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Liebe Leserinnen und Leser! Er macht schon was her, der

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EDITORIAL
Liebe Leserinnen und Leser!
26. Jg., ISSN 0932-0393
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Verlag
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Geheimrat-Hummel-Platz 4
65239 Hochheim am Main
Er macht schon was her, der Kaisersaal der Residenz in
München, in den Staatsminister Martin Zeil wieder
zum Empfang anlässlich der Verleihung des Cinec
Awards einlud. So etwas haben die Organisatoren des
Oscar einfach nicht zur Hand. Da ist es auch ziemlich
egal, dass die Akustik für filigran strukturierte Festmusik
trotz des großen Publikums einfach zu viel Nachhall
liefert. Wenn Dr. Stefan Wimbauer von der IHK für München und Oberbayern im Pressefrühstück der Interessengemeinschaft CineTechnik Bayern e.V., die den Cinec
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Produktionsleitung: Frank Freitag
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Award verleiht, meint, dass die Cinec eine Ankerveranstaltung für die Region darstellt, dann hat er sicher
Recht. Aber eigentlich ist dies eher eine zu lokal gedachte Einschätzung. Der Cinec Award hat schon seinen Wert
in der ganzen Welt. Dazu trägt das Ambiente des Kaisersaals und dessen Historie einen nicht zu unterschätzenden Anteil bei. Insofern hat die Staatsregierung da etwas
in der Hand, womit sie ausnahmsweise mit geringstem
pekuniären Einsatz tatsächlich Wirtschaftsförderung betreiben kann. Zweifler brauchen nur die Zahlen für die
Rettung der Banken und ihres Umfeldes neben den Aufwand des Staates für die Cinec und den Award legen.
Man könnte da wohl noch einiges drauflegen, ohne dass
ein Vergleich des Regionaleffektes zu Ungunsten der
Filmbranche ausfiele. Da braucht der Staatsminister
nicht zu betonen, das man nur ideell helfen könne, weil
kein Geld vorhanden sei – wie vor zwei Jahren übrigens
auch schon. Klar. Nicht nur im Sozialbereich wird das
Geld in Richtung Banken umverteilt.
Sicher, der Oscar ist weltweit beim breiten Publikum
weitaus bekannter als der Cinec Award, den man wohl
nur in unserer Branche kennt. Aber den technischen
Oscar kennt das liebe Massenpublikum auch nicht. Für
die internationale Filmproduktionsbranche dürfte es
jedoch nicht ganz unerheblich sein, was sich da in München im Produktionsumfeld tut. Zumal Berlin und – sogar
200 km näher – auch Prag ja praktisch um die Ecke
liegt. Die Stimmung ist eben wichtig.
Ganz anderes Thema, noch globaler: Überlegen Sie
sich einmal, womit man Sie so richtig treffen, womit man
Sie total beleidigen könnte. Haben Sie etwas? Und jetzt
stellen Sie sich vor, das macht tatsächlich jemand. Und
alle reden darüber. Und dann gibt es Leute, die nicht verstehen, warum Sie sich aufregen. Wie reagieren Sie auf
deren wohlwollenden Hinweis, dass das ja gar nicht so
wichtig sei? Natürlich, das Thema ist aus den Medien
bereits wieder verschwunden. Wie so Vieles, was von
anderen Aufregern verdeckt wird. Aber vergessen sollte
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man es trotzdem nicht so einfach. Schließlich geht es
um die Diskussion, was ins Netz darf, oder nicht, ob das
Netz gefiltert werden soll, oder total frei sein.
Denn die Freiheit des Netzes ist nicht die Freiheit
des Einzelnen. Sie kann sogar eine beträchtliche Einschränkung bedeuten. So ist z.B. mit den heutigen Möglichkeiten, Bilder oder Kurzfilmchen zu »produzieren«
und direkt ins Netz zu stellen, die Chance groß, dass sich
darunter Dinge befinden, die sich dazu eignen, jemandem zu schaden. Möglicherweise nicht sofort, und es
gibt auch ziemliche Unterschiede, wer für die Masse
interessant ist, aber wer weiß, was in ein paar Jahren
sein wird? Und wie etwas aus dem Kontext gerissen
wirkt? Zensieren? Und nach welchen Kriterien? Man
kann einfach nicht alles regeln. Eigentlich funktioniert
nur, dass man sich so verhält, dass solche Bilder gar
nicht entstehen können. Aber Bilder kann man immer
missbrauchen. Konsequent durchgezogen, würde diese
Erkenntnis die gesamte Internet-Gesellschaft zu Vollneurotikern erziehen.
Das Netz kann man nie vollständig säubern. Auch
wenn manche Länder bereits ziemlich erfolgreich darin
sind, die Weitergabe unbeliebter Informationen wenn
schon nicht komplett zu unterbinden, so doch zu einem
sehr großen Teil zu behindern. Denn es scheint so etwas
wie eine kritische Menge an Interessenten pro Zeiteinheit zu geben, damit eine Welle im Internet auftritt. Verbunden mit einem gewissen Interessantheitsbeiwert. Es
wäre nicht verwunderlich, wenn sich beides steuern
ließe. Denn wieso liegen manche Bilder oder Videos
wochen-, ja monatelang im Netz herum, und plötzlich
bricht die Welle los? Die große Frage betrifft den notwendigen Aufwand. Was wäre, wenn Provokationsvideos mal
nicht von Spinnern gebaut werden? Und deren Effekt
dann kontrolliert am Köcheln gehalten wird? Dann wäre
eine gewisse Cyber-Zensur wohl wieder durchaus gefragt. Möglicherweise bekommen wir bereits den einen
oder anderen Versuchsballon verschiedener »Interessens-Gemeinschaften« mit, ohne es zu bemerken. Oder
reagiert das Internet aufgrund seiner Massen-Effekte
tatsächlich wie eine Art (kleine) kosmische Ursuppe, aus
der ab und zu etwas mit einem Urknall herausblubbert?
Die Frage stellt sich auf jeden Fall schon jetzt –
nicht erst in der Zukunft: wer bestimmt, was verschiedene privat gesteuerte Unternehmen wie Google, Youtube,
Facebook oder die ganzen Provider durchlassen? Dass
Youtube z.B. das Video mit einer alkoholkranken Schauspielerin wieder aus dem Netz genommen hat, geht
völlig in Ordnung. Was für eine »Hochkultur« ist das jedoch, dass man es nur tat, weil ein Fernsehsender
freundlicherweise seine Urheberrechte eingefordert hat?
Nicht, weil sich Cyber-Mobbing nicht gehört. Aber ein
saudummes Provokationsvideo, das den Tatbestand der
Volksverhetzung durchaus erfüllt, darf im Sinne der Meinungsfreiheit bleiben. Auch wenn die (Über-)Reaktion
darauf Tote fordert.
Das Problem beginnt jedoch schon damit, dass es
aus unserer Sicht eine Überreaktion sein mag, es aber
durchaus Menschen gibt – gar nicht mal so wenige – für
die die Verunglimpfung Mohammeds die schlimmste
Beleidigung ist, die sie sich vorstellen können. Man
macht so etwas einfach nicht. Welch armselige Meinungsfreiheit, die sich dadurch beschnitten fühlt. Der Ton
macht eben die Musik. Bzw. die Stimmung.
Ihr Ruodlieb Neubauer
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Seele and Geist
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