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Es darf gelacht werden − oder was hat Humor mit - AvenirSocial

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Es darf gelacht werden − oder was hat Humor mit Klimaerwärmung zu tun?
Wer schwierige Situationen in Beratung und Sozialarbeit zu verändern sucht, steht unter
Erfolgszwang und Zeitdruck: Hoch sind stets die An−sprüche und Erwartungen,
bescheidener oft die Mittel und Möglichkeiten; Professionalität und Qualität werden gross
geschrieben, und die Anforde−rungen an BeraterInnen und SozialarbeiterInnen sind
vielfältig. Unter−schiedliche Ansprüche sollen erfüllt, eine Vielzahl von Aufgaben bewältigt
und komplexe Probleme gelöst werden. Da gibt es wohl kaum noch etwas zu lachen − und
falls doch, bleibt so ein Lachen leicht auf der Strecke oder im Halse stecken: Was
herauskommt, ist bestenfalls ein Stück Galgenhumor, jener Humor, der nach Otto Julius
Bierbaum darin besteht, dass frau oder man trotzdem lacht. Ist das alles? Oder gibt es
andere Möglichkeiten, dem Lachen im Kontext von Beratung und Sozialarbeit Raum zu
geben und mit dem Humor auch und gerade in schwierigen Situationen ernst zu machen?
von Johannes Gruntz−Stoll
Immer wieder habe ich es in Beratungsgruppen mit Lehrpersonen während der vergangenen Jahre
erlebt, dass es nur wenig braucht, um eigenwillige Deutungsversuche oder kreative
Lösungsvorschläge zu geschilderten Problemsituationen ins Absurde kippen zu lassen. Dabei soll
nicht etwa eine Lösungsidee oder eine Probleminterpretation schlecht oder gar lächerlich gemacht
werden. Vielmehr besteht zunächst die Absicht, eine Interpretation oder Idee durch ihre
Überzeichnung und Weiterführung ins Überdeutliche oder Karikierte zu verdeutlichen. Solches
Weiterspinnen und Übertreiben kann ungewollt und überraschend ein Lachen provozieren und eine
Reihe von positiven Wirkungen von Humor auslösen. Welches sind diese Wirkungen? Wie lassen
sie sich in Beratungssituationen sinnvoll nutzen? Und was hat das alles mit Klimaerwärmung zu
tun?
Spontanes Phänomen
Wer es schon einmal versucht hat, weiss es ein für alle Mal: Humor zu um−schreiben ist eine
denkbar humorlose Angelegenheit, mehr noch − Humor ist offenbar genau das, was abhanden
kommt, wenn er definiert werden soll. Zwar gibt es treffende Umschreibungen − etwa von Joachim
Ringelnatz, der Humor als den Knopf bezeichnet, der verhindert, dass einem der Kragen platzt;
oder von Groucho Marx, der meint, Humor sei wie Aspirin, nur wirke er doppelt so schnell. Humor
ist und bleibt aber ungeachtet aller Definitionsversuche ein facettenreiches, ein ambivalentes und
jedenfalls ein spontanes Phänomen: Humor wirkt ja erfahrungsgemäss ansteckend, lässt sich aber
weder befehlen noch ohne weiteres verbieten. Damit entzieht sich der Humor der Kontrolle und
Verfügbarkeit und letztlich auch der Umschreibung und Fixierung als Begriff.
Darüber hinaus gibt es eine ganze Palette verschiedener Humorformen oder Arten des Humors,
aus denen sich alle ihre Vorlieben herauspicken können: Manche bevorzugen schwarzen Humor,
andere lieben Situationskomik oder Sprachwitz; einige mögen’s ironisch, andere gar zynisch,
manche lachen gern laut und mit anderen, manche ziehen es vor, leise und für sich auf den
Stockzähnen zu lachen, augenzwinkernd vielleicht und mit einer Portion Herzlichkeit. Es gibt den
Humor von Kindern, von Mädchen und Knaben ebenso wie jenen erwachsener Menschen und
verschiedener Alters−, Berufs− oder Freizeitgruppen mit entsprechenden Präferenzen und
Differenzen. Darin besteht denn auch das faszinierende Spektrum und die irritierende Ambivalenz
des Phänomens, dass es nicht nur vielfältig und alters− wie geschlechtsspezifisch, sondern
ausserdem sowohl kalt, beissend und abschätzig wie auch freundschaftlich, berührend und
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wertschätzend auftreten und wirken kann. Ambivalenz und Facettenreichtum tragen freilich kaum
dazu bei, dem Humor in Kontexten professioneller Beratung und qualitätsbewusster Sozialarbeit
einen festen Platz zu sichern, zu unsicher und vielseitig, zu unbestimmt auch und unberechenbar ist
dieses Phänomen.
