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Christus – einzigartiger Diener Gesündigt – und was nun?

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G
1/2005
Folge mir nach
1
Inhalt/Impressum
Inhalt
Aus aktuellem Anlass:
Gesündigt – und was nun? .......................................................................... 4
Das Wunder der Inspiration der Bibel .......................................................... 7
Jesus Christus:
Christus - einzigartiger Diener ................................................................... 10
Bibelstudium:
Psalm 119 (Teil 4) ...................................................................................... 12
Zum Nachdenken:
Pinnwand .................................................................................................. 18
Bibel praktisch:
Man ist nur einmal jung ............................................................................ 20
Was wir von den Wildgänsen lernen können ............................................. 23
Das Erbteil einnehmen – oder den Himmel „erobern“ ............................... 26
Post von Euch:
Das Zusammenkommen als Versammlung ................................................. 29
Streiflicht:
Der Prophet Maleachi ................................................................................ 31
Buchbesprechung:
Der „Light Keeper“ Band 2 ....................................................................... 34
Gute Botschaft:
Es klopft an der Tür ................................................................................... 36
Impressum
Herausgeber:
Christliche Schriftenverbreitung
Hückeswagen
PF 100 153
42490 Hückeswagen
Telefon: (0 21 92) 9 21 00
Telefax: (0 21 92) 92 10 23
E-mail: info@csv-verlag.de
Folge mir nach erscheint sechswöchentlich;
Abo-Preis 13,-- (zzgl. Porto Inland: 2,50; Porto Ausland: 4,--); Musterhefte können jederzeit angefordert
werden; Abonnements und Änderungen im Abonnement
bitte an den Herausgeber. Bibelübersetzung: Elberfelder
Übersetzung Version 2003
2
Anschrift der Redaktion:
Rainer Brockhaus · Kormoranweg 18 · 46487 Wesel
Tel.: (02 81) 6 08 19 · Fax: 6 36 17
E-mail: rbrockhaus@gmx.de
Internet: http://www.folgemirnach.de
Herstellung:
Layout und Satz:
Andre Dietermann, www.dtp-medien.de, Haiger
Druck: Brockhaus Druck, Dillenburg
Bildnachweis und Bildrechte:
© Project Photos: 1
© R. Dietermann: 7, 8, 10, 23, 25, 26, 27, 36
© imagelibrary: 5, 20, 21, 28, 32
Das persönliche Grußwort
S
teine aus Nazareth
Der Fliesenleger, von dem mein Gesprächspartner berichtet, war offenbar fleißig in
seinem Leben und hatte ein kleines Vermögen erwirtschaftet. So richtet er sich jetzt
mit entsprechendem Aufwand ein Haus ein, das seinen Vorstellungen von A bis
Z entspricht. Und da er nun vom Fach ist, soll auch der Boden etwas Besonderes
ausstrahlen. So reist er ins ferne Israel, besucht dort verschiedene Steinbrüche und
wählt schließlich einen Naturstein aus Nazareth für sein neues Domizil aus. Sicher
etwas Gutes, diese Steine aus Nazareth. Etwas Haltbares, Beständiges, durch deutsche Handwerksarbeit fachgerecht verlegt, das wird ihn lange mit Stolz und Freude
erfüllen. Ob er sich schon einmal Gedanken über sein Verhältnis zu dem Mann aus
Nazareth gemacht hat?
Welche Wertmaßstäbe legen wir in unserem Leben an? Entscheidet die Höhe des
Taschengelds oder des Einkommens über unsere Stimmung? Vertrauen wir dem
In-Sein, dem Jungsein, indem wir mindestens mit dem Outfit unserer Umgebung
mithalten – und dabei vielleicht sogar „hineinrasseln“ in die Sünde?
Haben wir bei aller nötigen und nützlichen Tages- und Lebensbeschäftigung noch
die Ausrichtung auf unseren Herrn, dessen Nähe wir im Wort Gottes und dann
auch im Gebet erleben können?
Ein neuer Zeitabschnitt wie der Beginn dieses Jahres kann helfen, einmal ehrlich
Kassensturz zu machen und zu prüfen, ob wir reich sind in Gott, oder ob wir nicht
vielleicht zu den Schluckarmen oder Armgewordenen gehören, die dringend
echtes, bleibendes Gold beim Herrn kaufen sollten wie die Leute aus Laodizea.
Zu dieser Rückbesinnung oder Neubesinnung auf das wirklich Wichtige möchte
„Folge mir nach“ ein wenig beitragen: Artikel über das Problem Sünde, über die
Gefahren von jungen Christen und über die Reichtümer der Gläubigen sollen
dabei ebenso helfen wie Hinweise zum persönlichen oder gemeinsamen Glaubensleben (die Seitenangaben dazu findet man bekanntlich im Inhaltsverzeichnis).
Alle Artikel verbindet das Anliegen, unseren Herrn besser kennen zu lernen und
Ihm treu(er) nachzufolgen. Und dass wir dann auch andere zu Ihm führen. Dann
werden uns die noch so guten Steine aus Nazareth sicher nicht mehr halb so viel
interessieren wie der Mann aus Nazareth, der Herr Jesus!
Viel Freude beim Graben nach den richtigen Schätzen – und beim Ausleben eines
reichen Christseins!
Folge mir nach
3
Gesündigt –
und was nun?
E
in Christ soll nicht sündigen. Er muss es auch nicht. Was aber,
wenn er es dennoch tut? „Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit
ihr nicht sündigt; und wenn jemand gesündigt hat – wir haben einen
Sachwalter bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die
Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern
auch für die ganze Welt“ (1. Joh 2,1-2).
Was machst du, wenn du merkst, dass du
gesündigt hast? Es gibt mehrere Reaktionsmöglichkeiten:
a) „Schwamm drüber, kann jedem mal
passieren!“
b) „Ich kann nichts dafür, denn ich bin ein
Mensch mit Fehlern. Da hilft es auch
nichts, gläubig zu sein.“
c) „Bin ich überhaupt errettet? Ein Christ
sündigt doch nicht!“
d) „Diese Sünde kommt durch den Teufel!
Er ist der Schuldige. Wenn es ihn nicht
gäbe, hätte ich nicht gesündigt.“
e) „Ich habe gesündigt, und das tut mir Leid,
denn auch für diese Sünde musste mein
Retter am Kreuz sterben. Daher bekenne
ich Gott, meinem Vater, meine Sünde
und verurteile mich und meine Sünde vor
Ihm (Selbstgericht), um von der Sünde
künftig zu lassen.“
Wahrscheinlich gibt es noch eine Reihe
anderer Antwortvariationen. Aber sicher
hast auch du schon eine oder mehrere
dieser Sätze ausgesprochen, nachdem du
gesündigt hattest. Wie sollen wir uns nun
wirklich „biblisch“ verhalten, wenn wir
gesündigt haben?
Doch bevor wir darüber nachdenken, was
es bedeutet, wenn Christen sündigen, muss
die Basis stimmen. Das heißt im Klartext:
4
Nur wer einmal mit seinen Sünden zu Jesus
Christus gekommen ist, weil er als Sünder
ohne Bekenntnis der Sünden verloren gehen
würde – nur der ist wirklich Christ und hat
etwas mit dem Thema zu tun!
Ein Christ sündigt?
Leider kommt es auch bei uns Christen
vor, dass wir sündigen. Und dann? Ist die
Sünde dann egal? „Was sollen wir nun
sagen? Sollten wir in der Sünde verharren,
damit die Gnade überströme? Das sei ferne!
Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie
sollten wir noch darin leben?“ (Röm 6,1.2).
Wer bei Sünde meint, ein Auge zudrücken
zu können, der missachtet die Heiligkeit
Gottes. Gott ist zu rein, um Böses zu sehen
(Hab 1,13). Er verurteilt die Sünde, egal ob
sie bei einem ungläubigen oder gläubigen
Menschen vorkommt. Deshalb sollen wir
nicht sündigen, sondern die Sünde – genau
wie Gott es tut – hassen.
Es ist wahr: Ein Gläubiger kann nicht mehr
verloren gehen, weil er nicht aus der Hand
des Herrn geraubt werden kann (Joh 10,28).
Aber zugleich gilt auch für einen Christen:
Was der Mensch sät, das erntet er auch.
Gott lässt sich nicht spotten (Gal 6,7). Wenn
wir meinen, Sünde wäre nicht schlimm,
Gesündigt – und was nun?
dann werden wir in unserem Leben lernen
müssen, dass Gott sich nicht zu jemandem
bekennen kann, der Ihn verleugnet (2. Tim
2,13). Willst du das in Kauf nehmen?
Zudem macht der oben zitierte Vers aus
Galater 6,7 deutlich: Obwohl die Sünde
– und zwar jede Sünde – nach aufrichtigem
Bekenntnis vergeben wird, bleiben die
Folgen der Tat (mitunter ein Leben lang)
bestehen. Das sollte uns davor bewahren,
die Frage der Sünden „auf die leichte Schulter zu nehmen“.
das Böse, das ich nicht will, das tue ich“
(Röm 7,18-19). Wenn wir sündigen, dann
sind wir selbst dafür verantwortlich, dann
können wir die Schuld nicht auf andere
schieben.
Sünde ist nicht zu entschuldigen!
Die Entschuldigung, man wäre auch nur ein
Mensch, gilt nicht. „Jemand, der aus Gott
geboren ist, tut nicht Sünde“ (1. Joh 3,9).
Wenn jemand aus Gott geboren ist, das
heißt ewiges Leben besitzt, so führt er kein
Leben, das durch Sünde gekennzeichnet ist.
Er wird sich bewahren lassen. Und somit gibt
es für uns auch keine Rechtfertigung für die
Sünde: „Jeder, der aus Gott geboren ist, tut
nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm;
und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott
geboren ist“ (1. Joh 3,9). Das bedeutet nicht,
dass ein Kind Gottes nicht in Sünde fallen
kann. Aber wenn ein Christ sündigt, dann
handelt er im Gegensatz zu der Natur, die er
von Gott geschenkt bekommen hat.
Hör nicht auf den Teufel!
Eine der gemeinsten Lügen, die der Teufel
einem Gläubigen einflüstert, ist, dass die
Sünde allein auf ihn zurückzuführen und zu
schieben ist – und nicht auf den Gläubigen
selbst. Es ist wahr, dass dieser der Lügner
von Anfang ist und uns bis heute verführt.
Aber der Vers in 1. Johannes 2,1 macht klar,
dass es der Mensch selbst ist, der sündigt,
nicht der Teufel.
Auch der Gläubige, von dem Paulus in
Römer 7 spricht, muss von sich anerkennen:
„Ich weiß, dass in mir, das ist in meinem
Fleisch, nichts Gutes wohnt ... Denn nicht
das Gute, das ich will, übe ich aus, sondern
Folge mir nach
Dein Bekenntnis ist gefragt!
Was soll ich dann aber tun, wenn ich gesündigt habe? Es gibt letztlich nur einen einzigen
Weg: zum Herrn Jesus gehen und Ihm die
Sünden bekennen. Denn auch für uns gilt:
„Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist
er treu und gerecht, dass er uns die Sünden
vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1. Joh 1,9). Wenn du Sünde bekennst,
dann siehst du ein, dass du selbst der Verursacher dieser Schuld bist, und dass du diese
Schuld gegenüber Gott hast. Es bleibt auch
dann wahr, dass du bei der Bekehrung alle
Schuld von Gott vergeben bekommen hast.
Aber so lange wir hier auf der Erde leben
und sündigen – denn im Himmel werden
und können wir nicht mehr sündigen – kann
Gott auch bei einem Gläubigen keine Sünde
akzeptieren.
Nicht, dass die ewige Vergebung in Frage
5
Gesündigt – und was nun?
gestellt würde. Nein! Aber Sünde steht im
Widerspruch zu der Beziehung, die wir als
Kinder Gottes zu Gott haben. Deshalb kann
Gott auch in unserem Leben hier auf der
Erde Sünde nicht dulden. Wenn sie aber
vor Gott bekannt und bereut wird, dann
können wir wieder die Gemeinschaft mit Ihm
genießen, die die Voraussetzung dafür ist,
ein glückliches Leben zu führen. Der, den wir
„als Vater“ anrufen (1. Pet 1,17), schenkt uns
dann auch seine väterliche Vergebung.
Der gottesfürchtige König David kann dir
hier eine gute Hilfe sein. Nachdem er schwer
gesündigt hatte, indem er mit der Ehefrau
eines anderen Mannes geschlafen hatte und
diesen Mann umbringen ließ, macht ihn
Gott darauf aufmerksam. Das führt dazu,
dass er Buße tut und vor Gott bekennt, was
für eine schlimme Sünde er begangen hat. Er
demütigt sich vor dem HERRN. Du kannst
das in Psalm 51 nachlesen. David wurde sich
bewusst, dass er gegen Gott gesündigt hatte
und Gott darüber tief beleidigt gewesen sein
musste. Nimm dir in dieser Hinsicht David
als Vorbild!
