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DONNERSTAG | 16. OKTOBER 2014
B
REGION
KOMPAKT
DREI FRAGEN
Nachrichten aus der Region
In Westfalen-Lippe
sinkt die Zahl
der Komatrinker
Wisente dürfen sich
weiter frei bewegen
Arnsberg/Schmallenberg. Die Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts Schmallenberg im Wisentstreit (wir berichteten) ist mittlerweile beim Landgericht Arnsberg
eingegangen. Die dortige Zivilkammer gab inzwischen dem
Antrag des Trägervereins WisentWelt-Wittgenstein auf einstweilige
Einstellung der Zwangsvollstreckung statt. Das heißt, bis zu einer
Entscheidung über die Berufung
müssen die Tiere nicht in ihr
ursprüngliches Projektgebiet
zurückgeholt und eingesperrt
werden. rh
Hagen. Ein Trendwende? Erstmals
hat es im vergangenen Jahr in Westfalen-Lippe weniger jugendliche
Komatrinker gegeben, sagt Martin
Litsch, Vorstandsvorsitzender der
AOK Nordwest.
1
Brutaler Angriff auf
eine Hundebesitzerin
Ennepetal. Eine 39-jährige Frau, die
mit ihrem Hund gestern auf der
Straße in Ennepetal unterwegs
war, ist von einer betrunkenen Frau
krankenhausreif geschlagen worden. Kurz vor der Tat hatte der Vierbeiner Zeugen zufolge ein entgegenkommendes Pärchen angebellt. Daraufhin habe eine stark
betrunkene Frau die Hundebesitzerin gegen den Kopf geschlagen.
Eine Zeugin eilte der verletzten
Hundebesitzerin zur Hilfe und verständigte die Polizei. Als die Angreiferin das bemerkte, schlug sie
auch auf die Zeugin ein. Anschließend entfernt sich das Pärchen.
Eine Fahndung verlief erfolglos.
Die Hundebesitzerin wurde ins
Schwelmer Krankenhaus gebracht.
Die Zeugin blieb unverletzt. rd
Angeklagte verstricken
sich in Widersprüche
Siegen. Vor einer Woche hatte ein
angeklagtes Ehepaar aus Bad
Berleburg noch zugegeben, Anfang
2013 für 1000 Euro Drogen aus
Holland über die Grenze gebracht
zu haben. Gestern widerriefen sie
vor dem Landgericht Siegen erst
das Geständnis, gaben die Tat
dann aber widerwillig zu – mit
dem Zusatz: „Auch wenn es nicht
stimmt.“ Anwälte und Richter waren der Verzweiflung nahe. Der
Prozess wird am Freitag fortgesetzt. mku
Maskierter bedroht
Frau mit Pistole
Fröndenberg. Der Täter schoss mit
einer Pistole auf ein Regal: Verletzt
wurde bei diesem Raubüberfall auf
eine Spielhalle in Fröndenberg
zum Glück niemand. Eine 40-jährige Angestellte wollte am Mittwoch
gegen 1 Uhr nachts gerade die
Spielhalle abschließen, als plötzlich ein maskierter Mann neben
sie trat. Er forderte sie auf, wieder
in die Spielhalle zu gehen und das
Geld herauszugeben. In der Spielhalle ging die Angestellte hinter
den Tresen und versteckte sich
dort. Der Täter richtete seine Pistole daraufhin auf ein Regal und
schoss. Dabei ging ein Glas zu
Bruch. Als sich die Alarmanlage
einschaltete, flüchtete der Täter
ohne Beute. rd
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Der Eindruck täuscht: So manchem Inhaber einer Lotto-Annahmestelle ist nach der jüngsten Gebührenerhöhung das Lachen vergangen.
FOTO: OLIVER MÜLLER
Lotto­Filialen bangen um Existenz
Bezirksregierungen in NRW verabschieden neue Gebührenordnung. Verband
befürchtet: 300 Annahmestellen im Land droht das Aus
Von Rolf Hansmann
Hagen. Das Glück scheint den Inhabern von Lotto-Annahmestellen
in NRW abhanden gekommen zu
sein. Seit dem 1. Oktober müssen
sie als Gebühr für eine 5-Jahres-Lizenz statt bislang 100 Euro 1250
Euro bezahlen. Der „Lotto- und Toto-Verband der Annahmestelleninhaber in NRW“ (LTV) prangert den
„Gebührenwahnsinn der Bezirksregierungen“ an und befürchtet,
dass viele der mehr als 3600 Ladeninhaber an Rhein und Ruhr bald
passen müssen.
Hardy Neumann scheint keiner
zu sein, der seine Worte wie ein Maschinengewehr
benutzt.
Der
freundliche Inhaber einer LottoAnnahmestelle in der Hagener Innenstadt wägt jede Silbe sorgsam
ab und sagt dann: „Es macht nicht
mehr den Spaß wie früher.“ Der 60Jährige betreibt seit 1976 seinen
Laden. Wie lange er noch macht?