Explosive Energie
Darüber hinaus setzt jedes Lachen explosionsartig beträchtliche Energie frei, ja es führt zu
‘spastischen Körperzuckungen und fanfarenartigen Lautsalven’ (Mayer−List 1997, 18). Diesen
körperlichen Erschütterungen, die nicht nur At−mung und Kreislauf auf Touren bringen, sondern
sich auch erwiesenermassen günstig auf Immunabwehr und Gesundheit auswirken, entsprechen
psychische Erfahrungen: Auch hier lässt sich zweifellos ein mittleres Beben registrieren, welches
Gedankengänge unterbricht, Denkmuster vorübergehend ausser Kraft setzt, starke Gefühle auslöst
und scheinbar Festgefügtes kurzfristig und zugleich nachhaltig verrückt; im Anschluss an eine
derartige Humorerfahrung ist wohl alles beim Alten und − doch zugleich völlig neu und anders. Dies
habe ich jedenfalls in den erwähnten Beratungsgruppen immer wieder erlebt. Die geschilderten
Schwierigkeiten sind dieselben geblieben; der Blick darauf, die Einstellung dazu oder meinetwegen
der Rahmen darum herum, sie haben sich verändert.
Aus psychologischer Sicht ist in diesem Zusammenhang von Reframing die Rede − vom Prozess
des Umdeutens, der Rekonstruktion einer Problemsituation in einem Lösungskontext; dabei geht es
auch um einen Vorgang des Abstandnehmens, der Distanzierung, welche einen Wechsel der
eigenen Position und damit eine Veränderung des Blickwinkels gegenüber der schwierigen
Situation erfordert und ermöglicht. Offenbar ist Humor ein Elixier, welches gerade solche
Distanznahme und Neuorientierung begünstigen und unterstützen kann. Traditionelle
Humortheorien bezeichnen dies als kathartische Wirkung von Humor − in Verbindung mit ebenfalls
beobachteten befreienden und entspannenden Effekten, von ‘Lustgewinn’ (Freud 19995, 253) durch
Ersparnis von Gefühlsaufwand und durch Energieabfuhr, wie Sigmund Freud diese Wirkun−gen
umschreibt. Lachen wie Humor, soviel steht fest, sind spontane Phänomene von explosiver Kraft
und nachhaltiger Wirkung.
Revolutionäres Potential
Spontan und explosiv im psychischen Erleben wie in den physischen Reaktio−nen zeigt Humor im
sozialen Kontext eine weitere Qualität − sein revolutionäres Potential: Humor hat nämlich immer
auch mit sozialen Normen, mit Regeln und Tabus zu tun. Für Henri Bergson ist das Lachen
zunächst einmal eine ‘soziale Geste’ (Bergson 1972, 22); darüber hinaus ist es aber auch und vor
allem ein ‘Korrektiv’ (ebd. 130): Durch ihr ‘Gelächter rächt sich die Gesellschaft für die Freiheiten,
die man sich ihr gegenüber herausgenommen hat’ (ebd.). Der Humor übernimmt dabei offenbar die
Aufgabe, bestehende Wertordnungen und Machtstrukturen zu sichern, indem abweichendes
Verhalten verspottet und verlacht wird. Dies ist jedoch nur die eine Seite der Medaille: Natürlich gibt
es das Auslachen, den Humor auf Kosten der anderen, das sich über Menschen lustig machen −
als demütigende Blossstellung und Zurechtweisung. Es gibt aber auch den Humor, der Strukturen
und Ordnungen aufbricht und Bewegung in fest−gefahrene Muster bringt.
