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Gebet & Glaube - Was ist Glaube? - FEG Sulgen

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Martin Leicht, Kradolfstrasse 26, 8583 Sulgen, 071 642 20 45, martin.leicht@feg-sulgen.ch
„Als versöhnti Mensche diened mir GOTT und DIR!“
Predigt 10. Juni 2012 FEG Sulgen
Hebräer 11,1-2
Predigt 10 der Themenreihe GEBET
Gebet & Glaube - Was ist Glaube?
Wir sind immer noch in der Themenreihe „Gebet“. Es sind aber Rückmeldungen aus den Gesprächen in
den Lebensgruppen gekommen – was sehr erfreulich ist! Eine dieser Rückfragen drehte sich um die Frage, was „Glaubend beten“ denn eigentlich bedeutet. So schieben wir zwei Predigten ein, die (hoffentlich)
etwas Licht in diese Frage bringen.
Heute wenden wir uns der Frage zu „Was ist Glaube?“. Vielleicht denkt das eine oder andere, dass dies
doch klar sei – entweder man glaubt, oder man glaubt eben nicht! Aber so einfach ist die Sache nicht!
Um es klar einzugrenzen, worum es heute geht: Es geht nicht um einen allgemeinen „Feld-Wald-undWiesen-Glauben“, sondern um die Frage, was Glaube im biblischen Sinn ist. Ich habe auch in Bezug auf
das Thema „Glaube“ mal gegooglet, das ist ja heute fast das erste, wenn es einem Wunder nimmt, was in
der Gesellschaft so für Meinungen herumschwirren. Ich habe die Seiten bald wieder verlassen! Obwohl ich
viele Zitate gut finde, habe ich doch recht wenige gefunden, die uns heute weitergebracht hätten. Ich habe
dazu sehr weise Aussagen gelesen, aber ich habe auch viel unweise Aussagen gelesen, die den Glauben
(an Gott, an das Unsichtbare) ins Lächerliche gezogen haben. Darum lasse ich diese Äusserungen und wir
wollen uns miteinander einfach auf den Weg machen und fragen, was denn das Wort Gottes zu diesem
Thema zu sagen hat.
Ich denke, dass dem geübten Bibelleser schnell einmal eine Stelle in den Sinn kommt, wenn die Frage gestellt wird, was denn Glaube sei. Diese Stelle wollen wir miteinander lesen. Es ist Hebräer 11,1-2: „Was ist
denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen, worauf man hofft, ein Überzeugtsein von
der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge. Weil unsere Vorfahren diesen Glauben hatten, stellt Gott ihnen in der
Schrift ein gutes Zeugnis aus.“ (NGÜ) Die „Gute Nachricht-Bibel“ übersetzt: „Glauben heisst Vertrauen,
und im Vertrauen bezeugt sich die Wirklichkeit dessen, worauf wir hoffen. Das, was wir jetzt noch nicht sehen: im Vertrauen beweist es sich selbst. In diesem Vertrauen haben unsere Vorfahren gelebt und dafür
bei Gott Anerkennung gefunden.“ Gehen wir diesen Aussagen nun etwas auf den Grund – ich hoffe, dass
wir wach sind, denn es fordert Denkarbeit!
Bleiben wir mal bei der Formulierung, die uns mehr bekannt ist: „Er (der Glaube) ist ein Rechnen mit der
Erfüllung dessen, worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge.“
Wenn wir diesen Text so schnell einfach lesen, stehen wir in Gefahr, die wirkliche Aussage nicht zu erfassen. Der Schreiber des Hebräerbriefes redet hier nicht von einem Glauben, den man je nach Lust und
Laune wechseln kann, er spricht auch nicht von einem Gefühl, oder von einer Einbildung. Einer der Ausleger sagt sogar, dass das Wort „Überzeugung“ zu matt ist, um das, was im griechischen Grundwort gemeint
ist, auszudrücken. Er sagt, dass die Worte „Beweis, Garantie, Bürgschaft“ besser ausdrücken, was das
Wesen des Glaubens ausmacht (Rienecker, Sprachlicher Schlüssel zum NT). Das ist allerdings eine harte
Nuss, in Bezug auf den Glauben schon von Garantie und Beweis zu reden. Wie sollen wir das verstehen?
Wir müssen verstehen, dass das Wort Gottes in einer anderen Weise vom Glauben spricht, als dies so
landläufig der Fall ist! Im umgangssprachlichen Gebrauch reden wir, wenn von einem Glauben gesprochen
wird, von einem Gefühl, oder einer Empfindung, die wir haben. Wenn wir sagen: „Ich glaube, dass dieser
Weg der Richtige ist“ meinen wir, dass wir den Eindruck haben, den richtigen Weg vor uns zu haben, es
bleiben aber Zweifel offen.
