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09/14 Windenergie Griechenland praktisch

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Bewerbung für ein Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre
von Prof. Dr. Robert Münscher, Hochschule Worms, muenscher@hs-worms.de
Make video | Stop video!
Filmdreh & Social Video Learning für interkulturelle Kompetenz
Kurzübersicht
Problem
Lösungsansatz
 Vermittlung interkultureller Managementkompetenz gewinnt an Bedeutung
 Bisherige Ansätze entweder textbasiert
(z.B. „Culture Assimilator“) oder tendenziell
verspielt (z.B. Plan-/Rollenspiele)
 Verhaltensbeobachtung (d.h. aktiv fremdes
Management-Verhalten in neuen Kategorien
bewerten) lässt sich in der studentischen Lehre
effektiv durch den Einsatz interkultureller
Trainings-Filme schulen.
 Aber: Wirksam schulen und effektiv prüfen
lässt sich interkulturelle Kompetenz v.a. durch
realitätsnahe Verhaltensbeobachtung und
Verhaltenserprobung.
 Didaktisch passendes Filmmaterial für Hochschulen ist kaum verfügbar (zu wenig Auswahl;
kommerziell und für breiten Einsatz zu teuer).
Make video
Studierende drehen professionelle Trainingsfilme…
 Authentisch: Deutsche und internationale
Studierende spielen ihre eigenen Kulturen.
 Fachkundig: Fundierte Kenntnisse und Verständnis relevanter Verhaltensaspekte
 Professionell: Heutige Studierende sind
„Youtube-sozialisiert“  mit wenig Coaching
sind professionelle Ergebnisse möglich.
Aber Schwierigkeit
Stop video
…und nutzen die Videos für
Social Video Learning
 Neue Technik I: ermöglicht es, Lernvideos
zu stoppen, um im Standbild Inhalte zu
markieren – gemäß den Lehrinhalten!
 Neue Technik II: ermöglicht es, seine Videomarkierungen per Kommentar zu erläutern
 Neue Technik III: „Social Media-Prinzip“:
die Markierungen anderer kommentieren
 besser lernen
 besser lehren
 Lernen durch Umsetzung von
Inhalten per Video-Dreh
 Filmbasiertes Lehrformat
schlägt textbasierte Formate.
 Prüfen per Video als inhalteangemessenere Prüfform
 Lernen durch Social Feedback
von Kommilitonen zur eige-
 Aktivierung von Studierenden: Ermöglichung von aktivem gegenseitigen Feedback
 Video-Kommentarfunktion
vereinfacht Prüfungsstellung
und Prüfung
nen Video-Analyse
 besser prüfen
Verstetigung und Transfer
Studierenden-AG
 Kompetenzaufbau am
Kern-Standort Worms
Hospitationen
… bei Dreh & Schnitt durch
Stud. anderer Hochschulen
Verein
Finanzierung
 unterstützt AG-Gründungen
 organisiert Finanzierung
 veranstaltet Film-Wettbewerb
 Unternehmens-Sponsoren
für Filme (Abspann-Werbung)
 Lizenzgebühr für Filmeinsatz
weitere AGs
… an anderen Hochschulen;
(z.B. Koop. Worms-Reutlingen)
Wettbewerb
… zwischen Hochschulteams
um den besten Film;
Motto-Ausschreibungen
Übersicht
1. Ausgangssituation: Welches Problem wird angegangen? ............................................. 3
1.1 Herausforderung: Vermittlung interkultureller Managementkompetenz .......................... 3
1.2 Bisherige Ansätze sind unzureichend: textbasiert bzw. ‘verspielt‘...................................... 3
1.3 Für die Lehre benötigt: hochwertiges Trainingsmaterial in Form von Filmen..................... 4
1.4 Hochwertige Filmsequenzen ermöglichen Prüfung und Begleitforschung ......................... 4
2. Make video | Stop video! – Grundkonzept, Umsetzung, Verstetigung ........................... 5
2.1 Das Grundkonzept: Filmdreh & Social Video Learning für interkulturelle Kompetenz ....... 5
2.2 Die Umsetzung: Zwei-Semester-Basiszyklus und studentische Film-AG ............................. 6
2.3 Die Verstetigung: Hospitationen aus anderen Hochschulen und Vereinsgründung ........... 6
3. Was ist innovativ? Wo liegt das Potenzial? .................................................................. 7
3.1 Besser lernen........................................................................................................................ 7
3.2 Besser lehren........................................................................................................................ 7
3.3 Besser prüfen ....................................................................................................................... 7
3.4 Methodisch fundiert evaluieren .......................................................................................... 7
Anhang: Literaturangaben……………………………………………………………………………………………….… 8
Vision 2020
1. Deutschlandweit drehen interkulturelle (!) studentische Film-Teams professionelle (!)
interkulturelle Trainingsfilme. Sie werden gecoacht und technisch-organisatorisch unterstützt vom Verein für interkulturelle Filme e.V. und konkurrieren um den zweijährig ausgeschriebenen Preis für den besten studentischen Trainingsfilm.
2. Ein fester Stamm von Unternehmenssponsoren unterstützt die Produktion der Filme,
den Wettbewerb (Preisgeld) und die Arbeit des Vereins (HiWi-Stellen). Die Förderer
können im Abspann der Filme und bei der Preisverleihung genannt werden.
3. In der Lehre im Fach interkulturelle Managementkompetenz sind der Einsatz von
Trainingsfilmen und Social Video Learning zum Standard geworden. Eine Vielzahl professioneller Trainingssequenzen ist über den Verein für interkulturelle Filme e.V. verfügbar. Hochschulen stellen Social Video Learning Technik zur Verfügung.
4. Ein besonderer Lernerfolg von Teilnehmern an Film-Teams sowie von Teilnehmern
an Social Video Learning, ist wissenschaftlich nachweisbar.
5. 2020 wird der Verein umbenannt in Verein zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen durch studentische Filmprojekte in der Lehre e.V., um der Entwicklung Rechnung zu tragen, dass neben den interkulturellen Trainingsfilmen immer mehr Filme
zu nicht spezifisch interkulturellen Schlüsselqualifikationen entstehen (z.B. Verhandlungsführung, Präsentationstechniken).
Bewerbung Fellowship | Prof. Dr. R. Münscher | Hochschule Worms | S. 2
Ausgangssituation: Welches Problem wird angegangen?
Herausforderung: Vermittlung interkultureller Managementkompetenz

