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1 Kind meiner Liebe, scheu dich nicht vor morgen, fürchte nicht, was

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Kind meiner Liebe, scheu dich
nicht vor morgen, fürchte nicht,
was das Leben Neues verlangt.
Was du nicht kennst, ist kein
Grund, dich zu sorgen, was
du nicht weisst, ist mir schon
bekannt.
Die Tiefe dessen, was für dich
ich bestimme, kannst hier und
jetzt du noch nicht versteh‘n;
leb in der Verheissung und trau
meiner Stimme. Alles wird sich
erklären im Weitergeh‘n.
Einen Schritt siehst du – kühn
schreite voran; Dem Glauben
reicht‘s, diesen Schritt zu seh‘n
Was zu tun ist, wird klar im
Lauf deiner Bahn; Schritt für
Schritt wird der Herr mit dir
geh‘n.
Zähl‘ nicht die Feinde,
was dich ängstigen würde;
scheu keine Gefahr – ausser,
ungehorsam zu sein. Geh du
nur, kühn überspringe jede
Hürde; in meiner Kraft bahn‘
den Weg ich allein.
Leg Hand nun an alles, was
dir zugeteilt; Du hast mein
Versprechen, du brauchst nicht
mehr als zu wissen in allem,
was dich noch ereilt: auf all
deinen Wegen geh
ich vor dir her.
Frank J. Exley
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1
E d i t o r i a l / I n h a lt
Liebe Leserinnen und liebe Leser
Zurzeit steht Israel wieder einmal in
Friedensverhandlungen. Obama meinte in
einer Rede: „Wir können wieder nur reden
wie die letzten 60 Jahre, oder wir können
Fakten schaffen!“ Damit meinte er die Zweistaaten-Lösung. Wie es wohl weiter geht? ...
Wir können sicher sein, dass Gott zu Seinem
Wort steht. Die Umsetzung erfolgt vielleicht
nicht so schnell und nicht so, wie wir uns
dies vorstellen. Schritt für Schritt geht es
voran und dient letztlich der Vorbereitung
auf das Zurückkommen Jesus und auf die
Wiederherstellung Israels. Im Himmel
laufen vermutlich die Vorbereitungen auf
Hochtouren. Auch wenn wir weder Stunde
noch Zeit wissen, ist es ein besonderes Vorrecht, daran mitarbeiten zu dürfen.
Schön zu wissen, dass viele - an unterschiedlichsten Fronten - mitarbeiten. Möge
Gott alle segnen.
Herzlichst
Walter Bachmann und Hanspeter Vogt
2
HO P E news 3 10
Gott sprach zu Isaak:
„Halte dich als Fremder
auf in diesem Land! Und
ich werde mit dir sein und
dich segnen; denn dir
und deinen Nachkommen
werde ich alle diese
Länder geben, und
ich werde den Schwur
aufrecht erhalten, den ich
deinem Vater Abraham
geschworen habe.“
(1Mo 26,3).
„Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels: In Umkehr und Gelassenheit werdet ihr
gerettet, in der
Ruhe und im Vertrauen liegt eure Stärke. Ihr aber wolltet nicht“ (Jer 30,15).
Nicht so schnell ...
W alte r B a c h m ann
Es geht auch um Erziehung!
In der Nachfolge geht es auch um Erziehung. Was uns in unserem „Alten
Leben“ prägte, können wir oft nicht
so schnell ablegen, wie wir uns dies
wünschten. Es ist ein anhaltender
Prozess der Veränderungen, der uns
immer wieder herausfordert, „ALTES“
abzulegen und das „NEUE“ anzuziehen (Röm 13,12). Dahin erzieht uns
unser himmlischer Vater, weil er uns
liebt.
„So erkenne in
deinem Herzen,
dass dich der HERR,
dein Gott, erzieht,
wie einer seinen Sohn
erzieht“
(5Mo 8,5).
