close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Handreichung Sanierungsplan 2015 - Ministerium für Verkehr und

EinbettenHerunterladen
Literatenträume
PICTURE-ALLIANCE/DPA
Schriftsteller und Künstler glaubten
im November 1989, Revolution machen zu können. Bei der Kundgebung
auf dem Alexanderplatz in Berlin
traten etliche von ihnen auf – was sie
sagten, klang gut.
SEITEN 12/13
GEGRÜNDET 1 947 · MONTAG, 10. NOVEMBER 2014 · NR. 260 · 1,40 EURO · PVST A11002 · ENTGELT BEZAHLT
WWW.JUNGEWELT.DE
NPD-Aufmarsch
Imagewechsel
Selbsthilfe
Voll zufrieden
2
5
8
9
In mehreren Städten waren am
Wochenende Nazis aktiv, am
schlimmsten war es in Bautzen
Bund der Vertriebenen will sich in Ostund Südosteuropa zum Hüter
des »Deutschtums« machen
Was tun, wenn die Zeitung ihre Lokalredaktion schließt? Ganz einfach:
Selber eine Zeitung gründen
Viele neue Kontakte bei der Internationalen Handelsmesse in Havanna.
EU sucht offenbar Annäherung
Brandbomben auf Donezk
Israel: Proteste nach
tödlichen Schüssen
Jerusalem. Am Sonntag haben
Tausende Menschen gegen die
Erschießung eines arabischen Israelis durch Polizisten in der Nacht
zuvor demonstriert. In arabischen
Ortschaften in Nordisrael wurde gestern zum Generalstreik aufgerufen.
Auch in Haifa und Tel Aviv gingen
Studenten auf die Straße. Tausende
nahmen am Samstag am Begräbnis
des 22jährigen teil. Der junge Mann
war bei Auseinandersetzungen in
Kafr Kana erschossen worden. Wie
Videoaufnahmen zeigten, war der
Mann mit einem Messer bewaffnet
und bedrohte damit Beamte in einem
Fahrzeug. Die tödlichen Schüsse
fielen jedoch den Aufnahmen zufolge erst, als er sich bereits von dem
Wagen entfernte.
Unterdessen hat am Sonntag Israels Umweltminister Amir Peretz
wegen der fehlenden Fortschritte im
Friedensprozess und der schwierigen
sozialen Lage im Land seinen Rücktritt aus dem Kabinett erklärt.
(AFP/dpa/jW)
Kiew eskaliert trotz internationaler Warnungen Krieg gegen die Bevölkerung des
Donbass. NATO beginnt aktive Phase einer Stabsübung in Estland. Von Arnold Schölzel
ALEXEY KUDENKO/RIA NOVOSTI/PICTURE ALLIANCE/DPA
B
Trotz Attacken stabile
Umfragewerte
Donezk am Sonntag: Nach einem Artillerieangriff der Kiewer Truppen im Stadtbezirk Oktjabrskaja
erfalls. In diesen Tagen richtet sie sich
an die Ukraine, an Syrien, an den Irak
und an viele, viele andere Regionen der
Welt.« Zuvor hatte der Expräsident der
Sowjetunion, Michail Gorbatschow, in
Berlin angesichts der Spannungen vor
einem Rückfall in alte Zeiten gewarnt:
»Die Welt ist an der Schwelle zu einem
neuen Kalten Krieg. Manche sagen, er
hat schon begonnen.«
Bei den erbitterten Kämpfen im
Raum Donezk seien mindestens zwei
Aufständische getötet worden, erklärte Bassurin. Die Zusammenstöße an
der Front hätten sich intensiviert. Auch
die Kämpfer in der »Volksrepublik
Lugansk« berichteten von einer Zunahme der Gewalt. In Kiew sprach Andrej
Lyssenko vom Sicherheitsrat der Junta
von drei getöteten Soldaten. Etwa 13
weitere Kämpfer seien verletzt worden.
Russland und die USA erklärten,
sich weiter für eine politische Lösung
einsetzen zu wollen. Es gebe aber unterschiedliche Ansichten über die Lage
in der Ukraine, erklärte US-Außenminister John Kerry am Sonnabend
in Peking nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow. Weitere Sanktionen gegen Moskau seien möglich. Lawrow betonte,
die ukrainische Führung müsse ihre
angekündigten Maßnahmen für den
Frieden verwirklichen. Das gelte vor
allem für die Vereinbarung über eine
Trennlinie zwischen den Konfliktsei-
ten im Unruhegebiet. Diese Trennlinie
solle helfen, die Waffenruhe besser zu
überwachen.
Die NATO begann laut RIA Nowosti
am Wochenende in Estland die Stabsübung »Trident Juncture«. Laut dem
Szenario verhängt Estland nach einem
Angriff eines »großen feindlichen Landes« den Kriegszustand, wie das Verteidigungsministerium in Tallinn am
Sonntag mitteilte. Die NATO schickt
daraufhin laut Drehbuch eine schnelle
Eingreiftruppe in den baltischen Staat,
um die feindlichen Kräfte zurückzuwerfen. An der Übung, die am 17. November zu Ende gehen soll, nehmen rund
1.500 Soldaten und zivile Spezialisten
aus 20 NATO-Staaten teil.
»Wir wollen sie lebend zurück«
Mexiko: Geständnis von Bandenmitgliedern. Proteste gegen Regierung
I
n Mexiko kam es am Wochenende im ganzen Land zu Protesten.
