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1. Symbol-Erlebniswelt - was ist das? 2. Aufbau und methodischer

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Die Symbol-Erlebniswelt der Katholischen Jugend der Erzdiözese Wien
Seite 1
1. Symbol-Erlebniswelt - was ist das?
Die Symbol-Erlebniswelt – als eine Art der Meditation - ist eine Zusammenstellung von
verschiedenen Elementen (Gegenständen, Symbolen) in Verbindung mit Bibelversen
oder anderen Texten. Der/die Besucher/in ist eingeladen, nicht nur die Texte zu lesen,
sondern die Elemente auszuprobieren – also wirklich anzugreifen und etwas damit zu
tun. Das führt zur ganzheitlichen Auseinandersetzung mit einem Thema oder Symbol.
Zielgruppe der Erlebniswelt sind sowohl Jugendliche ab Firmalter als auch
Erwachsene. Eine genaue Altersangabe zu machen, ist nicht möglich, da es natürlich
auch davon abhängig ist, ob und welche Erfahrungen die Jugendlichen mit »Meditation
und Stille« – im weitesten Sinn - haben bzw. wie sehr sie sich darauf einlassen
können und wollen.
GRUNDSÄTZLICH GILT:
Bevor die Erlebniswelt als Methode in der Jugendpastoral eingesetzt wird,
sollte man sie gesehen sowie an sich selbst erlebt und ausprobiert haben!!!
2. Aufbau und methodischer Umgang
2.1. Vorbereitung und Aufbau
Die Erlebniswelt bietet eine Fülle von Elementen. Meistens wird sich eine Auswahl der
Symbole und Gegenstände als sinnvoll erweisen. Welche Elemente ausgewählt
werden, kann von folgenden Faktoren abhängig sein:
€ bestimmtes Thema (Umkehr, Taufe-Firmung, Berufung …)
€ Kirchenjahr (Advent, Weihnachten, Ostern, Pfingsten …)
€ Raumgröße und –beschaffenheit
€ Anzahl der Teilnehmer/innen
€ Alter bzw. "Reife" der Teilnehmer/innen
Die Erlebniswelt muss nicht nur den Teilnehmer/innen, sondern immer auch den
Raumgegebenheiten angepasst werden. Für die meisten meditativen Elemente eignen
sich Mauer- oder Fensternischen bzw. Raumecken. Sind diese Raumgegebenheiten
nicht vorhanden, können mit Tischen und/oder Sesseln auch Nischen gebildet werden.
Elemente, die mehr Platz benötigen in der Raummitte bzw. entlang einer Wand
aufstellen. Um Farbe und Atmosphäre in den Raum zu bringen, Tücher verwenden.
Auch die eigene Kreativität beim (Er)Finden von Symbolen und dazupassenden
Bibelversen bzw. Texten ist gefordert und darf eingesetzt werden.
Für alle, die die Erlebniswelt verlassen wollen, sollte ein Raum bzw. irgendeine andere
Möglichkeit vorhanden sein, in den sie sich zurückziehen können, um die anderen
nicht zu stören.
Die Symbol-Erlebniswelt der Katholischen Jugend der Erzdiözese Wien
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2.2. Durchführung
Unabdingbare Voraussetzung ist die Freiwilligkeit der Teilnahme. Wer nicht mitmachen
will, darf auch nicht dazu gezwungen werden. Kurz vor Beginn erhalten die
Teilnehmer/innen unbedingt kurze Verhaltensanweisungen für den Aufenthalt in der
Erlebniswelt:
€ Im Raum soll Ruhe sein. Daher innerhalb der Erlebniswelt nicht miteinander reden
oder flüstern. Wer reden möchte, soll in den dafür vorgesehenen Raum gehen, um
die anderen nicht zu stören.
€ Darauf hinweisen, dass die Gegenstände und Elemente zum Angreifen sind. Die
Teilnehmer/innen einladen, sich darauf einzulassen und die Gegenstände wirklich
anzufassen bzw. etwas damit zu tun.
€ Die einzelnen Stationen können mehrmals besucht werden.
€ Es gibt keine bestimmte Reihenfolge der Stationen.
€ Es ist auch möglich, die Erlebniswelt zu verlassen und nach einiger Zeit wieder
»einzusteigen«.
€ Hinweis auf einen Raum und Materialien, die zur Aufarbeitung zur Verfügung
stehen.