Wenn Gott von Erziehung spricht, hat
dies wohl ein viel grösseres Gewicht
als uns oft lieb ist. Aufgrund meiner
Vergangenheit habe ich bezüglich Erziehung eher ein gestörtes Verständnis
(siehe Seite 8). Doch in den letzten
dreissig Jahren durfte ich erleben, wie
Gott meine Wunden heilte und mir –
sehr geduldig – Seine Erziehung immer wieder zukommen liess. So auch
in unseren Ferien im Engadin. Nach
einer Regennacht wollten wir mit
Pferdekutschen in ein bekanntes Tal
fahren und anschliessend zurückwandern. Ich dachte, es werden wohl nicht
so viele Menschen die gleiche Idee
haben. Weit gefehlt. Als wir am Taxistand für Pferdekutschen ankamen,
schockten mich die grossen Menschenmassen. Wir stellten um und fanden
einen sehr schönen Bergweg auf dem
uns fast niemand begegnete. Dieses
Erleben sprach zu mir...
Nicht auf dem Weg der Masse!
In unserer schnelllebigen Welt muss
wohl alles sofort zur Verfügung stehen.
In vielen Lebensbereichen wird diesem
Bedürfnis entsprochen. Jeder Sessellift
fasst heute mehrere Personen und läuft
unglaublich schnell. Effizienz ist wohl das Zauberwort, damit die erwarteten
Resultate erzielt werden können. Sogar in den Ferien! Aber Gott wird uns nicht
in diesem „Schnellzug“ begegnen. In der lauten Masse überhören wir gern seine
Stimme und vermischen diese mit unseren Wünschen und den Stimmen der Welt.
Schritt für Schritt, abseits der Massen und in der Ruhe können wir Ihn finden. In
unserem Mangel müssen wir unseren Vater im Himmel aufsuchen und uns Ihm
und Seinem Willen unterordnen. Dabei geht es eher um das Leben Jesus in mir
und nicht so sehr um mein Leben mit Ihm. Auf unserer kleinen Wanderung erlebte ich wie Jesus klar, tröstend und korrigierend zu mir sprach. Die Betonung
lag „Auf MEINEN Wegen!“Nur dort besteht Hoffnung auf Veränderung,
wo wir uns auf Seine Wege und Anordnungen einlassen. Unsere eigenen Wege
werden letztlich nie die erhofften Antworten und Resultate bringen. Vielleicht
geht uns vieles zu langsam, doch Gottes Wege passen sich nicht unseren Vorstellungen an. Mittlerweile kann ich etwas besser damit umgehen, wenn ich Gottes
korrigierende Hand erlebe. Aus Gnade „zieht“ ER uns immer mehr auf Seine
Wege!
Ich finde es bemerkenswert, dass in dem Gedicht (siehe Titelbild) nur eine
einzige Mahnung vorkommt; nämlich die: „ … Scheue keine Gefahr – ausser,
ungehorsam zu sein.“
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3
Selig sind, die
reinen Herzens sind.
H anspete r V o gt
Diesen Bibelvers gab mir mein
Vater persönlich an meiner
Konfirmation mit auf den Lebensweg. Ich konnte dieses „Selig sind“ weder verstehen noch
annehmen. So fragte ich ihn: „Vati, ein reines Herz? Aber
ich habe doch kein reines Herz!“ Ich war ehrlich. Er aber
wusste das Geschehen aus meiner frühen Kindheit nicht.
Ich sprach auch mit niemandem darüber. Ich kam damals
als 6 Jähriger in ein Kinderheim. Meine Mutter war krank,
mein Vater mit der Flüchtlingshilfe voll beschäftigt, und so
brachte man mich und meine ältere Schwester in ein christlich geführtes Kinderheim. Dort wurde ich missbraucht.
Ich musste mich vor den Kindern nackt ausziehen und die
Heimmutter steckte mir den Fiebermesser in den „Po“! Seit
jener Zeit hatte ich sexuelle negative Gedanken. Ich kam in
eine jahrelange Gebundenheit mit Selbstbefriedigung. Ich
sprach aber mit niemandem darüber. Ich schämte mich. So
lebte ich mit zwei Gesichtern. Vatis Konfirmandenvers mit
dem reinen Herz war eine stete Anklage gegen mich. Erst
Jahre später verstand ich den Konfirmandenvers, den mir
damals Vati in der vollbesetzten Kirche in Grabs gegeben
hatte.
