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Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin - Evangelisch-altreformierte

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Nr. 18, 123. Jahrgang
Sonntag, 15. September 2013
3873. Folge
Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin
1. Korinther 15, 10
Im ersten Korintherbrief spricht
,,Herr, was willst du, dass ich tun
der Apostel Paulus über die
soll?”
Bedeutung der Auferstehung
So weit muss es erst kommen
Christi. Das ganze Evangelium
in seinem Leben. Nicht was du
des Herrn wird hier in einigen
meinst und was deine Gedanken
kurzen Sätzen zusammengesind, ist so wichtig, sondern was
fasst. Hören Sie mal, was Vers 3
Gott dir sagt. Paulus hat das versagt: ,,Christus ist gestorben für
standen und immer wieder erunsere Sünden nach der Schrift,
wähnt er, dass er Gottes Gnade
er ist begraben worden nach
nicht verdient hat. ,,Ich bin der
der Schrift und am dritten Tage
Geringste von allen Aposteln“,
auferstanden nach der Schrift.“
sagt er, „aber durch die Gnade
Was ist damit gemeint, wenn
Gottes bin ich was ich bin.“ Diedrei Mal erwähnt wird, dass sich
se Gnade ist völlig unverdient
alles genau so zugetragen hat,
und ein kaum zu schätzendes
wie die Schrift es sagt? Ich denke
Geschenk.
schlicht und einfach, dass PauIn dieser Gnade wird Gottes
lus hier an die Worte erinnert,
Liebe für Sünder hell und klar.
die die Propheten im Alten TesGnade für Leute, die alles falsch
tament (z.B Jesaja 53) gesagt hagemacht haben, die auf einem
ben – und nicht zu vergessen an
Irrweg waren. Durch Gottes
die Worte, die Jesus selber über
Gnade darf ich Mensch werden
seinen eigenen Weg gesagt hat.
in Gottes Dienst. Gottes Gnade
Das Wort „Schrift“ meint hier
hat Paulus bescheiden gemacht,
alles, was Gott selbst über den
und die große Arbeit im Dienst
Weg der Erlösung gesprochen
des Evangeliums ist nicht seine
hat. Die Schrift wird erklärt
Aus der Gustave Dore Bibel: Die Bekehrung von Saulus
eigene Leistung, sondern die
in den Worten und Taten Jesu
Gnade des Herrn.
Christi. Ganz deutlich wird das
Die
Gnade
Gottes
ist
für
uns
manchmal ganz normal geworin der Geschichte mit den Emmausjüngern (Lukas 24). Nach
den.
Wer
sündigt,
darf
um
Gnade
bitten – und fertig. Fast eine
seiner Auferstehung erscheint Jesus seinen Jüngern. Eine ganze
Gewohnheitssache.
Es
bleibt
aber
ein Wunder, dass wir leben
Liste von Namen und Gruppen wird hier in 1. Korinther 15 erwähnt. Viele haben Jesus gesehen, viele Zeugen sind da. Und der und arbeiten dürfen unter dieser Gnade. Durch die Gnade Gottes darf ich sein, wer ich bin.
Letzte in dieser Reihe ist Paulus selbst.
In unserer Bescheidenheit darf diese Gnade Gottes jeden Tag
Im Grunde genommen war es unmöglich, dass der Auferstanunseres
Lebens deutlich werden. Diese Gnade schenkt uns Kraft,
dene dem Paulus erscheinen würde. Paulus, der junge Theologe
unsere
Aufgaben
zu erfüllen: Aufgaben nicht nur im privaten
aus Jerusalem, konnte gar nichts mit der sogenannten TheoloBereich,
sondern
auch
in der Gesellschaft und in der Gemeinde,
gie von Jesus von Nazareth anfangen. Von Hass erfüllt verfolgte
wozu
wir
gehören
dürfen.
er die Nachfolger von diesem Jesus. Dieser Jesus, der zum Tode
Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Das bedeutet, dass
verurteilt und gekreuzigt wurde, der sollte auferstanden sein?
Gott mich auch gerne in seinen Dienst nehmen will, damit die
Einfach lächerlich war das.
Aber, auf einmal steht dieser Jesus von Nazareth vor der Tür Gnade Gottes Hand und Fuß bekommt im Alltag des Lebens.
Der Herr der Kirche, Jesus Christus, bietet uns diese Gnade.
seines Lebens und er kann keinen Schritt mehr weiter. Jesus
Christus, Gottes Sohn, ruft diesen Feind, erscheint diesem Geg- Gerade das Geschenk befreit uns von allem Krampf und macht
ner und dieser Feind wird zu einem Diener des Evangeliums. uns fähig, aufrechte Menschen zu sein in allen Bereichen.
Nichts ist dem Herrn unmöglich! Paulus kann nur noch fragen:
Tammo J. Oldenhuis, Emlichheim
Rubrik
Im Strom der Zeit
Abschied vom Jugendpastor
Ende August ging eine kleine Ära zu Ende. Nachdem die Stelle des Jugendpastors lange Zeit einem (meist jüngeren) Gemeindepastor anvertraut wurde und eine zwischenzeitlich eingerichtete 33 %-Lösung (zwei Drittel der Stelle verblieben bei der
Gemeinde) auch nicht überzeugte, wagte die Synode vor zehn Jahren gemeinsam mit der Veldhauser Gemeinde und dem
Gymnasium Neuenhaus mit je 25 %-Anteilen die Schaffung einer halben Jugendpastorstelle. Diese hat Dieter Wiggers nun wieder abgegeben. Er wechselte zum 1. September auf eine der beiden Pastorenstellen der Nordhorner Gemeinde, wobei er die
25 %ige Schulpastorenstelle behält und sich mit 75 % seiner Dienstzeit nun wieder der Gemeindearbeit zuwendet. Die Synode
wird im Herbst 2014 darüber beraten, ob die jetzt eintretende Vakanz wieder besetzt werden soll (und kann). Jugendbund und
Gemeinden bemühen sich derzeit, das Aufgabenfeld neu zu sortieren und vorerst auf verschiedene Schultern zu verteilen. Vom
Abschiedsgottesdienst ist auf Seite 142 dieser Grenzbotenausgabe ein Bericht zu lesen. An dieser Stelle veröffentlichen wir
Auszüge aus den Grußworten des Jugendbundes und der Synode, die erkennen lassen, wie wichtig diese zehn Jahre mit den
dadurch ermöglichten Neuaufbrüchen auch für die Ev.-altreformierte Kirche waren. (fb)
Christoph Heikens, Hoogstede,
Vorsitzender des Jugendbundes:
Dieser Tag ist für uns nicht einfach. Wir stehen hier mit den berühmten zwei Augen. Das eine weint und wir sind traurig, weil du
(gemeint ist Dieter Wiggers – die Red.) deinen Job und damit deine Berufung als Jugendpastor an den Nagel hängst. Aber dann
auch das lachende Auge. Denn, auch wenn das nicht ganz leicht
ist – wir können uns auch mit dir freuen! Wir wissen, dass es für
jeden wichtig ist, und damit dich eingeschlossen, auch wieder
neue Abschnitte im Leben gehen zu können und zu dürfen. Alles
hat seine Zeit!
