünger des Herrn. Er drohte ihnen mit
dem Tod und war entschlossen, die Gemeinde auszurotten. Auch in Damaskus wollte er die Anhänger der neuen Lehre aufspüren, um sie alle – Männer wie Frauen – in Ketten nach Jerusalem
zu bringen. Zu diesem Zweck wandte er sich an den Hohenpriester und bat ihn um Briefe ´mit einer entsprechenden Bevollmächtigung`, die er den Synagogen in Damaskus vorlegen wollte.
Apg 9
Paulus sagte einmal dazu im Rückblick:
Ich war so wild entschlossen, diese Bewegung auszurotten, dass ich ihre Anhänger sogar bis in
die Städte außerhalb von Judäa verfolgte. In dieser Absicht reiste ich dann auch nach Damaskus; ich hatte die Zustimmung der führenden Priester eingeholt und war mit entsprechenden Vollmachten ausgestattet.
Apostelgeschichte 26
3
Saulus hatte die Lizenz zum Töten und davon machte er Gebrauch. Er hatte nur noch ein Ziel: Die
Sekte der Christen auszurotten.
Wie sieht Jesus solche wütenden Gegner, die zu allem fähig sind? Wie geht Jesus mit den Feinden seiner Gemeinden, ja mit den Feinden seiner Freunde um? Jesus hätte ihn ganz einfach ausschalten können. Ein Wort und der Führer dieser antichristlichen Stasi wäre unschädlich gemacht.
Jesus hätte ihn brutal niederstrecken können um damit ein Zeichen für alle Zeiten zu setzen, was
mit denen passiert, sie sich an seiner Gemeinde vergreifen. Aber Jesu hatte ein anders Zeichen
gesetzt. Paulus hat dieses Zeichen verstanden. An seinen jungen Mitarbeiter und Freund, Timotheus schrieb er später.
Jesus Christus hat sich über mich erbarmt: An mir als dem größten aller Sünder wollte er zeigen,
wie unbegreiflich groß seine Geduld ist; ich sollte ein Beispiel für die sein, die an ihn glauben werden zum ewigen Leben.
1. Tim 1
Jesus stellte sich mit Erbarmen seinem ärgsten Widersacher entgegen. Damit wollte er ein deutliches Zeichen für die Christen setzen. Denn Jesus ist gekommen, um Sünder zu retten, und das
gilt auch für Leute wie Saulus von Tarsus. Während Saulus Christen sucht, um sie ins Gefängnis
zu werfen und töten zu lassen, sucht Christus Saulus, um ihn neues Leben zu geben. Während
Saulus drauf und dran ist, die Gemeinde Jesu zu zerstören, sucht Jesus Saulus, um mit ihm seine
Gemeinde zu bauen. Auf dem Weg nach Damaskus wurde er gefunden, gewonnen und gerettet.
Saulus berichtet Jahre später in Jerusalem von dieser außergewöhnlichen Begegnung:
Auf dem Weg nach Damaskus – es war gegen Mittag, und wir hatten die Stadt schon fast erreicht
– leuchtete plötzlich vom Himmel her ein Licht auf. Von allen Seiten umgab mich ein unbeschreiblich heller Glanz, sodass ich geblendet zu Boden stürzte. Dann hörte ich eine Stimme zu mir sagen: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ – „Wer bist du, Herr?“ fragte ich, worauf die Stimme
antwortete: „Ich bin der, den du verfolgst – Jesus von Nazaret.“
Apg 22
Keine Drohung, kein tötender Blitz, nur eine Frage: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“
So sieht Barmherzigkeit aus. Jesus stellt sich ihm vor: „Ich bin der, den du verfolgst, Jesus von
Nazaret.“ Nun konnte er sich entscheiden. Vorher wusste Paulus nicht was er tat. Im blinden Hass
versuchte er die Gemeinde Jesu auszurotten. Jetzt war ihm bewusst was er tat. Nun musste er
sich entscheiden. Entweder weiter gegen diesen Jesus zu kämpfen oder radikal umdenken. Saulus hatte diese Begegnung überwältigt. Schon kurz nach diesem Erlebnis machte ihm Jesus klar,
dass er ihn, seinen ehemaligen Verfolger, als Missionar einsetzten möchte. An seinen Mitarbeiter
und Freund, Timotheus, schrieb Saulus, jetzt unter neuem Namen als Paulus:
12 Ich danke dem, der mir für meinen Auftrag` Kraft gegeben hat, Jesus Christus, unserem
Herrn; denn er hat mich als vertrauenswürdig angesehen und in seinen Dienst genommen –
13 ausgerechnet mich, der ich der ich früher ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter
war. Aber er hat sich über mich erbarmt, weil ich in meinem Unglauben nicht wusste, was
ich tat.
14 Geradezu überströmend war die Gnade, die unser Herr mir erwiesen hat. Er hat mir den
Glauben und die Liebe geschenkt, wie sie nur in der Gemeinschaft mit Jesus Christus zu
finden sind.