Noch aber lebte ich in meiner Gespaltenheit. Einerseits
freute ich mich an meinem Lehrerberuf und genoss als
Wachtmeister die militärischen Wiederholungskurse mit
meinem Lawinenhund. Anderseits aber belastete mich nach
wie vor mein zwiespältiges Glaubensleben. Ich las täglich
in der Bibel und betete ohne eine Befreiung. Als ich meinen letzten dreiwöchigen Wiederholungskurs absolvierte,
gab mir meine Mutter das Buch „Die Zuflucht“ von Corrie
ten Boom mit. Diese Holländerin wurde mir zum Vorbild.
Sie half den Juden und kam deswegen in ein deutsches
Konzentrationslager. Aber sie war für alle ein Licht trotz
dieser Hölle. Ich las das Buch im Militär mit grossem Interesse. Ihr Lebenszeugnis packte mich. Damals logierte ich
in einem einfachen Hotel-Zimmer. Ich ging auf die Knie
und betete zu Jesus, dass ich auch ein Zeuge werden wollte.
Da hörte ich in mir eine Stimme: „So wie du bist, kann ich
dich nicht brauchen!“ Das traf mich. Ich betete innig: „Vergib mir!“ Dann fiel die ganze Last ab und eine unfassbare
Freude erfüllte mich. Ich lief in meinem Zimmer mit ausgestreckten Armen hin und her. Die Freude war so stark, dass
ich sie fast nicht ertragen konnte und deshalb laut sagte: „Es
ist genug! Es ist genug!“
Nach diesesm Erlebnis war meine Gespaltenheit wie weggeblasen. Jesus erfüllte mich mit seinem Heiligen Geist, und
die Anklage kam nie mehr. Die dämonischen Kräfte mussten weichen, und an ihrer Stelle kam das Licht des heiligen
4
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Das unreine, verletzte und
... Herz:
1.
3.
Geistes in mein neues Leben. Wie wahr und zeitgemäss sind
die Worte Jesu: „Treibet die Dämonen aus!“ (Mat. 10,8)
Aber genau so entscheidend wichtig war es damals, und
ist es heute noch, dass ich täglich mit dem Heiligen Geist
erfüllt werde zu der ganzen Fülle. (Epheser 3,19) Wenn
antigöttliche Gedanken kamen, konnte ich sie im Namen
Jesus wegweisen. Ich erlebte so, dass meine Gedankenwelt
„sauber“ wurde. Es wurde Licht in mir, denn Jesus ist das
Licht der Welt. Einige Jahre später wurde ich mit Anita ins
Best Hope berufen. Auch dort erlebten wir, wie im Namen
Jesus die Drogenabhängigen von der Macht der Finsternis
befreit wurden. Viele „Ehemalige“ sind heute Nachfolger,
Jünger Jesu. Ja, selig sind, die reinen Herzens sind.
„Das reine und das unreine Herz“
Auf unserem Lebensweg haben wir Christen eine tägliche,
praktische Übung: „Liebet einander, wie ich (Jesus) euch
geliebt habe!“ Anita und ich sind fast 50 Jahre verheiratet.
Unsere Liebe ist gewachsen, reifer und schöner geworden!
Jeden Tag singen und beten wir miteinander am Abend.
Natürlich haben wir auch Konflikte. Wir sollen einander
vergeben, bevor der Tag vergeht. Das bringt Frieden in die
Ehe, in die Familie und ins Haus. Epheser 6,16 weist auf ein
reines Herz hin. „Haltet das feste Vertrauen als den Schild
vor euch, mit dem ihr die Brandpfeile des Satans abfangen
könnt.“
Erstes Herz: (Siehe Zeichnung)
Das Herz mit einem schwarzen „Vererbungsflecken“!
Während den 21 Jahren unseres Best-Hope-Dienstes begannen wir mit den Teilnehmern, oft auch mit ihren Eltern, ihre
Vergangenheit aufzuarbeiten. Unweigerlich kamen wir auch
auf die Schuld der Vorfahren zu sprechen wie z.B. Antisemitismus und Israelhass, der Gruss „Heil Hitler“, okkulte
Machenschaften oder der erster Diebstahl, das erste Lügen
usw. Es ist ein Geschenk Gottes, wenn der Heilige Geist
Sünden der Vorfahren väterlicher- und mütterlicherseits
aufdeckt und es dann zur Busse kommt über den schwarzen „Vererbungsflecken“ und Vergebung geschenkt wird.
