close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Chemotherapie: was ist das?

EinbettenHerunterladen
Chemotherapie von Krebskrankheiten:
was ist das?
1. Was ist Chemotherapie?
2. Woher stammen Zytostatika?
3. Ablauf der Chemotherapie
4. Nebenwirkungen der Chemotherapie
5. Allgemeine Verhaltensregeln
Was ist Chemotherapie?
Chemotherapie nennt man die Behandlung mit Medikamenten, um Krebszellen abzutöten oder unter Kontrolle zu halten. Diese Medikamente nennt
man „Zytostatika, Antikrebsmedikamente, Antitumormedikamente oder
Chemotherapeutika“. Die Verabreichung der Medikamente kann in Form
von Tabletten, in Form von subcutanen Injektionen (Injektionen unter die
Haut) oder in Form von Injektionen in die Venen erfolgen (Spritzen,
Infusionen). Je nach den Erfordernissen behandelt man mit einzelnen
Medikamenten alleine, mit Kombinationen mehrerer Medikamente oder mit
Kombinationen aus Medikamenten und einer Bestrahlungsbehandlung.
Unter einer sogenannten „adjuvanten Chemotherapie“ versteht man eine
medikamentöse Behandlung zusätzlich zu seiner anderen Krebsbehandlung
(z. B. Operation, Bestrahlung). Es handelt sich dabei um eine vorbeugende
Maßnahme, um die operative oder strahlentherapeutische Behandlung zu
unterstützen und restliche Tumorzellen zu zerstören.
Woher stammen Zytostatika?
Häufig wird die Therapie von Krebskrankheiten als „die Behandlung mit der
chemischen Keule“ bezeichnet. Diese Einschätzung ist insofern falsch, als
die meisten Zytostatika aus Pflanzen und Pilzen (Bakterien) gewonnen
werden, also „natürliche“ Stoffe sind.
2
Der Ablauf der Chemotherapie
Alle Antikrebsmedikamente wurden entwickelt, um auf Krebszellen zu
wirken. Leider entfalten sie ihre Wirkung auch gegenüber normalen
Körperzellen. Die Wirkung auf normale Zellen führt zu den unerwünschten
Nebenwirkungen. Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen das
Knochenmark (wo das Blut gebildet wird), die Haare und den
Gastrointestinaltrakt (Mundhöhle, Speiseröhre, Magen, Darm). Diese
Körpergewebe bestehen aus rasch wachsenden und sich immer wieder
schnell selbst erneuernden Zellen und werden daher durch
Chemotherapeutika zuerst betroffen. Oft werden diese Nebenwirkungen von
den Patienten als sehr beeinträchtigend empfunden, sie sind aber nicht
unerwartet und es gibt sehr wohl Mittel und Wege, um sie abzumildern oder
erträglicher zu machen. Es ist aber wichtig für Sie zu bemerken, wann es
sich um ernsthaftere Nebenwirkungen handelt, damit Sie dann Ihren Arzt
aufsuchen. Es ist auch wichtig zu wissen, daß manche Patienten überhaupt
keine Nebenwirkungen verspüren. Sie können einmal, niemals oder häufiger
unerwünschte Nebenwirkungen während der Behandlung bekommen.
Patienten, die während eines Chemotherapiezyklus Nebenwirkungen
erfahren, müssen im nächsten Zyklus keine Nebenwirkungen bekommen,
oder es ergeben sich gänzlich andere Nebenwirkungen.
Es ist für Sie wichtig zu wissen, wie lange die chemotherapeutische
Behandlung in der Ambulanz oder der stationäre Aufenthalt dauert. Die
reine Behandlungszeit reicht von wenigen Minuten bis zu mehreren Tagen.
Die meisten Behandlungen erfolgen ambulant und dauern nur wenige
Minuten. Einige Therapien erfordern aber eine kurze stationäre Behandlung
andere wiederum bis zu Wochen dauernde stationäre Behandlung. Die
Dauer Ihrer speziellen Behandlung hängt von Ihrer Erkrankung ab und wird
Ihnen von Ihrem Arzt mitgeteilt.
Die Chemotherapie wird selten kontinuierlich gegeben. Einer Behandlung
von einem oder mehreren Tagen folgen 2-4 Wochen, in denen sich der
3
Körper (d. h. die normalen Gewebe) von den Nebenwirkungen erholen
kann.
