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Inhalt
Konzernsteuertag 2014
Abzugsverbot‐NEU für
Zinsen und Lizenzen
I.
Abzugsverbot‐NEU: Die Tatbestandsvoraussetzungen im Überblick
II. Sachliche Reichweite: Zinsen und Lizenzen
III. Empfänger: in‐ oder ausländische Körperschaft privaten Rechts
Univ.Prof. Dr. Sabine Kirchmayr‐Schliesselberger
Universität Wien, LeitnerLeitner Wien
IV. Zurechnung der betreffenden Einkünfte
V. Konzernzugehörigkeit
Wien, 3. November 2014
Wien, am 3. November 2014
VI. Niedrigbesteuerung iSd § 12 Abs 1 Z 10 KStG
Konzernsteuertag 2014
Wien, am 3. November 2014
I. Abzugsverbot‐NEU:
Die Tatbestandsvoraussetzungen im Überblick
Konzernsteuertag 2014
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I. Abzugsverbot‐NEU:
Die Tatbestandsvoraussetzungen im Überblick
AbgÄG 2014: § 12 Abs 1 Z 10 KStG‐NEU:
• „Aufwendungen für Zinsen oder Lizenzgebühren iSd § 99a Abs 1 2. und 3. Satz EStG“
• Leistung/Zahlung an eine in‐ oder vergleichbare ausländische „Körperschaft iSd § 1 Abs 2 Z 1 KStG“ • Empfangende Körperschaft ist konzernzugehörig
• Zinsen oder Lizenzgebühren werden bei der empfangenden Gesellschaft niedrigbesteuert
• Ausnahme für Körperschaften, die die unionsrechtlichen Vorschriften für Risikokapitalbeihilfen erfüllen
• Inkrafttreten: Ab Anfallen nach dem 28.2.2014, unabhängig vom Ab‐
schluss der zugrunde liegenden Verträge (VfGH 29.2.2012, B 945/11)
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AT ‐ kein Betriebsausgabenabzug
„Niedrigsteuerland“
Keine ausreichende Einkunftsbesteuerung
Zinsen / Lizenzen
•
•
•
Ausfluss von BEPS/Grundgedanke: Abzugsfähigkeit nur dann, wenn korrespondierende Einnahmenbesteuerung mit mindestens 10%iger Steuerbelastung
Dient der Vermeidung konzerninterner Gewinnverlagerungen
Gilt empfängerseitig für nationale und internationale Konzerngesellschaften
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I. Abzugsverbot‐NEU:
Die Tatbestandsvoraussetzungen im Überblick
II. Sachliche Reichweite:
Zinsen und Lizenzen
• Verweis auf § 99a Abs 1 zweiter und dritter Satz EStG in § 12 Abs 1 Z 10 KStG
– Auch Software (ausgenommen Standardsoftware)
– Auch Leasinggeschäfte
AT
Gewinnausschüttung
AT
„Niedrigsteuerland“
• EU Zins‐ und LizenzRL (Art 11 und 12 OECD‐MA)
Zinsen / Lizenzen
• Ausländisches Steuerrecht nicht maßgebend
• Definition der Zins‐ und Lizenzeinkünfte: Gläubigersicht = Schuldnersicht
• Zusammenspiel der Missbrauchsregime § 12 Abs 1 Z 10, § 10 Abs 4 KStG und § 10 Abs 7 KStG
• Anti‐Missbrauch doppelt gemoppelt?