Der Psalmist sagt: „Wir aber, dein Volk, für das du sorgst
2.
Deshalb will ich auch meinen „Gegnern“ vergeben und sie
segnen. Wer mit unbereinigter Vergangenheit lebt, hat ein
gestörtes Verhältnis zu Jesus. Der Teufel wird immer wieder versuchen, uns das „Lustfenster der Welt“ zu öffnen,
indem wir mit der Augenlust spielen. Vor meiner Wiedergeburt schaute ich heimlich sexuelle Schriften an. Wie viele
Männer befriedigen sich selbst und lassen Sexbilder auf
sich wirken (auch im Internet und Fernsehen). Wenn mich
im Traum etwas belastet, weise ich es möglchst schnell Im
Gebet weg und bitte Jesus, mich mit seinem Heiligen Geist
neu zu füllen, um von IHM auch wieder gebraucht zu werden. In der Seelsorge stelle ich meinem Gegenüber gerne
Fragen: „Was bedrückt dich? Auf welchem Fundament baust
du dein Leben auf? Liest du jeden Tag im Wort Gottes? Ist
dies dein Glaubensfundament? Es gibt zwei Lebenswege:
den schmalen Weg oder die breite Autostrasse.“ Wenn mein
Gegenüber Vertrauen hat, durchleuchten wir miteinander
seine unbereinigte Vergangenheit. Was für ein Gnadengeschenk ist die Vergebung. Nach dem Bekenntnis der Sünden
beten die Ratsuchenden oft voller Dank: „Ja, Jesus, ich und
meine Familie wir wollen DIR gehören und uns von deinem
heiligen Geist führen lassen.“
Drittes Herz:
- sündhaftes Verhalten
- unbereinigte Vergangenheit
.
4.
Zei chnung : Hanspeter Vogt
Solche Folien (Zeichnungen) benützte ich
gern an Vorträ gen...
wie ein Hirte für die Herde, wir wollen dir allezeit danken
und deinen Ruhm verkünden in allen Generationen.“ Sein
Volk erlebte den Segen der Vergebung von den Altlasten.
Segen und Fluch wirken über Generationen hinaus. Wohlergehen und „Sauerteig“! Denn was in Vergangenheiten im
Geschlecht als Segen oder Sünde (Fluch) ausgesät wurde,
das erntet die nächste Generation, ausser jemand von der
Familie betet um Vergebung. Paulus weist auf Vererbungsflecken hin, indem er sagt: „Wisst ihr nicht, dass ein wenig
Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert“ (1Kor 5,6-8)? In
Psalm 79,8a steht: „Rechne uns nicht die Schuld der Vorfahren an!
Zweites Herz:
Sündhaftes Verhalten und ...
Jesus starb als König, um uns unsere Sünden zu vergeben
und uns von den dämonischen Mächten zu befreien. Wir
sind zum Kampf aufgefordert, um unsere Familie, unser „Haus“ ganz rein zu halten, denn wir sind als Jünger
Jesu seine Kämpfer. Ich lebe als sein Kind Tag für Tag aus
seiner Vergebung. Das ist Gnade und nicht mein Verdienst.
Die okkulten Belastungen
Paulus schreibt: „Denn obwohl wir Menschen sind,
kämpfen wir nicht nach Menschenart. Denn die Waffen
dieses Kampfes sind nicht menschlich, sondern mächtig
im Dienste Gottes zur Zerstörung feindlicher Festungen,
indem wir falsche Gedankengebäude zum Einsturz bringen und reissen den Hochmut nieder, der sich der wahren
Gotteserkenntnis entgegenstellt. Jeden Gedanken, der sich
gegen Gott auflehnt, nehmen wir gefangen und unterstellen ihn dem Befehl des Messias (Christus). Ich stehe bereit, jeden Ungehorsam zu bestrafen“ (2Kor 10, 3-5).