Lieber Dieter, es ist wohl nicht untertrieben zu sagen: Du warst
die Mitte des Jugendbundes, die Schaltzentrale. Du hast die Arbeit als Jugendpastor mit allen deinen Gaben und Grenzen so
ausgefüllt, wie man es sich nur wünschen kann. Es war Pionierarbeit für dich und unsere Kirche! Die Aufgabe war dir auf den Leib
geschnitten.
Egal was anstand, ob Freizeiten, Internetseite, Chor, ob Fortbildungen, Jugendbote oder Band, Vorstandssitzung, Förderanträge, Technik oder auch Jugend- und Kirchentagsgottesdienste, Jugendtreffen oder Videofilmerei: Du hast organisiert, unterstützt
oder beraten.
Du hast wichtige Impulse in der Musiklandschaft unserer Kirche gesetzt. Die Früchte davon sind mittlerweile in vielen Gemeinden zu sehen oder besser: zu hören. Die vielen Musikgruppen und Bands, das Bewusstsein: man kann auch mit anderen
Sounds und Melodien Gott loben und preisen. Was den Bereich
anbelangt, warst du maßgeblich beteiligt. Hoffentlich kann das
auch in Zukunft noch etwas bleiben ...
Du hast junge und jung gebliebene Menschen motivieren können, mitzumachen, mitzudenken und dabei auch noch Spaß daran zu haben. Wir glauben und wissen, dass es oft auch zu viel war.
Gerd Bouwer, Veldhausen,
Mitglied im Jugendbund-Vorstand
Aber trotzdem: Es hat alles meistens bestens funktioniert, und
dafür sind wir dir als Jugendbund, als Kirche und als hoffentlich
Junggebliebene sehr dankbar. Vor einiger Zeit hatten wir, unterwegs im Auto, einmal ein Gespräch über Pastoren im Allgemeinen – und dich dann im Besonderen. Es wurde festgestellt, dass
mancher Pastor oft sehr spontan und kurzfristig Dinge ändert,
ganz verwirft oder gar ganz neu sich ausdenkt ... Und, so die
Aussage eines Gemeindegliedes: „Und trotzdem funktioniert es
überraschenderweise auch noch immer.“ Wir sind zu dem Schluss
gekommen, dass Pastoren das nicht (nur) unter Spontaneität verbuchen, sondern unter dem Begriff „Gottvertrauen“.
Sie vertrauen auf Gott – und dass mit seiner Hilfe alles richtig wird. Und das ist eine wichtige Eigenschaft für einen Pastor.
Und über die Jahre haben wir als Jugendbund gemerkt, dass du
viel von diesem Gottvertrauen hattest und hast. Wir wünschen
dir und nicht zuletzt deiner ganzen Familie, dass du dieses
Gottvertrauen nie verlieren mögest, und dass du der Nordhorner Gemeinde noch viel von diesem Gottvertrauen schenken
kannst.
Als Abschiedsgeschenk und als Erinnerung an deine Zeit als
Jugendpastor wollen wir dir diesen Stein schenken. Und dieser
Stein soll für dich durch seine Inschrift zu diesem Eckstein werden. Die Inschrift lautet „Gott vertrauen“ – aber in zwei Schreibweisen. Einmal zusammengeschrieben, um das Vertrauen zu
Gott zu beschreiben, und einmal getrennt geschrieben, um auszusagen, dass wir Gott vertrauen sollen und dürfen.
Mit diesem Geschenk, mit „Gott vertrauen“ wollen wir dich als
altreformierter Jugendbund verabschieden. Und gleichzeitig
wollen wir mit „Gottvertrauen“ auch in die Zukunft des Jugendbundes schauen.
Gerold Klompmaker, Bad Bentheim,
Vorsitzender der Synode der Ev.-altreformierten Kirche
Dass wir als Kirche überaus dankbar auf die vergangenen Jahre
deiner Tätigkeit, lieber Dieter, zurückschauen, mag jetzt deutlich
geworden sein. Es gibt so viele Momente, an die wir uns dankbar erinnern – es würde den Rahmen hier sprengen, sie alle zu
erwähnen.
Ich möchte die Gelegenheit hier nutzen, der Gemeinde Veldhausen zu danken. Vor gut zehn Jahren wart ihr es, die die Zeichen der Zeit erkannt habt und durch euer besonderes Engagement es erst ermöglicht habt, dass diese Stellenkombination
zustande kam. Ihr habt großen Mut bewiesen, euch auf dieses
Projekt einzulassen und 25 % obendrauf zu satteln. Ich habe
noch die Stimmen im Ohr, die damals bewundernd sagten: Andere Kirchen kürzen die Stellen, hier wird sogar noch eine obendrauf gesetzt.
Als Gesamtkirche haben wir euch sehr zu danken. Nicht nur für
den Anfangselan, sondern auch für die Bereitschaft, in der geografischen Mitte Zentrum der übergemeindlichen Jugendarbeit
zu sein. Das Jugendbüro konnte in eurem Gemeindehaus eingerichtet werden, eine Garage wurde zum Materiallager des Jugendbundes umfunktioniert. Wir danken euch, dass ihr gezeigt
habt, was durch Gottvertrauen, Mut und Kreativität machbar ist.