Was „empfindet“ Gott bei Sünde?
Auch wir sollten uns klar sein, dass Gott
sozusagen traurig, ja beleidigt ist, wenn wir
als Christen sündigen (siehe z.B. 1. Mo 6,6).
Daher sollten wir uns von Herzen demütigen
und im Selbstgericht darüber nachdenken,
wie es zu einer solchen Sünde in unserem
Leben kommen konnte. Häufig müssen wir
feststellen, dass es nicht nur eine, sondern
gleich mehrere Sünden gibt, die wir zu
bekennen haben. Wenn wir in einer solchen
Haltung zum Herrn Jesus beten, dann wird
Er uns annehmen und wieder neue Freude
schenken. Darum betete auch David: „Lass
mir wiederkehren die Freude deines Heils“
(Ps 51,14). Nicht das Heil sollte wiederkehren. Wie wir schon gesehen haben, können
wir das Heil, die Errettung, nicht verlieren.
Sehr wohl aber die Freude des Heils. Wenn
wir die beschriebenen Voraussetzungen
dazu schaffen, wird der Herr Jesus ein solches Gebet gerne erhören.
Wenn wir es jedoch mit der Sünde nicht
so ernst nehmen, dann werden wir erleben
müssen, dass unsere Freude nachlässt, wir
kein Interesse mehr am Wort Gottes haben
und unsere Gebete inhaltslos werden und
vielleicht sogar ganz aufhören. Und mit
unseren Mitmenschen und Geschwistern
werden wir häufig auch nicht mehr im Frieden leben können.
Das möchte der Herr nicht! Er will uns glücklich sehen, mit der Bereitschaft, Ihm alles das
zu bekennen, was nicht in Ordnung ist. Hast
du das heute schon getan?
Vorbeugen ist besser als heilen!
Und für die Zukunft wollen wir aus den
Fehlern lernen. Zum Beispiel, indem wir in
kritischen Momenten oder Zeiten innerer
Leere besonders intensiv zum Herrn um
Bewahrung und neue Nähe zu Ihm beten.
Oder die eigenen Ablenkungsmanöver bzw.
die des Teufels durch bewusste Beschäftigung mit der Bibel „aushebeln“. Dann wird
uns der Herr vor dem allmählichen Abgleiten in Sünde (wie bei Petrus!) bewahren,
und wir dürfen dann immer mehr seine
Nähe erleben.
Manuel Seibel
Zieht an die ganze Waffenrüstung Gottes,
damit ihr zu bestehen vermögt gegen die
Listen des Teufels.
Epheser 6,11
6
Das Wunder der Inspiration der Bibel
Das Wunder der
Inspiration der Bibel
K
ann man sich eigentlich darauf verlassen,
dass die Bibel wirklich Gottes Wort ist? Woher
wissen wir sicher, dass es sich nicht allein um
Menschenwort handelt?
Hebräische Thorarolle auf Pergament
Die insgesamt 66 Bücher der Bibel (39 im
Alten Testament, 27 im Neuen Testament)
wurden von ungefähr 40 Personen geschrieben, die ihren Namen allerdings oft
nicht erwähnen. Diese Schreiber entstammten den verschiedensten Zeiten, Kulturen,
sozialen Schichten und Berufen. Nach dem
Selbstzeugnis der Heiligen Schrift wurde
die Weissagung niemals durch den Willen
des Menschen hervorgebracht, sondern die
prophetischen Schreiber des Alten Testaments waren heilige Männer Gottes, getrieben vom Heiligen Geist (2. Pet 1,21). Diese
Propheten waren Menschen, die vor Gott
standen und von Ihm ihre Weisungen empfingen. Dann redeten und schrieben sie
Gottes Wort unter der Führung des Geistes
Gottes.
Der Begriff „Inspiration“ ist nun jedoch
nicht so zu verstehen, als ob diese glaubenden Menschen, die sich ganz auf die
Seite Gottes stellten, von einem übernatürlichen Drängen erfüllt gewesen wären,
so wie ein Dichter einem inneren Wunsch
oder einer Eingebung folgend seine Gedanken oder Gefühle zu Papier bringt.
Dann wären zwar die Personen „inspiriert“, aber für das Geschriebene wären
sie doch allein verantwortlich. Eine göttliche Autorität könnte solchen Darstellungen nicht innewohnen.
Die Bibel sagt: „Alle Schrift ist von Gott
eingegeben“ (2. Tim 3,16). Anstatt „von
Gott eingegeben“ könnte man auch übersetzen: „gottgehaucht“ oder „von Gottes
Geist eingegeben“. Alle Schrift, das heißt
die Bibel als Ganzes, gibt also Gottes
Willen und Gedanken wieder, sowie das,
was Er für die Menschen niedergelegt haben wollte. Gottes Geist erfüllte also die
Schreiber, aber Er gab ihnen auch ein,
was sie schreiben sollten.
Folge mir nach
7
Einwände gegen die Unfehlbarkeit
der Bibel
An dieser Stelle wird oft eingewendet,
dass hieraus nicht abgeleitet werden könne, die ganze Bibel sei Gottes vollkommenes und unfehlbares Wort. Die Unkenntnis
der Schreiber, ihr falsches „Weltbild“ usw.
sei in das Geschriebene eben mit eingeflossen. So behaupten einige, dass gewisse Teile der Heiligen Schrift zwar göttliche
Autorität besäßen, aber sehr vieles sei wissenschaftlich heute unhaltbar, fehlerhaft
und daher unglaubwürdig. Wenn man
aber diese menschlichen Elemente beseitige, gelange man zu dem, was wahrhaft
Gottes Wort sei.
Aber: Bei dieser Argumentation
macht man den menschli-
Handschrift der Petrusbriefe in griechischer
Sprache aus dem 3. Jh. n. Chr.
chen Verstand zum Beurteiler und Richter
über das Wort Gottes (vgl. jedoch Hebräer
4,12).
Andere wiederum wollen keinen Unterschied zwischen inspirierten und nicht inspirierten Teilen der Bibel machen. Nach
ihrer Auffassung enthält die Bibel Berichte früherer Offenbarungen Gottes an die
Menschen. Durch das Lesen der Bibel
offenbare Gott sich dem Menschen auch
heute noch. In seinem Glaubenserleben
8
soll der Mensch beim Lesen der an sich
unvollkommenen Bibel die Stimme Gottes
erkennen.
Aber: In diesem Fall macht der Mensch
seinen Gemüts- oder Seelenzustand zum
Richter darüber, was Gottes Wort ist oder
nicht.
Die Bibel bezeugt ihre Autorität
unwidersprechbar selbst
Auch auf diese an sich schon schwachen
Einwände gibt die Bibel eine klare Antwort. Als der Apostel Paulus seinen ersten
Brief an die Korinther schrieb, erinnerte
er sie daran, dass er ihnen das Evangelium nicht nach „Vortrefflichkeit der
Rede oder Weisheit“ verkündigt
hatte. Seine Rede und seine Predigt war nicht in überredenden
Worten der Weisheit, sondern in
Erweisung des Geistes und der
Kraft, damit ihr Glaube nicht
auf Menschenweisheit beruhte, sondern auf Gottes
Kraft (1. Kor 2,1–5).
Paulus fährt dann fort, dass
die Dinge, die er verkündete,
bis dahin ja Gottes Geheimnis
gewesen seien. Niemand hatte jemals gesehen, gehört oder
erdacht, was Gott in seiner Weisheit geplant, ausgeführt und jetzt offenbart hatte.
Nur der Heilige Geist, der selbst Gott ist,
konnte diese ewigen göttlichen Dinge offenbaren, aber Er allein konnte auch den
Glaubenden Verständnis für diese Dinge
schenken. Dann macht Paulus jedoch eine
äußerst wichtige Aussage: Die Dinge, „die
wir auch verkündigen, nicht in Worten,
gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist“
(1. Kor 2,13). Paulus sagt also ganz klar,
dass der Heilige Geist den Dienern Gottes
Das Wunder der Inspiration der Bibel
die Worte gab, die die Heilswahrheit des
Neuen Testaments enthalten!
Schreiber und Geschriebenes
sind inspiriert!
Wir haben also drei Tatsachen festgestellt:
1. Die prophetischen Schreiber des Alten
Testaments waren heilige Männer Gottes,
die vom Heiligen Geist getrieben wurden
(2. Pet 1,21). Aber auch Petrus selbst war
mit dem Heiligen Geist erfüllt, ebenso wie
Paulus (Apg 4,8; 9,17; 13,9). Wir gehen
daher nicht zu weit, wenn wir hieraus
schließen, dass alle Schreiber der Bibel
heilige Männer Gottes waren, die von
dem Heiligen Geist getrieben wurden.
2. „Alle Schrift ist von Gott eingegeben“ (2.
Tim 3,16). Dieses Wort „Schrift“ kommt
im neuen Testament mehr als 50-mal vor;
und immer ist damit ausschließlich das
geschriebene Wort Gottes gemeint. Zweimal wird dabei auch auf das im Entstehen
begriffene Neue Testament Bezug genommen. Einmal führt Paulus eine Stelle aus
5. Mose 25,4 und eine aus Lukas 10,7 mit
den Worten: „Die Schrift sagt“ an, und
einmal erwähnt Petrus die Schriften des
Apostels Paulus, wobei er das Alte Tes-
tament die „übrigen Schriften“ nennt (2.
Pet 3,16). Die Worte: „Alle Schrift ist von
Gott eingegeben“ unterstreichen also den
göttlichen Ursprung der ganzen Heiligen
Schrift des Alten und Neuen Testaments.
3. Nach 1. Korinther 2,13 sind auch die
Worte der Bibel von dem Heiligen Geist
inspiriert. Deshalb dürfen wir von der
wörtlichen Inspiration (oder Verbalinspiration) des Wortes Gottes sprechen. Die Bibel selbst legt das Zeugnis davon ab, dass
jedes Wort in ihr vom Geist Gottes eingegeben ist. Der Herr Jesus spricht sogar
von den kleinsten Bestandteilen des Wortes, wenn Er in Matthäus 5,17–18 sagt:
„Denkt nicht, dass ich gekommen sei, das
Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich
bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern
zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch:
Bis der Himmel und die Erde vergehen,
soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein
von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.“
Arend Remmers
Das Heft „Das Buch der Bücher“, dem dieser Aufsatz entnommen ist, kann kostenlos
als Verteilschrift beim Herausgeber von
„Folge mir nach“ bestellt werden.
Alle Schrift ist von Gott eingegeben
und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit
2. Timotheus 3,16
Folge mir nach
9
Christus –
einzigartiger Diener
I
n der Mitte zu stehen, Mittelpunkt zu sein – das gefällt uns Menschen recht gut. Das schmeichelt uns, weil wir uns dann von anderen
beachtet und bewundert, vielleicht auch als Anführer fühlen. Auf uns
hört man, auf uns sieht man. Man ist wichtig. So oder ähnlich denken
wir Menschen, und zwar nicht erst, wenn wir älter geworden sind.
Diesen Platz in der Mitte verdient jedoch
nur einer. Der Herr Jesus allein hat das
Recht, alle Blicke auf sich zu ziehen und
in diesem Sinn in der Mitte zu stehen. Das
zeigt uns die Heilige Schrift an manchen
weiteren Stellen.
Dabei ist der Gedanke des Herrn von ganz
anderer Art und Gesinnung, als es unsere
menschlichen Gedanken sind. Bei Ihm
findet sich nichts von Hochmut und dem
Wunsch, bewundert zu werden – dabei
muss gerade Er in allem bewundert werden.
Er steht in der Mitte der Jünger und hört
sie von Größe und Wichtigkeit reden,
wobei sie an sich selbst denken und sich
gegenseitig einschätzen und vergleichen.
Sie streiten sich deshalb sogar; offenbar
sind sie da unterschiedlicher Meinung: „Es
entstand aber auch ein Streit unter ihnen,
wer von ihnen für den Größten zu halten
sei.“ (Lk 22,24) Größer zu sein als andere,
das scheint auch uns manches Mal recht
erstrebenswert. Wir beginnen dann, uns
mit anderen zu vergleichen, um insgesamt
besser wegzukommen als diese. Natürlich
sagen wir das nicht so platt heraus, indem
10
wir von uns sprechen, aber wir sagen
von anderen vielleicht etwas Abfälliges.
Insgesamt stehen wir dann – so meinen
wir es, und so wollen wir es – gar nicht so
schlecht da.
Diese Haltung – übrigens eine böse Haltung,
denn sie kommt aus der verderbten alten
Natur – kann sich in den verschiedenen
Bereichen unseres Lebens zeigen, sogar in
dem „geistlichen“. Selbst da beurteilen wir
einander, und zwar nach verschiedenen
Kategorien: nach der Liebe zum Herrn,
nach der Schriftkenntnis, nach der „Größe“
des Dienstes, nach der Treue – alles Dinge,
die in sich wichtig sein mögen, die aber
nicht wir, sondern der Herr beurteilt. Und
es sind Dinge, die wir bei Ihm – in seinem
ganzen Leben als Mensch hier auf der Erde
– vorbildlich sehen: Sein Leben bestand aus
Dienst, Er war der Dienende.