„Ich habe die Gebühren bis Ende
2017 bezahlt“, sagt er. „Man muss
sehen, wie sich das Ganze weiter
entwickelt.“
„Es läppert sich“
Die neue Fünf-Jahres-Gebühr in
Höhe von 1250 Euro „auf einmal
zu zahlen“ sei schon eine „Menge
Holz“, erzählt der Hagener, dessen
Vater bereits eine Annahmestelle
besaß. Während die Kosten für
Strom und Heizung in seinem Ge-
schäft gestiegen sind („es läppert
sich“), hat sich die Lotto-und-TotoGrundprovision in Höhe von 6,55
Prozent seit 1997 nicht erhöht.
Will heißen: An einem Rubbellos
für 50 Cent verdient er ganze 3
Cent. „Es wird schwieriger, über
die Runden zu kommen.“ Zumal
das Online-Spielen in den kommenden Jahren noch deutlich zunehmen wird.
Tobias Buller, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied beim LTV,
zufolge liegt das Jahres-Betriebsergebnis vieler Lotto-Annahmestellen in NRW bei gerade einmal
20 000 Euro - inklusive des
Gewinns aus dem Verkauf von
Zeitungen und Zeitschriften,
Tabakwaren sowie Büroartikeln.
„Und von den 20 000 Euro müssen
noch die Altersvorsorge und die
Krankenversicherung
bezahlt
werden.“
Aus Sicht der Bezirksregierungen in NRW war die bisher
erhobene Gebühr viel zu gering.
Die neue Ordnung sei vom Innenministerium als maßvoll charakterisiert worden, heißt es. Das sieht
Verbandsvertreter Buller überhaupt nicht so. Er befürchtet, dass
die „neue Gebührenkeule der
letzte Sargnagel“ für die Ladeninhaber ist, deren Geschäft ohnehin nicht optimal läuft. „300 der
3600 Annahmestellen in NRW
stehen vor dem Aus.“ Die Bezirksregierungen glauben nicht daran,
dass die neue Gebührenordnung
mit den moderaten monatlichen
Belastungen ursächlich für eine
eventuelle Ladenschließung sein
könne.
Soziale Funktion
Nach Tobias Bullers Auffassung ist
das Spielgesetz im Sinne des
Staatsvertrages langfristig nur mit
Hilfe eines „gesunden, mittelständisch strukturierten und flächendeckenden Annahmestellennetzes“ umzusetzen. Gerade im ländlichen Bereich übten die Läden häu-
Mehr als 3600 Inhaber von Annahmestellen in NRW
: Seit fast 60 Jahren liegt der
Vertrieb für Lottoprodukte und
Sportwetten in NRW in der Verantwortung der Lotto-Annahmestellen.
Inhaber von Annahmestellen von
ihrer Tätigkeit. Nach Verbandsangaben arbeiten 10 000 Menschen in den Lotto-Filialen.
: In NRW leben mehr als 3600
staatsvertrag aus 2008.
: Grundlage ist der Glücksspiel-
rd
„Es macht nicht
mehr den Spaß
wie früher.“
Hardy Neumann, Einzelhändler
fig noch eine soziale Funktion aus:
„Ein Stückweit als Familienersatz,
als Treffpunkt gerade für ältere
Menschen.“
Dem kann Hardy Neumann nur
beipflichten: „Wir sind noch so etwas wie ein Tante-Emma-Laden, in
dem noch das persönliche Gespräch gepflegt wird.“ Der Hagener Lotto-Annahmestelleninhaber
sorgt sich, dass es angesichts der
wachsenden Zahl an behördlichen
Auflagen und steigender Kosten
bald keine Interessenten für Geschäftsübernahmen mehr geben
wird: „Wer heute anfangen will,
muss Geld haben.“
Es gilt Schulungen, den Kauf des
Ladens, der Ausstattung und der
Waren zu finanzieren sowie eine
Sicherheit in nicht unbeträchtlicher Höhe zu hinterlegen. Verbands-Vorstand Buller: Woher sollen Existenzgründer ,noch mal
eben’ die Gebühr nehmen?“
Wie viele Jugendliche haben
sich denn ins Koma getrunken?
Nach unseren aktuellen Auswertungen wurden im Jahr 2013 insgesamt
931 Kinder und Jugendliche im Alter
von 12 bis 20 Jahren in WestfalenLippe mit einer Alkoholvergiftung
ins Krankenhaus eingeliefert. Das
sind 14,6 Prozent weniger als im
Vorjahr. Damit ist das Rauschtrinken
erstmals seit Jahren rückläufig. Insbesondere bei den 12 bis 15-Jährigen lässt der exzessive Alkoholmissbrauch weiter nach. Die Zahl der
stationären Behandlungen ging in
dieser Altersgruppe im Vergleich
zum Vorjahr um mehr als 28 Prozent
zurück.