Gebet: Herr Jesus, ich danke DIR, DU hast mir vergeben
und meine geistlichen Augen und Ohren geöffnet. Ich
erkannte meine Schuld und die okkulten Belastungen in
meinem Leben und auch im Leben meiner Vorfahren. Mein
Herz jubelt und ist voller Freude; denn ich stütze mich auf
Dein Wort: „So viele ihn aber aufnahmen, denen gab ER Anrecht darauf, Kinder Gottes zu werden, denen die an seinen
Namen glauben!“ Joh.1,12. Der geistliche Kampf aber geht
weiter. Deshalb mahnt Paulus: „Ergreifet bei dem allem
den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile
des Bösen werdet auslöschen können“ (Eph 6,16). Wenn
der Mensch dieses göttliche Geschenk der Vergebung und
seine Gottes-Kindschaft ablehnt, versündigt er sich und
öffnet dem Teufel Tür und Tor. Er selber wird ein
Gefangener unter den Fürsten, Gewalten und Dämonen der
Finsternis!
Viertes Herz:
Seelische Wunden
Vor Jahren wurde ich von einer bekannten Persönlichkeit
verleumdet. Ich fühlte mich tief verletzt. Jene seelische
Wunde schmerzte mich lange Zeit. Das Gebet Jesu weist im
„Unser Vater“ auf die Vergebung hin. „Vergib uns unsere
Schuld, wie auch wir vergeben haben unseren Schuldigern!“
Ich machte es zu meinem Gebet, ihm zu vergeben. Diese
Wunde begann zu heilen, als ich ihm immer und immer
wieder vergab. Der seelische Schmerz wurde schwächer
und schwächer. Heute, wenn ich daran zurück denke, ist
der Schmerz weg und die Wunde geheilt. Ich wusste, wenn
ich ihm nicht vergebe, vergibt mir Gott meine Sünden auch
nicht. Paulus schreibt: „Sehet zu, dass keiner einem andern
Böses mit Bösem vergelte, sondern jaget allezeit dem Guten
nach gegeneinander und gegen jedermann“ (2Thess 15)!
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Er führte mich in die Weite...
Herausgerissen
aus de m L eben v o n W alte r B a c h m ann
Mein Vater ...
Vater war in meinen Augen einer der Hauptschuldigen für
alles, was wir als Familie durchmachen mussten. Dafür
verfluchte ich ihn in meinen Teenagerjahren und wollte
nichts mehr mit ihm zu tun haben. Nach der Scheidung
meiner Eltern (1971) haben wir uns nur einige Male kurz
gesehen bis zu jenem Sommer 1980.
Eines Tages wurde ich im Best-Hope auf meine Vaterbeziehung angesprochen, weil der Hass auf meinen Vater
im Alltag irgendwie offenbar wurde. Selbstverständlich
wurde mir klargemacht, dass ich meinem Vater zu vergeben hatte. Schon allein das Wort "Vater" provozierte mich.
Ich konnte dieses Wort nicht frei aussprechen. Ich betete sehr lange nur zu Jesus und nicht zu meinem Vater im
Himmel. So fand in mir ein unglaublicher Kampf statt,
den ich fast verloren hätte, denn ich wollte deswegen die
Therapie abbrechen. Doch Gott zeigte mir, dass er MIR
vergeben hat und darum sollte auch ich vergeben. Ich
tat dies nach langen inneren Kämpfen und unter grossen
Widerständen. In einem Gebet mit Geschwistern zusammen tat ich Busse für meinen Hass und bat Gott um Vergebung für mein Fehlverhalten.
Darauf schrieb ich meinem Vater einen Brief und entschuldigte mich für meinen abgrundtiefen Hass, den ich
ihm gegenüber auslebte. So wie ich durch meine damaligen Seelsorger gelehrt wurde, fand sich in diesem Brief
kein anklagendes Wort und auch keine sonstigen Schuldzuweisungen. Die Antwort auf mein Schreiben war ein Brief
von meinem Vater (siehe Kasten). Es war und ist der einzige Brief, den ich von meinem Vater je erhalten habe.
Spannung
entgegen sah. Doch als
es soweit war empfand ich nur Liebe
für diesen vor mir
stehenden Mann, den
ich viele Jahre nicht
mehr gesehen hatte.
Wir hatten Tränen in
Walter, 1980
den Augen, und in mir
war absolut kein Gefühl mehr von
Hass, Ablehnung oder sonst etwas Anklagendem.