Selbstverleugnung statt Selbstsucht
Wenn wir lernen wollen, wie wir „dienen“
können und sollen, dann müssen wir zu Ihm
„Ich aber bin in eurer Mitte wie der Dienende.“
hinblicken. Sein ganzes Auftreten war von
Hingabe geprägt, und darum fehlte völlig,
was uns so leicht kennzeichnet: Selbstsucht,
Selbstgefälligkeit, „Selbstverwirklichung“,
Selbstbestimmung. Er dagegen war charakterisiert von Selbstverleugnung. Er war
sanftmütig und von Herzen demütig. Er
kam in Niedrigkeit und zeigte, „dass er, da
er reich war, um euretwillen arm wurde,
damit ihr durch seine Armut reich würdet
(2. Kor 8,9.10). So suchte Er nichts für sich
selbst. Es ist ja z.B. auffällig, dass Er nicht
ein einziges Wunder für sich selbst getan
hat; Er machte eben nicht aus Steinen
Brot, als Er Hunger hatte, wie Satan bei der
Versuchung in der Wüste vorschlug; zum
einen, weil Er nichts ohne oder gegen den
Willen Gottes, seines Vaters, tun wollte, zum
anderen, weil Er sich zum Dienst für Gott
(und für Menschen) geweiht hatte.
Wie war sein Dienst?
Er war voll Eifer für Gottes Ehre. So treibt
Er die Verkäufer und Geldwechsler zum
Tempel hinaus (Joh 2,14ff; s.a. Ps 69,10:
„Denn der Eifer um dein Haus hat mich
verzehrt“). Sein Dienst war darin ganz
selbstlos und rein.
Er tat seinen Dienst in Übereinstimmung
mit der Wahrheit und zum Zeugnis der
Wahrheit, sein Verhalten ließ keinen
Zweifel an Gottes absoluten Maßstäben:
Die im Ehebruch ergriffene Frau und
ihre Ankläger werden von dem Licht der
göttlichen Wahrheit „durchleuchtet“ (Joh
8,1–11).
Er ließ sich in seinem Dienst nicht von
Menschen beeinflussen oder gar unter
Druck setzen, denn Er wartete auf Gottes
Anweisung: Er ging nicht auf das Fest,
weil seine Brüder ihn dazu bringen
wollten, sondern erst später, als Gott
sein Zeugnis vor den Juden wollte (Joh
7,3.8.14ff.). Auch die Liebe zu Lazarus
und seinen Schwestern ließ Ihn nicht
seine selbst gewählte Abhängigkeit
von Gott vergessen, denn Gott sollte
verherrlicht werden (Joh 11,4–6.14.15.
41.42).
Er tat seinen Dienst in Liebe und großer
Barmherzigkeit und erfüllt von Mitleid
mit den elenden und kranken Menschen,
die zu Ihm kamen oder zu denen Er hinging: der 38 Jahre lang gelähmte Mann
am Teich Bethesda (Joh 5,5–9), der
Blindgeborene (Joh 9), die Volksmengen, über die Er „innerlich bewegt“ war,
weil sie „wie Schafe waren, die keinen
Hirten haben“ (Mt 9,36; Mk 6,34), sie
alle erfuhren sein Erbarmen.
Er ist unermüdlich: „Und sie kommen
in ein Haus. Und wiederum kommt die
Volksmenge zusammen, so dass sie nicht
einmal Brot essen konnten“ (Mk 3,20).
Er handelte in großer Geduld: Er
kommt Thomas und seinem zweifelnden
Herzen entgegen, ohne ihn wegen seines
Unglaubens hart zu tadeln, wie wir es
enttäuscht getan hätten (Joh 20,27).
Er trägt in Vollkommenheit das unabdingbare Merkmal hingebungsvollen
Dienstes: Er ist in allen Lagen gehorsam. Es war ein Gehorsam bis zum Tod,
ja, zum Tod am Kreuz (Phil 2,8).
Wir singen mit Recht:
„Keiner war Dir jemals gleich,
der, an Macht und Liebe reich,
diente Gott in Treue.“
Keiner wird Ihm jemals gleich sein, aber wir
dürfen von Ihm lernen.
Rainer Brockhaus
Folge mir nach
11
Bibelstudium
Psalm 119 (Teil 4)
I
n den ersten drei Teilen des Bibelstudiums über Psalm 119 hast
du schon viel über das Wort Gottes an sich und den Nutzen für dein
persönliches Verhalten gelernt. Auch in den weiteren Versen wird
dieses Thema fortgesetzt. Nachdem in den ersten beiden Teilen der
Blick „nach innen“ und ab dem dritten Teil „nach außen“ gerichtet
wurde, kommt jetzt auch noch der Blick „nach oben“ hinzu.
13. Das Wort – die Quelle von
Verständnis und Einsicht (V. 97–104)
Kommentar:
(V. 97) Der Psalmist drückt seine Liebe zum
Wort Gottes aus. Und da er es liebt, fällt es
ihm nicht schwer, den ganzen Tag darüber
nachzudenken.
(V. 98–100) Die Liebe zum Wort Gottes
hat Auswirkungen: Es macht den Gottesfürchtigen weiser als seine Feinde und alle
menschliche Weisheit.
(V. 101) Die Liebe zum Wort Gottes bewirkt
nicht nur inneres Wachstum, sondern auch
einen äußeren praktischen Wandel, der
damit übereinstimmt.
(V. 102) Die Liebe zum Wort Gottes bringt
einen vor allem in direkten, persönlichen
Kontakt zu dem Autor: zu Gott selbst.
(V. 103–104) Durch regelmäßige Beschäftigung mit Gottes Wort wird es uns stets
wertvoller, wir werden geistlich wachsen
und einen Weg zur Ehre Gottes gehen.
Studienhilfe:
(Vers 97): „Wie liebe ich dein Gesetz! Es ist
mein Sinnen den ganzen Tag.“
12
Es ist sein Gesetz, das Wort unseres HERRN,
darum lieben wir es.
(Vers 98): „Weiser als meine Feinde macht
mich dein Gebot (1), denn immer ist es bei
mir (2).“
(1) Apg 4,13–16; 6,10
(2)wörtlich: Denn auf ewig ist es mein.
Ein Christ hat das Wort Gottes immer „bei
sich“; wenn nicht in der Tasche (was ein
guter Ratschlag ist), so doch im Kopf und
besonders im Herzen.
(Vers 99): „Verständiger bin ich als alle
meine Lehrer (1), denn deine Zeugnisse
sind mein Sinnen.“
(1) 1. Joh 2,27
Der Psalmist besitzt das Wort Gottes und
damit eine Quelle des Verständnisses, die
alle menschlichen Quellen der Belehrung
weit überragt.
(Vers 100): „Mehr Einsicht habe ich als die
Alten, denn deine Vorschriften habe ich
gehalten.“
Wer das Wort Gottes hält und praktiziert,
gewinnt mehr Einsicht, als wer sich nur auf
seine Lebenserfahrung beruft.
(Vers 101): „Von jedem bösen Pfad habe
ich meine Füße zurückgehalten, damit ich
dein Wort beachte.“
Die „negative“ Seite der Absonderung vom
Bösen geht einher mit der „positiven“ Seite
der Hinwendung zu Gottes Wort.
(Vers 102): „Nicht bin ich von deinen
Rechten gewichen, denn du hast mich
unterwiesen.“
Was wir in der persönlichen Gemeinschaft
mit dem Herrn gelernt haben, werden wir so
schnell nicht vergessen. Und es wird praktische Auswirkungen im Alltag haben.
(Vers 103): „Wie süß sind meinem Gaumen
deine Worte, mehr als Honig meinem
Mund!“
Wie gut, wenn wir etwas davon kennen:
Gottes Wort nicht nur hören, lesen, betrachten, darüber reden, sondern es genießen.
(Vers 104): „Aus deinen Vorschriften empfange ich Einsicht; darum hasse ich jeden
Lügenpfad (1).“
(1) Pfad der Falschheit
Gottes Wort macht uns zu einsichtigen
Leuten und befähigt uns, die „Geister zu
prüfen“. Brennende Liebe zur Wahrheit und
ebenso entschiedene Ablehnung der Lüge
gehen immer zusammen.
Zitat:
„Der Wiedergeborene erhält einen neuen
geistigen Sinn, gleichsam einen neuen
Geschmackssinn für das Geistliche, das
Göttliche, der ihn zu einer tieferen Erkenntnis dieser Dinge befähigt, als sie der
natürliche Mensch erlangen kann, so wie
der Geschmack uns die vortrefflichste
Eigenschaft des Honigs verrät, nämlich
seine Süßigkeit, die man weder durch das
Gesicht noch das Gefühl wahrnehmen
kann“ (Jonathan Edwards).
14. Das Wort – die Quelle, die
mich leitet und führt (V. 105–112)
Kommentar:
(V. 105) Im vorigen Abschnitt ging es um die
Liebe zu Gottes Wort. Hier ist Gottes Wort
der Führer auf meinem Weg.
(V. 106) Damit Gottes Wort mein Führer
sein kann, muss ich den Anweisungen des
Wortes folgen.
(V. 107–108) Der Weg des Gläubigen geht
oft durch Übungen. Doch Gottes Wort führt
auch durch Schwierigkeiten hindurch und
bewirkt Anbetung.
(V. 109–110) Trotz Lebensgefahr und Feinden um ihn herum wird der Gottesfürchtige
nicht von dem Wort Gottes ablassen.
Studienhilfe:
(Vers 105): „Dein Wort ist Leuchte meinem
Fuß und Licht für meinen Pfad.“
Wir sind auf der Reise durch diese Welt.
Dabei machen wir die Erfahrung, dass es
eine finstere Welt ist. Doch wir haben das
Licht des Wortes Gottes für jeden Schritt.
Leuchte – die „Taschenlampe“ für den
nächsten Schritt;
Licht – der „Scheinwerfer“ für die nächste
Wegstrecke mit dem Herrn.
(Vers 106): „Ich habe geschworen und halte
es aufrecht, zu beachten die Rechte deiner
Gerechtigkeit.“
Unter dem Einfluss des Lichtes von Gottes
Wort hatte der Psalmist einen Herzensentschluss gefasst.
(Vers 107): „Ich bin über die Maßen gebeugt
(1); H ERR , belebe mich nach deinem
Wort!“
(1) Zeph 3,12 und Mt 5,3
Die Verheißungen aus Gottes Wort sind ein
Hilfsmittel gegen Niedergeschlagenheit.
(Vers 108): „Lass dir doch wohlgefallen,
Folge mir nach
13
HERR, die freiwilligen Opfer meines Mundes,
und lehre mich deine Rechte!“
Ohne biblische Belehrung fehlt unseren
Lobopfern und unsere Anbetung oft das
biblische Fundament.
ken, im Munde böse Worte, in unserem
Handeln böse Werke, selbst im Schlafe
unreine Träume“ (Girolamo Savonarola,
gest.1498).
(Vers 109): „Mein Leben ist stets in meiner
Hand (1), aber dein Gesetz habe ich nicht
vergessen.“
(1) d.h. stets in Gefahr, s.a. 1. Sam 20,3
Obwohl er in ständiger Lebensgefahr
schwebte, hielt der Psalmist an Gottes
Wort fest.
III: Das Wort und die Beziehungen zum
Heiligtum (Blickwinkel „nach oben“):
Verse 113–168
(Vers 110): „Die Gottlosen haben mir eine
Schlinge gelegt, aber von deinen Vorschriften bin ich nicht abgeirrt.“
Wenn das Leben voller Schlingen und
Fallstricke zu sein scheint, hat der Gläubige eine Sicherheit: das Wort Gottes als
Richtschnur.
(Vers 111): „Deine Zeugnisse habe ich mir
als Erbteil (1) genommen auf ewig, denn sie
sind die Freude meines Herzens.“
(1) 5. Mo 33,4
Hast du Gottes Wort auch als persönliches
Erbe in Besitz genommen, und hast du
deine Freude daran?
(Vers 112): „Ich habe mein Herz geneigt,
deine Satzungen zu tun auf ewig bis ans
Ende.“
Was hast du für „Neigungen“? Der Psalmist
hatte die „Herzensneigung“, Gottes Wort zu
befolgen – bis zum letzten Atemzug.
Zitat (zu V.110):
„Wie vielerlei Stricke legt uns der Feind!
Beim Essen sucht er uns zu fangen in
Unmäßigkeit, bei der Liebe in Sinnlichkeit,
bei der Arbeit in der Nachlässigkeit, beim
Umgang im Neid, beim Herrschen in der
Herrschsucht, beim Strafen im Zorn, bei
Ehrenerweisungen in der Eitelkeit; im
Herzen erregt er allerhand böse Gedan14
15. Das Wort – die Quelle der
Absonderung (V. 113–120)
Kommentar:
(113–114) Der Psalmist hasst die Doppelherzigen, die in ihrer Meinung hin und her
schwanken. Und er liebt das Wort seines
Gottes. Das ruft den Widerstand der Doppelherzigen hervor, doch er hat einen Schild:
das Wort des HERRN.