€ Zeitrahmen vorgeben.
Die Symbol-Erlebniswelt kann als eigenständiger, abgeschlossener Programmpunkt
oder als Teil eines anderen Programms (z.B. Firm-Wochenende oder –Nachmittag)
verwendet werden. In jedem Fall ist es notwendig, den Teilnehmer/innen einen
Zeitrahmen für den Besuch der Erlebniswelt vorzugeben. Als eigenständiger
Programmpunkt wird sich der Zeitrahmen zwischen 1 und 2 Stunden bewegen (je
nach Größe der Erlebniswelt); an einem Wochenende besteht z.B. die Möglichkeit, die
Erlebniswelt für einen ganzen Nachmittag zugänglich zu machen – als Ort, an den sich
die Teilnehmer/innen zurückziehen können.
Meditationsmusik verwenden.
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2.3. Aufarbeitung
Eine Aufarbeitung nach dem Verlassen der Erlebniswelt ist für alle Teilnehmer/innen
angeraten, da sonst Dinge, Gedanken, Eindrücke, Reaktionen und Gefühle
unausgesprochen bzw. unverarbeitet in den »Alltag« mitgenommen werden. Diese
Aufarbeitung geschieht am besten in 2 Schritten:
1) EINZELPHASE: Sammeln und zum Ausdruck Bringen der eigenen, persönlichen
Eindrücke (durch Aufschreiben der Gedanken, durch Zeichnen oder Malen oder
andere kreative Methoden). Impulsfragen (s. unten) können dabei hilfreich sein.
2) GRUPPENPHASE: Ein Gespräch in der Gruppe aufbauend auf der Einzelphase, wobei
jede/r die Möglichkeit erhalten soll, zu Wort zu kommen. Wichtig dabei ist die
Freiwilligkeit der Wortmeldungen. Keine Wertungen, Interpretationen oder
Diskussionen über persönliche Eindrücke!
In miteinander weniger vertrauten oder großen Gruppen ist ein
persönliches Gespräch schwieriger. Hier ist es sinnvoll, Kleingruppen zu
bilden oder Zweiergespräche zu führen.
MÖGLICHE IMPULSFRAGEN:
€ Was hat mich besonders beeindruckt?
€ Welche Gedanken sind mir dazu gekommen?
€ War die Atmosphäre angenehm oder unangenehm?
€ Woran hat mich ein Gegenstand erinnert?
€ Wie fühle ich mich?
€ Was hat mich angesprochen?
€ Was hat mich nachdenklich gestimmt?
€ Was hat mich gestört?
€ Wo wäre ich gerne noch länger geblieben?
€ Was lässt mich nicht los?
€ Was habe ich mit den Zeichen bzw. Gegenständen verbunden?
2.4. Weitere mögliche Schritte
€ Ein oder zwei Gegenstände bzw. Symbole in einen Gottesdienst einbauen.
€ Ein Gebet zu einem bestimmten Thema / Symbol schreiben.
€ Die Möglichkeit anbieten, die Erlebniswelt noch einmal zu »besuchen«.
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3. Die einzelnen Elemente
Du, Herr, kennst mich
Ein SPIEGEL mit der Aufschrift »Du jedoch, Herr, kennst und durchschaust
mich; du hast mein Herz erprobt und weißt, dass es an dir hängt.« (Jer 12,3).
Beim Hineinschauen sieht man sich im Spiegel selbst bzw. diesen Vers.
Den Spiegel in einer Raumecke oder Nische anbringen. Darauf achten, dass
genügend Licht vorhanden ist bzw. das Licht so einfällt, dass man sowohl das
eigene Spiegelbild als auch die Schrift lesen kann.
Spiegel z.B. mit Whiteboard-Stiften beschriften. Die Schrift lässt sich
anschließend wieder entfernen.
Fürbitten
Geschlossene Schachteln mit Einwurfschlitzen als BRIEFKÄSTEN bzw.
»Gebetsboxen« ODER KÖRBE mit dem Vers: »Vernimm, o Gott, mein Beten;
verbirg dich nicht vor meinem Flehen!« (Ps 55,2) Zusätzlich kann bei jeder
Box ein Vers angebracht werden, der auf je ein bestimmtes Gebetsanliegen
hinweist (z.B. »… weil ich Angst habe« oder »… weil ich mich freue«). Dazu
werden Zetteln und Stifte gelegt. Jede/r kann ein persönliches Gebet, eine
Bitte, einen Dank… aufschreiben und in die Boxen einwerfen. Die Zettel mit
den Gebetsanliegen sollten nachher weiterverwendet werden, z.B. in einem
Gottesdienst.
