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Arbeitsblatt 177 Was sind Schöpfungsmythen? - Anselm von

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Arbeitsblatt 177
Was sind Schöpfungsmythen?
Die altorientalischen Schöpfungsmythen
sumerischen, akkadischen, phönizischen, heb-
bis hin zu den biblischen Schöpfungstexten
räischen, ägyptischen und griechischen My-
bekunden das Bedürfnis des Menschen, sich
then ging es nicht um den Ursprung der Welt
mit der Frage nach der Entstehung der Welt
im Allgemeinen, sondern ihrer besonderen
auseinanderzusetzen. Geben uns diese ‚Be-
Welt, die, wenngleich nicht als die einzig
richte’ heute noch etwas? Sind sie mehr als
existierende, so doch als die einzig maßgebli-
kuriose Geschichten?
che empfunden wurde. Die Mythen geben
„Wie sah euer Gesicht vor der Geburt eurer
keine allgemeingültige Antwort auf die Frage
Eltern aus?“, lautete eine Frage, die ein Zen-
nach dem Ursprung der Welt, sondern partiku-
Meister einst seinen Schülern stellte. Eine
läre und spezifische Antworten. [...] Anders
kluge und hintersinnige Frage, die vor allem
ausgedrückt: Es war niemals die Welt als sol-
auf das Unergründbare des Anfangs hindeuten
che, die es zu erklären galt, sondern die sume-
soll. Kein Mensch hat eine bewusste Erinne-
rische, akkadische, ägyptische, hebräische
rung an seine Geburt. Wenn überhaupt, so
oder griechische. [...]
hinterfragt er seine Herkunft und sein Dasein
erst später. [...] „Warum existiert diese Welt,
in der ich lebe, und warum existiere ich selbst,
so wie ich bin?“
Um nachzuvollziehen, was die Priester und
Nicht anders verhält es sich mit den vielen
Dichter des Altertums getan haben, trete man
Schöpfungsberichten der Alten Welt. Den
in einer Sommernach hinaus in die Natur und
Arbeitsblatt 177 – Was sind Mythen? © MMMag. Dr. Christoph Thoma
Anselm-von-Canterbury-Akademie für Christliche Philosophie und Katholische Theologie (www.anselm-von-canterbury-akademie.at)
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betrachte den Himmel. Man betrachte ihn
Die antiken Kosmologien mögen mit unter
wirklich, ohne dabei an die Bibel, Kopernikus,
Wege einschlagen und Bilder verwenden, die
Keppler oder Einstein zu denken. Alle Schöp-
verwirrend sind. Doch sie verfolgen nur ein
fungsberichte wurzeln ein dieser Betrachtung
Ziel. Sie wollten den Menschen versichern,
und in dem Gefühl, was wir beim Anblick
dass sie keine Kinder des Zufalls waren. Die
dieses Himmels empfinden – dem Gefühl,
Menschen sind ‚Wunschkinder’ einer höheren
dass es eine unendliche Weite gibt, eine Un-
Macht, dazu bestimmt, fortan selbst an der
ermesslichkeit, die sich unserem Begreifen
Aufgabe der Schöpfung teilzuhaben. Die My-
entzieht. [...]
then gaben den Menschen zumindest indirekt
zu verstehen, dass die Welt sie braucht.
Informationen zum Text:
Jaques Laccarière: Was sind Mythen, in: Katholisches Bibelwerk, Welt und Umwelt der Bibel, Heft 2/1996, Stuttgart
1996.
Aufgaben:
(1) Was sind Schöpfungsmythen?
(2) Wenn diese altorientalischen Mythen keine Weltentstehungstheorien sind – was wollen sie
dann erklären. Und was wollen sie bewirken?
(3) Welche Aufgabe hat der Mensch innerhalb der von den altorientalischen Schöpfungsmythen
bekundeten Anliegen?
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Seele and Geist
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