close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Inhaltsverzeichnis Was sind sexuell übertragbare - Bochum

EinbettenHerunterladen
Beratung zu sexuell übertragbaren Erkrankungen
Inhaltsverzeichnis
Was sind sexuell übertragbare Krankheiten?
Welche sexuell übertragbaren Krankheiten gibt es?
Wer ist besonders gefährdet?
Können sexuell übertragbare Infektionen auch durch Oralverkehr oder Analverkehr
übertragen werden?
Wie kann ich mich schützen?
Was kann ich außer Kondombenutzung sonst noch tun?
Wie kann ich merken, ob ich eine sexuell übertragbare Krankheit habe?
Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich Beschwerden habe?
An welche Ärzte kann ich mich wenden?
Was ist, wenn ich nicht zum Arzt gehe?
Welche sexuell übertragbaren Krankheiten gibt es sonst noch?
Ist eine Pilzinfektion auch eine sexuell übertragbare Infektion?
Was sind bakterielle Vaginosen?
Wo kann ich mich untersuchen lassen?
Was sind sexuell übertragbare Krankheiten?
Sexuell übertragbare Infektionen (STI) oder sexuell übertragbare Krankheiten (STD) nannte
man früher Geschlechtskrankheiten. Dieser Begriff wird heute nicht mehr verwendet, weil die
Patienten sich oft selbst gar nicht krank fühlen.
STI ist die Abkürzung für drei englische Wörter und bedeutet S = sexually T = transmitted
I = infections, das heißt auf deutsch sexuell übertragbare Infektionen, also eine Ansteckung
mit Krankheitserregern, die man durch sexuellen Kontakt bekommen kann. Manchmal ist
von „STD“ die Rede, das bedeutet sexually transmitted diseases, also sexuell übertragbare
Krankheiten.
Welche sexuell übertragbaren Krankheiten gibt es?
Es gibt viele sexuell übertragbare Krankheitserreger. Chlamydien und Gonokokken sind die
häufigsten sexuell übertragbaren Erreger. HIV und Syphilis sind die gefährlichsten sexuell
übertragbaren Infektionen.
Seite: 1 von 6
Chlamydien und Gonokokken finden sich in den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane
(Harnröhre und Scheide) und verursachen oft keine Beschwerden. Die Erreger bleiben
unentdeckt und verbreiten sich so. Insbesondere die Chlamydien können bei Frauen
Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Bei Männern können sie Entzündungen der Hoden und
der Prostata auslösen. Chlamydien und Gonokokken können bei schwangeren Frauen das
Ungeborene schädigen und zu Fehlgeburten führen.
Genaue Zahlen der Infektionen mit Chlamydien kennt man nicht, jedoch wird geschätzt,
dass in Deutschland jede zehnte bis zwanzigste Frau im Alter zwischen 16 und 26 Jahren
Chlamydien hat. Männer sind ebenfalls Empfänger und Überträger von Chlamydien.
Gonokokken sind Bakterien, die „Tripper“, im Lateinischen Gonorrhoe genannt, auslösen.
Sie kommen ebenfalls häufig vor.
Außerdem hat die Lues (Syphilis) in den letzten Jahren in Deutschland eine weitere
Verbreitung gefunden. Betroffen von Lues sind vor allem Männer, die sexuelle Kontakte
zu Männern haben und Frauen und Männer, die sexuelle Dienstleistungen anbieten oder
in Anspruch nehmen. Die Syphilis verläuft unbehandelt in mehreren Krankheitsstadien
mit wechselnden Beschwerden. Unbehandelt ist die Syphilis auch heute noch eine
schwere Infektionskrankheit, die den gesamten Körper betrifft und zu Schäden am
Herzkreislaufsystem und Nervensystem einschließlich des Gehirns führen kann.
Chlamydien, Gonokokken und Syphiliserreger sind Bakterien, das heißt sie sind vollständig
mit einem Antibiotikum heilbar.
Eine weitere sexuell übertragbare Infektion sind Trichomonaden. Das sind einzellige
Geißeltierchen, die zum Überleben ein feuchtes Milieu benötigen. Die Erreger können zu
Entzündungen der Schleimhaut führen. Vor allem Frauen sind betroffen, während Männer
meist symptomlose Überträger sind. Mit Hilfe einer antiparasitären Therapie heilt die Infektion
vollständig aus.
