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ausgabe 32 – mai/juni 2008 Was hat Dich dazu - LPR Hessen

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ausgabe 32 – mai/juni 2008
Vorspruch: Nachdem wir im Jahr 2006 unter der Überschrift „gut ausgebildet im …“
schon einmal einen kleinen Ausschnitt aus
den vielfältigen Aus- und Weiterbildungsbildungsangeboten der Medienprojektzentren Offener Kanal vorgestellt haben, soll
mit dieser Ausgabe das Spektrum an Praktika und anderen Formen des Lernens erweitert werden. Diesmal in Form von Interviews, die MOK-Mitarbeiter/innen mit ihren „Auszubildenden“ geführt haben.
Was hat Dich dazu bewegt, das Praktikum
im MOK zu absolvieren?
Für meine Studienbewerbung an der
Hochschule Darmstadt (Digital Media) benötige ich ein sechswöchiges Vorpraktikum im Medienbereich. Gleich meine erste Idee war, dieses im OK zu machen.
Dort habe ich vor längerer Zeit ein Projekt
durchgeführt, sodass mir der OK noch positiv in Erinnerung geblieben ist.
Du bist im Endeffekt länger im Praktikum
geblieben als die geplanten sechs Wochen. Wie kam's?
Da ich mit den Kollegen sehr gut klar kam
und die Arbeitsatmosphäre mir sehr zusagt, habe ich mich entschieden, nach
meinem Projekt noch mit allen Kräften zu
helfen. Dabei kann man nämlich einen tollen Einblick in andere Projekte gewinnen
und sich so neue Ideen, Methoden und Arbeitsweisen aneignen.
Was war denn Dein Praktikumsprojekt?
Ich habe für meine Studienbewerbung ein
Musikvideo zu einem selbst komponierten
Song produziert und konnte für fast alle
Schritte glücklicherweise das Equipment
des OK nutzen. Während meiner Zeit hier
habe ich mir ganz viele Kenntnisse angeeignet, bis hin zum DVD-Authoring. Ohne
den OK wäre mein Projekt in dieser Form
definitiv nicht realisierbar gewesen. Man
hat hier ideale Möglichkeiten, sich in Eigenarbeit Kenntnisse über Video-Hardund Software zu verschaffen und diese direkt anzuwenden.
Was hast Du im OK schmerzlich vermisst?
Die einzigen beiden Dinge, die dem OK
noch gut tun würden, wäre ein kleines Tonstudio für professionelle Filmvertonung
und Audioproduktionen, und fürs Studio
wünsche ich mir noch einige Kulissen oder
Vorhänge, um schnell für verschiedene
Zwecke umgestalten zu können.
per, denn man kann sich in so vielen Bereichen ausprobieren.
Dorothea: Es sollte auf jeden Fall in Richtung Film gehen, und mir war es sehr wichtig, viel selber machen und ausprobieren
zu können. Da ist Bürgerfernsehen auf jeden Fall die richtige Adresse.
Wie haben sich Erwartungshaltung vor und
Erfahrungen während des Praktikums miteinander vertragen?
Hendrik Putzek – 6-Wochen-Praktikum
zur Vorbereitung aufs Studium
Ist der OK ein ernst zu nehmender Fernsehsender?
Ich sehe den OK eher als ein Projektzentrum mit Sendemöglichkeit. Dies halte ich
allerdings nicht für ein Problem, denn viele
Produktionen sind wohl eher als Kunst anzusehen und haben in einem „Massensender“ wie Pro7 oder ähnlichem nichts
verloren – und würden auch die falsche
Zielgruppe erreichen.
Anna: Ich konnte mir schon etwa vorstellen, was mich erwartet, weil ich hier mal
ein Seminar besucht habe und man mir
gesagt hat, was mich im Praktikum erwartet. Allerdings muss ich betonen, dass ich
es sehr gut finde, dass man uns so viel
Freiraum gelassen hat in dem, was wir
gemacht haben, und uns auch so viel Verantwortung übertragen hat.
Dorothea: Meine Erwartungen sind voll erfüllt worden. Vielleicht hätte ich mir
manchmal etwas mehr Kritik gewünscht.
Interessant zu sehen ist es, wie lang man
an manchen Filmen arbeitet, die dann
doch nur sehr kurz sind, und was für ein
schnelles Arbeiten so ein tägliches Jugendmagazin erfordert. Das hätte ich nicht
erwartet.
Entsprach das Praktikum Deinen Erwartungen?
Ehrlich gesagt hat es meine Erwartungen
übertroffen. Ich konnte hier nicht nur in
freier Arbeit mein Projekt umsetzen, sondern hatte auch Gelegenheit, an Seminaren und Kursen teilzunehmen. Und wie
schon erwähnt weiß ich die Möglichkeiten
zu schätzen, die mir der OK bietet, um
meine Kenntnisse und Fähigkeiten zu vertiefen. Ich bin also sehr zufrieden.
www.mok-giessen.de
Anna Siebert und Dorothea Flämig
3 Wochen schulisches Ferien-Betriebspraktikum
Was bleibt von den drei Wochen hängen,
wenn die Sommerferien vorbei sind?