(115) Wenn wir jedoch Gottes Schutz in
Anspruch nehmen wollen, erfordert das
Absonderung vom Bösen.
(116–117) Wenn wir uns vom Bösen fernhalten, können wir bei den Angriffen des
Bösen – die unweigerlich kommen werden
– auf seine Hilfe hoffen.
(118–120) Der Gläubige erkennt, was das
Ende der Ungläubigen, der „Schlacke“,
sein wird.
Studienhilfe:
(Vers 113): „Die Doppelherzigen(1) hasse
ich, und ich liebe dein Gesetz.“
(1) Jak 1,6-8; 1. Kön 18,21
Hast du schon eine Entscheidung getroffen,
oder „hinkst“ du auch noch „auf beiden
Seiten“?
(Vers 114): „Mein Bergungsort (1) und mein
Schild bist du; auf dein Wort harre ich.“
(1) Ps 27,5; 32,7
Gott und sein Wort bilden allein die Sicherheit für den Gläubigen.
(Vers 115): „Weicht von mir, ihr Übeltäter (1): Ich
Bibelstudium – Psalm 119
will die Gebote meines Gottes bewahren.“
(1) Ps 6,9(8); 26,4
Wenn der Gläubige nicht abgesondert von
den „Übeltätern“ lebt, wird es ihm schwer
fallen, Gottes Wort zu bewahren.
(Vers 116): „Unterstütze mich nach deiner
Zusage, so werde ich leben; und lass
mich nicht beschämt (1) werden in meiner
Hoffnung!“
(1) Ps 25,2
Der Psalmist weiß, dass er Gottes Hilfe nötig
hat. Darum bittet er Gott um Hilfe, in dem
Bewusstsein, dass Gott diese Hilfe verheißen hat („nach deiner Zusage“).
(Vers 117): „Stütze mich (1), so werde ich
gerettet werden; und ich will stets schauen
auf deine Satzungen.“
(1) Ps 73,23; Jes 41,13–14
Sowohl das Empfinden unserer eigenen
Schwachheit als auch das Bewusstsein der
Gefahren auf dem Weg lassen uns Gottes
Hilfe suchen.
(Vers 118): „Verworfen hast du alle, die von
deinen Satzungen abirren; denn Lüge ist
ihr Trug (1).“
(1) Jer 14,14
Die Menschen mögen ihr Verhalten „Klugheit“ nennen, doch vor Gott ist ihr ganzes
Handeln als „Lug und Trug“ offenbar, das
sein gerechtes Gericht ereilen wird.
(Vers 119): „Wie Schlacken (1) hast du
weggeräumt alle Gesetzlosen der Erde;
darum(2) liebe ich deine Zeugnisse.“
(1) Jes 1,22; Jer 6,28–30
Wer Gottes Wort verachtet, der ist für Gott
so viel wert wie die Schlacke. Sie wird vom
Silber getrennt und „weggeräumt“.
(2) Der Gläubige ist dankbar, wenn Gott
Böses straft (zu seiner Zeit, nach viel
Geduld). Es bestärkt ihn, das Wort Gottes
zu lieben und zu befolgen.
(Vers 120): „Vor deinem Schrecken schaudert mein Fleisch, und ich fürchte mich vor
deinen Gerichten(1).“
(1) o. Urteilen, Rechten
„Da wir nun den Schrecken des Herrn
kennen, so überreden wir die Menschen
... So sind wir nun Gesandte für Christus,
als ob Gott durch uns ermahnte; wir bitten
an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit
Gott!“ (2. Kor 5,11.20)
Zitat:
„Mit einer gewissen Ungehaltenheit wendet
sich der Psalmist jetzt direkt an die Gottlosen. In anderen Versen dieses Abschnitts
spricht er über diese Menschen, aber nur
einmal, in Vers 115, spricht er zu ihnen.
Seine Worte an sie offenbaren eine gewisse
Endgültigkeit, „weicht von mir“. Der gottesfürchtige Mann hat kein Verlangen nach
Gemeinschaft mit den Übeltätern. Er hat
weder Zeit noch Raum für sie und fordert
sie auf, ihn zu verlassen. Von ihnen und
ihrem schlechten Einfluss befreit, kann er,
ohne Hindernis, die Gebote seines Gottes
bewahren“ (J.Flanigan).
16. Das Wort – die Quelle des
Gebets (V. 121–128)
Kommentar:
(121–122) Im Bewusstsein der eigenen
Aufrichtigkeit wendet der Psalmist sich
an Gott. Dabei sucht er jedoch die Hilfe
nicht in seiner Aufrichtigkeit, sondern bei
Gott.
(123–125) In Bezug auf seine Situation rechnet er auf Gottes Gerechtigkeit, im Hinblick
auf seine Person auf die Güte Gottes. Dabei
verlangt ihn als Knecht Gottes nach der
Unterweisung des HERRN.
(126) Sein Einblick in die Zeiten bringt ihn
zu der Überzeugung: Die Zeit ist reif für das
Gericht Gottes.
(127–128) Dieses Bewusstsein erhöht seine
Wertschätzung von Gottes Wort. Es bedeu-
Folge mir nach
15
tet ihm mehr als Gold und Silber – Dinge,
die angesichts des nahen Gerichts ohnehin
wertlos sind.
Der Psalmist liebt es, sich in diesem
Abschnitt als Knecht des HERRN zu bezeichnen. Wie oft kommt der Ausdruck vor?
Studienhilfen:
(Vers 126): „Es ist Zeit für den HERRN, zu
handeln (1): Sie haben dein Gesetz gebrochen.“
(1) Jer 6,15
Gott wird zu seiner Zeit mit denen handeln,
die seinem Wort nicht gehorchen.
(Vers 121): „Ich habe Recht und Gerechtigkeit geübt; überlass mich nicht meinen
Bedrückern!“
Recht und Gerechtigkeit sind in Übereinstimmung mit dem Wesen dessen, dem
wir angehören.
(Vers 122): „Sei Bürge (1) für deinen Knecht
zum Guten; lass die Übermütigen mich nicht
bedrücken!“
(1) Jes 38,14
Wenn die Übermütigen sehen, dass der
Herr mein Verteidiger ist, werden sie den
Rückzug antreten.
(Vers 123): „Meine Augen schmachten (1)
nach deiner Rettung und nach der Zusage
deiner Gerechtigkeit.“
(1) Vers 81: Wieder ist der Psalmist voller
Sehnsucht nach Hilfe – und muss doch
das Warten auf Gottes Zeit (vgl. Vers 126!)
lernen. „Lebenslanges Lernen“ ist auch
für uns als Christen nicht immer einfach,
aber mit Gottes Belohnung vor Augen
(Heb 10,35) werden wir zum Ausharren
motiviert.
Unsere Augen mögen wohl vor lauter Ausschauen müde werden, aber das Auge des
HERRN ist stets auf die Seinen gerichtet.
(Vers 124): „Handle mit deinem Knecht
nach deiner Güte, und lehre mich deine
Satzungen!“
Trotz all seiner persönlichen Integrität (121)
ist sich der Psalmist bewusst, dass er die
Güte Gottes nötig hat.
(Vers 125): „Dein Knecht bin ich, gib mir
Einsicht, so werde ich deine Zeugnisse
erkennen.“
16
(Vers 127): „Darum liebe ich deine Gebote
mehr als Gold und gediegenes Gold (1).“
(1) Ps 19,10
Je mehr die Ungläubigen Gottes Wort verwerfen, desto mehr erkennt und schätzt der
Psalmist dessen Wert.
(Vers 128): „Darum halte ich alle deine
Vorschriften für recht; jeden Lügenpfad
hasse ich.“
Mögen die Ungläubigen Gottes Wort kritisieren und angreifen, der Psalmist hält es
in allen seinen Vorschriften für recht, weil es
das Wort seines HERRN ist.
Zitat:
„Wir haben hier einen Grundsatz, den wir
nicht außer Acht lassen sollten, nämlich dass
der Zustand des Bittenden sowohl in geistlicher als auch in praktischer Hinsicht in Übereinstimmung sein soll mit dem Wort Gottes.
Bleiben nicht manche Gebete ohne Erhörung,
gerade wegen Mangel an Aufrichtigkeit dem
Herrn gegenüber?“ (P. Grobety).
17. Das Wort – die Quelle der
Befestigung (V. 129–136)
Kommentar:
Gottes Wort ist in sich wunderbar (129)
und in seinen Auswirkungen gibt es Licht
und Einsicht dem, der danach verlangt
(130–132) Der Psalmist erbittet:
für sich selbst: Befestigung auf dem
Glaubensweg (133).
Bibelstudium – Psalm 119
für seine Umstände: Rettung von den
Sündern, um in Gehorsam gegen Gottes
Wort seinen Weg zu gehen (134).
für seine Beziehung zu Gott: in der Gunst
Gottes als Lernender zu Seinen Füßen
zu sitzen (135).
Seine Beziehung zu den Ungläubigen ist
durch Trauer über ihre Ablehnung von
Gottes Wort gekennzeichnet (136).
Studienhilfen:
(Vers 129): „Wunderbar sind deine Zeugnisse, darum bewahrt sie meine Seele.“
Die ganze Schrift ist ein Wunder: ihre Entstehung, ihre vollkommene Einheit, ihre
Auswirkungen.
(Vers 130): „Die Eröffnung (1) deiner Worte
erleuchtet, gibt Einsicht den Einfältigen.“
(1) oder: der Eingang
Das einfältige Herz und nicht der scharfe
Intellekt führt zur Einsicht in Gottes Wort.
(Vers 131): „Ich habe meinen Mund weit
aufgetan und gelechzt, denn ich habe verlangt nach deinen Geboten.“
Etwas mehr von diesem „Lechzen“ nach
Gottes Wort täte uns allen sicher gut.
(Vers 132): „Wende dich zu mir und sei mir
gnädig, wie es recht ist für die, die deinen
Namen lieben!“
Herr, wende dich zu mir mit jenem Blick
der Liebe, den Du denen schenkst, die
Dich lieben.
(Vers 133): „Befestige meine Schritte in
deinem Wort (1), und lass kein Unrecht über
mich herrschen.“
(1) oder: durch dein Wort
Die Schritte des Gläubigen werden durch
das Wort Gottes befestigt. Wer dem Wort
folgt, wird nicht irren. Wir haben es auch
selbst in der Hand, ob wir mit sicheren
Schritten durch diese Welt gehen.
(Vers 134): „Erlöse mich von der Bedrückung des Menschen, und ich will deine
Vorschriften beobachten.“
Das hat schon mancher in Notsituationen
gelobt und dann doch nicht gehalten. Gott
sieht bei dir und mir, ob es der aufrichtige
Wunsch des Herzens ist.
(Vers 135): „Lass dein Angesicht leuchten
(1) über deinen Knecht, und lehre mich
deine Satzungen!“
(1) Ps 4,7; 80,4.8.20
Die Feinde (134) mögen unser Leben
verdunkeln, aber unser Herr bringt wieder
Licht in unser Leben – nicht zuletzt durch
sein Wort.
(Vers 136): „Wasserbäche fließen herab aus
meinen Augen (1), weil sie (2) dein Gesetz
nicht halten (3).“
(1) Jer 8,23; Röm 9,1–3; Lk 19,41–44
(2) d.h. die Gottlosen;
(3) Trauer über Sünde in Gottes Volk ist
Gott wohlgefällig und wird belohnt: Matthäus 5,4.
Er weint aus Liebe zu Gott, weil die Menschen sein Gesetz verachten. Welche
Gefühle/Reaktionen hat der Psalmist beim
Anblick derer, die das Wort Gottes missachten (s. Verse 53, 136, 139)?
Zitat:
„Das Licht bricht hervor, sobald das Wort
geöffnet wird, und selbst der Einfältige
bekommt dadurch die Fähigkeit der Einsicht. ... Das Wort entwickelt nicht nur den
Intellekt, während es dabei Herz und Gewissen unberührt lässt, sondern der ganze
Mensch wächst durch das Wort in einem
wunderschönen, harmonischen Zusammenspiel seiner einzelnen Teile (Geist, Herz,
Gewissen, etc.)“ (FW Grant).
Michael Vogelsang
Folge mir nach
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19
„Man ist nur
einmal jung!“
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an ist nur einmal jung!“ – dieser
Satz klingt mir noch immer in den Ohren, wenn
ich an ein Gespräch zurückdenke, das ich vor
einigen Wochen mit einem jungen Mann geführt habe.
Dieser junge Mann war bei gläubigen Eltern aufgewachsen und bekannte auch, dem Herrn Jesus
anzugehören. Sein Leben stimmte aber so wenig mit seinem
Bekenntnis überein, dass ich mir ernste Sorgen um ihn machte.