Wer ist besonders gefährdet?
Menschen, die häufig ihre Sexualpartnerinnen oder Sexualpartner wechseln und keine
Kondome verwenden, haben ein erhöhtes Risiko für eine sexuell übertragbare Infektion.
Allerdings kann schon ein einziger Partner ausreichen, um eine Infektion zu übertragen.
Überträger von Krankheitserregern können sich selbst völlig gesund fühlen und nichts von
ihrer Infektion wissen.
Besonders gefährdet sind Frauen und Männer, die sexuelle Dienstleistungen anbieten oder
in Anspruch nehmen.
Können sexuell übertragbare Infektionen auch durch
Oralverkehr oder Analverkehr übertragen werden?
Ja, Chlamydien und Gonokokken können den Rachen besiedeln, diese Infektionen verlaufen
fast immer ohne Beschwerden und heilen nach ein bis drei Monaten von selbst aus. Auch
die Syphilis kann durch Oralverkehr übertragen werden, heilt aber nur in einem Teil der
Seite: 2 von 6
Fälle von alleine aus. HIV kann durch die Aufnahme von Samenflüssigkeit oder sichtbare
und schmeckbare Mengen von Blut in den Mund zu einer Ansteckung führen. Kleine
Blutbeimischungen, zum Beispiel durch Zahnfleischbluten reichen nicht aus.
Durch Analverkehr können Chlamydien, Gonokokken, Syphilis, HIV, Hepatitis und andere
Erreger übertragen werden. Die Darmschleimhaut ist sehr empfindlich und durch Analverkehr
entstehen fast immer kleinste Verletzungen, durch die die Krankheitserreger eindringen
können.
Wie kann ich mich schützen?
Kondome bieten einen sicheren Schutz vor HIV, andere sexuell übertragbare Infektionen
können jedoch teilweise auch trotz Kondombenutzung (sozusagen am Kondom vorbei)
übertragen werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung kann mit der Verwendung
eines Kondoms aber zumindest verringert werden.
Was kann ich außer Kondombenutzung sonst noch tun?
Nach einem Wechsel der Sexualpartnerin oder des Sexualpartners sollten Sie auf Ihren
Körper achten. Falls Sie beim Waschen des Intimbereichs Veränderungen an Ihrem Körper
feststellen, sprechen Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner darüber, ob er oder sie auch
etwas spürt.
Der Intimbereich braucht die richtige Pflege. Schleimhäute an den Geschlechtsorganen, auf
der Gliedspitze und in der Scheide, haben eine natürliche Abwehrkraft. Diese wird durch
Seife zerstört, daher sollten Sie Seife, Duschgel oder Shampoo nur sehr sparsam verwenden
und nicht direkt auf Schleimhäute geben. Rasierte Haut im Intimbereich weist nach der
Rasur immer kleine Verletzungen auf, auch wenn Sie keine Blutungen sehen. Je älter und
je preiswerter die Rasierklingen sind, desto stärker sind die Verletzungen. Bei Intimrasuren
sollten Sie daher auf einen regelmäßigen Wechsel der Klingen achten. Frisch rasierte Haut
ist besonders anfällig für eine sexuell übertragbare Infektion, da die winzigen Verletzungen
für die Erreger große Eintrittspforten sein können.
Wie kann ich merken, ob ich eine sexuell übertragbare Krankheit
habe?
Es gibt körperliche Beschwerden, die auf eine sexuell übertragbare Krankheit hinweisen
können. Ein Warnsignal ist eitriger Ausfluss aus der Harnröhre. Gonokokken führen zum
Beispiel zu eitrigen Tröpfchen aus dem Glied, vor allem morgens früh. Daher kommt
der Name „Tripper“ (tröpfeln). Oft kommt es auch zu Schmerzen oder Brennen beim
Wasserlassen.