Der Glaube, wie er uns im Wort Gottes beschrieben ist, spricht von einem „Sich-einlassen“ auf unsichtbare
Dinge und wenn man dies tut, erweist sich dieser „Glaube“ als tragendes Fundament, eben als Garantie,
die sogar zur Glaubensgewissheit führt und nicht in Zweifel. Genau das versuchten die Übersetzer der
„Gute Nachricht-Bibel“ auszudrücken: „Glauben heisst Vertrauen, und im Vertrauen bezeugt sich die Wirklichkeit dessen, worauf wir hoffen. Das, was wir jetzt noch nicht sehen: im Vertrauen beweist es sich
selbst.“ Nun ist es so, dass manche Leute so etwas wie einen „Probe-Glauben“ wollen, den sie testen
können. Sie wollen zuerst Erfahrungen machen, und dann entscheiden, ob sie sich darauf einlassen oder
nicht. In Bezug auf den biblischen Glauben traut uns Gott einen anderen Weg zu: Vertraue, glaube – und
du wirst erfahren, dass dieser Glaube trägt. Dazu gibt der Hebräerbrief drei Hilfen.
Die erste Hilfe ist die Schöpfung, in der wir leben und von der wir ja auch ein Teil sind. Viele Menschen
sind der Ansicht erlegen, die überall gelehrt und nachgeplappert wird, dass das ganze Universum, die
ganze Schöpfung per Zufall entstanden ist, sich von selbst entwickelt hat bis zu dem Stand, den wir heute
haben. Kräfte und Energien haben sich zusammengeballt – woher sie kommen, sagen sie nicht - bis sie
schliesslich in einer Art „Urknall“ angefangen haben sich so zu formieren, wie wir es kennen – einen
Schöpfergott schliessen sie aus. Ungeachtet all dieser Theorien sagt uns das Wort Gottes etwas anderes:
„Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren
Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen.“ (Rö 1,20, NGÜ). Nun fragt der Schreiber des
Hebräerbriefes, wie wir das erkennen können und gibt gleich auch die Antwort dazu: „Wie können wir verstehen, dass die Welt durch Gottes Wort entstanden ist? Wir verstehen es durch den Glauben. Durch
ihn erkennen wir, dass das Sichtbare seinen Ursprung in dem hat, was man nicht sieht.“ (Hebr 11,3, NGÜ)
Gott mutet uns den Schritt des Vertrauens, des Glaubens zu als Voraussetzung zu Erkenntnissen, die
ohne diesen Glauben nicht zugänglich sind. Wer entgegen allen widergöttlichen Theorien diesen Schritt
wagt, wird in der Schöpfung Wunder über Wunder entdecken, die ihn unweigerlich in die Beziehung zu
diesem Schöpfergott bringen. Dieser Mensch wird überwältigt mit dem Psalmisten David bekennen: „Die
Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes, und das Himmelsgewölbe zeigt, dass es das Werk seiner Hände ist.“ (Ps 19,2 NGÜ). Dieser Mensch wird in all diesen Fragen zur Ruhe und Gewissheit kommen, dass nicht der Zufall Wunder wirkt, sondern der Schöpfergott.
Die zweite Hilfe sind die Zeugnisse von Menschen, die im Glauben gehandelt haben, die sich auf den unsichtbaren Gott verlassen haben, auch da, wo alles dagegen zu sprechen schien. Im Kapitel 11 des Hebräerbriefes werden viele Menschen aus dem Alten Testament aufgeführt, die im Glauben gehandelt haben – es sind nicht „Glaubenshelden“ wie sie oft genannt werden, sondern Menschen wie du und ich und
in diesem Sinn für uns „Glaubenszeugen“. Wenn wir diese Zeugnisse lesen, fällt auf, dass nicht die Grösse
einer Tat wichtig ist, sondern die Haltung, aus der sie geschehen ist. Sie glaubten, dass es den lebendigen
Gott gibt (11,6) und sie handelten, weil sie sich auf die Zusagen Gottes abstützten – sie handelten im
Glauben. Dieses glaubende Handeln erst, erwirkte ihnen vor Gott die Anerkennung – das zeigt, dass biblischer Glaube nicht bloss eine Einstellung, ein Gefühl ist, sondern sich praktisch erweisen muss (vgl. Jak
2,14-18). Die Zeugen des glaubenden Handelns werden uns nicht aufgezählt, damit wir ihre Taten kopieren – die sind einzigartig und manche sind einmalig. Sie sollen uns ermutigen, auf Gottes Zusagen hin
Glauben zu wagen. Manche wollen warten, bis sie gewisse Sicherheiten haben und dann, sagen sie, wollen sie glauben. Aber Gott mutet uns zu, auf seine Zusagen zu vertrauen, Schritte des Glaubens zu gehen
und darin zu erfahren, wie dieser Glaube dann zur Gewissheit im Herzen wird.