Interkulturelle Managementkompetenz ist eine Schlüsselkompetenz von hoher und
wachsender Bedeutung für Management-Tätigkeiten in Wirtschaft und Gesellschaft: das
erfolgreiche Verhandeln, Führen, Motivieren und Konfliktlösen in der Zusammenarbeit
mit Kollegen und Geschäftspartnern anderen kulturellen Hintergrunds.
 Die Vermittlung interkultureller Managementkompetenz ist eine zentrale Herausforderung in internationalen Studienprogrammen, insbesondere in den Wirtschaftswissenschaften, die immer wichtiger wird. Inzwischen gibt es in Deutschland über 2.700 Studiengänge, die den Begriff „international“ im Titel tragen (Daten des HRK-Hochschulkompass).
 Das Lernziel ist hier jedoch nur zum Teil ein kognitives, wissensbasiertes. Die vielfach geforderte und im Rahmen des Bologna-Prozesses betonte Kompetenzorientierung ist hier
noch nötiger als in vielen anderen Fächern. Denn es geht bei dieser „Schlüsselkompetenz“ in hohem Maße um eine bestimmte Form der Persönlichkeitsentwicklung (Erwerb
eines Bewusstseins für die eigenkulturelle Prägung, Fähigkeit zur Akzeptanz von Andersartigkeit) und um Kompetenzentwicklung (interkulturelle Anpassungsfähigkeit in der
Verhaltensinterpretation, Fähigkeit zur aktiven Verhaltensanpassung in interkulturellen
Kontexten) (vgl. Byram 1995; Deardorff 2006; Hatzerl & Layes 2010; Münscher & Hormuth 2013).
Bisherige Ansätze sind unzureichend: textbasiert bzw. ‘verspielt‘