Ausfluss aus der Scheide ist bei Frauen normal, denn die Scheide reinigt sich selbst durch
die Scheidenflüssigkeit, die in geringer Menge aus der Scheide heraus fließt. Wenn der
Ausfluss aus der Scheide sich jedoch verändert, sich besonders verstärkt, anders riecht, eine
Seite: 3 von 6
andere Farbe bekommt oder wenn sich außerhalb der Regelblutung Blut beimischt, kann
dies auf eine sexuell übertragbare Infektion hinweisen.
Anhaltende Schmerzen im Unterleib oder in den Hoden sind ebenfalls ein Warnsignal.
Störungen der Monatsblutung wie ständige Schmierblutungen oder Zwischenblutungen
sollten beim Arzt abgeklärt werden. Veränderungen der Haut im Intimbereich, zum Beispiel
Geschwüre, Bläschen, Warzen oder anhaltende Hautentzündungen können ebenfalls
durch sexuell übertragbare Infektionen ausgelöst werden. Oft lösen sexuell übertragbare
Infektionen aber auch gar keine oder kaum spürbare Symptome aus.
Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich Beschwerden habe?
Bei einem Hinweis auf eine sexuell übertragbare Infektion sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt
gehen. Bitte versuchen Sie nicht, die Beschwerden selbst zu behandeln, zum Beispiel durch
Salben oder Cremes, die Sie vielleicht noch zu Hause haben. Dadurch könnten Symptome
verschleiert werden, so dass die richtige Diagnose erschwert wird.
Viele Menschen haben im Laufe ihres sexuell aktiven Lebens irgendwann mit sexuell
übertragbaren Infektionen zu tun. Das löst häufig Schamgefühle aus. Versuchen Sie, sich
von solchen Gefühlen zu lösen. Für die behandelnden Ärzte sind diese Infektionen ganz
normal und nichts Ungewöhnliches, zudem haben Ärzte Schweigepflicht.
Wenn bei der ärztlichen Untersuchung eine sexuell übertragbare Infektion festgestellt wird
und Sie sich in einer festen Partnerschaft befinden, wird der Partner oder die Partnerin meist
mitbehandelt. Es wird empfohlen, bis zum Ende der Behandlung auf Geschlechtsverkehr
zu verzichten, denn sonst kann die Infektion immer wieder hin und her übertragen werden
(sogenannte Ping-Pong-Infektion).
An welche Ärzte kann ich mich wenden?
Spezialisten für sexuell übertragbare Infektionen sind: Fachärzte für Haut- und
Geschlechtskrankheiten, Gynäkologen und Urologen. Sie können auch zunächst zu Ihrer
Hausärztin oder Ihrem Hausarzt gehen, sie oder er kann Sie weiter verweisen.
Was ist, wenn ich nicht zum Arzt gehe?
Viele sexuell übertragbare Infektionen verschwinden nicht von allein. Manche verlaufen in
verschiedenen Phasen, so dass Beschwerden vorübergehend zurückgehen, später jedoch
wieder auftreten. Manche Erreger steigen bei Frauen in die Gebärmutter und die Eileiter
auf, bei Männern können sie in die Samenleiter und die Hoden wandern und als Spätfolge
zu Unfruchtbarkeit beziehungsweise Zeugungsunfähigkeit führen. Falls es während einer
sexuell übertragbaren Infektion zu einer Schwangerschaft kommt, kann das Ungeborene
geschädigt werden, es kann zu Fehl- oder Totgeburten kommen.
Besonders HIV-Infektionen und Syphilis können unbehandelt zu schwersten
Gesundheitsstörungen bis hin zum Tod führen.
Seite: 4 von 6
Sexuell übertragbare Infektionen, die nicht behandelt werden, verbreiten sich weiter.
Patienten mit einer unbehandelten sexuell übertragbaren Infektion sind empfänglicher für
eine HIV-Infektion, wenn sie ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer HIV-positiven
Person haben, da sich HIV an weiße Blutkörperchen heftet und diese in Folge einer sexuell
übertragbaren Infektion vermehrt in den Schleimhäuten der Geschlechtsorgane vorhanden
sind.
Patienten, die HIV-positiv sind, weisen eine vermehrte Zahl von HIV in den genitalen
Schleimhäuten auf, wenn sie zusätzlich eine andere sexuell übertragbare Infektion haben.