Nebenwirkungen der Chemotherapie
ÜBELKEIT, ERBRECHEN UND APPETITLOSIGKEIT
Wegen der Wirkung der Chemotherapeutika auf den Magen-Darm-Trakt
und das Brechzentrum des Gehirns kann unter der Behandlung
Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Ihr Arzt kann Ihnen
Medikamente verschreiben, die diese Symptome mildern oder ganz
verhindern. Nach Einführung neuer Mittel ist das Erbrechen heute
weitgehend vermeidbar. Diese Medikamente gegen mögliche Übelkeit und
Erbrechen wird Ihnen Ihr Arzt vor der Chemotherapie als Spritze oder
Tablette geben. Heute kann die Übelkeit durch neu entwickelte
Medikamente bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten erfolgreich
behandelt werden.
Es ist von großer Wichtigkeit eine gut ausgewogene Diät einzuhalten. Wenn
Sie keine feste Nahrung zu sich nehmen können, dann nehmen Sie so viel
wie möglich flüssige Kost zu sich. Fruchtsäfte, Tee, klare Brühe,
Haferschleimsuppe, Pudding und Brei werden gut vertragen. Kleine
Mahlzeiten wie Zwieback oder Toastbrot sind gut verträglich.
Wenn Sie 48 Stunden nach der Chemotherapie immer noch erhebliche
Probleme mit der Nahrungsaufnahme durch Erbrechen haben, sollten Sie
Ihren Arzt aufsuchen. Eventuell sollten Sie eine hochkalorische
eiweißreiche Flüssigkost versuchen, die Sie in der Apotheke kaufen können.
Falls Sie eine spezielle Diät wegen einer anderen Erkrankung einhalten
müssen, z. B. eine Diabetesdiät oder eine Nierenschonkost, müssen Sie das
natürlich mit Ihrem Arzt besprechen.
Eine flüssige Diät kann leicht aufgenommen werden und ist besonders
ratsam für Patienten, die keine feste Kost vertragen. Es gibt zwei Arten von
Flüssigkost: die klare Flüssigkost und die Vollflüssigkost.
4
Unter klarer Flüssigkost versteht man z. B. klare Kraftbrühe, Gemüsesuppe,
frisch gepreßte Fruchtsäfte und andere Getränke. Diese Kost enthält nicht
genügend Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente. Sie sollte daher nicht über
längere Zeit als alleinige Nahrung eingenommen werden.
Die Vollflüssigkost enthält über die eben geschilderte Kost hinaus
Milchgetränke, Grießbrei, Reisbrei, Eierspeisen, Speiseeis, Fruchtsäfte
jeglicher Art, Gemüsesäfte und Suppen.
VORSICHT: Säurehaltige Fruchtsäfte und kohlesäurehaltige Getränke
müssen bei entzündeter oder wunder Schleimhaut des Mundes, der
Speiseröhre und des Magens gemieden werden.
Die Breikost setzt sich aus durchgemahlenen Lebensmitteln zusammen, die
leicht geschluckt und verdaut werden können. Falls Sie Schwierigkeiten mit
dem Kauen und Schlucken wegen allgemeiner Schwäche oder wunder
entzündeter Stellen im Mund oder Hals haben, wird die pürierte Kost von
großem Nutzen für Sie sein.
Die Mahlzeiten der pürierten Diät enthalten alle oben erwähnten Speisen
sowie zusätzlich Eier, gemahlenes Fleisch oder Fisch, Käse, Kartoffelbrei,
gekochtes und gemahlenes Gemüse. Pürierte Speisen können selbst mit
einem Mixer zubereitet werden oder in Form von Babynahrung als
Fertiggerichte erworben werden. Wenn Sie es vertragen, können Sie auch
püriertes Huhn oder Fleisch in Cremesuppen zugeben und so eine Mahlzeit
zubereiten.
Die Schonkost-Diät besteht aus Lebensmitteln mit etwas festerer Konsistenz,
die aber nicht scharf gebacken oder gebraten sein sollten. Weichgekochtes
Fleisch, Fisch und Gemüse sind geeignet. Rohes Gemüse und Salat sollten
Sie meiden.
Vor der Chemotherapie sollten Sie eine kleine leichte Mahlzeit zu sich
nehmen. Falls es notwendig ist, wird Ihnen Ihr Arzt Medikamente gegen
Übelkeit und Erbrechen verordnen. Einige Medikamente werden besser nach
einer kleinen Mahlzeit vertragen, einige dagegen besser auf leeren Magen.
