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Die Fett-Weg-Spritze Lipolyse mit Phosphatidylcholin Was ist

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Die Fett-Weg-Spritze
Lipolyse mit Phosphatidylcholin
Was ist Lipolyse mit Phosphatidylcholin?
Was unterscheidet die Fett weg Spritze von der Liposkulpture?
Was sind Erfolge, Risiken, Nebenwirkungen, Preise und Kosten der Fettweg-Spritze?
Die so genannte Fett-Weg-Spritze zählt zu den interessantesten neuen
Themen der ästhetischen Medizin. Manche sehen in ihr eine Revolution in
der Behandlung von Fettpolstern. Optimisten glauben, dass diese Spritze
in der Zukunft die Fettabsaugung teilweise ersetzen wird. Andere Ärzte
warnen vor den unberechenbaren Risiken der Behandlung. Auf den
folgenden Seiten finden Sie den aktuellen medizinischen Wissenstand und
unsere Praxiserfahrungen zu diesem Thema.
Was ist die "Fett-Weg-Spritze?"
Der Ausdruck "Fett-Weg-Spritze" wird in der Öffentlichkeit für ein
Behandlungsverfahren gegen überflüssige Fettpolster verwendet. Dabei
wird eine bestimmte Medikamentenmischung in Fettdepots gespritzt, die
sich dadurch verkleinern oder auflösen. Der medizinisch-wissenschaftliche
Ausdruck lautet "Injektionslipolyse" oder "Lipolyse", in Amerika manchmal
auch "Lipodissolvation". Volkstümlich wurde der Begriff "Fett-wegSpritze".
"Was versteht man unter Lipolyse?"
Lipolyse heisst "Fettauflösung". Auf biochemischem Weg soll Fett aufgelöst
werden. Im Gegensatz dazu wird bei der klassischen Fettabsaugung das
Fett mechanisch oder physikalisch (von Hand, mit Ultraschall, Laser o.ä.)
aus seiner Verankerung gelockert und entfernt. Zur biochemischen
Lipolyse verwendet man im allgemeinen ein Medikament namens
Lipostabil ®. Lipostabil® wird aus Sojabohnen gewonnen und enthält sog.
Phospholipide (genauer: 93% 3-sn-Phosphatidyl-Cholin) sowie
Zusatzstoffe, die für den Effekt wichtig sind. Lipostabil ® ist in
Tablettenform zur Senkung der Blutfette und bei intravenöser Gabe zur
Vorbeugung und Behandlung von Fettembolien in Deutschland als
Medikament zugelassen.
"Wer hat die Fett-Weg-Spritze entwickelt?"
In der Vergangenheit haben sich viele Ärzte mit der Idee einer
chemischen Fettauflösung beschäftigt: zur Lösung sowohl medizinischer
als auch ästhetischer Fragestellungen. Erstmals wurde 1988 vom Italiener
Dr. Maggiore über die Auflösung von Xanthelasmen (siehe Stichwort
"Xanthelasmen") mit Lipostabil berichtet. Mitte der 90iger Jahre begann
die brasilianische Ärztin Dr. Patricia Rittes damit, Phosphatidylcholin
in ästhetisch störende Fettpölsterschen zu spritzen. Wenn dieser Stoff im
Blut den Fettspiegel senkt - warum nicht den Versuch wagen, auch im
Fettgewebe unter der Haut das Fett zum Verschwinden zu bringen? Sie
besitzt bis heute grosse Erfahrung mit der Lipolyse und hat - nach eigenen
Angaben - viele Tausend Menschen damit behandelt. In Südamerika ist
das Verfahren relativ rasch populär geworden; in Nordamerika und Europa
konnte es sich lange nicht durchsetzen, da es kaum wissenschaftliche
Veröffentlichungen dazu gab und die Anwender das "Geheimnis" der Fettweg-Spritze für sich behielten. Erst durch Fortbildungskurse interessierter
Ärzte bei Dr. Rittes wurde die Methode auch in Europa bekannt. 2003
wurde das "Netzwerk Lipolyse" gegründet, in dem europäische Ärzte ihre
Erfahrungen zusammentragen. Nahezu alle heute im deutschsprachigen
Raum damit arbeitenden Ärzte erhielten die Anregung zur Lipolyse durch
die Arbeiten von Dr. Rittes. Individuelle Weiterentwicklungen des
Verfahrens gibt es einige, wobei die Behandlungshinweise des Netzwerkes
wahrscheinlich am besten wissenschaftlich begründet sind.
