close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Drum prüfe, was ewig dein Zahnersatz sein soll - Dentaltechnik

EinbettenHerunterladen
FIT –
Besser leben
Freitag, 16. Januar 2009
9
Drum prüfe, was ewig
dein Zahnersatz sein soll
Paderborner Zahnarzt und Lagenser Zahntechnikermeister setzen auf Verträglichkeit
Paderborn
(WB/dr).
»Gesund beginnt im Mund.«
Dieser Spruch prangte schon
vor Jahrzehnten auf Plakaten in
den Warteräumen der Zahnarztpraxen. Ganzheitlich denkende Zahnmediziner gehen
heute noch einen Schritt weiter: Wer Zahnersatz im Mund
hat, den er nicht verträgt, kann
ernsthaft krank werden.
»Im Praxisalltag fällt auf,
dass immer mehr Patienten einen langen Leidensweg und
zahlreiche Arztbesuche hinter
sich haben und über chronische
Krankheiten unbekannter Ursache klagen«, sagt Dr. Manfred
Borchert, Zahnarzt und Fachzahnarzt für Parodontologie in
I
st ein Zahn erkrankt, betrifft
das nicht nur die Mundhöhle, sondern das Gesamtsystem Mensch.
Paderborn. Er ist seit vielen
Jahren ein Anhänger der ganzheitlichen Medizin und beschäftigt sich deshalb auch mit Umweltzahnmedizin, einer neuen
Fachrichtung der Zahnmedizin.
Die ganzheitliche Zahnmedizin widmet sich den Zusammenhängen zwischen Zähnen und
anderen Körperorganen. Aktuelle Forschungen haben zum
Beispiel ergeben, dass das Risiko von Kreislauferkrankungen,
Schlaganfall und Frühgeburten
bei einer Parodontitis erhöht ist
und dass Nacken-, Rückenoder Kopfschmerzen und sogar
Ohrgeräusche durch Störungen
im Kiefergelenk hervorgerufen
werden können.
Auch neuer Zahnersatz kann
zum Übeltäter der Gesundheit
werden, wenn Mensch ihn nicht
verträgt: Müdigkeit, Allergien,
chronische
Abwehrschwäche
und Nervenstörungen sind nur
einige Beispiele einer langen
Liste verschiedener Unverträglichkeitsfolgen.
Als
Umweltzahnmediziner
achtet Borchert darauf, dass der
Organismus seiner Patienten
durch zahnärztliche Maßnahmen nicht über Gebühr belastet
wird. Deshalb legt er großen
Wert auf die Auswahl des richtigen Materials, auf Mundbeständigkeit, Materialqualität
und hochwertige Verarbeitung.
Dabei ist ihm der Zahntechnikermeister Detlef Stock aus
dem lippischen Lage behilflich. Er legt sein Augenmerk
ebenfalls auf die Umweltzahnmedizin und hat sich
von der Gesellschaft für
ganzheitliche Zahnheilkunde zertifizieren lassen.
Für ihn bedeutet dies,
standardisierte Verfahren
anzuwenden, die nachprüfbar sind. Dazu gehört auch, dass Stock
zertifizierte Prüfkörper hergestellt
hat,
durch
die
Materialien
bereits
im
Vorfeld auf
ihre individuelle Verträglichkeit getestet werden
können.
Zu diesem
Zweck
wird eine
Blutprobe
Zahnarzt Dr. Manfred Borchert (rechts) und Zahntechnikermeister Detlef Stock haben sich zum Ziel gesetzt,
Wechselbeziehungen zwischen Zähnen und Zahnersatz
in Verbindung mit Organen bei der Versorgung des
Menschen zu berücksichtigen. Fotos (2): Daniela Lang
D
eltlef Stock hat nach einem zertifizierten Verfahren Prüfkörper hergestellt,
die mit dem Blut eines Patienten zusammengebracht werden. So lässt sich die
Verträglichkeit eines Materials testen, ehe es im Mund verankert wird.
des Patienten mit einem Prüfkörper zusammengebracht. Je
nach Reaktion entscheidet sich
erst nach einem solchen Test,
welches Material letztendlich
verwendet wird.
Die Dentalindustrie liefert
Zahnärzten und Zahntechnikern in Deutschland derzeit
etwa 45 000 verschiedene
Materialien, von denen etwa 9000 regelmäßig eingesetzt werden.
Für Legie-
rungen, also für Kronen und
Brücken, werden 1200 verschiedene Materialien angeboten.
»Hier stellt sich die Frage, ob
diese Vielfalt einen Nutzen für
den Patienten bringt oder eher
eine Problematik darstellt«,
sagt Detlef Stock. Und Zahnarzt Manfred Borchert fügt hinzu: »Sicher ist in diesem Zusammenhang auch zu hinterfragen, ob mit dem ständig wachsenden Angebot an Billigzahnersatz künftig nicht eine noch
größere Welle von chronischen
Erkrankungen und Allergien
auf uns zurollt.«
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
2
Dateigröße
198 KB
Tags
1/--Seiten
melden