Bei bestimmten Behandlungen ist es am günstigsten, die Tabletten vor dem
zu Bett gehen einzunehmen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wann es für
5
Sie am günstigsten ist, Ihre Chemotherapie-Tabletten einzunehmen. Es ist
schwierig zu sagen, wie lange - wenn es überhaupt auftritt - das Gefühl der
Übelkeit und das Erbrechen nach der Chemotherapie dauert. Dabei gibt es
große Unterschiede, die von dem einzelnen Patienten und auch von der Art
der Chemotherapie abhängig sind. Nehmen Sie so bald als möglich kleine
Schlucke Flüssigkeit zu sich und versuchen Sie kleine leicht verdauliche
Speisen zu sich zu nehmen, bis Sie 24 Stunden kein Erbrechen und keine
Übelkeit mehr haben. Nehmen Sie viele kleine Mahlzeiten statt der üblichen
drei großen Mahlzeiten zu sich. Eine Tasse Suppe oder ein Milchgetränk
sind als kleine Mahlzeit durchaus ausreichend.
Wenn Sie ein Mittel gegen Erbrechen verschrieben bekommen haben,
nehmen Sie es wie es Ihnen verordnet wurde. Eventuell sollten Ihnen diese
Mittel in Form von Zäpfchen verschrieben werden, wenn Sie es nach der
Einnahme wieder erbrechen. Suchen Sie unbedingt Ihren Arzt auf, wenn das
Erbrechen in stärkerer Form länger als 24 Stunden anhält.
Nebenwirkungen auf Mund und Hals
Während und nach der Chemotherapie sollten Sie nie ohne vorherige
Absprache mit Ihrem Arzt den Zahnarzt aufsuchen. Entzündungen und
schadhafte Zähne sollten möglichst vor Beginn der Chemotherapie saniert
werden. Eine sorgfältige Mundhygiene ist unter der Behandlung
erforderlich. Von der Mundhöhle können nämlich leicht Infektionen
ausgehen. Sie sollten Ihre Zähne während der Behandlung nicht bürsten,
sondern mehrfach täglich gründliche Mundspülungen mit einem
Mundwasser durchführen. Bei einigen Behandlungen können Sie jedoch
Ihre Zähne wie üblich bürsten. Sie sollten Ihren Arzt fragen, was für Sie
zutrifft. Wenn es beim Zähneputzen aber zu häufigem Zahnfleischbluten
kommt, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.
Viele Chemotherapeutika wirken auf die Mundschleimhaut und führen zu
einer Rötung, die schmerzhaft sein kann. In einigen Fällen kann es auch zu
flachen Schleimhautgeschwüren kommen. Man nennt das eine „Stomatitis“.
Solch eine „Stomatitis“ kann auch im Rahmen eines Virusinfektes
vorkommen. Wenn Sie eine Stomatitis bekommen, suchen Sie Ihren Arzt
6
auf. Er kann Ihnen dann Medikamente verschreiben, die die Schmerzen
lindern, bis die Schleimhautveränderungen wieder abgeheilt sind. Eine
Schonkost aus Milchproduktien wird während dieser Zeit meist gut
vertragen. Nach jeder Mahlzeit sollten Sie sorgfältig den Mund mit der vom
Arzt verordneten Spüllösung ausspülen.
Durchfall
Wenn Sie Durchfall bekommen, essen Sie kleine, leicht verdauliche
Mahlzeiten. Außerdem sollten Sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Trinken
Sie mindestens 2-3 Liter pro Tag. Vermeiden Sie faserreiche Lebensmittel
wie frisches Obst, Gemüse und Fruchtsäfte. Auch rohes Gemüse, fette
Lebensmittel, Zitrussäfte, kalte Getränke und gekühlte Lebensmittel sind
ungeeignet. Wenn die Durchfälle länger als 24 Stunden anhalten oder Sie
Schmerzen und Krämpfe dazu bekommen, suchen Sie den Arzt auf. Auf der
anderen Seite verursachen einige Chemotherapiemittel Verstopfung (Ihr
Arzt wird es Ihnen mitteilen, falls Sie ein derartiges Medikament erhalten
sollten). Sie sollten dann Ihre Nahrung mit Ballaststoffen anreichern, z. B.
Weizenkleie, Obst und Gemüse. Benachrichtigen Sie Ihren Arzt, wenn Sie
länger als 3 Tage keinen Stuhlgang hatten!