So vermutet Bergson in Bezug auf das Lachen, dass seine Aufgabe auch darin bestehe, ‘das Starre
beweglich zu machen’ (ebd. 119); und immer schon haben unterdrückte Menschen sich über
Tyrannen und Diktaturen lustig gemacht, haben laut oder leise lachend an Hierarchien und Normen
gerüttelt und passiv oder aktiv die Sprengkraft des Humors erfahren. Der Begriff ‘Humor’ ist ja auf
die Vorstellung von den Körpersäften zurückzuführen, deren Vorhandensein und gutes Gemisch
auch eine entsprechende Stimmung hervorbringen sollen; wo hingegen die Mischung ungünstig ist
oder gar die Flüssigkeit fehlt, gerät das innere Gleichgewicht aus den Fugen, sind Erstarrung und
Tod die Folgen. Auf den sozialen Kontext übertragen bedeutet dies, dass der Humor dazu beitragen
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kann, Kommunikation im Fluss und Beziehungen lebendig zu halten: Nicht nur steht ein Lächeln am
Anfang vieler Beziehungen zwischen Menschen und ge−meinsames Lachen verbindet Menschen
ungeachtet ihrer Verschiedenheit, sondern ein Auslachen bedeutet auch meist der Beginn einer
Trennung oder gar das Ende von Kontakt und Kommunikation. Hier wird einmal mehr die
Am−bivalenz des Humors sichtbar.
Erwärmung des Sozialklimas
Immerhin lassen sich anhand der beobachtbaren Wirkungen die Spielarten des Humors
voneinander unterscheiden; denn es liegt auf der Hand, dass sowohl bissiger Zynismus wie auch
ätzender Sarkasmus kaum einen Beitrag zur Verflüssigung von erstarrter Kommunikation zu leisten
vermögen − im Gegenteil, vielleicht sind sie es gerade, welche Gespräch und Beziehung in die
Gegend des Gefrierpunkts gebracht haben. Das heisst aber nichts anderes, als dass nicht der
Humor schlechthin und das Lachen per se in sozialen Kontexten positiv wirken; vielmehr basieren
solche Wirkungen einerseits auf humorunabhängigen Voraussetzungen der betreffenden Situation
wie der beteiligten Personen und erfordern anderseits geeignete Ausdrucksformen und
Einsatzmöglichkeiten sozialen Humorverhaltens. Ein solches Zusammenlachen kommt vielleicht
zustande, wenn ich mich bei meinem Gegenüber nach ihren oder seinen Humorvorlieben
erkundige, wenn ich über mein eigenes Fehlverhalten lache oder mit einer witzigen Begebenheit
einen Sachverhalt erläutere.
Es braucht also ein Bewusstsein möglicher Formen und die Erfahrung ihrer Wirkungen, dazu eine
Beziehung, in der Humor Platz hat, und − dies zuallererst − eine Bereitschaft und Haltung, mit
Lachen und Humor einen Beitrag zur Erwärmung des Sozialklimas zu leisten. Sind diese
Voraussetzungen gegeben, so kann sich das gemeinsame Lachen als ebenso kraft− wie
wirkungsvolles Element in Beratung und Sozialarbeit erweisen, wie auch der Humor inzwischen in
Therapie und im Gesundheitswesen seinen festen Platz hat: Lachen verbindet, und Humor erweist
sich in der Tat als Schmiermittel für harzige Kommunikationsprozesse. Was bedeutet dies für den
bewussten und gezielten Einsatz von Humor in Beratung? Gehören Lachen, Spässe, Witze,
komische Einlagen und humorvolle Interventionen zum Handlungsrepertoire von Personen, die in
der Sozialarbeit tätig sind?