Zuvor hatte am Freitag abend Generalstaatsanwalt Jesus Murillo Karam
mitgeteilt, dass drei Mitglieder einer
Drogenbande in Haft gestanden hätten,
die 43 seit sechs Wochen »verschwundenen« Studenten getötet und ihre Leichen auf einer Müllkippe verbrannt zu
haben. In der Hauptstadt Mexiko-Stadt
versuchten Demonstranten am Samstag
abend, den Nationalpalast zu stürmen.
Im Bundesstaat Guerrero griffen Studenten den Sitz der Regionalregierung
mit Brandsätzen an.
Am Samstag abend zogen Tausende Demonstranten durch MexikoStadt auf den zentralen Zócalo-Platz
vor dem Nationalpalast. Die Teilnehmer entzündeten dort Kerzen für die
Vermissten und skandierten Slogans
gegen Mexikos Präsidenten Enrique
Peña Nieto. »Weg mit Peña Nieto«
und »Das Volk will dich nicht!« rief
die Menge. Vermummte griffen mit
Metallbarrieren die Eingangstür des
Nationalpalastes an, konnte sie jedoch
nicht aufbrechen. Daraufhin warfen
sie Brandsätze auf die Tür und sprühten den Slogan »Wir wollen sie lebend
zurück« an die Wand des Gebäudes.
Auch in Chilpancingo, der Hauptstadt des südwestlichen Bundesstaats
Guerrero, in dem die Studenten entführt worden waren, kam es am Samstag nachmittag zu Protesten. Mehr als
300 Demonstranten warfen Steine und
Brandsätze auf den örtlichen Regierungssitz und steckten zehn Fahrzeuge
in Brand.
Die »verschwundenen« linken Lehramtsstudenten waren am 26. September, nachdem sie in Iguala Spenden
gesammelt hatten, von der Polizei
festgenommen und anschließend der
verbündeten Drogenbande »Guerreros
Unidos« übergeben worden. Die Behörden haben mittlerweile im Zusammenhang mit dem Fall 74 Personen
festgenommen, darunter 36 Polizisten
sowie der Bürgermeister von Iguala
und dessen Frau.
Die Angehörigen reagierten misstrauisch auf die Erklärung des Generalstaatsanwalts. Solange das Gegenteil nicht bewiesen sei, »sind unsere Söhne noch am Leben«, sagte ein
Sprecher der Familien. (AFP/Reuters/jW)
n Siehe Seite 6
OLIVER MEHLIS/DPA/BILDFUNK
ei den schwersten Gefechten
seit Beginn der Waffenruhe vor
zwei Monaten sind in der Ostukraine zahlreiche Menschen getötet
und mehrere Gebäude beschädigt worden. Die Aufständischen warfen den
Truppen Kiews die gezielte Zerstörung
von Wohnvierteln mit Brandbomben
vor. Wie schon in der Vergangenheit
dienten Berichte von Bewegungen angeblich russischer Truppen im Krisengebiet den Machthabern in der ukrainischen Hauptstadt als Vorwand, den
Krieg gegen die eigene Bevölkerung
zu eskalieren. Am Sonntag wies der
Vizekommandeur der Aufständischen,
Eduard Bassurin, die Meldungen über
einen russischen Militärkonvoi zurück.
Bei den von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beobachteten Panzern
und Lastkraftwagen handele es sich um
eine notwendige Rotation der Aufständischen, erklärte er in Donezk.
Ex-US-Außenminister Henry Kissinger warnte wegen der Ukraine-Krise vor einer »Neuauflage des Kalten
Krieges«. Wenn diese Gefahr nicht
ernst genommen werde, »wäre das eine Tragödie«, sagte er dem Spiegel.
Der ehemalige Bundesaußenminister
Hans-Dietrich Genscher (FDP) sprach
sich für einen Neuanfang in den Beziehungen zu Moskau aus. Angesichts
von Bedrohungen wie der durch die
Terrormiliz »Islamischer Staat« seien
die gemeinsamen Interessen des Westens und Russlands »erheblich größer«
als die Differenzen, meinte Genscher
in Bild am Sonntag. Bundeskanzlerin
Angela Merkel (CDU) betonte beim
Staatsakt zum 9. November 1989 in
Berlin: »Wir haben die Kraft zu gestalten, wir können die Dinge zum Guten
wenden, das ist die Botschaft des Mau-
Berlin. Die Attacken von Bundespräsident Joachim Gauck, die
Biermann-Show im Bundestag und
Warnungen konservativer Politiker
haben der Partei Die Linke in der
Wählergunst offenbar nicht geschadet. Im aktuellen Sonntagstrend der
Zeitung Bild am Sonntag erreicht
sie wie in der Vorwoche neun Prozent. Unverändert bleiben auch die
Werte von Union mit 41 Prozent,
SPD (25), Grünen (neun) und AfD
(sieben). Die FDP hingegen verliert
weiter und kommt auf zwei Prozent,
wie die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Emnid zeigt.
Anlass der neuerlichen Warnungen vor der Linkspartei ist die
bevorstehende Regierungsbildung
in Thüringen. Dort verhandelt sie
mit SPD und Grünen über eine
Koalition unter Führung von Bodo
Ramelow, der dadurch der erste
Ministerpräsident der Linkspartei
in Deutschland werden könnte.
(Reuters/jW)
wird herausgegeben von
1 602 Genossinnen und
Genossen (Stand 5.11.2014)
n www.jungewelt.de/lpg
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
1
Dateigröße
186 KB
Tags
1/--Seiten
melden