Nebenwirkungen auf das Knochenmark
Eines der Körpergewebe, die sich am schnellsten selbst erneuern, ist das
Knochenmark. Das Knochenmark bildet die drei wichtigsten Bestandteile
des Blutes: rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen.
Die roten Blutkörperchen transportieren den lebensnotwendigen Sauerstoff
im Körper. Die Blutplättchen sorgen dafür, daß z. B. bei einer Schnittverletzung die Blutung zum Stillstand kommt. Die weißen Blutkörperchen
dienen der Bekämpfung von Infektionen. Eine große Anzahl von
Chemotherapiemitteln kann vorübergehend die Fähigkeit des Knochenmarks, die wichtigen Blutbestandteile zu bilden, herabsetzen. Es kommt
dann zur Verminderung von einem, zweien oder allen dreien dieser
7
verschiedenen Blutkörperchen. Wenn dies geschieht, können folgende
Symptome auftreten:
Verminderung der roten Blutkörperchen (Anämie)
Die roten Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff durch den ganzen
Körper. Wenn die Zahl dieser Zellen vermindert ist, fühlt man sich müde,
schwach und ist körperlichen Anstrengungen nicht mehr so gut gewachsen.
Sollte dies bei Ihnen auftreten, wird Ihr Arzt Ihnen ambulant eine
Bluttransfusion oder in besonderen Fällen ein Hormon (Erythropoietin), das
die Bildung roter Blutkörperchen anregt, geben. Beim Auftreten derartiger
Symptome sollten Sie daher unverzüglich am nächsten Tag Ihren Arzt
aufsuchen und nicht erst den nächsten vereinbarten Termin abwarten.
Verminderung der Blutplättchen
Die Aufgabe dieser Blutzellen besteht darin, bei Verletzungen das Blut zur
Gerinnung zu bringen und Blutungen zu vermeiden. Zeichen des
Mangelsdieser Zellen sind stärkere Blutungen als üblich nach Verletzungen,
stärkere Nasen- und Zahnfleischblutungen, verlängerte und verstärkte
Menstruationsblutungen, Blut im Stuhl oder Urin. Als Zeichen der
Blutungsbereitschaft können viele kleine rote nadelstichartige Flecken
(Petechien) speziell an den Armen und Schienbeinen auftreten.
Ein schwerer Mangel an Blutplättchen kann mit speziellen Transfusionen
behoben werden. Wenn Sie die oben genannten Symptome bemerken,
sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt anrufen. Er entscheidet dann, ob eine
derartige Transfusion notwendig ist.
Verminderung der weißen Blutkörperchen
Wenn die Zahl der weißen Blutkörperchen vermindert ist, sind Sie
anfälliger
für
Infektionen.
Die
ersten
Anzeichen
einer
behandlungsbedürftigen Infektion sind Temperaturen über 38°C oder
Schüttelfrost. Bei Fieber über 38°C, schwerer Erkältung, schwerer
Halsentzündung, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen oder anderen
8
Symptomen einer schweren Infektion sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Um
Infektionen zu vermeiden, sollten Sie den Umgang mit erkälteten oder an
einer ansteckenden Krankheit leidenden Menschen meiden und große
Menschenansammlungen auf engem Raum (z. B. überfüllte Straßenbahn).
Wichtig sind außerdem eine ausreichende Hygiene, häufiges Händewaschen
und die bereits erwähnte Mundpflege.
Es ist wichtig für Sie zu wissen, über welche Kontaktadressen (Adresse und
Telefonnummer ) rund um die Uhr ärztliche Hife für Sie zu erreichen ist.
Fragen Sie Ihren Arzt danach.
Üblicherweise ist die Beeinträchtigung der Blutzellen durch die
Chemotherapie nur kurz und vorübergehend. Das Knochenmark wird nur in
wenigen Fällen so beeinträchtigt, daß die oben genannten Symptome
auftreten. Zur Vorbeugung und Kontrolle werden unter der Behandlung von
Ihrem Arzt regelmäßig Blutbildkontrollen durchgeführt.
Haarausfall
Da die Chemotherapie auf schnell wachsende Zellen wirkt und die Zellen,
die die Haare bilden, zu diesen Zellen zählen, kann es zu Haarausfall
kommen. Nicht alle Zytostatika führen zu Haarausfall. Die Zeitdauer, bis es
nach einer zytostatischen Therapie zum Haarausfall kommt, ist
unterschiedlich. Sie kann bis zu vier Wochen betragen. Die Haare wachsen
nach Abschluß der Behandlung wieder nach. In einigen Fällen beginnt der
Haarwuchs schon wieder während der Behandlung.