Dass ihr davon natürlich auch selbst profitiert habt, wisst ihr am
besten. Schließlich hattet ihr Dieter Wiggers in eurer Mitte. Na
ja, was kann man sich Besseres wünschen? Aber das haben sich
auch die Nordhorner gedacht … Auch euch wünschen wir weiterhin diesen Mut, die Kreativität, mit den gegebenen Impulsen
weiterzuarbeiten, das nötige Gottvertrauen, dass er sein Reich
auch unter euch weiterbaut. Danke!
Christenverfolgung
139
Christenverfolgung (5): Indonesien
Statistik
alle wesentlichen internationalen Verträge zum Schutz der Menschenrechte
ratifiziert hat. Dank der in der Verfassung festgeschriebenen Staatsdoktrin,
Pancasila genannt, garantiert der Staat
also die Menschenrechte, einschließlich
der Religionsfreiheit.
Die Pancasila kennt folgende Prinzipien: der Glaube an einen höchsten Gott,
Wahrung der Humanität, Einheit des
Staates, Demokratie und soziale Gerechtigkeit für alle Bürger Indonesiens. Einen
Glauben soll dieser Bürger also haben.
Der Staat erkennt sechs Religionen an:
den Islam, den Protestantismus, den Katholizismus, den Hinduismus, den Buddhismus und den Konfuzianismus. Er ist
selbst kulturell und religiös neutral und
soll es auch bleiben. Die Pancasila bietet
also Minderheiten Raum und Gelegenheit für die Ausübung ihres Glaubens.
Pancasila
Seit geraumer Zeit gibt es aber wohl Anlass zur großen Sorge um die in der Verfassung festgelegte religiöse Neutralität
des Staates und um die Religionsfreiheit.
Fanatische Muslime (Islamisten) scheinen
an Einfluss zu gewinnen und möchten am
liebsten die Pancasila durch die islamische Scharia ersetzen und aus Indonesien
einen islamischen Staat machen. Bisher
hat die große Mehrheit der Bevölkerung
diese Bestrebungen abgelehnt. Nur in
einigen Distrikten der Provinz Aceh, in
der immerhin ca. 12 000 Christen leben,
gilt seit 1999 das islamische Recht. Dort
haben religiöse Minderheiten (nicht nur
die christliche) es schwer. Im Jahre 2012
hat die Regierung von Aceh 17 Kirchen
(sowohl protestantische wie katholische)
geschlossen, einige dieser Kirchen existierten schon seit 30 Jahren. Begründung:
die Gemeinden verfügten angeblich nicht
über die erforderliche Genehmigung.
Auch in anderen Provinzen Indonesiens
wird mancherorts die Lage für die Christen durch den wachsenden Einfluss der
Islamisten bedrohlicher.
Die interreligiösen Spannungen entzünden sich häufig an der Frage, wo
Christen ihre Gottesdienste feiern dürfen. Lokale Behörden müssen den Bau
einer Kirche genehmigen. Die Genehmigung erfordert aber die Zustimmung
Indonesien ist ein multireligiöser Vielvölkerstaat mit ca. 243 Millionen Einwohnern. Von ihnen sind etwa 79 %
Muslime. Damit ist Indonesien der Staat
mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt. Immerhin sind 11,8 %
der Bevölkerung Mitglied einer der vielen christlichen Kirchen, es gibt sogar
Regionen, wo die Christen die Mehrheit
darstellen, wie z.B. auf Sumba, in WestPapua, in Teilen Sumatras und auf den
Molukken. Die restlichen 9,2 % gehören
einer anderen Religion an.
Indonesien ist ein Inselstaat, d.h.: das
Staatsgebiet erstreckt sich über ca. 17 000
Inseln. Davon sind etwa 6000 bewohnt.
Auf der Insel Java mit nur sieben Prozent
des ganzen Staatsgebietes leben nicht
weniger als ca. 120 Millionen Menschen.
Die Hauptstadt ist Jakarta, der Präsident
heißt Susilo Yudhoyono.
Haben Sie, lieber Leser, im Frühjahr im
Fernsehen auch die ergreifenden Bilder
von Bulldozern gesehen, die eine Kirche
in der Nähe von Jakarta platt walzten?
Viele Gemeindeglieder standen dabei
und weinten. Muslime hatten das Abreißen ihres Gotteshauses veranlasst, nur
weil es ihnen missfiel. Geht das denn so
einfach in Indonesien? Nein, denn Indonesien ist eine stabile Demokratie, die
Der Turm einer Moschee auf Bali. Früher war der Islam
in Indonesien durchweg tolerant, inzwischen nimmt
der Einfluss radikaler Kräfte zu.
Foto: Michael Heimann/pixelio.de
Entwicklung der letzten Jahre
der Nachbarschaft, und das wird in
wachsendem Maße ein Problem. Immer
häufiger geschieht es, dass Muslime Gottesdienste stören, gegen den Bau einer
Kirche protestieren oder bestehende Gebäude abreißen lassen.
Bekannt geworden sind in letzter
Zeit vor allem zwei Fälle: die YasminGemeinde in Bogor (West-Java) möchte
ihren Gottesdienst in ihrer neuen, von
allen gerichtlichen Instanzen genehmigten Kirche feiern. Bogors Bürgermeister
aber, ein Muslim, sucht die Gunst der
Mehrheit der Bevölkerung und verhindert die Zusammenkunft der Gemeinde.
Und die Regierung lässt sie gewähren.
Auch die Filadelfia-Gemeinde in Jejola Jaya, südwestlich von Jakarta, wird
seit 2008 massiv daran gehindert, ihr
Kirchengebäude zu nutzen. Ihr Pfarrer
erhält Todesdrohungen, Kirchgänger
werden mit Steinen, faulen Eiern und
Urinbeuteln beworfen und mit rassistischen Sprüchen beleidigt, Straßenblockaden versperren den Zugang zur
Kirche. Die Polizei sieht tatenlos zu. Die
Justiz trifft keine Maßnahmen. Politiker
wollen wieder gewählt werden und beugen sich der Gunst der Stärkeren. Und
das trotz Pancasila.