Interkulturelle Managementkompetenz zu lehren heißt, dass man Studierende dazu in
die Lage versetzt, fremdes Verhalten mithilfe neuer Kategorien zu bewerten (Byram
1995; Hatzerl & Layes 2010). Studierende müssen lernen, das Verhalten anderer in
Management-Kontexten nicht wie gewohnt zu interpretieren (‘retardierte Bewertung‘), sondern stattdessen aktiv Ungewohntes wahrzunehmen.
 Doch ist die Lehre – auch aufgrund der verfügbaren Materialien – in hohem Maße
textbasiert. Meist wird mit textlich aufbereiteten Verhaltenssituationen oder in Textform vorliegenden Fallstudien gearbeitet, auch online (Ausnahme: Plan-/Rollenspiele,
s.u.). Jede Textdarstellung gibt jedoch unvermeidbar immer Kategorien vor. Dies erschwert die aktive Wahrnehmung ungewohnter Verhaltenskategorien.
 Die Realität im späteren Berufsleben ist anders: Situationen des internationalen
Managements sind nicht textlich-sprachlich aufbereitet, sondern direkte Interaktion!
Studierende müssen die Fähigkeit erwerben, kulturell andere Herangehensweisen aktiv als solche zu erkennen.
 Rollenspiele ermöglichen direkte Erfahrungen, wirken aber oft „unprofessionell“.
Aufgrund der beschriebenen Problemlage, hat das Fach ein umfassendes Repertoire an
Plan-, Rollen- und Simulationsspielen entwickelt (z.B. Bolten 1998, Fowler & Mumford
1995, Fowler & Pusch 2010). Diese ermöglichen Studierenden spielerische Erfahrungen. Die Lernsituation wird hierbei jedoch sehr leicht durch den in der studentischen
Wahrnehmung ‘unprofessionellen‘ Charakter der Spielsituation beeinträchtigt. Dies gilt
umso mehr, als Studierende ja gerade noch nicht über relevante eigene Erfahrungen
des internationalen Managements verfügen. Der Transfer auf die für Studierende
schwer zu antizipierende spätere berufliche Realität wird durch den ‘verspielten Charakter‘ erschwert.
Bewerbung Fellowship | Prof. Dr. R. Münscher | Hochschule Worms | S. 3
Für die Lehre benötigt: hochwertiges Trainingsmaterial in Form von Filmen

Nur indem man eine tatsächliche Beobachtung von Verhalten in realitätsnahen Kontexten ermöglicht, lässt sich interkulturelle Kompetenz wirksam schulen und wirksam
prüfen. Die interkulturelle Forschung empfiehlt daher seit langem den Einsatz von Filmen (z.B. Bhawuk & Brislin 2000; Champoux 1999; Littrell et al. 2006; Summerfield
1994; Varner & Beamer 2005). Filme stimulieren die natürliche Verhaltensbeobachtung,
idealerweise anhand tatsächlicher Management-Situationen (Verluyten, 2007, 2008).
Zudem wirkt der Einsatz von Filmen in der studentischen Lehre generell stimulierend,
erzeugt Neugier auf die Thematik und wird aus studentischer Perspektive i.d.R. positiv beurteilt (vgl. Cardon et al. 2010, Malinger & Rossy 2003).

Hochwertiges interkulturelles Trainingsfilmmaterial ist aber rar und vielfach teuer.
1. Insgesamt gibt es nur sehr wenige interkulturelle Trainingsfilme. Zudem ist ein
großer Teil dieser schon geringen Zahl verfügbarer Filme nicht im Wirtschaftskontext angesiedelt (Immigration, Polizeiarbeit, soziale Arbeit, Militär) und daher für die
Lehre in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen ungeeignet.
2. Verfügbare Trainingsfilme sind oft nicht von angemessener Qualität, sowohl inhaltlich (Aufbereitung der fachrelevanten Inhalte) als auch hinsichtlich des Professionalitätslevels (z.B. Authentizität der Akteure, Vertrautheit mit der Thematik, Setting).
3. I.d.R. ist frei verfügbares Filmmaterial kommerziell und vielfach relativ teuer – und
damit für den breiten Einsatz in der Hochschullehre nicht erschwinglich.

Der Einsatz von Spielfilmszenen hat Vor- und Nachteile.
Aufgrund der fehlenden Verfügbarkeit angemessenen Trainingsfilm-Materials wird von
einigen Autoren der Einsatz von Spielfilmszenen empfohlen. Zwar ermöglicht dies, den
‘Film-Effekt‘ zu nutzen und die beschriebenen Nachteile auszugleichen. Tatsächlich
aber leidet die überwiegende Anzahl der diskutierten Szenen daran, zu offensichtlich
Spielfilm und viel zu wenig ‘realistische Management-Situation‘ zu sein (vgl. Pandey
2012). Als Lehrender hat man hier wie bei Rollenspielen – berechtigterweise – mit dem
studentischen ‘Unprofessionalitäts-Vorbehalt‘ zu kämpfen. Zudem gibt es Schwierigkeiten der Verfügbarkeit der Szenen und der Vorführungsrechte.