Wenn Sie während der Zeit des Haarverlustes eine Perücke tragen möchten,
kann Ihr Arzt bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Kostenerstattung
für diese stellen, so daß Ihnen hierdurch keine Kosten entstehen. Der
Haarausfall betrifft auch die übrige Körperbehaarung, Augenbrauen, Bart
und Schambehaarung.
9
Verlust der Menstruation (Monatsblutung)
Die Chemotherapie kann auch die Menstruation beeinflussen. Sie sollten
Ihren Arzt über Ihren normalen Menstruationszyklus unterrichten und
Veränderungen unter der Chemotherapie mitteilen. Dabei könnten Sie auch
eventuell auftretende Fragen besprechen.
Nebenwirkungen auf die Sexualität
Die Chemotherapie kann auch Ihr Sexualleben beeinträchtigen. Fragen wie
Geburtenkontrolle, Fruchtbarkeit und Sexualfunktion sollten Sie offen mit
Ihrem Arzt besprechen.
Es ist wichtig, daß Sie unbedingt durch Verhütungsmaßnahmen dafür
sorgen, daß Sie während oder kurz nach Beendigung der Chemotherapie
nicht schwanger werden bzw. kein Kind zeugen. Fragen Sie Ihren Arzt,
wann Sie wieder über einen möglichen Kinderwunsch nachdenken dürfen.
Cortison und/oder hormonelle Nebenwirkungen
Einige Chemotherapie-Kombinationen enthalten Steroide (Cortison) oder
andere Hormone. Bekannte Nebenwirkungen dieser Medikamente sind
Veränderungen der Stimmungslage, Appetitsteigerung, Schlafstörungen und
Wassereinlagerungen. Wenn Sie eines dieser Symptome verspüren, teilen
Sie dies Ihrem Arzt mit. Diese Begleiterscheinungen sind nur
vorübergehend und verschwinden, wenn das Medikament abgesetzt oder in
der Dosis reduziert wird.
Andere unerwünschte Nebenwirkungen
Einige Cytostatika führen zu Beeinträchtigungen der Nervenendigungen der
Finger und Zehen und Füßen. Falls Sie ein Taubheitsgefühl oder „Kribbeln“
in den Fingern oder Zehen verspüren, sollten Sie dies Ihrem Arzt mitteilen.
Gelegentlich kann auch eine Muskelschwäche unter der Chemotherapie
auftreten. Auch diese Störungen sind vorübergehender Natur.
10
Generelle Regeln, die man während
einer Chemotherapie beachten sollte
1.
Nehmen Sie keine fiebersenkenden Medikamente ein, wie z. B.
„Aspirin“ oder „Paracetamol“. Da die meisten sogenannten
Grippemittel fiebersenkende Substanzen enthalten, sollten Sie
diese ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt nicht einnehmen. Ganz
allgemein sollten Sie Ihrem Arzt mitteilen, welche Medikamente
Sie regelmäßig oder bei Bedarf einnehmen. Das beinhaltet auch
Schmerzmittel, Anti-Baby-Pille, Vitamine und sogenannte alternative Krebsmittel (Mistelextrakt, Eigenblutinjektionen usw.).
2.
Halten Sie eine angemessene Diät ein. Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich.
3.
Benachrichtigen Sie sofort den Arzt oder die Klinik, in der Ihre
Chemotherapie durchgeführt wird, wenn schwerwiegende
Nebenwirkungen auftreten, wie z. B. Fieber über 38°C, schwere
Schmerzen, Luftnot oder Blutungen, die nicht innerhalb kurzer
Zeit selbst zum Stillstand kommen. Sie sollten auch immer die
Telefonnummer und Adresse des behandelnden Arztes bei sich
tragen.
4.
Kaufen Sie ein Fieberthermometer und messen Sie Ihre
Temperatur, auch wenn Sie sich nicht fiebrig fühlen.
5.
Messen Sie täglich zur gleichen Tageszeit Ihr Körpergewicht.
6.
Patienten unter Chemotherapie sollten eine übermäßige Sonnenbestrahlung meiden.
7.
Ob Sie alkoholische Getränke zu sich nehmen können, müssen
Sie mit Ihrem Arzt besprechen.
11
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
9
Dateigröße
27 KB
Tags
1/--Seiten
melden