Sie können dadurch bzüglich HIV ansteckender sein als sonst.
Welche sexuell übertragbaren Krankheiten gibt es sonst noch?
Außer diesen Erregern gibt es noch weitere sexuell übertragbare Infektionen, zum
Beispiel Hepatitis B (HBV), Humane Papilloma Viren (Auslöser von Feigwarzen und
Gebärmutterhalskrebs) und genitale Herpesviren (HSV). Gegen Hepatitis B und einige
Varianten der Papilloma Viren gibt es eine Impfung, über die Sie sich bei den oben
genannten Ärzten informieren können.
Viren kann man nicht mit Antibiotika bekämpfen. Da sich Viren in die körpereigenen Zellen
einschleusen, sind sie schwer auszumerzen und man behandelt meist nur die entstehenden
Beschwerden.
Ist eine Pilzinfektion auch eine sexuell übertragbare Infektion?
Viele Frauen kennen Pilzinfektionen der Scheide mit dem Pilz Candida albicans. Die
Infektion verursacht Juckreiz, Brennen beim Wasserlassen und verstärkten Ausfluss. Eine
Pilzinfektion ist keine sexuell übertragbare Infektion im engen Sinne, weil sie auch ohne
Geschlechtsverkehr auftreten kann. Die Pilze besiedeln in kleinen Mengen bei jedem
Menschen Haut und Schleimhaut und können sich unter bestimmten Bedingungen stark
vermehren und dann allerdings auch sexuell übertragen werden.
Mit Cremes und Scheidenzäpfchen kann die Infektion gut behandelt werden. Ursachen für
eine Pilzerkrankung können zum Beispiel Diabetes, Chemotherapie, Einnahme der Pille,
Antibiotika-Therapie oder Immunschwäche sein.
Was sind bakterielle Vaginosen?
Bakterielle Vaginosen sind eine Fehlbesiedelung der Scheide mit Erregern, die für die
Scheide nicht gut sind. Die normale Balance der Bakterien in der Scheide ist gestört, dies
kann zu Entzündungen der Scheidenschleimhaut und der Harnröhre führen. Die Ursachen
können vielfältig sein, zum Beispiel falsche Pflege des Intimbereichs oder häufig wechselnde
Sexualpartner. Durch Antibiotika ist eine Vaginose gut behandelbar.
Seite: 5 von 6
Wo kann ich mich untersuchen lassen?
Im Gesundheitsamt können Sie als Basisangebot HIV und Syphilis und im Rahmen der
STI-HIT-Studie Chlamydien und Tripper untersuchen lassen.
Junge Frauen können sich bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt einmal jährlich auf
Chlamydien untersuchen lassen. Dies ist bis zum 25. Lebensjahr kostenlos, danach nicht
mehr.
Als Routineuntersuchung ohne Beschwerden können Sie sexuell übertragbare Infektionen
bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin (Allgemeinmedizin oder Fachrichtung Frauenheilkunde,
Urologie oder Dermatologie) untersuchen lassen, müssen die Untersuchung jedoch
im Regelfall privat bezahlen. Wenn Sie Beschwerden oder eine Sexualpartnerin
beziehungsweise einen Sexualpartner haben oder hatten, bei der beziehungsweise bei
dem eine solche Infektion festgestellt wurde, kann die Untersuchung auf Kosten der
Krankenkasse erfolgen.
Außerdem untersucht das Zentrum für sexuelle Gesundheit im St. Josef Hospital,
Gudrunstraße 56 in 44791 Bochum, sexuell übertragbare Infektionen. Sie benötigen hierfür
eine Überweisung vom Hausarzt oder Facharzt.
Weitere Informationen über diese und andere sexuell übertragbare Infektionen können Sie
nachlesen unter www.bzga.de oder www.rki.de
Die Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit im Gesundheitsamt informiert ebenfalls über
andere sexuell übertragbare Krankheiten. Bitte wenden Sie sich an Frau Wach, Tel. 0234 /
910-32 33.
Seite: 6 von 6
Document
Kategorie
Gesundheitswesen
Seitenansichten
2
Dateigröße
23 KB
Tags
1/--Seiten
melden