Benötigt werden professionelle interkultureller Trainingsfilm-Sequenzen. Ihr Einsatz
in der Lehre ist sehr erfolgreich: er ermöglicht Lerneffekte und wird von den Studierenden sehr positiv evaluiert (Erfahrungen des Antragsstellers und von Kollegen).
Hochwertige Filme ermöglichen bessere Prüfungsformate

Nach wie vor ist umstritten, wie sich Lernfortschritte im Bereich der interkulturellen
Kompetenz angemessen und zuverlässig prüfen lassen. In der Forschung existiert hier
eine Fachdebatte, die in den letzten 20 Jahren in unterschiedlichen Anläufen versucht
hat, Einschätzungsmethoden für interkulturelle Kompetenz zu entwickeln (Byram 1997,
2009; Deardorff 2006; Fantini 2009). Die Forschung reagiert dabei auch auf den Praxisdruck im Feld der internationalen Auslandsentsendungen, welches bei der Auswahl der
zu entsendenden Mitarbeiter auch eine Einschätzung ihrer interkulturellen Kompetenzen erfordert (z.B. interkulturelles Assessment Center, vgl. Stahl 2001).

Benötigt werden Methoden, um die Fähigkeit zur angemessenen Bewertung und
Einordnung fremdkulturellen Managementverhaltens zu prüfen. Der Einsatz professioneller Filmsequenzen bietet hier ein Potenzial, das bislang nicht systematisch
genutzt und auch kaum diskutiert wurde. Social Video Learning Techniken helfen,
dieses Potenzial systematisch für Lehre und Prüfung zu nutzen
Bewerbung Fellowship | Prof. Dr. R. Münscher | Hochschule Worms | S. 4
Make video | Stop video! – Grundkonzept, Umsetzung, Verstetigung
Grundkonzept: Filmdreh & Social Video Learning für interkulturelle Kompetenz
Make video! Stop video!
Studierende drehen professionelle …und nutzen die Videos für Social Video
interkulturelle Trainingsfilme… Learning
Die heutige Studierendengeneration ist
„Youtube-sozialisiert“, professionelle
Technik ist kostengünstig, auch die Zusammenarbeit mit einer Filmagentur ist
finanzierbar (Coaching!), Filme machen
Studierenden Spaß („Fun-Faktor“) – der
Schritt zum Dreh professioneller
Trainingsfilme mit Studierenden ist daher
so klein wie nie zuvor.
„Social Video Learning“-Technik ermöglicht
es, Lernvideos zu stoppen, um im Standbild
Inhalte zu markieren – und so die Fähigkeit zu
üben, fremdkulturelles Managementverhalten
angemessen zu erkennen. „Social“ bedeutet
hier, dass man Videomarkierungen per
Kommentar erläutert und diese Kommentare
von anderen eingesehen und wiederum
kommentiert werden können.
Drei Qualitätsmerkmale würden solche interkulturellen Trainingsfilme auszeichnen:

Authentisch: Deutsche und internationale Studierende im Master spielen ihre Kulturen. In internationalen Studienprogrammen können Studierende unterschiedlicher Nationalitäten in die Darstellungsrolle der Manager aus der eigenen Herkunftskultur
schlüpfen und sind in der Lage, diese sehr authentisch zu spielen.

Fachkundig: Die Studierenden verfügen durch das Seminar Intercultural Management
über fundierte Kenntnisse und ein gutes Verständnis der relevanten Verhaltensaspekte. Diese Studierenden können interkulturelle Management-Situationen hervorragend
im Rollenspiel darstellen (Erfahrung des Antragstellers und von Kollegen). Sie sind vielfach besser als Mittelklasse-Schauspieler, die in existierenden Trainingsfilmen spielen.

