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Mein behindertes Kind wird volljährig, was sollte ich beantragen

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Mein behindertes Kind wird volljährig, was sollte ich beantragen,
woran muss ich denken?
Bitte schon alles frühzeitig beantragen, ruhig 6 Monate vor dem 18. Geburtstag!!!
 Betreuung beim Amtsgericht
beantragen bzw. beim Notar Vorsorgevollmacht oder Generalvollmacht, wenn die behinderte
Person eingeschränkt geschäftsfähig ist.
Musterantrag hier:
http://www.famerb.de/formulare/vs26_anregung_betreuerbestellung.pdf
 Grundsicherung beantragen beim zuständigem Sozialamt
Wenn ihr Kind die Pflegestufe II oder III hat, steht es ihm zu, aber auch bei der Pflegestufe I
sollte man es auf jeden Fall versuchen. Den volljährig gewordenen Schülern steht die Grundsicherung zu!!!!
Das Vermögen der Eltern ist nicht relevant, solange das Bruttoeinkommen nicht 100.000€ im
Jahr übersteigt!
Dabei vorher darauf achten, dass das Kind nicht viel Geld auf dem Konto hat (es darf nur
2600€ an Vermögen haben, dazu zählt auch eine Ausbildungsversicherung oder Lebensversicherung!!!!)
Außerdem ganz wichtig, das Kindergeld nicht auf das Konto des Kindes überweisen lassen,
sonst gilt es als Einkommen und wird von der Grundsicherung abgezogen!!!!
Immer zusehen, dass der Kontostand diese 2600€ nicht übersteigt, ansonsten ist das Kind
nicht mehr grundsicherungsberechtigt.
Sinnvoll ist es, wenn das Kind kein eigenes Girokonto hat, das Geld lieber auf das Konto der
Eltern, wo auch das Kindergeld hingehen sollte, überweisen.
Lassen sie sich nicht von dem Papierkrieg einschüchtern!!!
Der zuständige Sachbearbeiter ist verpflichtet ihnen zu helfen und wird das nach Terminabsprache auch gerne tun. Die Grundsicherung muss jährlich neu beantragt werden, wobei die
Wiederholungsbeantragung nur aus 3 Zetteln besteht. Also keine Panik, das ist schnell gemacht, meistens muss man nur Kreuzchen setzen.
Verschenken sie nicht das dem Kind zustehende Geld, da können leicht 400€ monatlich für
das Kind herausspringen!
 Weiterzahlung des Kindergeldes beantragen
Sollte es sich bei einem Kindergeld berechtigtem Kind um ein Kind mit Behinderung handeln, so wird das Kindergeld über das 18. Lebensjahr und auch über das 25. Lebensjahr hinaus gezahlt, sofern das Kind aufgrund einer körperlichen, seelischen oder geistigen Behinderung nicht selbst in der Lage ist, für seinen Unterhalt aufzukommen und sein Leben aus eigener Kraft zu bestreiten. In diesem Fall muss die Behinderung aber bereits schon vor Vollendung des 25. Lebensjahres vorhanden gewesen sein.
Sollte das Einkommen des Kindes die Einkommensgrenze von 8.004€ im Kalenderjahr nicht
überschreiten, so kann die zuständige Familienkasse davon ausgehen, dass das behinderte
Kind nicht selbst unterhaltsfähig ist. Unter Umständen kann auch noch ein behinderungsbedingter Mehrbedarf berücksichtigt werden, der die Einkommensgrenze nach oben verschiebt.
Dies ist aber in jedem Fall einzeln zu beurteilen. Das Vermögen von behinderten Kindern
wird hingegen nicht bei der Berechnung des Kindergeldes herangezogen.
Die körperliche, seelische oder geistige Behinderung des Kindes ist der Familienkasse durch
geeignete Unterlagen glaubhaft zu machen und zu belegen, hierzu bedarf es einer amtlichen
Bescheinigung, wie dem Behindertenausweis, des Rentenbescheides oder dem Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes.