So sprach ich ihn eines Tages daraufhin an.
Da sagte er mir frei heraus: „Man ist nur einmal jung!“
Wie recht er doch hatte! Man ist in der Tat
nur einmal jung. Und das ist auch nicht
unwichtig. Warum nicht? Weil es doch sehr
darauf ankommt, wie man diese schöne Zeit
nutzt. Darin hätte mir mein Gesprächspartner sicher auch zugestimmt. Das wollte er ja
gerade: die Zeit so gut wie möglich auskaufen, jede Minute seiner freien Zeit nutzen,
um sich an so manchem, was heute jungen
Menschen geboten wird, zu erfreuen.
Zu erfreuen? Das ist ja nun die Frage. Es
ist natürlich und verständlich, wenn junge
Menschen, die den Herrn Jesus noch nicht
als ihren Heiland kennen, ihr Herz mit den
Freuden dieser Welt füllen möchten. Die
Menschen brauchen Freude, und wenn sie
noch nichts von der Freude im Herrn Jesus
wissen, müssen sie die Freude geradezu in
der Welt suchen.
Freude in den Dingen dieser Welt?
Kann aber denn jemand, der sogar dem
Herrn Jesus angehört, wirkliche Freude
20
in den Dingen finden, die diese Welt ihm
bietet? Fragt sie doch, die alle Freuden dieser
Welt genossen haben, dann aber durch
die Gnade Gottes aus ihrem Sündenleben
errettet wurden! Nie mehr möchten sie mit
ihrem früheren Leben tauschen, weil sie in
Wirklichkeit nicht frei, sondern Sklaven des
Satan, des Fürsten dieser Welt, waren und
gar keine wahre Freude hatten.
Aber gerade für Kinder gläubiger Eltern
kann so manches zur bloßen Gewohnheit
herabsinken, wenn sie nicht mit dem Herzen
bei der Sache bleiben. Es entsteht dann mit
dem Heranwachsen sehr oft eine gewisse
Neugierde auf „das Andere“. Sie fürchten,
etwas zu verpassen. Vielleicht wollen sie
auch nicht so weltfremd erscheinen und ein
wenig „mitreden“ können.
Schließlich tastet man sich an die Welt mit
ihren Verlockungen heran, und ehe man sich
versieht, steckt man schon tief darin. Sehr
bald ist es dann auch so weit, dass man da
gar nicht so schnell wieder heraus möchte
„Man ist nur einmal jung!“
und, genau genommen, auch gar nicht so
leicht wieder heraus kann. Dafür gibt es
genug Beispiele: Ein junger „gläubiger“
Mann sagte einmal zu einem älteren Bruder,
er wolle jetzt erst einmal ein halbes Jahr in
die Welt gehen und dann wieder zurückkehren. Er ist bis heute nicht zurückgekehrt …
Freude ohne den Herrn?
Auch jener junge Freund glaubte, sich
später noch intensiver mit den Dingen des
Glaubens beschäftigen zu können. Erst
einmal wollte er mit fragwürdigen „Freunden“ einfach nur „fröhlich“ sein, auch
einmal „so richtig einen draufmachen“. Das
ging oft bis in den frühen Morgen hinein.
Dass dann zu Tagesbeginn keine Ruhe
mehr blieb für das Lesen der Bibel und für
das Gebet, ist kaum verwunderlich. Und
dass dadurch das Glaubensleben mehr
und mehr erlahmte, war nur eine natürliche
Folge eines solchen Lebens. Man gibt sich
den Genussgiften hin, nimmt es mit der
Wahrheit nicht so genau, „verwechselt“
auch schon einmal „mein“ und „dein“, und
in Schule und Beruf klappt es auch nicht
so recht. Vielleicht kommt man schließlich
auch mit den Behörden in Konflikt. Ist das
ein schönes Leben?
Der Herr Jesus gibt viel mehr und
viel Besseres als die Welt!
Nun, ich habe dem jungen Mann gesagt:
„Du lebst am wirklichen Leben vorbei!“
Was ist denn das wirkliche Leben? Das ist
nur ein Leben mit dem Herrn Jesus. Er ist
des Herzens wahre Freude. Der Herr Jesus
hatte einst zu Seinen Jüngern gesagt: „Nicht
wie die Welt gibt, gebe ich euch“ (Joh 14,
27). Dass Er nicht das gibt, was die Welt
gibt, ist klar. Hier geht es darum, wie Er
gibt. Der Satan gibt nur,
um alles zu nehmen:
Friede, Freude, Reinheit des Herzens und
oft auch das zur Existenz Notwendige. Wie
der Herr Jesus gibt,
sehen wir besonders
in der Hingabe seiner
selbst am Kreuz von
Golgatha. Er gibt voller
Liebe, ohne Rückhalt,
nur für andere besorgt.
Ja, Er gibt, um glücklich
und reich zu machen.
Bist du bereit zur Diagnose?
Kennst du das so noch nicht? Oder nicht
mehr? Hast du vielleicht geglaubt, dich
damit begnügen zu können, dass Er dir
zum Heiland geworden ist? Hast du Ihn nie
so recht Herr über dein Leben sein lassen?
Wolltest du dein Leben lieber selber in die
Folge mir nach
21
„Man ist nur einmal jung!“
Hand nehmen? Ach, wie töricht, wo doch
keiner dein Leben besser gestalten kann
als Er. Wie weit hast du es denn mit deiner
Lebensführung gebracht? Musst du nicht
zugeben, dass du in mancher Hinsicht weit
hinter deinen Altersgenossen, die dem
Herrn Jesus wirklich nachfolgen möchten,
zurückgeblieben bist, nicht einmal nur auf
geistlichem Gebiet?
Dann sei auch bereit zur „Therapie“!
Tief im Innern hast du bestimmt manchmal
den Wunsch, von wirklicher Freude und
wahrem Frieden erfüllt zu sein. Und dann
kommt der Satan und veranlasst seine
Helfershelfer, dich von solchen „frommen“
Gedanken abzubringen. Kannst du da nicht
einmal „Nein!“ sagen? Wenn du dem Herrn
Jesus angehörst, dann lass dir zurufen:
„Wache auf, der du schläfst, aus den Toten,
und der Christus wird dir leuchten!“ (Eph
5,14). Deine „Freunde“, durch die du dich
immer wieder beeinflussen lässt, sind die
„Toten“. Sie haben kein Leben aus Gott.
Und du bist von diesen Toten kaum oder
gar nicht zu unterscheiden! Wach doch auf
aus deinem Weltsinn, dann wird der Christus
dir leuchten. Und wie Er dir leuchten wird,
wenn du endlich radikal abschließt mit
dem bisherigen Leben in der Welt! Du wirst
in seinem Licht endlich wieder glücklich
sein und Ihm mit Freuden dienen, Ihm, der
gesagt hat: „Mein Joch ist sanft, und meine
Last ist leicht“ (Mt 11,30).

Das „echte“ Leben kann jetzt
beginnen!
Willst du wirklich noch länger dem Satan
dienen, der nur dein Verderben will? Und
den Herrn Jesus lässt du beiseite stehen,
Ihn, der alles, alles für dich getan hat, um
dich glücklich zu machen, und der dir so
gern Führer auf einem neuen Weg sein will?
Was für eine geradezu widersinnige Haltung
wäre das!
„Man ist nur einmal jung!“ Denk daran! Wie
viele kostbare Jahre hast du vielleicht schon
gleichgültig in deinem Leben ohne den
Herrn verstreichen lassen, Jahre, die du nur
schwer wieder aufholen kannst. Wie hast du
das Wort Gottes vernachlässigt! Wie dürftig
ist dein Gebetsleben geworden! Gehe doch
jetzt, in diesem Augenblick, auf deine Knie
und bekenne alles, alles deinem Heiland und
sage Ihm, dass du Ihn fortan wirklich zum
Herrn über dein Leben machen möchtest.
Lass dich durch nichts und niemanden mehr
davon abhalten. Du wirst es nicht bereuen.
Der Herr Jesus wird dich nicht enttäuschen,
im Gegenteil: Er wird dir zeigen, was wirkliches Leben ist. Du wirst erkennen, wie
glücklich du als junger Mensch sein kannst,
wenn du mit Ihm vorangehst. Dann wirst
du auch bald mit allen, die dem Herrn
Jesus folgen und mit Herzensentschluss bei
Ihm verharren möchten, singen und sagen
können:
Herr, wie reich sind wir in Dir!
Von der Erde reichsten Schätzen
ist das Glück nicht zu ersetzen,
das wir schon genießen hier,
Herr, wie reich sind wir in Dir!
22
Ortwin Schäfer
Was wir von den Wildgänsen lernen können!
Christliches Teamwork
Oder: Was wir von den
Wildgänsen lernen können!
I
m Leitartikel einer Zeitschrift fand ich vor einiger
Zeit ein paar interessante
Hinweise über Wildgänse.
Ich möchte gerne versuchen, diese Hinweise heute einmal auf unser
gemeinsames geistliches Leben anzuwenden. Wildgänse werden zwar
in der Bibel nicht direkt erwähnt, aber es sind doch Geschöpfe Gottes,
von denen wir etwas lernen können. Im Vordergrund steht dabei der
Gedanke an christliches „Teamwork“.
Teamwork = gemeinsam arbeiten
Teamwork begegnet uns in vielen Bereichen
unseres Lebens. Viele Dinge – z.B. im Berufsleben – können wir nicht allein bewerkstelligen. Wir brauchen die Hilfe anderer. Dabei
wird den meisten hinreichend bekannt sein,
dass „Team“ nicht bedeutet:
T
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oll,
in
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acht‘s.
Das Wesen von Teamwork ist es ja gerade,
dass wir etwas gemeinsam tun.
Teamwork in der Bibel
Dieses Prinzip finden wir auch in der Bibel
fest verankert. Kaum hatte Gott Adam
geschaffen, hören wir Ihn sagen: „Es ist nicht
gut, dass der Mensch allein sei. Ich will ihm
eine Hilfe machen“ (1. Mo 2,18). Und der
weise Salomo schreibt die bekannten Worte:
„Zwei sind besser daran als einer“ (Pred
4,9). Wenn wir das Neue Testament aufschlagen, lesen wir dort von „Mitarbeitern“,
von „Mitkämpfern“ und von „Mitstreitern“.
Das macht deutlich, dass es im Leben des
Christen – und ganz besonders im Dienst
für den Herrn – ein Miteinander und ein
Füreinander geben soll. Natürlich ist jeder
Einzelne seinem Herrn für sein Tun und
Lassen verantwortlich. Das ändert aber
nichts daran, dass es auch ein glückliches
Miteinander geben soll.
Wildgänse
Nun zu den Wildgänsen: Wenn die Wildgänse im Herbst wärmere Regionen im
Süden aufsuchen und im Frühjahr zurückkehren, können wir sie beobachten. Dabei
fällt ganz besonders die pfeilförmige Flugformation dieser Vögel auf. Wissenschaftler
haben dieses Phänomen untersucht und
sind zu interessanten Feststellungen gekommen:
Jeder Flügelschlag einer Wildgans schafft
Folge mir nach
23
einen ganz bestimmten Aufwind, den der
jeweils nachfolgende Vogel für sich selbst
nutzt, um sich weniger anstrengen zu
müssen. Wildgänse, die in einer Formation
fliegen, haben eine um ca. 70% höhere
Flugleistung (Reichweite) als allein fliegende
Tiere.
Ein aus der Gruppe ausscherender Vogel
spürt den höheren Luftwiderstand und
kehrt in der Regel schnell in die Formation
zurück, um den Aufwind der „Anführer“ zu
nutzen.
Wird eine vorn fliegende Wildgans müde,
lässt sie sich an das Ende der Formation
zurückfallen und überlässt den unmittelbar
hinter ihr fliegenden Tieren die Führung. Auf
diese Weise kann sie neue Kraft schöpfen.
Hinten fliegende Wildgänse feuern die
vorn fliegenden an, indem sie laut und
vernehmlich schreien.
Wird eine Wildgans beim Flug so müde
oder krank, dass sie nicht mehr folgen
kann, bleiben mindestens zwei gesunde
Vögel bei ihr, bis sie sich erholt hat. Dann
fliegen sie gemeinsam zur Formation zurück
oder schließen sich einer nachfolgenden
Formation an.
Hat uns das Verhalten der Wildgänse nicht
auch etwas für unser gemeinsames Leben
als Christen zu sagen?
1. Gemeinsam leisten wir mehr
Die gemeinsame Flugleistung der Wildgänse
ist um 70% höher als die Flugleistung eines
einzelnen Tieres:
Wie im natürlichen Leben erreichen wir auch
im Werk des Herrn deutlich mehr, wenn wir
zu mehreren „am gleichen Strick ziehen“
– und zwar in der gleichen Richtung. Menschen, die ein gleiches Ziel haben, erreichen
dies effektiver, wenn sie es zusammen tun
und sich gegenseitig helfen. Nicht umsonst
24
hat der Herr seine Jünger paarweise ausgesandt. Gerade in der Apostelgeschichte
– dem Buch des christlichen Zeugnisses
– sehen wir immer wieder, dass Missionare
gemeinsam (zu zweit, zu dritt, und auch zu
mehreren) auf die Reise gingen. Gemeinsame Einsätze für den Herrn machen auch
viel mehr Freude. Man kann sich austauschen, sich beraten und einander helfen.