Schachtel: Wie unergründlich sind seine Entscheidungen
Eine dunkle, leere, verschlossene BOX mit Guckloch mit der Aufschrift: »Schau
hier hinein«. Dazu der Vers: »Wie unergründlich sind seine Entscheidungen,
wie unerforschlich seine Wege!« (Röm 11,33)
Bibel
Eine aufgeschlagene BIBEL auf einem Buchhalter. Dazu der Text: »Wort des
lebendigen Gottes«.
Brot und Steine
BROTSTÜCKE zum Essen, daneben STEINE. Dazu der Bibelvers: »Oder ist einer
unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet?« (Mt
7,9)
Wein und Wasser
WEIN UND WASSER in Krügen, daneben leere Gläser. Dazu der Bibelvers: »Es
ist gleich ungesund, unvermischten Wein oder pures Wasser zu trinken. Wein
mit Wasser vermischt hingegen schmeckt vorzüglich.« (2 Makk 15,39)
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Kerze: Herr, dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte
Auf dem Boden ein Fußabdruck, davor steht eine KERZE. Daneben liegen ein
Feuerzeug oder Zünder. Beim Fußabdruck ist folgende Aufschrift angebracht:
»1) Stell Deinen rechten Fuß vor die Kerze. 2) Entzünde mit dem Feuerzeug
die Kerze. 3) Bevor Du weitergehst lösch die Kerze bitte wieder aus.« Dazu
Bibelvers: »Herr, dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine
Pfade.« (Ps 119,105)
Vor einer Wand, in einer Ecke oder Nische wird ein Fußabdruck am Boden
befestigt. Dahinter in den silbernen Kerzenhalter eine Kerze gesteckt. An der
Wand hinter der Kerze wird der Psalmvers angebracht. Ein Stück oberhalb (in
Augenhöhe) die Tafel mit den Anweisungen. Zündhölzer oder Feuerzeug
dazulegen.
Maßband: Wie lange ist die Ewigkeit?
Eine LATERNE, daneben ein MAßBAND. Dazu die Frage: »Wie lange ist die
Ewigkeit?«
Die Laterne mit brennendem Teelicht (auf hitzebeständige Untersetzer) in eine
Nische stellen. Davor oder daneben die Texttafel anbringen. Genügend
Abstand von Gegenständen zur Laterne einhalten. Vorsicht Brandgefahr!
Weihrauch
Eine WEIHRAUCHSCHALE mit glühender Kohle. Daneben eine Schale mit
Weihrauchkörnern und der Bibelvers: »Salböl und Weihrauch erfreuen das
Herz, die Herzlichkeit eines Freundes erfreut mehr als duftendes Holz.« (Spr
27,9) Als Alternativen sind auch eine Duftlampe oder Räucherstäbchen
möglich.
Die Weihrauchschale auf hitzebeständige Untersetzer stellen. Genügend
Abstand zwischen Gegenständen und der Weihrauchschale einhalten. Vorsicht
Brandgefahr.
Als Weihrauchschale kann z.B. eine Tonschale gefüllt mit Sand dienen. Auf den
Sand wird die glühende Kohle gelegt. Kohle und Weihrauch sind in KerzenGeschäften erhältlich.
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Weg durchkreuzt
Ein Pfeil am Boden oder an der Wand mit der Aufforderung: »Geh’ ein Stück
auf Deinem Lebensweg.« Quer über den Weg liegen HOLZSTÜCKE. Neben dem
Weg (z.B. an der Wand) ist die Frage angebracht: »Wo wird Dein Leben
durchkreuzt?« Am Ende des Weges der Ausruf: »Ans Kreuz mit ihm!« (Mt
27,22)
Der Weg sollte mindestens 3m lang sein. Entweder führt der Weg entlang
einer Wand oder zwischen Sesseln bzw. Pinwänden hindurch. Die Holzstücke
werden so gelegt, dass die Teilnehmer/innen bewusst darüber steigen
müssen.
