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Das Verbraucherinsolvenzverfahren Was hat sich am 01.07.2014

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01.07.2014
Das Verbraucherinsolvenzverfahren
Wer kommt in Frage?
Das Verbraucher-Insolvenzverfahren gibt überschuldeten Bürgern die Chance eines wirtschaftlichen Neuanfangs. Ausgenommen sind nur Selbstständige und ehemals Selbstständige, die mehr
als 19 Gläubiger oder Schulden aus Arbeitsverhältnissen haben, (z.B. Sozialabgaben für Angestellte). Betroffene können jedoch statt eines Verbraucherinsolvenzverfahrens ein s. g. Regelinsolvenzverfahren beantragen.
Wie funktioniert die Verbraucherinsolvenz?
Zunächst muss versucht werden, sich mit allen Gläubigern außergerichtlich zu einigen. Scheitert
dies, wird von einer geeigneten Stelle eine Bescheinigung über das Scheitern ausgestellt. Geeignete Stellen sind z.B. Schuldnerberatungsstellen, Rechtsanwälte und Steuerberater. Dann wird der
Insolvenzantrag bei Gericht gestellt. Es entscheidet, ob nochmals ein Einigungsversuch gestartet
werden soll. Scheitert auch der zweite Versuch, wird das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet.
Dabei werden pfändbares Einkommen und Vermögen anteilmäßig auf die Gläubiger verteilt.
Wie lange dauert das Verfahren?
Das Verfahren dauert 6 Jahre. In dieser sogenannten "Wohlverhaltensphase" müssen Sie die
pfändbaren Beträge Ihres Einkommens über einen Insolvenzverwalter an die Gläubiger zahlen.
Ferner müssen Sie bestimmte Obliegenheiten erfüllen, wie z.B. eine angemessene Erwerbstätigkeit ausüben, Wohnortwechsel melden u. a. Haben Sie die Wohlverhaltensphase gut überstanden, erhalten Sie durch gerichtlichen Beschluss die Befreiung von den Schulden.
Was hat sich am 01.07.2014 geändert?
Verfahrensdauer: Bringen Sie die Verfahrenskosten in Höhe von circa 1500 € aus eigenen Mitteln
auf, erhalten Sie die Schuldenbefreiung bereits nach fünf Jahren. Der Zeitraum kann sogar auf
drei Jahre verkürzt werden, wenn in dieser Zeit 35% der gesamten Schulden beglichen werden.
Aber Achtung: Zusätzlich müssen sehr hohe Verfahrenskosten (Gerichts- und Verwalterkosten)
von Ihnen beglichen werden. Die Gesamtzahlung kann deshalb im Einzelfall bis zu 70% der bestehenden Schulden ausmachen.
Planverfahren: Eine Schuldenbefreiung kann unter bestimmten Umständen auch mit Hilfe des
sogenannten Planverfahrens erfolgen. Es bietet flexible Möglichkeiten einer Einigung, die bisher
nicht möglich waren. Dabei muss eine Mehrheit der Gläubiger zustimmen. Auch Forderungen von
Gläubigern, welche sich nicht gemeldet haben, werden von diesem Plan erfasst. Die Gerichtskosten können in diesem Verfahren nicht gestundet werden und müssen von Ihnen selbst beglichen werden. Für ein Planverfahren müssen Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden, da dieses
Verfahren von den anerkannten Schuldnerberatungsstellen in Essen nicht durchgeführt wird.
Schutz für Mieter: Wenn Sie Mieter einer Wohnungsgenossenschaft sind, besteht Pfändungsschutz für Einlagen bis zu einer vierfachen Höhe der Miete, maximal bis zu 2.000 €.
Verschärfungen für den Antragsteller
 Wenn Sie Steuer- oder Unterhaltsschulden haben, können diese unter bestimmten Umständen von einer Schuldenbefreiung ausgeschlossen werden.
 Sofern Sie erwerbslos sind, steigen die Anforderungen an Sie, sich um Arbeit zu bemühen.
 Die Restschuldbefreiung kann auch noch nachträglich versagt werden, z.B. wenn Sie Ihre
Auskunfts- und Mitwirkungspflicht grob fahrlässig verletzt haben.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es nach dem 01.07. zu Verzögerungen in der Bearbeitung Ihres
Antrags kommen kann, da die neuen amtlichen Vordrucke und die Updates für die eingesetzten Softwareprogramme z.Z. noch nicht vorliegen.
Die nächste Informationsveranstaltung zum Thema "Verbraucherinsolvenz" findet am Mi. 16.07.2014 von
10 bis 12 Uhr im Haus der AWO, Pferdemarkt 5, 1. Etage statt.
Weitere Informationen und Terminvereinbarung unter 0201/827260 und mailto@schuldnerhilfe.de
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Sport
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