Wenn einer mal müde wird, kann der andere
ihm wieder Mut machen. Und so sind wir
auch in der Lage, einander in guter Weise
zu korrigieren.
2. Gemeinsam spüren wir den
Widerstand weniger
Die in der Formation fliegenden Wildgänse
spüren weniger Luftwiderstand:
Wo Menschen für den Herrn arbeiten, ist der
Teufel nicht untätig. Er kommt entweder mit
Macht und Gewaltandrohung (als brüllender
Löwe) oder mit List und Tücke (als verführerische Schlange). Er will uns davon abhalten,
für den Herrn zu arbeiten. Wie gut, wenn
wir uns da (auch) an anderen orientieren
können, die der Herr uns an die Seite stellt.
Mein Bruder oder meine Schwester hat
vielleicht einen robusteren Charakter als ich
und kann mir helfen, in meiner Arbeit nicht
nachzulassen. Gott stellt uns Menschen an
die Seite, die uns Vorbild und Ansporn sein
können. Ganz besonders gilt das natürlich
für unser großes Vorbild, den Herrn Jesus:
„Denn betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet
hat, auf dass ihr nicht ermüdet, indem ihr in
euren Seelen ermattet“ (Heb 12,3).
3. Gemeinsam sind Lasten
besser verteilt
Eine müde gewordene Wildgans kann sich
in der Formation ausruhen:
In der gemeinsamen Arbeit für den Herrn
ist der eine für den anderen da. Wenn bei
einem die Kräfte schwinden, kann der andere
Was wir von den Wildgänsen lernen können!
ihm nicht nur helfen, sondern ihn vielleicht
sogar ersetzen. Als Mose seine Unfähigkeit
spürte, zu dem Pharao zu gehen, stellt Gott
ihm seinen Bruder Aaron nicht nur zur Seite,
sondern sichert ihm zu, dass Aaron für ihn
reden sollte (2. Mo 4,16). So dürfen auch
wir uns gegenseitig helfen. Vielleicht hatten
wir auch solche zur Seite, die uns über viele
Jahre hinweg Vorbild und Ansporn gewesen
sind, die aber dann älter und schwächer
geworden sind. Sind wir bereit, ihren Platz
zu übernehmen und selbst für andere zum
Vorbild zu werden? Timotheus hatte Paulus
zum Vorbild gehabt, aber am Ende seines
Lebens fordert Paulus ihn auf, ein Vorbild
der Gläubigen zu sein (1. Tim 4,12).
4. Gemeinsam machen wir uns Mut
Hinten fliegende Wildgänse feuern die vorn
fliegenden an:
Nun brauchen wir uns im Dienst für den Herrn
sicherlich nicht gegenseitig lautstark wie bei
einem sportlichen Wettkampf anzufeuern.
Aber wir dürfen uns doch gegenseitig Mut
machen und uns immer wieder motivieren.
Und vor allen Dingen dürfen wir füreinander
und miteinander beten. Diejenigen, die vielleicht nicht ganz vorn „fliegen“, d.h. nicht an
vorderster Front kämpfen, stehen manchmal
in Gefahr, andere durch lieblose Kritik zu entmutigen. Kritisieren – das wissen wir sehr gut
– ist immer viel einfacher, als es selbst besser
zu machen. Wir sollten vielmehr lernen, unsere
Aufgabe genau da, wo der Herr uns hingestellt
hat, treu und zuverlässig zu tun, ob nun ganz
vorn, in der Mitte, oder weiter hinten. Nicht
jeder ist berufen, ganz vorn zu kämpfen, wohl
aber, dem anderen zu helfen.
5. Gemeinsam helfen wir uns
Kranke Tiere werden nicht allein gelassen:
Kann es nicht passieren, dass jemand, der
mit uns gearbeitet hat, plötzlich seinen Dienst
aufgibt? Die Gründe mögen verschieden
sein. Kann es nicht passieren, dass jemand
aus unserer Mitte von „einem Fehltritt ereilt
wird“? Genau das ist der Ausgangspunkt in
dem oben zitierten Vers aus dem Prediger:
„Zwei sind besser daran als einer ..., denn
wenn sie fallen, so richtet der eine seinen
Genossen auf. Wehe aber dem Einzelnen,
der fällt, ohne dass ein zweiter da ist, um
ihn aufzurichten“ (Pred 4,9-10). Und im
Neuen Testament denken wir an die
Worte von Paulus an die Galater:
„Brüder! Wenn auch ein Mensch
von einem Fehltritt übereilt würde,
so bringt ihr, die Geistlichen, einen
solchen wieder zurecht im Geist der
Sanftmut, indem du auf dich selbst
siehst, dass nicht auch du versucht
werdest“ (Gal 6,1). Statt jeden
lieblos „seinem Schicksal“ zu überlassen, dürfen wir uns als Christen
gegenseitig helfen.
Als Schlussgedanken möchte ich an ein weiteres Wort des Apostels Paulus erinnern. Er
schreibt an die Philipper: „Wandelt nur würdig
des Evangeliums des Christus, damit, sei es,
dass ich komme und euch sehe oder abwesend bin, ich von euch höre, dass ihr feststeht
in einem Geist, indem ihr mit einer Seele mitkämpft mit dem Glauben des Evangeliums“
(Phil 1,27). Das ist Teamwork im Evangelium
– jeder an seinem Platz. Vielleicht können die
Wildgänse dazu beitragen, dass wir das besser
begreifen und in die Tat umsetzen.
Ernst-August Bremicker
Folge mir nach
25
Das Erbteil einnehmen –
oder den Himmel
„erobern“
Das Erbteil einnehmen
Im Buch Josua wird beschrieben, wie das
Volk Israel das Land eingenommen hat, das
Gott ihnen geschenkt hatte. Gott hatte schon
Abraham versprochen, ihm und seinen
Nachkommen das Land Kanaan zu geben.
Jetzt war die Zeit gekommen, dass Gott sein
Versprechen einlösen würde. Noch wohnten
die Feinde des Volkes Israels in diesem
Land, aber Gott forderte das Volk auf, mit
ihren Füßen das Land zu betreten. Alles
Land, auf das sie mit ihren Füßen treten
würden, sollte ihnen gehören (Jos 1,3). Er
würde helfen, die Feinde zu vertreiben. Sein
Versprechen lautete: „Es soll niemand vor
dir bestehen!“
Die Einnahme des Landes verlief in zwei
Phasen. In einer ersten Phase kämpfte das
Volk unter der Führung Josuas gemeinsam
und eroberte Stadt um Stadt. So ging ein
Teil des Landes nach dem anderen in ihren
Besitz über. Als Josua jedoch alt geworden
war, blieb noch viel Land übrig, das in
Besitz genommen werden sollte (Jos 13,1).
Da forderte Gott Josua auf, das Land zu
verteilen. Jedem Stamm des Volkes sollte
ein bestimmter Teil des Landes als Erbe
zugewiesen werden. So erhielt jeder Stamm
und jede Familie einen ganz persönlichen
26
Teil des Landes Kanaan als Besitz. In diesem
Land durften sie wohnen und von dem, was
in diesem Land wuchs, konnten sie sich
ernähren. Sie durften genießen, was Gott
ihnen in diesem Land schenkte. Allerdings
waren noch Feinde in diesem Land. Diese
Feinde mussten ausgetrieben werden! Das
war die zweite Phase der Einnahme des
Landes – jeder Stamm sollte die Feinde
austreiben, die noch in seinem Erbteil lebten.
Das könnte man vielleicht mit einem persönlichen Kampf vergleichen.
Den Himmel „erobern“
Das Land Kanaan im Alten Testament
spricht für uns heute von dem Himmel. Das
Alte Testament zeigt uns, dass Gott sein Volk
aus Ägypten herausrief, um es durch die
Wüste hindurch in dieses Land hineinzubringen, das er ihnen als Erbteil verheißen
hatte. So sind heute alle, die den Herrn
Jesus angenommen haben, herausgerufen
aus dem Machtbereich Satans, um Bürger
eines neuen Landes, des Himmels, zu sein.
Sicher – der Himmel ist das Ziel, dem sie
entgegen gehen. Aber sie sind auch heute
schon Bürger des Himmels und dürfen
somit heute schon „den Himmel erobern“
– sie dürfen jetzt schon über das nachden-
Das Erbteil einnehmen – oder den Himmel „erobern“
ken und etwas von dem verstehen, was im
Himmel ist und sich darüber freuen. Davon
ist das Land Kanaan in erster Linie ein Bild.
Es entspricht damit dem himmlischen Teil,
das Gott heute schon jedem Gläubigen
geschenkt hat. Dieses Teil mehr und mehr
zu verstehen und zu genießen – das darf
heute schon dein und mein persönlicher
„Eroberungskampf“ sein!1
Wenn wir anfangen, über das nachzudenken, was im Himmel ist, dann denken wir
zuerst daran, dass der Herr Jesus dort ist.
Nachdem Er am Kreuz auf Golgatha zur
Ehre Gottes und zum Heil für Sünder sein
Leben gelassen hat, hat Gott Ihn auferweckt
und nach einer Zeit von vierzig Tagen in
den Himmel aufgenommen. Er hat Ihm
den Ehrenplatz zu seiner Rechten gegeben.
Dort im Himmel ist der Herr Jesus jetzt als
verherrlichter Mensch – der erste Mensch,
der im Himmel in der unmittelbaren Gegenwart Gottes ist. Dort werden wir einmal
bei Ihm sein. Aber weil wir heute schon zu
Ihm gehören, dürfen wir auch heute schon
„erobern“ und „besitzen“, was uns in Ihm
dort geschenkt ist! Dazu hat uns Gott den
Heiligen Geist gegeben – damit wir die
Dinge kennen, die uns von Ihm geschenkt
sind (vgl. 1. Kor 2,12).
Das ist das Erbteil für uns heute – die
geistlichen Segnungen in den himmlischen Örtern (oder „im Himmlischen“, Eph 1,3). Der Teufel möchte
natürlich nicht, dass wir darüber
nachdenken, was im Himmel ist. Er
kann uns den Himmel als das Ziel
unserer Reise nicht streitig machen.
Aber heute schon mit diesem Ziel
beschäftigt zu sein und uns daran zu
freuen – das will er verhindern.
Auch wir selbst haben oft kein Interesse an den Dingen des Himmels.
Wir sind mit vielen Dingen beschäftigt, die
nur für unser Leben auf der Erde Wert
haben, so dass die Gefahr besteht, dass wir
kaum noch Zeit haben, an den Himmel zu
denken. Dann werden wir über kurz oder
lang zu müden und unglücklichen Christen,
weil für uns hier auf der Erde letztendlich
doch nur kurze und vergängliche Freuden
sind – wenn überhaupt.
Den Herrn Jesus im Himmel und das, was
er uns geschenkt hat mehr und mehr zu verstehen; dabei alles vertreiben, das uns stören
will – das ist der Kampf, den wir kämpfen
dürfen. Es ist ein Kampf, bei dem wir alles,
was uns am Genuss der himmlischen Dinge
hindern will, vertreiben. Niemand kann uns
von dem, was uns geschenkt ist, tatsächlich
etwas wegnehmen. Aber wir können die
Freude an den himmlischen Dingen und das
Verständnis dafür verlieren, wenn wir nicht
wachsam sind.
Kein Kampf aus eigener Kraft
Diesen Kampf müssen wir nicht in eigener
Kraft führen, wie das Volk Israel auch nicht
in eigener Kraft gekämpft hat – wir könnten
1
Es gibt allerdings einen Unterschied zu dem alttestamentlichen Bild: Während Israel nicht zur gleichen Zeit in Ägypten,
in der Wüste und in Kanaan sein konnte, leben wir heute gleichzeitig zumindest in den beiden letzten Bereichen – die
Welt, in der wir uns bewegen, ist eine Wüste, die keine Nahrung und Erfrischung für das neue Leben in uns bietet,
und wir dürfen uns auch schon geistlicherweise im Himmel aufhalten, um das zu genießen, was uns dort bereits
geschenkt ist. Außerdem brauchen wir den Himmel im eigentlichen Sinn nicht mehr zu „erobern“. Nach Epheser
1,3 und 2,5 sind wir ohne jede Einschränkung „gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern“
und sitzen sogar bereits in Christus in den himmlischen Örtern. Alles ist also bereits unser Eigentum, und deshalb
handelt es sich bei unserem Kampf in Epheser 6 um die Verteidigung des uns geschenkten geistlichen Besitzes.