Humorvolle Interventionen
Wenn bei solchen Interventionen an den ‘Provokativen Stil’ (Höfner u.a. 1997, 27) gedacht wird, wie
er im psychotherapeutischen Kontext zur Anwendung gelangt, scheint mir Vorsicht angebracht;
dieser Stil ist nämlich ‘eine Beeinflussungsmethode, die mit Humor und Herausforderung arbeitet.
Es kommt vor allem darauf an, Gelächter und Widerstand − und zwar in die gewünschte Richtung −
zu provozieren.’ (Ebd.) Es geht also um eine subtile Form der Manipulation, und zwischen
TherapeutIn und PatientIn besteht ein besonderes Verhältnis, welches den Rahmen für derartige
Interventionen bildet. In Beratung und Sozialarbeit sind jedoch sowohl das Setting wie auch die
Beziehung anders angelegt und geartet, und gefragt sind weniger Beeinflussungsmethoden oder
therapeutische Interventionen, sondern vielmehr Unterstützung und Begleitung bei der −
zunehmend − selbständigen Bewältigung schwieriger Situationen durch die KlientInnen.
Wer nämlich auf soziale Unterstützung angewiesen ist oder Rat sucht, hat in aller Regel Probleme
oder doch wenigstens ein Problem; dieses Problem verursacht Leidensdruck, beeinträchtigt die
Lebensqualität und neigt dazu, zusätzliche Belastungen und Schwierigkeiten zu generieren −
‘Probleme mit Problemen’ (Gruntz−Stoll 19972). Von einer Beratung wird unter diesen Umständen
erwartet, dass sie zur Verbesserung der Lebensqualität ebenso beiträgt wie zur Verringerung des
Leidensdrucks. Die unterstützende Begleitung bei der Suche nach und bei der Umsetzung von
Lösungsmöglichkeiten steht dabei im Vordergrund. Nebst den Problemen selbst ist vor allem der
Umgang mit Problemen zu verändern. Eine solche Veränderung wird wie der Weg, der
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zurückzulegen ist, gern und leicht als beschwerlich und mühsam eingeschätzt. Unter diesen
Umständen verwundert es nicht, dass dabei Humor und Freude, Spass und Lachen am
allerwenigsten erwartet werden; gefragt sind darum auch nicht gezielte humorvolle Interventionen
wie jene des provokativen Stils, sondern ganz einfach die Bereitschaft, Lachen und Humor auch in
Beratung und Sozialarbeit zuzulassen.
Überraschungseffekte
Wer also im Kontext von Beratung und Sozialarbeit mit Humor ernst macht und dem Lachen Raum
gibt, hat zumindest die Überraschung auf ihrer oder seiner Seite; denn gerade damit haben
KlientInnen und Ratsuchende zuletzt gerechnet. Dadurch wird aber auch ein erster kleiner, aber
effektiver Schritt in Richtung Entlastung vom erlebten Leidensdruck und Verbesserung der
wahrgenommenen Lebensqualität möglich: ‘Wer lacht, lebt’ (Bokun 19975), stellt Branko Bokun
lapidar fest, und John A. Paulos wandelt den cartesianischen Existenzbeweis dahingehend ab,
dass er behauptet: ‘Ich lache, also bin ich.’ (Paulos 19912) Humorerfahrung und Lacherlebnis
vermitteln ein Gefühl der Lebendigkeit, sie stellen zwischen Menschen einen emotionalen Kontakt
her, sie wirken entspannend und befreiend, haben revolutionäre Kraft und setzen vorübergehend
bestehende Denkmuster ebenso ausser Kraft wie festgefügte Machtstrukturen. Damit stehen sie am
Anfang von Veränderungsprozessen, deren Katalysator und Motor sie gleichermassen sein können;
im Weiteren unterstützen und begleiten sie diese Vorgänge, geben Raum zum Durchatmen und
machen immer wieder Mut zum Weiterarbeiten.
