close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

KaumWintergerste bestellt – was ist machbar?

EinbettenHerunterladen
30
LANDPOST
lungen können auf das Frühjahr (bei
günstigeren Wirkungstemperaturen)
verlegt werden, die Ackerfuchsschwanzbekämpfung wird sicherer.
Erforderliche Fungizidbehandlungen
können wegen des in der Regel geringeren Befallsdruckes in Spätsaaten
auch später beginnen, beziehungsweise
es sind in Spätsaaten zu frühen Behandlungsterminen eher reduzierte Aufwandmengen möglich.
Fazit
Spätsaaten zu Winterweizen werden witterungsbedingt in diesem
Jahr einen hohen Anbauumfang
erreichen. Die diesem Jahr bisher
nur anteilig bestellte Wintergerstenfläche führt zu mehr Weizen in
der Fruchtfolge und damit zu einer
längeren Saatzeitspanne. Der
Spätsaatanteil (nach dem 15. Oktober bestellt) an der Gesamtweizenfläche wird wegen der bisher
eher schwierigen und verzögerten
diesjährigen Bestellung sicher die
30- bis 40-%-Marke erreichen, in
Normaljahren sind es bestenfalls
10 % der Weizenanbaufläche.
Für die verbleibenden Flächen zur
Spätsaat sind vorrangig die aus
den Saatzeitversuchen zu empfehlenden Sorten zur Minderung eines möglichen Auswinterungsund damit Ertragsrisikos bei Spätsaat zu nutzen. Saatmenge und
Anbautechnik sind entsprechend
anzupassen. Bei der Bestimmung
der Saatmenge ist nicht pauschal
vorzugehen, 200 kg/ha Weizen als
pauschale Saatmenge können
falsch sein. Bei einer Keimfähigkeit von 95 % und einem niedrigen TKG von 35 g heißt das, es
fallen 540 keimfähige Körner/m2.
Die erforderliche Saatmenge wäre damit völlig überzogen. Bei einem normalen TKG von 45 g sind
es 420 keimfähige Körner/m2. Die
gewünschte Pflanzenzahl sollte
über die exakte Bestimmung der
Saatmenge eingestellt werden.
Spätsaaten können zwar das Ertragspotenzial der Sorten im Vergleich zu früheren Saatterminen
nicht immer ganz ausschöpfen,
bringen aber andererseits auch
Vorteile, wie eine in der Regel geringere Krankheits- und Unkraut-/
Ungrasbelastung im Herbst und
günstigere Aussichten für die
Standfestigkeit des Bestandes.
Dr. Ulfried Obenauf
Landwirtschaftskammer
Tel.: 0 43 31-94 53-330
uobenauf@lksh.de
A USBILDUNG UND B ERATUNG
9. OKTOBER 2010
Anhaltender Regen und wassergesättigte Böden zur Herbstbestellung
Kaum Wintergerste bestellt – was ist machbar?
Die diesjährige Wintergerstenaussaat wird zurzeit massiv von anhaltenden Niederschlägen behindert.
Bis Ende September ist kaum eine
wesentliche Verbesserung der Boden- und Aussaatbedingungen zu
erwarten. Eine Wintergerstenaussaat Anfang Oktober birgt immer
ein Restrisiko in Bezug auf die Überwinterungsleistung der Bestände.
In den Betrieben ist das Saatgut
für die geplante Wintergerstenaussaat geordert und kann nur schwer
oder gar nicht zurückgegeben werden. Kann in der ersten Oktoberdekade auf den schweren Böden
keine Wintergerste mehr gedrillt
werden, muss dieses Saatgut gegebenenfalls überlagert werden, ein
Umstieg in der Bestellung auf Weizen wird dann nötig. Auch hier
zeichnen sich in der Saatgutversorgung Probleme ab, wenn plötzlich
übergroße Nachfrage nach spätsaatverträglichen
Weizensorten
entsteht. Wer die Wintergerstenaussaat 2010 aufgrund der schwierigen Bodenbedingungen auf dem
Betrieb jetzt schon abgehakt hat,
muss sich deshalb umgehend um
Ersatz kümmern.