Folge mir nach
27
Das Erbteil einnehmen – oder den Himmel „erobern“
es auch gar nicht. Gottes Kraft steht uns zur
Verfügung. Er hat uns verschiedene Waffen
gegeben, um das zu vertreiben, was uns
den Genuss an dem „Land“ wegnehmen
möchte, vgl. Eph 6, 10–20. Und Er ist es
auch, der jede Furcht vor und in diesem
Kampf vertreibt (vgl. Jos 1,9).
Habe ich dir nicht geboten: Sei
stark und mutig? Erschrick nicht
und fürchte dich nicht! Denn
der HERR, dein Gott, ist mit dir
überall, wohin du gehst.
Josua 1,9
Im Buch Josua lautete die Kampfanweisung Gottes an das
Volk, einfach das
Land zu betreten. Er
hatte es ihnen schon
geschenkt. Und
wenn sie es betreten
würden, dann würde
Er die Feinde vor
ihnen verben. Alle
treiFeinde, die im
Weg standen, konnten
geschlagen werden. Dazu war
„nur“ Gehorsam gegenüber Gottes
Anweisungen und Vertrauen auf seine Hilfe
nötig.2 So sind auch wir aufgefordert, einfach
Stück für Stück der himmlischen Segnungen
anzuschauen, darüber nachzudenken und
mehr und mehr davon zu verstehen. Dazu
hat uns Gott viele Hilfsmittel gegeben – sein
Wort (die Bibel), seinen Geist (der uns sein
Wort erklärt), Mitgeschwister (denen wir
Fragen stellen können), Versammlungsstunden, Bibelkonferenzen, Bibelauslegungen
und nicht zuletzt auch das Gebet – das
Zwiegespräch mit Gott über seine Gedanken. Wenn wir neu damit anfangen, so den
Himmel zu erobern, dann dürfen wir alles,
was sich uns in den Weg stellt, mit Gottes
Hilfe in die Flucht jagen.
Ein Ausblick
Wenn wir einmal im Himmel angelangt
sind, dann wird jeder Kampf aufhören.
Aber solange wir uns heute schon mit den
himmlischen Dingen beschäftigen, bedeutet
das Kampf. Kampf gegen unsere eigene
Bequemlichkeit und Kampf gegen den
Teufel, der uns die Freude an den himmlischen Dingen rauben möchte. Doch diesen
Kampf mit Gottes Hilfe zu führen, ist eine
lohnende Sache! Ein Christ wird nur dann
wirklich glücklich sein, wenn er sich mit dem
Teil beschäftigt, das naturgemäß zu ihm
gehört – mit dem, was zu seinem Bürgertum im Himmel gehört. Dieses
Glück im persönlichen Genuss
der Dinge des Himmels wird
uns für jede Mühe des Kampfes
entschädigen!
Leider haben die Israeliten nicht alle
Feinde vertrieben. Sie waren mit einem
Teil des Landes zufrieden und haben den
übrigen Teil nicht eingenommen. Zunächst
waren die Feinde ruhig und zurückgezogen.
Aber immer wieder sind sie gekommen
und haben Land zurückerobert. Das gleiche werden wir auch erleben, wenn wir
„zufrieden“ sind mit einem Teil von dem,
was Gott uns geschenkt hat. Der Vergleich
mit dem Volk Israel, das immer wieder
Probleme mit den nicht ausgetriebenen
Feinden hatte, sollte uns ein Ansporn sein,
mehr und mehr von unserem „Land“ zu
„erobern“. Und der Gedanke daran, dass
wir einmal wirklich das ganze Land, den
ganzen Himmel und den Herrn Jesus als
Mittelpunkt des Himmels besitzen und
genießen werden, wird uns erst recht eine
Motivation sein, Ihn jetzt schon mehr und
mehr anzuschauen!
Christian Rosenthal
Ein schönes Beispiel ist die Eroberung Jerichos. Das Volk musste einfach gehorsam das tun, was Gott durch Josua
angeordnet hatte. Das Ergebnis war, dass die Stadt von selbst fiel und der Sieg von Gott geschenkt wurde.
2
28
Post von Euch
Das Zusammenkommen als Versammlung und das Schweigen der Frauen
?
!
Liebe Geschwister im Herrn,
zum Thema „Versammlung Gottes“ habe
ich eine Frage: In 1. Korinther 14,33–35
heißt es: „…wie es in allen Gemeinden
der Heiligen ist, sollen die Frauen in den
Gemeinden (Versammlungen) schweigen“.
Ich frage mich, wo Versammlung anfängt,
d.h. ob es überhaupt biblisch ist, zu unterscheiden zwischen Hauskreis oder Bibelstunde und der Versammlungsstunde am
Sonntag? In „meinem“ Hauskreis kann ich
als Frau durchaus zu Wort kommen (z.B.
fragen). Mit meiner Frage möchte ich keineswegs die Geschwister dort verurteilen,
aber ist es möglich, dass ich etwas in der
Heiligen Schrift nicht oder falsch verstanden habe? Ich würde mich sehr freuen,
wenn Ihr mir die Fragen anhand der Bibel
beantworten würdet.
Im Herrn Jesus verbunden grüßt Euch
Eure R. V.
Liebe R.,
gerne gehe ich auf die Fragen in Deinem
Schreiben ein, die ich einmal mit meinen
Worten formuliere:
1. Ist es biblisch, zwischen verschiedenen Arten des Zusammenkommens von
Gläubigen (Versammlungsstunden am
Sonntag, Bibelstunden, Hauskreis etc.)
einen Unterschied zu machen, oder stehen
sie alle auf „derselben Ebene“?
2. Inwieweit findet die Aussage der Schrift,
dass die Frauen in den Versammlungen
schweigen sollen, ihre Anwendung auf die
verschiedenen Zusammenkünfte?
Das Wort Gottes spricht durchaus von
Zusammenkünften, die einen besonderen
Charakter tragen.
!
„Wenn er aber nicht auf sie hört, so sage
es der Versammlung; wenn er aber auch
auf die Versammlung nicht hört, sei er dir
wie der Heide und der Zöllner ... Wahrlich, wiederum sage ich euch: Wenn zwei
von euch auf der Erde übereinkommen
werden über irgendeine Sache, welche
sie auch erbitten mögen, so wird sie
ihnen zuteil werden von meinem Vater,
der in den Himmeln ist. Denn wo zwei
oder drei versammelt sind in meinem
Namen, da bin ich in ihrer Mitte“
(Mt 18,17–20).
„Denn zuerst einmal, wenn ihr als Versammlung zusammenkommt, höre ich, es
seien Spaltungen unter euch, und zum Teil
glaube ich es“ (1. Kor 11,18 ).
Der Zusammenhang von Matthäus 18,15–
20 macht deutlich, dass hier nicht eine
Gruppe von Gläubigen mehr oder weniger
informell versammelt ist, sondern hier ist
die Versammlung, d.h. die örtliche Versammlung (Gemeinde) versammelt. Sie
ist zu seinem Namen hin versammelt. Das
bedeutet, dass der Herr die Autorität hat.
Durch sein Wort und seinen Geist regelt
Er alles. Menschliche „Gemeindeordnungen“ wären ein Eingriff in die Rechte des
Herrn. Wo Christen so auf der Grundlage der Bibel als örtliche Versammlung
zusammenkommen, hat der Herr seine
persönliche Gegenwart in ihrer Mitte
verheißen. Natürlich ist der Herr in einer
gewissen Weise „alle Tage“ bei uns (Mt
28,20). Aber seine persönliche Gegenwart
„in der Mitte“ der Versammelten verheißt
der Herr denen, die im oben genannten
Sinn versammelt sind. Damit verbindet Er
eine besondere Autorität (aber auch Ver-
Folge mir nach
29
Post von Euch
!!
pflichtung): Die örtliche Versammlung, die
zum Namen des Herrn versammelt ist, übt,
wenn notwendig, auch Versammlungszucht (Gemeindezucht) aus. Sie hat die
Autorität des „Bindens und Lösens“, d.h.,
sie schließt einen, der sich als ein „Böser“
erwiesen hat, aus ihrer Mitte aus (1. Kor 5),
oder sie lässt ihn wieder zu, wenn seine
Wiederherstellung deutlich geworden
ist (2. Kor 2). Allein schon dieser Punkt
zeigt den großen Unterschied zu anderen
Zusammenkünften (Hauskreis, Jugendstunde, Bibelkonferenz), die niemals diese
Autorität besitzen. So kommt die örtliche
Versammlung als Versammlung zusammen, z.B. zum Gebet (Mt 18,15–20), um
den Tod des Herrn zu verkündigen beim
Abendmahl, um unter der freien Wirksamkeit des Heiligen Geistes der Verkündigung
von Gottes Wort zuzuhören.
in einem Kreis, wo auch Brüder anwesend
sind, die Rolle der „Belehrenden“ übernehmen will.
Auf solche Zusammenkünfte der Versammlung bezieht sich auch die Aussage
in 1. Korinther 14,34: „Die Frauen sollen
schweigen in den Versammlungen, denn
es ist ihnen nicht erlaubt zu reden, sondern
unterwürfig zu sein, wie auch das Gesetz
sagt.“
Was dies praktisch in den verschiedenen
denkbaren Treffen von Gläubigen für die
Frau für Konsequenzen hat, ist weniger
eine Frage einer konkreten Anweisung der
Schrift, als eine Frage der geistlichen Einsicht oder, um es einmal so zu formulieren,
der „geistlichen Schicklichkeit“. Ich bin
überzeugt, dass der Herr einer geistlichen
Schwester, die Ihn in ihrem Leben ehren
will, helfen wird, deutlich zu erkennen, wo
eine privat-familiäre Atmosphäre aufhört
– in der sich eine Frau ungezwungen zum
Beispiel durch Fragen und Bemerkungen
an geistlichen Gesprächen beteiligen kann
– und ein eher öffentlicher Bereich beginnt,
der ihr mehr Zurückhaltung auferlegt.
Damit kommen wir zu der zweiten Frage.
Wenn es sich also um Zusammenkünfte als
Versammlung handelt, ist es nach Gottes
Gedanken, dass die Frau schweigt. Und
wie ist es nun bei anderen Zusammenkünften, die nicht diesen Charakter tragen?
Dazu möchte ich zuerst auf 1. Timotheus
2,12 hinweisen: „Ich erlaube aber einer
Frau nicht zu lehren, noch über den Mann
zu herrschen, sondern still zu sein.“ Es ist
nicht nach den Gedanken der Schrift, dass
eine Frau lehrt, weil sie damit eine Leitungsfunktion übernimmt, die Gott dem
Mann und nicht der Frau gegeben hat. So
wird sicher eine gottesfürchtige Schwester
jeden Eindruck vermeiden wollen, dass sie
30
Grundsätzlich entspricht es der Schöpfungsordnung Gottes, dass der Mann
seinen Platz und seine Verantwortung
sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich und Dienst hat, die Frau
hingegen wirkt eher im privaten Bereich, in
einer gewissen Zurückgezogenheit. Diese
Gedanken Gottes gelten heute in unserer
Gesellschaft zwar längst als altmodisch
und unpopulär. Doch immer dann, wenn
sowohl der Mann als auch die Frau ihren
Platz nach Gottes Gedanken einnehmen
und ihn auch unter der Führung des Herrn
ausfüllen, wird dies zum Segen ausschlagen – für den Betreffenden wie auch für
die Umgebung.
Mit Grüßen der Verbundenheit in unserem
gemeinsamen Herrn
Dein Michael Vogelsang
Streiflicht: Der Prophet Maleachi
Der Prophet Maleachi –
Wenn Gottesdienst zur
Form wird
M
it dem Propheten Maleachi schließen wir unseren Streifzug durch
die kleinen Propheten ab. Wir haben aus jedem Buch nur einen oder zwei
einzelne Abschnitte herausgegriffen und versucht zu zeigen, wie Gott heute
dadurch zu Christen redet. Falls du dich angesprochen gefühlt hast, möchtest
du vielleicht den einen oder anderen kleinen Propheten einmal vertieft im
Zusammenhang studieren. In Kürze werden wir die Botschaft der Propheten
Zephanja und Haggai im mittleren Heftteil unter der Rubrik „Bibelstudium“
genauer betrachten. Aber jetzt zu Maleachi: Auch durch diesen kleinen Propheten redet Gott heute zu mir und zu dir.
Der Bote und die Botschaft:
Maleachi lebte und wirkte zu einer Zeit, als
ein von Gott erweckter Teil der Stämme
Juda und Benjamin (der „Überrest“) aus
der Gefangenschaft in Babel nach Jerusalem
zurückgekehrt war. Diese Erweckung war
inzwischen verflacht. Der Opferdienst fand
zwar statt, aber man hielt die dafür geltenden
Vorschriften aus Gottes Gesetz nicht ein und
verachtete dadurch Gott selbst.