Vater durfte noch meine Hochzeit (1984) erleben, und
kurz vorher fing er wieder eine Freundschaft mit meiner
Mutter, seiner ersten Frau, an. Doch ein halbes Jahr bevor
unsere Tochter auf die Welt kam, starb er im Alter von nur
53 Jahren. Rückblickend bin ich dankbar für die Zeit, die
wir noch zusammen erleben durften. Einiges konnten wir
besprechen, doch für vieles war die Zeit - oder ich - nicht
reif. An seiner Beerdigung bekam ich das Wort, dass er gerettet wurde, aber wie durch Feuer hindurch (1Kor 3,15).
Das gab mir Frieden und die Gewissheit meinen Vater ein
Tages wieder zu sehen.
Dass ich heute wirklich "Mein Vater" aussprechen kann,
ohne dabei irgendwelche schlechte Gefühle oder bösartige
Gedanken zu haben, ist für mich ein Wunder und eine ganz
konkrete Frucht der Busse...
Fortsetzung folgt...
Bald darauf kam der Tag, an dem mich Vater im BestHope besuchte. Ein Moment, dem ich mit unglaublicher
Vater schrieb mir einen Brief, ein Brief der ein versöhnendes Treffen erst
ermöglichte…
Lieber Walter
Dein Brief hat mich sehr gefreut. Du weisst gar nicht, was das für
mich war, so lange nichts von Euch zu hören. Ich habe aber immer
gehofft, dass es Euch gut gehen würde. ...
Seitdem ich Deinen Brief erhalten habe, denke ich fast Tag und Nacht
an Euch. ... Heute weiss ich, dass ich alles falsch gemacht habe, aber
ich wollte immer nur das Beste für Euch. Ich weiss wie hart das Leben
ist, darum war ich auch so hart mit Euch und glaubte so, dass Ihr
später ein leichteres Leben hättet. …
Es würde mich sehr freuen Dich einmal zu sehen. …
Dein Vater
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Agenda/Impressum
Impressum
Herausgeber:
Messianisch Christliches Center St.Gallen
Die MCS wurde 1998 gegründet mit dem
Ziel, die befreiende Botschaft von Jesus
Christus, nach Epheser 2, 1ff in uneigennütziger Weise im eigenen Umfeld zu
leben und in alle Welt hinauszutragen.
MCS- Intern
Leitung:
Walter Bachmann und Hanspeter Vogt
Informationen:
Redaktion und Gestaltung:
MCS, Postfach 103, 9013 St.Gallen
Telefon: 071 / 279 14 86
E-Mail: mcs@bluewin.ch
Walter Bachmann (Gestaltung & Fotos)
S. Ammann (Gestaltungskonzept)
K. Vogt, 9422 Staad, (Druck)
Gottesdienste:
Adresse für Bestellung:
Regelmässig führen wir in St. Gallen Gottesdienste mit Gästen aus dem In- und Ausland
durch.
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Telefon: 071 / 279 14 86 (MCS)
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Webseite: www.mcs-sg.ch
Unsere Aufgaben:
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Wurzeln. Biblische Weiterbildung, Israelhilfe,
Israel-Seminare, Israelreisen sowie
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I sr a e l r e ise n
20 11
Israel ist immer eine Reise wert!
Frühlingsreise:
Herbstreise:
1. bis 15. Mai 2011
Dienst- und Gebetsreise
9. bis 23. Oktober 2011
Begegnungsreise (Laubhüttenfest)
Anmeldung und Information:
MCS, Postfach 103, 9013 St.Gallen
MCS
In der nächsten Ausgabe:
Messianisch-Christliche
Gemeinde St.Gallen
Gottesdienst: Sonntag 10.00 Uhr
Schulstrasse 3, 9000 St.Gallen
„Wenn nun einige von den Zweigen herausgebrochen wurden und du als Trieb vom
wilden Ölbaum dort eingepfropft wurdest und
Anteil bekommen hast an der fettspendenden
Wurzel des Ölbaums, dann erhebe dich nicht
über die anderen Zweige. Wenn du dich aber
über sie erheben willst: Nicht du trägst die
Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich“ (Röm
11.17-18)!
88
HHO
OPPEEnews 13 08
10
3o Jahre ohne Heroin ...
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Seele and Geist
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