Anbauplanung muss
umgestellt werden
Eine völlige Anbauumstellung in
den Betrieben – weg von der Wintergerste zu mehr Weizen nach Weizen
– hat natürlich auch Konsequenzen
für das Erntejahr 2011. So erhöhen
Nichts geht mehr – 40 bis 50 mm Regen am letzten Septemberwochenende haben
die Herbstbestellung wieder zurückgeworfen. Es war weder Bodenbearbeitung noch
Aussaat möglich.
sich die erforderlichen Druschzeitspannen im kommenden August für
das Mehr an Weizenanbaufläche. Es
erhöht sich das Risiko einer späten
Weizenernte mit den möglichen Konsequenzen für die Sicherung der Weizenqualität, wenn wir vergleichbare
Erntebedingungen wie 2008 und
2010 – 160 bis 200 mm Regen im
Erntemonat – bekommen. Nicht zuletzt hat das auch Konsequenzen für
die Rapsaussaat 2011. Die Vorfrucht
Wintergerste wird es nur begrenzt
geben, der überwiegende Anteil der
Rapsaussaat muss dann nach Winterweizen und damit möglicherweise
jenseits optimaler Saattermine erfolgen.
Ein Ausgleich über den Anbau frühreifer Weizensorten in Weizen nach
Weizen lässt sich jetzt kaum noch ausbauen, dafür wird es kein Saatgut
mehr geben. Eine weitere mögliche
Alternative für Marktfruchtbetriebe
ist das Gespräch mit benachbarten Biogasanlagen, ob anstatt der dann noch
verbleibenden „Notbremse“ Mais im
Frühjahr Getreide zur Ganzpflanzensilage abgenommen wird. Hier scheint
nach bisher vorliegenden überregionalen Ergebnissen (Trockenmasseleistung, Gasausbeuten) Triticale für die
besseren Böden am aussichtsreichsten
zu sein. Das sichert dann in diesen Betrieben eine früh räumende Vorfrucht
als anteiligen Wintergerstenersatz.
Solche gut entwickelten Wintergerstenbestände, die erst Mitte Oktober 2001, aber in trockenes Land bestellt wurden, waren
damals nach einem milden Winter doch noch möglich.
A USBILDUNG UND B ERATUNG
9. OKTOBER 2010
Übersicht 1: LSVWintergerste (Östliches Hügelland) – Erträge 2002
Mittel aus Stufe 3 und 4 (2000: aus Stufe 2 und 3)
Futterkamp
Tolk
Wolkenwehe
Lübeck/
Niendorf
Mittel
2001
2000
Bodenart/AZ
sL/60
sL/55
sL/47
sL/50
Vorfrucht
W.-Weizen W.-Raps W.-Weizen W.-Weizen
Saattermin
8.10.
15.10.
10.10.
10.10.
Erntetermin
28.7.
17.7.
28.7.
16.7.
(rel. 100 = dt/ha)
92,8
101,7
86,6
79,2
90,0 101,0 92,6
dreijährig geprüft
Carola (G)*
102
99
101
103
101
101
105
Candesse (G)*
101
101
99
100
100
99
103
Alissa (G)*
107
109
103
104
106
102
101
Franziska (G)*
100
102
111
98
103
104
103
Nikel (G)*
101
102
96
97
99
96
101
Theresa (G)
100
100
100
100
100
98
98
Angela (G)
95
102
95
100
98
97
102
Sarah (G)
93
97
92
99
95
99
99
Ludmilla
96
103
101
94
98
99
103
zweijährig geprüft
Lomerit (G)* +
103
102
112
107
106
108 107**
Clara (2G)*
94
91
91
101
94
[96] 105**
Siberia (EU,G)
101
103
[102] [98]
einjährig geprüft
Stephanie (G)
96
100
101
106
101 103**
Merlot (G)
97
100
103
103
101 104**
Anastasia (G)
93
94
[93] 95**
Elbany (G)
94
103
[98] 102**
Structura (G)
94
96
[95] 93**
Traminer (G)
98
103
[101] 100**
Bahamas (EU,G)
100
98
[99] 98** 103**
Passion (2G)
94
92
[93] 107**
Carat (2G)
92
96
[94] 106**
104**
Kamoto (2G)*
92
93
88
91
91
4
GD 5% rel.
6
5
6
5
5
5
*Verrechnungssorten; **Ergebnisse Wertprüfung 3, Bund beziehungsweise EUSV; (G) = gelbmosaikvirusresistent; [ ] = nicht auf allen Standorten geprüft; + = Beizung erfolgte mit Baytan,
mit übrigen Sorten nicht exakt vergleichbar
LK Pflanzenbau/Of
Chancen für
Spätsaaten belegt
Auch in zurückliegenden Jahren,
speziell zur Herbstaussaat 2001,
gab es vergleichbar schwierige Aussaatbedingungen, wie der Rückblick
zeigt:
„Schwierige Bestellbedingungen
im Herbst des letzten Jahres (2001)
führten zu einer deutlichen Verringerung der Aussaatfläche bei Wintergerste. So standen in diesem
Jahr nur knapp 36.000 ha (2001:
63.000,5 ha) Wintergerste im Feld,
das waren nach den Erhebungen des
Statistischen Landesamtes Kiel
44 % weniger als im Vorjahr. Damit
nahm die Wintergerste in diesem
Jahr nur noch 16 % der Getreidefläche ein.