"Wann ist die Fett-Weg-Spritze sinnvoll?"
Auch viele normalgewichtige Menschen haben ihre "Problemzonen":
Körperstellen, an denen sich trotz Sport und vernünftiger Ernährung
unschöne Fettpölsterchen bilden. Wo vernünftige Ernährung und Sport
nicht helfen, lassen sich grössere Fettansammlungen noch immer am
besten durch Fettabsaugung beseitigen. Die Fett-Weg-Spritze dagegen ist
geeignet für alle kleineren Fettdepots, zum Beispiel an Oberschenkeln,
Bierbäuchlein, Hüftring, Doppelkinn oder Tränensäcke, für
Fettansammlungen im Nasen-Lippen-Bereich, der männlichen Brust, im
Bereich der Oberschenkel, Knie und Unterschenkel, der Fesseln, im BrustBauch-Hüft-Bereich sowie zur Modellierung unterschiedlicher
Problemzonen. Die Spritze ist nicht dazu geeignet, an Gewicht
abzunehmen. Die Behandlung eignet sich also am besten für
normalgewichtigen Menschen mit Problemzonen.
"Wie wirkt die Fett-Weg-Spritze?"
Bisher gibt es keine Hinweise auf wirklich ernsthafte Probleme mit
Lipolysebehandlungen. Trotzdem im folgenden ein kurzer Abriss über den
Wirkmechanismus der Injektionslipolyse - für alle, die es genauer wissen
möchten. Der folgende Wirkmechanismus wird
derzeit wissenschaftlich diskutiert und ist detailliert erforscht. Um
Phophatidylcholin überhaupt einspritzen zu können, muss der Stoff mit
einem Lösungsmittel versetzt werden. Es handelt sich um die Gallensäure
Desoxycholsäure. Sie ist ein sog. oberflächenaktives Detergentium. Diese
Desoxycholsäure ist ein wichtiger Bestandteil; es gibt sogar Anwender
(v.a. in den USA), die das Desoxycholin alleine injiziert haben. Wenn man
diese Mischung direkt ins Fettgewebe spritzt, so löst sich die
Doppelmembran der Adipozyten ("Fettzellen") auf. Das Lecithin des
Medikamentes bindet sich an Fettsäuren und transportiert sie aus der
Fettzelle, letztlich entstehen kleinste Fetttropfen (nanomillimetergross).
Die Lipasen in den Mitochondrien der Adipozyten spalten sie in
Monoglyceride. HDL-Cholesterin bringt sie in die Leber, wo sie wie
normales Nahrungsfett "verbrennen" (im Zitronensäurezyklus
verstoffwechselt werden). Dieser Wirkmechanismus läuft auch im
normalen Organismus ab, da das Lecithin ein Fettsäure-Transportierer ist,
der Fettsäuren bindet und in die Leber bringt. Es handelt sich also um eine
Imitation und Verstärkung von natürlichen Vorgängen. Vieles davon ist
aber noch Vermutung; wir wissen nicht genau, ob auch Apoptose
(Zelluntergang) und Nekrose eine wichtige Rolle spielt, ob auch andere
Zellarten (Muskel, Nerven usw) betroffen sein können...
"Was ist Phosphatidyl-Cholin (PC)?"