Die Auswahl an Unternehmen für ein Betriebspraktikum ist sehr groß. Warum sollte es das Medienprojektzentrum Offener
Kanal Kassel sein?
Anna: Mediengestalter in Bild und Ton ist
so mein Berufswunsch, und mein großer
Traum wäre es, vielleicht danach noch Regie zu studieren. Aber um zu sehen, ob das
wirklich zu mir passen könnte, wollte ich
das Praktikum schon in die Richtung Medien wählen. Der Offene Kanal ist dazu su-
Anna: Gute Tipps von unseren Teamern,
wie man Fernsehen professionell gestalten
kann; die sind ja Spezialisten auf dem Gebiet. So konnten wir uns noch weiter
verbessern. Außerdem weiß ich jetzt, dass
mein Berufswunsch gar nicht so falsch
liegt, weil es wirklich Spaß gemacht hat.
Dorothea: Auf jeden Fall eine Zeit, in der
man mit Spaß arbeiten, Ergebnisse sehen
und sich vielseitig ausprobieren konnte.
Die drei Wochen haben mich eher bestärkt, vielleicht mal etwas in diese Richtung zu machen, und mir nicht den „harten
Berufsalltag“ gezeigt, um mich von diesem
Gedanken abzubringen.
Wird Euch das MOK irgendwann wieder
sehen oder reicht es Euch fürs Erste?
Anna: Also, ich werd jetzt immer mal
schauen, was das MOK so anbietet, und,
wenn es was Passendes gibt, werde ich
bestimmt mal wieder vorbei schauen.
Dorothea: Ich freue mich natürlich jetzt
erst mal, die Ferien genießen zu können,
aber die Möglichkeit, hier Equipment ausleihen und eventuell auch etwas senden zu
können, ist schon verlockend. Daher werde
ich jetzt wohl ein Auge drauf haben, was es
hier für Projekte und Angebote gibt, und
wenn es zeitlich passt dann auch hier anzutreffen sein.
www.mok-kassel.de
Woher kommst Du?
Aus Groß Polzin, Ostvorpommern.
Welche Ausbildung hast Du vor Deinem
Studium Sozialwesen in Fulda gemacht?
Ich habe Abitur gemacht, drei Semester
Sozialrecht studiert und dann aufgehört:
Recht ist ganz gut, aber nur Recht ist nicht
gut. Ich hatte gedacht, da steht mehr das
Soziale im Vordergrund, aber da steht das
Recht im Vordergrund.
Du hast ja gerade Dein Studium abgeschlossen. Worum geht es in Deiner Bachelor-Arbeit?
Da geht es darum, wie der weibliche Körper in Musikclips präsentiert wird und wie
Jugendliche ihre Identität über die Rezeption von Musikvideos ausbilden. Jugendliche verorten sich überwiegend in dem Feld
der aktuellen Schönheitsnormen, die unmittelbar mit dem Kapitalismus und der
Werbung verbunden sind. Dort sammelt
sich der überwiegende Teil an. Viele Jugendliche durchblicken nicht, was in Musikclips überhaupt alles beworben wird.
Die Jugendlichen im Praxisprojekt wussten
sehr viel, ich dachte manchmal, die haben
sich vorher belesen, die wachsen damit
auf und haben eine ganz andere Wahrnehmung als wir, aber ihr Blick bleibt an
der Oberfläche.
Welche Auswirkung haben die Sachen, die
Du hier gelernt hast, auf Deine Zukunftsplanung?
Die größte Auswirkung hatten die Vorlesungen vom Andreas, die mich in eine
ganz andere Richtung geschoben haben.
Sich mit Philosophie auseinanderzusetzen
– ich glaube, da macht man immer einen
Entwicklungsprozess durch, so dass man
die Welt danach mit anderen Augen sieht.
Wenn man Erkenntnisse daraus gewinnt.
Welche praktischen Folgen hat das für
das, was Du jetzt weiter machst?
Es hat meine allgemeine Grundeinstellung
verändert, wie ich an die Arbeit mit anderen Menschen herangehe. Allgemein glaube ich, wenn man sich selber nicht begreift
und das System, in dem man lebt, wie soll
man dann darin arbeiten?
Jana Lippert
Bachelor of Arts
* Andreas Rickert-Lützen ist Mitarbeiter des MOK
Fulda und hält Vorlesungen/gibt Seminare an der
Hochschule Fulda.
www.mok-fulda.de
Was war Dein erster Kontakt mit dem MOK
Fulda?