Und damit kommen wir zur dritten Hilfe: Das Wort Gottes selbst und die darin enthaltenen Zusagen Gottes. In Hebr 11,2 wird erwähnt, dass all den Zeugen des Glaubens in der Schrift ein gutes Zeugnis ausgestellt ist. Gott hat dafür gesorgt, dass die Vorbilder des glaubenden Handelns nicht in Vergessenheit geraten. Im Vergessen sind wir doch sehr gut und wir füttern unsere Gedanken oft lieber mit neuen Dingen, als
dass wir bewährte Vorbilder im Sinn behalten. Darum hat Gott auch uns sein Wort gegeben, damit uns
immer klar vor Augen ist, was bei ihm gilt und wir nicht sagen können, wir wüssten das nicht! In Gottes
Wort können wir nachlesen, wer Gott ist, wie er sich uns offenbart, welche Wesenszüge er hat. Wir begegnen seiner Liebe, seinen Verheissungen. Gerade diese beiden Letztgenannten können uns helfen, Schritte
des Glaubens zu wagen. Seine Liebe gipfelt darin, dass er selbst unsere Sünden auf sich genommen hat
in Jesus Christus, der für uns gestorben ist (Joh 3,16.18). Gott verheisst uns viel in seinem Wort, das wir
wirklich erleben dürfen, wenn wir unser Leben im Glauben ihm anvertrauen und er verheisst auch, dass er
alles neu machen wird (Offb 21,5) – eine Verheissung, die auch für uns in Zukunft liegt. Ein Ausleger (Sören Ruager) sagt, dass das Wort Gottes in unseren Händen ist, wie ein Lieferschein einer Sendung, die wir
erhalten. Der Lieferschein bestätigt uns die Sendung und deren Inhalt, aber die Sendung ist noch nicht
ausgepackt. Ausgepackt wird sie (die Verheissungen), wenn wir sie im Glauben für uns in Anspruch nehmen – dann werden wir erleben, dass die Zusagen wahr sind. Den letzten Teil der Sendung packt Gott
selber aus, dann, wenn er eben alles neu machen wird – das steht uns noch aus, aber im Glauben können
wir es annehmen und erhalten dadurch ein unvergängliches Ziel für unser Leben.
Was ist Glaube im Sinn des Wortes Gottes? – war unsere Frage! Ich versuche das mal in einigen kurzen
Sätzen auszudrücken. Der Glaube an den unsichtbaren Gott ist nicht eine Einbildung ins Blaue hinein – wir
haben feste, gewisse Hinweise. Es ist einerseits das Geschaffene, die Schöpfung, dann die Vorbilder von
Menschen, die Taten des Glaubens wagten, und die Zusagen im Wort Gottes selbst. Im Glauben nun
vertrauen wir selbst dem unsichtbaren Gott und vertrauen ihm unser Leben an – auf seine Zusagen
hin. Die Folge wird sein, dass wir nicht einen Schritt ins Leere tun, sondern erleben, wie dieser
Glaube in unserem Handeln zur festen Grundlage im Leben wird, die auch die Ewigkeit mit einschliesst. Diese Grundlage können wir aber nicht erleben, ohne eben den Schritt des Vertrauens zu tun –
was Gott so gefügt hat, können wir nicht einfach umdrehen.
Wir haben ein ganz praktisches Beispiel dafür in den Evangelien – es ist der Bericht, wo Petrus auf das
Wort Jesu hin das Schiff verlässt, und auf dem See gehen kann (Mt 14,22-31). Natürlich weiss ich, dass
die Geschichte dann endet mit dem Petrus, der in den Wellen versinkt. Doch, Petrus wagte auf das Wort
Jesu hin (14,29) den Schritt aus dem sicheren Boot. Offenbar vertraute er nicht seinen Schwimmkünsten,
die er als Fischer sicher beherrschte (Joh 21,7.8) – es war ein Wagnis im Sturm auf das Wasser zu treten.
Da, wo Petrus im Vertrauen den Fuss auf das Wasser setzte, erwies sich dieses als feste Grundlage, auf
der er gehen konnte. Erst der Zweifel entriss ihm diese Grundlage, die sich im Glauben als fest erwiesen
hat – darum sagte ihm Jesus dann auch: „Kleingläubiger, warum zweifelst du?“ (Mt 14,31).