Es sind leider bei Weitem keine Einzelfälle. Die Christen lassen sich aber nicht
einschüchtern. An vielen Orten, wo es
Christen nicht erlaubt wird, eine Kirche
zu bauen oder sonntags einen Gottesdienst zu feiern, suchen sie beständig
nach einem Ort oder einer Möglichkeit,
um sich zu versammeln, gemeinsam
zu beten, zu singen und Gottes Wort
zu hören. Wenn es sein muss, feiern
sie Gottesdienst unter freiem Himmel.
Manchmal halten Christen sogar Gottesdienste vor dem Präsidentenpalast, um
den Präsidenten damit auf seine Pflicht
hinzuweisen, die Freiheit der Religionsausübung für alle Bürger zu garantieren.
Indonesien – offiziell: Religionsfreiheit. Der Präsident sagt: Indonesien
kennt kein Minderheitenproblem. In
Wirklichkeit: in Sachen Religionsausübung sieht die Praxis mancherorts leider ganz anders aus. In der Open-DoorsRangliste christenverfolgender Staaten
rangiert Indonesien auf dem 45. Platz.
Roel Visser, Uelsen
140
Achtsamkeit und Fürsorge
Achtsamkeit und Fürsorge
... erhalten die Menschheit und die Erde
Der Mensch,
Wunder und Mängelwesen
Der Mensch ist ein ausgesprochenes
Wunder der Schöpfung. Unser Körper
umfasst z.B. 400 Milliarden Zellen, die
ständig erneuert werden. Zudem wird
er von einer unermesslichen Zahl von
Kleinstlebewesen besiedelt. Er verfügt
über drei Gehirnstufen, die insgesamt
100 Milliarden Nervenzellen oder mehr
umfassen. Dieses Gehirn ist das zentrale Steuerungsorgan, das uns in die Lage
versetzt, unser Leben und diese Welt
zu gestalten. Dabei hat der Mensch im
Laufe der Geschichte gezeigt, zu welchen außerordentlichen Leistungen er
fähig ist. Und doch ist der Mensch andererseits auch ein Mängelwesen. Denn
im Gegensatz zu den Tieren verfügen
wir über kein spezielles Organ, das uns
das erfolgreiche Überleben sichert. Vielmehr sind wir von Beginn unseres Lebens an auf die Fürsorge und Achtsamkeit anderer angewiesen. Schon bei der
Geburt werden wir normalerweise von
unserer Mutter umsorgt. Sonst würden
wir innerhalb weniger Stunden sterben.
Eine kleine Ente dagegen ist von Geburt
an so gut ausgestattet, dass sie bald im
See schwimmt, ohne zu ertrinken. Der
Mensch aber krabbelt nicht aus seiner
Wiege, um sich seine Nahrung zu suchen. Er ist abhängig von der Fürsorge
einer Person, die seinen Mängeln Abhilfe schafft. Und was für den Beginn des
menschlichen Lebens gilt, trifft ebenso
für dessen Ende zu. Sterbende brauchen
ebenfalls besondere Fürsorge und Achtsamkeit, um dieses Leben in angemessener Weise zu verlassen.
Die Bedeutung von
Achtsamkeit und Fürsorge
zwischen Geburt und Tod
Aber auch auf unserem Lebensweg zwischen den beiden Wendepunkten Geburt
und Tod spielen Fürsorge und Achtsamkeit eine bedeutende Rolle. Zunächst ist
es da sehr bedeutsam, dass wir uns um
uns selbst sorgen. Gemeint ist damit,
sich selbst wirklich zu lieben und anzunehmen mit den je eigenen Gaben und
Grenzen. Es geht dabei um das eigene
Gesicht, die Haare, die Beine, die Zähne,
die Brüste, das gesamte Erscheinungsbild und die Weise meines In-der-WeltSeins. Je mehr wir uns selbst annehmen
können, desto weniger Schönheitsoperationen wird es wohl geben müssen. Und:
Kann ich mich annehmen mit meinem
Maß an Intelligenz, meinen emotionalen
Fähigkeiten, meiner Art von Willensund Entschlusskraft, mit der sozialen
Klasse und der Familiengeschichte und
der Nationalität, in der ich mich vorfin-
dings auch der Bestand der Erde nicht
denkbar. Die Erde kann ohne uns existieren. Doch wir können nicht ohne sie
existieren. Auch die Erde ist ein Wunder
der Schöpfung. Denn in weniger als einer Handvoll Erde leben beispielsweise zehn Milliarden Bakterien, die 6000
verschiedenen Arten angehören. Um die
Achtsamkeit der Erde gegenüber ist es
aber nicht zum Besten bestellt. Eine von
der UNO erbetene Bestandsaufnahme
der sogenannten Ökosysteme der Erde
Ein Einkaufswagen: Weggeworfen ragt er aus dem Wasser – ein Bild mit Symbolcharakter für den verschwenderischen Umgang mit den Ressourcen. Wen kümmert‘s? Foto: Martin Berk / pixelio.de
erbrachte schon vor zehn Jahren ziemlich erschreckende Ergebnisse. Von den
24 wesentlichen Umweltfaktoren wie
Wasser, saubere Luft, intaktes Klima,
Nahrung, Energie, Böden, Nährstoffe
usw. waren seinerzeit 15 in einem sehr
schlechten Zustand. Und Jahr für Jahr
verschlechtern sich die Messwerte. Das
weist auf die Bedrohung unserer Lebensgrundlagen hin.
Ursache dafür ist die nicht wirklich
nachhaltige Lebensweise des Menschen.
Im Jahr 2007 verbrauchte die MenschDie Erde, wunderbarer aber
heit etwa so viel, wie die Erde in eineinbedrohter Planet
halb Jahren wiederherstellen kann. Der
Ohne Achtsamkeit und Fürsorge im Verbrauch des Menschen übersteigt also
Umgang mit der Schöpfung ist aller- das Maß dessen, was die Erde wiederde? Neben die Achtsamkeit und Sorge
für sich selbst tritt diejenige für jemanden, der uns nahe steht. Liebevoll begleiten wir ihn und achten darauf, dass
es ihm möglichst gut geht. Umgekehrt
haben wir alle auch das tiefe Bedürfnis,
von jemandem umsorgt zu werden. Das
fördert unser Vertrauen zum Leben und
unseren Selbstwert. So gehören Achtsamkeit und Fürsorge zum Wesen des
Menschen. Ohne sie ist menschliches
Leben nicht denkbar.