Gebet
Ein Polster oder Gebetshocker in einer GEBETSECKE. Dazu der Vers: »Salomo
[...] ließ sich im Angesicht der ganzen Versammlung Israels auf die Knie
nieder, breitete seine Hände zum Himmel aus und betete.« (2 Chr 6,13-14)
Diese Station benötigt besondere Ruhe. Daher eignet sich eine verdeckte Ecke
oder Nische, die eine entsprechende ungestörte Gebetsatmosphäre ermöglicht.
Vor Gott stehen
Am Boden sind zwei Fußabdrücke zum darauf STEHEN angebracht. Dazu die
Aufforderung: »Stell Dich gerade und bewusst hier her.« In Augenhöhe ein
Zitat aus dem 2. Hochgebet: »Wir danken dir, dass du uns berufen hast, vor
dir zu stehen und dir zu dienen.«
Die beiden Fußabdrücke werden am Boden vor einer Wand so befestigt, dass
die Teilnehmer/innen sich bequem hinstellen können. Die Texttafel soll dann in
Augenhöhe sein.
Sich in Ehrfurcht vor Gott verneigen
Zwei Fußabdrücke sind am Boden angebracht. Davor eine Texttafel mit der
Aufforderung: »Lies den folgenden Psalmvers:« Der folgende Vers ist sehr
klein abgedruckt, damit man sich zum Lesen HINUNTERBEUGEN muss: »Viele
werden es sehen, sich in Ehrfurcht neigen und auf den Herrn vertrauen.« (Ps
40,4)
Auf dem Boden oder etwas erhöht wird der kleingedruckte Psalmvers
angebracht. Die beiden Fußabdrücke davor am Boden so befestigen, dass die
Teilnehmer/innen sich bequem hinunterbeugen können.
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Stein und Wasser
Ein breites GEFÄß MIT WASSER, daneben liegen kleine STEINE. Dazu der Text:
»Ins Wasser fällt ein Stein ganz heimlich, still und leise; und ist er noch so
klein, er zieht doch weite Kreise.«
Masken
Zwei oder mehr MASKEN liegen oder hängen bereit, dahinter ein SPIEGEL.
Dazu folgender Text: »Viele Masken habe ich. Wenn ich notgedrungen höflich
sein muss, dann setze ich ein nichtssagendes Lächeln auf. Wenn ich nicht will,
trage ich die Maske der Undurchsichtigkeit. Manchmal trage ich Masken, um
zu imponieren. Auch ein Wolf im Schafspelz kann ich manchmal sein. Ich
kenne die Masken, hinter denen ich mich verstecken kann. Viele Masken habe
ich: Manche kenne ich, von manchen weiß ich nichts. Das Schlimme daran ist,
dass mir viele Masken von anderen aufgedrängt werden.«
Als Alternative oder zusätzlich ein Bibelvers: »Die Wahrheit spricht meine
Zunge, Unrechtes ist meinen Lippen ein Greuel.« (Spr 8,7)
In einer Nische oder einer Ecke wird der Spiegel angebracht. Daneben oder
davor liegen die Masken und die Texttafeln. Ev. kann ein Sessel dort stehen.
Darauf achten, dass genügend Licht vorhanden ist bzw. das Licht so einfällt,
dass man das eigene Spiegelbild sehen kann.
Die Masken können selbst (aus Papier, Papiermache bzw. Gips) hergestellt
werden. Sogenannte »Neutralmasken« (weiße Masken) sind in Kostüm- bzw.
Scherzartikelgeschäften erhältlich.
Verkehrszeichen
Die VERKEHRSZEICHEN werden (an der Wand) befestigt. Dazu die Texte:
EINBAHN: »Führt mich mein Weg immer nur in dieselbe Richtung?«
SACKGASSE: »Bin ich schon einmal in einer Sackgasse angelangt? «
VORRANG GEBEN: »Nehme ich Rücksicht auf die anderen, Schwächere, ...? «
PARKPLATZ: »Komm ich auch einmal zur Ruhe? «
ÜBERHOLVERBOT: »Muß ich immer vorne sein, auch wenn es andere verletzt? «
FAHRVERBOT: »Begebe ich mich oft ins Fahrverbot, weil der Weg bequemer
und kürzer ist? «
UMKEHRGEBOT: »Wann ist für mich eine Kehrtwende (Umkehr) nötig? «
FAHRBAHNENGE: »Wird mir mein Leben manchmal eng? «
Die Verkehrszeichen und die Texttafeln an der Wand anbringen. Es ist auch
möglich, die Verkehrszeichen in der Form eines Verkehrsübungsgartens
anzubringen, sodass die Teilnehmer/innen einen bestimmten Weg nehmen
müssen.
