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"Was nun, Amerika?"- Die USA nach den Wahlen - Firmenpresse.de

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firmenpresse.de | 16.11.2012 - 18:15 | ID: 764991
"Was nun, Amerika?"- Die USA nach den Wahlen
Die Umschiffung der fiskalischen Klippe wird schwieriger, der Schiffbruch des Staatshaushaltes
rückt in bedrohliche Nähe. Das Szenario droht auf den Exportweltmeister Deutschland
durchzuschlagen.
In der November-Ausgabe der monatlichen Onlinekonferenz der VSP AG analysiert Hannes Zipfel,
Chefökonom der VSP AG, Konjunktur und Märkte sowie als Schwerpunktthema die USA nach den Kongressund Präsidentschaftswahlen vom 6. November und deren Auswirkungen.
Eine nahezu hälftig zwischen den beiden politischen Lagern gespaltene Nation, ein nicht minder polarisierter
Kongress, in dem die Demokraten den Senat, die erstarkten Republikaner aber das Repräsentantenhaus
dominieren - dies macht die Umschiffung der bereits zum 1.1.2013 und damit noch während der
Regierungsbildung drohende fiskalische Klippe schwierig. Das vorzeitige Erreichen der gesetzlichen
vereinbarten Schuldenobergrenze des Staatshaushaltes ("debt ceiling") von 16,394 Billionen USD - erzielt
durch den höchsten Schuldenzuwachs in vier Jahren in der gesamten Geschichte der USA - verschärft noch
die Situation. Eine Finanzierung durch Staatsanleihen ist dann nicht mehr möglich und der fiktive
Staatsbankrott droht.
Verlängert der US-Kongress die 2001 und 2003 durch die Bush-Administration beschlossenen
Steuersenkungen nicht, treten zum 1.1.2013 durch den von Obama 2011 unterzeichneten "Budget Control
Act" und das Erlöschen der Arbeitslosenleistungen quasi über Nacht Ausgabekürzungen und
Steuererhöhungen von 600 Mrd. US-Dollar in Kraft. Den einzigen Ausweg aus dem Schuldendilemma bietet
alleinig das weitere Ankurbeln der US-Notenbankpresse, da prozyklische Sparmaßnahmen der
Obama-Administration die Situation nur noch weiter verschärft werden würden. Weitere
Aufschuldungsmaßnahmen sind zudem beschränkt. Durch die Ausweitung der exorbitanten
Staatsverschuldung droht letztlich die Zersetzung der Kaufkraft des US-Dollars.
Die Spuren der finanziellen Misere der USA sind bereits deutlich sichtbar. Bereits 47 Mio. US-Bürger leben
derzeit von Lebensmittelmarken - ein trauriger Rekord! Dazu passt ein Staatsdefizit wie zu Kriegszeiten ...
Der immer deutlicher werdenden Spaltung der US-Gesellschaft mit Verelendung unterer
Einkommensschichten, einer immer geringer werdender Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung ("participation
rate") und eine "jobless recovery" der US-Wirtschaft, deren Aufschwung bereits deutlich nachlässt, tun ein
Übriges zu einem stark negativen Ausblick für die US-Volkswirtschaft.
Als einzigen, vielleicht auch nur temporären Lichtblick im Dunkel des Tunnels sieht Hannes Zipfel den
US-Immobilienmarkt. Er zeigt - durch Stützungskäufe von Hypothekenanleihen durch die US-Notenbank
gefördert - erste Erholung und könnte weitergehende Erholungsimpulse für die Volkswirtschaft der
Vereinigten Staaten liefern.
Das düstere Szenario einer finanziellen Repression in den USA irritiert bereits erkennbar die Weltmärkte und
verschärft die Rezessionslage der Volkswirtschaften im EU-Raum. Auch für Deutschland, das bisher dort
eine Leuchtturmfunktion innehatte, lassen rückgehende Auftragseingänge in der Industrie und der Rückgang
des Ifo-Geschäftsklimaindex bereits eine deutliche Eintrübung der Konjunktur erwarten. Während für die
bereits krisengeschüttelten Euro-Südländer derzeit die Sparkriterien prozyklisch ausgeweitet werden bei
gleichzeitiger Aufweichung durch das Engagement der EZB, ist für Deutschland derzeit ein "Vakuum der
Impulse" zu konstatieren. Hannes Zipfel hält es aber für denkbar, dass künstliche Konjunkturstimuli analog
der früheren "Abwrackprämie" und der derzeit aggressiven US-Fiskalpolitik im Bereich des Möglichen liegen.
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Eine Aufgabe der Austeritätspolitik der Bundesregierung ist damit in naher Zukunft denkbar.
Im Gegensatz zum negativen Trend der Volkswirtschaft haben sich die Aktienmärkte in Deutschland bisher
als sehr stabil und gegen den Trend steigend gezeigt. Zipfel hält vor dem Hintergrund der abwärts zeigenden
Konjunkturzyklik und der starken Abhängigkeit von den Exportmärkten im Ausland eine Jahresendrallye des
deutschen Aktienmarktes für möglich, aber nicht zwingend. Auch ein kurzfristiger Kurseinbruch nach der
bereits eingetretenen Delle im Jahresverlauf erscheint denkbar. Als Impulsgeber für die Aktienmärkte sieht
Zipfel vor dem Hintergrund zurückgehender Unternehmensgewinne die Fiskalpolitik der Bundesregierung als
entscheidend an.
Die vollständige Aufzeichnung der November-Onlinekonferenz "Konjunktur | Märkte | Portfolio" (Dauer ca.
0:45 h) mit zahlreichen illustrierenden Charts ist unter http://tinyurl.com/wasnunusa kostenfrei abrufbar.
Die nächste Onlinekonferenz mit dem Titel "Wirtschaft | Märkte | Strategie" findet turnusgemäß am Dienstag,
den 11. Dezember 2012 um 11.00 h statt; im Anschluss sind Fragen an die Referenten möglich.
Interessierte können sich schon jetzt für die kostenfreie Veranstaltung unter www.vsp.ag registrieren.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Die VSP Financial Services AG hat sich erfolgreich als diversifiziertes und integriertes
Finanzdienstleistungsunternehmen positioniert. Es vereint in seinen Geschäftsbereichen makroökonomische
Kompetenz, kundenorientierte Investmentstrategien sowie bedarfsgerechte Portfoliolösungen.
Weitere Infos zur Pressemeldung:
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