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Erkältung verhindern – was hilft und was nicht - Zum Handeln

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FIT UND GESUND DURCH HERBST UND WINTER
Erkältung verhindern – was hilft und was nicht
Wer plagt sich schon gerne mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit herum! Um den
unangenehmen Erkältungsviren auszuweichen, ergreifen viele vorbeugende Maßnahmen:
Die einen schwören auf frischgepresste Säfte oder Ingwertee, andere auf Bewegung und
Sauna. Immer mehr Menschen greifen aber auch zu pflanzlichen Mitteln, den sogenannten
Immunstimulanzien, oder synthetischen Vitaminpräparaten, um ihr Immunsystem zu stärken
und es so gegen eine mögliche Erkältung zu wappnen. Die Liste der meistverkauften
Immunstimulanzien wird von Umckaloabo, einem Extrakt aus der Wurzel der
südafrikanischen Kapland-Pelargonie, und diversen Echinacea-Produkten angeführt. Beiden
Wirkstoffen wird nachgesagt, die Immunabwehr zu stärken, Erkältungskrankheiten
abzuschwächen und ihre Dauer zu verkürzen. Um die Frage nach der Wirksamkeit zu
beantworten, haben Wissenschaftler der Cochrane Collaboration, einem internationalen
Forschungsnetzwerk, Studien zum medizinischen Nutzen systematisch aufbereitet. Mit
ernüchterndem Fazit: Im Fall von Echinacea legen einige Untersuchungen zwar nahe, dass
die Blüten und Blätter des Purpursonnenhuts (Echinacea purpurea) Erkältungen von
Erwachsenen im Frühstadium lindern könnten, andere Studien wiederum kommen nicht zu
diesem Ergebnis. Zudem gibt es so viele unterschiedliche Arten und Zusammensetzungen
von Echinacea-Produkten, dass es sehr schwierig ist, einen Gesamteindruck von der
Wirksamkeit der Pflanze zu bekommen. Bei Umckaloabo ziehen die Forscher den
vorsichtigen Schluss, dass der Wirkstoff bei akuter Bronchitis und
Nasennebenhöhlenentzündung die Krankheitsdauer leicht verkürzen und die Beschwerden
lindern könnte. Allerdings kann das Mittel auch zu unerwünschten Wirkungen wie MagenDarm-Beschwerden und Hautausschlägen führen.
Die Ergebnisse verschiedener Studien sind ernüchternd: Die Wirkung von Echinacea lässt sich anhand
wissenschaftlicher Maßstäbe nicht eindeutig belegen.
Hygiene ist das wirksamste Mittel
Wer daraus den Schluss zieht, statt pflanzlicher Präparate mit dem Griff zu Vitaminen oder
Spurenelementen in Pillenform auf der sicheren Seite zu liegen, irrt. Weder die am
häufigsten eingenommenen Nahrungsergänzungsmittel Vitamin C und Zink noch das vor
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einigen Jahren als im Kampf gegen Erkältungsviren aussichtsreich gehandelte Vitamin D
verhindern oder heilen eine Infektion. Eine Ausnahme bilden Menschen, die kurzfristig hohen
Belastungen durch Sport und Kälte, beispielsweise beim Skifahren, ausgesetzt sind. Bei
diesen Personen könnte hochdosiertes Vitamin C auch Erkältungen vorbeugen. Darauf
deuten zumindest bisherige Studienergebnisse.
Was hilft also wirklich im Kampf gegen Viren und Bakterien? Die Antwort ist überraschend
einfach: Hygiene. Das oberste Gebot in der Erkältungszeit lautet daher ”Hände waschen“.
Denn die Hände spielen bei der Weitergabe von Krankheitserregern eine große Rolle. Sie
sind den ganzen Tag mit Menschen und Gegenständen in Berührung und auf diese Weise
auch mit Viren. Diese überleben auf der Haut, in der Luft und auf vielen Oberflächen
problemlos bis zu drei Stunden. Wenn Sie also Türklinke, Telefonhörer oder das Kopiergerät
im Büro anfassen, kann es gut sein, dass Sie auf diese Weise mit Erregern von erkälteten
Mitmenschen in Kontakt kommen. Da sich jeder Mensch ganz unbewusst immer wieder an
der Nase reibt oder die Augen wischt, kommen die Viren auf die Schleimhäute und damit
dorthin, wo sich eine Erkältung entwickelt. Aus diesem Grund sollte man in der Grippesaison
– auch wenn es die Regeln der Höflichkeit anders verlangen – auf den Handschlag
verzichten und möglichst regelmäßig und gründlich Hände waschen. Mindestens ein halbe
Minute muss man sich dafür jeweils nehmen.
Einer speziellen antibakteriellen Waschlotion bedarf es dazu übrigens nicht, gewöhnliche
Seife reicht vollkommen aus.
Hände spielen bei der Weitergabe von Krankheitserregern eine große Rolle. Daher ist Händewaschen eine
wichtige Vorbeugemaßnahme, gerade zu Erkältungszeiten.
Ansteckungsrisiko für andere minimieren
Manchmal helfen alle Vorsichtsmaßnahmen nichts und es erwischt einen doch. Damit Sie
nicht auch noch Ihr näheres Umfeld anstecken, sollten Sie - im wörtlichen Sinne - möglichst
viel Abstand halten. Wenn Sie niesen oder husten müssen, vergessen Sie bitte die Regel
”Hand vor den Mund“, denn auf diese Weise verbreiten Sie ihre Viren nur weiter. Verwenden
Sie stattdessen ein Papiertaschentuch oder Ihren Ärmel und wenden Sie sich von Ihrem
Gegenüber ab. Beim Naseputzen unbedingt Papiertaschentücher verwenden, und zwar nur
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ein Mal. Diese nicht herumliegen lassen, sondern sofort wegwerfen und danach Hände
waschen.
In geschlossenen Räumen vermehren sich Viren rasant. Regelmäßiges Lüften wirkt dem
entgegen und kann so das Ansteckungsrisiko deutlich reduzieren. Mindestens drei- bis vier
Mal am Tag sollte daher stoßgelüftet werden. Das verbessert auch das Raumklima und hilft
ebenso wie feuchte Tücher über der Heizung, einem Austrocknen der Schleimhäute
entgegenzuwirken.
Eine gute Nachricht für alle Verliebten hat übrigens ein britisches Forscherteam: Küssen ist
auch in der Erkältungszeit erlaubt. Denn die Hauptansteckungswege sind Nase und Augen.
Gelangen die Erkältungsviren hingegen in den Mund, bleibt das meist folgenlos. Vermutlich
gelangen die Erreger mit dem Speichel in den Magen und werden dort durch die
Magensäure abgetötet. Ihre Hände sollten die Küssenden aus Ansteckungsgründen aber bei
sich behalten. Wie das in der Praxis funktionieren soll, erklären die Wissenschaftler nicht.
Das müssen Sie bei Ihrer nächsten Erkältung wohl selbst herausfinden.
Küssen erlaubt: Die Viren werden Studien zufolge über den Mund direkt in den Magen-Darm-Trakt transportiert
und dort unschädlich gemacht.
11. Januar 2013
Copyright: METRO AG,
URL: http://www.zumhandelngeschaffen.dew
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Gesundheitswesen
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