Professionell: „Youtube-sozialisiert“ heißt, dass viele Studierende heute mit dem Erstellen von Videomaterial grundsätzlich vertraut sind. Studierendengruppen drehen in
Eigeninitiative Filme mit Hochschul-/Campus-Bezug (z.B. der „ESB-Business School
Flashmob“). – Im vorgeschlagenen Konzept erfolgen die Auswahl von Drehbuch und
studentischen Darstellern im Seminar Intercultural Management im Wettbewerb: die
besten Schauspieler spielen die besten Drehbücher. Die Zusammenarbeit mit einer professionellen Film-Agentur hilft in der Aufbauphase des Projekts, ausgewählte Filmsequenzen komplett umsetzen und durch gezieltes Coaching der studentischen Filmteams eine Qualitätssicherung zu gewährleisten. In Vorgesprächen konnte der Antragstellers klären, dass dies im Rahmen des Fellowship-Budgets darstellbar wäre.
Neue Technik, das sogenannte „Social Video Learning“ ermöglicht die punktgenaue
Kommentierung von Videos an selbst ausgewählten Stellen, d.h. Studierende können
Lernvideos zu stoppen, um im Standbild – gemäß der Lehrinhalte – Inhalte zu markieren.
Diese Markierungen können sie per Kommentar erläutern und die Markierungen und
Kommentare mit anderen „teilen“ – und auf diesem Weg von diesen anderen wiederum
per Kommentar Feedback erhalten.
Bewerbung Fellowship | Prof. Dr. R. Münscher | Hochschule Worms | S. 5
Umsetzung: Zwei-Semester-Basiszyklus und studentische Film-AG
Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte der Umsetzung dargestellt. Grundlage ist
ein 2-Semester-Zyklus von Drehbucherstellung+Casting (WS) und Dreh+Schnitt (SS), der
über das Fellowship hinaus aufrechterhalten wird (zur Verstetigung vgl. u).

Zwei-Semester-Basiszyklus
– Im Winter-Semester erfolgt die Entwicklung der Drehbücher sowie deren
Erprobung im Rollenspiel im Seminar „Intercultural Management“ unter Anleitung
des Antragstellers. Die Bewertung der Drehbücher und des Rollenspiels ist Teil der
Prüfungsleistung.
– Im Sommer-Semester erfolgen Dreh & Schnitt der Filme. Dabei wird mit einer
professionellen Film-Agentur zusammengearbeitet – und zwar in zweifacher
Hinsicht:
1. Das beste Drehbuch wird durch die Agentur als professioneller Trainingsfilm
(3-5 min) realisiert.
2. Für die Realisierung des zweit- und drittbesten Drehbuchs durch StudierendenTeams gibt es ein Einführungs-Coaching durch die Agentur.

Studentische Film-AG
– Der Antragsteller initiiert an der HS Worms eine studentische Film-AG: in erster
Linie für die Organisation von Dreh und Schnitt der Filme; in zweiter Linie für den
Kompetenztransfer (Dreh, Schnitt) über studentische Kohorten hinweg.
Verstetigung: Hospitationen aus anderen Hochschulen & Vereinsgründung

Hospitationen bei Dreh und Schnitt durch Studierende anderer Hochschulen
– Voraussetzung: Interesse an Gründung einer studentischen Film-AG an der eigenen Hochschule; Unterstützung eines Hochschullehrers und der Hochschulleitung
– Reisekostenstipendien aus Mitteln des Fellowship
– Unterstützung beim Aufbau der neuen studentischen Film-AGs an den Hochschulen der Hospitanten (Organisation, Knowhow)
– Bereits vereinbart (falls Antrag angenommen): Hospitation durch Studierende der
ESB Business School, Hochschule Reutlingen

Gründung eines Vereins für interkulturelle Filme; der vorgeschlagene Zeitplan schließt
mit der Gründungskonferenz für den Verein. Aufgaben des Vereins:
– Mittel-Einwerbung (Koordinations-HiWi-Stelle; Sponsoren für weitere Zusammenarbeit mit der Film-Agentur, Preisgelder für Film-Wettbewerb, s.u.)
– Generierung eigener Einnahmen über die Lizensierung von Trainings-Filmen an
Weiterbildungsunternehmen
– Unterstützung anderer Hochschulen beim Dreh von Filmen / Aufbau von AGs