Achtsamkeit und Fürsorge
herstellen kann ganz erheblich. Soviel
wir dem Fortschritt in Wissenschaft
und Technik einerseits an Wohltaten
verdanken – so sehr sind dadurch andererseits die überschaubaren Reserven
der Erde angetastet und teilweise ausgeplündert worden. Ein begrenzter Planet
wie die Erde kann aber kein unbegrenztes Wachstum und keinen unbegrenzten
Fortschritt aushalten.
Der große Irrtum der Menschheit besteht deshalb darin zu meinen, die Reserven und die Tragfähigkeit der Erde
seien ziemlich unbegrenzt. Das Gegenteil ist der Fall. Das Projekt von Wachstum und Fortschritt ohne Maß ist zum
Scheitern verurteilt. Die Erde weist
längst sogenannte Stresssymptome auf.
Es wird klar, dass sie unter den gegenwärtigen Bedingungen ihre Lebenskraft
und Unversehrtheit nicht aufrechterhalten kann. Doch die beinahe allgegenwärtige Werbung fordert uns weiter dazu
auf, immer mehr zu verbrauchen. Dazu
müsste jedoch auch immer mehr hergestellt werden. Und das erfordert eine immer stärkere Ausbeutung der Reserven
usw. Ein Teufelskreis ist so entstanden,
der in jedem Fall zu keinem guten Ziel
führt.
Achtsamkeit und Respekt
vor den Grenzen der Erde haben
Stattdessen gilt es für uns Menschen zu
lernen, der Erde die nötige Zeit zu lassen,
damit sie ihre Fruchtbarkeit wiedererlangen kann. Bei Wachstum, Fortschritt
und Produktion wird es notwendig sein,
die Achtsamkeit und den Respekt vor
den Grenzen der Erde mit ihren Reserven im Blick zu haben. Damit sie auch
den Bedürfnissen der künftigen Generationen noch zur Verfügung steht. Ein
bedeutsamer Schritt, der die Achtsamkeit zum Ausdruck bringt, sind die sogenannten drei „W“. Gemeint ist: weniger
verbrauchen und alles, was verbraucht
wird, möglichst wiederverwenden bzw.
wiederverwerten. Um diese Form der
Achtsamkeit zu verwirklichen, müssen
wir Menschen aber Ernst machen mit
drei anderen „W“. Da ist zum einen die
Wertschätzung allem Leben gegenüber.
Ebenso ist die Weigerung gegen jede Art
von Werbung, die den Verbrauch weiter
ankurbeln will, wichtig. Und schließlich
wird eine weitgehende Wiederaufforstung erforderlich sein. Denn jede Pflanze
141
trägt auf ihre je eigene Weise zur Erho- wird über Geld geredet. Darüber, wie
lung der Erde bei.
das Finanzsystem und das System der
Spekulation gerettet werden kann. Und
Die Mächtigen der Welt
wie die Zinsen und die Profite der Banzu verantwortlicherem Handeln ken sichergestellt werden können. Auch
übernehmen viele Unternehmen nur inbringen
Außerdem tun wir gut daran, künftig z.B. soweit Verantwortung für Gesellschaft
sorgsamer darauf zu achten, wo wir un- und Umwelt, wie die Gewinne nicht gesere Häuser und Straßen bauen und wo fährdet, die Aktionäre zufriedengestellt
wir unsere Industrieanlagen betreiben. und der Wettbewerb nicht eingeschränkt
Auch dadurch wird die Erde als Schöp- werden. Von Achtsamkeit und Fürsorge
fung Gottes geschont. Und nicht zuletzt im eigentlichen und nachhaltigen Sinn
können auf diese Weise manche Katas- ist da keine Spur. Gott ist der Schöpfer
trophen vermieden und Menschenleben des Menschen und der Erde. Und letztlich auch ihr Eigentümer. In Achtung
erhalten werden.
Schließlich gilt es, die Mächtigen die- vor ihm sind wir gerufen, achtsam und
ser Welt zu verantwortlicherem Handeln fürsorglich mit dem menschlichen Lezu bringen. Viel zu wenig wird nämlich ben und der gesamten Schöpfung umzuauf dieser Ebene über die Zukunft des gehen. Dieser Verantwortung sollten wir
menschlichen Lebens und die Erhal- uns nicht entziehen.
Gerhard Schrader, Bunde
tung der Erde gesprochen. Stattdessen
Zitate
„Die Krankheit der Erde nennt sich kapitalistisches Entwicklungsmodell.“
Evo Morales, Präsident Boliviens
Ein Kennzeichen unserer modernen Kultur ist die Übertreibung – die Praxis der Achtsamkeit aber erfordert den Sinn für das rechte Maß.
Die Menschen kaufen und verbrauchen Dinge, die sie zum Großteil nicht brauchen.
Die erste Definition der Menschen lautet nicht: „Ich denke, also bin ich”, sondern „Ich
fühle, also bin ich“ im ursprünglichen Sinn.
Es gibt nichts Lächerlicheres als die künstliche Herstellung einer äußeren Schönheit, die
sich nicht im Einklang mit der inneren Schönheit befindet.
„Es ist leichter, ein Atom zu spalten, als ein Vorurteil aus dem Kopf eines Menschen zu
entfernen.“ Albert Einstein
Ohne wirkliche Achtsamkeit werden wir in keinem Bereich jemals zu echter Nachhaltigkeit kommen.
Nachhaltigkeit ist der vernünftige Gebrauch der Reserven der Erde, mit dem Ziel, sie so
zu erhalten, dass sie sich erneuern (reproduzieren) können, damit sie auch künftigen
Generationen dienen.
Achtsamkeit ist eine lieb- und respektvolle Beziehung zur Wirklichkeit, bei der die Menschen die Verantwortung und die Fürsorge für die Gemeinschaft des Lebens tragen.
„Nur ein Gott wird uns noch retten können!“
Martin Heidegger angesichts der maßlosen Zerstörungskraft der Technik.