15 Ja, Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten. Auf dieses Wort ist
Verlass; es ist eine Botschaft, die vollstes Vertrauen verdient. Und einen größeren Sünder
als mich gibt es nicht!
16 Doch gerade deshalb hat sich Jesus Christus über mich erbarmt: An mir als dem größten aller Sünder wollte er zeigen, wie unbegreiflich groß seine Geduld ist; ich sollte ein Beispiel für die sein, die an ihn glauben werden zum ewigen Leben.
17 Dem König, der in alle Ewigkeit regiert, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen
Gott, gebühren Ehre und Ruhm für immer und ewig. Amen.
1. Tim 1,12-17
Diese Sätze schrieb Paulus zum einen, um seinen Mitarbeiter Timotheus den Rücken zu stärken.
4
Timotheus wurde von Paulus als Gemeindeleiter in Ephesus eingesetzt. Die Christen in Ephesus
waren auf dem besten Weg, ihren Auftrag zu verlieren. Anstelle sich um die Rettung Verlorener
Menschen zu kümmern, beschäftigten sie sich mit theologischen Streitfragen. Randfragen wurden
zur Mitte, um die sich alles drehte. Timotheus sollte das Eigentliche wieder in den Mittelpunkt stellen. Die Rettung Verlorener, denn dazu kam Jesus in die Welt. Das war der Auftrag der Gemeinde.
In Kapitel 4,9 wiederholt Paulus diese Aussage fast wörtlich: Das ist ein wahres Wort, das vollste Zustimmung verdient! Es weist auf das Ziel hin, für das wir uns abmühen und für das wir
kämpfen; denn wir haben unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt, und er ist der
Helfer und Retter aller Menschen – in besonderer Weise derer, die an ihn glauben. Lehre
diese Dinge und schärfe sie den Geschwistern ein!
Timotheus soll also der Gemeinde einschärfen, worum es geht, worum Paulus und er sich abmühen. Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu retten. Dazu soll er auch diesen Brief
der Gemeinde vorlesen. Alle sollen es hören, was diese Rettung bewirken kann.
Es ist interessant, wie Timotheus gegen die theologischen Klugschwätzer in seiner Gemeinde vorgehen soll. Timotheus soll auf das Zentrum des Glaubens hinweisen. Jesus ist gekommen, um
Sünder zu retten. Dadurch sollen sie wieder zum Wesentlichen kommen. Genauso könnte man
auch eine Gemeinde, die müde und resigniert ist, wieder motivieren. Nicht über Appelle, sondern
in dem sie darauf sehen, wozu Jesus gekommen ist und was möglich ist.
Paulus will den Leuten einschärfen: So wie Jesus mich gerettet hat, so will Jesus auch heute noch
retten. Paulus ist nicht die große Ausnahme, nein er ist ein Beispiel, er ist das Modell, wie Jesus
mit Sündern umgeht. Der Fall Paulus ist das Modell für alle, die nach ihm an Jesus glauben werden – also auch für uns. An dem Modell Paulus können wir beobachten, wie Jesus heute noch
wirken will. Paulus ist nicht die große Ausnahme, sondern ein Modell für das was möglich ist. Wir
dürfen uns darauf verlassen, dass Jesus heute noch Sünder retten wird. Und da gibt es keine Einschränkungen. Jesus liebt und sucht seine schärfsten Gegner. Er hat unbegreiflich viel Geduld mit
Leuten, die sich ihm hartnäckig widersetzen. Es gibt für Jesus keine hoffnungslosen Fälle. Von
daher darf es keinen resignierten Rückzug geben. Da draußen sind verlorene Menschen, die Jesus mit seinem Erbarmen in die Gemeinde hineinlieben will. Wir dürfen uns nicht in Nebensächlichkeiten verlieren und dabei unseren Auftrag vergessen. Wir haben die Gnade nicht für uns alleine, sie reicht für die schlimmsten Verbrecher, die Jesus genau so liebt wie uns. Der Christenmörder Paulus wurde mit Gnade überschüttet, weil Jesus Erbarmen mit ihm hatte. Der Fall Paulus will
uns motivieren. Wir dürfen von diesem Fall ausgehend, Großes erwarten. Der Fall Paulus ist der
Garant dafür, dass Jesus auch heute noch Verlorene retten will.
Stellen sie sich mal die Menschen vor, die sie schon aufgegeben haben, wo sie fest davon ausgehen, „Der wird nie glauben!“ Sehen sie diese Menschen vom Modell Paulus her und treten sie für
diese Menschen vor Gott ein.
Denn unser Gott ist der König, der in alle Ewigkeit regiert, dem unvergänglichen, unsichtbaren,
alleinigen Gott, gebühren Ehre und Ruhm für immer und ewig. Amen.
Reinhard Reitenspieß
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