Wer sich all das vor Augen hält, wer darüber hinaus von den positiven Erfah−rungen mit Humor im
Gesundheitswesen weiss, wer für sich und mit anderen die befreiende und entspannende Kraft des
Lachens erlebt und kennen gelernt hat, wer eigene Schwächen und Unzulänglichkeiten
zwischendurch mit Gelassenheit statt Verdrossenheit, mit Heiterkeit statt Angst akzeptieren kann,
wer ausserdem erfahren hat, wie der Humor ein irritierendes Ungleichgewicht, eine scheinbare
Unstimmigkeit oder ein vorübergehendes Unsicherheitsgefühl schlagartig wieder ins Lot bringt und
wie dabei ein sanftes Prickeln − oder ist es ein zärtliches Kitzeln? − von irgendwo her an die
Oberfläche von Psyche und Körper steigt, sich hier buchstäblich und heftig Luft macht und holt, sich
ausbreitet, um sich greift, andere ansteckt, mitreisst und schliesslich irgendwohin abhebt, wer also
von alledem weiss oder zumindest eine Ahnung hat, der wird sich auch vom Humor und seinen
Wirkungen überraschen lassen und andere damit überraschen können.
Entwicklungsmöglichkeiten
Allein schon wegen der beobachteten und beschriebenen Wirkungen lohnt es sich, dem Humor in
seinen vielfältigen Formen, seinen zahlreichen Facetten und unterschiedlichen Aspekten
nachzuspüren, sich den eigenen Humor bewusst zu machen, ihn zu entwickeln und auch ins
professionelle Spiel zu bringen − behutsam und mit Respekt, weniger als Intervention gegenüber
Klientnnen, vielmehr als Einstellung zu sich selbst, zum eigenen Tun, zum gemeinsamen Weg in
Beratung und Sozialarbeit . Dazu gibt es Angebote und Anregungen, Gelegenheiten und Hilfen in
grosser Zahl: Bücher und andere Medien, Humorveranstaltungen und Lachclubs, Lachmeditationen
und Lachtherapien (cf. Literaturhinweise, Verweis auf homepage).
Eine solche Auseinandersetzung und Einstellung kommt zuallererst denen zu gute, die sie bei sich
entwickeln: Sie erschliessen Ressourcen, die zusammen mit anderen Coping Strategien schwierige
Situationen ebenso wie die Grenzen des eigenen Tuns und die Belastung des Scheiterns ertragen
und akzeptieren helfen. Sie kommt aber auch den PartnerInnen des Beratungsgeschäfts und der
Sozialarbeit zu gute, die hier Möglichkeiten für die eigene Entwicklung und Veränderung erfahren
und kennen lernen können: Die Erfahrung von Entspannung und Befreiung, von Distanzierung und
Klimaerwärmung mit Humor − vorübergehend zwar als Erlebnis, dabei aber nachhaltig in der
Wirkung − ist modellhaft für den weiteren Umgang mit schwierigen Situationen.
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Das heisst, dass sich die Entwicklung des Humorpotentials nicht nur für die Beteiligten und
Betroffenen in Kontexten von Beratung und Sozialarbeit als hilfreich und nützlich erweist, sondern
auch die Situation selbst sowie die Arbeit an Lösungsmöglichkeiten, den Umgang mit
Schwierigkeiten und Problemen zu entspannen und verbessern vermag. Entscheidend und
wegweisend sind dabei die Spontaneität und die Unmittelbarkeit des Humors: Lachen ereignet sich
jetzt und wirkt weiter; Humor geschieht in der Gegenwart und wärmt in die Zukunft. Höchste Zeit
also, den Überraschungseffekt zu genießen und das revolutionäre Potential wie die explosive Kraft
des wohl stets ambivalenten, vor allem aber facettenreichen, wirkungsvollen und spontanen
Phänomens zu nutzen und mit dem Humor ernst zu machen: Es darf gelacht werden.
Weiterführende Literatur
Berger, Peter L.. (1998)
Erlösendes Lachen. Das
Komische in der
menschli−chen
Erfahrung. Berlin (de
Gruyter).
Bergson, Henri (1921;
1972) Das Lachen.
Zürich (Arche).
Bokun, Branko (1986; dt.
1987, 19975) Wer lacht,
lebt. Emotionale
Intelligenz und
gelassene Reife.
Kreuzlingen (Ariston).