Gott nahm sich durch Maleachi den Überrest
mit deutlichem und vorwurfsvollem Tadel
vor, insbesondere die Priester, die die Opfer
darbrachten (Kap. 1 und 2). Dann ließ Er
den Propheten in die Zukunft schauen – auf
den Tag des HERRN; dort sah er sowohl
Gericht als auch Segen (Kap. 3): Mit seinem
sündigen Opferdienst zog der Überrest
Gottes Gericht auf sich. Andererseits stellte
Gott „Segen bis zum Übermaß“ in Aussicht
(vgl. 3,10). Trotz allem blieb nämlich seine
liebevolle Verheißung bestehen, zu segnen.
Der Schlüssel dazu war die Buße: „Kehrt
um zu mir, so will ich zu euch umkehren“
(3,7).
Streiflicht aus Maleachis
Prophezeiung:
„Wenn ihr Blindes darbringt, um es zu opfern,
so ist es nichts Böses; und wenn ihr Lahmes
und Krankes darbringt, so ist es nichts Böses.
Bring es doch deinem Statthalter dar: Wird
er dich wohlgefällig annehmen oder Rücksicht auf dich nehmen?, spricht der HERR der
Heerscharen.“ (Maleachi 1,8)
Hintergrund: Nach dem Alten Testament
beruhte die Beziehung zwischen Gott
und den Juden unter anderem auf dem
Opferdienst, den die Priester ausübten.
Gott musste (und muss) Sünde mit dem
Tod bestrafen. Aber Gott schenkte dem
Volk ein Rettungsmittel: Im Vorgriff auf das
Opfer seines Sohnes (Heb 10) ermöglichten
beispielsweise die Sünd- und Schuldopfer
Folge mir nach
31
(3. Mo 4.5), das beständige Brandopfer
(2. Mo 29) und die Opfer am großen Sühnungstag (3. Mo 16) dem Volk Israel eine
Beziehung zu Gott. Darüber hinaus konnte
jeder persönliche Opfer darbringen, um Gott
zu ehren (3. Mo 1–3). Diese waren freiwillig.
Gott hatte lediglich vorgeschrieben, welche
Opfertiere in welcher Art und Weise dargebracht werden durften.
Einen solchen Opferdienst
kennt das Neue Testament
nicht mehr. Christen haben
eine andere, eine geistliche Beziehung zu Gott.
Statt Lämmer und andere
Tiere zu opfern, glauben
sie an den Herrn Jesus, der
stellvertretend als „Lamm
Gottes“ für sie gestorben
ist (s. nochmals Heb 10).
Ebenso ehren sie Gott nicht
mit Tieropfern, sondern
sie beten „in Geist und
Wahrheit“ an (Joh 4). Jeder
Christ kann das tun, denn
er gehört zu der „heiligen
Priesterschaft“ der Christen,
die Gott geschaffen hat, um
„geistliche Schlachtopfer“
darzubringen, die Ihm durch den Herrn
Jesus „wohlangenehm“ sind (1. Pet 2,5).
Der geistliche Opferdienst ist einer der
wesentlichen Inhalte und Zwecke des christlichen Lebens. Aber er bleibt freiwillig. Und
wie im Alten, so hat Gott auch im Neuen
Testament einen Rahmen dafür gesteckt.
Meine geistlichen Opfer – „Opfer des Lobes“
– bestehen darin, „Gottes Namen zu bekennen“, indem ich Ihn für das lobe und preise,
was Er ist und tut. Insbesondere kann ich
Ihm meine „Frucht der Lippen“ dafür bringen, wie sehr mich sein Sohn und dessen
stellvertretender Tod beeindruckt, berührt
und dankbar macht (s. Heb 13,15).
32
Wenn Opferdienst damals Gott missachtete: Die Priester brachten blinde,
lahme und kranke Tiere als freiwillige
Schlachtopfer dar. Damit verstießen sie
nicht nur gegen den Buchstaben des
Gesetzes (3. Mo 22,18–25), sondern auch
gegen seinen Geist: Für den Opfernden
sollte das Tier zum Wohlgefallen sein
und für Gott eine Gabe und „Nahrung“,
lieblich und wohlannehmlich. Ihrem regie-
renden Statthalter würden sie so etwas
wohl kaum anbieten wollen. Wie unerhört
verächtlich war es, Gott solche Opfertiere
zu bringen!
Die Juden verstießen nicht nur gegen die
Opfergesetze; dahinter war noch etwas
anderes erkennbar: Sie waren offenbar
der Meinung, dass die Aufrechterhaltung
des Opferdienstes für sich genommen ein
Verdienst wäre. Sie kamen sogar mit Tränen
(2,13), als ob sie ganz mit dem Herzen
bei der Sache wären. Aber ihre – bloßen
– Worte ermüdeten Gott (2,17). So konnten
sie zu Gott nicht kommen. Bevor sie nur
die Form – ja selbst diese nicht – wahrten,
Streiflicht: Der Prophet Maleachi
wollte Er lieber die Türen des Tempels
verschlossen haben (1,10).
Wenn Anbetung heute Gott missachtet: Wenden wir Maleachis Botschaft direkt
auf unsere Zeit an, so kann es heutzutage
passieren, dass ein Christ kranke, blinde
oder lahme „Tiere“ darbringt. Wenn er,
obwohl er es besser weiß oder wissen
müsste, in seiner Anbetung falsche Dinge
über den Herrn Jesus sagt, versündigt er
sich. Gott sucht Anbeter, und Er verlangt
keine besondere Ausbildung oder Berufung und auch keine ständigen geistlichen
„Höchstleistungen“. Wie schon die Juden
wertvolle, aber auch kleine Tiere opfern
konnten, so ist auch die Anbetung in Geist
und Wahrheit keine Frage menschlicher
Erkenntnis oder des intellektuellen Niveaus.
Aber jeder Anbeter muss das Bewusstsein
haben, vor dem großen, heiligen Gott zu
erscheinen.
Und auch an jeden Christen stellt Gott deshalb durch Maleachi die Frage, ob er seinen
geistlichen Opferdienst ohne Rücksicht auf
Gottes Ehre und Interessen „absolviert“.
Es genügt Gott nicht, wenn von außen
betrachtet die Anbetung funktioniert, indem
ich etwa im Zusammenkommen zum Brotbrechen im Gebet Gott preise oder in mein
privates Gebet einen Lobpreis einbaue. Er
erwartet schon, dass ich mich dabei nach
seinen Maßstäben richte. Das heißt insbesondere, dass ich mich in jeder Hinsicht von
dem Heiligen Geist leiten lasse.
In unsere Zeit übertragen sagt Maleachi: Stell
dir vor, du willst deinem Vorgesetzten etwas
präsentieren, einer geschätzten Person ein
Geschenk machen oder an hoher amtlicher
Stelle etwas beantragen. Diesen Leuten wirst
du nicht – weder nach Form noch nach
Inhalt – irgendetwas unterjubeln. Sondern
du wirst sorgfältig überlegen, was die andere
Seite erwartet. Sollte das bei Gott anders
sein, nur weil Er dir nicht als sichtbare Person
gegenübersteht? Geistliche Opfer werden
nicht mit menschlichem Maßstab gemessen.
Aber Maleachi stellt mir und dir die Frage,
ob das, was wir als Anbetung bringen, dem
„ehr-würdigen“ Gott angemessen ist.
Thorsten Attendorn
Ich bin der HERR, und meine
Ehre gebe ich keinem anderen.
Jesaja 42,8
Gott ist König der ganzen Erde,
singt Psalmen mit Einsicht.
Psalm 47,8
Folge mir nach
33
LightKeeper, Band 2
496 Seiten,
Paperback, 10,80 €,
Christliche Schriftenverbreitung,
Hückeswagen
Wir Christen sind wie Leuchttürme. Dieser
Vergleich ist gar nicht weit hergeholt, denn
wir sollen ja in dieser finsteren Welt leuch-
Textabschnitte
für den jungen
Bibel-Leser
23 .A pr il
es
Jo ha nn 38
13 ,2 1-
uns
„Zeige ter!“
den Va
22 .A pr il
–
d Petrus
Judas unhungen
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Karten , Bilder,
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kurzer motivierender
Denkanstoß
ten, ein Zeugnis für den Herrn sein, ein
Wegweiser für andere … Doch damit ein
Leuchtturm leuchtet, braucht er den Dienst
der Leuchtturmwärter, die das Feuer am
Brennen erhalten.
34
Das Bibellese-Buch
für jeden Tag
Jahr gebunden
überschaubare
Erläuterung zur
Bibellese mit
Gedanken zum
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mit Datumsangabe,
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Anhang zugänglich)
137
L IGHT K EEPER: Die Bibellese für junge Leute
Hier ist solch ein Leuchtturmwärter (englisch: Lightkeeper) für das kommende Jahr:
Ein ansprechend gestaltetes Buch für junge
Leute (aber nicht nur für sie).
Buchbesprechung
Mit
überschaubaren Textabschnitten für
jeden Tag,
kurzen und ansprechenden Erläuterungen,
praktischen Bezügen zum Alltag,
ergänzenden Fragen zum Text,
biblischen Rätseln,
motivierenden Denkanstößen,
Kurzgeschichten zum Nachdenken,
Infotexten und Karten
kann die tägliche Bibellese eine neue Qualität bekommen!
Der LightKeeper kann darüber hinaus auch
gut als Nachschlagewerk benutzt werden,
da
ein Stichwortverzeichnis zur Verfügung
steht,
immer ganze Bibelbücher gelesen
werden,
und es zu jedem Bibelbuch eine Einleitung gibt (Daten & Fakten, Entstehung,
Gliederung …).
Der Herr Jesus hat gesagt (Markus 4,21–
24):
„Holt man etwa die Lampe, damit sie unter
den Scheffel oder unter das Bett gestellt
werde? – nicht vielmehr, damit sie auf den
Lampenständer gestellt werde?“ – Das entspricht unserem Bild vom Leuchtturm.
„Denn es ist nichts verborgen, außer damit
es offenbar gemacht werde, noch wurde
etwas geheim, außer damit es ans Licht
komme.“ – Das heißt: Was wir im verborgenen, persönlichen Kontakt mit dem Herrn
empfangen (bei unserer Bibellese), das soll
und wird dann auch in unserem Leben gesehen werden. Doch dazu müssen wir hören,
was Er uns sagt: „Wenn jemand Ohren hat,
zu hören, der höre!“
„Und er sprach zu ihnen: Gebt Acht, was
ihr hört“ – Wir sollen das Wort Gottes
hören bzw. lesen und gute Erläuterungen
und Hilfestellungen gebrauchen. Das ist das
richtige Öl für die Lampe im Leuchtturm.
Der LightKeeper hat dieses Öl.
In insgesamt 6 Jahren führt dieses BibelleseBuch (in sechs Bänden) durch die ganze
Bibel, ohne dabei an ein bestimmtes Kalenderjahr gebunden zu sein. Einige werden
Band 1 schon kennen. Der aktuelle Band 2
setzt diese Serie fort.
Joachim E. Setzer
LightKeeper, Band 1
512 Seiten,
Paperback, 10,80 €,
Christliche Schriftenverbreitung,
Hückeswagen
Folge mir nach
35
Es klopft an der Tür
„Und dieses noch, da wir die Zeit erkennen, dass die
Stunde schon da ist, dass wir aus dem Schlaf aufwachen
sollen ...: Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist
nahe“ (Römer Kapitel 13 Verse 11.12).
Aus alter Zeit, als noch Straßen- und Brückenzoll erhoben wurden, wird folgende
Geschichte erzählt: Ein alter Zolleinnehmer bewohnte ein kleines Häuschen an einer
Brücke. Bei Nacht pflegte er die Schranke herunterzulassen und sich in der Nähe der
Eingangstür schlafen zu legen.
Bei einer solchen Gelegenheit klopfte eines Abends ein Reisender, der durchgelassen
werden wollte. „Ich komme!“,
antwortete der Alte. Als sich
nichts rührte, klopfte unser
Reisender noch einmal. Wieder
dieselbe Antwort: „Ich komme!“
Aber der Zöllner ließ sich immer
noch nicht sehen.
Schließlich verlor der Reisende
die Geduld. Er stieß die Tür
der Hütte auf und rief: „Wie ist
das möglich, dass Sie seit einer
Viertelstunde immer antworten
‚Ich komme‘ und doch nicht
kommen?“
Der Alte stand schleunigst auf
und entschuldigte sich mit den
Worten: „Ich bin so daran gewöhnt, das Klopfen an der Tür zu hören, dass ich oft sogar
im Schlaf antworte: ‚Ich komme!‘“
Bei wie vielen Predigten ertönt Sonntag für Sonntag der Ruf Gottes, der sich durch das
Evangelium an die Menschen richtet: Komm, lass dich versöhnen mit Gott! – Komm,
nimm seine Vergebung an! „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und
ich werde euch Ruhe geben“ (Matthäus Kapitel 11 Vers 28).
Aber viele machen es wie unser Zollbeamter: In einer vorübergehenden Regung sagen
sie: „Ich komme“ – aber dann verfallen sie sogleich wieder in ihre Schläfrigkeit und nehmen die Einladung des Herrn nicht ernst.
36
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Seele and Geist
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