3-sn-Phosphatidyl-Cholin ist der Wirkstoff von Lipostabil ® . Es ist ein
Lecithin mit zwei ungesättigten Fettsäureketten. Dieses relativ alte
deutsche Medikament wird aus Soja hergestellt. Die typische
Zusammensetzung von Soja-Phosphatidylcholin sieht etwa so aus: 13%
Palmitinsäure 4% Stearinsäure 10% Ölsäure 66% Linolsäure 6%
Linolensäure. Phosphatidylcholin ist in der Natur weit verbreitet. Man
findet es in pflanzlichen und tierischen Zellmembranen. Kommerziell wird
es in Medikamenten und Kosmetika eingesetzt. Phosphatidylcholin kann
nämlich bei Fettembolien, Fettstoffwechselstörungen und
Lebererkrankungen heilsam wirken und hat daneben positive Effekte an
der Haut.
Äusserlich aufgetragen, kann es kosmetische und dermatologischen
Wirkstoffe in die Haut transportieren und sehr gut verteilen. In der
Dermatologie wird es - als Creme - für folgende Effekte verwendet:
-Erhöhung der Hautfeuchte
-Hautschutz
-Vorbeugung von Hautkrankheiten - Verschönerung von Haut und Haaren
-Förderung der Hautregeneration
In der inneren Medizin hat es bei innerlicher Anwendung seinen festen
Platz als Medikament. Phosphatidylcholin (PC) ist nämlich auch ein
Nährstoff, Transportmittel und ein wichtiger Bestandteil aller Körperzellen.
Aus PC sind ausserdem die Zellmembranen aufgebaut. Dies sind die
"Wände" und Kommunikationsstellen der Zellen untereinander. Vor allem
für die Leber ist PC unentbehrlich. Zahlreiche Leberkrankheiten entstehen
über eine Schädigung der Membranen der Leberzellen. Deshalb gewinnt
die Anwendung von PC zur Vorbeugung und Behandlung von
Leberproblemen an Bedeutung. Viele wissenschaftliche Untersuchungen
konnten die positive Wirkung von PC auf die Leber eindrucksvoll bestätigt.
Der Nutzen von PC ist im Rahmen kontrollierter klinischer Studien zu
Lebererkrankungen aller Schweregrade untersucht worden. Forscher
konnten zeigen, dass PC als Infusion oder Tabletten die Leber wirksam vor
Entzündungen, Giften und vielen Krankheiten schützen kann. Die
Gesundung bei einer Leberentzündung (Hepatitis) kann durch PC sehr
gefördert werden.
"Wie oft wird behandelt?"
Eine Behandlungssitzung dauert ca. 15 bis 40 Minuten. Sie wird ambulant
durchgeführt. Über den Abstand zwischen den Behandlungen gehen die
Meinungen auseinander. Die - auch heute noch übliche - "brasilianische"
Methode propagiert Behandlungsabstände von 2 - 4 Wochen. Dies war bis
vor kurzem auch im Netzwerk Lipolyse üblich. Heute spritzen NetzwerkÄrzte im allgemeinen die 2. Spritze erst nach 8 Wochen, da der Fettabbau
bis 8 Wochen dauern kann und die Nebenwirkungen so geringer seien. Für
einen optimalen Erfolg kann die Behandlungen je nach Körperstelle und
aufzulösender Fettmenge mehrfach wiederholt werden. Nicht selten
genügt aber bei richtiger Anwendung, ausreichend hoher Dosierung,
richtiger Mischung und richtiger Spritztechnik auch eine Behandlung. Nach
veröffentlichten Zahlen sind 17% der Patienten nach einer Behandlung
zufrieden, 72% nach zwei Behandlungen. Wie bei jeder ästhetischen
Behandlung kann aber kein Arzt den Erfolg nach einer oder mehreren
Behandlungen garantieren, da auch die Art des Fetts und andere
individuelle Faktoren den Erfolg beeinflusst.
"Ist die Behandlung schmerzhaft?"
Man spürt lediglich ein leichtes Brennen und einen Druck im Bereich der
Einstichstellen. Der Einstich ist - an den meisten Stellen - erstaunlich
schmerzarm und wird durch Verwendung von speziellen
Injektionsadaptern noch schmerzärmer. Schwellungen und Rötungen an
den Einstichstellen sind üblich und entstehen sehr rasch.
"Welche gesundheitlichen Risiken bestehen bei der Behandlung?"