Karton-Verkehrszeichen können im KJ-Büro ausgeborgt werden.
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Labyrinth
Ein entsprechendes großes vorhandenes oder selbst gezeichnetes LABYRINTH
am Boden zum Abgehen.
Dazu der Text: »Das Ziel deines Lebensweges führt dich letztlich zur Mitte, zu
Gott. Doch nur der Glaube an einen letzten Lebenssinn kann jeden Umweg im
Leben tragen, denn bei konsequentem Weitergehen kommt man mit
Sicherheit an – sei der Weg noch so verschlungen, aussichtslos oder
hoffnungslos. Nicht die Verzweiflung, sondern das Vertrauen auf Gott begleite
dich.«
Ev. brennt in der Mitte des Labyrinthes eine Kerze und Kärtchen mit
folgendem Gebet sind aufgelegt: »Gott meines Lebens, ich bin unterwegs auf
dem Weg durch mein Lebenslabyrinth. Niemand hat mich gefragt, ob ich es
betreten will, aber nun gehe ich Schritt für Schritt. Manchmal ist der Blick frei
auf die Mitte, dann hat alles einen Sinn, ein Ziel, mein Leben ist erfüllt und
reich, es lohnt sich zu leben. Manchmal allerdings führt der Weg wieder an den
Rand, alles scheint sinnlos zu sein, niedergeschlagen und mutlos stelle ich die
Frage, was das alles noch soll. Vergessen sind die Augenblicke auf die Mitte,
und Trostworte kommen nicht an. Und dann, ganz am Rand, wenn alles nicht
mehr schlimmer kommen kann, kommt plötzlich eine Wende. Alles erscheint in
einem neuen Licht. In der Mitte der Nacht liegt der Anfang eines neuen Tages,
sagt man, und spüre die Wahrheit in diesen Worten und die Kraft, die von
ihnen ausgeht. Manchmal verliere ich völlig die Orientierung und weiß nicht
mehr, bin ich unterwegs zur Mitte oder auf dem Weg zum Rand? Der Boden
unter meinen Füßen gerät ins Wanken. Wer sagt mir, wie es weitergeht? Wer
sagt mir, wie ich mich entscheide? Gott meines Lebens, auf dem Weg durch
das Labyrinth bist du bei mir als Begleiter und als Ziel. Ich glaube an dich. Ich
hoffe auf dich. Ich vertraue dir.«
Verschiedene Labyrinthe und Infos gibt's unter:
http://www.das-labyrinth.de
http://www.das-labyrinth.at
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Seite 9
Angekettet
Dicke, schwere KETTEN ODER SEILE liegen bereit. Dazu die Aufforderung mit
einem Pfeil: »Schlinge eine Kette um Deine Beine und versuche ein Stück zu
gehen.« Am Weg ist die Frage angebracht: »Wo fühle ich mich angekettet und
eingeengt? Was befreit mich zum Leben?«
Zusätzlich oder als Alternative das Gebet »Ketten sprengen«: »Vieles ist mir
Last, engt mich ein, macht mir Druck. Ich möchte frei sein, unabhängig, mein
Leben leben, meinen Weg gehen, nicht von anderen gefordert werden, nicht
anderen entsprechen müssen. Ich möchte mein eigener Herr sein. Gott, du
willst die Menschen frei. Du willst auch dass Menschen Verantwortung
füreinander tragen. Sprenge meine Ketten und mach mich frei für mich, für
dich, für andere.«
Der »Weg« kann entlang einer Wand oder zwischen Sesseln hindurch führen.
Es sollte genügend Platz zum Bücken sein.
Ketten und Seile sind in Baumärkten als Meterware erhältlich bzw. können im
KJ-Büro ausgeborgt werden.
Zeit
Eine SANDUHR. Dazu der Vers: »Gott, meine Zeit steht in deinen Händen.«
Zusätzlich oder als Alternative das Gebet »Die Zeit verrinnt«: »Der Sand
rieselt und rieselt. Die Zeit rinnt und rinnt. Zwischen den Fingern dahin.