Die Wintergerstenaussaat im
Herbst des vergangenen Jahres
(2001) konnte vor allem wegen der
2002
überdurchschnittlichen Niederschläge im September erst in der ersten
Oktoberdekade im nennenswerten
Umfang beginnen. Aussaatverzögerungen von drei bis vier Wochen im
Vergleich zu normalen Saatterminen
für Wintergerste waren die Folge. Zu
Beginn dieser späten Aussaatperiode
waren die vorgefundenen Bodenbedingungen überwiegend ungünstig,
das heißt ein Teil der Wintergerste
wurde in ein zu feuchtes Saatbett gedrillt. Die Aussaatbedingungen verbesserten sich erst in der zweiten
Hälfte der ersten Oktoberdekade,
Mitte Oktober musste die Wintergerstenaussaat wegen des höheren
Überwinterungsrisikos dieser Spätsaaten beendet werden. Ein ausgesprochen warmer Oktober und über
dem Durchschnitt liegende Monatsmitteltemperaturen in den Wintermonaten wirkten sich dann doch
noch positiv auf die Bestandesentwicklung aus.“
LANDPOST
Ob wir, wenn wir auch in diesem
Jahr in eine Spätsaat mit Wintergerste bis zum 10. Oktober gehen,
einen vergleichbaren Witterungsverlauf im Spätherbst/Winter wie
2001/2002 zu erwarten haben, ist
natürlich nicht voraussagbar.
Die Ergebnisse der Landessortenversuche zu Wintergerste aus dem
Erntejahr 2002 belegen auch die im
Versuch erst spät möglichen Saattermine (8. Oktober bis 15. Okotber
2001) an den Versuchsstandorten
und die danach realisierten Erträge
(Übersicht 1). So waren je nach
Standort im Mittel der damals geprüften Sorten 80 bis 100 dt/ha
Wintergerste noch möglich. Das damals geprüfte Sortenspektrum ist
für eine umfassende Ableitung –
welche Sorten aktuell für Spätsaaten besonders geeignet sind – nicht
mehr nutzbar, weil sich diese Sorten
in der Mehrzahl nicht mehr im Anbau befinden. Für ,Lomerit‘, die sich
als leistungsfähiger Wintergerstenstandard heute immer noch zu
80 % im Anbau befindet, lässt sich
aber die gute Spätsaateignung aufgrund ihres Bestockungsverhaltens
und des bekannten Regenerationsvermögens durchaus belegen. An
Die nach Spätsaat oft schwach aus dem
Winter 2001 kommende Gerste musste
zu Vegetationsbeginn durch eine in Termin und Menge angepasste Stickstoffgabe gefördert werden.
Fotos: Dr. Ulfried Obenauf
einzelnen Versuchsstandorten kam
es auch in Folgejahren (2003 und
Übersicht 2: LSVWintergerste (Östl. Hügelland) – Erträge 2003
Mittel aus Stufe 3 und 4 (ortsüblich/intensiv und intensiv +)
Futterkamp
Tolk
sL/60
W.-Weizen
sL/55
W.-Raps
Wolkenwehe
Birkenmoor
Mittel
2002
2001
sL/47
sL/50
W.-Weizen W.-Roggen/
Triticale
Saattermin
18.9.2002 20.9.2002 1.10.2002 18.9.2002
Erntetermin
15.7.2003 16.7.2003 16.7.2003 23.7.2003
(rel. 100 = dt/ha)
97,6
95,4
96,9
94,0
96,0
90,0 101,0
dreijährig geprüft
Candesse (G)*
96
96
97
94
96
100
99
Alissa (G)*
98
101
96
92
97
106
102
Franziska (G)*
101
98
103
104
101
103
104
Lomerit (G)*
107
106
105
103
105
106
108
Carola (G)
104
93
99
[98]
101
101
Theresa (G)
103
98
99
87
97
100
98
Ludmilla
101
107
94
98
100
98
99
Siberia (EU,G)
99
102
89
89
95
[102] [98]
zweijährig geprüft
Stephanie (G)*
99
97
98
100
98
101 103**
Merlot (G)*
105
104
100
110
105
101 104**
Elbany (G)*
93
90
104
100
97
[98] 102**
Traminer (G)*
100
108
98
97
101 [101] 100**
Bahamas (EU,G)
87
73
89
95
86
[99] 98**
einjährig geprüft
Caprima (G)
100
101
93
96
98
99**
Naomie (G)
102
102
98
100
100 101**
Nobilia (EU,G)
98
91
93
[94]
GD 5% rel.