Wenden wir uns noch kurz der Frage zu, was denn Menschen des Glaubens auszeichnet – haben sie etwas, das Menschen, die sich nicht im Glauben auf den unsichtbaren Gott stützen, nicht haben?
Ja, das haben sie!
1) Sie haben eine feste Gewissheit in ihrem Herzen. In Römer 8,16 lesen wir: „Gottes Geist selbst gibt
uns die innere Gewissheit, dass wir Gottes Kinder sind“ (Hfa). Dieser Geist Gottes wird dann in unserem
Innersten aktiv, wenn wir im Glauben unser Leben diesem unsichtbaren Gott, Jesus Christus anvertraut
haben. Ohne diesen Schritt des Glaubens ist die Gewissheit der Erlösung nicht zu haben. Darum gibt es
so viele Menschen, die wohl christlich erzogen worden sind, aber dennoch nicht von einer Gewissheit im
Herzen reden können. Sie haben den bewussten Schritt des Glaubens nicht vollzogen, in dem sie ihr Leben Jesus Christus anvertraut haben. Die christliche Tradition allein vermag diese Gewissheit nicht zu geben, die schenkt der Geist Gottes denen, die eine bewusste Umkehr zu Jesus Christus vollzogen haben.
Wenn du heute zugeben musst, dass dir diese Gewissheit des Glaubens fehlt, dann frage dich, ob dein
Leben wirklich Jesus Christus gehört! Wenn du unsicher bist, oder dies auch klar verneinen musst, dann
möchte ich dich ermutigen: Kehre um zu Jesus Christus, es ist noch nicht zu spät!
2) Sie haben eine grosse Weitsicht. Nehmen wir die Glaubenszeugen, von denen wir gesprochen haben. Wo keine Menschen um sie herum Gottes Wege sahen, zeigte Gott ihnen seinen Plan und sie sind im
Vertrauen mit Gott vorangegangen. Auf Gottes Zusagen hin haben sie gehandelt – und das ist auch heute
möglich und sei es auch allein darin, dass wir in schwierigen Situationen still auf Gott vertrauen im Wissen,
dass er eine Lösung schenken wird (1Mo 22,7.8).
3) Sie haben eine zuverlässige Quelle, aus der sie leben. Menschen des Glaubens sind Menschen der
Schrift, sie lieben Gottes Wort. Ihre geistliche Nahrung schöpfen sie aus dem Wort Gottes und lassen sich
dieses auch nicht verdrängen durch die unzähligen Schriften, die uns in unserer Zeit zudecken wollen.
Der Psalmist bekannte dies, dass das Wort seine Orientierung ist (Ps 119,105) und Jeremia sagte, dass
Gottes Wort seine Speise war, sooft er es empfangen hat (Jer 15,16). Daraus ergibt sich das vierte, das
Menschen des Glaubens auszeichnet
4) Sie haben eine tiefe Einsicht. Das vom Wort Gottes gespeiste Sehen schenkt Einsicht in Zusammenhänge, die ohne Glauben nicht fassbar sind. Menschen des Glaubens können erfassen, dass das Sichtbare im Unsichtbaren seinen Ursprung hat (Hebr 11,3). Sie erkennen: „Die Welt ist, wir sind Tatwort Gottes“
(Sören Ruager). Gott hat geschaffen durch sein machtvolles Wort (1Mo 1,3 ua), Gott erhält diese Schöpfung durch sein machtvolles Wort (Ps 145,9.15-16) und Gott wird eine neue Welt schaffen durch sein
machtvolles Wort (Offb 21,5). Das ist Menschen des Glaubens tiefste Gewissheit – sie wissen um das
„Woher?“, um das „Wozu?“ und um das „Wohin?“ des Lebens.
Ich schliesse ab mit dem Wort, das wir am Anfang gelesen haben aus Hebr 11,1-3, nach der „Gute Nachricht-Bibel“: „Glauben heisst Vertrauen, und im Vertrauen bezeugt sich die Wirklichkeit dessen, worauf wir hoffen. Das, was wir jetzt noch nicht sehen: im Vertrauen beweist es sich selbst. In diesem
Vertrauen haben unsere Vorfahren gelebt und dafür bei Gott Anerkennung gefunden. Durch solches Vertrauen gelangen wir zu der Einsicht, dass die ganze Welt durch das Wort Gottes geschaffen wurde und alle sichtbaren Dinge aus Unsichtbarem entstanden sind.“
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