Das war Einführung in die Medienpädagogik. Ich habe fast alle Vorlesungen von
Andreas* besucht. Zuerst Filmanalyse,
dann kritische Medientheorien, Adorno,
Video als Medium der sozialen Arbeit und
jetzt das Vertiefungsmodul: Das war Medienkompetenz, Bildungs- und Kulturarbeit.
Was habt Ihr in dem Vertiefungsmodul
gemacht?
Wir haben den Workshop vorbereitet für
das Netzwerk Hauptschule, Arbeit mit Musikvideos. Wir haben die Theorie vorbereitet, die wir vorher den Jugendlichen erklären wollten, und wir haben die Planung der
drei mal drei Projekttage im Detail gemacht.
Was hat Dir in den Veranstaltungen am
meisten gebracht?
Das war dieser kritische Blick auf die Medien, der hat mein Weltbild doch sehr erschüttert. Nicht nur, was die Medien betrifft, sondern auch, wie Gesellschaft funktioniert. Auf Foucault bin ich dann allerdings durch meine Mitbewohnerin gekommen, nicht durch Andreas.
Sie sind seit März 2008 im MOK Offenbach/Frankfurt: Woran haben Sie am
meisten Spaß?
Die Arbeit ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Jeden Tag und jede Woche
kommen neue Aufgaben und Herausforderungen auf mich zu, die mir viel Spaß bereiten. Die Mischung zwischen aktiver medienpädagogischer Projektpraxis und organisatorischer Arbeit im Büro gefällt mir.
Ich komme also jeden Tag gerne hierher!
Welche Sorte Mensch beeindruckt Sie?
Also erstmal fühle ich mich hier im Team
sehr gut aufgehoben. Von jeder Kollegin
und jedem Kollegen kann ich hier lernen
und etwas mitnehmen. Daneben bin ich
ganz besonders beeindruckt von der positiven Lernbereitschaft der Schüler von
Lernhilfe-Schulen. Zu sehen, wie das filmische Arbeiten an einem außerschulischen
Lernort bei fast allen mehr oder weniger
benachteiligten Schülerinnen und Schülen
zu einer Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls beiträgt, ist unglaublich.
Wie wichtig ist für Sie Teamarbeit?
Teamarbeit ist enorm wichtig, denn hier
sind alle aufeinander angewiesen. Was jede einzelne Mitarbeiterin beiträgt, nutzt
dem gesamten Ergebnis. Für Projekte ist
es unbedingt erforderlich, dass die Teamer
sich gut verstehen. Der Austausch im Team
steht im MOK an erster Stelle, dadurch
fühle ich mich sehr gut eingearbeitet.
Annika Lorz
Diplom-Sozialpädagogin im Berufspraktikum
Was macht für Sie den größten Unterschied zwischen Studium und der Zeit im
Anerkennungsjahr aus?
Ganz klar! Der größte Unterschied zwischen Studium und Anerkennungsjahr
liegt darin, dass das Anerkennungsjahr
viel praxisorientierter ist als das Studium,
was ich sehr begrüße und was mir auch
viel besser gefällt. Die Fachhochschule
Frankfurt/Main versucht zwar, Praxis und
Theorie zu verbinden, doch letztendlich
überwiegt im Studium der theoretische Anteil. Über theoretisches (medien-)pädagogisches Fachwissen zu verfügen, ist aber
sicherlich in der Praxis von Vorteil und eine
wichtige Grundlage.
Worin bestand denn die Praxis während
des Studiums?
Während des Hauptstudiums habe ich in
meinem Studienschwerpunkt Medien- und
Kulturarbeit die Praxisarbeit im Kinderweltraum-Projekt gut kennen gelernt. Das
ist ein kultur- und medienpädagogisches
Mitmachprojekt zur Förderung von Bildung, Kommunikation und interkultureller
Verständigung. Im Projekt kooperieren unterschiedliche pädagogische Einrichtungen aus den Stadtteilen Frankfurts mit
dem MOK und dem Deutschen Kinderschutzbund. In diesem Projekt habe ich
das MOK, die Konzeptarbeit und die Praxisbegleitung von Kindergruppen kennen
gelernt und die Kinder bei der Produktion
von Trickfilmen, Fotostorys oder Nachrichtenbeiträgen unterstützt. Diese Erfahrung
in der Praxis war und ist für die medienpädagogische Ausbildung absolut erforderlich und macht im Grunde das meiste aus!
Was ist Ihr Wunschtraum für die Zukunft?
Meine berufliche Zukunft sehe ich in der
Medienpädagogik. Ich möchte nach meinem Anerkennungsjahr sehr gerne weiter
im medienpädagogischen Bereich arbeiten!
www.mok-offenbach-frankfurt.de
Impressum
Artikel und Fotos: MOK-Teams
Redaktion: A. Jaenicke, LPR Hessen
Redaktionsschluss: 30. Juni 2008
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Seele and Geist
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