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...und was wir damit erfahren - Mühlrad

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Hoffen ohne Hoffnung
Welche Chancen haben wir als Nicht-Mehr-Missionare, Gottes gute Werke zu tun in einem Land,
in dem Korruption, Ignoranz und Gewalt den Alltag prägen? Wir werden oft gefragt, welche Hoffnung wir für Nigeria haben. Unsere Antwort darauf lautet: keine. Wir haben keine Vision, wie sich
die Lage in Nigeria verbessern könnte. Lohnt es sich, sich trotzdem einzusetzen? Uns hilft folgende Überlegung: Wer am Straßenrand ein Kind sieht, das vor ein Auto läuft, wird es zurückreißen.
Das wird keinen großen Unterschied machen in der Unfallstatistik von Deutschland, aber für dieses Kind und seine Familie ist es die Rettung.
So versuchen wir mit offenen Augen zu sehen, welche Möglichkeiten sich bieten, Gutes zu tun.
Aus der Versorgung einer blutenden Wunde kann eine Lehrstunde über AIDS werden. Das Gespräch über die Herkunft von Namen führt am Beispiel von Samuel zur Erzählung einer biblischen Geschichte, die auch der muslimische Fahrer interessiert hört. Wilfried hat Einflussmöglichkeiten durch seine berufliche Position und so wird ein Dorf mit Trinkwasser versorgt. Ein Missionar hat einen schweren Unfall und Brigitte hilft viele Wochen bei der Pflege.
Wir fühlen uns als „nigerianischer Ableger“ des Mühlrads und diese Verbindung ist uns trotz der
Entfernung sehr wichtig.
Brigitte und Wilfried Combosch
...und was wir damit erfahren
Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen
Fragen und dennoch Hoffen
Das Beten, Bitten und Hoffen
Das fällt mir manchmal schwer
Meine Fragen, sie bleiben offen
O bitte, Herr, zeig mir mehr.
Zeig mehr von deinen Plänen
Lass sehn was für dich zählt
Und schenke mir Erkennen
Wozu du mich erwählt.
Du bleibst mir oft verborgen
Mehr Klarheit hätte ich gern
Ein Zeichen für heut oder morgen
Eindeutige Weisung vom Herrn.
Ich suche den Ausgang zum HimmelWann endet dies Labyrinth?
Wo bist du strahlender Heiland,
Dass endlich zum Licht ich find?
Es fällt schwer, dir blind zu vertrauen
Egal was um uns geschieht,
So vieles nicht zu verstehen,
Und zu glauben, was oft niemand sieht.
Bin dankbar so zu leben
Auch ohne klar zu sehnWird weiter vorwärts drängen
Wohin sonst sollt ich geh´n?
Die Worte ew´gen Lebens
Ich hör allein sie von Dir
Die Stimme meines Herzens
Sie schreit und bestätigt dich mir:
Lass Zweifel und Fragen bestehen
Mein Kind bleib geborgen in mir.
Die Hoffnung, sie wird dich halten
Sie ist deine offene Tür.
Wolfgang Geiger
Bei diesem Vers aus Römer 5 Vers 5 dachte ich spontan an zwei Frauen, die ich in letzter Zeit
ein Stück auf dem Weg zu ihrem himmlischen Vater begleiten durfte.
Die eine lernte ich in der Klinik, in der ich als Krankenschwester arbeite, kennen. Sie war, wenn
auch schon über 90 Jahre alt, noch recht fit. Plötzlich jedoch verschlechterte sich ihr Zustand
massiv und schnell war uns allen klar, dass sie sich aufgemacht hatte, ihre letzte Reise zu beginnen. Sie wurde sehr schwach und war in allen Bereichen vollständig auf Hilfe angewiesen,
behielt aber bis zum Ende ihr Bewusstsein. Ich hörte sie nie klagen. Dankbar nahm sie alle
pflegerische Hilfe an. Sie ruhte in sich selbst. Sie war bereit zu gehen und wehrte sich nicht.
Dass sie auf den Himmel zu lebte merkte ich besonders an ihrer Reaktion auf ein Lied, das ich
ihr, einer spontanen Eingebung folgend, vorsang:
„Und mit dem letzten Herzschlag sage Lebewohl. Geh in Frieden, denn er wartet schon. Flieg
heim zu Jesus… und leb!“
Das war auch ihre Hoffnung. Wenige Tage später hörte sie auf zu atmen.
Die andere Geschichte berührte mich noch intensiver, denn die Person war meine Mutter.
Über 2 Jahre ein Pflegefall. Mehrmals dachten wir, sie würde sterben, aber immer wieder rappelte sie sich auf. Sie kämpfte. Das war uns klar. Dann war es soweit. Sie wollte mit ihrem
Seelsorger noch einmal sprechen, irgendetwas drückte sie und ließ sie wohl nicht los. Im letzten Beichtgespräch fand sie Befreiung. Sie fing an Frieden zu finden. Ihr Zustand verschlechterte sich. Als ich sie kurz vor ihrem Tod fragte wie es ihr ginge, strahlte sie und meinte “viel
besser!“ Sie hatte sich nun gefreut auf ihren Heimgang.
Auch wenn mir das Leiden anderer oft sehr nahe geht, betrachte ich es doch als Vorrecht,
Menschen bis zum Lebensende begleiten zu dürfen. Vieles konnte ich von ihnen lernen und
zusammen mit meiner überstandenen Krebserkrankung halfen sie mir, mein eigenes Lebensende nicht zu verdrängen. Das nimmt mir Furcht, das schenkt mir Hoffnung auf ein Heimkommen zu Gott, also Hoffnung, das ich nicht zugrunde gehen werde und diese Hoffnung ist es, die
mir tiefe Lebensfreude und Lebenslust schenkt.
Irmi Ludewig
Meine Hoffnung
Ich las ein spannendes Buch. Die Geschichte einer Frau in einem anderen Jahrhundert. Während des Lesens versetzte ich mich so in das
Leben der Frau hinein und war emotional so stark ergriffen, dass ich
mitweinte und mit ihr litt.
Dann war die Spannung zu groß und ich hielt es nicht mehr aus, blätterte auf die letzten Seiten und las wie es ausgeht. Erleichtert, dass
sie überlebt, ermutigte ich sie intuitiv: “Halt durch! Ich hab die letzte
Seite schon gelesen!“
Manchmal gibt es im Leben Situationen, da würde ich auch alles dafür
geben, um zu wissen, was auf der letzten Seite steht —wie bestimmte
Dinge ausgehen.
Unser Leben ist wie ein Buch— wir hoffen auf das Gute, auf Zukunft
und Leben. Auch manchmal mit viel Spannung. Manchmal würde man
am liebsten gerne ein paar Seiten streichen. Die Zeiten, wenn uns
Sorge und Angst vor Erfahrungen und Situationen beschleichen. Zeiten, wo mir der Boden unter den Füßen wegzurutschen droht. Zeiten,
wo ich enttäuscht bin und kein Ziel sehen kann.
Gut zu wissen, dass wir nicht ins Leere gehen. Gut zu wissen, dass
wir aus der Vergebung leben dürfen. Gut zu wissen, dass einer meinen Weg kennt und darum weiß, dass er immer zu mir steht —Gott!
Das stärkt mein Vertrauen und gibt mir Hoffnung. Und diese Hoffnung
verändert mein Leben. Bin dankbar dafür, dass Gott mich so gut kennt
und liebt!
Traudel Vogel
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Seele and Geist
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