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Wien, am 3. November 2014
II. Sachliche Reichweite:
Zinsen
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II. Sachliche Reichweite:
Zinsen
• Einschließlich echte stille Beteiligungen und partiarische Darlehen
• Keine Verzugszinsen: ausdrücklich in § 99 a Abs 1 EStG
• Haftungsprovisionen, Garantiekosten, Bürgschaftsgebühren
• Sonstige Nebenkosten, zB Vermittlungsgebühren
• Bei Fremdwährungskrediten: Kurssicherungskosten
• Sonstige Zinssicherungsinstrumente
– VwGH zu Vertragspakten iZm dem abkommensrechtlichen
Zinsbegriff
• „Stückzinsen“ Wien, am 3. November 2014
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„normal“ besteuerte Gesellschaft
Kuponzinsen
Unterjährige Abtretung Anleihe
Kaufpreis inkl
Stückzinsen
Konzerngesellschaft iSd
§ 12 Abs 1 Z 10 KStG
Anleihe
AT
• Stückzinsen: keine Zinsen iSd Art 11 OECD‐MA (BFH)
• § 99a EStG: stellt auf Zufluss‐/Abflussprinzip ab
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III. Empfänger:
in‐ oder ausländische Körperschaft privaten Rechts
IV. Zurechnung der betreffenden Einkünfte
an den Empfänger
• Keine KöR
• Keine natürliche Personen
• Personengesellschaften: KStR‐WE: Durchgriff auf die Gesellschafter • Investmentfonds: kein Steuersubjekt nach nationalen Vor‐
schriften, oftmals steuerbefreites bzw ‐begünstigtes Steuer‐
subjekt nach dem StR des Ansässigkeitsstaates (vgl Bsp 10)
• Bei Qualifikationskonflikten (Personengesellschaften und InvF): Berücksichtigung der Steuerbelastung auf beiden Ebenen; Auswirkung einer Zeitverzögerung ?
§ 12 Abs 1 Z 10 lit a KStG:
„Zinsen und Lizenzgebühren … werden … an eine ausländische Körperschaft geleistet.“
lit b: „Die empfangende Körperschaft …..“
lit c: „Die Zinsen oder Lizenzen unterliegen bei der empfangenden Körperschaft …. keiner Besteuerung …. einem Steuersatz von 10% …. einer tatsächlichen Steuerbelastung von weniger als 10%.“
Letzter Satz: „Ist die empfangende Körperschaft nicht Nutzungs‐
berechtigter, ist auf den Nutzungsberechtigten abzustellen.“ Wien, am 3. November 2014
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IV. Zurechnung der betreffenden Einkünfte
an den Empfänger
• ABER: Nutzungsberechtigter als zusätzliches Korrektiv:
– Vgl § 99a Abs 3 EStG: Nutzungsberechtigte: Zahlungen zu eigenen Gunsten, nicht „Zwischenträger“ (Vertreter, Treuhänder, Bevollmächtigter) und wenn die Forderung, das Recht oder der Gebrauch von Informationen, die Grundlage für Zahlung von Zinsen oder Lizenzgebühren sind, mit dem empfangenden Unternehmen in einem konkreten Zusammenhang stehen
• Bei der empfangenden Körperschaft besteht sprachlich und systematisch ein Zusammenhang mit der ausländischen Steuerbelastung
– vgl Gesetzeszweck • Empfangende Körperschaft: Zurechnung nach ausländischen steuerlichen Vorschriften
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IV. Zurechnung der betreffenden Einkünfte
an den Empfänger
• Gesetzeswortlaut unterscheidet zwischen
– der empfangende Körperschaft und – dem Nutzungsberechtigten
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IV. Zurechnung der betreffenden Einkünfte
an den Empfänger
IV. Zurechnung der betreffenden Einkünfte
an den Empfänger
• Parallelität von § 12 Abs 1 Z 10 KStG und § 99a EStG
– Sehr praktikabel; beide Vorschriften sind an den Zins‐ und Lizenzzahler adressiert – EB zur RV AbgÄG 2003 (§ 99a Abs 3 EStG) verweisen nur auf „treuhänderisch“ eingeschaltete Zwischenträger