Der Fortschritt war und ist immer noch der wahre „Gott“ des modernen Menschen. Er
wird von vielen verehrt und zu viele müssen ihm dienen.
Alle nicht näher gekennzeichneten Aussagen
stammen von Leonardo Boff, brasilianischer Theologe.
142
Aus den Gemeinden
Abschied aus Veldhausen und dem Jugendbund
Die Entscheidung der Familie Wiggers, dem Ruf nach Nordhorn zu folgen, wurde für die Veldhauser Gemeinde und den Jugendbund am Sonntag, dem 25. August, konkret. Es war ein Abschied, der zu Herzen ging.
Zu keiner Zeit waren die Gäste der immerhin zweistündigen Veranstaltung überdrüssig. Immer wieder wurden die Familie
und die Gemeinde von Einlagen überrascht. Musikalische Beiträge ehemaliger Chöre oder vom Kinderchor ließen die Herzen
höher schlagen.
In der ersten Stunde leitete Dieter Wiggers
in der vollbesetzten Kirche einen „normalen“ Gottesdienst. Auf vielleicht erwartete
Konzepte, Anstöße oder Rezepte, die Jugendarbeit betreffend, werde er nicht eingehen, erklärte Dieter Wiggers in seiner
Predigt. Alles was dazu gesagt würde, wäre
morgen schon wieder Schnee von gestern.
Nein! Fantasie, Kreativität, kunterbunt
bleiben und immer wieder neue Wege und
Aufbrüche mit viel Energie und Motivation seien gefragt. Hierbei müsse Gott im
Mittelpunkt stehen. Glauben könne man
nicht machen, das bleibe Gott überlassen.
Wege öffnen, Denkanstöße geben, die zu
Gott führen, seien unsere Aufgaben. Das
sei aller Mühe wert. Gott gehöre nicht nur
der Anfang und das Ende, sondern das
Mittendrin wolle mit Gottes Hilfe gelebt
und gestaltet werden. Durch seine Art zu
leben stelle man sich auf Gottes Seite. Dafür
gebe es nur eine Entscheidung: Entweder
… oder! Mit oder ohne Gott, dazwischen
gebe es nichts. Entweder ich lebe, als ob es
Gott gibt oder ich lebe, als ob es ihn nicht
gibt. Wir sprechen ihn mit „Unser Vater im
Himmel“ an. Wir reden nicht über ihn in
der 3. Person, sondern mit ihm als unseren
Vater und richten unser Leben darauf aus,
so der scheidende Jugendpastor.
Der Gottesdienst wurde musikalisch
gestaltet mit Liedern u.a. aus dem Liederheft, begleitet von der Orgel und dem
Posaunenchor, ergänzt um Lieder des
Jugendchores, alles in allem modern und
flott, wie man es von Dieter Wiggers gewohnt ist.
Die zweite Stunde gehörte den Grußworten aus der eigenen, der ökumenischen und der politischen Gemeinde, die
immer wieder durch Musik aufgelockert
wurde: Der frühere Projektchor ebenso
wie der ebenfalls von Wiggers ins Leben
gerufene Jugendchor unterbrachen mit
ihren Liedern zu seiner Überraschung die
Reihe der acht Grußworte.
Stellvertretend für den Kirchenrat und
die Gemeinde betonten die Jugendältesten Anne Legtenborg und Bernd Plescher,
dass die Gemeinde die Familie Wiggers
ungern ziehen lasse. Seien sie den Veldhausern doch durch ihre erfrischende Art
und ihr Engagement im letzten Jahrzehnt
ans Herz gewachsen. Der Dank gilt dem
aufopfernden Einsatz in den jeweiligen
Gruppen: im Kindergottesdienst, Jugendverein, Jungschar, Konfirmandenunterricht, in den Jugend- und Projektchören
und in vielem mehr. Wir sind dankbar
für das Jahrzehnt mit der Familie Wiggers und wünschen zugleich für die „alte“
neue Gemeinde Nordhorn alles Gute und
Gottes reichen Segen. Mit dem Geschenk
– einer Bassgitarre – drückte die Gemeinde ihren Dank aus. Ein bunt gebundenes
Buch mit Wünschen, Anekdoten, Bildern
Nicht nur aus Veldhausen, auch aus anderen altreformierten Gemeinden und aus der Ökumene sind sie
angereist, um Abschied zu nehmen vom Jugendpastor.
Das Ehepaar Wiggers mit dem vom KindergotFotos: W. Hensen
tesdienst erstellten Bild. und Texten einzelner Gemeindeglieder
soll an die Gemeinde erinnern.
Der Kindergottesdienst beglückte die
Familie Wiggers und die Gemeinde mit
einem auf die Familie zugeschnittenen
Liedtext mit dem Titel: „Einfach nur so
bist du von Gott geliebt!“ Ein zweites Lied
wurde ebenfalls umgedichtet: „Lieber
Gott, wir danken dir für die Familie Wiggers hier. Auf allen Wegen Gottes Segen,
wünschen wir euch als Familie.“ Als Erinnerung gab es ein schön gestaltetes Bild.
Der Jugendbund, vertreten durch Pastor Christoph Heikens und Gerd Bouwer,
schaute mit den berühmten zwei Augen
auf diesen Abschied: Das weinende sehe
das Amt des Jugendpastors nun an den Nagel gehängt – und das lachende freue sich
mit der Familie auf die neue Herausforderung und wünsche dazu Gottes Segen. Ein
„Eckstein“ mit der zweideutigen Inschrift
„Gottvertrauen“ und „Gott vertrauen“ begleitet die Wiggers ins neue Haus.
Pastor Gerold Klompmaker erinnerte
im Auftrag der Synode noch einmal an die
Pionierarbeit der Veldhauser Gemeinde
vor gut zehn Jahren. Der Mut für diesen
neuen Weg habe trotz damaliger Kritik
alle Erwartungen übertroffen.
Lars Berends vom CVJM, Rainer Axmann von der Ökumenischen Jugendpastoral-Konferenz Nordhorn und der
Jugendpastor der Ev.-reformierten Kirche
aus Leer, Bernhard Schmeing, bedauerten,
dass Dieter Wiggers das Amt des Jugendpastors nicht mehr weiterführt. Sie dank-
Aus den Gemeinden
ten herzlich für seine frische und offene
Art, Ratschläge zu geben und Aufgaben
anzugehen.