Ernsthaftere Nebenwirkungen sind trotz tausendfacher Anwendung zur
Lipolyse bisher nicht gemeldet worden. Es gibt häufige, aber harmlose
Nebenwirkungen. Da es bei der Behandlung zur Entzündung und zur
Zerstörung von Fettzellen kommt, sind folgende Nebenwirkungen möglich:
1. Juckreiz, Schmerzen, Rötung und deutliche Schwellung für einige Tage
treten nahezu immer auf
2. selten können diese Beschwerden länger anhalten oder stärker sein als
üblich
3. nach dem Einspritzen kann es vorübergehend zu einem Blutdruckabfall
und daher zu Schwindel oder Kreislaufproblemen kommen
4. Blutergüsse können entstehen
5. Infektionen sind sehr selten, aber wie bei jedem operativen Eingriff
nicht ausgeschlossen
6. ein Sojageschmack wird häufig für einige Tage nach der Injektion
geschildert
7. es kann weniger Fett aufgelöst werden, als Sie es sich erhoffen
8. in seltenen Fällen können Unregelmässigkeiten auftreten
9. das Vorkommen von seltenen, bisher vielleicht unbekannten
Nebenwirkungen kann nicht ausgeschlossen werden.
"Wirkt die Fett-Weg-Spritze überhaupt?"
Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Spritze wirkt. Wissenschaftliche
Veröffentlichungen dazu sind widersprüchlich. Einige Studien konnten
keine Erfolge reproduzieren; die meisten Untersuchungen zeigen
eindeutige Verminderung der Fettmengen. Die Ärzte im Netzwerk Lipolyse
tragen ihre Erfahrungen zusammen; die Erfolge sind eindeutig. Zur Zeit
noch laufende, größere klinische Studien in Deutschland und Österreich
scheinen die positiven Untersuchungsergebnis zu bestätigen. Viele
Berichte über einzelne Behandlungen und Mitteilungen auf
wissenschaftlichen Kongressen und im Internet bestätigen die
Wirksamkeit.
In Chatrooms im Internet kann man sehr unterschiedliche Meinungen
dazu finden. Neben euphorischen Erfolgsberichten stehen Schilderungen
von ernüchternden Fehlschlägen. Man sollte dabei nicht vergessen, dass
die - vielen - zufriedenen Patienten meist keinen Grund sehen, ihre
Erfahrungen zu veröffentlichen, während die unzufriedenen Patienten ihre
Enttäuschung viel eher warnend weitergeben. Es gibt auch nach unserer
Erfahrung eindeutig einige Menschen, bei denen die Lipolyse keine wirklich
überzeugenden Erfolge zeigt. Misstrauen Sie jedem Arzt, der Ihnen ein
garantiert völlig problemloses und ganz sicher zufriedenstellendes
Verfahren "verkaufen" will - dieses Wunderverfahren gibt es nicht.
"Wann darf nicht behandelt werden ?" - Kontraindikationen
Die Behandlung ist nicht möglich, falls bei Ihnen folgende Probleme
vorliegen: Störungen der Blutgerinnung, Allergien gegen Sojaprodukte,
eine Schwangerschaft, Lebererkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen
oder sonstige ernste innere Erkrankungen. Auch die Einnahme von
blutverdünnenden Medikamenten (Markumar, ASS usw.), starken
Herzmitteln usw. müssen Sie uns mitteilen, da dies zu Komplikationen
führen könnte.
"Wie läuft die Behandlung ab?"
Die ambulante Behandlung selbst ist mit 15 bis 30 Minuten Dauer kurz,
preiswert und beinah schmerzlos. Die Medikamentenmischung wird mit
einer feinen Nadel in einer speziellen Technik direkt in das ungewünschte
Fettgewebe gespritzt. Druckschmerzhaftigkeit des Gewebes und
Schwellung klingen nach einigen Stunden bis Tagen ab. Nach ca. 2 - 4
Wochen bemerkt man im allgemeinen die ersten Effekte - Verminderung
der Fettpolster. Nach 2 - 8 Wochen wird die Behandlung
gegebenenfalls wiederholt - solange, bis der gewünschte Effekt erreicht
ist.
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