Zwischen meinem Tun dahin. Momente, die ich festhalten möchte. Momente,
die aber verfliegen. Gott, du weißt warum und wohin. Du wandelst mein Tun in
Ewigkeit. Denn meine Zeit steht in deinen Händen.«
Als Alternative oder zusätzlich zur Sanduhr ein METRONOM. Dazu der Bibeltext:
»Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine
bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit
zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, eine Zeit zum Töten
und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum
Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die
Klage und eine Zeit für den Tanz; eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit
zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu
lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum
Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit
zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden,
eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und
eine Zeit für den Frieden.« (Koh 3, 1-8)
Eine Sanduhr kann im KJ-Büro ausgeborgt werden.
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Runder und kantiger Steine
Ein größerer runder und ein größerer kantiger STEIN. Dazu der Text: »Bist du
manchmal kantig und hart, kalt und rau, verletzend, schwerfällig, ....? Wie ein
Stein?«
Scherben
Ein paar TONSCHERBEN. Dazu der Text: »Woran bist du zerbrochen? Was
machst du aus den Scherben?«
Brot und Salz
Ein Teller mit BROT, das ohne Salz gebacken wurde, und ein Teller mit
gesalzenem Brot bzw. eine Schüssel mit SALZ. Dazu der Bibeltext: »Ihr seid
das Salz der Erde.« (Mt 5,13) Oder als Alternative: »Das Salz ist etwas Gutes.
Wenn das Salz die Kraft zum Salzen verliert, womit wollt ihr ihm seine Würze
wiedergeben? Habt Salz in euch, und haltet Frieden untereinander!« (Mk 9,50)
Mandala
Ein großes MANDALA auf Packpapier, das an einer Wand befestigt ist. Daneben
Farben. Ev. ist ein »Thema« oder Gedanke angegeben, zu dem dieses Mandala
bemalt werden soll.
Unterwegs mit Gott
Ein WANDERSTOCK und der Psalmvers: »Muß ich auch wandern in finsterer
Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein
Stab geben mir Zuversicht.« (Ps 23, 4)
Den Wanderstock in eine Ecke oder an eine Wand lehnen. Dazu die Texttafel
anbringen. Genügend Platz zum Gehen mit dem Stock einplanen.
Oder als Alternative: Ein Paar Inline-Skates. Dazu die Frage: »Wohin bin ich
unterwegs?«
Ferngesteuert
Eine (TV) FERNBEDIENUNG mit folgendem Text: »Durchzappen oder
dranbleiben, so oder so geht Fernsehen. Durchzappen oder dranbleiben, so
oder so geht unser Leben. Auch ich mach das oft so, mal tu ich dies und schon
bald das, ich zappe so durch’s Leben auf der Suche nach Glück. Manchmal
muss man dranbleiben, manchmal ist Ausdauer gefragt, manchmal muß man
durchhalten, manchmal ist ein Ziel nötig. Nicht durchzappen, dranbleiben!
Gott, gib mir Kraft und Ausdauer dafür. Lass mich meinen Weg gehen und
mein Ziel erkennen.«
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Seite 11
Glaubensbekenntnis
Verschieden formulierte GLAUBENSBEKENNTNISSE aufhängen. Ebenfalls
befinden sich Kopien der Texte dort. Daneben Papier, Scheren, Klebstoff,
Stifte. Dazu die Aufforderung: »Formuliere dein ganz persönliches
Glaubensbekenntnis ... auch aus den Teilen der vorhandenen Texte (du darfst
die Kopien zerschneiden) ... oder du schreibst ein ganz neues
Glaubensbekenntnis...«
Für das Zusammenstellen eines eigenen Glaubensbekenntnisses eignet sich
ev. ein extra Raum, um die nötige Ruhe zu haben.
Das Licht der Welt
Eine KERZE und ein KÜBEL, der über die Kerze passt. Dazu die Bibelstelle: »Ihr
seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht
verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß
darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im
Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten
Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.« (Mt 5, 14-16)
Verborgene Kräfte
Ein STEIN, der in zwei Teile geschnitten wurde. Innen befinden sich prachtvolle
Kristalle. Dazu die Fragen: »Wo liegen meine verborgenen Kräfte? Kann ich zu
ihnen durchbrechen?«
Handy / Telefon
Ein HANDY (oder Telefon), das ev. auch manchmal läutet. Dazu der Vers: »Ich
rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich. Wende dein Ohr mir zu, vernimm
meine Rede!« (Ps 17,6)
Wenn das Handy läutet, sollte es abseits der meditativeren und ruhigeren
Stationen liegen.