Im Namen der Kirchengemeinden des
ACKV drückte Pastor Hagmann von der
reformierten Kirche seine Dankbarkeit für
die Bereicherung durch die Aktivitäten im
Bereich der Ökumene aus. Hier seien der
ökumenische Kinderchor, Kinderzelten,
Musicals, Chorprojekte usw. zu nennen.
Als Dankeschön schenkte die Veldhauser
Ökumene einen Tulpenbaum für den neuen Garten in Nordhorn.
Günther Oldekamp als Vertreter der
Verwaltung und des Rates der Stadt und
der Samtgemeinde Neuenhaus dankte
ebenfalls für die gute Zusammenarbeit.
Fritz Baarlink erinnerte daran, dass die
Gemeinde mit der Neueinstellung der
Jugendreferentin Gisa Kamphuis die Jugendarbeit weiterhin ernst nehme und
143
wünschte dazu Gottes Begleitung und die
weitere Unterstützung der Gemeinde.
Zum Abschluss dankte Dieter Wiggers
allen ganz herzlich: „Es war heftiger als
ich befürchtet hatte. Ihr habt mein Herz
bewegt. Ein Mensch als Einzelner ist ja
nichts, wir sind nur das, was wir im Kontext Anderer sind: im Kontext der Familie, der Gemeinde, von Freunden und mit
denen man zusammenarbeitet. Ich danke
allen, die mich begeistert haben, für alles,
was ihr mir gegeben habt. Ein besonderer
Dank an Veldhausen! Ich hab‘ hier eine
viertel Stelle gemacht. Es hat mir teils ein
bisschen Leid getan, dass ich nicht mehr
in Veldhausen war mit Herz und Sinnen.
Es ging bei dieser Konstellation nicht anders. Aber was ich sagen darf: Ihr habt
mich ganz aufgenommen im Laufe der
Zeit. Das hat mir und uns allen sehr gut
getan. Dafür unsern herzlichen Dank.
Emden – „Lange Nacht der Kirchen“
Am vergangenen Freitag, 13. September, fand in Emden wieder
eine „Lange Nacht der Kirchen“ statt. Sieben Kirchengebäude
öffneten für diesen Abend ihre Türen, u.a. die Ev.-altreformierte Kirche in der Osterstraße. Der Auftakt zu der Veranstaltung
fand in der Innenstadt an der Ems-Tonne statt. Ab 18.00 Uhr bis
kurz vor Mitternacht wurde in den Kirchen ein breit gefächertes
Programm geboten mit Musik und Lesungen, Andachten und
Gottesdiensten, gemeinsamem Singen und meditativem Tanzen.
In der altreformierten Kirche trug Landessuperintendent Dr.
Detlef Klahr zusammen mit der Musikerin Daiva Kraetzik Texte
und Musik über die Faszination des Mondes und seine Symbolkraft vor. Außerdem waren geistliche Lieder zum Vaterunser von
Peter Cornelius für Altstimme (Annegret Heikens) und Orgel
(Heinrich Heikens) zu hören, unterbrochen durch das Lesen von
Texten von Margot Käßmann (Lydia Heikens). Zum Abschluss
der „Langen Nacht der Kirchen“ wurde um Mitternacht in der
Neuen Kirche eine ökumenische Andacht gehalten. (jv)
Wilsum-Witzin – Sonnenblumen
Im Gottesdienst mit unseren Gästen aus Witzin am 12. Mai hat
unser Kreativkreis seine Idee der Sonnenblumenaktion vorgestellt und kleine Tüten mit Sonnenblumenkernen verteilt. In
Witzin und bei uns in Wilsum werden aus manchen Saatkörnern
Blumen entstanden sein, die schon leuchtend blühen oder es in
der nächsten Zeit noch tun werden. Alle, die solche Sonnenblumen in ihrem Garten haben, mögen davon eine oder mehrere
am Sonntag, 22. September, zum Vormittagsgottesdienst mitbringen. Sie werden im Foyer entgegengenommen und dann in
der Kirche präsentiert. In Witzin wird es genauso gemacht. Im
Gottesdienst in beiden Gemeinden werden Fotos mit Sonnenblumen aus der jeweils anderen Gemeinde gezeigt. Nach dem
Gottesdienst werden erneut Fotos ausgetauscht und präsentiert.
Sonnenblumen sind nicht nur sehr schön. Sie haben auch eine
Mein Vater hat mir öfters gesagt: Wenn
du alles getan hast, was du tun konntest,
wenn du dich bemüht hast und wenn nur
ein bisschen Gutes dabei entstanden ist,
dann musst du Gott auf den Knien danken. Das möchte ich mit einem Lied des
Jugendchores tun: Come praise the Lord!
(Kommt, lasst uns Gott loben!).“
Bei Kaffee und Suppe im Gemeindehaus
war Gelegenheit, sich persönlich zu verabschieden.
Mit etwas abgewandelten Worten von
Trude Herr, die Pastor Hagmann der Familie zusprach, wird die Veldhauser Stimmungslage gut ausgedrückt: „Niemals geht
man so ganz, irgendwas von euch bleibt
hier, es hat seinen Platz immer bei uns. Nie
verlässt man sich so ganz, irgendwas von
uns geht mit, es hat seinen Platz immer bei
euch.“ Auf Wiedersehen, Gott segne euch!