Perspektivisch: [nicht mehr im Rahmen des vorgeschlagenen Zeitplans]
– Wettbewerb „Bester Trainingsfilm“: Der Verein schreibt zwei-jährig unter wechselndem Motto einen Preis für den besten studentischen Trainingsfilm aus; den
Preis stiften Unternehmenssponsoren; eine Jury wird gebildet, die gleichzeitig als
Beirat den Verein unterstützt (externe Kompetenz, mediale Sichtbarkeit)
– Übertragung des Ansatzes auf andere Bereiche der Lehre: Naheliegend wären bestimmte Schlüsselqualifikationen wie Verhandlungsführung oder Präsentationstechniken); längerfristig Umbenennung des Vereins in z.B. Verein zur Vermittlung
von Schlüsselqualifikationen durch studentische Filmprojekte
Bewerbung Fellowship | Prof. Dr. R. Münscher | Hochschule Worms | S. 6
Was ist innovativ? Wo liegt das Potenzial?
Besser lernen

Lerneffekt Filmdreh: reflektieren, didaktisieren, selbst umsetzen. Durch Drehbucherstellung und Dreh setzen sich die Studierenden intensiv mit dem Thema auseinander.
Sie reflektieren die Fähigkeit der interkulturellen Kompetenz; sie didaktisieren sie für
die Erstellung des Drehbuch und der Begleitmaterialien zum Film; und sie praktizieren
die Verhaltensweisen, um die es geht, selbst beim Dreh.


„Generation Youtube“: Nutzung des Medientrends zum bewegten Bild. Das vorgeschlagene Konzept spiegelt den Trend hin zu einer verstärkt filmischen/ animierten Vermittlung von Lehrinhalten, dem die Lehre Rechnung tragen sollte.
Social Video Learning: Studierende lernen durch die Möglichkeit der punktgenauen
Kommentierung von Videos an selbst ausgewählten Stellen – und das Social Feedback
von Kommilitonen zur eigenen Video-Analyse.

„Social Media“: Nutzung einer Kerntechnologie der studentischen Lebenswelt von
heute in der Übertragung auf Video-Lernen
Besser lehren

Einsatz thematisch passender professioneller Trainingsfilme (schon länger gefordert,
aber wegen fehlender Verfügbarkeit entsprechenden Materials kaum realisierbar);
Vorteil: nicht textbasiert und nicht unprofessionell. Der Einsatz der erstellten Filmsequenzen löst zwei zentrale Schwierigkeiten der Lehre im Fach (vgl. o.).

Aktivierung von Studierenden: Ermöglichung von aktivem gegenseitigen Feedback
gemäß eines wesentlichen Funktionsprinzips von Social Media

Beitrag zur Integration ausländischer Studierender: Blossfeld et al. (2012) verweisen
darauf, dass 70 Prozent der ausländischen Studierenden in Deutschland ihr Studium abbrechen. Ihre Integration bleibt eine vielfältige Herausforderung (z.B. Schwierigkeiten bei
Gruppen-Prüfungsleistungen). – Im vorgeschlagenen Film-Projekt haben sie hingegen eine klare und wichtige integrierende Rolle – als Darsteller ihrer eigenen Kultur.
Besser prüfen

Bewertung von Drehbüchern und Test-Umsetzung im Rollenspiel – ermöglicht die Einschätzung des inhaltlichen Verständnisses und der Darstellungs-/Handlungskompetenz.

Verbesserte Prüfungsmethodik: Der Einsatz professioneller Trainingsfilm-Sequenzen
ermöglicht die Prüfung der Fähigkeit zur angemessenen Bewertung beobachteten Verhaltens mit Hilfe erlernter Konzepte des interkulturellen Managements. Dies ermöglicht
eine gegenüber herkömmlichen Methoden verbesserte (validere und reliablere) Prüfung
des Lernziels ‚interkulturelle Management-Kompetenz‘.
Methodisch fundiert evaluieren

Für eine wissenschaftliche Evaluation kann genau diese Prüfungsmethodik genutzt
werden – z.B. für einen Vergleich des Lernerfolgs bei Einsatz a) von Filmen als Lehrmethode (Programmgruppe) mit b) herkömmlichen Lehrmethoden (Culture Assimilator /
Rollenspiel bzw. Simulation) in einer Kontrollgruppe. Hierfür könnten ggf. Filme aus
anderen Quellen genutzt werden, um sicherzustellen, dass die Studierenden die Filme
nicht kennen. (Der Antragsteller ist in der Lage, auch in Absprache mit Fachkollegen,
entsprechendes Material für diesen Zweck bereitzustellen.)
Bewerbung Fellowship | Prof. Dr. R. Münscher | Hochschule Worms | S. 7
Anhang: Literaturangaben
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Bewerbung Fellowship | Prof. Dr. R. Münscher | Hochschule Worms | S. 8
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