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Altersvorsorge: Was bringt die Betriebsrente? | Investment Alternativen

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Altersvorsorge: Was bringt die Betriebsrente? | Investment Alternativen
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Altersvorsorge: Was bringt die Betriebsrente?
Die betriebliche Altersvorsorge steht derzeit auf der ReformAgenda. So wollen die Sozialdemokraten die Betriebsrente
ausbauen. In die Debatte platzt eine Untersuchung von Professor
Ulrich-Arthur Birk von der Universität Bamberg.
Professor Birk bekennt sich eindeutig zur Arbeitnehmerseite. Möglicherweise verläuft diesmal die
Problemlinie jedoch gar nicht zwischen den Arbeitsmarktpartnern. Denn die Betriebsrente
rechnet sich bislang nur für Entgeltumwandler in einer ganz bestimmten Konstellation und das
hat mehr mit den politischen Rahmenbedingungen zu tun als mit dem Konflikt zwischen
Arbeitnehmern und Arbeitgebern.
Das Hauptproblem scheint bei den verschiedenen Durchführungswegen zur Altersvorsorge
ohnehin zu sein, den Durchblick zu behalten. Was wird gefördert und was kommt raus
beschäftigte auch FINANZTEST vor einiger Zeit. Wobei die Tester vom Status-quo ausgehen und
die Anbieter von Direktversicherungen verglichen. Heraus kommt eine eher mickrige Verzinung
des eingezahlten Kapitals.
Politiker und die Altersvorsorge
Betriebsrente hört sich nach einer guten Idee an. So wollen die Sozialdemokraten noch etwas
schwammig die Betriebsrente aufhübschen. Wenn man sich anschaut, welche Ergebnisse in den
letzten Jahrzehnten Politiker bei der Förderung der Altersvorsorge zustande gebracht haben,
sollte man sich nicht zu viel erhoffen von Initiativen dieser Politikergeneration. Egal ob
Lebensarbeitsanerkennungrente oder Solidarrente als Etikett auf dem Konzept klebt.
Vor mehr als zehn Jahren entschied sich die Politik dafür, die private Altersvorsorge zu stärken.
Herausgekommen ist die Riester-Rente, benannt nach dem damaligen Arbeitsminister der
Sozialdemokraten. Inzwischen wissen wir: Die Riester-Rente fördert diejenigen nicht, die es am
dringendsten benötigen. So hat der Gesetzgeber die Anrechenbarkeit der privaten Vorsorge als
Malus installiert.
Für Geringverdiener macht private Altersvorsorge keine Sinn. Jetzt versucht die Bundesregierung
gegenzusteuern, geht dabei aber eher halbherzig vor. Folge: Wer in seinem Leben nicht genügend
verdient hat, der fällt trotz langer Beschäftigung und vieler Beitragsjahre unter eine Art
Fürsorgegrenze, die von der Politik mit den erwähnten Etiketten getarnt wird.
Was die Betriebsrente bringt
Vom Bruttogehalt stellt der Gesetzgeber 2688 Euro im Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei,
wenn das Geld in eine betriebliche Altersvorsorge eingezahlt wird. Weitere 1800 Euro kommen
hinzu, falls der Vertrag nicht vor 2005 abgeschlossen wurde. Derzeit nutzen bereits mehr als fünf
Millionen Menschen diese Form der Altersvorsorge, aber ob sich die Rechnung für sie lohnt, ist
von der Fallkonstruktion stark abhängig.
27.12.2012 12:16
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Für Beschäftigte mit gesetzlicher Krankenversicherung und Vertragsabschluss nach 2005, die vom
Chef keinen Zuschuss erhalten, sei die Entgeltumwandlung für die Betriebsrente in der Regel
nicht rentabel. Meint Professor Birk in einer aktuellen Berechnung. Der Grund dafür ist die
Nachversteuerung und die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Möglicherweise kommt
es auch zu weniger Einzahlungen bei der gesetzlichen Rente, die gegengerechnet werden müssen.
Birk rechnet vor: Ein alleinstehender gesetzlich krankenversicherter Durchschnitts-Verdiener mit
3400 Euro brutto im Monat, der Anfang 2012 eine Direktversicherung bei einem Anbieter
abgeschlossen hat und 44 Jahre lang 100 Euro monatlich bis zur Rente mit 67 einzahlt, kommt
demnach netto auf eine garantierte monatliche Rente von rund 150 Euro. Mit den nicht
garantierten Überschüssen wären es doppelt so viel. Diese Summe ist laut Birk um knapp 40 Euro
zu reduzieren, da der Einzahlerweniger an gesetzlicher Rente bekommt.
Für viele Nutzer eines der Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge dürfte das
Ergebnis überraschend kommen, da Vermittler gerne die Vorteile der betrieblichen
Altersvorsorge, aber nicht deren Nachteile besprechen. Fairerweise muss man dazu sagen: Es
bedarf vermutlich Gutachter, um den Einzelfall zu beurteilen.
DGB: An die Rente glauben immer weniger
In einer aktuellen Umfrage des DGB gibt ein Drittel
der Befragten an, ohnehin keinen oder nur in
geringen Maß Angebote zur betrieblichen
Altersvorsorge zu erhalten. Ohnehin ist die
Stimmung schlecht: Heraus kam auch, dass 38
Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland davon
ausgehen, dass sie von ihrer gesetzlichen Rente
später nicht leben können. 43 Prozent rechnen
damit, dass die Rente nur knapp ausreicht. Die Spitzenwerte: In der Gruppe der 25- bis
35-Jährigen erwartet sogar eine Mehrheit von 51 Prozent der Beschäftigten, dass die gesetzliche
Rente zum Leben nicht reichen wird. In der nächsten Alterskohorte der aktuell 36- bis
45-Jährigen waren es 44 Prozent der Befragten. Bei Arbeitnehmern, die in Teilzeit oder befristet
beschäftigt sind, waren die Zahlen naturgemäß größer. Ein weiterer Einflussfaktor auf die eigenen
Rentenaussichten ist die Ausbildung der Beschäftigten (Grafik).
Fazit
Die Politik sollte endlich auf das zu kräftige Besteuern von Renten verzichten. Dabei wären sogar
Deals mit den Bürgern drin: Warum wird den Arbeitnehmern die Besteuerung (sofortige oder
nachträgliche) nicht einfach erlassen und die spätere Auszahlphase wird als monatliche
Auszahlung ohne Substanzentnahmen organisiert? Hartz-fest muss das Ganze natürlich sein. Und
jetzt der Clou: Stirbt ein Arbeitnehmer, dann verfällt die gesamte Summe an den Staat. Dann
könnten sich sogar die Fiskalwünsche des Staates mit dem dringenden Kapitalaufbau für die
eigene Rente verbinden.
Stattdessen bastelt jede neue Regierung an einem anderen Schwerpunkt, der dann als
Durchführungsweg bei der betrieblichen Altersvorsorge auftaucht. Das System wird immer
komplizierter und man benötigt vermutlich eine Ausbildung als Versicherungsmathematiker, um
die finanziellen Folgen der Betriebsrente abzuschätzen.
Zur Homepage des Institut für betriebliche Altersvorsorge (IBA).
Arbeitsmappe betriebliche Altersversorgung.
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Zahlen Professor Birk: Rechnet sich Entgeltumwandlung zur bAV für Arbeitnehmer?
Artikelbild: Wiki Commons. Capture Queen. cc-by-2.0.
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