– Anders EB zu § 12 Abs 1 Z 10 KStG, die auch back to back Strukturen weitgehend erfassen will
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• Reichweite von § 99a Abs 3 EStG wird sich idR mit den nationalen Zurechnungsvorschriften decken • KStR‐WE: Bei der Beurteilung des Empfängers und Nutzungsberechtigten sind ausschließlich österreichische Grundsätze der Einkünftezurechnung entscheidend, eine allenfalls abweichende ausländische Regelung der Zurechnung von Einkünften ist nicht zu beachten
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IV. Zurechnung der betreffenden Einkünfte
an den Empfänger
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V. Konzernzugehörigkeit
• Vgl die Beispiele in § 99a Abs 3 EStG (Treuhänder, Bevollmächtiger, Vertreter): weder Herrschaftsrechte noch wirtschaftliches Risiko beim „Treuhänder“
• Vgl auch Ausschluss der Firmenwertabschreibung bei Erwerben im Konzern iSd § 9 Abs 7 KStG
• Konzernbegriff § 15 AktG
• Nicht alle back to back Gestaltungen werden erfasst – nur back to back Gestaltungen, bei denen keine nennenswerten Herrschafts‐ und Entscheidungsbefugnisse (rechtlich und wirtschaftlich) bei der empfangenden Gesellschaft sind
• KStR‐WE: Entscheidend ist, ob eine Zusammenfassung unter einheitlicher Leitung und zu wirtschaftlichen Zwecken vorliegt bzw inwieweit ein rechtlich selbstständiges Unternehmen unter dem beherrschenden Einfluss eines anderen Unternehmens steht
• Problem: Informationsbeschaffung durch die inländische Kapitalgesellschaft
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VI. Niedrigbesteuerung iSd § 12 Abs 1 Z 10 KStG
VI. Niedrigbesteuerung iSd § 12 Abs 1 Z 10 KStG
• Bei einer persönlichen oder sachlichen Befreiung (in Bezug auf Zins‐ und Lizenzeinkünfte ausreichend)
– Gruppenbesteuerungsregime gilt nicht als persönliche oder sachliche Befreiung • Bei einem Steuersatz von 10 % oder weniger
– Nominalsteuersatz auf Zins‐ und Lizenzeinkünfte (Bundes‐, Kanton‐ und Gemeindeabgaben zzgl allfälliger Zuschläge); keine Addition von anrechenbaren Steuern
– zB bei gemeinnützigen (inländischen) Körperschaften ? – KSt‐WE: auch bei Qualifikationskonflikt: Zinsen nach ö StR, steuerbefreite Dividende nach ausländischem StR; – KSt‐WE: auch DBA‐Befreiungen (zB gewerbliche Finanzierungs‐
betriebsstätten); Steuerbelastung nach Maßgabe einer grenz‐
überschreitenden Gesamtbetrachtung der Besteuerungssituation der empfangenden Körperschaft
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Wien, am 3. November 2014
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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !
VI. Niedrigbesteuerung iSd § 12 Abs 1 Z 10 KStG
• Bei einer tatsächlichen Steuerbelastung von weniger als 10% aufgrund einer Steuerermäßigung
Univ.‐Prof. Dr. Sabine Kirchmayr‐Schliesselberger
– KSt‐WE: pauschaler Abzug von 80% der Zins‐ und Lizenzeinnahmen
T +43 1 4277‐36011 (Universität Wien)
T +43 1 718 98 90‐560 (LeitnerLeitner Wien)
– 80% der Lizenzeinkünfte unterliegen einer Steuerfreistellung
– Abschreibung von 120% der Anschaffungskosten
– Auch Steuerbegünstigungen in Bezug auf das gesamte Einkommen des Empfängers
sabine.kirchmayr@univie.ac.at
sabine.kirchmayr@leitnerleitner.com
– Nicht: Verlustverrechnung (auch Rücktrag), nicht Gruppen‐
besteuerungsregime
– KSt‐WE: 10%ige Steuerbelastung bezieht sich auf Nettoeinkünfte
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