5
10
8
9
7
5
5
*Verrechnungssorten; **Ergebnisse Wertprüfung 3, Bund beziehungsweise EUSV;
(G) = gelbmosaikvirusresistent; [ ] = nicht auf allen Standorten geprüft
LK Pflanzenbau/Of
Bodenart/AZ
Vorfrucht
2003
31
32
A USBILDUNG UND B ERATUNG
LANDPOST
2005) zu späten Saatterminen bei
Wintergerste (Übersicht 2 und 3)
auf den Lehmstandorten des Östlichen Hügellandes. Auch in diesen
Jahren war ,Lomerit‘ in der Spätsaat im Oktober neben ,Franziska‘,
,Merlot‘ (beide Sorten haben heute
auch keine Anbaubedeutung mehr)
und ,Naomie‘ (sehr gute Winterfestigkeit) die leistungsfähigste Sorte.
Spätsaat auf einem Geeststandort
(Gudendorf 2005) belegte ebenfalls
gute Erträge für ,Lomerit‘ und dort
in diesem Versuchsjahr auch für ,Laverda‘.
Als Fazit läst sich daraus ableiten: Für ,Lomerit‘ liegen belastbare
Erfahrungen mit späten Saatterminen in der ersten Oktoberdekade
vor. Augrund ihrer Frohwüchsigkeit
und ihres guten Bestockungsvermögens werden vermutlich auch Sorten wie ,Kathleen‘ (2G), ,Pelican‘
(EU,G) und ,Highlight‘ (G) ausreichende Erträge zum späten Saattermin ermöglichen. Gleiches gilt vermutlich für die anteilig im Anbau
befindlichen Hybridgersten, denen
ebenfalls ein gutes Regenerationsvermögen und hohe Bestockungsleistungen eigen sind. Allerdings
sollten hier bei später Aussaat die
Saatmengen im Vergleich zu Liniensorten nicht um ein Drittel, sondern
Übersicht 3: LSVWintergerste (Östliches Hügelland) – Erträge 2005
Mittel aus Stufe 2 und 3 (reduziert/ortsüblich intensiv) 2004 und 2005
Mittel aus Stufe 3 und 4 (ortsüblich/intensiv und intensiv +) 2003
Futterkamp
Tolk
Birkenmoor
Tützpatz***
MV
Vipperow***
MV
2005
2005
Mittel
2004
höchstens um 15 bis 20 % reduziert Spritzung mit Mangansulfat (3 bis
5 kg/ha) erfolgen.
werden.
Mittel aus Stufe 2 u. 3 (reduziert/ortsüblich intensiv) 2004 und 2005
Mittel aus Stufe 3 u. 4 (ortsüblich/intensiv und intensiv +) 2003
Gudendorf
Wolkenwehe****
2003
lS-sL/45-50
sL/50
sL/50
sL/58
sL/60
Bodenart/AZ
Silomais
W.-Roggen
W.-Weizen
W.-Raps
W.-Weizen
Vorfrucht
20.9.2004
20.9.2004
5.10.2004
17.9.2004
20.9.2004
Saattermin
14.7.2005
26.7.2005
27.7.2005
18.7.2005
14.7.2005
Erntetermin
113,2
107,3
96,5
96,0
89,4
110,1
123,5
106,4
(rel. 100 = dt/ha)
dreijährig geprüft
101
97
97
97
101
97
94
95
Franziska (G)*
105
105
103
101
99
102
106
104
Lomerit (G)*
100
105
100
102
101
101
100
100
Naomie (G)*
97
101
95
95
94
94
95
Alissa (G)
105
99
98
98
100
100
93
99
Merlot (G)
101
99
99
105
95
97
102
Traminer (G)
zweijährig geprüft
103**
95
98
96
103
93
102
96
Maximiliane (G)
104**
94
99
97
98
103
95
101
Cinderella (G)
101**
92
99
99
99
96
103
97
Action (G)
einjährig geprüft
90
83
94
97
84
Anastasia (2G)
101**
104**
100
103
94
97
103
104
Laverda (G)
102**
95**
105
98
Mercedes (G)
97**
99**
99
99
Merilyn (G)
7
6
7
10
7
6
7
4
GD 5% rel.