Wein und Brot - Eucharistie
Kelch oder Becher mit WEIN und Brotschale mit BROT. Dazu folgende
Bibelstelle: »Da ging Jesus mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit
ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot
und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; dann
sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das
Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der
Schrift erschloss? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach
Jerusalem zurück, und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt.
Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon
erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn
erkannt hatten, als er das Brot brach.« (Lk 24, 28-35)
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Seite 12
Schatten
Eine LAMPE (Overheadprojektor) wirft Licht an eine Wand bzw. ein gespanntes
Leintuch. Ein Pfeil weist den Weg zwischen diese Wand und die Lichtquelle,
damit der Schatten der Person an die Wand bzw. ans Leintuch geworfen wird.
Kleine Kerzen (Teelichter) und Zündhölzer bzw. ein Feuerzeug liegen bereit.
An der Wand, an die der Schatten geworfen wird, ist folgender Text
angebracht: »Ich bin dein Schatten. Ich bin sozusagen dein Schattendasein.
Ich mache alles, was du machst. Geh einen Schritt nach links, heb’ deinen
Arm! - Siehst du? Solange du lebst, werde ich dein Schatten sein. Du kannst
mir nicht entfliehen und ich dir nicht. Doch schau nicht ständig auf den
Schatten, nimm ein Licht und lass dich vom Licht bescheinen und wärmen. Du
musst kein Schattendasein fristen. Lass dich von Gottes Licht bescheinen,
wenn es in deinem Leben eng und der Schatten zu groß wird.«
Um störendes Licht in der restlichen Erlebniswelt zu vermeiden, besteht die
Möglichkeit, diese Station in einer Raumecke aufzubauen und mit Tüchern vom
übrigen Raum gut abzutrennen, oder einen eigenen Raum dafür zu
verwenden.
Mein Weg mit Gott
Ein (City)RUCKSACK. Dazu folgende Bibelstelle: »Der Herr sprach zu Abram:
Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem
Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem
großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen
sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will
ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.
Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte, und mit ihm ging auch Lot.
Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran fortzog. Abram nahm
seine Frau Sarai mit, seinen Neffen Lot und alle ihre Habe, die sie erworben
hatten, und die Knechte und Mägde, die sie in Haran gewonnen hatten. Sie
wanderten nach Kanaan aus und kamen dort an.« (Gen 12, 1-5)
Zusätzlich ist folgende Frage möglich: »Was nehme ich mit auf meinen Weg?«
Was mir heilige ist / Tabernakel
In einem kleinen KÄSTCHEN (ähnlich einem Tabernakel) steht ein GEGENSTAND,
der den meisten Teilnehmer/innen »heilig« ist – z.B. ein Handy. Daneben oder
davor eine brennende Kerze. Dazu die Frage: »Was ist mir in meinem Leben
heilig?«
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Seite 13
Adventkranz
VIER KERZEN (im Advent ein Adventkranz) in einem dunklen Raum. Zünder
oder Feuerzeug liegen dabei. Dazu folgender Text: »1. Zünde eine Kerze nach
der anderen an. 2. Bevor Du diese Station verlässt, lösche die Kerzen wieder
aus.« Dazu die Bibelstelle: »Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist,
damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.« (Joh 12,46)
Oder: »Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im
Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.« (Jes 9,1)
Ausschau nach Gott
Neben einem FERNROHR /-GLAS steht folgender Text: »Ich aber schaue aus
nach dem Herrn, ich warte voll Vertrauen auf Gott, meinen Retter. Mein Gott
wird mich erhören.« (Mi 7,7) Oder: »Aufbruch zu neuen Ufern?!«
Aufbrechen
BRECHEISEN UND MEIßEL. Dazu folgende Fragen: »Welche Werkzeuge
verwende ich, um mein Verhalten, Menschen, die mir begegnen, oder meinen
Alltag aufzubrechen?«
Neues Leben
Ein paar KNOSPEN. Dazu der Text: »Aufbrechen zu neuem Leben?!«
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