2
Lassen diese Zahlen auf eine
Trendwende hoffen?
Es ist zwar erfreulich, dass die Zahlen zurückgehen. Allerdings gibt es
eine hohe Dunkelziffer. Denn nicht
jeder Rauschtrinker landet auch im
Krankenhaus. Insbesondere bei den
Minderjährigen wissen wir aber,
dass die Trendwende sicher erreicht
wurde. Ebenfalls positiv ist, dass
immer mehr Kinder bis 15 Jahre
noch gar keinen Alkohol getrunken
haben. Das war in den vergangenen
Jahren leider anders.
3
Was wollen Sie weiter gegen
das Rauschtrinken tun?
Der Kampf kann nicht allein von den
Krankenkassen geführt werden. Das
ist eine gesamtgesellschaftliche
Aufgabe. Ein guter Ansatz ist das
landesweite Präventionsprojekt
„HaLT – Hart am Limit“, eine Initiative des Landesgesundheitsministeriums, der gesetzlichen Kassen und
der Landeskoordinierungsstelle
Suchtvorbeugung. Dabei werden Jugendliche direkt im Krankenhaus
aufgesucht und über die Risiken des
Komatrinkens informiert.
Weitere Infos unter
i www.halt-projekt.de
Mit Martin Litsch
sprach Nina Grunsky.
Martin Litsch
Steuer mit Schmerzgrenze
FOTO: JÜRGEN SCHULZKI
Laut einem Urteil müssen Besitzer von Kampfhunden keine beliebig hohen Bescheide hinnehmen
Leipzig. Kommunen dürfen für
Kampfhunde keine beliebig hohen
Steuern erheben. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am
Mittwoch (Az.: BVerwG 9 C 8.13)
entschieden. Es sei zwar rechtmäßig, wenn die Steuer für bestimmte
Rassen höher ausfalle als für „normale“ Hunde. Aber die Kampfhundesteuer dürfe keine „erdrosselnde
Wirkung“ haben. Die Schmerzgrenze sei überschritten, wenn die Steuer
die durchschnittlichen Haltungskosten des Hundes übersteige.
Hintergrund der Entscheidung
war die Klage eines Ehepaares aus
Bad Kohlgrub (Bayern). Die Gemeinde hatte für Mona, den Rottwei-
ler des Ehepaares, 2000 Euro pro
Jahr verlangt. Andere Hunde kosten
in Bad Kohlgrub dagegen 75 Euro.
2000 Euro pro Jahr verlangt
Da Menschen immer wieder von
Hunden angefallen wurden und besonders Angriffe auf Kinder mehrfach mit schweren Verletzungen
oder dem Tod der Opfer endeten, haben die Innenminister der Bundesländer vor Jahren auf die schlimmen
Attacken reagiert und Gesetze zum
Schutz vor gefährlichen Hunden erlassen. Eine bundesweite Regelung
gibt es aber nicht. In den Verordnungen der meisten Bundesländer werden in Listen bestimmte Rassen auf-
Für einen Rottweiler verlangte Bad Kohlgrub 2000 Euro Hundesteuer im Jahr, für
andere Rassen nur 75 Euro.
FOTO: DPA
geführt, teils abgestuft in „gefährlich“ oder „vermutlich gefährlich“.
Für aufgelistete Rassen und Kreuzungen daraus gelten Sonderregeln.
Dazu gehören Leinen- und Maulkorbzwang, Chip- und Versiche-
rungspflicht sowie eine deutlich höhere Hundesteuer. Eine vorgeschriebene Sachkundeprüfung für den Besitzer und ein Wesenstest für den
Hund sind oft ebenfalls Bedingung
wie auch eine Erfassungs- und Genehmigungspflicht.
Als gefährlich gelten in vielen
Bundesländern American Pitbull
Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullmastiff, Bullterrier, Dogo
Argentino, Fila Brasileiro, Mastiff,
Mastin Español, Mastino Napolitano und Staffordshire Bullterrier.
Auch für Hunde anderer Rassen, die
durch besondere Aggressivität aufgefallen sind und zugebissen haben,
können Sonderregeln gelten. dpa
Drogenhändler
verurteilt
Arnsberg. Ein 42 Jahre alter Mann
aus dem Raum Unna ist gestern von
der 6. Großen Strafkammer des
Landgerichts Arnsberg zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren
verurteilt worden, weil er mit Betäubungsmitteln gehandelt hat. Zudem
wurde die Unterbringung in einer
Entziehungsanstalt
angeordnet.
Gegen den Westfalen war schon im
Januar 2014 verhandelt worden - der
Bundesgerichtshof hatte das Urteil
aufgehoben und nach Arnsberg zurückverwiesen. Der 42-Jährige soll
unter anderem in Arnsberg, Bestwig
und Winterberg mit Amphetaminen
rh
gehandelt haben.
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