Auch kann die Behinderung mit einer vom behandelnden Arzt ausgestellten Bescheinigung
oder Gutachten bescheinigt werden, hieraus müssen jedoch der Grad der Behinderung, Informationen zur Erwerbsfähigkeit des Kindes sowie der Beginn der Behinderung (sofern das
Kind das 25. Lebensjahr vollendet hat) entnommen werden können.
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Wird der Kindergeld-Anspruch aufgrund einer Behinderung des Kindes festgestellt, so wird
das Kindergeld ohne Altersbeschränkung weiter gezahlt.
Musterantrag hier:
http://www.famerb.de/formulare/kgantrag.pdf
 Kind als chronisch krank bei der Krankenkasse einstufen lassen
damit es nur 1% seines Einkommens an Zuzahlungen auf Medikamente und Praxisgebühren
leisten muss (sonst 2%).
 Bei sämtlichen Versicherungen das Kind weiterlaufen lassen unter familienversichert
(Krankenkasse, Rechtschutz und Haftpflicht)
da muss man auch mal mit Kündigung aller Versicherungen drohen, damit die sich darauf
einlassen, aber es geht!!!
 Behindertentestament machen
Das sollte von Ihnen schon viel früher gemacht worden sein!!!
Passiert Ihnen als Eltern etwas und ihr behindertes Kind erbt, holt sich das Sozialamt das Erbe!!!
Wenn Sie das oben genannte Testament machen, kommen die nicht an das Erbe ran, also ab
zum Anwalt und Notar!!!
 Antrag Einzelfallentscheidung Kurzzeitpflege
Sollte ihr Kind bisher in einer Pflegeeinrichtung oder anderer geeigneter Einrichtung außer
speziellen Kurzzeitpflegehäusern, diese in Anspruch nehmen, stellen sie bei der Pflegekasse
einen Antrag auf Einzelfallentscheidung, damit die betreffende Person dort auch nach dem
Erreichen der Volljährigkeit die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen darf. Solange das Gesetz
nicht geändert wird, geht das nur auf diesem Wege!!!
Musterbrief hier auf Seite 6
http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?t=71478&postdays=0&postorder=asc&highlight=kurz
zeitpflege&start=50
 Arztwechsel ?
Mit dem Kinderarzt besprechen, ob er den behinderten Patienten auch weiterhin behandelt.
Ansonsten einen geeigneten Arzt empfehlen lassen!!
Kinderarte dürfen behinderte Patienten behandeln, bis sie 24 oder 27 Jahre alt sind.
Für Kinderkliniken gilt dasselbe, wenn die Über- oder Einweisung von einem Kinderarzt
stammt.
Siehe Rehekids-Forum unter Rechtliches (bald 18...was muss ich beantragen, Seite 6)
All diese Informationen und noch vieles mehr gibt es im Internet in folgenden Foren
Rehakids - Eltern behinderter Kinder tauschen sich aus oder
Intakt - ebenfalls eine Plattform für Eltern behinderter Kinder.
Hilfreiche Informationen finden Sie auch unter:
http://www.bvkm.de/dokumente/pdf/Rechtsratgeber/18_werden_mit_Behinderung.pdf
In den Foren finden sie Informationen und Muster von Widersprüchen, wenn die Krankenkassen Hilfsmittel usw. nicht bezahlen. Vor allem aber finden sie Zuspruch durch selbstbetroffene Eltern!!!
Informieren Sie sich darüber, was Ihren Kindern zusteht, es wird Sie niemand von den
Behörden oder Krankenkassen darauf hinweisen!!!!
Zusammengefasst von Barbara Plohr, Elternratsvorsitzende der Paul- Moor- Schule, Stand Juli 2012
Rechtlicher Hinweis: Vorstehende Informationen sind ohne Gewähr. Die Ableitung von Rechtsansprüchen, auch gegen die Verfasser, werden ausdrücklich ausgeschlossen.
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Bildung
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