*Verrechnungssorten; **Ergebnisse Wertprüfung 3 und 2 Bund beziehungsweise EUSV; ***Intensitätsstufe 2 - ortsüblich/intensiv;
****nur Intensitätsstufe 3 - ortsüblich/intensiv auswertbar; (G)= gelbmosaikvirusresistent
LK Pflanzenbau/Of
Übersicht 4: LSVWintergerste (Geest) – Erträge 2005
Schuby
9. OKTOBER 2010
Mittel
2004
2003
Sl/30
S/30
hS/25
Bodenart/AZ
Phacelia
W.-Gerste
S.-Gerste
Vorfrucht
30.9.2004 12.10.2004 16.9.2004
Saattermin
12.7.2005
12.7.2005
13.7.2005
Erntetermin
107,9
95,3
79,8
92,8
93,1
97,6
(rel. 100 = dt/ha)
dreijährig geprüft
98
100
96
91
94
99
Candesse (G)
106
95
100
98
100
100
Franziska (G)*
104
101
102
98
101
103
Lomerit (G)*
104
103
102
99
100
104
Stephanie (G)
101
99
100
98
102
Ludmilla
99
105
98
103
98
97
Naomie (G)*
100
102
95
92
98
Nobilia (EU,G)
zweijährig geprüft
103**
[99]
100
103
100
100
Maximiliane (G)
104**
[94]
102
104
100
103
Cinderella (G)
101**
[95]
99
96
97
101
Action (G)
einjährig geprüft
101**
104**
105
104
105
Laverda (G)
104**
98
94
95
100
Finita (zzG)
100**
94
93
93
94
Spectrum (zzG)
4
12
4
7
5
4
GD 5% rel.
*Verrechnungssorten; **Ergebnisse Wertprüfung 3 und 2 Bund beziehungsweise EUSV; ***Intensitätsstufe 2 - orstüblich/intensiv; (G) = gelbmosaikvirusresistent; zz = zweizeilig; [ ] = nicht
auf allen Standorten geprüft
LK Pflanzenbau/Of
Anbautechnik an die
Spätsaat anpassen
Fazit
Eine Grundforderung auch bei später Aussaat von Wintergerste ist es, in
möglichst ausreichend abgetrocknete
Böden zu bestellen. Wintergerste
quittiert eine zu nasse Bestellung mit
Ertragseinbußen. Nach den ergiebigen Niederschlägen Ende September
ist damit auf den besseren Böden erst
wieder um den 5. bis 10. Oktober zu
rechnen. Ob dann Pflügen oder eine
flachere Mulchsaat das ausreichend
trockene Saatbett ermöglicht, muss
vor Ort entschieden werden.
Die Aussaatmengen zu diesem Zeitpunkt sollten 350 bis 380 keimfähige
Körner/m2 für Liniensorten und zirka
280 keimfähige Körner/m2 für Hybridgerste betragen. Für die Spätsaat
zu Wintergerste ist eine Herbst-NGabe von 30 bis 40 kg N/ha zur Saat
(Harnstoff, ASS, AHL) vorzusehen,
um einen schnellen Start der Bestände und eine ausreichende Vorwinterentwicklung zu sichern. Nach Auflauf
der Bestände sollte im Spätherbst zur
Absicherung der Überwinterungsleistung im Drei- bis Vierbattstadium der
Gerste möglichst auch noch eine
Dr. Ulfried Obenauf
Landwirtschaftskammer
Tel.: 0 43 31-94 53-330
uobenauf@lksh.de
Spätsaaten zu Wintergerste bergen ein Restrisiko, da der Witterungsverlauf über Winter nicht
vorauszusehen ist. Andererseits
hat die Anbauumstellung auf
mehr Weizen nach Weizen wegen
der derzeit schwierigen Aussaatbedingungen Konsequenzen bis
in die kommende Ernte und Aussaat im Herbst 2011. Belastbare
positive Ergebnisse für die Spätsaatverträglichkeit von Sorten
liegen aus Erfahrungen zurückliegender schwieriger Aussaatjahre für die Sorte Lomerit vor.
Für die Spätsaat von Wintergerste ist mit dem Ende der ersten
Oktoberdekade sicher der spätestmögliche Termin erreicht.
Für Spätsaaten ist die Anbautechnik (Saatmenge, Herbstdüngung) entsprechend anzupassen.
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
1
Dateigröße
326 KB
Tags
1/--Seiten
melden