i. A. Wilhelm Hensen, Neuenhaus
starke symbolische Aussagekraft. Das wird in der inhaltlichen
Gestaltung des Gottesdienstes zum Ausdruck kommen. In Witzin und bei uns in Wilsum wird es am 22. September dieselbe
Liturgie geben – mit denselben Bibelworten als Lesung und Predigttext und mit überwiegend denselben Liedern. Wir werden
auch Gebete austauschen, sodass dieselben in beiden Gemeinden gesprochen werden. (Aus dem Wilsumer Gemeindebrief)
Veldhausen – Sumba-Ausstellung
Im Frühjahr wurde in Utrecht eine Ausstellung mit Erinnerungsstücken und Dokumenten ehemaliger Sumba-Mitarbeiter gezeigt,
die danach in Uelsen zu sehen war und inzwischen in Veldhausen
aufgebaut ist (siehe Foto). Im Oktober soll sie – zumindest teilweise – nach Ihrhove kommen. Eine niederländische Berufsschulklasse hat sogar eigens dafür ein Modell eines traditionellen SumbaHauses erstellt, um das sich die Ausstellung dreht. Neben Fotos,
Briefen und Gästebuch-Eintragungen sind Haushaltsgegenstände
wie eine alte, aus den Niederlanden mitgebrachte Nähmaschine
oder auch ortsübliche, aus Palmblättern geflochtene Behälter zu
sehen. Sogar ein Pflug, der zur Verbesserung landwirtschaftlicher
Anbautechniken den Weg in das ferne Sumba fand, gehört zu den
Erinnerungsstücken. Die Ausstellung vermittelt einen Eindruck
aus der Sumba-Geschichte auch unserer Kirche und der aus unseren Reihen ausgesandten Mitarbeiter. Nach den Gottesdiensten
und während der sonstigen
Öffnungszeiten
des Gemeindehauses ist
die Ausstellung bis Ende
September in Veldhausen zu besichtigen. Weitere Terminabsprachen
sind telefonisch über
das Pastorat möglich:
0 59 41 / 44 62.
(fb)
Foto: fb
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Aus den Gemeinden / Anzeigen
Wilsum – aussendende Gemeinde
Anfang September trafen sich die Vertreter der Missionskreise der altreformierten Gemeinden in Wilsum. Zu Gast war an
diesem Abend Pastorin Judith van den Berg, die die Wilsumer
Gemeinde voraussichtlich am 1. Dezember (1. Advent) nach Indonesien aussenden darf für ihren Dienst als Dozentin in Kupang
auf der Insel Timor und in Lewa auf der Insel Sumba. Am Sonntag, 22. September, wird sie in Wilsum im Vormittagsgottesdienst
zu Gast sein, um sich und ihre künftige Arbeit vorzustellen. (jv)
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst;
ich habe dich bei deinem Namen gerufen;
du bist mein.
Jesaja 43, 1
In Dankbarkeit für alle Liebe und Fürsorge, die
sie uns in ihrem Leben geschenkt hat, nehmen
wir Abschied von unserer guten, treu sorgenden Mutter, Schwiegermutter, unserer lieben
Oma, Uroma, meiner guten Schwester, unserer
Schwägerin, Tante und Cousine
Hermina Breukelman
geb. Schepers
Sie starb nach längerer Krankheit im Alter von
81 Jahren.
Es trauern um sie
Jan und Henni Breukelman
Dina und Hermann Gosink
Henni und Jan-Hindrik Gosink
Johann Breukelman
Johanne und Thomas Gosink
Gerold und Agnieszka Breukelman
Janita und Friedhelm Mensen
Enkel und Urenkel
und alle Angehörigen
49846 Hoogstede, Blanke 10 Emlichheim, Esche, Kalle, den 25. August 2013
Der Grenzbote
erscheint vierzehntägig, in den Sommerferien einmal in drei Wochen.
Herausgeber: Synode der Evangelisch-altreformierten Kirche in Niedersachsen
Redaktion: Pastor Fritz Baarlink, Veldhausen (f b), Johann Vogel, Laar (jv)
Schriftleitung: Pastor Fritz Baarlink, Mühlenstraße 26, 49828 Neuenhaus-Veldhausen,
Tel.: 05941/4462, E-Mail: grenzbote@altreformiert.de
Redaktionsschluss: Am Dienstag nach dem Erscheinen der vorigen Ausgabe; namentlich
gekennzeichnete Artikel werden von den A
­ utoren selbst verantwortet.
Druck: Druckerei Hellendoorn, Stettiner Straße 1, 48455 Bad Bentheim
Bestellmöglichkeiten: Bei den Kirchenräten für den Bezug über die K
­ irchengemeinde; für den
Postbe­zug bei Gesine Wortelen, Buchenstraße 32, 48465 Schüttorf, E-Mail: Gesine.Wortelen@gmx.de,
für die Online-Ausgabe als pdf-Datei über die E-Mail-Adresse abo-grenzbote@altreformiert.de
Bezugsgebühren: € 25,00 bei Bezug über Kirchengemeinden und bei online-Bezug,
€ 40,00 bei Postzustellung
Anzeigen: € 0,50 je Millimeterzeile bei halbseitiger Breite
Herzliche Einladung zur Herbstversammlung
in Emlichheim am 28. September 2013, um 14.30 Uhr
Es spricht Pastor Jan Hermes aus Scherpenzeel/NL
zum Thema: „Wenn der Akku leer ist...“
i.A.: Gré Oosterhuis, Jemgum
Schriftführerin im Frauenbund-Vorstand
In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied
von Schwester
Hermina Breukelman
Sie hat uns viele Jahre im Frauenkreis begleitet.
Wir sind dankbar für das, was uns mit ihr geschenkt wurde.
Ev.-altref. Frauenkreis Hoogstede, August 2013
Meine Hoffnung und meine Freude,
meine Stärke und mein Licht;
Christus, meine Zuversicht.
Auf Dich vertrau ich und fürcht mich nicht.
Jesaja 12, Vers 2
In Liebe und Dankbarkeit nehmen wir Abschied
von meinem geliebten Mann, unserem treu sorgenden Vater und Schwiegervater, Opa und Uropa, Bruder, Schwager, Onkel und Vetter
Friedrich Wiard Schröder
im gesegneten Alter von 84 Jahren.
Lübbine Schröder geb. Baumfalk
Eckhard und Gertrud Peters geb. Schröder
Georg-Fokko und
Christa Schröder geb. Pals
Gesa und Ulrich
mit Anna, Ammo-Friedrich und Amelie
Friedhelm und Ulrike
Jens und Katja
Cornelia und Ralf
mit Emma und Levi
Gerold und Maike
Annechien, Friederike und Georg-Fokko
Ali Klinge geb. Schröder
sowie alle Angehörigen
Bunde, den 22. August 2013
Birkenstraße 18
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Seele and Geist
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