Freud, Sigmund (1905;
1927; 1992, 19995) Der
Witz und seine
Beziehung zum
Unbewussten. Der
Humor. Frankfurt
(Fischer).
Gruntz−Stoll, Johannes
(1994, 19972) Probleme
mit Problemen. Ein
Lei(d)tfaden zur Theorie
und Praxis des
Problemlösens.
Dortmund (borg−mann).
Gruntz−Stoll, Johannes
(2001) Ernsthaft
humorvoll. Lachen(d)
5
Lernen in Erzie−hung
und Unterricht, Beratung
und Therapie. Bad
Heilbrunn (Klinkhardt).
Höfner, Eleonore
Schachtner, Hans−Ulrich
(1995; 1997) Das wäre
doch ge−lacht! Humor
und Provokation in der
Therapie. Reinbek
(Rowohlt).
Kachler, Roland (2001)
Warum Lachen die beste
Therapie für Paare ist.
Stutt−gart (Kreuz).
Kotthoff, Helga
(Hrsg.)(1996) Das
Gelächter der
Geschlechter. Humor
und Macht in
Gesprächen von Frauen
und Männern. Konstanz
(Universitäts−verlag).
Mayer−List, Irene (1997)
Lachen. Ursprung, Sinn
und Macht einer
seltsamen Regung. In:
Geo. Das
Reportage−Magazin. Nr.
97/8. Hamburg (Gruner
Jahr).
Neuwirth, Erwin
Tidstrand, Jan (2001)
Lachtherapie. Bevor die
Gesundheit flöten geht.
Wien (Almathea).
Paulos, John Allen
(1985; dt. 1988, 19912)
Ich lache, also bin ich.
Einladung zur
Philosophie. Frankfurt
(Campus).
Robinson, Vera M.
(1991; dt. 1999)
Praxishandbuch
Therapeutischer Humor.
Grundlagen und
Anwendungen für
Pflege− und
6
Gesundheitsberufe.
Wies−baden (Ullstein).
Titze, Michael
Eschenröder, Christof T.
(1998) Therapeutischer
Humor. Grundlagen und
Anwendungen. Frankfurt
(Fischer).
Weinstein, Matt (1996)
Lachen ist gesund −
auch für ein
Unternehmen. Lach−
statt Krachmanagement.
Wien (Ueberreuter).
Wippich, Jürgen
Derra−Wippich, Ingrid
(1996) Lachen lernen.
Einführung in die
provokative Therapie
Frank Farellys.
Paderborn
(Junfermann).
Ausserdem: www.humor.ch
Buchveröffentlichungen unter anderem über Pestalozzi − ‘Appenzeller Schü−ler und Gehilfen
Pestalozzis’ (1985) und ‘Pestalozzis Erbe − Verteidigung gegen seine Verehrer’ (1987), über
Erziehung, Unterricht und Literatur − ‘Schullandschaften’ (1988), ‘Kinder erziehen Kinder’ (1989)
und ‘Erziehung, Unterricht, Widerspruch’ (1999), über Problemsituationen und paradoxe
Interventionen in Beratung und Erziehung − ‘Probleme mit Problemen’ (1994), ‘Einfach verflixt −
verflixt einfach’ (1997) und ‘Ernsthaft humorvoll’ (2001), sowie mit und über Rätselraten und
Denkspielen − ‘Rate, rate, was ist das’ (1974), ‘Denkspiele mit Bleistift und Papier’ (1990) und ‘Ein
Hund springt aus dem Mund’ (1993).
Johannes Gruntz−Stoll studierte Pädagogik, Pädagogische Psychologie, Philo−sophie und
Ethnologie. 1986 Doktorat in Bern. 2000 Habilitation in Innsbruck mit einer Arbeit über
‘Pädagogische Antinomien und Paradoxe Anthropologie’. Heute ist er in der Aus− und
Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern tätig − als Praxisberater und Dozent für
Sonderpädagogik sowie als Direktor des Instituts für Lehrerinnen− und Lehrerbildung der
Universität Bern in Biel. Er ist Vater von vier Kindern.
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